Ausgabe 
20.2.1898 Erstes Blatt
 
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schaffung der Lehrmittel den Famtlten könne zufrieden sein, wenn der Staat persönlichen Ausgaben auf sich nehme. Redner» antwortet Geh. StaatSrath Regierung dem Hause eine Vorlage

erhalten lasten, man nun erst einmal die Auf eine Frage de» v. Knorr, daß die

ganz bedeutende Staatsmittel für die Volksschulen verwendet worden, insbesondere für Ausbildung der Lehrer. Bon heute auf morgen laste sich die Sache nicht machen. Die Frage wüste emzehend geprüft werden. Bei der Durchführung wüßie die Einkommensteuer um mindesten» 50 pEt. erhöht werden. Auf dem beschrittenen Wege möge man ruhig weiter gehen. Für Ueberoahme der Kosten der Fortbilduog»schulen auf den Staat werde er eivtreten, da dieselben eine Ver­pflichtung de» Staate» feien. Eine Aufbesserung der Pensionen der alten vor 1890 peofiouirteo Lehrer, wie er beantragt, regt er nochmals an.

Ein von den Socialdemokraten und der Reformpartei eingrbrachter Initiativantrag auf Uebernahme der Volks- sch ul ko st en auf den Staat wird noch zur Kenntniß gebracht.

Damit wird die Sitzung um i/i2 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung TamStag.

sichten über die richtige Vorbildung der Lehrer aach noch auseinander, so dürfe die Regierung doch nicht warten, 6t» die» anders fei. Ja Betreff de» UaiverfilätSstudtumS der Lehrer fordere er, daß solche, die da» zweite Examen be­standen haben, ohne etu wettere» Examen die Hochschule be­suchen dürsen. Geh. Oberschulrath Eisen Huth betont, daß den Theologen, welchen die Schulaufsicht übertragen wurde, die» zu Theil wurde, nicht weil sie Theologen seien, sondern weil sie reiche pädagogische Erfahrungen besitzen. Betrachte man z. B. den KreiSschulinspector in Offenbach, der früher selbst VolkSschullehrer war. Man müsse bedenken, daß e» nur eine einzige Pädagogik gebe, eine Selbstüber­hebung sei die Behauptung, als gebe eS nur etae Volks- schulpädagogik und feien die anderen bloße Ignoranten. Abg. Friedrich glaubt, darüber sei man einig, daß die Präparanden Anstalten nicht die richtigen VorbilduogSinstttute seien. Hier dürfe man einmal etwas Anderes probiren. Richtig fei, daß die Pädagogik eine sei, in erster Linie sollte die Regierung aber befähigte Männer au» BolkSschul- lehrerkreisen zur Schulaufsicht zulaffrn. Die Möglichkeit deS UllioerfitätsstudiumS sei den VolkSschullehrer« thuulichft zu gewähren. Abg. David gibt zu, daß die wissenschaftliche Pädagogik nur eine sei, die pädagogische Praxis bet den höheren und den Volksschulen sei jedoch eine verschiedene, die» verdiene Beachtung. Berichterstatter Ulrich vertritt den Strich deS Dispositionsfonds, da mau deren Verwendung nicht cootroltren könne. Halte die Regierung eine Gehalts­erhöhung für oöthig, so wöge sie dem Hause darüber Vor­lage machen. Bet der Abstimmung wird der ganze Titel ohne Strich genehmigt.

