eine besondere Inspektion mit einer Assistentin vorgesehen und auch den anderen beiden Inspektoren sollen Assistentinnen zugetheilt werden, so daß die Fabrik, inspection stark vermehrt werden wird. Für die zahlreichen Arbeiterinnen ist die ursprünglich von der Ersten Kammer angeregte Anstellung der Assistentinnen von hoher Bedeutung.
Deutsches Leich»
verlta, 19. Januar. Reichskanzler Fürst Hohen- lohe wird auch in diesem Jahre am Geburr-tage des Kaisers die Botschafter und Gesandten zu einem Festmahle einladen.
Berlin, 19. Januar. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Bundes der Landwirt he wird am 14, December im TircuS Busch statt- staden.
Berlia, 19. Januar. Die Budgetcommission de» Reichstages setzte heute die Berathung des PostetatS fort. Eine vom Abg. Dr. Hammacher (nl.) vorgeschlagene Resolution, daß die Annahme und Bestellung von Packeteu an Sonn- und Festtagen in den Bormittagstundeu bis 12 Uhr stattfinden soll, wurde einstimmig angenommen. Nur die Zeit vom 18. bi» 31. December bleibt auSgeschloffen. Eine Debatte entsteht bei den Titeln 18 und 21, zu welchen Ab- geordneter Müller-Sagan (fr. BP.) für die Kanzlisten eine günstigere Scala de» Aufrückens verlangt. Dieser Antrag wird abgelehnt. Ebenso ein solcher betreffs Gleichstellung der Srcretäre im Gehalt mit den GerichtSsecretären. Beim Titel 22 befürwortet Dr. Paafche (narl.) die Zulassung der au» den Ctvtlanwärtern hervorgegangenen Asfistenten zur Seeretär-Prüfung. StaatSsecretär PodbtelSkt erklärt, erst wenn über die Tarif-Reform Beschluß gefaßt worden sei, könne mau wohl die auch berechtigten Forderungen der Asfistenten erfüllen. Die Personal-Reform könne nur den Abschluß der Gesammtreform bilden. Mau debattirte sodann über die Anstellung von Damen im Post- und Tele- grapheuwesen ohne bestimmte Beschlüsse zu saffeu und ging darauf zu Titel 25 (Unterbeamte) über. Abg. Singer beantragte hierzu die Erhöhung der AnfangSgehalte auf 900 Mk.,- bei Titel 26 wird beantragt, da» Höchstgehalt der Land- briefträger auf lOOOMk. festzusetzen. Dagegen sprechen sich au»: der Referent Dr. Paasche, StaatSsecretär Freiherr v. Thtrlemann und PodbielSki. — Freitag werden die Der« Handlungen fortgesetzt.
Berlin, 19. Januar. Ja ihrer Sitzung vom 17. d. M. beschäftigten sich die iAeltesteu der Berliner Kaufmannschaft mit den Angriffen, welche der Rheder Wörr- wann im Laufe der am 13. d. M. hier stattgehabtrn Flotteukundgebuug gegen daS Aeltesten-Eollegium gerichtet h^tte. Diese Angriffe wurden energisch zurückgewiesen und die bezüglichen Ausführungen Wörrmanu» al» sachlich durchaus unzutreffend bezeichnet.
AttSlQttd.
Wien, 19. Januar. Der „Neuen Freien Presse" wird au» Pari» gemeldet, gerüchtweise verlautet, daß in der letzten Nacht an der Porte de Clichy drei Polizisten ermordet worden seien.
Prag, 19. Januar. In allen Straßen herrscht lebhafte Bewegung, besonder» auf dem Graben und dem WrnzelSplatze. Die Stadt zeigt die nämliche Physiognomie wie in des letzten Novewbertagen. Militärpatrouillen durch- ziehen die Stadt uud Pöbeihaufen rotten fich zusammen. Man sieht viele deutsche Abgeordnete und farbeutragende Studeuren. Etu Zusammenstoß ist bisher nicht erfolgt. In der Stadr circulireu allerhand Gerüchte. Man spricht von einer veu-rlichen Verhängung des Standrechts und namhafter Bestärkung der Garnison. Mit besonderer Spannung sieht mau der morqigen LandtagSfitzung entgegen.
