denn von der ansehnlichen Sendung der Söhnleic.'schen Champagnerweine, welche bei Antritt der Paläftiriarrise an Bord genommen wurde, war auch keine einzige Flasche mehr da.
♦ Halle, 17. December. Professor Dr. Carl August Müller, der bekannte naturwissenschaftliche Schriftsteller, feierte am 16. d. M. seinen 80 Geburtstag. 1852 gründete er mit Dr. Otto U'e „Die Natur", eine Zeitschrift für Pflege der Naturwissenschaften, die vorbildlich für Unter« nehmungen anderer Länder wurde. Der Jubilar hat eine ganze Reihe von wiffeaschaftlichrrr Werken, Abhandlungen rc. hrrausgeaeben.
* Wur-burg, 14. December. Im Befinden Hermann Sudermanns, der fich tu Behandlung tcl Herrn P-o« seffors v. Leube befindet, ist eine wesentliche Verbesserung roch nicht zu verzeichnen. Herr Sudermann muß daS Bett tüten, und wenn sein Leiden zu irgend welchen Bedenken auch keinerlei Anlaß gibt, so bedarf daffelbe doch einer sorgfältigen gründlichen Behandlung.
• Petersburg, 10. December. Wenn die Schwalben heimwärts gezogen find, beginnt für den Petersburger die Wassergefahr. Fast ein jeder Herbst bringt eine Ueber« fchwemmuug durch starken Weststurm. Das Waffer de» finnischen Meerbusen- strömt dann in die Newa und ihre trüben Verzweigungen zurück- da gleichzeitig der Atfluß der Newa aus dem Ladogasee fortdauert, so tritt, manchmal mit ungeheuerer Geschwind gkett, da- Wasser über die Ufer. Die drei Kanonenschüsse, die von Kronstadt her die drohende Gefahr verkünden, sind das Zeichen, auf das die Bewohner der niedrigen viertel und die Kellerwürmer von ganz Peters« bürg eifrig ihre Kreuze schlagen und ihre Habe zusammen» packen. Strömt noch ein tüchtiger Regen herab, so ist das Bild trostloser Abscheulichkeit fertig. Binnen Kurzem fahren die RettnugSkähae durch die Straßen und lesen die Kellerwürmer auf, um sie nach den schon vorbereiteten Unter* kunftsräumen zu fahren, wo die reiche rnsfische Wohltbärig. kett ein weites Feld für ihre Arbeit findet. Auf der Newa schäumen daon Meereswellen- Dutzende von Barken, mehrere Holzschiffe, Badeanstalten, kleine Dampfer gehen unter oder treiben herrenlos umher, auf den tief liegenden F'tcdhöfeu wühlen die Wellen Knochen und Leichen hervor. Nach einigen Stunden fällt das Waffer ebenso schnell, wie es gestiegen war- die Kellerwürmer kehren in ihre durchnäßten Mauern zurück und setzen ihren Kampf um ein freudlose- Dffein fort, Märtyrer unserer Zeit. Tag- darauf steht der Schweizer uud die Schaar der Dworutkt wieder freundlich und still auf ihrem Posten, al» ob Sorge um da- wenige Hab und Gut, um die Gesundheit von Frau und Kindern neben der Dienst- pflicht nicht b-stehen könne. So war es auch gestern. Be- settigung der UrberschwrmmuugSgefahr ist nur mit ungeheurem Kostenaufwand möglich, denn der Gedanke der Verlegung der Hauptstadt nach dem Süden, wodurch die Wohnungen billig werden uud die Nothwendigkeit des Geschlechtes der Kellerwürmer beseitigt werden würde, besteht im Ernst wohl nicht. Bedenkc man, daß Rußland seit Peter dem Großen eine Macht geworden ist, die im hohen Norden keine bedeutenden Jutereffeu besitzt, so maß mau erstaunt sei», daß nicht längst eine der schönen uud zukunftsreichen Städte am Schwarzen Meer bevorzugte Hauptstadt de- rusfischeu Kaiserreiches geworden ist. Köln. Z g.
