Ausgabe 
20.7.1898 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

niffe in China mit Spannung entgegen. Deutschland darf die» mit großer Ruhe thun, da wir in Ostasten zur Zeit genügend stark vertreten sind, um uns für alle Eventuali­täten den gebührenden Platz an der Sonne zu sichern.

(xx)

Deutsches Reich.

verliu, 18. Juli. DieOrtentreise de» Kaiser». Der deutsche Consul? Jerusalem Herr v. Tischendorf, der sich gegenwärtig in London aufhält, wird in den nächsten Tagen von dort tu Homburg v. d. Höhe eintreffen, um mit bcm zur Kur dort weilenden Oberhofmarschall Grafen zu Eulenburg und dem Geheimen Hofrath Schwerin die letzten Einzelheiten zu dem Programm für die Palästinareise des Kaiserpaare» zu besprechen.

Berlin, 18. Juli. In den letzten Tagen haben sich wiederum drei neue polnische Vereine constituirt. Die Gesammtzahl aller polnischen Vereine in Berlin und Umgegend beträgt 41.

BreSlau, 18. Juli. In der verfloffenen Nacht wurde ein Grenadier vom 10. Infanterie-Regiment auf der Straße nach einem Wortwechsel von zwei Ctvtlistrn erstochen.

Gleiwitz, 18. Juli. Auf dem Gotthardschachte des Schaffgotschen Bergwerks stürzte heute früh eine Förderschaale tu die Tiefe. 24 Bergleute sind getödtet.

Mannheim, 18. Juli. In der rheinischen Gasmotoren­fabrik von Benz & Co. stretken wegen Lohndiffcrenzen 400 Arbeiter.

Fulda, 18. Juli. Bet der heute Vormittag stattgehabten Bischofs wähl wurde, wie da» Mainzer Journal meldet, der dortige Pfarrer Adalbert Endert einstimmig zum Bischof gewählt.

Arr-tair-

Budapest, 18. Juli. Hier geht neuerdings da» Gerücht, daß die Stellung de» Grafen GolnchowSky erschüttert sei. Al» sein Nachfolger wird Baron Kallay genannt. Bei dem Commandanten des Husaren-Regiment» Kaiser Wilhelm in Groß-Warde'n traf die Mittheilung ein, daß Kaiser Wilhelm für das am 24. Juli stattfindeude Regt- mentS-Jubiläum den Obersten von Schwartzkoppen mit seiner Stellvertretung betraut habe.

Lemberg, 18. Juli. Die Nachricht, das Comite der slavischen Aerzte und Naturforsch er habe beschloffen, den Congreß in Prag abzuhaltea, ist unrichtig. Fall» die preußische Regierung ernsthafte Schwierigkeiten bereiten sollte, soll der Congreß in Letschen staitfinden.

Rom, 18. Juli. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, die Großmächte hätten sich dahin geeinigt, eine Beschießung der spanischen Städte nicht zuzugebeu.

Paris. 15. Juli. Zola hat in der Drcyfursache wieder einen Schritt unternommen. Wie ein Telegramm aus Paris meldet, richtete er gestern au den Ministerpräsidenten Briffon folgende» offene Schreiben, das dieAurore" veröffentlicht: Sie, der Sie die republikanischen Tugenden verkörperten, haben gleich vielen Anderen durch Ihre Weigerung, die Dreyfussache gesetzlich zu regeln, politischen Selbstmord be- gangen. Sie haben die Gerechtigkeit ermorden lassen. Das ist ein Verbrechen, das seine Strafe finden wird. Welch lächerliche UntersuchungScomödie haben Sie gestattet! Wir kannten Ihre drei Beweisstücke schon- wir kannten ins­besondere das dritte, diese unvergänglich plumpe Fälschung. Wenn ich bedenke, daß ein General diese monumeutale Mhst-fication vor den Geschworenen, ein KrtegSmtmster sie vor der Kammer verlesen hat, so werde ich starr. Ich kann Ihnen sagen, daß unsere Regierungen fich lächerlich gemacht haben, und nicht bloß Deutschland amüsirt fich dabet, unser, großer Bundesgenosse Rußland, der von der Unschuld Dreyfu» überzeugt ist, sollte Ihnen sagen, wie man in Europa über I

Sie denkt." Zola kritifirt dann auf- Schärfste die Schrift- stücke über da» angebliche Geständutß Dreyfu» und die Unter­suchung gegen Picquart und spricht die Hoffnung au», daß Briffon am Montag für die Aufrechterhaltung der Ordnung in VersaileS sorgen laffe.Denn wenn man uns ermordet, (?) werden Sie der Mörder sein." Der Brief schließt:Wenn ich Jemanden sehe, der fich in der DrehfuSfrage besudelt mit dem Hintergedanken, daß er hierdurch seinen ehrgeizigen Plänen dient, sage ich:Wieder Einer, der nicht Präsident der Republik wird."

