Ausgabe 
18.10.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

4en 611 He *

feg

ittltb |Ut m

S

6ot,a|limofrni

««einbett 5u6llbl*t- iebn L°°^

aenen Kreis,n k l<«4

M v!ll, ob hU k'

**» u fe* fabtita.

**8ta?*

tlnw »bet Z h*»n «tatÄ Laet Summte Cito ®hmmen}oy

»ujamtnenfejung btt 6t»

"* tagen fa l$e» hinter dem man eina »ttelft Papiere thatsM «cte, welche bet irrtbüili» lür ei« italienische»^

) bevor der soeben volleid» hier dem Betrieb über- der Betriebrleitung emfte lihrt haben, bafe Dem o't und Viehhosr» feine etfDe ms den l. Januar nächst^ ihren, liegt der M fe ;e Verwaltung bei der W :n leinen glückliche Ech lellung nur seine tzMw rrgah, daß sich nicht jeder rLthauödirector mar Bürger Sachsen) in die süddeutsch« i zu schicken versteht.

Tochter einer hiesigen » zu Anfang dieser Lommen lerroanblen in Sachsen tim >en mittleren Jahren kenn« inn hierher, stellte sich ta eit um bereu Hand an, die

Mn gab es ein reget eiugelauft. M-Egei troffen rc., aber Mer wr und theuer genug unb c aut. so lch bie SchMM , jedoch durch die günsticim ^Verhältnisse der 6t* iatb eintrafen, bald nwj it aus nächsten W I* riiü! anfang» M W» tagen traf »» h ,®£ 6 ,r ffatr erfranll in » Wdje» unb btffenJM« ^inSis ja bem ÄranM WM t*r am zi® timt

» «Wen W 9aj_-

te» t

7 OTb 8«- tljteiintii 8trfW au *wo , k lB'Dici j° | ,!>l

ibt» «bL oio balb b«

bi«

1

W fr1* s 2 w* ,i« «««*% W*

sjs»** . «tn«*

I >*qaff » 2!

!ii W'1 %4 eit»« '' bli i11®1', MleWtl*

°°°

ij«611iiab««, *

r» . eine» oL# «o-"L-, 0'1 btf F afgunfl z,h,i>^ ?»*** &

.»sS«*

)ttv, ,D

jüt dea nächsten Sommer tn Aussicht stehen- damit würde ein lange undheiß" genLbrter Wunsch der Postboten endlich erfüllt werden. Die bishertgen versuche find «it Röcken tn Joppeuform mit Kiappkragen unö Rückengurt gemacht worden. Bon den probtrten Troffen hatten die hellsarbigen den Nach- theil, daß fie zu leicht schmutzen^ erscheint deshalb die Wahl eine» dunkelblauen Stoff:» zweckmäßiger. Zugleich «it Einführung der Tommerkleidnng wird eine Aendernng in der Tragezeit der übrigen Kleidungsstücke etntreten, damit die Kleiderkafftn Zuschuss: nicht wesentlich geändert werden müssen - e» ist, wie dieBR. Allg. Ztg." schreibt, in Aussicht genommen, künftig alljährlich eine Hose und eine Mütze, alle zwei Jahre einen Wluterrock und einen Sommerrock und alle vier Jahre einen Mantel zu lteferu.

Die Stadt Saratow hatte dieser Tage ein seltene» Schauspiel- sie machre die Bekanntschaft mit einer Partie von 180 Sudischauern, welche jetzt für ihren Aufstand gegen die russische Herrschaft nach deu sibirischen Bergwerken tran»portirt werden. Die Leute waren sämmtlich tu den grauen, bi» zu den Füßen reichenden Arrrstanteukittel ge­kleidet, trugen an den Füßen Ketten und machten mit ihren halbgeschorenen Köpfen einen unheimlichen Eindruck Sie find fast alle stark brüaett, die Gesichter mongolisch mit den hervorstehenden Backenknochen. Wir finden hier alle Alter»- klaffen vertreten von sechszehn- bi» achtzehnjährigen Jüng­lingen bi» zu Grelsrn von 6070 Jahren, jedoch überwiegen die Männer t« Alter von 40 bis 50 Jahren. Keiner von ihnen spricht ein Wort russisch. Auf den meisten Gesichtern malt sich Stumpfsinn. In dieser Partie befindet sich auch der Millionär Babadschanow, einer der Führer de» Auf­stande», welcher vom Kriegsgericht zum Tode verurtheilt war, aber aus das Gnadengesuch feiner neunzigjährigen Mutter zu zwanzigjähriger Zwangsarbeit begnadigt wurde. Babadschanow ist ein sechzigjähriger, noch sehr rüstiger Mann - au» seinem von tiefen Furchen durchzogenen Gesicht blitzen scharfe kleine Augen hervor. Irgend welcher Vergünstigungen erfreut sich auch der M lliouär nicht.