Charleroi, 19. Januar. Der Vorstand des allgemeinen Grubenarbeiter-Verbandes hat mit großer Mehrheit den Strike verworfen, da die Arbeitgeber erklärt haben, sie würden das Reglement so handhaben, wie es die Arbeiter wünschen.
Pari», 19. Januar. „Petit Journal" meldet, daß Esterhazy noch immer gesonnen sei, Klage gegen Mathieu DrehfuS uud Zola zu erheben. Er werde jedoch damit warten, bi» die jetzige Aufregung sich gelegt habe.
Parts, 19. Januar. Der Vorstand der Advocaten- Dereiuiguug hat fich gestern mit der Angelegenheit des Rechtsanwalt» Lebst» beschäftigt, ohne jedoch zu einer Entscheidung zu kommen.
Loudon, 19. Januar. Der Ausschuß, der mit der Reorganisation deS Heere» betraut ist, hielt in der letzten Zett mehrere Sitzungen ab. Es wurde beschlossen, eine Vermehrung deS Heere» um 15 000 Maun zu fordern.
Cotales unb prwtnsiettts»
Vietzes, dc» 20. Januar
• • Zur Beachtung für Eltern und Vormünder schreibt un» da» „Tarifamt der deutschen Buchdrucker": Bereit» im vergangenen Jahre haben wir mit freundlicher Unterstützung d:r politischen TageSprrsse versucht, weite Kreise der Bevölkerung von einer Maßnahme zu unterrichten, welche die Vertretung der Allgemeinheit der Prtnclpale und Gehilfen im Buchdruck-Gewerbe getroffen hat. Dieselbe ist iuso- fern allgemeiner Beachtung werth, alS fie fich gegen diejenigen Principale richtet, welche ihre Arbeiten ausschließlich oder doch von einer zu großen Zahl von Lehrlingen her- stellen lassen, dadurch eine ungesunde Concurrenz treiben und diejenigen Firmen schädigen, welche Gehilfen beschäftigen uud nur so viel Lehrlinge halten, al» die» der „Deutsche Buch- druckertarif" zuläßt. Dieser Tarif enthält außer der Lehr- lingSscala diejenigen Bestimmungen, welche für die Gehilfen
i betreffend Arbeitszeit und Entlohnung maßgebend find, welch letztere zu fordern jede» tariftreueu Gehilfen gutes Recht ist. Daran aber wird nur so lange festzuhalten sein, als fich die Zahl der sog. LehrliugSzüchtereien im Gewerbe fortgesetzt vermindert. Um dies zu erreichen, hat der „Tarifausschuß deutscher Buchdrucker- (eine Vertretung aller Principale und Gehilfen) beschlossen, daß für die Folge nur solche Gehilfen Aussicht aufUnterkommeu in den besseren Druckereien haben sollen, die tu Druckereien gelernt, dessen Inhaber 1. den deutschen Buchbruckertarif beim Tarif- amt der deutschen Buchdrucker durch eine schriftliche Erklärung anerkannt, und wo 2. die LehrlingSzahl der im deutschen Buchdruckertarif aufgestellten Lehrlingsscala entspricht. Die betr. ausführenden Organe find jetzt damit beschäftigt, Anordnungen zu treffen, die eine genaue Controle nach dieser Richtung ermöglichen uud eine strenge Durchführung dieser Maßnahme garauttren. Eltern und Vormünder, welche ihre Kinder bezw. Mündel dem Buchdruckerberuf zuzusühreu gedenken, seien im eigenen Jatereffe hierauf aufmerksam gemacht,- auch mögen fie bedenken, daß der Lehrling in solchen Geschäften, die nur darauf bedacht find, aus einer möglichst großen Zahl von Lehrlingen den höchsten Gewinn zu ziehen, niemals die Ausbildung erfahren wird, deren er bedarf, um sein späteres Fortkommen al» Buchdrucker zu finden. Stümper aber haben in allen Berufen ein trauriges Loo», noch mehr aber, wenn ihnen au» oben angeführten Maßnahmen unter Ziffer 1 und 2 die Gelegenheit genommen ist, fich später noch au-zubildeu. Derjenige Prinzipal, der den mangelhaft Ausgebildeten durch 4 bis 5 Jahr- als Lehrling beschäftigt, ist zumeist auch bestrebt, deu AuSgelernteu als zu theuere Arbeitskraft möglichst bald zu entlaffen, schon um einem neuen Lehrling Platz machen zu können. Eine solche Praxis, von Jahr zu Jahr geübt, führt dem Beruf eine große Zahl untauglicher Arbeitskräfte zu, die dem Gewerbe zum Schaden find uud schließlich der Allgemeinheit zur Last fallen. CS liegt darum in diesem Bestreben der tariftreueu Buchdrucker-Prinzipale und -Gehilfen im Deutschen Reich ein Stück sozialer Arbeit, indem fie mit ihren Maßnahmen er- reichen wollen, baß eine planmäßige AuSnützung der Lehrlinge uud deren späteres rücksichtsloses Abschieden auf den Arbeitsmarkt ein möglichst schnelles Ende finden. Eltern und Vormünder mögen darum bei der Wahl der Lehrstellen im Buchdruckgewerbe vorsichtig sein. DaS „Tarifamt der Deutschen Buchdrucker", Berlin SW. 48, FriedrtchSstraße 240/241, ist gern bereit, kostenlos über alle Firme» im Deutschen Reich Auskunft zu geben.
