Ausgabe 
18.9.1898 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

L'Alsaee-Lorralue Franyaise" ist in Elsaß-Loth- ringen verboten worden. DaS Blatt hatte bekanntlich in seiner Nummer ein Prtvatplebt-cit veranstaltet, um Elsaß' Lothringen für Frankreich zurückzugewtuueu und bet dieser Gelegenheit sich zu dem durchsichtigen Manöver verstiegen, jeden Anhänger de» PlebiScttgedanken» zur Einsendung eine» Frauken an die Expedition des Blatte» aufzuforderu.

Der Großherzog von Baden richtete nach Empfang eine» Huldtgungstelegramm» au den Badischen Mtlttärvereiusverband ein Dankschreiben, worin er auffordert, Eindringlinge, welche der Staatßregierung feind­selig gegenübersteheu, mit EntschiedeohiU zurückzuwetsen.

Arr-Knrd.

Wien, 16. September. Bet der Aufbahrung der Leiche war Kaiser Franz Josef tief ergriffen. Er weinte heftig und küßte den Sarg zweimal. Der Andrang des Publikum» zur Trauer-Au»stelluug ist so coloffal, daß e» in dem Ge- dränge bereits mehrere Verletzte gab. Der Kaiser wird bi» morgen Vormittag alle bi» dahin etngetroffenen Fürstlichkeiten und Special-Gesandten in besonderer Audienz empfangen.

Wien, 16. September. Heute früh um 8 Uhr wurde dem Publikum der Zutritt zur aufgebahrteu Leiche der Kaiserin gestattet. Zahlreiche Kränze wurden ander Bahre uiedergelegt. Der Bürgermeister mit den Bicebürger- meistern, die Vertreter der beiden Häuser des ungarischen Reichstage» und de» österreichischen ReichSrathe» und Graf Thun hatten schon früher ihre Blumenspendeu am Sarge uiedergelegt. Die Botschafter überbrachten die Kranze der fremden Herrscher. Die Capelle ist vollständig mit schwarzem Tuch auSgeschlagen. Große silberne Kandelaber stehen zu beiden Seiten de» Sarges. Da» Publikum strömte schon in den frühesten Morgenstunden in dichten Schaaren herbei.

Bern, 16. September. Bet dem mündlichen Gedanken- Au»tausch, welcher zwischen den Mitgliedern de» BuudeSralh» wegen der Ermordung der Kaiserin von Oesterreich gepflogen wurde, hat sich der Bundespräsident Ruffy sehr entschieden für eine schärfere Ueberwachung und Verfolgung der Anarchisten ausgesprochen.

Genf, 16. September. Die italienischen Flüchtlinge, welche nach den Unruhen in Mailand nach der Schweiz ge­flüchtet waren, werden demnächst in Lugano rin große» Protest-Meeting gegen die That Luccheuis ab­halten.

M.P.C. Italien. Dadurch, daß Italien noch immer nicht sich zur Annahme eine» neuen Feldgeschützes ent­schieden hat, sieht eS sich in eine mißliche Lage versetzt. Die gegenwärtig im Gebrauch befindlichen Feldgeschütze weisen zum Theil ein Alter von 25 Jahren auf, so daß da» Arsenal zu Turin kürzlich auf einmal 60 Geschütze hat auSrangireu müffen. Natürlich wird diese Zahl jetzt noch von Jahr zu Jahr zunehmen. Den anderen Ländern gegenüber dürfte Italien im Punkt der Artillerie-Bewaffnung somit bedeutend zurückgeblieben sein.