• Die Malaria in Deutsch Ostafrika. Auch in letzter Zeit hat es nicht an Beweisen dafür gefehlt, daß die Werth fchätzung unsere» deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiete- vielfach unter übertriebenen Vorstellungen von der dort herrschenden Malaria zu leiden hat. ES ist allerdings nicht in Abrede zu stellen, baß die Niederungen zwischen der Küste uud dem Gebirg vielfach voa der Malaria heimgesucht find, waS insofern besonder» in- Gewicht fällt, al- der Einwanderer auf dem Weg in das durchweg al» gesund zu bezeichnende Gebirg häufig in den Niederungen den Krar.k-titSkeim aufnimmt. Weniger bekannt ist jedoch, daß da» Gouvernement seit geraumer Zett mit sichtbarem Erfolg »hälig ist, alle auf die Entstehung uud Eatwick.uug der Malaria günstig einwirkendeu Momente aufs Entschiedenste zu bekämpfen. Die Affanirung der Wohnorte, hauptsächlich durch umfaugreichsKanaltsatsovS anlagea, der Bau beschotterter Straßen mit schatteuspendendea Baumrethen, die Trockenlegung sampfizer Trollen durch Drainage uad Aufschüttungen, die AuS'ührung von Brunnen- bauten uud Wafferlettungen haben In Bezug auf die Entwicklung der Malaria ebenso günstige Eifolge zu verzeichnen, wie die sorgfälltge Ueberwachung des Mmkroerkrhrs und die strenge Beaufsichtigung de- Karawanenverkehrs hmfichtlich der Ausbreitung der im Uebrigen noch gefürchteten Ruhr uud der Pocken. Außerdem verdieut besondere Hervorhebung, daß die bisher gesammelten Erfahrungen uud die Ucthetle der besten Kenner der Laubes darin übereinst mmen, daß die Hoch Plateau- sowie die Mittelgebirge Deuksch Ostafrika- vollkommen gesund uud sür die Bestedeluug mit Europäern durchaus geeignet stad, und daß eS daher zum Schutz gegen die Malaria nur noch guter, das Reifen erleichternder uud den Aufenthalt iu den Niederungen abkürzeuder Verkehrswege zwischen den Hochp'.ateau» und Gebirgen uud der Küste bedarf. Auch iu dieser Beziehung ist schon außerordentlich viel geschehen. Mit besonderer Befriedigung wird mau überdies bte Nachricht vernehmen, daß der Geh. Mcdtcinalrath Prof. Dr. Koch ficherem Vernehmen nach eine wissenschaftliche Expedition nach Ostafrika vorbereitet, um au Ort uud Stelle die CatstehungSgrüude und das Wesen der Malaria zu studtren uud der Verwaltung mit Rathschlägen zur wetteren Unterdrückung der schon jetzt mit Erfolg bekämpften Malaria an die Hand zu gehen.
M. N. N.
e Uebee die Gesammtleistnngen der deutschen ReichSpofi- uud Telegrapheuverwaltuug >m Jahre 1897 entnehmen wir dem „Retchsanz." folgende Angaben: Es waren am Sch'uffe dr- Jahres 31 076 Postanstalten vorhanden gegen 30 019 im Vorjahre, so daß eine Vermehrung um 1057 stattgefuudrn hat. Die Zahl der Telegrapbenanstalten ist von 14 337 auf 14 785 gestiegen. Postbrtefkasten find 92 306 vorhanden
i gegen 89 640 im Vorjahre. Die Zahl der Beamten, Unter- beamten rc. hat fich von 161 000 auf 167 877 erhöht. Die ’ Gesommtzahl der durch die Reich-post beförderten Sendungen betrug rund 3830 ('m Vorjahre 3580) Millionen- unter ihnen waren 3678 (3435) Millionen Briefscnduugeu und 161 (152) Millionen Packet- uad Geldsendunzen. Die Zahl der Briefe ist von 1273 auf 1352 Millionen, die der Postkarten von 476 auf 533, die der Dcuckiachen und Maaren- proben von 562 auf 596, die der Postanweisungen von 100 auf 106 Millionen gestiegen. ES läßt sich hieraus berechnen, daß, während die Zahl der Bliese, Druck-achen und Post- aiwetsungeu um e wa 6 vom Hundert gestiegen ist, die der Postkarten