seine geschändete Mutter und Schwester. Dann erscheint ihm fein Vater und er, noch Kind, steht ihm bei seinem Zorn »nd seiner Rache bei. Er sieht noch die weite, klaffende Falle, welche sich nach dem Fluffe öffnet, und das große, mit Eisen bereiste Rad der Mühle, welches mit schrecklichen Lauten die Blücherhusaren zerstückt. Ec sieht sich selbst wieder in dem Kirchthurm de- Dorfes und an den gleich Reptilien springenden Seilen ziehend, die Glocken sich mit Wahnsinn hin und her bewegen, damit sie die Dorf- und Bergbewohner zum Kampfe der Rache und der Freiheit rufen.
Das ist stärker wie eine Erinnerung, da ist mehr als eine Vision- das ist die Auferstehung von Allem, ein Vergangenes, das sich mit dem Gegenwärtigen mischt und an ferne Stelle tritt.
Der Geist des Greises verwirrt sich immer mehr und mehr. Plötzlich erhellt sich sein Gesicht, er erhebt seine vlutrgen Hände und mit glänzendem Blick sagt er zu seinen Söhnen: Geht, steigt schnell auf den Kirchthurm, damit die Sturmglocke zürne, unsere wachsamen Glocken rufen, zanken, mohen, daß Alles sich erhebe, daß Alle» auf und bewaffnet
Und während fein Ohr eingebildeten Tönen lauscht, ruft er in die Hände klatschend: „So ist'» recht, so muß man teben! Höher, schneller, stärker!"
Bravo Pierre, bravo Marie, bravo Antoine! Tapfer ihr alten Glocken, springt, schreit, zürnt, daß man von Dorf zu Dorf, von Flecken zu Flecken eure eherne Stimme hört.
Erschöpft hält er inne. Da mitten im Schweigen der Rächt, antwortet dumpfe» Geräusch dem alten Soldaten.
6» ist die Kanonade von Bapaume.
Verl«, 16. SRbI.
artigem Ausdruck kam
indem sich auf seine« Nome»
Verstsche» Neiich
V
«erlia, 17. Mai. Mit der Militärstr afproeeß- orduuug hat sich auch das Mil. Wochenblatt" in seiner letzten Nummer beschäftigt. Das Blatt kommt nach ein- geaeuder Würdigung des Gesetzes zu dem folgenden Schluß:
es sein, den Eredit des Landes wieder zu heben und die Abgaben zu vermindero, die ein übertriebene» Schutzzollsystem in die Höhe getrieben hat. Um dieses Programm zu verwirklichen, hat er seine gegenwärtige Reise angetreten, auf der er mit den leitenden Ministern der Staaten Fühlung nehmen will, die wirthschaftliche oder finanzielle Beziehungen mit Brasilien angeknüpft haben. Campo- SalleS ist ein Mann von 52 Jahren, bereits ergraut und ein wenig cor* puleut, hat indessen von der ihm eigenen Energie und Kraft auch in seiner äußeren Erscheinung noch nicht- eingebüßt.
Berlin, 16. Mai. Bon den aus der französischen KriegSkosteuentschädigung (5 Milliarden Mark) ge* bildeten ReichsfondS ist der Reichs EtsenbahnbaufoudS bereitS aufgebraucht. Der RetchS-FestungSbaufondS ist gleichfalls verwendet und erscheint nur noch regelmäßig insofern in dem Rechnungswesen des Reichs, als unter den sonstigen außerordentlichen DeckungSmitteln bet den Einnahmen in den einzelnen Etats stets Summen augesetzt werden, welche RÜck< erstattuugeu auf die aus dem Reichs-FestungSbaufondS geleisteten Vorschüsse darftellen. Der dritte dieser Reichs- BaufoodS, der RetchStagSgebäude-FoodS, hatte Ende März 1898 noch einen Bestand von 637 400 Mark aufzuweisen. Diese Summe ist von einem Bestände von 5809800 Mark
Eine Eingabe von Laudwirthen deS Schlitzer Lande-, die Fleischbeschau im städtischen Schlachthof zu Gießen betreffend, wird nach längerer Debatte für erledigt erklärt.
