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Freitag den 18. November
Nr. 271 Crstes Blatt.
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V»e Victis!
Nun fitzen die spanischen und amerikanischen Delegitten üere»« seit Monaten in Part« zur Frieden« eonferer»- zu« lammen, aber e« ist kaum wahrscheinlich, daß die Situation sich für die Spanier wesentlich verändert hat. Die von den vereinigten Staaten ausgestellten Friedenspräliminarien ließen immer noch die Hoffnung zu, daß der Philippinen-Archipel tei Spanten verbleiben werde. Die Annahme war aber eine trügerische- denn heute darf N.emand wehr darau zweifeln, daß die Amerikaner die gejammten Phtltppiueo für fich beanspruchen. /Da« Volk verlangt die Aon,cito» der Inseln*, da« ist die einzige Begründung, welche dir amerikanischen Delegirten für ihre Forderung Vorbringen können. Da aber io Amerika da« Volk fouverain ist, so muß natürlich de« verlangen entsprochen werden. Arme Königin-Regentin, armer König und armer Sagasta! Euch gegenüber steht ein ganze« Volk, ein« in dem Gedanken, deu Befiegten nach Möglichkeit zu demüthigrn, die größten Vortheile au« dem Siege zu schlagen; all' Eure Proteste werden vergeblich fein, »m fo «ehr al« jeder eiuzelne amerikanische Bürger da« Recht zu haben glaubt, feine eigenen Forderungen geltend zu machen.
Die Lage Spanten« ist sehr schltmm, dir Au«ficht, irgend welche Erfolge auf der Frteden«confereoz zu erringen, öuherst gering, voll und ganz muß der Schlag ertragen werden, obgleich für die Spanier viel Srlbstübrrwinduog dazu gehör», den Bedingungen de« Sieger« fich zu fügen. Dir spanische Eolooialmacht, einst so achtunggebietend, ist für immer dahin, and die stolzen Granden müffen fich mit dem Gedanken ver« tränt zu machen suchen, ihr Land unter den Staaten zweiter Klaffe verzeichnet za sehen. Schwer hat da« Schicksal schon oft Über Spanten gewaltet, aber tu de« Maße wie jetzt ist da« Laud uoch nicht heimgrsucht worden. Immer war ihm noch die Au«ficht gegeben, die Scharten wieder auSzuwetzeu und verlorene« wiederzugewinnrv, doch sttzt fehlt die leiseste Anwartschaft auf solche Hoffaung. Seine Ftuaozen find rutoirt, seine Flotte zum großen Theil zerstört oder in der Hand de« Feinde«, und die tourrpolitische Situation berechtigt kaum zu der Erwartung, daß nun Jeder im Laude sein Theil dazu beitragen werde, die begangeoeu Fehler gut zu machen und die rothweudtgsten Reformen durchzuführev. Parteihader und «loffeahaß find da« Htnderviß, welche« allen guten Ab- fichten entgegevsteht und fie wohl auch zunichte machest wird.
Auch die Hoffnung der Spanier, daß die Großmächte eine Befitzrrgreifuug der Philippinen fetten« der Amerikaner nicht zulaffen werden, dürfte fich kau« erfüllen.
E« ist da« Recht de« Sieger«, die Friedev«bedtllguvgen zu dictireu, uud die Beretuigteo Staaten dürfen iu ketuer Weise «tt dem kranken Manne in Eouftauttuopel verglichen werden, de« die Großmächte bei jeder Gelegenheit ihre vor« «undschast aufbürden. Der Kelch muß höchst wahrscheinlich von Spanten bi« zur Neige geleert »erden, denn nicht »«sonst heißt e« schon vom grauen Alterihum bi« auf unsere Tage: „Wehe den Befiegten !* (xx)
Deutsches Reich.
Darmstadt. 16. November. Bon amtlicher Sette wird der „Darmst. ßtg.* mitgetheilt, daß die Beamten, welche an der Enthüll uv g de« Denkmal« für Seine Königliche Hoheit den Höchstseltgen Grobherzog Ludwig I V. theil- nehmen, tu großer Uutforw uud, soweit fie solche nicht zu tragen verpflichtet find, tu Uniform erfcheiueu werden.