Zum EapttelLehrer-Präparavden-Anstälten" beantragt der AuS>chuß, die geforderten 26933 Mk. zu be- | wtlltgeo. Dies wird beschlossen, ebenso bewilligt da» Hau» l 69840 Mk. fürKret»-Schul Inspektoren". Für Volksschulen" wird dte Bewilligung der geforderten 1401200 Mk. beantragt. Abg. Davtd verlangt, daß der Staat dte Gesammt-VolkSschullasten zu tragen habe. Da« ErztehungSwesev fei von allgemeinem Jatereffe. Eine kleine Schule sei verhältnißmähig theurer, wie eine große, dadurch würden kleine Gemeinden am meisten belaft-t. Dte Be- I schaffung der Lehrmittel (Bücher, Hefte rc.) mache manchen I Eltern große Schwierigkeiten, daher habe dieselbe durch I den Staat zu erfolgen. Ja der Schweiz habe sich dies durchaus bewährt. Der Lehrplan für dte Volksschulen I müsse im Interesse der Landwtrthschafr erweitert werden. I Sehr gut seien dte in Frankreich eingeführten Schulgärten. I Abg. Heidenretch verlangt die Uebernahme der Kosten I der Volksschule auf den Staat al» im Interesse der au»- I gleichenden Gerechtigkeit gelegen. Wohl sehe man, daß viele Gemeinden für SchuihauSbauten Unterstützungen beziehen, e» I gebe aber gewiß viele, wo die Verhältnisse gerade so liegen, I ohne daß diese Etwa« erhalten. Dte Frage der Uebernahme I auch der Lehrmittel sei nicht so brennend, wie diejenige der I Uebernahme der persönlichen Lasten. In der Errichtung er- I weiterter Volksschulen zeige dte Regierung ein erfreuliche» I Entgegenkommen. Abg. Schönberger will dte Be-

_ machen werde wegen Uebernahme der perjönltchen Kosten der Fortbildungsschulen auf den Staat, sobald es feststehe, daß dte finanzielle Lage dte» gestörte. Abg. Wetdner tst über diese Antwort

rben so wenig befriedigt, wie über die zwei Gedankenstriche, dte fich an der Stelle der Fortbildungsschulen tm Ausschuß­bericht befinden. Dte Frage set so lange angeregt, daß dte Uebernahme der 145000 Mk. bereit» hätte erfolgen können. Bet der Uebernahme der allgemeinen Kosten der Volksschule würden viele Gemeinden seine» Wahlkreise» zwar nicht gut fahren, trotzdem trete er für diese auf Grund der au»- gleichenden Gerechtigkeit etu. Zu bedauern set, daß man vor­nehmlich gewisse Gemeinden zu Strafversetzungen auswähle. Auch für den Lehrer, der Neigung zu Ausschreitungen zeige, würde es besser fein, wenn man denselben au dte Sette eine» älteren, ihn überwachenden Lehrer» setze, statt tu ein kleine» abgelegenes Dörfchen. Abg. Schmitt tst sammt seiner Partei ein princ pieller Gegner der Uebernahme der Volks- schullasten auf den Staat. Auch gegen eine Uebernahme der persönlichen Kosten werde er stimmen, da Rheinhessen zu große Nachthetle hierdurch haben werde und da» drei- bis vierfache des jetzigen Srruerbetrag» daun aufbrtogen müsse. Gegen Uebernahme der Kosten der Fortbildungsschulen auf den Staat habe er Nichts etnzuwenden und wünscht, daß den vor 1890 penstontrtrn Lehrern ihre Pension erhöht werde. Adg. Pitt Han will dte Uebernahme der Kosten der akademisch gebildeten Lehrer an den höheren Bürgerschulen auf den Staat durchgesührt haben. Geh. Oberschulrath Soldau erklärt, daß diese» nicht angängig sei und werde einen Kosten­aufwand bet 28 solcher Anstalten von 49 600 W. ausmachen.

Eldg. Iöckel betont, daß dte Sache doch thrr großen Schwierigkeiten habe und dte Au»sührung nicht leicht set. Seiner Ansicht nach set e» überhaupt undurchführbarj denn e» gäbe eine ganze Reihe von Gemeinden, welche einen Schul­fond hätte, womit fie die Schullasten decken. Diesen Fond könne man doch nicht kurzer Haud confiSctren. Er ist ein Gegner der Uebernahme der Schullasten aus den Staat und wünscht noch eine Aufbesserung der Lehrerpenfiouen. Ein Antrag von ihm und Dr. Schröder set bt» jetzt noch nicht berücksichtigt. Dte Regierung möge doch den wenigen alten Lehrern da» gewähren, wa» ihnen gebühre. Abg.Schröder betont, daß dieser Gegenstand schon auf dem 28. Landtag erörtert worden sei. Er stellt dabet fest, daß dte damals ermittelten Gesammtkosten sürdteBolkSschulen für persönlichen, sachlicheAuS gaben auf ca. 8 Millionen festgestellt worden seien. Bis sitztseten

Abg. David hält die Bedenken wegen ungenügenden! Avancement» der Lehrer ausrecht. Die theologische Aus­bildung sei nicht zur Schulaufsicht geeignet. Gehen die Sn- |

Deutsche» Reich.