Versailles. 18. Juli. Der zweite Zola-Prozeß hat heute Mittag hier seinen Anfang genommen. Oberst Picquart ist al» Zeuge mit dem ersten Morgenzuge, be­gleitet von zwei Gefängutßwärtern, hier eingetroffeu. Die Vertheidiger Zola» verlangten Vertagung der Verhandlung bis zur Beendigung der Untersuchung gegen Esterhazy, weil die Affaire der Speranca-Depeschen untrügbar mit dem Zola- Prozeß verbunden sei. Zola kam in einem Fiaker mit dem Eompontsten Borneau au. Die Pariser Studentenschaft ist stark vertreten. Alle als Zeugen geladenen Offiziere find in Uniform erschienen. Ja einer Pause, in der daS Gericht die Anträge der Vertheidlgung rügte, war im Saal Cafimir Perrier von Generalen umgeben, welche ihm eifrig zusprachen. Nach Wiedereintritt deS Gericht» wurden die Anträge zurück, gewiesen.

New York, 15. Juli. Die Amerikaner in San­tiago. Die Durchführung der CapitulationSverhandlungev hat durch das Ersuchen de» Generals Toral, es möchte den Spaniern gestattet werden, mit ihren Waffen die Stadt Santiago zu verlaffen, einige Verzögerung erfahren. Das Gesuch wurde rundweg abgelehnt, ebenso ein zweites, e» möchte den Spaniern erlaubt sein, ihre Waffen gleichzeitig mit den entwaffneten Truppen nach Spanten zu befördern. Heute aber dürsten alle Punkte der Uebergabebedingungen Erledigung gesunden und die amerkaotschen Truppen von der Stadt Besitz genommen haben. Die in der Umgegend Santiago» liegenden spanischen Garnisonen erkannten freilich gestern die Befugntß Toral», auch über sie zu bestimmen, noch nicht an und weigerten fich, ohne bestimmte Anweisung aus Madrid die Waffen zu strecken. Die amerikanischen Truppen bekamen vorgestern Erlaubniß, die Verschanzungen zu verlaffen, doch wurde ihnen da» Betreten der spanischen VertheidigungSwerke noch verboten. Den aus Santiago Ge- flüchteten wird die Rückkehr zu Hau» und Hof erlaubt werden- den Aufständischen gegenüber sind strenge Befehle zur Verhütung von P üaderung, sowie jeder anderen Au»- schreituug ertheilt. Andererseits find Maßregeln zur Unter­drückung etwaiger Unruhen in der Stadt selbst getroffen. Der eigentliche Einmarsch der siegreichen Amerikaner in die eroberte Stadt soll erst nach der Eivsch ffung der spanischen Truppen erfolgen. Der Gesundheitszustand s. ll fich angeblich in den letzten Tagen erheblich gebessert haben, dennoch trifft man in New-York und Washington sanitäre Maßnahmen. Krankenträger oom Rotheu Kreuz sollen sogleich nach San- tiago gehen und, während die Spanier den Aufbruch vor- bereiten, die Ausübung der Polizeigewalt in der Stadt übernehmen. Die amerikanischen Truppen und die Cubauer werden keine Marodeure nach Santiago hineinlassen. Die Fort» sowie die Artillerie sollen sofort von den Amerikanern n Besitz genommen werden.