** Der schwere Hagelschade» des vorjährigen Sommers hat der landbautreibeudeu Bevölkerung Württemberg» und Elsaß Lothringens ungeheuer tiefe Wunden geschlagen, zu deren Heilung viele Jahre erforderlich sein werden. Der durch Hagel und Sturm verursachte eudgiltig ermittelte Schaden beträgt in Württemberg ca. 18 Millionen Mark, in den ReichSlandeu ca. 12 Millionen Mark. Da so gut wie nichts versichert war (in Württemberg ca. nur 800 000 Statt) uud durch öffentliche Wohlthätigkeit, sowie durch Grundsteuer- Nachlaß vielleicht 3 Millionen Mark zusammengekommeu sind, so hat der ländliche Grundbesitz der betroffenen Gegenden einen Verlust von vielen Millionen Mark erlitten, allein deshalb, weil Biele ihrer Pflicht, die Feldfrüchte gegen Hagel zu versichern, nicht nachgekommen find. Unzählige Existenzen find durch die Folgen de» schweren Unwetter» in» Wanken gerathev, viele Landwirthe werden den Schlag überhaupt nicht überstehen, sondern gehen wohl dem sicheren Ruine entgegen; selbst die günstiger Situirteu werden lauge Jahre brauchen, um die schweren Wunden heilen zu machen, die ihrer Wirth- schäft geschlagen wurden. Angesichts dieses großen Unglücks ist e» aber mehr denn je Aufgabe der Behörden, Vereine, Fachblätter, Privatpersonen usw., die Landwirthe allerorts auf den Segen der Hagelversicherung htnzuweisen- gerade jetzt nach deu schweren Hagelschäden werden die Ermahnungen auf fruchtbaren Boden fallen. Hätten fich die süddeutschen Landwirthe mcht so ablehnend gegen die Hagelversicherung verhalten, dann brauchten sie jetzt nicht den enormen Verlust beklagen.
Zeitung» Bestellungen. Die bisher nur für politische Zeitungen mit halbjähriger BezugSzeit zugelaffeneu ZeitungS- bestelluugen für das mit dem 1 April oder mit dem 1 October beginnende Vierteljahr sollen forran ayf alle halbjährig zu beziehenden Zeitungen uud Zeitschriften, soweit deren Verleger fich hiermit einverstanden erklären, ausgedehnt werden. Im Weiteren sollen künftig auf Zeiiuugru uud Zeitschriften mit ganzjähriger BezugSzeit bei Zustimmung der Verleger auch vom 1. April, 1. Juli und 1. October ab Bestellungen für d<p Rest der BezugSzeit gegen Zahlung von 9/i- lh und i/t bet jährlichen Erlaßpreises angenommen werden. Wegen Einführung dielet Verfahren» werden die Postanstalten mit den Verlegern alsbald in Verbindung treten.
