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bet „3rene" ausgenommen worden, die entsandt war, deutsches Leben und Eigenthu« inmitten der spanisch.amerikanischen Striegln»irren ans den Philippinen zu schützen. Wahrscheinlich wird die kleine Deutsche ans den Namen Irene getauft werden, wie da- sonst bei Kauffahrteischiffen der Fall Ist, deren Namen die Sinder zu erhalten pflegen, die darauf geboren find.
• Sine nent neufundlandifche Dreieentß Kreimarke trägt ein recht gutes Bildmß der Prinzessin von Wales. ES ist das erste Mal, daß die Gemahlin des Thronerben auf einer Freimarke zur Anschauung gebracht worden ist. Die neue Marke gehört zu einer Serie von Portraitmarken der Kolonie Neufundland. Die ersten beiden dieser Markenreihe erschienen im letzten November: 1 Cent mit dem Bildnisse der Königin und 2 Cents mit dem des Prinzen von Wales. Nachdem nun 8 Cents mit der Prinzesfin von Wales anS» gegeben worden, kommt demnächst V« Cent mit dem Blondkopf des kleinen Prinzen Eduard von Uork, des Urenkels der Königin und künftigen Erben der Krone in birecter Linie, an die Reihe und gegen Ende des Jahres soll dann die 5 Centsmarke mit dem Bildniffe des HrrzogS von Port, des Vaters dieses Kleinen, erscheinen.
• Australische Advocateurechunugeu. Der „Voss. Ztg." wird auS Adelaide geschrieben: Wie faul bei unS, im Lande der „goldenen Freiheit", so manche Dinge find, zeigen einige Proceffe, die gegenwärtig die Oeffentlichkeit lebhaft beschäftigen. Wenn der norddeutsche Bauer sagt: „ApthekerS, Dokters und Avkaten, de fallt mi tofreben laten!" fo mögen ihn wohl besondere Erfahrungen dazu veranlaßt haben, — was würde er erst fügen, wenn er die „Avkaten" hier zu Lande kennen lernen würde. Einige Beispiele: In der Unter- haußfitzung vom 28. Juni 'heilte der Justizminister von NeuiüdwaleS auf eine Anfrage mit, daß ein bestimmter Proceß (die Mc. Herrh'sche vergleichungsfache) während ver- hältnißmäßig kurzer Zett die hübsche Summe von 665 960 Mk. Gerichtskosten verursachte, wovon der Anwalt Mr. Bruee Smith 164 020 Mk. erhalten habe. Weiter: Vor anderthalb Jahren stellte eines unserer ersten Handelshäuser, Harold Brothers, seine Zahlungen ein und suchte den Schutz des JnsolventgerichtS nach. Daß war ein gefundener Braten für die Herren Advokaten. Die jüngst stattgefundenen Gerichts. Verhandlungen zeigten, wie die Angelegenheit von den acht Anwälten, die sich der Sache „angenommen", ungebührlich in die Länge gezogen und dann eine Kostenrechnung von 200 000 Mk. eingereicht worden war. DaS war denn doch dem Jufolvenzrichter zu stark- trotz des energischen Widerspruchs der Anwälte ging er an das Obergericht und setzte es durch, daß große Striche durch jene Rechnungen gemacht unb bie Forderungen auf etwa ein Fünftel ermäßigt wurden, womit fich die Herren denn auch zufrieden erklären mußten. DaS Schönste an der Sache aber ist, daß fich unter diesen Blutsaugern auch Herr Kingston befand, unser Oberstaats
anwalt und Premierminister, und er war es, der am lautesten „über Verletzung seiner persönlichen Jntereffen" jammerte. Dabei bezieht genannter Herr als Inhaber jener Staats« ämter rund 60 000 Mk. jährlich! Die Krone von allem aber ist eine Anwaltsrechnung, die der Melbourner „Argus" zu veröffentlichen in der Lage ist- fie lautet wörtlich (mit ^Übertragung der Summen in deutsches Geld): „Machte mich als Attorney mit den Einzelheiten des Falles bekannt — 88 Mk.- setzte den Auftrag an mich auf unb hänbigte mir benfelben ein — Mk. 26.40- hatte eine Zusammenkunft mit bem Zeugen, notirte seine Aussage, laS diese sorgfältig bnrch unb buchte darüber nach — 110 Mk. - entwarf eine Zusammenstellung dieser Aussage für meine Instruction als Barrister — 122 Mk.- wohnte der CommisfionSfitzuvg in doppelter Eigenschaft bei al- Solicitor unb Barrister, je 110 Mk. — 220 Mk. Eine ber angesehensten hiefigen Zeitungen bemerkt bazu: Wie oft hört man die „Freiheit" rühmen, deren fich die Völker unter englischem Scepter erfreuen, im Gegensätze zu anderen unter Priester», Militärherrschaft und sonstigen Tyrannen seufzenden Nationen- find wir mit der bestehenden Advokutenwirthschaft etwa beffer dran? Nicht nm ein Haar!