Paris, 12. September. Die Marine-Reform Lock- royS wird, wenn sie auch ihr unmittelbares Ziel nicht ganz erreichen sollte, doch ein Ergebniß im Gefolge haben, nämlich dem Präsidenten der Republik eine besondere Yacht zu ver­schaffen. BtS jetzt behalf er sich mit irgend einem Kriegs­schiff, das jedesmal mit großen Kosten für ihn in Stand ge­fetzt wurde. Sobald nun jetzt durch die Geschwader-Reform LockrohS eine Menge von alten Kreuzern zur Disposition ge­stellt wird, fällt für den Präsidenten eine eigene Yacht ab- allem Anschein nach ist dazu der KreuzerMilan", bestimmt. Der Präsident kann daun wenigstens standesgemäß auf­treten- und standesgemäß, d. h. in der Art der anderen Staatsoberhäupter aufzutreteu, ist fein höchster Ehrgeiz. Wie weit dieser Ehrgeiz sich bei ihm zur Zwangsidee ausgebildet hat, geht aus einer Geschichte hervor, die heute derMarin" berichtet. Ein hervorragendes Parlamentsmitglied pflegte früher Herrn Felix Faure, als dieser selbst noch einfacher Deputirter war, zu sich zur Jagd einzuladen. Seitdem aber Herr Faure Präsident geworden, hält er sich an den Fürsten- brauch und ladet fich selbst ein, mag die» dem Betreffenden

erst nimmt das Ungeheuer den Menschen in seine Tatzen, bringt ihn um, legt ihn für einige Tage beiseite, damit er etwas Haut'gout erhält und dann erst fängt das Lecker­maul an, ihn zu verspeisen. . . .

Aber woher weiß man das alles so genau?" frage ich hinein in die gruselige Erzählung,denn Derjenige, welche die Geschichte practisch durchmachte, ist doch hintennach nicht als Berichterstatter aufgetreten."

Unser braver Araber kommt nicht in Verlegenheit.

Da» weiß man von einem, der das Abenteuer nur zur Hälfte erlebte."

Wieso?"

Da wurde er in der Dunkelheit plötzlich von einer Hyäne angeglotzt und angelacht. Sofort muß er ihr folgen. Zähnefletschend, immer schneller und schneller, lotst sie ihn nach ihrem Schlupfwinkel. Doch beim Dahinstürmen im Düsttt der Felsen stürzt er jäh zu Boden. Das schmerzhafte Ausschlagen des Kopfes auf die Steine jedoch reißt ihn heraus aus dem Hyänentaumel. Verwirrt fährt er sich über die Snrn; das Bewußtsein kehrt zurück.Aha!" schießt es ihm \ c bekannte Geschichte von der Hyäne!" nl E b ? beutefrohe Bestie allein weitertrotten und macht fich schleunigst aus dem Staube."

Und andere Mordgeschichten höre ich im Chan. .

Da war kürzlich ein großer Ueberfall.

Voll hellblühender Freude an der Natur zog ein Ena- länder mutterseelenallein im Gebirge Juda herum. Die wilden Felsformationen, die todeseinsamen Wüstenftrecken, darüber der farbenvolle Sonnenuntergang ha, für ihn eine Götter­lust!

Holla, stürmen plötzlich Beduinen aus den Schluchten herauf. Das Ausrauben des Engländers beginnt. . .

paffen oder nicht. Also laugte eines Tage» bei jenem Par­lamentarier die Karte an:Der Herr Präfideut wird am .... zur Jagd kommen." Wa» war zu machen? Einige von den gewöhnlichen Gästen reiften ab, um dem Herrn Präsi­denten nicht lästig zu fallen- der Hausherr empfing den Präsidenten- die Jagd war vortrefflich- alles verlief vor­schriftsmäßig- der einzige Verstoß gegen die Präfideuten- Etiquette ging vom Enkel de- Gastgebers aus, einem hübschen Burschen von 17 Jahren, der zufälliger Weise fich auf der Treppe befand, al- Felix Faure zurückkehrte. Der Bursche verneigte sich höflich, lüftete seinen Hut und fragte:Nun, Herr Präsident, find Sie mit Ihrem Tage zufrieden?" Faure beäugelte ihn streng durch sein Mouocle, legte ihm aber daun herablassend die Hand auf die Schulter und sagte ihm:Mein Sohn, Sie müssen wissen, daß man an den Präsidenten der Republik nicht das Wort richtet, ohne dazu ermächtigt zu sein." Al» Gegenstück zu dieser Unnahbarkeit de- Präsidenten fügt derMatin" eine andere Geschichte hinzu, welche die Leutseligkeit des deutschen Kaiser» zum Gegenstand hat. Nach dem Metzer Manöver kehrte der Kaiser allein mit seinem Adjutanten nach Schloß Urvtlle zurück, als ein Bettler eine Bittschrift in seinen Wagen zu werfen versuchte, denselben aber verfehlte. Ein Radfahrer, der de» Bettler» Verzweif­lung sah, hob den Brief auf, fuhr dem kaiserlichen Wagen nach und sagte:Kaiser, (?) gestatten Sie mir, Ihnen diese Bittschrift zu überreichen, die ein Bauer fallen gelassen." Und der Kaiser streckte die Hand au»:Gewiß, mein Freund, geben Sie her." Und zur Nutzanwendung bemerkt der Matin":So kommt es, daß die Monarchen zuweilen die Etiquette vergessen, deren die Präsidenten fich stets erinnern!" Sollten derartige kleine Erzählungen den Beginn eine» papiernen Feldzuge» gegen Herrn Faure bedeuten?