Berlin, 16. November. Urber die Postcoufrrevz in München schreibt «an der „Allg. ßlg/: Deu Gegeu. stand der Verhandlungen bildete zunächst der Entwurf eine« Gesetze« über etotge Abäuderuugru der Retch«postgesetze, darunter hauptsächlich die Frage der Auflösung der Prtvatpost- austalteu, sowie der Einführung etue« neuen Zet»uog«post- tatts«. I« Weiteren fand über verschiedene »ogelegeuhrtteu des Telegraphen- uud Telephouwesru«, besonder« über deu Telephougebührentarif ein Meiouvg«auStausch statt. Bet der Beschlußsaffuug wurde in allen wesentlichen Paukten grundsätzliche« Einverstäudnih zwischen den drei deutschen Postver- Wallungen erzielt.
Stuttgart, 14. November. Professor vr. Keppler hat die auf ihn gefallene Wahl zum Bischof vou Rotteuburg an* genommen. Au« Freiburg wird dem htefigeu ,®. Bolk«bl." geschrieben: „Hm Samstag hielt der neuerwähltr Bischof seine letzte Vorlesung über die Willen«freiheit. Der Katheder war prächtig geziert, der Höriaal bi« in die letzte Ecke gefüllt- mit einer stürmischen Ovation ward er beim Eintritt begrüßt. Nachdem er da« Eolleg zu Ende geleseu, richtete er zum Schluffe au seioe zahlreichen Zuhörer noch dir folgende kleine Ansprache In jenem eigeothümiichev, tief ergreifenden, zu Herzen gehenden Tone, der auch seine Predigten tmmer so anziehend gemacht hatte: „Meine Herren, ich muß nun leider die Vorlesung vorerst abbrechev. Es ist mir leid genug, daß Sie in Ihren Studien gestört werden- aber Sie wiffeu, daß ich nicht daran schuld bin. Noch diu ich ulcht Bischof, uoch hat der oberste Hirte da« rutscheideude Wort uicht gesprochen, verfügt er ander«, so will ich mit Freuden wieder auf diesen Lehrstuhl zurückkehreu. Weuu aber der
Ruf de« heiligen Vater« mit dem Ruse de« Domcapttel» vou Rotteuburg übereiuftimmt, so wiffeu Sie, daß ich uicht ander« kann, al« folgen.*__________________________________________
AusUrud.
Budapest. 16. November. In der heutigen Sitzung de« Abgrordnetenhause« kam e« zu äußerst stürmischen Seeuen anläßlich einer Rede de« Ministerpräsidenten Bavffy, in welcher dieser der Oppofitiou vorwarf, daß sie anf dir Erschütterung der ungarischen verfaffung htnarbette und Ungarn in eine ernste Lage gebracht habe.
Triest. 16. November. Während de« hiesigen «useuthalt« de« Prinzen Georg von Griechenland äußerte derselbe eine» ihn beglückwünschenden Mttgliede der griechischen Eolouie gegenüber, die osfietelle Miitheilung seiner Ernennung habe er noch nicht erhalten, sondern nur dir Aufforderung, fich bereit zu halten. Er hoffe al« Gouverneur durch strenge Gerechtigkeit gegenüber betdeu Stämmen Kreta Frieden uud Wohlstand wiederzugeben.
