aar (§e(b
»Art[et
12276
lsMung
* *• • X
12259 mpohl Blockstraße 2. haft
1225» jtfraptn ett. i^fung! Iü6 von meinem fei. Manne
W
PM-UtkjWk
Weife meMfyce unb Ulte ei Mtze» unb mwäiiigr» i meinem Manne geschenkte 11963
NgSvoll ückrath.
^'Geschenkt. *
ÜslM BeiencbW
•«Hä iS"™ ,r Jnmh ’FI”"en!*“' «n«r -g'SSa.** ,ct. k«'te0,reL
grau und grün, v. 20 M. an, arienhähne, Hots., zarte Länger 10,12 bis 15 M, WellensrNiLe, lpärLen,SMk..ZMMM>rN' ölt, Kardinale, ä Stück 6 Mk., » Nachtigallen, ff. Sänger, SO Mk., tNeijifaM Wanopnlen, JUL Tigerfinken, ff. Sängerbund itfinken, yer Paar 2.LV M, Mov' 1 dv M., Mfinken, Mannten, Ta»”® gÄg Mellmgen ^tlcitjnadiUn Sämmtlichr Tuttttartn» m t«ü-P°W°7'LV». itiftin 8-9-1 e,I|,l,il?". g , Erchr foniBit»!“’’
#2r 297 Fünftes Blatt.Sonntag den 18. Tecembcr
1898
fN4*rf uen4 e* ■nfn»*ew Hl «•ata0.
»te W*ner BeelClteiritfct Bahn He Lozngn »IchMlttch »Innil
Meßmer Anzeiger
ttcrtdWrtidt S Werf 80 Mtz. M—«UI4 76 Wtz —i. «. - < . -
BW CnUftTtfe-
Am
**•
1 Kerf M Vfe
■■■•!■« Rnzet-rv z» Hr Nckchetn»,« f*t Im DßtzoH» LO> «rfchewenH« Vhmecr W Bare. 10 Uhr.
Henerat-Unzeiger
Kit Injffgm-Bmntttlungl^Bcn Hf I»« ■** WwÄeebi n*nm Inytifo Hr »en ®ttfrttcr Är^eifrx
Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis Gieren.
B*eHtee, •pelttten an»
>4*r|tf|e Ur. 1.
— — IIJB.li« ._TL"_”
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. > bii. _ «■»——e——
■»refft ftr DePefchrn:
Fernsprecher Nr. KL
Aintliclisr Theil.
Bekanntmachung,
die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen betreffend.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Weitere- zurückgegeben werden.
1) Da» Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfung»- Commission nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2) Die Berechtigung zum einjährtg-fteiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar de» Jahres nachgesucht werden, in welchem da» 20. Lebensjahr vollendet wird.
Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrecht- spätesten» bi» zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. (Wenn z B. mit Rücksicht auf da» Lebensalter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinaus- geschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schluffe der Schuljahres ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß das Schulzeugniß bi» 1. April nachfolgen werde.
3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch ist die nähere Adresse anzugeben.
4) Dem Gesuche find folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugniß;
d) Einwilligung» - Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen acttven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen- Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen;
0 ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Real- aymnafien, Ober-Realschulen, Progymuasten, Realschulen , Realprogymnasien, höheren Bürgerschulen und sonstigen müitärberechtigten Anstalten) durch den Director der Anstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit ooer ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist;
d) das Schulzeugniß.
Sodann wird noch besonders bemerkt:
Zu pos. b: daß in dem Einwilligungr-Attest die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß.
Zu pos. d: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen, sämmtlich nach Muster 18 zur Wehr - Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 27 von 1894 — ausgestellt sein müssen.
Im Uebrigen wird aus die Bestimmungen der SS 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen.
Großh. Prüfung» - Commission für Einjährig - Freiwlllige zu DarmstadL
Der Vorsitzende:
Best.
Gesunde«: 1 Uhr, 2 Portemonnaie» mit Inhalt, 1 Barfteckaadet, 1 Ble'.sttf: Halter, 1 Paar Kmderhandichuhe, 1 Bad Haube, 1 Tascheotuch, 1 Wecksack, 1 Hammer und 1 Luter.
Zugeflogeu: 1 Huhu.
Gießen, den 17. vecember 1898.
Großherzogliche» Polizeiamt Gießen.
Muhl.
Politische Wochenschau.
Der deutsche Reichstag hat die erste EtatSberathuug beendet und ist iu die Weihnochtsferien eiugetreteu. Deo Havpkgegeustaod der politischeo Erörterung tm In- uvd Ausland bildete in der abgrlaufeueo Woche die Rede deS Staat»- sreretSr» v. Bülow über die auswärtige Lage. Am beifälligsten ist fie in England, Ungarn und den Bereinigten Staaten ausgenommen worden, während die Anfichtrn z B. ia Italien und Rußland getheilt waren. Fortgesetzt bildet der Fall Lippe noch den Gegenstand lebhafter E-örterungen, und wir geben dem Abgeordneten Baflermano Recht, welcher wünschte, daß diese Affalre sobald wie möglich au» der Welt geschafft werden möchte.