* Veteranenfahrt nach Sau Nemo. Die Theilnehmer au derBeteranensahrt nach San Remo", die mit Karl Stangen reisen, versammelten sich am 11. October tu Frankfurt a. M-, woraus den 12. October Früh 6 Uhr 55 Miu. die Abfahrt stattfand. Die Fahrt geht über Straß­burg nach Basel und nach Besichtigung dieser Stadt Abend» noch nach Luzern. Der 13. October war Ruhetag tn Luzern, der zur Besichtigung der Stadt und Umgebung (Pilatus, Rigi) verwendet wurde. Am 14. October >st Fahrt nach Genua, wo bi» 17. Mittag» geblieben wird. Die Ankunft in San Remo findet am 17. October 4 Uhr 39 Minuten Nachmittag» statt. Am Geburtstage des hochseligen Kaiser» Friedrich III., dem 18. October, findet die Emwethung der Kaiser Friedrich Gedenktafel" statt und am 19. Octobrr löst sich der gemeinsame Zug auf.

Eine amüsante Geschichte wird demErf. Allg. Anz." anläßlich der Meldung über eine in WerntngShäuser Fiur obgehaltene Jagd an» Jägerkreisen erzählt. Herzog Ernst von Gotha kam eine» Tage», ongethau mit seiner geliebten Jägertracht, nach Werning»hansen und erfuhr hier, daß ein Einwohner mehrere Hasen besitze, die er jung gefangen unb zu kleinen Kunststückchen abgerichtet hatte. Der Herzog, den die Sache interesfirte, ging zu dem Manne und ließ sich die Häschen unb deren Exercttien vorführen. Herzog Ernst freute sich weidlich über dir klugen Thierchen, dann aber wandte er sich an den Haseubtsitzer mit der scherzhaften Bemerkung: Sie haben sich durch da» Fangen'der Hasen eigentlich gegen da» gothaische Jagdgesetz vergangen und sich der Wilddieberei schuldig gemacht!' Der Sngeredete, der seinen hohen Gast nicht kannte, meinte darauf wichtig:Dil da find weimartsche Hasen, lieber Herr, diegoihschen" find zu dumm zu solchen Kunststücken!" Herzog Ernst soll über diese Auskunft herzlich gelacht baden.

e Der Freitag bat in der Geschichte der Bereinigten Staaten eine große Rolle gespielt. Eine Reihe von wichtigen nationalen Ereignissen hat stet» an einem Freitag stattge- finden. Die Union der Colonien wurde am Freitag, 29. Mat 1775, vollzogen. Sm Freitag, 16. Juni 1775, sand die Schlacht von Bunker H ll statt. Die U labhängtgkcitSerklär- uug wurde endgiltig unterzeichnet Freitag den 2. August 1776. Aletchfall» an einem Freitag, am 3. Januar 1777, wurde die Schlacht von Princeton auSgeiochten. Dir Schlacht von Saratoga fand am Freitag, 17. October 1777, die von Lake 'Erie Freitag den 10 September 1813, die von New Orleans am Freitag den 8. Januar 1815, von Palo Alto in Mex.ko am Freitag, 8. Mai 1846, von CherubeSco in Mexiko Frei­tag deu 20. August 1847, die von Corinth tu Miffourt am Freitag, 30. Mai 1862, die von Gettylburg am Freitag, 3. August 1863, und dir von Petersburg in Virginia am Freitag den 24. Juni 1864, statt. Auch die Uebergabe von Cornwall » erfolgte an einem Freitag deu 19. October 1781, und der Berrath Arnold» wurde an demselben Wochentage, am 22. September 1780, entdeckt. NeuesBeweismaterial" für Die, so anominöse" Tage glauben!