Patt». 16. November. Der „Figaro* erklär», daß der Beschluß de« Eaffatiooshofe« im Justiz Palat« unter den Advokaten große« Aufsehen erregt ha». Die Advokaten find der Anficht, daß in der Drehfn«.Angelegenheit nunmehr die Zeit znm Handeln gekommen sei. Dafftlbe Blatt sagt, daß die Zahl Derjenigen, welche für die Revision und für die Unschuld Drehsu« rintreten, nunmehr zusehrud« zooimmt, da da« Papier, auf welche« da« Bordereau geschrieben, al« vou Esterhazy herrührend erkannt worden sei. Fran Drryfu« ist bereit« von einem Journalisten über den Beschluß de« Eafsationshose« interviewt worden. Sie zeigte fich tief gerührt und sagte: Endlich werde ihr Gatte vor die obersten Richter gestellt werden. Hoffentlich werde ihm genügend Zeit grlaffev, um alle an ihn gestellten Fragen beantworten zu köauen. Der Schwiegervater Drehsu«' äußerte fich dahin, die Familie werde fich nun nicht mehr in der Angelegenheit Hervorthun. Sie sei genügend befriedigt Über die neuen Thatsachen, die jeden Tag an« Licht kämen. E« genüge der Familie, zu wiffev, daß Drehfu« von Alle« Kenntuiß erhalte uud daß er erfahre, welche großen «nstrenguogen seine verwandten und Freunde um ihn machten.
Peri«. 14. November. Henry und Esterhazy. Seit einiger Zeit wird die verwuthung ausgesprochen und durch grwiffe Thatsacheo bekräftigt, daß Oberst Henry der Eowpltee Esterhazys bei besten verrätherei gewesen sei uud au« diese« Motiv Esterhazy entlastet und falsche Beweise gegeu Drryfu« augeferttgt habe - um fich selbst zu retten, habe er Esterhazy der Verfolgung zu entziehen gesucht. Diese Annahme wird
Lbttilleton.
Zur Einweihungsfeier nach Jerusalem, xn.
Kairo, den 4. November 1898.
Von den größeren Ausflügen, die in dos Programm für die Reise des Kaiserpaares im heiligen Lande ausgenommen waren, ist nur der nach Damaskus und Baalbeck zur Ausführung gelangt. Seiber ist es uns nicht vergönnt gewesen, die hohen Reisenden hierbei zu begleiten ; da ich aber dieselbe Fahrt kurz vorher ausgeführt habe, bin ich wenigstens in der Lage, die Stätten zu schildern, die da« Kaiserpasr bei dieser Gelegenheit besucht hat. _ ,
Der Ausflug nach Damaskus wird von Bettuch aus unternommen, und, wie durch den Telegraphen feiner Zeit gemeldet worden ist, begab sich die „Hohenzollem" von Jaffa aus an der Küste de» heiligen Lande» mit den alten Städten Lyru» und Sydon entlang nach Norden fahrend nach dieser Siadt, die fich neuerdings zu dem bedeutendsten Handelsplatz von Sytten entwickelt und einen bedeutenden Aufschwung genommen hat. Die Lage von Beiruth an der St. Georgsbai in einer mit üppigen Gätten, Pinienwäldern, Weinbergen und Olivenhainen bedeckten Gegend am Fuße des fich in großartigen Formen bis zu den schneebedeckten Höhen des Cannin über Ceneisa aufbauenden von tiefen Furchen zet* ttffenen Gebirges ist eine außergewöhnlich schöne, mrd Die Eisenbahn, die von hier aus über den Libanon und Antr- libonon hinweg nach Damaskus fühtt, gehört zu den intereffantesten der ganzen Welt. Von der Küste an uimntt die zum Theil auf Zahnradstrecken eingerichtete Bahn zunächst in zahlreichen Schleifen und Kehren durch viele Tunnels und über wilde Schluchten, über spannende Brücken zum Kamm