* Zm März 1866. Man weiß, wie schlau fich Bismarck als Diplomat zu helfen wußte- um ein Geheimniß beffer zu hüten, hing er eS an die große Glocke- um die Leute recht heillos zu verwirren, enthüllte er ihnen Alles. Er log fie, wie er sagte, mit ber Wahrheit an. Als preußischer Ministerpräsident speiste er im März 1866 beim sächsischen Gesandten in Berlin, und Gräfin Hohenthal, die Gemahlin des Gesandten, überraschte ihn im Lause der Unterhaltung mit der Frage: „Ist eS wirklich wahr, Excellenz, daß Sie Oesterreich bekriegen und Sachsen erobern wollen?" Man denke fich einen Diplomaten der sogenannten alten Schule Angesichts einer solchen Fragerin. Er zerflöffe in Bethener- ungen seines FriedenSeiferS und empörte sich über derartige wahnwitzige Gerüchte. Bismarck hingegen antwortete ungemein freundlich: „Ganz gewiß ist das wahr, theuerste Gräfin- vom ersten Tage meines Ministeriums an habe ich keinen anderen Gedanken gehabt." Lachend fragte noch die Gräfin, ob fie fich in diesem Falle auf ihr Gut nach Böhmen ober auf ihr Schloß bei Leipzig flüchten solle, unb lachend rieth ihr BiSmarck zu Leipzig: „Wenn Sie mir glauben wollen, reisen Sie nicht nach Böhmen- eben dort, und wenn ich nicht irre, gerade in der Nähe Ihres Gute», werden wir mit den Oesterreichern den Hauptkampf auSfechten- Sie könnten dort Schreckliches erleben!"
♦ Er macht» „wie be Preiße"! Eine Bismarck- Erinnerung wirb ber „Klemen Preffe" aus Mainz mit» getheilt. Beim AuSmarfch ber Truppen im Jahre 1870 befand fich bekanntlich das Hauptquartier des Königs von Preußen auch einige Tage in Mainz. Der damalige Bundes« kanzler Graf BiSmarck war in der Villa Kupferberg ab
gestiegen. Am Morgen nach ber Ankunft wollte er fich rafhen lassen unb hierzu würbe ber banal* in ber Saustraße, jetzt in der Augustinerstraße wohnende Barbier Philipp Ervst gerufen. Als ber Mann beim Grafen eintrat, war dieser, feine lange Pfeife rauchend, mit dem Durchsetzen von Einläufen beschäftigt, erhob fich jedoch sofort, stellte feine Pfeife weg, trat auf den bescheiden an der Thüre stehenden Bari- künstler zu, sah ihm fest in die Augen und sagte in seiner lakonischen Weise „Rasiren", wobei er fich auch schon auf einen Fauteuil niederließ und selbst die Serviette umbanb. Ohne ein Wort zu sprechen, vollendete Ernst seine Arbeit und wurde mit dem Zorns „Morgen wieder'." entlaßen. ®o ging eS Tag für Tag, bis baß Hauptquartier aufbrach. Am letzten Morgen fragte BiSmarck feinen Barbier scherzhaft: „Sie nehmen doch auch preußisches Geld alSßZahlung," worauf ber schlagfertige Ernst tm echten rhelnhesflschen Dialekt erwiderte: „Gewiß Excellenz, mir geht» in ber Beziehung wie be Preiße, ich nemme, waS ich krieche kann.„ Mit bem Finger brohenb, aber babei herzlich lachend, geb ihm ber Bundeskanzler fech» Thaler für feine Mühewaltung.