Frankfurt a. M., 16. Juli. Gestern Nachmittag taitete der Großherzog von Hessen nebst Gemahlin und Gefolge in Begleitung der englischen Gesandten der RoseuAusstellung einen längeren Besuch ab. Mit großem Jntereffe hörten die hohen Herrschaften einige Concertnummern >er Boettge'schen Capelle. Bei dem BestchtigungSgang durch die Ausstellung wurde die Wafferbahn nicht nur eingehend 5 in Augenschein genommen, sondern der hohe Besuch machte I auch zwei Mal die Fahrt von der Höhe des Thurmes nach 1

| dem Bassin, ergötzt von der Fahrt und der großartigen Idee I der ganzen Anlage. Nach Beendigung des Besuche» verließe« die hohen Herrschaften die Rosen-AuSstellung zu Fuß, und bestiegen erst au der Brücke ihre Equipage.

* Leipzig, 15. Juli. Ein Ueberblick über den Betrieb de» letzten Vierteljahre» der dauernden Gewerbeaus. stelluug zu Leipzig ergiebt, daß die Geschäftslage eine günstige zu nennen ist. Der Besuch hat gegen voriges Jahr von Monat zu Monat zugenowmen und die Käufer stellen sich immer zahlreicher ein. Letztere vertheileu fich auf alle Branchen und stammen aus ganz Deutschland und dem Aus­lande. ES kann jetzt täglich die Beobachtung gemacht werden, daß jeder Artikel, sofern er überhaupt für die Ausstellung geeignet und gut und zweckmäßig auSgeführt ist, sicher Käufer findet. Zur Einführung practtscher Neuheiten ist die dauernde GewerbeauSftelluug besonders geeignet. Es ist deshalb auch erklärlich, wenn dre Zahl der Aussteller ständig steigt.

* ZuuSbruck, 15. Juli. DemVater der deutschen Geige", Jakob Steiuer, wurde im Wallfahrtsort Absam ein würdiges Denkmal gesetzt.

* Der Kaiser als Gewinner einer silbernen Uhr. Dcs in Brühl abgehaltene Schützenfest verdient besonders er­wähnt zu werden, da der Kaiser auf dem Feste eine silberne Uhr gewonnen hat. Und das kam so. Der Präsident de» Kameradschaftlichen KetegervereinS, Rudolf Körfgen, er­öffnete auf dem Schützenplotze im Schloßpark daselbst da» Schießen und löste den ersten Schuß zu Ehren de» Kaiser». Der glückliche Schütze holte dabei den Kopf des Ehreuvogels herunter. Das freudige Ereigniß wurde sofort dem Kaiser telegraphisch übermittelt. Gleichzeitig sandte der Verein deo auf den Kopf des Ehrenvogels gefitzten Preis, eine filber- vergoldete Rrmontoir-Uhr, an da» Kaiserliche Civilcabiuet nach Berlin.

* Selbstmord eines Kameruner ReichSschullehrerS. In einem Stuttgarter Hotel bat sich gelegentlich einet Ver­gnügungsreise der Reichsschullehrer Betz, der auf einer Station in Kamerun als Nachfolger des verstorbenen HauprlehrerS Christaller tbäüg war und seit einigen Monaten bet Ver­wandten tu Altenstadt auf Besuch weilte, erschoffen. Der B-dauernswerthe, der bereit» sieben Jahre hindurch in er­folgreicher Weise seine Kraft dem Colonialdienst gewidmet hatte, stand erst im 32. Lebensjahre, und ist dadurch in weiteren Kreisen bekannt geworden, daß er ein Werk über die Dnalla- spräche herauSgab, die er vollständig beherrschte. DaS Motiv der unseligen That ist offenbar in plötzlich aufgetreteuer Geistesstörung zu suchen.

* Ein Herr, der fich Last zufachelt. Au» Wien wird vom 15. JuU berichtet: Herr Peter Ak.drejewtcz Lewin au» Odeffa war häufiger Gast tu der JubtläumSauöstelluug und bewegte sich mit Vorliebe im Automatenrestaurant. Man sah ihn stet» mitten im Gedränge mit dem Hut in der Hand, den er ständig bewegte, wie um sich Luft zuzufächeln. Den Hut zog er dann immer tiefer bis herab an die Brust, und wenn er dann so Äug' in Äug' mit dem Nachbar stand, fächelte er mit dem Hm so geschickt, daß der steife Rand der Krämpe stets an die Cravattennadel kam und sie langsam lockerte, bis sie wett aus der Cravatte hervorstand. In solchen Augenblicken hielt Audrejewicz den Hut höher, und gedeckt durch diesen, ließ er seine kunstgeübten Fmger spielen, die die Nadel vollend» herauSzogeu. Vorgestern wurde er von Polizetagenten dabei ertappt, als er diese» Manöver bet einem Kellner und einem Gastwirth ausführte. Man fand bei Lewin ein auf 456 fl. lautende» Sparkaffenbuch, Goldmünzen und auch drei Brillantuadeln, die von Diebstählen herrühren

Wissenschaft, Literatur und Runst.