* Da» Paeifickabel. Die Kabelverbindung zwischen den Vereinigten Staaten und ihren neuen Besitzungen im Stillen Ocean soll contrac lich bis zum Ende dieses Jahres fertig gestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf 10 Millionen Dollars. Das Kabel wird von San Franzisko nach Hawat, den Ladronen, Phllippinen und Hongkong führen. Die »Pacific Table Company*, unter deren Controlle es steht, verfügt über ein Capital von hundert Millionen Dollars.

* 6m einfaches, aber beredtes Wahlprogramm. Herr Narciffe» Lebeau möchte Stadtrath de» Viertel» Cliguau- court werden und hat Meier Wunsch auf folgendem Anschlag feinen Mitbürgern zur gefälligen Kenntnißnahme und Be­herzigung unterbreitet:Bürger! Ich habe weder ein Pro­gramm, noch eine politische Führung»linie, bin mit der Orthographie nicht besonder» vertraut und meine Moralität ist nicht unanfechtbar, dagegen besitze ich im höchsten und au»- gep agtesteu Grade jene in erster Linie vothwendige Sache,

die Berufung! Ja, die Berufung! Al» ich noch ganz klein war, handelte efl sich eine» Tage» darum, mir zum ersten Male die Haare schneiden zu lasten. Zn diesem Zweck ver­sammelte mein Vormund feierlichst einen Familienrath.Der Junge wird General werden", sagten die Einen,Wurst­macher", erklärten Andere entschieden.Ich wette einen Franc, daß er Pfarrer wird!" rief ein alter Vetter au», besten Athemzüge sich stark bemerkbar machten.Stadt- rath", heulte ich,ich will Stabtrath werben, Kreuzbonuer» werter!" Bürger! Drei hauptsächliche Reformen brängeu sich Jedermann auf unb ihre Dringlichkeit kann Keinem ver­borgen bleiben- e» find: 1. bte Verbreiterung ber Rue Norvin»- 2. die Holzpflasterung der Rue Norvin»- 3. bte Acelylen-Beleuchtunq der Rue Norvin»- weil ich darin wohne. Bürger! Mit mir werbet ihr nicht bte bedauer­lichen Au»schreitungen zu befürchten haben, die der Steten« getst unb bte Voreingenommenheit nach sich ziehen. Ich bin Anhänger bet weitgehendsten Freiheit anb tn Gegensatz zu brr Theorie eine» bekannten Akademiker» lautet bte meine: ,Alle» lesen!" Denn ersten» ist bie Lectüre ein angenehmer Zeitvertreib und ferner kommt man, wenn man Alle» liest, dazu, sich über die meisten Dinge einen absoluten Meinung», mangel zu bilden, ber, wenn er nicht bie wahre Wei»heit ist, ihr doch sehr nahe kommt. Da» hatte ich Euch zu sagen- j'tzt laß ich Euch bie Vorhand. Nrrciste Lebeau, ehemaliger Reservist." Wenn die Wähler daraus nicht anbeißeu, so ver­stehen fie wirklich keinen Spaß.