Köln. Ztg.

M.P.C. In diplomatischen Kreisen verlautet, daß Eng­land nur in dem Falle bereit sein würde, fich au der von Rußland angeregten FriedeuSeovfereuz zu betheiligen, wenn es al» ausgeschlossen betrachtet werden könne, daß die ägyptische Frage auf die Tagesordnung gesetzt werde.

M.P.C. Vereinigte Staaten. Der Ordonnanz-Offizier de» Commandeur» Schleh, Lieutenant Nells, hat über die Ueberlegenheit de» Artillerie-Feuer» in der Seeschlacht von Santiago am 3. Juli einige interessante Aufzeichnungen gemacht. Danach verdanken die Amerikaner ihren Sieg 1) der guten Bedienung der Geschütze, dem guten Zielen und der größeren Tragweite der Geschosse, 2) der größeren An­zahl von achtzölligen Geschützen und dem werthvolleren Material auch bei den geringfügigen Batterien, 3) der Verwendung von Holz bei den spanischen Schiffen, 4) der besseren Deckung der Bedienung auf den amerikanischen Schiffen und 5) der moralischen Ueberlegenheit der amerikanischen Offiziere. Auch soll da» Feuern der Amerikaner dreifach schneller gewesen fein wie dasjenige der Spanier. Die Torpedos haben sich nicht als besonder» wirkungsvoll erwiesen. Aus alledem ziehen die Amerikaner al» praktische Leute Nutzen und lassen bereits auf Vorschlag des Commandeur» O'Neil ein Schiff besonderen Typs conftruiren, bei dem u. A. der Panzer im Allgemeinen leichter gehalten, dagegen an den Seiten verstärkt und die Kohlenbunker vergrößert werden sollen.

M.P.C, Afrika. Zum Bau der Uganda-Eisenbahn find in Mombasa in den letzten Monaten zahlreiche indische Arbeiter eingetroffen, so daß die Arbeit sehr rasch gefördert wird. Ende August wurde Kibwegi erreicht, und jetzt find Schienen bereit» hinter dem 200. Meilenstein gelegt.

M.P.C. Holläudisch-Zadien. Sicherem Vernehmen nach hat Oberst Heurß zwei der aufständischen Pedir-Häupt- linge gefangen. Die übrigen haben fich unterworfen mit Ausnahmen eines, der durch Krankheit am persönlichen Er­scheinen verhindert ist. In Edi haben die Rebellen die ihnen von der holländischen Regierung auferlegte Buße von 125000 Doll, befahlt.

CocoUs «ttd proviitsüa*#*

Gießen, 6. September 1898.

* Für Briefmarkensammler dürfte die Nachricht von Interesse sein, daß die kretische Regierung beschlossen

Heraus die schöngehäkelte Börse! Her das braune Lederporteseuille und die goldene Uhr! Herunter mit dem Staubmantel, dem Touristenjackett, der schottischen Weste und dem schleierumwickelten Tropenhut! Nein, nicht den Hut, den soll er behalten! Aber herunter mit der großkarrirten Hose! Alles und alles herunter, bis nur der Hut bleibt!

So das wäre gründlich ausgeraubt. . . . Schon machen sich die Beduinen mit ihrer Beute davon.

Aber unser Engländer?

Mit unendlicher Gemüthsruhe setzt er sich auf einen Stein und singt den abziehenden Räubern ein flottes Liedchen nach. . .