nm 12 vom Hundert zugenowmeu hat, wa» eine Folge der Ausbreitung der illustrirten Postkarte fein dürfte. Ztt'ung-nummern und außergewöhnliche ZcitnngSbetlageu find 1086 Millionen befördert worden gegen 1018 im Vorjahre. Die Zahl der beförderten Packere stieg von 143 auf 151 Millionen. Da- Gewicht dieser Packete betrug 619 Millionen Kilogramm gegen 579 Millionen im Vorjahre, ist also um 40 Millionen gestiegen. Der Gesammtbetrag der durch die Post vermittelten Geldsendungen betrug 26,65 Milliarden Mark gegen 21,43 Milliarden im Vorjahre. Auffällig hierbei ist, daß der Gesammtwerth der Peckete mit Werthaugabe von 4595 auf 8665 Millionen Mark gestiegen ist, also fich nahezu verdoppelt hat. Die Zahl der mit der Post beförderten Personen ist von 1 703 015 auf 1 635 577 zurückgegaugen. Postwerthzeichen find tnsgesammt 2160 Millionen Stück verkauft gegen 2010 Millionen im Vorjahre, also 150 Millionen mehr. Darunter befanden fich 6 202 208 Karteubrtefe. Die Gesammt-Elnnahmen beliefen fich auf 324 783 298 Mark gegen 299 739 240 Mark im Jahre 1896, die Grsammt- Au-gabeu auf 290 956 745 gegen 273 010 211 Mark. Die Einnahmen find mithin um 25 Millionen, die Ausgaben nur um 18 Millionen Mark gestiegen. Der Ueberichuß der Einnahmen über die Ausgaben beträgt 33 826 553 Mark. Ja 20 Jahren sind die Gesammt- Einnahmen der Poft- und Telegrapheuverwaltuug von 124 auf 325 Millionen, also um mehr als 200 Millionen Mark gestiegen, und der U be,schuß bat in demselben Zeitraum fich vou 8,5 auf 33,8 Millionen Mark gehoben.
♦ Peter Anzinger, der in diesem Jahre bekanntlich feinen 60. GrburtSrag feierte, veröffentlicht soeben im Berlage der I. Lindauer'lchen Buchhandlung (Schöpping) München, neue Ausgaben seiner beiden oberbahertschen Gedichtsammlungen „ES feit fi nix" und „A so fan mirI* Die beiden Bäadchen find mit Zsichnuvgen bekannter Münchener Maler ausgeschmückt — das Titelbild vou „ES seit fi nix!" ziert eine Sbzze Defregger» — sonst in gleich eleganter Weise ausgrstatret, wie die vor einigen Jahren im gleichen Berlage erschienene Gedichtsammlung unsere» Ptter» „Mir san »'stellt". Hoffentlich wird e» Anzinger erleben, seine drei Gedichtsammlungen in ähnlicher Weise wie Stiehr» „Drei Buschen" in neuer Auflage zu einem Bande vereinigt zu sehen. — Anzinger hat in hohem Grade die Fähigkeit, der wahren Ausgabe der echten Dialectpoefie gerecht zu werden. — In kernigem und gemüthvollem Humor weiß er das Denken und Fühlen des Volkes in einzelnen typischen Erscheinungen, zum Ausdruck zu bringen, weit entfernt von jeder falschen Schönmalerei. Am besten fieht man da» wohl aus den prächtigen Characterzeichnullgen „A richtiga Jaga", „Da groba Förschta". Besonders zeitgemäß ist da- auch schon in weiteren Kreisen bekannte Gedicht „An Bismarck sei g'fährlichsta Feind". W r entnehmen dem Merkchen AnziugrrS folgendes lustige Gedichtchen, da» den Titel „Dee truckan Nebeln" trägt, ES lautet:
„Wia werd denn 's Wetta Roath'nhan», Bleibt'» ebbat do' wohl schö'?" „„A freili,"" sagt da Roath'nhanS, „„Möcht'S leicht auf d' Olma geh'?"" „Die Wolk'n aba in dse Berg, Moanst fir thean n<f?* — „„A mei, San halt so truckaae Nebel'n bet», Dee macha Enk nix drei'."" —
Auf de' Nacht do kemmas schier dawoacht Und wia a rinnats Fooß - „No, Deine truckan Nebeln, HavS, Dee fan fein sakrisch uooß!
Du stimmst unS nomal rother Tropf, Mir sau heunt g'süllt und g'aicht!" -„Ja/" sagt da Hau», „„val'» lafi'a thean, Na wer'ns scho' diawei'u feucht!""