Darmstadt, 18. Februar. Dte Erbprtuzesstn von I Hohenlohe-Langenburg tst zum Besuche der Groß- I Herzogin hier etngetroffen.

Berlin, 18. Februar. Da» Beiletdtelegramm I de« Kaisers an den Präsidenten der Vereinigten ! Staaten von Amerika lautet in der Übersetzung I folgendermaßen:

An den Prästdeuten der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Gestatten Sie mir, Ihnen und Ihrem Lande I mein aufrichtigste» Beileid an dem schrecklichen Verluste derMaine" und dem Tode so vi^er braver Offiziere und Mannschaften Ihrer Marine auszusprechen. Wilhelm, L R."

Hierauf ist ap» Washington folgendes Antworttele- I gramm eingelaufen:

S. M. Kaiser und König Wilhelm, Berlin. Al» Wortführer der tiefen Trauer eine» schwer betroffenen Volke» nehme ich dankerfüllt Kenntniß von Ew. Majestät Betleidbotschast. William Me. Ktuleh."

Der StaatSsrcretär de» Reich»marineamtS, Coutre- I admiral Tirpitz, hat den zu der deutschen Botschaft in Washington commaudirten Premierlieutenant Grafen Götzen telegraphisch ersucht, dem Marioesecretär der Vereinigten Staaten da» Beileid der deutschen Marine au dem nationalen Unglück auszusprechen. Gleichzeitig hat er einen Seeoffizier beauftragt, auf der amerikanischen Botschaft in Beilin seiner und der Marine Theilnahme an dem Unglück Ausdruck zu geben.

Berlin, 18. Februar. Die von verschiedenen Blättern gebrachte Mittheilung au» Kiaotschau, wonach eine mehr­wöchentliche Expedition in da» Innere von Schau- tung stattgefunden Haden sollte, stellt dieNordd. Allgew. Ztg." dahin richtig, daß ein Theil deö deutschen Landung»- CorpS Ende November einen Marsch in da- von un» besetzte Gebiet unternommen und dabei auf Ansuchen der chinefischeu Bauern eine Verfolgung der die Dörfer plündernden Maro- I deure eiugeleitet harte. Diese leisteten Widerstand, worauf I die Marlnemannschaften Feuer gaben und die Marodeure unter Hinterlassung von drei Todten und vier Verwundeten I über dte Grenze trieben. Aus deutscher Seite war kein I Verlust zu verzeichnen. Im Uebrigen wurde der Marsch, I der auch den Zweck hatte, den Eindruck von der erfolgten I Besetzung auf die Bevölkerung nachhaltiger zu machen, in I wenigen Tagen ohne weiteren Vorfall beendet.

Kiel, 18. Februar. Der Kaiser reist zur Rekruten- I befichttgung am 25. Februar nach Wilhelmshaven. Da» I Manöver.Geschwader kommt Anfang März nach Kiel. I

BreSlan, 18. Februar. Der Oberpräfident verweigerte I die Genehmigung zu einer Sammlung unter der hiisigen I Studentenschaft zu Gunsten ihrer österreichischen Eom- I Millionen. Frkf. Ztg.

Braunschweig, 18. Februar. DerBraunfchw. LandeSztg." I zufolge ist dem Landtage eine Vorlage zugegaugev, worin I 780000 Mk. für Arbeiterfamtlienwohnungeu auf I den Domänen gefordert werden.

Hamburg, 18. Februar. Dte Altonaer Schlächter- Innung richtete eine Petition an den Bundesrath und den I Reichskanzler, in der fie auf Grund der gemachten Erfahr- ungen darum ersucht, weitere Maßregeln behufs Verschärfung de» Einfuhrverbot» von lebendem Schlachtvieh zu verhindern. Frkf. Ztg.