Nunmehr erfolgt die Berathung der Rückäußeruugen der Ersten Kammer zum Staatsbudget 1897/1900. Da- Haus bleibt bet feinen früheren Beschlüssen und tritt »ur der Erhöhung der Pstegegeldsätze im Lande-Hospital Hofheim nach dem Antrag der Regierung, dem Beschluß der Ersten Kammer, bei. Nach Erledigung einiger weiterer Kapitel wird die Sitzung um 1 Uhr geschlossen. Morgen früh 9 Uhr Sitzung.
Abgeordnetenhauses beging gestern den sogeianuteu
SeyffardtStag -
Vereinigung der im bürgerlichen Strafverfahren allgemein anerkannten zeitgemäßen Rechtsgrundsätze und der bewährten Einrichtungen des altpreußischen MilitärstrasverfahreuS. Wir halten ihn aber auch für durchaus geeignet, den im Interesse der militärischen Dt-ctpltu au die militärische Rechtspflege unabweisbar zu stellenden Anforderungen zu genügen. Er sichert die Rechtseinheit innerhalb des deutschen Heeres, er bietet volle Gewähr gegen Gefährdungen der militärischen DiSctplin und gestattet, daß bet dem raschen mündlichen Verfahren die Strafe der That alsbald auf dem Fuße folgt. Die Armee wird sich mit dem neuen Militärstrafverfahren rasch befreuudeu und die Bortheile, welche es für die Wahrung und Förderung der DiSctplin bietet, dankbar anerkennen."
Univerfitäts - Nachrichten.
— Prioatdocent Dr. Puntschart ist zum außerordentlichen Professor deS deutschen Rechts und der österreichischen R^chßaeschichte an der Universität in Innsbruck und Prioatdocent Dr. Karl Kleckt zum außerordentlichen Professor der allgemeinen und experimentellen Pathologie an der Universität in Krakau ernannt worden.
Arrstarr-.
vrastlten. Der neue Präsident von Brasilien CampoS SalleS, der gegenwärtig auf einer Reise durch die alte Welt in Frankreich weilt, hat sich schon in verschiedenen Stellungen als ein VerwaltungSgenie ersten Ranges gezeigt. Unter dem Kaiserreich hielt er fich infolge seiner republikanischen Gesinnung vom Staatsdienste fern und ging lediglich seinem Berufe als Advocat und Großgrundbesitzer nach, obgleich ihm die Würde seiner Lebensführung und seine Characterfestigkeit die Achtung Don Pedros etotrugen. Nach dem Sturze des Kaiserreiches wurde er BundeSseuator und I
♦ Brief* und Telegraphen Geheimuiß. Dieser Tage erschoß fich in einem Gasthofe zu Trier eine junge Dame, nachdem fie auf der Post folgendes Telegramm au etneo Offizier in Metz aufgegeden hatte: „Ich erschieße mich heute Nacht im Hotel Venedig." In der Presse wurde darauf die Frage aufgeworfen, ob die Post nicht verpflichtet war, von dem Inhalt deS Telegramms ungesäumt dem Wirth und der Polizei Kenntniß zu geben. Auf diese Frage bemerkt -die „StaatSb. Ztg.", daß die Post zunächst verpflichtet ist, das Brief- und Telegramm-Gehrimniß zu hüten. In diese« Ausnahmefall wäre fie allerdings berechtigt gewesen, der Polizei Mittheilung von der Depesche zu wachen, nicht aber berechtigt, den betr. Gastwirth zu benachrichtigen. Außerdem hätte vielleicht die Annahme der Depesche verweigert werden können unter gleichzeitiger Anzeige an die Polizei. Sollten derartig eigenthümliche Fälle öfter Vorkommen, so würde jedenfalls die Dienstanweisung durch entjprechende Bestimmungen zu ergänzen sein.
* Eine Abnahme bei «lkoholverbrauchl tu Deutschland ist zu verzeichnen und zwar seit dem Erlaß deS neuen Bräunt- wetnsteuergesetzes vom Jahre 1887. Berechnet man den Alkoholverbrauch auf den Kopf der Bevölkerung, so ergibt fich, daß 1888/89 4,5 Liter verbraucht wurden, 1896/97 aber nur 4,4 Liter- gewiß sehr erfreulich!
Kriegs-Telegramme.
Ob Zeitung oder Extrablatt, ES wird noch fortgefabelt, So daß mau Grund zu sagen hat: „Gelogen wie gekabelt."