• Eine hübsche Anekdote wird vom österreichischen Kaiser erzählt. Derselbe erschien vor einigen Wochen un- angemeldet in der Cadettenschule der Wiener Neustadt. Er betrat eine Klasse, in der gerade unterrichtet wurde und nahm lebhaften Antheil an den Fortschritten der Zöglinge. In der Eile hatte er feine sederngeschmückte Kopfbedeckung auf die vorderste Bank gelegt, da bemerkte er plötzlich, wie der vor dem Hut sitzende Cadett ganz verstohlen eine der grünen Federn nach der anderen abrupfte und sie feinem Nachbar gab, der sie wiederum weiter reichte. Höchlichst amüfirt rief der Kaiser: „Nun hort aber auf, Jungen»! Wenn Ihr mich denn durchaus meiner Federn berauben müßt, so will ich sie lieber selbst unter Euch verthellen!" Mit Hurrahrusm wurden diese Worte aufgenommen und nun folgte die eigenhändige Austheilung sämmtlicher fo sehr begehrten Federn durch den Kaiser selbst.
Kalte Speisen bei heißem Wetter.
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6. Hennebergs Selden-Fabriken (k.u.k.wofi.), Zürich.
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen
Garteirftraste 2.
Angebot der Arbeitnehmer r 1 jüngerer Buchbinder, 1 Spengler, 1 Jn- "TtaUateut, 1 Schneider, 1 Bauschreiner, 2 Taglöhner, 1 Kutscher, 1 Kistenmacher, 1 Lagerarbeiter, 1 Waschfrau, 1 Putzfrau, 1 Büglerin, 1 Flickfrau, 1 Bureaugehülfe.
Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Drechsler, 2 Spengler, 1 Installateur, 2—3 jung. Gerber, 1 tücbt. Glaser, 3—4 Weißbinder bei gutem Lohne, 2 tüchtige Bauschlosser, 1 jüngerer Schmied, 2 Schuhmacher, 3 Bauschreiner, 4 Taglöhner, 1 HauSbürschchen, 3 Dienstmädchen, 4 Laussrauen.
Bekanntmachung,
betreffend: Die Vergebung der „Commerzieurath Heichelheim- Stiftung".
Aus rubriclrter Stiftung haben am 1. November l. Js. 1444 Mk. ?ur Vertheilung zu gelangen. Nach § 3 der Stistungßurkunde können jur Bewerbung um die Gaben nur zugelassen werden:
a) Personen, welche während des Feldzuges 1870/71 im Militär« Verhältnis gestanden haben.
b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, daß diese sub a und b bezeichneten Bewerber einer derartigen Unterstützung bedürftig und würdig find und daß dieselben von der Zeit der Bewerbung rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre in Gießen ununterbrochen gewohnt haben.
Die Bewerber werden hierdurch aufgefordert, sich biS zum 30. September I. IS. bei Großh. Bürgermeisterei Gießen schriftlich oder zu Protocoll anzumelden und ihre Qualification zum Bezüge der Unterstützung näher zu begründen und zu belegen.
Gießen, den 15. August 1898.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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