Der Empfang des Retchstagspräfidiums durch den Kaiser hat insosern größere» Interesse auch außerhalb der Grenzen Deutschland» gezeigt, al» der Monarch iu seiner Unterhaltung mit den drei Herren anscheineud dem Frieden nicht recht traute und aus der Hut zu sein empfahl. Diese Auschauuog hat großen Eindruck gewacht, obgleich fie von jedem mit den politischen Verhältnissen vertrauten al» die einzig richtige von vorne herein hätte erkannt werden müssen.
England fließt jetzt über von freundschaftlicher Se- fiuuung gegen uu», und besonder» Herr Ehamberlain gibt sich redliche Mü)e, Deutschland der aufrichtigen Gefiuuuugen England» zu verfichero. Man ist an der Themse sogar nicht neidisch, weuu wir tu intimere wirthschaftl che Beziehungen zu den vereinigten Staaten treten. — Zur Zeit beschäftigen fich die Politischen Kreise England» hauptsächlich mit dem Rücktritt Harcourt» von der Führerschaft der liberalen Partei, deren Letter so lange Jahre der alte Gladstone war. Die Partei hat iu der letzteu Zeit manche Erschütterungen erlitten, die e» immer fraglicher machen, ob fie wieder riomal au» Ruder kommt.
Die Beziehungen zwischen England und Frankreich find fortgesetzt sehr laue, obgleich England bemüht ist, wildere Batten aufzuzieheu. Der britische Botschafter in Part», Monson, suchte seine neuliche Ungeschicklichkeit wieder gut zu wachen uud sprach seine Sympathien für Frankreich au».
Die DrehsuS-Affaire ist noch nicht weiter vorgeschritten, ebenso ist von der Angelegenheit de» Obersteu Picquart nicht» Neue» zu meldeu. Daß e» in der sravzöfischeu Kammer eine sehr erregte Sitzung wtt Faustkämpfen gab, haben wir bereit» bertchiet. Es sah beinahe so an» wie im österreichischen Retchsrath, der wohl ragt, aber nichts Pofitive» leistet. So verworren wie in Oesterreich find die poetischen Verhältnisse iu keinem Lande der Welt. Auch in Ungarn sah e» fortgesetzt trübe au», und dir heftigsten Au- griffe gegen da» M n'sterinm Bavffy dauerten fort, aber diese» erfreut fich angeblich der ungeschwächteu Gunst de» Staat»oberhaupl» uud dürfte wohl auf seinem Posten au»- harren.
Die vereinigten Staaten souueo sich vorläufig noch tu ihrer Rolle al» Sieger, aber die Summen wehreu fich doch beträchtlich, welche gegen eine Expanfionspolittk der Washiutouer Regierung auftreten. Sowohl auf Cuba wie auf den Philippinen dürften die Amerikaner noch viele Schwierigkeiten zu überwinden haben. Freilich wird ihueo der Dollar twmerhtu da» Werk etwas erleichtern, jedoch müssen fie fortgesetzt mit dem Fanatismus Gomez' uud Agutualdos rechnen.
Im Orient hat fich tmLaufe der letzteu Woche nichts Erhebliches zugetrageu. Prinz Georg von Griechenland ist auf de« Wege nach Kreta uud bereitet fich auf die Erwiderung der Begrüßuugsrebea vor. vielleicht muß er fich etue dauernde englische Garnison auf der Insel gefallen lassen, wenn die bezügliche Nachricht der »Daily «all* stimmt und die übrigen bethrtligten Mächte N chts dawider haben. (xx)
Ltebeswerbeu.
Mao schreibt den ^Münchener Neuesten Nachrichten" unter« 14. Deeember au» Pari»:
Gott sei Dank, daß unser deutscher Michel ein solider uud bei allem Kraftbewußtseiu bescheidener Bursche ist, sonst könnte er jetzt leicht über deu Strang schlagen, von London und Part» wird er gelockt. Zwei Damen auf eivmal werfen fich ihm au deu Hal» und sonderbarer Weise stad e» gerade Diejenigen, die th« bisher a« ärgsten schmollten. I« Leben der Völker geht e» manchmal wte tu deu Ro«aueu der Marlirt: AuS de» Ueberwaß de» Hoffe» erwächst dte Liebe. Nur wird die Weltgeschichte für keto Garreolaubeupubliku« geschrieben uud braucht nicht dafür zu sorgen, ,bafc fie fich kriegen*. Fragt fich auch, wte wett die Abfichteu der
Werbertnueu ehrbar find und ferner, ob eine Verbindung, selbst wenn fie vor dem europäischen Siande»awte geschloffen würde, daueru könnte.