Hamb, ft-r'mdeobl.
I * Koblenz, 16. Mai. Innerhalb der letzten 14 Tage I o mr °aS vierpsündige sogenannte Oberländer -Brod um | 8 Pfennig aufgeschlagen, also per Pfund 2 Pfennig; I Ümr . sechspfündige Roggenbrod hat einen Aufschlag von I 7 Pfennig erfahren.
• Bamberg, 16. Mai. Stadtbaurath Lindner ließ einen Schnellzug überfahren. Ursache des Selbstmordes sind heftige Zeitungsangriffe, die gegen ihn wegen unlauterer Submissionsvergebungen erfolgt sind.
I • Der Deutsche Hilflvereiu iu Nizza (Prorector Seine Majestät der deutsche Kaiser, Ehrenpräfident Se. Durchlaucht Max Egon Fürst zu Fürsteuberg, Präsident Th. Steinbrück) hatte nach feinem 23 Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1897/98 in diesem 2238 05 Frei. Beiträge von Mitgliedern und Freunden des Vereins zu verzeichnen. Die CapitalS-
! Bilyuz weist ein Soll und Haben von 12826.10 Freß. auf. 3” letzten Geschäftsjahre wurden 1650.10 Frei, verausgabt und zwar für Retfeunrerstützungen 201.35 FrcS., für kleine Unterstützungen an 214 Personen 207.55 Frei., für besondere Hilfeleistungen 49.15 FrcS., in besonderen Fällen 319.80 FrcS., als Darlehen 90 FrcS., an Regiekosten 235.50 Frei. Der Verein gibt, in möglichster Vermeidung der Darreichung baareu Geldes, Speisekarten zu 50 Centimes und Schlafkarten zu 30 bis 50 Centimes aus- für die Aufnahme mittelloser, kranker Landsleute fubventiovirt er ein hiesiges Krankenhaus, um jederzeit zur Unterbringung von Kranken berechtigt zu sein.
e Ein verhaugnißvolleS Fahr für die deutschen Eisenbahnen und ihre Passagiere war, nach einer statistischen Ueberficht deS PatentbureauS von H.L W. Patakh in Berlin, das vergangene, 1897, und zwar zeichnete sich besonder- der November auf traurige Wrtse aus. In diesem Monat allein fanden 258 Etsenbahnnnfälle statt, darunter 28 Entgleisungen und 28 Zusammenstöße. Die Zahl der Opfer betrug 235, darunter 79 Getödtete.
* Daß Patentbureau von & W. Patakh in Berlin theilt ein im „American Druggift" veröffentlichtes Recept mit, um grau oder unansehnlich gewordenem Aluminium feine weiße Farbe wiederzugeben. Die betr. Gegenstände werden in folgender Mischung gewaschen: 30 Gr. Borax in 1000 Gr. Wasser aufgelöst mit einem Zusatz von wenigen Tropfen Ammoniak.
Die «atioualltberale Fractio« deS , t« April 1896 Präsident des Staates Sao Paulo mit ein «ie L \TciT~1 I Einstimmigkeit grenzenden Stimmenmehrheit. In diese«
nniafirHrfi r? * vereinigte sich, wie seit 18 Jahren k hohen Amte gab er der Verwaltung diese- gewaltigen
alljährlich, auf Einladung de- Abgeordneten Sehffardt zu i Territorium- höchst fruchtbare Anreaunaen Trotz der hkZ Wu ÜVlOtCl N°rd, welche-, gewürzt von [ finanziellen Krise in ganz Brasilien uud^er doppetten Baisse vielen vortrefflichen Reden, den schönsten Verlauf nahm. Der I der Curse und des Kaffees der fast das -inrta, 9and-s. rin* besondere Bedeutung durch den bevorstehenden I erzeugniß des Staates Sao Paulo ch litt der ^Wohlstand Abschied des liebenswürdigen Gastaebers von seiner parla- des Staates nicht wesentttch. Bedeutende öffent «entartscheu Thätigkeit. Herr Sehffardt wird nicht wieder wurden au-geführt, eine große Zahl Schulen eröffnet und
Abidtren. Die hohe Achtung und Werthschätzung, welche» umfanareiche Reformen unt»nomm?n. S^ü VerwattunaS^ Gemeinwodla^^tnSK^ ^segnete Thätigkeit im Dienste deS I talent trug SalleS batm auch eine außerordentliche Beliebt- Gemeinwohls, insbesondere in der natioualliberaleu Partei I heil ein, die bei den letzten ...