e Große» Schiffsungluck. Der DampferMohegan" von derAtlantic Transport Line' ist auf der Fahrt von London nach New 2)ork mit 200 Passagieren gestern Abend bei Kap Lizard gescheitert. Nach den letzten Nachrichten sind mehrere Personen ertrunken, al» sich ein mit Paffagieren angefülltes Rettungsboot dem Lande näherte Mehrere Nettungsbote sind zur Hilfeleistung abgegangen; 30 Personen wurden in Porthoustock gelandet. Der DampferMohrgan" ist gesunken. Nach späteren Meldungen find nur 31 der auf dem untergegangenen Dampfer reisenden Personen ge­rettet. Da» Unglück ereignete sich an dem Manaclefelsen nahe Falmouth. Vor Jahren schon war eine Agitation im Gange, um gerade an der Stelle des jetzigen Unglücks ein Leuchtschiff einzurichten. Die Katastrophe muß bei klarem Wetter eingetreten sein, freilich bei hoher und unruhiger See. Die Zahl der Ertrunkenen wird nach einer anderen Meldung auf 143 angegeben. Die Atlantic-Tran-portgesellschaft ver- weigert vorläufig bte Genehmigung, die Paffagierliste einzu- sehen, ehe diese controlirt ist. Das Schiff sank in 20 Minuten- es scheint die Maschine gebrochen zu haben. Der als einer der tüchtigsten Capitäne der Linie geltende Capitän Griffith ertheilte von der Commandobrücke bis zur letzten Secunde in vollster Ruhe seine Befehle unb hielt größte Orbnung unter der Mannschaft.

Bon bet deutsch-französischen Grenze Die Fälle, tn denen parmioic deutsche Ausflügler und Reisende an bet sranzöfischen Grenze belästigt und beleidigt werden, mehren sich. Kürzlich mußten wir von rohen Angriffen sranzöfischet Untetosfiziete auf Deutsche in St. DiL berichten. AehnltcheS ist, wie derSchwab. Merkur" meldet, einem Deutschen in Nancy passtrt. Der betreffende Herr schreibt: Wie e» scheint, haben die mit dem Fall Drehfa» zusammenhängenden Botkommniffe bei unseren westlichen Nachbaren eine solche Nervosität hervorgerufen, daß e» sich für unS Deutsche em­pfiehlt, ihnen bi» auf Weitere» fern zu bleiben. Anffallenb ist e», baß bie französische Presse für berartige Ausschreitungen in bet Regel kein Wort der Mißbilligung fiabet. Bet btefem Anlaß sei darauf hingewtesen, baß im Laufe dieses Sommer» nicht nur Tausende von französischen Touristen da» Reich»land durchstreiften, sondern auch tn allen größeren Orten sich französische Familien mit Kind unb Kegel Wochen- unb monatelang aushielten. Trotzdem sich diese vielfach ia ihrem Auftreten nicht immer allzu großer Bescheidenheit unb Zurückhaltung befleißigten, so ist doch kein einziger Fall be­kannt geworden, daß diese Gäste einer auch nur unfreund­lichen B'handlung ausgesetzt gewesen wären. Sehnlich ver- hält e» sich mit den in da» benachbarte Baden kommenden Franzosen. Vielleicht nehmen bie französischen Blätter ge- legentlich Anlaß, ihre Leser darauf ausmerksam zu wachen, baß die internationale Höflichkeit auf die Dauer nur dann aufrecht zu erhalten ist, wenn fie sich auf Gegenseitigkeit gründet. Zu dem Vorfall tn St. Diö wird übrigen» in einer Zuschrift derKöln. Ztg " mit Recht darauf ausmerk, sam gemacht, daß e» von den jungen Deutschen zum Min- besten unvorsichtig war, sich am SawStag Abend in ein Tanzlocal zu begeben, in dem e» auch unter den sranzöfischen Bewuchern oftmals zu Schlägereien kommt.

Universität» - Tlacb richten,

Würzburg. SlS ordentlicher Prostffor für Ktrchengeschichte und Dogmatik wurve Dr. Sebastian Merkle, der zur Zeit in Rom als SJlttarbetter der GörreSgesellschait thätig ist, an die biefige Uni- verfität berufen. Zur Verirrung dcS erkrankten Prof. Dr. Stürz- inger ist der Münchener fßrltnt&occnt Dr. Hartmmann mit dem Lehrauftraa für romanische PvUologie behaut worden.