Am meisten fällt gewiß die Pariser Liebiswnbuvg auf. Jale» Lemottre, einer der glänzendsten Schriftsteller Frankreich», hat fich tu den Kopf gesetzt, etue deutsch-franzvstsche Allianz durch rtneu Preßfeldzug zu erwirken. Paul de Eaffagnac tritt ihm zur Bette. Man denke fich deu chau- vintsttscheu Hetßsporn, der tm Jult 1870 deu Krieg gegen Deutschland forderte, nicht wegen der Hohevzolleru Eandidatur, dte da schon aufgegebea war, sondern weil Frankreich da» ganze linke Rheinufer al» rechtmäßigen Befitz beanspruchen müsse! Jetzt ist er bereit, selbst auf Elfaß-Loihrtugen zu verzichten, wenn Deutschland fich nur zu einem Bündniß mit Frankreich hergibt. .Selbst mit dem Teufel müßten wir uu» verbünden, um nicht auf dte Stufe von Spanien hinab- zufiuken", fo ruft der Jourualtst, der fich selber al» deu glühendsten Ehauvtnisteo bezeichnet.
Da» klingt beinahe unheimlich. Solche Ltrbe»gluth kann nicht gesund sein. Sie hat etwa» hysterische- und beruht tu der That auch auf Zustäuden, die in den Bereich der Pathologie fallen. Etuerseit» rühren fie von der Enttäuschung her, die Frankreich bet setner letzteu Liebschaft mit Rußland erlitten hat, wie manchmal der Schwerz um ein verlorene» Lteb die Seele am leichtesten für etue neue Leidenschaft empfänglich macht.
Anderfeit» ist die tödliche Kränkung hiozugekommru, welche dte Franzosen von (Srglanb erlitten. Sie fühlen fich zurückgefioßen von der Sette, der fie vor zwei Jahren noch ihr BÜuöoiß für den Fall eine» Kriege» mit Deutschland anboten. Zugleich tritt dte Empfindung hervor, daß fie um Ihrer selbst Willen keine Liebe mehr erweck-u. Das tst dte bittere Folge der letzten Erfahrungen. Deshalb lassen fie vor unfern Augen eine Mitgift blinken: den Verzicht auf Elsaß Lothringen. Sollte uu» da» wirklich nicht reizen?
Ganz vergeblich scheint das Ltebrswerben nicht zu sein. Da» „Evenement" veröffentlicht heute ein Interview mit dem Reichstag»abgeordoeten Otto Ahrendt, der dte Anficht au»- sprtcht, daß dte gewaltige Mehrzahl de» deutschen Volke» de« Tag, an welchem Frankreich dem Deutschen Reiche ,dte Hand biete, al» einen Tag der Erlösung begrüßen werde. Ueber- dte» werden dte sraozösischeu Liebe»werbvngen auch von deutschen Zeitungen, welche eine gewisse Autorität in au»» wänigen Fragen besitzen, mit freundlichem Ernst behandelt. Da» hat seine Berechtigung- denn auf freundliche« Fuße der Nachbarschaft wünschen wir jedenfalls mit Frankreich zu leben.
Anders stellt fich dte Frage iw Hinblick auf ein formelle» Bündniß. Der Verzicht ans Elsaß-Lothringen kann uns nicht retzeu, da er ein Gut betr fft, das uns nach allen Regeln des Völkerrecht» augehört. Der fraozöfischen Liebe ober trauen wir um so weniger, je plötzlicher und heftiger fie jetzt ausbricht. Sie kommt an» einen kranken Gewüth. Wer bürgt un» dasür, daß fie nicht wieder iu da» Gegentheil um» schlägt, sobald fich Fraokretch wieder frisch uud munter fühlt? Wer bürgt dafür, daß ein formeller Bundesvertrag, selbst weuu er zu Stande käme, gehalten würde? Der Präsident der Republik? Der kann über vierzehn Tage schon nicht mehr da sein. Da» Ministerium? DaS wechselt noch öfter. Die Dtputirkeokammer? Ihre Meinungen schlagen in fünf Minuten um, wie dte Geschichte oft gezeigt hat.
Nehmen wir noch den günstigsten Fall an: Frankreich wäre un» jahrelang treu uud folgte einer festen R chtschnur auswärtiger Politik — was thatsächltch seit 27 Jahreo nur tu einer einzigen Hinsicht gescheheu ist, nämlich int AulagontS- «ns gegen Deutschland — so käme es doch gerade tu de» Fall, wo da» Büadntß fich bethätigeu sollte, auf die augenblicklichen Interessen und Lannen der Volksvertretung an, ob un» dte versprochene Hülfe zu Theil wird. Iu Frankreich hat fich noch kein Parlament ein Bew.ffeu daran- gemacht, frühere Beschlüsse zu verleugueu.
Bo vrrnöchteu wir beim besten Willen den Tag, an welchem die Franzosen un» dte Hand reichen würden, nicht al» Tag der Erlösung zu begrüßen. Jede» Bündniß mit Frankreich wäre für uu» eine Selbsttäuschung. Besser al» eine zweideutige Allianz bleibt immer noch eine ehrliche Gegnerschaft, bet welcher jeder Theil weiß, woran er tst. So unbehaglich die Franzosen uu» manchmal auch geworden find, leisten fie nn» doch einen trefflichen Dienst: Sie hindern un» dte Rüstung abzulegen, dte wir, wenn nicht gegen fie, so doch gegen Andere brauchen. Sie machen e» nn» unmöglich, nn» in Schlafrock und Pantoffeln zu verweichlichen. Ein junge» Reich, da» fich mit Gewalt seinen Platz in der Welt