u-d fak« L°nd,°g,sr°ett°u allseitig errungen tat, tarn in artigem «Ü»bruckkam7it.d^ einerJR'iEit gemllthvoller Tischreden gegenwärtiger und srüherer I 410000 glimmen gegenüber SO000 gegnerischen tereinlaten giraclinu-eollegen de« Herrn Seyffardt zum dankbaren Sn«. Sein Regiernng.pragramm wird die
nicht an geistsprüt-nden Schlaglichtern die Braftlien eine gILckttche Bes.einn au«'' seinen gegen.' ans die politischen Tage«sragen und an Skizzen au« dem I wärtigen Schwierigkeiten wünschen. Seine erste Sora? wird parlamentarischen Familienleben voller köstlicher Laune und > - - et|tt mttö
bezichnugSvollem Humor. Wieder und wieder wurde die feste Zuversicht ausgesprochen, die werthvolle Kraft des Herrn Sehffardt auch nach seinem Ausscheiden au- dem Landtage der Partei erhalten zu wissen in der engen Fühlung mit der Ceutralleituug.
am Ende Februar 1874 übrig geblieben. Bekanntlich ist die Ausschmückung des Reich-tagSgebäudeS noch nicht vollendet, fodaß über die Aufhebung des Fonds noch nicht beschlossen L V’"' «‘«uv», uutt ms -ow । werden konnte. Man darf aber wohl annebmen. daß seine
waliung«behörden sehr ost die Schuld an den Verzögerungen Ausbrauchuug nahe bevorsteht. Weit dauerhaster al« diese Steuerzettel treffe, weil ihre Angaben Bausand« erweisen stch die beiden anderen/ gleich,all« aus ®atmRabt8nimmfeHe@*7ehthe6^bTE.1' ®,8,' S^l!I die obige Beranlaffang zurückzusührenden Reich«,oud«, der
Darmstadt nimmt die Stadtverwaltungen gegen diesen Vor- K-iegSschatz und der Jnvalideusouds. ~ wurs tn Schutz I f “ —
sitzender des Finanzausschusses bemerkt, man werde fich alle? Mühe geben, dieses zu ermöglichen. Bei der Masse des Materials werde es aber schwer halten, den Au-schußbericht so rechtzeitig fertig zu stellen, daß fich das Plenum in der nächsten Woche mit der Vorlage beschäftigen könne. —Berichterstatter Jöckel bestätigt diese Thatsache und betont, daß ein so wichtiges und kostspieliges Gesetz einer gründlichen Berathung und Leberleguug bedürfe. »Überstürzung schade der ganzen Vorlage, von einer ganzen Anzahl Abgeordneter wird gewünscht, daß die Berathungeu in nächster Woche iu Angriff genommen werden, was bei einigermaßen gutem Willen des Bureaus möglich sei. — Präsident HaaS er- klärt, was au ihm liege, thuu zu wollen. Die Drucklegung und die Vertheilung des Ausschußberichts werde er so beschleunigen, daß mit der Berathung deS Beamtengesetzes am nächsten Mittwoch begonnen werden könne. — Abg. Köhler- Darmstadt und Ulrich weifen auf die Nothwendigkeit hin, ; v"S Gesetz baldigst zu erledigeu. — Abg. Hirsch wird gegen das ganze Besoldungsgesetz stimmen, bevor nicht die Steuer- »form zur Erledigung gebracht sei. — Ein eiugebrachter Antrag des Abg. Wer uh er, die Berathung der BesoldungS- »form bis nach Pfingsten zu vertagen, wird von demselben wieder zurückgezogen. — Ministerialrath v. Krug bestreitet den Zusammenhang deS Besoldungsgesetzes mit d» Steuerreform. Für da» erstere seien bereits die Mittel mit 600 000 Mk. und darüber hinaus vorhanden. Die Steuerreform werde mit allen Kräften gefördert, insbesondere das vermögeussteuergesetz und das Wandergewerbegesetz seien bereits im Entwurf fertiggestellt. Beide Vorlagen würden augenblicklich im Finanzministerium berathen, und wenn das StaatSministerium fich darüber ausgesprochen habe, werde die Vorlage an die Kammer erfolgen.