* Was wird au8 den alten Kupserpfennigen? Diese Frage hat man kürzlich in den bereinigten Staaten aufgeworfen. Die Münzsorten sind dort verschiedentlich gewechselt worden, uud bei der jedesmaligen Herausgabe einer neuen Münze wurde die alte zur allmählichen Einziehung bestimmt. Nun find aber die Kupfermünzen zum großen Theile nicht eingiwechfelt worden und dem Anscheine nach überhaupt verschwunden. So muß es irgendwo in jenem Lande 199900000 Stück alte Kupferpfennige geben, aber Niemand weiß, was au- ihnen geworden ist. Bor einigen Jahren wurden 4i/i Millionen bronzene 2 Cent-StÜcke in Umlauf gesetzt und später wieder eingezogen, aber 3 Millionen Stück find bisher bei der Münze nicht wieder eiugeliefert worden und haben keine Spur ihrer Existenz hinterlaffen. Ferner gibt e» auch kleine filberne 3 Cent-Münzen in den Bereinigten Staaten, aber bölst selten bekommt man eine» davon zu sehen. Bon den 100 000 */> Cent-Stücken, die an Werth dem englischen Farthing gleichkamen, ist nicht ein einzige» zur Münze zurückgelangt, noch im Staatsschatz befindlich. Während diese Geldstücke so viel Liebhaberei beim Publikum gesunden zu haben scheinen, daß sie gar nicht wieder herauszubekommen find, kann der Staatsschatz der Bereinigten Staaten andere Geldstücke wiederum gar nicht in Umlauf fetzen. So war unlängst ein Borrath vou 5 Millionen Dollars in halben DollarstÜckeu vorhanden, nach denen sich ' keine Nachfrage einstrllen wollte. Um so mehr wird da»
übrige Geld abgenutzt, und die Münze in Washington hat auf je 1000 Silberdollars jährlich 30 Dollar» zuzusetzen, um die abgegriffenen Stücke wieder auf den frühem Metall« werth zu bringen.
* Während die hochcultiviiteu Engländer auf dem Fel» von Gibraltar noch immer vergeblich nach den Segnungen des electrischen Stromes schmachten, erstrahlt die Berberstadt Tanger an der gegenüberliegenden afrikanischen Küste schon seit Jahren in elektrischem L chte. Hier scheinen also die Mauren ihre alte Abneigung gegen AllrS, was der Fortschritt christlicher Nationen ihnen in’» Land bringt, abgelegt zu haben, denn die Zahl der Abonnenten auf das elektrische Licht nimmt vou Tag zu Tag zu, und die Drähte nähern fich jetzt schon dem maurischen viertel, demjenigen Gtadttheile, wo weder Europäer noch Jaden wohnen dürfen. Sogar die kleinen maurischen Läden, die ein Europäer mehr mit einem Schranke al» mit einem Geschäftsräume vergleichen würde, beginnen in elektrischem L chte zu glänzen. Der maurische Minister de» Auswärtigen hat electr sche» Licht in seinen BüreauS, und nur der Gouverneur Pascha hält streng konservativ an seinem Widerwillen gegen die @lec:rcit5t fest. Reisende, die Tanger zum ersten Male sehen, sind über den Anblick der alten Stadt in elektrischer B.leuchtung überrascht, und Andere, die nach längerer Abwesenheit die Stadt wieder besuchen, finden, daß ihre Eigenart dadurch an Reiz verloren habe. Die zwei Dynamo», die den Strom liefern, stammen von der Allgemeinen Electricität»' Gesellschaft in Berlin. Hauptsächlich wird Glühlicht verwandt, nur im Theater giebt e» ein paar Bogenlampen.
• 33 500 Postnaterbeamte sollen nach dem Etatsentwurf 1899 eine Erhöhung ihres Diensteinkommens erhalten, und zwar 2800 nicht angestellte durch die etatsmäßige Anstellung in neuen Stellen, rund 1500 Landbriefträger durch Beförderung zum Briefträger oder Postschaffner, 10 200 Land« briesträger durch die Erhöhung des Meistgehaltes von 900 auf 1000 Mk; 14 000 Briefträger und Postschaffner durch die Erhöhung des Mindestgehaltes von 800 auf 900 Mk, 5000 Briefträger und Postschaffner durch Beförderung in gehobene Stellen mit Zulagen bis zu 300 Mk. Daneben gehen natürlich für viele Tausende die normalen Alterszulagen ihren Weg; es erhalten also zahlreiche Unterbeamte doppelte Gehalts. 2c. Erhöhungen.