Bochum, 17. Februar. Die Zeche Carolinenglück liegt 20 Minuten von Bochum bet Hamme. Die Erschüt- terung der Explosion der schlagenden Wetter war so heftig, daß die Häuser in der Nachbarschaft wankten. Eine gewaltige Rauchsäule stieg alsbald auö dem Schacht empor. Unter Leitung dr« Obersteigers Koch wurden die RrltungS- I arbeiten bald begonnen. Dte Bergleute der genannten sowie I der benachbarten Zechen eilten zur Hülseletstung herbei. Aber dte Arbeit wurde durch den giftigen Schwaden und weil dte vierte und fünfte Sohle in Flammen stand, sehr schwierig. RachmitragS gegen 5 Uhr betrug die Zahl der heraufge- brach:en Todten 58, eine Stunde später 63. Etwa dreißig I Bergleute befanden sich um diese Zeit noch in der Grube, I die leider nahezu mit Sicherheit al« tobt gelten müssen, so- I daß die Zahl der Getödteten an 100 betragen dürfte. Die I Acrzte Dr. Schmitz au« Hamme, Medicivalrath und Kreis- phhflcur Dr. Tenholt und Professor Dr. Löbker au» Bochum, der Leiter des Bergmannsheil waren alsbald zur Stelle. Außerdem waren auf der Unglücksstätte: Landrath Spude, I Staatsanwalt Gerbaulet, Amtmann Höltje, unter Andern dte I Gkistitchkett beider Coufesfiourn und eine Anzahl barmherziger Schwestern. Im BergmaonShetm find 29 Verletzte, von denen bereits mehrere gestorben find, unterzebracht. Dem katholischen und evangelischen Krankenhause find ebenfalls eine Anzahl verletzter überwiesen. Die Leichen, welche in einem Schuppen auf Stroh aufgebahrt wurden, find meist zur Unkenntlichkeit verstümmelt oder verbrannt, von der Rettungsmannschaft find mehrere, darunter Obersteiger Klee- '

Cocalet un- provinjicUe».

Sieben, den 19. Februar 1898.

* Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgft geruht, am 7. Februar der Gemeindehebawme Margarethe Gräf in Alb,g die Silberne Medaille des LudewigS-Orden« zu verleihen.

Parlamentarisches. Die Einwohner der Gemeinde Bellersheim haben bei der Zweiten Sammer die Um- Snderung der Benennung der Station .Obbornhofen-BellerS» heim- inBeller-Heim-Obbornhofen" beantragt. Sie weisen dabei besonders auf den Umstand hin, daß dte Statton auf BellerSheimer Gemarkung und auch näher am Orte liegt al« Obbornhofen, ferner auf den größeren Per- fönen- und Güterverkehr au« Bellersheim.

Ctadtthrater. Auf die Montag den 21. er. statt- findende Aufführung von Roderich Beuebix vieracttgem Lust­spielDa» bemooste Haupt" zum Benefiz de» Regisseur» Herrn Georg Frttzschler sei hiermit nochmal» aufmerksam gemacht.

e* Vorträge von Professor Dr. Sauer. Der fünfte und letzte, Mittwoch den 23. Februar statifindende Vortrag soll die Entwickelung griechischer Cultur und Kunst von der mykenischen bi» zur römischen Epoche noch einmal im Zu- sammendang schildern, indem er die Wandlungen Athen» und seiner Akropolt« an der Hand der so überaus reichen neue« en Funde erläutert.

Der Haus- und Grundbrsitzervereiu deabfichttgt, wie wir hören, in nächster Zett eine Generalversammlung obzu- halteu, in welcher die seither gilttgtn Statuten einer Ab- änberung unterzogen werden tollen und woselbst u. A. der Beitritt de« Verein» zu demCentralverband der städtischen Hau»- und Grundbefitzer Deutschland»" berathen werden wird. Die Versammlung findet vorauSfichtlich Ende nächster Woche statt.

* Der Parteitag de» Vezirkßverbaade» der freisinnige« BolkSpartei für Oberhesseu findet, wie bereit» berichtet, am Sonntag den 27. Februar 1898 im Saa'e des Turnverein» zu Schotten statt. Die Versammlung der Vertrauens­männer beginnt um 10»/, Uhr vormittag» mit folgender Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht de» Vorstände«. 2. Berichterstattung au« den drei oberhesfischen Wahlkreisen und Nominirung der Candidaten. 3. Wahl de» Vorstände» pro 1898. 4. Abänderung be» Statut» zu I. 5. Be-

fp"Äung politischer TageSfragen nnb Parteiangelegenhetien. Zu der uw 3 Uhr Nachmittag« stattfiadeuden öffentlichen Versammlung im Saale deS Turnverein», in welcher Hrrr Reich«tag»abgeordneter Dr. Müller-Sagan sprechen wird, hat jeder ReichstagSwähler Zutritt.