Die Kammer geht sodanu zur Besprechung der Interpellation deS Abg. Köhler-Darmstadt, die Verlegung der Gemeindesteuerziele betr. Abg. Köhler begründet seine Interpellation, insbesondere die Unzuträglich, keiteu der bisherigen ErhebangSweise. — Geh. Obersteuerrath Bitte! erklärt Namens der Regierung, daß dieselbe die Absicht habe, fünf Steuerziele statt der bisherigen sechs einzu- führen. — Ministerialrath U fing er glaubt, daß die Ver- I
„ ---------. Der KriegSschatz, der
bekanntlich nur zu Ausgaben für Zwecke der Mobilmachung verwendet werden darf, ist iu seiner alten Höhe mit 120 Millionen Mark vorhanden. Der Jnvalideufond« hat allerdings beträchtlich abgeuommen, weist aber noch immer wett mehr als die Hälfte feine» früheren Bestandes auf.
Hannover, 15. Mai. Die Lage des Klein- und Zwischeuhaudels soll bekanntlich auf Anregung einer Commission der Vertreter verschiedener Handelskammern und anderer Körperschaften, die im December 1895 iu Braun- fätoeig getagt hat, zum Gegenstand eingehender Feststellungen gemacht werden nach Art der Untersuchungen deS Vereins für Sozialpolitik über die Lage des Handwerks. Der Jahres« bericht der Handelskammer iu Hannover für 1897 zählt eine grofje Reihe von Handelskammern, kaufmännischen Verbänden, Professoren, Kaufleuten uud anderen Personen auf, die stch weiter anheischig gemocht haben, einschlägige Arbeiten zu liefern. Reichsregierung uud Einzelstaaten haben fich bereit erklärt, die Erhebungen nach Thuulichkeit zu fördern und cw-, , y.n u.°. ----- iv.8.hu»h । auf eine möglichst umfaffeude Betheiliauug hiuzuwirkeu. Die
Aller in Allem halten wir den Entwurf für eine glückliche Handelskammer spricht die Ueberzeuguug aus/daß die Er- h,r ---------------- 1 pebrüffe, die die Umerfutongen bei richOger Durchsüßung
^ef»n würden, durchaus practischrr Natur sein oder wenigstens die rechte Einficht verschaffen werden, welche p-actischeu Maß« nahmen, die das Interesse und das Dasein des Kleinhandels derühreu, durchgeführt werden müssen und von welchen ohne Weiteres abzusehen ist. Bekanntlich erblicken die einen in den großen Waareu- uud Versaodlhäusern und iu den Cou- sumvereinen einen wirthschaftlichen Fortschritt, die andern sehen mit derselben Gutgläubigkeit diese Formen des Güteraustausches als eine schwere Schädigung nicht nur für den Kleinhandel, sondern auch für die Allgemeinheit und den Staat an. Wo liegt die Wahrheit? ES hat unter den Klein- kaufleuten eine Bewegung Platz gegriffen, die eine gewaltsame Unterdrückung oder Erschwerung deS ihnen unbequemen Wett- bewerbs, die künstliche Erhaltung deS Kleinhandels in feiner jetzigen Betriebsform und möglichst in seinem jrtz'gen Per- soneubestand, überhaupt gesetzgeberische Maßnahmen aller Art fordert. Zutreffend bemerkt die Handelskammer weiter: Diese Bewegung wird sicher immer weitere Kreise erfassen und fie kann leicht auf unser öffentliches Leben gerade so beunruhigend eintenten wie die Agitation der Arbeiter, Agrarier und Haudteerker. Es »scheint deshalb durchaus geboten, fie von vornherein in ihren Ursachen und AuSgangS- punkten zu beobachten und einen objectiven Maßstab zu finden, der an ihre Wünsche und Bestrebungen anzulegen ist. Bon vornherein die Klagen und Forderungen eines Erwerbsstandes zu ignoriren, dessen Unentbehrlichkeit für uns» WirthschaftS- lebeu bis jetzt noch nicht ernsthaft bestritten ist, »scheint uns ebenso falsch, wie diesen Ansprüchen ohne Weitere- nachzu- geben oder au» einer gewissen Scheu sie mit Stillschweigen zu übergehen.