* StelleuverwitteluugSfchwiudel. Einige sehr beachten»- werthe derartige Fälle ans dem Capitel „Stelleuvermitie- lungSweseu", da» ja an fich gewiß gute Dienste leisten kann, veröffentlicht in einem ihrer neuesten Hefte die bekannte Familien Zeitschrift „Jllustrirte Chronik der Zeit". Mau glaubt gar nicht, in welch' geriebener Art und Weise Stellensuchende durch gewiffeulose und schlaue Stellenver- mittler geschädigt werden. Z. B. findet man in den Zeit- ungen oft die Anzeige folgenden Inhalts: „Stellensuchende jeden Berus» placttt schnell da» BrrmittlnugSbureau Germania." Schreibt ein Stellesucheuder an das Bureau Germania (der Name ist selbstverständlich nur beispielsweise gewählt), so erhält er zunächst einen lithographirten Brief, der etwa lautet: „Gegen Einsendung von 1 Mk. in Briefmarken werden wir Ihnen umgehend die Bedingungen unsere» Institut-, sowie da» dazu gehörige Formular franco übermitteln. Hochachtungsvoll das BerrnittlungSbureau Germania." Der Stellensuchende, welcher die geforderte Gebühr einsendet, empfängt dann einige Tage später ein zweite- Schreiben, in dem es ungefähr heißt: „Geehrter Herr! Antwortlich Ihre» Geschätzten find wir gern bereit, Ihnen zur Erlangung der gewünschten Stellung behilflich zu sein, fall» es Ihnen beliebt, nach den Statuten unsere» Institut», zur Deckung aller vorher entstehenden Unkosten, eine Gebühr von 10 Mark an un» einzusenden und sich zur Bezahlung des im anliegenden Revers ausgesprochenen Honorar» zu verpflichten, wogegen wir nn» alsdann gegen Sie verpflichten, Ihnen so lange un» gemeldete, für Sie sich eignende Stellen nachzuweisen, bi» Sie eine Ihren Wünschen entsprechende Wahl getroffen haben." Diese» Schreiben sieht ziemlich vertrauenerweckend au», und zahlreiche Stellensucheode kommen den gestellten Forderungen bereit« willig nach. Nicht selten bleiben sie aber jetzt ohne alle Antwort, im besten Falle erhalten fie allwöchentlich ein Zeitungsexemplar, da» Anzeigen, in denen Stellen ausgeschrieben werden, enthalt. Die Anzeigen sind sür die Stellensuchenden fast werthloS, da sie aus den verschiedensten Zeitungen zusammengetragen worden find. Fast regelmäßig kommt der Stellesuchende mit feinen Eingaben zu spät. Nach einiger Zeit giebt er dann jede Beachtung der ihm zugesandteu Offertennummer auf und hat damit die hohe Summe für die Gebühren nutzlos verausgabt.
* Sine weitverzweigte Falschwunzerbande treibt seit geraumer Zeit in Rheinland und Westfalen ihr Unwesen. Bisher war es indessen nicht möglich, ihr auf die Spur zu kommen. In ollen Städten der beiden Provinzen wurde eine Unmenge von Falsifikaten angehalten und der Polizei übergeben. Die Fünfmarkstücke tragen das Bildniß des Königs von Württemberg, das Münzzeichen F und die Jahreszahl 1877, die Dreimarkstücke das Bildniß weiland Kaiser Wilhelms L, die Jahreszahl 1888 und da- Münz, zeichen A,«>ebenfo Zwei- und Einmarkstücke verschiedener Gepräge. Die Falfifikate sind von einer einem echten Exemplar abgenommenen Form aus Zinn, Antimon und Kupfer her- geftellt und alsdann versilbert. Die Prägung ist theilweise eine vorzügliche und die Fälschung kann nur von einem sorg- fältigen Beobachter erkannt werden.
„Elephanten-Kaffee" 8508
von der Holl. Kaffee-Brennerei H. Dlsqa6 & Co. ist anerkannt die beliebteste Marke und kann bestens empfohlen werden; — wegen ihrer Billigkeit, Ergiebigkeit und besonderen Brennart nach I. von LirbigS Vorschrisr (leichte Zuckerumhüllung), wodurch das Aroma gebunden und daS schädliche, fettige AuSschwitzen der Bohnm unmöglich ist. Diese Kaffee sind nur in verschlossenen Packeten zu haben, — mit Schutzmarke und Firma verseben — und ist damit jede Garantie geboten für einen reinen, nnverfSlschte«, gesunde« Kaffee. — Verkaufsstellen sind durch Annoncen dieses Blattes bekannt.