Tra-ra-ra-bumidi-e . . Tra-ra-ra-bum-di-e!" schallt es fröhlich hinein in die Schluchten.

Die Beduinen packt Entsetzen. Wie? Ein Mensch, der vollständig ausgeplündert, hilflos in der Wüste zurückbleibt, singt? Das kann nur ein Verrückter, also, nach Auffassung der Orientalen, einHeiliger" sein. Einen Heiligen aber darf man nicht berauben; nein das straft Allah!

Schleunigst kehren sie um und bringen mit einer Art ehrfurchtsvoller Scheu den Raub zurück. Sie find dem Helligen" sogar beim Anziehen behilflich.

So, da hast Du Alles, Alles wieder!"

Der Ira-ra-ra-buw-di-s-Mann aber freut sich seines romantischen Abenteuers.

In diesem Chan erfahre ich auch die arabische Sage, weshalb der Esel oft so plötzlich aufschreit, bekannllich nur immer Se. Excellenz der Esel, niemals die Eselin. . .

Schwergelangweilt, angebunden an den Pflock, stampft er mit den kleinen Hufen vor dem Hause, und da» Schütteln des Zaumzeugs, das Wedeln mit dem Schwanz bietet nicht viel Abwechslung.

hat, demnächst eigene Briefmarken in Umlauf zu setzen. Diese werden die Form der im Jahre 1896 von Griechenland ausgegebenen ,, olympischen" Briefmarken haben und den Kopf der Hera (der von der alten kretischen Münze entlehnt werden soll) zeigen.

Die Turosache am Mittelrhein. Nach der jetzt zur Ausgabe gelangenden Statistik des Mittelrhein-Turnkreise» der deutschen Turnerschaft stellt sich die Vereins- und Mit­gliederzahl der einzelnen Gaue wie folgt: Hessen: 45 Ver­eine mit 5584 Mitgliedern, MainGau 31 mit 2672, Main- Rhein-Gau 39 mit 4879, Saar-Blies Gau 45 mit 4040, Rheinhessen 112 mit 10854, Süd-Nassau 27 mit 2830, Nahe-Jdarthal-Gau 26 mit 2494, Frankfurt 8 mit 2640^ Offenbach-Hanau 18 mit 3225, Rhein-Mosel Gau 68 mit 3353, Lahn Dill Gau 24 mit 1813, Unter-Nahe-Gau 38 mit 3195, Main-Taunus Gau 37 mit 4574, Mittel-Mosel- Gau 11 mit 963, Mittel-Taunus-Gau 24 mit 1485, Wies­baden 3 mit 1588, Unter-Mosel-Gau 18 Vereine mit 1112 Mitgliedern. Der Kreis zählt also 574 Vereine mit 57,301 Mitgliedern. Die Frauenabtheilungen der Kreis-Vereine zählen im Ganzen 805 Turnerinnen.

* Zu bett Kreisen der Radfahrer dürfte es noch nicht hinreichend bekannt fein, daß die von dem Minister der öffentlichen Arbeiten für den Bereich der preußischen Staats­bahnen erlassenen Bestimmungen über die Abfertigung von unverpackten einsitzigen Zweirädern sich nicht nur auf gänzlich unverpackte, sondern auch auf mangelhaft verpackte Zwei­räder erstrecken. Als mangelhaft verpackt ist beispielsweise zu betrachten eine Umhüllung der ganzen Räder oder von Theilen derselben mit Papier oder Stoffen, oder auch ein Lattenverschlag. Es fei daher zum allgemeinen Nutzen, damit den Herren Radfahrern oder Radfabrikanten und Händlern bei Auflieferung solcher un- oder mangelhaft verpackter ein­sitziger Zweiräder Enttäuschungen ober Unannehmlichkeiten und den Eisenbahn-Abfertigungsstellen unliebsame Ausein­andersetzungen erspart bleiben, darauf aufmerksam gemacht, daß als verpackt im Sinne des Tarifs nur solche Räder zu betrachten sind, die sich in festen und verschlossenen Körben ober Kisten befinben. Un- ober mangelhaft verpackte Räber, wie oben angebeutet, werben im Verkehr ber preußischen Staats- bahnstationen unterehmnber auch nicht als Expreßgut, b. h. auf Gepäckschein ohne Freigewicht, angenommen unb abge- sertigt. Das Abfertigungsverfahren von unverpackten Räbem im Verkehr mit nichtpreußischen unb Privatbahnftationen wirb burch bie vom preußischen Ministerium erlassenen Be­stimmungen nicht berührt, bleibt also ba» bisherige, voraus­gesetzt, baß bie einzelnen Bahnverwaltungen sich nicht auch ben obigen Bestimmungen noch nachträglich anschließen.

