Ausgabe 
18.10.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

bezeichnen seien, wenn nicht wirklich ausverkauft werde, betont die Nothwendigkeit, von BereinSwegen die Redacteure der Reclamepreffe zur Uvterlasiung von unlauteren Veröffent­lichungen zu beetnfluffen, empfiehlt die Ueberwachuog der Schaufenster, bezeichnet die FirmaErste- und größtes Ge­schäft" u. s. w. sür unzulässig und vertritt auch den Stand­punkt, daß Selbsthülfe, zunächst durch Vereine, weiter führe, al- gerichtliche Klage.

Herr Sch äfer-Frankfurt äußert fich des Näheren über den BegriffFabrikpreis", al- welcher nur derjenige zu be« trachten ist, den die Fabrik den Wtederverkäufern ausetzt.

Herr Schmidt berichtet über das, was in Darmstadt zur Wahrung der Interessen des DetailltstenstaudeS geschehen und constatirt, daß man dort Erfolge gehabt. Er bemerkte weiter, daß die Preffe im Gesetz zu schwach bedacht sei, sie diene vielfach a!S Vermittlerin der Unwahrheit. Die von ihm eingebrachte Resolution lautet:

Die 6. Delegirten-Conferenz erkennt an, daß da- Gesetz zur Bekämpfung de- unlauteren Wettbewerbe- vom 27. Mat 1896 wohlthätig für Treue und Glauben tu Handel und Gewerbe gewirkt hat. ES hat fich aber schon tu der kürzeren Geltungsdauer de- Gesetze- herauS- gestellt, daß die Bestimmungen derselben nicht genügen, um dem unlauteren Wettbewerb in allen Fällen wirk­sam entgegeuzutretev. Die Versammlung beauftragt de-halb die vertretenen Vereine, mit Rücksicht auf eine anzuftrebende Revision deS Gesetze- Material zu sammeln über Fälle, in denen etwa da- Gesetz seine Hülfe ver­sagt, um die Angelegenheit zu verfolgen.

Herr Dr. Merbot-WteSbaden bemerkt, daß da- Ge­setz nicht alle Hoffnungen erfüllt, wohl aber manche Befürch­tung bestätigt habe- der Richterstand habe nicht vermocht, den Anforderungen an Treu und Glauben gerecht zu werden, er hoffe aber, daß die Praxis belehrend und erziehend auf die Richter einwirkt- nicht mit Revision des Gesetze- solle man sich befaffen, sondern die Wünsche äußern, die man deu Richtern gegenüber hat.

Herr Commerzienrath Koch hält e- für nützlich, die Be- seitiguag de» Anwaltzwanges auch bei dem Patentawte zu erstreben. Bis jetzt seien, wie er au zuverlässiger Stelle sich unterrichtet habe, nur besondere Patentanwälte zugelaffen, welche fich besondere Extra-Honorare bedingen sollen, so daß die beiderseitigen Kosten in einer selbst etnsacheu Sache, wie Redner an einem Betsp el beleuchtet, auf Mk. 1000 bemessen werden könnten.

Herr Schm ah l-Mainz bezeichnet als Aufgabe de- KaufmaunSstande- die bereit- von Herrn Dr. Gutfleisch betonte Wahrung der Freiheit seine» Handeln- und Ent­faltung seiner eigenen Kraft zur Wahrung seiner Interessen- er spricht sich sür Aufstellung einer Statistik über ergangene Urthetle, nach welcher die Wünsche bezüglich einer etwaigen Gesrtze-revlfion zusammeugestellt werden können, au-. Die Urthetle wüßten auch mit dem Rechtsbewuhtseiu de- Volke- tn Einklang stehen. Durch Agitation der localen uud Branchen« Vereinigungen durch ganz Deutschland könne viel erreicht werden.

Herr Stamm-Wiesbaden empfiehlt, in der Resolution auSzudrücken, daß zur Berathung der Abänderungsvorschläge zum Gesetz auch Detailltsten zugezogen werden.

Nach kurzer GeschästSordnungSdebatte wird die Reso­lution angenommen.

(Schluß folgt.)