• * Kalender-Sigenthumlichkeiteu. Der October beginnt stet» an demselbrn Wochentage mit dem Januar, der April mit dem Juli, der December mit dem September. Februar, März und November fangen stet» an demselben Wochentage an. Mai, Juni und August aber unter fich je an einem anderen Wochentage. Jndeß gelten diese beiden Regeln nicht für Schaltjahre. Ein Jahrhundert kann niemals mit einem Mittwoch, einem Freitag oder einem Samstag avfangen. Das gewöhnliche Jahr endet stets an dem Wochentage, mit dem es begann Die Jahre wiederholen sich insofern, al» jedesmal nach 28 Jahren derselbe Kaleuder wiederkehrt.
• • Für Landwirthe. Vom 31. Januar bis 5. Februar d. I. veranstaltet der Hessische LandwtrthschaftSrath in Darmstadt einen VortragScurS für pracrtsche Landwirthe, um deu Landwirthen und sonstigen Jntereffeuteu Gelegenheit zu bieten, fich über die neuesten Fortschritte auf dem Gebiete der Laudwirthschaft und einschlägiger Fächer von sachverständiger Seite Kenntniß zu verschaffen. An die i Borträge schließen fich D'.ScusfiouSstunbeu an zu gegenseitiger Aussprache. AlS Vortragende find gewonnen bezw. vorgesehen: Geh. Reg -Rath Prof. Dr. Werner- Berlin, Geh. Hofrath
Prof. Dr. Wagner-Darmstadt, Prof. Dr. Ra «»-Bo», LaudgerichtSrath Dr. Meisel-Darmstadt, KreiSrath Feh. Erbach, Landw.-Lehrer Leit Higer - Alsfeld, Gutsbefitzr, Schade-Altenburg, Oee.-Rath Hau ter-Speyer, Anwalt. fchaftSsecretär Dr. Thieß - Offenbach, Generalsecrettr Dr. Müller-Offenbach, Oee.-Rath Jungban»-Hochburg Die Thriluehmergebühr sowohl für einzelne Bortrage wie ft die ganze BortragSwoche beträgt 5 Mk. Anmeldungen werdw an die Geschäftsstelle de» Hesfischeu LaudwirthschaftSratP, Offenbach a. M.. Löwestraße 4, erbeten.
* * Gemeinden ohne Schulden. Im Großherzogths, Hessin gibt e» zur Zett noch 93 Gemeinden, welche kei« Schulden haben. Bor nahezu zwanzig Jahren gab e» 133 Gemetuden in der glücklichen Lage, nicht nur schuldenfrei zu fein, sondern Vermögen zu besitzen. Von den schuldfreien Gemeinden kamen 47 auf Starkenburg, 80 auf Oberhefleu und nur 16 auf Rheinhessen. Bet den fort- währenden großen Ansprüchen, welche an die Gemeinde» gestellt werden, dürfte wohl die Zeit nicht mehr fern sei», zu welcher mau derartige Gemeinden nur noch von „Höre» sagen" kennt.
O Ruppertenrod, 19. Januar. In Untersuchung beftabtt sich zur Zeit ein hier verübte» Neujahrs schießen eigerm Art. AIS der Neujahrsmorgrn zu grauen begann, und Allel noch in tiefer Ruhe lag, ertönte plötzlich eine Detonation, einem Kanonenschuß ähnlich, der die Schläfer buchstäblich i ihren Betten wach schüttelte. Der NeujahrSgruß war »ich schlecht, dachten die Freunde der NeujahrShuldtgungen. Alsbald folgten dem ersten Schlag am AuSgang de» Ortes zwei weitere ähnliche Schläge von der gleichen Stärke. Was st da»? fragte man sich allgemein. Bald erfuhr man auch vor den Spuren der kräftigen NeujahrSschüffe. Einem hiesige« Kaufmann, dem zweifellos der erste der ungewöhnlichen Nw jahrSgrüße gegolten, waren zwei Fensterscheiben vollständig zertrümmert. Ebenso waren einem am Westende de» Ortet wohnenden Maurermeister einige Fensterscheiben von bei dort losgelaffenen Kanonengruß zersprungen. Die Sach wurde zur Anzeige gebracht, da man annimmt, eß feite Dynamitladungen gewesen, und dürfte eine gerichtliche Ber- Handlung nicht auSbleiben. Wie indessen mit Sicherheit anzi« nehmen ist, hat den Thäter keine böswillige Absicht geleit«. Bemerken möchten wir noch hierzu, daß da» übrige Neujahrs- schießen im Vergleich zum vorigen Jahre ganz entschiede« ab- genommen hat.