Die Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit des Werkes:DaS neunzehnte Jahrhundert in Bildnissen", herausgegeden von Karl Werckmetfter (Berlin, Phowgraphtsche Gesellschaft), welche«

regt sein düstere» Gefieder. Hier reicht ein Mönch einem Muhamedaner eine saftige Orange, dort hilft ein Jude einem Araber mir einer Cigarretre ou». Die alte Geschichte: gemeinsame Leiden verwischen die religiösen Gegensätze. So­bald jedoch solch gleicher, kameradschaftlicher Kampf ums Dasein vorüber ist, dann hifft nur zu leicht wieder der Fanatismus feine blurrothe Fahne auf- die Herzen brennen in religiösem Haß, indeß die goldene Toleranz flöten geht.

Doch einige Blicke nach außen.

Zwischen verwettertem Steingeröll erglühen üppig wuchernde, tiefrothe Anemonen, fich in langen Streifen hin- ziehend oder breite Teppiche bildend: das Erschimmern der biblischenLilien auf dem Felde" in ihrer Pracht. Hoch­gemauerte Schöpfwerke, welche in langen Rinnen Waffer ans Cysternen wett hinein in die Fluren leiten, werden sichtbar. Und diese braven Ackerrleute! Bei ihren Gespannen lieben sie eine etwa» geniale Mischung der Zugthiere- hier koppelten sie ein Kameel und eine Ziege au den Ackerpflug, dort einen Ochsen und einen Esel, weiterhin ein Pferd und einen Hund. Ich denke, sie wollen auf dem Gebiet solch befremdender Zusammenspannerei derbe Witze reißen- aber nein, wie sie mit dem Stachel die Thiere antreibeu, sehe ich, es ist blutiger Ernst.

Station Ramle!"

Einige neue Passagiere stürmen herein in den Wagen, um der unheimlichen Enge und der übeldufteuden Tretbhau»- wärme etwas nachzuhelfen. In der Ecke, wo die Türken- bäuche wuchten, baut sich sanft eine wahre Menschenpyramtde auf nein, reift in dicht zusammenstehenden, sonnen­verbrannten Beeren eine Riesentraube von Türken- und Araberköpfen. Draußen, jenseit» der baufälligen Bahnhofs- barriöre, warten zwei Esel, wartet ein Kameel, um Lasten, welche unser Zug heraukeuchte, von dannen zu tragen. '

Weiterhin aber hat ein Haufen Unglück Platz genommen- wie ausgestoßeu von der Welt hocken, liegen, kauern dort

mehrere Aussätzige, Männlein und Weibletn. Flehentlich die verstümmelten Hände erhebend, wimmern sie mit heiseren StimmenBachschtsch! Bachschisch! . . . Barmherzigkeit!" herüber von ihrem blumenumblühten Rastplatz de» Elend» . . . Gellend pfeift die Loeomotive hinein in diesen Jammer. Der Zug keucht weiter.

Vorbei geht's an schwarzgrauen Dörfern au» verweiterten niedrigen Lehwbaracken, auf deren flachen Dächern, wie auf fruchtbaren Wiesen Riedgras üppig emporwuchert, man könnte sofort darauf mähen. Drinnen aber in dem einzigenZimmer" residiren Schweine, Hühner, Menschen, Gänse, Ziegen in traulich friedlicher Eintracht bei einander, und all diese geist­vollen Wesen starren in Gesellschaft eine» neben der offenen Thür hockenden Kameel- unfeim Bummelzug nach. Diese vorüberziehenden Dörfer reizen einen witzelnden Schwadronör zu allerhand biblischen Erklärungen . . .In diesem Nest wurde der linke Schächer geboren." . . .Und aus diesem Dorf stammte Bileams Esel." . . .Und daS drüben ist die Heimath von Lot» Weib." . . . Wie eine Erleuchtung wird solch seichte Weisheit von einigen naiven Gesichtern hin- genommen.