CscaUs und Provinzielles.

Sießeu, 17. October 1898.

Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß« Herzog empfingen am 15. Oktober u. A. den KreiSamt- mann GrnneS von Lauterbach, den Professor Dr. Löhlein, Rector der Laude-universität, die Steuerassefforen H oo- von Büdingen und Dölp von Friedberg.

* * Gewerbeinspectiou. Mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit de- Großherzogs wurde durch Entschließung Großherzogltchen Ministerium- de- Innern dem bisherigen Stadtbaumeister zu Rastenburg, Emil Schimpfs au- Worms, die Stelle eines Assistenten bet der Gewerbe- inspectton Darmstadt provisorisch übertragen.

* * R. Stadltheater. Vor gut besrtztem Hause gelangte gestern die vieractige GesangspoffeDer Tanzteufel" zur Aufführung. Da- Srück eignet fich für eine Sonntags- Vorstellung ganz besonder-, da e- die Lachmu-kelu nicht zur Ruhe kommen läßt. ES kommt bei der Poffe weniger auf musikalische Leistung, als auf eine gute Wiedergabe der Komik an, und die ist den Darstellern durchweg sehr gut gelungen. Da- Lachen de» Publikums steigerte sich häufig zu einem schallenden Gelächter, und die Besucher verließen vergnügt und voll befriedigt den Musentrmpel.

Eiarttheater. Da- am vergangenen Freitag Abend mit durchschlagendem Erfolge zur Aufführung gelangte neue LustspielIm weißen Rößl" wird Dien-tag den 18 d-. wiederholt. Auch für diese Vorstellung gelten erhöht Ein« trittSpreise. AIS nächste Novität hat dteDirection unserer Bühne Max Halbe'- berühmte- SchauspielMutter Erde" zur Aufführung angenommen. Mittwoch den 19. dS. bringt die zweite Volk-Vorstellung Suderwanu- Ehre".

* Saalbau-Vereiu. In der am Donnerstag Abend in der kleinen Aula der Untverfität abgehaltenen General- Versammlung gab der Vorsitzende, Hecr Proseffor Spengel, zunächst eine Ueberficht über da- mit dem 30. September abgelaufene erste Veretn-jahr. Er hob darin hervor, daß die Bestrebungen de- Verein- fich bei unseren Mitbürgern allseitiger Theilnahme zu erfreuen gehabt hätten, wa- in deutlichster Weise daraus hervorgehe, daß der Verein e- bereits auf 238 Mitglieder gebracht habe. Er gedachte sodann der künstlerischen Darbietungen, die im vorigen Winter ausschließlich die Form von Concerteu hätten annehwen müssen, in Zukunft aber manntchfaltiger gestaltet werden sollten. Im Namen deS Finanz Ausschusses legte er alsdann

den Lassa-Bericht vor, der ein sehr günstige- Resultat auswie-:'

Einnahmen:

von 232 Mitgliedern L Mk. 10 . . . . 2320. Mk.

n n H ........^00.

au- 4 Concerten.........714.

Berkaus von Programmen..... 78.20

für Zinsen au- Check-Couto Guthaben . . 23.35

3236.05 Mk.

Ausgaben:

für Künstler-Honorare....... 880. Mk.

allgemeine Kosten........ 453.70

1333 70 Mk.

Ueberschuß . . 1902.35 Mk. welche beim Baukhause Aron Heichelheim hier deponirt find. Im Anschluß an diesen Bericht theilte der Vorfitzende mit, daß auf Antrag deS Finanzausschusses Seitens der Herren Jean Kirch, Eommerzienrath Wilhelm Gail und Ernst Balser die bei früheren Gelegenheiten ge­sammelten und bi-her von ihnen verwalteten, kleineren Saal« bau-Fond- in Höhe von 1116.20 Mk. resp. 875.75 Mk. und 578.60 Mk., also einen Gesammtbetrag von 2570.55 Mk., dem Saalbau-Verein zur Verwaltung überwiesen worden seien. Endlich wurden einige Mittheilungeu über die für den kommenden Winter geplanten Aufführungen gemacht, welche unfern Lesern bereit- bekannt find. Wir freuen un- jedoch hinzufügen zu können, daß der in uuserm neulichen Bericht angedeuiete, ausgezeichnete und beliebte Sänger, der Herr Kammersänger Han- Buff-Gieß en in Dresden ist und daß derselbe dem Vorstände seine Mitwirkung sür ein in der ersten Hälfte de- November- zu veranstaltenden Lteder-Abend zugesagt hat.