Friedberg, 15. Januar. Der Anfang des neuen Jahres hat uns bereits ein Stück de» Wahlkampfe» von der k diesem Jahre vorzunehmenden Wahl eine» Abgeordneten za» Reichstage gebracht. In einem hiesigen Blatte hab» zwischen Nationalsocialen und Nationalliberalen schon lebhafte Auseinaudersktzungen stattgefunden und zwar in recht scharf« Weise. Wenn es so weiter gehen sollte, würden wir noch mancherlei eben nicht gerade besonder» schöne Erlebnisse bekommen. Allem Anscheine wird hier eine wohl im Allge- meinen nicht häufige Zersplitterung der Stimmen ttat?et« indem nicht weniger al» sechs Parteien auf dem Plan« erscheinen: Naüonalliberale, Nationalsociale, Christlichsociale, Socialdemokraten, Antisemiten und Centrum. Würde« bk Freifinnigen auch noch einen Candidaten aufstellen, fo wist« die heilige Zahl voll. Schöne Aukfichten!
Darmft. Tgl. Anz.
Lehrerbildung.
* ** Schon feit Jahren geht nicht nur durch unser Heße»> land, sondern durch alle deutschen Länder eine Bcw»gui-. die sich eine Reform der Volksschullehrer-Bildung zum Ziel« gesetzt hat. Selbstverständlich hat die Lehrerschaft Hessens sich mit Interesse an die Lösung dieser Frage gemacht. Ans zahlreichen Bezirks-Versammlungen hat diese Frage auf der Tagesordnung gestanden und je eine Beantwortung gefunden, wobei sich natürlich wieder die alte Wahrheit bewährtem „viele Köpfe, viele Sinne". Darin stimmen nun fast Alle überein, daß die seitherigen Präparandenschulen (L«ch, Lmden- fels und Wöllstein) nicht mehr als zureichende Vorbereitung»' schulen für den Eintritt in« Seminar gelten könnten; daj überhaupt jede Präparandenschule, möge sie nun einen Namen führen, welchen sie wolle, zu verwerfen sei, daß vielmehr von dem ins Seminar eintretenden Schüler das Abgangs- zeugniß einer höheren Lehranstalt gefordert werden müße. Darüber allerdings, welche höhere Lehranstalt, ob Realgy«- nasium, Oberrealschule oder Realschule, vorher absolvirt werben soll, sind die Meinungen recht getheilt. Für die Ober« rcalschule entschieden sich 33 Bezirks Vereine, für das Realgymnasium 22, für die Realschule 21 Vereine. Es will nid fast scheinen, als ob die Conferenz-Beschlüsse sämmtlich üb« das zunächst erreichbare Maaß in ihren Forderungen hinaus« gingen und den realen Boden, unter den Füßen verlören. Es ist doch zunächst kaum anzunehmen, daß die Regierunz die vor etwa zwei Jahrzehnten geschaffenen drei Präparauden- schulen kurzer Hand aufheben werde, weil etliche Mängel sich an chnen herausgestellt haben sollen, die rrcht wohl heilbar sind, auch ohne solche Radicalcur. Dann bieten die bestehenden drei genannten Schulen bei aller Verkennung so groß« Vortheile, die ein jeder einsichtige Lehrer zugeben muß, welche die vorgeschlagenen höheren Lehranstalten zusammengenomme« nicht bieten könnten. Denn gewißlich ist es nicht hoch gemij anzuschlagen, daß diese Schulen es Söhnen der qefunber Landbevölkerung ermöglichen, noch nach der Confirmatioi den Lehrerberuf zu ergreifen, wodurch nicht die schlechtestes Elemente dem Lehrerstande sind zugeführt worden, und vor welch unberechenbarem Ruhn ist es für den Volksschullehrn, wenn er selbst als Kmd durch die Volksschule gegangen ifl was ebenfalls die Präparandenschule ermöglicht, da tfr Lehrplan sich auf den der Volksschule aufsetzt. Noch manche! Andere wäre zu nennen. Wir gedenken nächstens auf di« Sache zurückzukommen, insbesondere die Vorschläge, bezt-li^ des Seminars halber, eingehender zu besprechen.