Wien. Im laufenden Wintersemester wurden in der pbllosoph'.lchen Facullät 14 ordentliche und 26 außerordentliche, tm Ganzen daher 40 Hörerinnen infcetbhL Zahlreiche Russtrun und andere Sutzländerinnen, die bisher zumeist in der Schweiz ftudirt hatten, wurden zurückgewiefen, da die österreichische Staatsangehörig­keit eine unerlößliche Bedingung der Zulaffung bildet. Ao Stelle de» Prof. Stricker ist Hofrath Phllipp Knoll aus Prag berufen worden.

Zürich. Der frühere P ofeffor für Gynäkologie an der Univ.-rfität Dr. Heinrich Spöndly, al» F'auenarzt sehr geschätzt, ist in Baden (ttargau) im Alter von 74 Jahren gestorben. Im gleichen Alter starb der P^ioatdocent an ber theologischen FacMtät der hiesigen Hochschule Dr. Moritz Heidenheim, der lange Jahre Pfarrer der hiesigen englischen Gemeinde war. Heidenheim gab die Chureh Leeres* heraus.

Dorpat. Die hiesige Universität hat bereits ganz den Cha- redet einer innermsstschen Hochschule erhalten. Die P.ofefforen und Privaldocenten find bi» aus bte Lehrer der evangelisch theolozischen Facullät orthodoxe Ruffen, und zwar solche, die sich mehr oder minder in dewugten Gegensatz zum Deuischthum stellen. Ter Aufenthalt wird darum auch den penfiontrten Professoren immer

me&r »erleidet, unb bie Stadt hat dadurch nicht unerheblich« Schaben, baß sich bte Söhne der baltischen Famllim entweber auf anbere russisch« ober auf auslänbisch« Universitäten begeben Mit Beginn be» Schuljahre» sind adermal» mehrere Hunbert orthodoxer Zöglinge von geistlichen Schulen inscribirt worben. Da» wissen» schaitliche Niveau ber Hochschule kann kaum noch mehr Rnfen.

2Cird>lid>c Anzeigen der Statt tsiiehen.

Montag den 17. Dctobcr, Abend» 8 Uhr: Bidelftuude ,m Constrmandensaal der Johanneükrrche. Apostclgcschrchte l, 1 bi» 14. Pfarrer Euler.

Mittwoch den 19. October, vornnitag» 9 Uhr: Gottesdienst zur Eröffnung der Decanatasnnode m der Jobaniredkrrche.

Neueste Nackvictzten.

Depeschen de» Bureau .Herold'.

Berlin, 17. October. Da»Kleine Journal" meldet an» Part»: Murawiew betonte gegenüber DelcaffL die absolute Nothwendlgkeit der thrilweisen Ad» rüst un g. Der Zar sei von dieser Idee begeistert und tot be fie niemal» fallen lassen.

Berlitz, 17. Octoder. Nach einer Melbung au» Hamburg hat im Proceß de» Oberförster» Lange gegen deu Fürsten Bismarck da» OberlanbeSger^cht in K.el dahin entschieden, daß infolge de» Ableben» de» Fürsten Bismarck von Neuem verhandelt werden muß. ES ist Termin auf den 3. November beim Oderlandesgericht tn Kiel anberaumt.

Berlin, 17. Oclober. AIS Erinnerungszeichen an die Anwesenheit Kaiser Wilhelms tn Constantinopel läßt der Sultan eine Medaille prägen und zur Vertheilung ge­langen.

Altona, 17. October. In einem hiesigen Hotel hat sich der Vertreter der deutich.ostafrrkanischeu Gesellschaft, C. Ebenau in Hamburg, ein verheiratheter hoch angesehener Mann, der eine Villa auf ber Uhlenhorst besitzt, mit seiner Geliebten, einem Fräulein Lorhr, Schauspielerin in Wesel, mit Cyankali vergiftet. Ebenau sollte im Auftrage setner Gesellschaft nach Sansibar reisen. Wahrschrtullch ist brr TreunungSschmerz die Ursache be« Seldstmorbe».

Gleiwih, 17. October. Unter sehr zahlreicher Be­theiligung wurde hier gestern Seiten» der oberschlefischen Nontan-Jndustrie eine Gedächtnitzseier für den Fürsten Bismarck abgehalten, die einen imposanten Verlauf nahm. Für die Feier war ein Betrag von 22000 Mark zusammen­gebracht worden, welcher nach Abzug der Kosten wahrschein­lich für das Bismarck-Denkmal tn BreSlau verwendet werden wird.