* Johanne- Brahms. Die Freunde de- verewigten Eowponisteu Brahm» erlaubt man fich, darauf aufmerksam zu machen, daß eine Büste desselben, von Frau Dr. Felltuger in Wien gefertigt, in der Ricker'schen Buchhandlung auf­gestellt ist. Dieselbe kostet bet directer oder durch die Rtcker'sche Buchhandlung vermittelter Bestellung (Frau Dr. Felltuger, Wien UI Hauptstraße 96) nebst Postament porto­frei tn's Hau- geliefert 10 Mk. (5 Gulden). Der volle Ertrag streßt in den Fond- zur Errichtung eines Brahms« Denkmale- tu Wien. H. K.

* Die Einnahme au Zöllen und gemeinfchaftlicheu Ser- branchspeueru im Großhcrzogthum Hessen beziffert sich tm Rechnungsjahre 1897/98 auf 14,731,511 Mk. Dabei ergab die Steuer von Tabak 440,244 Mk., Zucker 686,220 Mk, Salz 1,085,174 Mk., Branntwein 1,251.808 Mk., Bier, einschließlich UebergangSabga'oe, 1,239,243 Mk., Spielkarten 174,537 Mk., andere Reichsstemprlabgaben 242,096 Mk., Etngang-zoll und rückerstattete Schiffsbegleitung-kosten 9,672,315 Mk.

Au Wechfelstempelsteuer war im OberpostdirectionS« bezirk Darmstadt tm Monat September 1898 ber Ertrag 14,052.70 Mk., zuzüglich be« Eingänge- in den Vormonaten (ab 1. April b. I.) 88,454.40 Mk., oder mehr 5492.70 Mk. als im entsprechenden Zeiträume de- vormaligen Rechnungs­jahre-.

Gesundheit regeln für den Monat Oktober. Mit den rauheren Tagen stellen fich Husten, Hetserkett und Schnupfen ein. Die beiden ersteren werden vielfach veranlaßt durch eine unangemessene Athmuug. Der Etngangscanal für die Athemlust ist die Nafe und nicht der Mund. Athmet mau durch den Mund, so trifft die rauhe Luft unvermittelt auf den Kehlkopf uud die Luftröhre und ruft hier Catarrhe hervor, die fich äußerlich al- Husten und Heiserkeit kenn­zeichnen. Fließt die Athemlust dagegen durch die Nase, so wird fie durch die hier gelegenen Höhlen vorgewärmt. Die Erwärmung der eingedrungenen Luft geht theilS dadurch vor fich, daß fie fich mit der bereit- in dem Nasenraum vor­handenen Luft mischt, theilS dadurch, daß sie über eine spiralig gerollte Vorrichtung, die untere Muschel, streichen muß, die reich an Blutgefäßen ist und durch die Blutwärme die Luft erwärmt. Die anfänglichen Schwierigkeiten, die mit der Nafenathmung verbunden find, legen fich bald. Da­gegen werden, weil die AihmungsOrgane nur von warmer Luft getroffen werden, Husten und Heiserkeit vermieoen. Im Gegensatz hierzu entsteht der Schnupfen weniger durch eine örtliche Einwirkung kalter Luft auf die Nasenschleimhaut, als durch plötzliche Abkühlung anderer Körpertheile. Für die hier gestörte Hautthätigkeit sucht der Körper einen Ersatz. Besonder- angeregt wird die Hautthätigkeik durch warme Bäder mit nachsolgendeu kalten Abreibungen. Eine regel­mäßige Hautpflege schützt vor Schnupfen.