de» Libanon empor. Der Reisende hat hierbei immer neue Ausblicke auf das tiefblaue Meer und auf da» fchöne Beiruth und seine herrlichen vom rothen Gestein de» Gebirges fich farbenprächtig abhebenden Gattenpalmengruppen, Oliven- und Pinienwälder. Ihren höchsten Punkt, nahezu 1600 Meter, erreicht die Bahn innerhalb de» 360 Meter langen Tunnel» Baidar. Von der Libanonhöhe, wo fie eine der höchstgelegenen Bahnstrecken der Erde ist, senkt fich die Bahn in da» -wischen Libanon und Antllibanon fich ausdehnende, von Weingärten uud Maulbeerplantagen bedeckte Thal el Bika, das alte wegen feiner Fruchtbarkeit berühmte Cölesytten hinab und erreicht die Station Mualakka, von wo aus die Ruinen von Baalbeck in vierstündiger Wagenfahrt erreicht werden. Auf dieser Fahrt durch da» -wischen dem Kamm de» Libanon und Antilibanon sich hinziehende Hochthal hat man Gelegenheit, die eiger. artigsten Volkstypen zu beobachten, die namentlich am Chan von Wet Schamo neugierig den Wagenzug umdrängen. Es find meist maronittfche Christen, die fich in ihrer Lebensführung jedoch von den Mohamedanern höchsten» dadurch unterscheiden, daß fie auf die zweifelhaften Freuden de» Harem» verzichten und fich dafür durch den Genuß geistiger Getränke entschädigen. Für den Reisenden ist die zuletzt erwähnte Eigenschaft nicht gerade angenehm. Unser Kutscher war mit einet mehrere Fuß hohen Flasche voll rothen Landweine» bewaffntt, aus der er zu wiederholten Malen mit feinen Collegen sehr ansehnliche Stärkungen zu fich nahm und deren Amoesenheü bewirkte, daß unsere Fahrt fich um eine Stunde verzögerte, und wir unser Ziel erst lange nach Sonnenuntergang erteilten.
Von den Rainen de» alten Heliopolis sieht man übrigen» au» der Ferne auch bei Tage wenig, um so größer ist bann ber Eindruck, wenn man die Akropolis von Baalbeck mit ihren gewaltigen Mauern und Säulen im Schein ber Morgen» sonne in ber Nähe vor fich liegen fieht. Die breite Freitreppe,
bie einst zu dem jetzt an 6 Meter über ber Erbe oberhalb eine» mit Steineichen bepflanzten Gatten» gelegenen Portiku» empor führte, ist heute verschwunben. Ihre Stttne mürben vermuthlich zu bem Bau der Befestigungen verwendet, bie von den Saracenen im Mittelalter hier angelegt wurden und zum Theil noch jetzt übet den Ruinen au» bet römischen Zeit fich erkennen lasten. Man muß be»halb den Weg burch bie gewaltigen, in ihren Unterbauten wohl noch aus der vor* römischen Epoche stammenden Gewölbe nehmen, um zu dem sechseckigen, Meinen Tempelvorhof zu gelangen, von dem nur bie Grundmauern und einige Muschelntschen erhalten find. Durch ein dreifache» Thor, von dem da» kleinere nördliche noch stehen geblieben ist, tritt man von hier au» in den großen Vorhof, bet 135 Meter lang und 113 Meter breit eine Vorstellung giebt von bet gewaltigen Ausdehnung bet Tempel anlagen, bie hier in ben ersten Jahrhunderten nach Chttsti von den römischen Colonisten erbaut worben finb. An drei Seiten ist dieser Hof, in dem bei dem Besuche be» Kaiserpaare» ba» Zeltlager aufgeschlagen war, von muschel- artigen Nischen eingefaßt, bie nach ben Barockbrlbungen in den Verzierungen der korinthischen Kapitäle zu urtheilen, au» einer späteren Zeit, wahrscheinlich au» der be» Caracalla, stammen. Hmter bem großen Vorhof erhob fich bet gewaltige „große Tempel*, von bem jetzt jedoch nur noch einige Umfassungsmauern und sechs 19 Meter hohe Säulen emporragen. Wesentlich bester erhalten ist bet südöstlich davon auf einem besonderen Unterbau fich erhebende „Sonnen- tempel* ber zu ben schönsten unb antiken Bauwerken gehört, die heute in Sytten noch zu finden find. Da» prachtvolle Peristyl mit seinen herrlichen Säulen unb seiner zierlichen Kaffettendecke, ba» wundervolle Pottal und die an schönen Einzelheiten reichen Wände de» C-lla legen beredte» Zeugniß von der hohen Cultur ab, die einst in diesen jetzt so öden Gegenden herrschte und deren künstlerische Hervorbringungen