Alle unterhalten fich jetzt aus» Beste. Manche fingen schwermüthige Lieder in Moll, wie sie die schönen Frauen Bethlehems ertönen laffen, wenn sie fich bei verglühendem Abendroth am Steinbeckev eines Ziehbrunnens versammeln. Manche erhitzen fich in einer ziemlich erregten politischen Debatte- fie schreien, um sich besser verständlich zu machen. Manche, überhart vom Leben mitgenommen, ergehen fich in schwungvollen Tiraden über Essen und Steuerzahlen, und ein Gewittersturm von saftigen Flüchen prasselt hernieder. Manche düftem mit der gleichgiltigsten Miene von der Welt vor fich hin, fühlen sich dabei aber ersichtlich wohl in dieser Pracht de» Schmutze».

Hinein keucht der Zug in da» Gebirge Juda, in ge­waltige, sonnige Stille, in die über den Felshöhen brütende

NachmittagShitze- tiefer und tiefer hinein in unheimlich rauhe Schluchten. Majestätisch schwingt fich au» Steinöden ein weitkmfternder Adler auf.

Zur Erhöhung de» poetischen Moments, wohl aber mehr zum Verscheuchen der fich allmählich herabsenkenden, bleiernen Langeweile, greifen verschiedene Hände in die Taschen, fördern dunkelgoldene Orangen ans Tageslicht, saftvolle, oft im Jnuem purpurne Orangen, wie sie in solcher Pracht nur in den lauen Lüften der Ebene von Jaffa gedeihen, und ein große» Orangenessen beginnt- indeß die Pfeife der Loco- motive die gewundenen Felsschluchten durchgellt. Aber kaum, daß ob de» dichten Gedränges die Orangenschalen den Boden erreichen.

Unter den Poffagieren ist e» ruhiger geworden. . Nur da» monotone Ruckruck de» Wagens macht sich aufdringlicher bemerkbar. Bor Mattigkeit ruckiuckwerden die meisten dieser Armen in der dicken Luft und der herabglühenden Sonne schläfrig ruckruck . . . ruckruck. Jetzt bei dem eigenartigen Schwanken de» maroden Wagens druseln sie ganz ein, wobei verschiedene Köpfe vollständig ihren Halt verlieren: ein jüdischer Apostelbart ruckruck finkt ans eine Franziskanerkutte- ein grünbeturbavter Fez fühlt fich zu einer englischen Reisemütze besonders hingezogen ruckruck und das hohe, schwarzglänzende Barett eines rusfischen Popen scheint einer rothen Polizeikappe etwas zu­flüstern zu wollen. Manche dieser mit offenem Mund daher- glotzeuden Köpfe halten eS sogar für angezeigt, ein paar kräftige Schuarchcadenzen und Schuarchcoloraturen emporzu­quirlen ruckruck . . . ruckruck.

Der Zug macht eine jähe Wendung . . . Plötzlich kommt wieder Leben in die zusammrngeschüttelte. ermattete Menge. In der Ferne tauchen dunkelnde Chpreffeu empor- hohe», weithin gedehnte» Gemäuer bl cft in ernster Feierlichkeit herüber- ein mächtiger Zauber beginnt beim Aufflammen de» Abendroth» zu wirken Jerusalem!

8

MillS ' '1 einem glJnifflWJJ Wen

Mtz M- LMnannim

Hrltz W'

zufolge ge>

1 August bis L verorbUtleii-Dersal Wg fmb daher behufs

Gießen, bi

offlB

Dienstag den den 20.3utl .lt mittags 2 Uhr, ) Tietzen, Seltersw -Zahlung versteigert

Schreibsecretäi Kleiderschrank schrank und sowie Buchen- eine Hobelbai

6715 Kei

Die für Tarnst Nachmittags 3 Uh Stock) angezeigt sleigerung finde Sorten statt:

ÄN ta

Wafynit.

Es kommen zur \ 1 Bett, 1 Verl MMschranl, MamvrunteU

1 Waschtisch, 2 Nachttische, fessel, 6 A 1 Damenuhr '2216 tzrq

Schwär Nau: sowie

________3 8tad W verkaufen.

Mtlfjii

und rc beeren) pei ^gegeben.

M

toi, 6681

>kh

°d, von 3 tzarl (eB,