Wetterbericht. Die westliche Depression rückt immer weiter gegen den Kontinent herein, während der hohe Druck unter Abnahme feiner Intensität fich gegen Osten zurück« zieht. Derselbe erstreckt fich heute von Skandinavien und der Ostsee in südöstlicher Richtung gegen da- Schwarze Meer. Der Hauptdepresfion find bereit- Theilminima vor­gelagert und auch im Mittelmeergebiet scheint fich, soweit die mangelhaften Nachrichten erkennen lassen, tiefer Druck aus« zubilden. Dementsprechend ist auch in Süddeutschland bas Wrtter trüb und treten im Alpengebiete bereits stellenweise Regen- und Schneefälle ein. Beim Durchgang der Depresfiou dürften fich ausgiebigere Niederschläge und auf der Rückseite verrnuthlich auch Schnee einstellen. Voraussichtliche Witterung: Trübe-, später wolkige- Wetter mit Nieder­schlägen.

Xus der Leit für Ne Lett.

Vor 85 Jahren, am 18. October 1813, fiel die Ent­scheidung in der dreitägigen Völkerschlacht bei Leipzig. Dieser Ausgang war das Grab des französischen Kaiserreichs. (Nach einem unermeßlichen Menschenverlust verließ Napoleon am 19. October die Stadt Leipzig, die sofort von den Ver« kündeten erstürmt ward. Den Völkern aber hatte diese Ent­

scheidungsschlacht den guten Glauben an die eigene Kraft wiedergegeben.

A Mainz, 16. October. Während zur Vermeidung der Wahlaufregung von den Führern sämmtlicher politischer Parteien hier einschließlich der Socialdemokraten be­züglich den bevorstehenden Ergänzungswahlen zur Stadtver- ordnetenvrrsammlung ein Karte! vereinbart wurde, wonach von den 21 zu wählenden Stadtverordneten jeder Partei die seitherige Anzahl der Vertreter im Gemeindecollegium zugesichert worden ist, machen fich in verschiedenen Kreisen der Bürger­schaft gegenwärtig Bestrebungen geltend, die darauf hinaus- laufen, einen Wahlzettel unparteiischer Candidaten aufzustellen, wobei man lediglich in Betracht ziehen will, ob die betreffen­den Personen die richtigen Qualificationen zu Vertretern der Stadt haben. Derartige Versuche sind bei früheren Wahlen hier verschiedentlich gemacht worden, haben aber immer nur den Erfolg gehabt, daß die aufgestellten Candidaten, welche gleichzeitig auf dem Zettel der einen oder anderen Partei gestanden haben, zu einer etwas höheren Stimmenzahl wie andere Candidaten kamen, während der gesammte Candidaten- zettel eine kaum nennenswerthe Stimmenzahl erhielt. Wie die Verhältnisse hier nun einmal liegen, werden immer die Parteien bestimmend für die Zusammensetzung der Stadt- Verordnetenversammlung fein.

A Mainz, 16. October. Der vor einigen Tagen hier verhaftete polnische Geistliche, hinter dem man einen Schwindler vermuthete, hat sich mittelst Papiere thatsächlich als Geistlicher ausweisen können, worauf dessen sofortige Frei­lassung veranlaßt wurde. Die Collecte, welche der irrthümlich Verhaftete veranstaltet hatte, war für ein italienisches Seminar bestimmt.

A Mainz, 16. October. Noch bevor der soeben vollendete neue Schlacht- und Viehhof hier dem Betrieb über­geben ist, haben sich bezüglich der Betriebsleitung ernste Differenzen ergeben, die dazu geführt haben, daß dem oft genannten Director der Schlacht- und Viehhofes seine Stelle seitens der Bürgermeisterei bereits auf den 1. Januar nächsthin gekündigt wurde. Wie wir erfahren, liegt der Grund der Kündigung darin, daß die städtische Verwaltung bei der Wahl des Schlachthausdirectors insofern keinen glücklichen Griff gethan, als sie bei dessen Anstellung nur feine Beamten­eigenschaft berücksichtigte und vergaß, daß sich nicht jeder Norddeutsche (der gewählte Schlachthausdirector war Bürger­meister in einer kleinen Stadt in Sachsen) in die süddeutschen und speciell Mainzer Verhältnisse zu schicken versteht.