Wien, 17. October. DieSonn- und Montag-Zeitung" berichtet, dieReichswehr" sei in den Besitz de» Handel»- Ministers Dlpauit übergegangen.

Budapest, 17. October. Der Student der Rechte, Max Schwarz, welcher sich lebhaft an der soctaltsttschen Ardetter- beweguug beteiligte, wurde polizeilich verwarnt unb ihm die Ausweisung angedroht

Pari«, 17. October. Nach derLibertL" habe Briffon selbst durch einen Beamten des Ministeriums die Absendung der falschen und verdächtigenden Depesche an General Zur linden veranlaßt und dieselbe dann beschlagnabmen lassen. Er haben dann diese Depesche seinen polittschen Freunden als Beweis des Anschläge» vorgelegt und sich mit ihnen über den bekannten Alarmruf verständigt, der ihn al» Retter des Vaterlandes hinstellen sollte. Der Kriegsminister und die Mehrzahl der andern Minister seien über diese» Manöver nicht verständigt gewesen und ihr Vorschlag, den Urheber der falschen Nachricht zu ermitteln sei im Minister­rath von Briffon mit der Begründung zurückgewiesen worden, man dürfe die öffentliche Meinung nicht weiter beruhigen.

Paris, 17 October. Die Führer der socialdemokratischen Gruppen beschloffen, eine alle socialistischen Parteien um­fassende Liga zu bilden zur Vertheidigung der Republik gegen Staatsstreiche unb Überrumpelungen.

Pari«, 17. Oclober. Soleil veröffentlicht folgende sensattonelle Meldungen: Der Admiral Fournier, der sich zur Zeit mit dem Marinemimster Locktoy auf einer Jnspec- tionSrnse nach Algerien und Corsica befindet, wurde benach- richtigt, sofort nach Frankreich bezw. nach Brest zurllckzukehren. Die Hafen-Jnspection in Toulon hat Befehl erhalten, unver­züglich mit der Krieg» Ausrüstung einer Anzahl Panzerschiffe zu beginnen, wobei ganz besondere» Gewicht auf die Be­mannung der Arttllerie gelegt werden soll. Nach Brest ist ber Befehl ergangen, Artilleristen zur Befestigung der Wälle und de» Hafens anzuwerben.

Brussel, 17. Dctobcr. Der Herzog von Orleans hielt gestern hier ein großes royilistische» Conventiktl ab. Geheime Agenten bewachen ben P.Lteubenten auf Schritt unb Tritt.

Brussel, 17. Dctobcr. Die Blätter commeatircu bie beabsichtigte ttongoreifc be» König» Leopold unb bemerken, baß e» nothwendig sei, einen Regenten zu ernennen, der tn Abwesenheit be» Königs regiert. Die Regierung de- abfichttgt hingegen, eine telegraphische Verbindung zwischen Matadl (Kongo) unb Sanpaolo be Loango herzustellen. Der König würde al»fcann tn stetem Verkehr mt Brüssel stehen.

Antwerpen, 17. Dctobcr. Unter großem Menschenandrang fand gestern da» zu Ehren de» König», bei Gründer» be» CongostaaiS veranstaltete Congofcst statt. Der Umzug verlief auf» Glänzendste. Der König hielt eine lange An­sprache, in welcher er für da» großartige Fest dankte, bte Zukunft be» Longo Staate» und dessen Vergangenheit in lebhafter Weise schilderte unb enblich mit einem Hoch auf bie Stadt Antwerpen schloß, welche er zum größten Handels­hafen von Europa gestalten möchte.

Loudon, 17. Dctobcr.Daily Mail" bespricht bte Fai chod afrage unb gibt badet ihrer Verwunderung Aus­druck, daß die beiden liberalen Hanptführcr Harcourt und Monson bisher nicht erklärt haben, ob sic die Regierung unterstützen werden.