0. Ortenberg, 16. September. Unsere Gemeindekasse hat von der obersten Schulbehörde den namhaften Betrag von 3500 Mk. Zuschuß aus der Hauptstaatskafle zur Erbau­ung eine» neuen Schnlhauses erhalten. Die prachtvolle Herbfiwitterung hat die Grummet ernte sehr begünstigt, das Futter hat bei un» ganz annehmbare Preist, im Berhältniß viel bessere al» in der Wetterau, erzielt, wo manche Versteigerungen nicht genehmigt wurden, oder die Stücke thetlwetse gegen höhere Gebote au» der Hand abgingen. Da» Gra» steht gegen da» vorjährige im Durchschnitt besser. Die Herbstarbeiten, besonder» da» Umbrechen der Stoppeln, find sehr erschwert, weil der Boden durch die anhaltende Trockenheit steinhart geworden ist. Die Spätkartoffeln find den Frühsorten an Güte und Mehlgehalt weit überlegen, es zeigen fich aber beim Ausmachen noch viele kleine Knollen, die wegen der Trockenheit nicht weiterwachsen konnten. Maa beginnt mit der Kartoffelernte, doch da, wo da» Kraut noch grün ist, sollte man nicht so eilig sein, e» ist auch nicht gut, die Kartoffeln heiß in die Keller zu bringen, weil fie dann leicht in Gährung Übergehen. Mehr als je ist e» diese» Jahr geboten, die beschädigten, oder angestoßenen Knollen sorgfältig auszusondern, um fie wegznfüttern, weil dadurch Fäulntß verhütet wird. Die Kartoffelpreise sind mäßig, ein Bewet» dafür, daß die Ernte befriedigend au-fällt.

Plötzlich stechen seine langen, sonst gernüthlich wackelnden Ohren spitz, kerzengerade aufgerichtet in die Luft, während die bunten Quasten und Troddeln, womit der Kopf behängt ist, erschreckt auf und nieder baumeln und die schnuppernde Nase fich hoch in die Luft streckt.

Ach, ein böser Geist, ja der Teufel selbst, raunt ihm soeben etwas Entsetzliches in die langen Ohren:

In diesem Augenblick werden sämmtliche Eselinnen umgebracht!"

Sofort bricht ein qualvoller, aus tiefstem Eselsherzen heraufdringender, langgezogener Schmerzensschrei hervor bei dieser Schauernachricht. . . .

Im höchsten Eselfistelton setzt diese» Gejammer ein, indeß der Kopf in die Lust fliegt, die Ohren sich spitzen, die Nüstern aufblähen ia-ia-ia. . . . Dann in schmerzlichem Gewimmer die chromatische Tonleiter herunter ia-ia-ia . immer tiefer und tiefer ia-ia ia. . . .

Huh, wie fürchterlich schaurig das klingt ohren­zerreißend, steinerweichend, rasendmachend, daß die ganze Straße aufhorcht! . . . Und jetzt stöhnend, ersterbend, ver­röchelnd im tiefsten Contrabaß ia-ia-ia. . . .

Bei solchem tiefschmerzlichen Gewimmer hat selbst der Teufel Erbarmen.

Sei ruhig, mein Alter! Tröste dich! Für dich bleibt eine Eselin übrig!"

Beruhigt verstummt das Geheul. Ohrwedelnd senkt der Esel den Kopf und blickt vergnügt ins Weite.

Die Cigaretten sind verdampft; die Wasserpfeifen gurgeln nicht mehr; die Stimmen der Erzähler ermatten.

Wie wir von dannen fahren, tief hinein in bie schwarze Nacht, erwacht ber Sturm, ber bas Geheul ber Schakale weit hinträgt über bas wüste, schlafenbe Bergland.