Mainz, 16. October. Die Tochter einer hiesigen an­gesehenen Bürgerfamilie lernte zu Anfang dieses Sommer- gelegentlich eines Besuches bei Verwandten in Sachsen einen sehr wohlhabenden Apotheker in den mittleren Jahren kennen. Im vorigen Monat kam der Mann hierher, stellte sich den Eltern des Mädchens vor und hielt um deren Hand an, die ihm auch nicht verweigert wurde. Mn gab es ein reges Leben. Brautgeschenke wurden ein getauft. Bestimmungen über die Abhaltung der Hochzeit getroffen rc-, aber Alles war dabei dem Bräutigam nicht gut und theuer genug und er gab das Geld mit vollen Händen aus, so daß die Schwieger­mutter in spe daran Anstoß nahm, jedoch durch die günstigsten Nachrichten über die Vermögensverhältnisse des Schwieger­sohnes, welche aus dessen Heimath eintrafen, bald wieder beruhigt war. Die Hochzeit war auf nächsten Monat fest­gesetzt und der Schwiegersohn reiste Anfangs des Monats wieder ab. Schon nach zwei Tagen traf von den Eltern desselben die Mittheilung ein, daß er schwer erkrankt sei und nach seiner Braut verlange. Das Mädchen und dessen Mutter machten sich denn auch sofort auf den Weg zu dem Kranken, fanden aber nur noch einen Tobsüchtigen, welcher am Tage ihrer Ankunft in der Zwangsjacke nach einer Anstalt gebracht werden mußte, woselbst er schon am nächsten Tage starb.

Vermischtes.

Eine erfreuliche Verordnung hat ber Regierungspräsident von Köln für die Kreise Bonn (Stabt und Land) und Sieg erlassen, die jedenfalls einer allgemeinen Verfügung entspricht und in allen Regierungsbezirken, tu deren Gebiet Theile des Rheines gehören, erlassen worden ist:Die Anbringung von Reelameschildern und anderen gleich« artigen Geschästsanzetgen außerhalb der geschloffenen Ort­schaften in der Nähe der Ufer des Rheinstromes und auf den diese umschließenden Höhen ist verboten. Bereits be­stehende Anlagen der genannten Art find bis 1. Januar 1899 wieder zu beseitigen. Diejenigen Reclameschilder der Gast« und Schankwirthschaftea, die fich mit letzteren in örtliche« Zusammenhänge befinden und auf den WirthschastSbetrieb beziehen, unterliegen nicht diesen Vorschriften. Weitere Aus­nahmen kann der Landrath, brzw. Oberbürgermeister ge­statten." ES wäre zu wünschen, daß andere Regierungen, tauberen Bezirke landschaftlich schöne Gegenden durch Reclame- schilder verunziert werden, dem Beispiele der Kölnischen Re gierung folgten.

Die Palastinafahrt de- Kaisers und der Preis bet Orangen. Die Gemeindeverwaltung von Jaffa ist von der türklschen Regierung aufgeforbert worden, mit Rücksicht ans den Besuch des deutschcn Kaiser- die ziemlich verwahrlostet Straßen der Stadt Jaffa und ber Umgebung schleunigst i» Stand setzen zu lassen. Die Gemeinbeverwaltung wies daraus hin, daß die- eine Au-gabe von nahezu 15000 Franke« verursache, und sie könne daher bei der bekannten Armvts ber Gemeinde diese Arbeiten nur bann au-sühren, wenn mae ihr gestatte, fünf Jahre hindurch von jeder an- dem Hasen der Stadt auSzuführenden Kiste Orangen einen Zollzuschlai von 10 Para« eiuzunehmen. Dieser Antrag der Gemeinde» verwaltung erhielt die Genehmigung de- Sultan-, und ek werden daher die Jaffa Orangen bi- zum Jahre 1903 höhte im Preise stehen.

Reue Uniform für die Unterbeamten der Reichspof- Eine leichtere Uniform für die Unterbeamten der Reichspop« also vor Allem für die Postboten, soll dem Vernehmen nach