Die Bavk für Eüddeutfchland setzte gestern den WechieldiScont auf 3 pEt., den Zinsfuß für Lombarddarlehen auf 3Vt und 4 pCt. herab.

Befihwechfel. Da« dem Herrn Loui« Frobnbänser, MäuSburg, gehörige Hau» ging zum Preise von 66,500 Mk. in Besitz bt» Herrn Heinrich Noll, Schreibmaterialien- haublung, und da« Herrn I. Abraham, Schulstroß- 9, ge­hörige HauS, zum Preise von 23,000 Mk. in den Besitz be» Herrn Louis Frohohäuser über.

| mann von Zeche Hanvibal, der zur Hülfeleistnng erschiene» t war, mehr oder weniger schwer verletzt. Oberbergrath v. Sodbe fuhr wiederholt mit ein. Dte Zerstörung der Strecken soll eine bedeutende sein, viele Gänge find voll- I ständig verschüttet. Auch sämmtliche Pferde, die in der Grube waren, sind erstickt ober verbrannt. Ueber bie Ursachen be» Unglücks erfährt man schwerlich etwa» Genaue«, ba Diejenigen, welche Aufschluß geben könnten, getvdtet find.Carolirren- glück" war in Bergarbeiterkreisen als Wetterlvch bekannt. Man ist beShalb vielfach ber Ansicht, bie Wetterführung habe plötzlich versagt. Da« Unglück ereignete fich kurz nach dem Schichtwechsel. Die RettungSarbeiten wurden mit Todes­verachtung unternommen und auch in der verflossenen Nacht, obschon fast au«ficht»lo«, fortgesetzt.

AusU»»-.

Wien. 18. Februar. Nach derN. Fr. Pr." fand zwischen dem Prinzen Philipp von Soburg, Over- lieutenant be« 13. Ulanenregiments, und Geza u. Mattachich- Keglevich ein Duell unter besonder» schweren Beding- [ ungen statt, zuerst auf Pistolen, dann mit Säbeln. Der i Rompf endete mit der Verwundung de» Prinzen von Coburg am rechten Arm. Die Verwundung ist nicht unerheblich.

Wien, 18. Februar. In der Augnstinerkkrche wurde heute anläßlich de» Jahrestage» de» Tode» be» Erzherzog» Albrecht ein feierliche« Requiem abgehalten. Der beutsche Militärattache G>as Moltke legte im Namen he» Grenadier Regiment« König Friebrich Wilhelm I einen pracht­vollen Kranz in ber Kapuzinergruft nieber.

Budapest. 18. Februar. Au» dem Szabolser und Zem- pliuer Comitate laufen über die Bauernbewegung be­ruhigende Nachrichten ein, sodaß die Verhängung deS Stand- rechte» überflüsfig werden dürfte.

Pari», 18. Februar. Während ber Unterbrechung ber Sitzung im Zola-Pr oce ß faub in ber Galerie Harletz fünf Minten lang eine große Kunbgebung zu Ehren Pell'eux statt. Eine Menge von Abvocaten unb anderen Personetr umringte den General und tief begeistert:Es lebe die Armee!" Pellievx, sehr bewegt, antwortete auf die Kund- gebung:Ich kann nur entgegnen mit dem Rufe: E» lrbe Frankreich!" Ein Individuum, da» rief:Es lebe Zola!* wurde mißhandelt und gezwungen, sich in den Zeugensaal zurückzuziehen. Ein weiterer Zwischenfall ereignete fich zwischet, einem Polizeicommiffär und dem Herzog von Montebello, ber rief:E« lebe bie Armee!" Der Commiffär sagte ihm, er möge gehen unb draußen manifestiren, worauf der Herzog entgegnete: Niemand wird mich daran hindern, meiner Er­regung und Entrüstung Ausdruck zu geben, wie ich e» für gut halte.

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