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Donnerstag den 18. August
189S
Nr. 192 Erstes Blatt
Erscheint Idgfid) mit Ausnahme bc» Montags.
Die Siebener Aamitien v kätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.
Gießener Anzeiger
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Umtlidxr Lbeil.
Gießen, den 16. August 1898. vetreffead : Die Vorschriften de» Arbetterschutzgesetze« vom 1. Juni 1891 über die Arbeitsbücher und Veschästigung jugendlicher Arbeiter unb Arbeiterinnen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
«* H< Grssth. vstrOermetsterete» M Kreises.
Wir erinnern Diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände find, au baldige Erledigung der Beifügung vom V. v. Mts., Anzeiger Nr. 160.
____________________d. Bechtold.____________________
Bekanntmachung.
Wegen vorzunrhmeuder Arbeiten wird die Katharinen« gasse vom 17. I. Mts. ab für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, den 16. August 1898.
Großherzoglicher Polizeiamt Gießen.
__________________Muhl.__________________
Die Friedensbedingungen.
Eine tiefe Bewegung geht durch ganz Spanien, seitdem die Bedingungen bekannt geworden sind, unter denen die Madrider Regierung den Frieden abschließen muß. Trauer und Beschämung kämpfen mit einander darüber, daß er so wett gekommen ist, daß die spanische Colonialmacht, einst eine der gewaltigsten, tu Trümmern liegt. Und unter den heutigen Verhältnissen ist nichts wieder gut zu machen, an eine Wiederherstellung seiner colonialen Weltreiches ist nicht zu denken. Und doch hätte es, wenn wir die Friedensbediugungen betrachten, welche die vereinigten Staaten als Basis für die Einstellung der Feindseligkeiten gestellt haben, noch viel schlimmer kommen können, da Spanten gezwungen war, unter allen Umständen den Frieden anzunehmen, insbesondere da rS nicht die geringste Kriegsentschädigung zu zahlen in der Lage ist. Etn freies, unabhängiges Euba hatten fich die vereinigten Staaten als Ziel des Kampfes gestellt, und deshalb ist auch die erste Bedingung für den Frieden dir, daß Spanien seine Oberhoheit über die Insel Euba aufgiebt.
Ungemein schwer muß ihm die Verzichtleistung auf Cuba werden, das eS nun über 400 Jahre im Besitze hat/ die Insel bildete eine der schönsten Perlen in der Krone von Casttlien. Aber wir haben ja mehrfach ausgrsührt, daß die Schuld an dem Gange der Ereignisse in Madnd liegt, daß alle Regierungen Spaniens, mögen sie nun liberal oder con- servattv gewesen sein, schwer gesehlt, und die Catastrophe, welche nunmehr über da» Mutterland hereingebrochen ist, leichtsinnig heraufbeschworen haben.
Auch die Insel Portorico und die übrigen spanischen Antillen gehen verloren, und zwar fallen diese Inseln an die vereinigten Staaten, ebenso die Ladronen. Damit ist Spanien seines ganzen westindischen Besitzes entkleidet und Amerika bat wieder einen großen Schritt vorwärts gethan auf dem Wege, die in seiner Einflußsphäre belegenen Gebiete unter seine Botmäßigkeit zu bringen. Im westindischen Archipel verbleiben dann nur noch dänische Inseln in europäischem Besitze, aber auch um diese feilschen die vereinigten Staaten schon lange, unb es ist höchst wahrscheinlich, baß fie früher ober später einmal im Wege deS Kauf» in bereu Herrschaft übergehen.
Große Unklarheit herrscht bezüglich de» Schicksal» der Philippinen- hierüber soll erst der definitive Frtedensvertrag die Entscheidung treffen. In Spanien gtebt man fich der Hoffauug hin, daß ihm die malaiische Inselgruppe erhalten bletbtn werde. Zu Reformen ist die Madrider Regierung natürlich jetzt geneigt- ob aber die Insurgenten ohne Wettere» die spanische Oberhoheit wieder anerkennen werden, erscheint sehr fraglich. Jedenfalls ist die Philipptnenfrage noch der wunde Punkt, welcher eine Verständigung schwierig macht, nab e» ist nur zu wahrscheinlich, daß Sguiaaldo der Jasur- gentendjef, auch nach Ratificiruug des Friedens die Spanier nod) bekämpfen wird. Die Amerikaner haben fich die Mitwirkung bei Regelung der künftigen Verwaltung der Philip- pinen zwar Vorbehalten, aber eS ist sehr gut möglich, daß fie ruhig zusehen, wie Spanien mit den Insurgenten fertig wird. Hoffentlich ziehen fich die Vorverhandlungen nicht allzu lange hin, damit Spanien weiß, woran eS ist, und damit eS kräftig in einer Reuovirung feiner Verhältnisse arbeiten kann.
(xx)
Deutsche» Reich.
Berlin, 16. August. Der Kaiser hörte heute vor- mittag auf Schloß Wilhelmshöhe den Vortrag des Chef» de» Militär.CabinetS v. Hahnke.
Berlin, 16. August. Der Kaiser wird mit dem Großherzog von Baden dem internationalen Armee- Jagdrennen In Baden-Baden beiwohnen. Der Kaiser, welcher für dieses Rennen einen Preis gestiftet hat, besucht zum ersten Male die Rennen im Arthal.
Berlin, 16. August. Der deutsche Landwirth- schaftSrath hat es auf Ersuchen deS Staatssekretärs de» Jauern Übernommen, die im Reichsamt deS Innern fertig- gestellten Fragebogen über die Rentabilität laadwirthschaft- licher Betriebe ben landwirthschastlichen Organen (Landwirth- fchaftskammern re.) zazustellen, damit diese fie an die einzelnen zu befragenden Landwirthe gelangen lasten.
Berlin, 16. August. Die Betheiligung der Sozialdemokraten an den Landtagswahlen ist neuerdings in mehreren großen Versammlungen beschloffea worden. So beschloß der in Arnstadt abgehaltene Parteitag der Sozialdemokraten, daß die Partetgenosten sich an den Landtag»wahlen betheiligen sollten. Auch die Sozialdemokraten In Elberfeld haben fich für eine Bethetltgung an den Landtagswahlen ausgesprochen.
Berlin, 16. August. Die Frage der Reform der Eifenbahnpersonentarife soll sür da» Deutsche Reich endgtlttg in der «Generalcouferenz der deutschen Eisenbahnen" zur Erledigung kommen, welche Mitte December d. I. in Berlin statt finden wird. Btt dahin werden die Vorverhandlungen soweit gefördert sein, daß einem definitiven Beschluß nicht» mehr im Wege steht, auch voraussichtlich die neuen Tarife am 1. April 1899 in Wirksamkeit treten können.
Berlin, 16. August. Coloniales. Der Commaudenr der Sckmtz ruppe in Kamerun, Hauptmann v. Kamptz, berichtet nach dem »Deutschen Col.- Bl." unter dem 22. Mai d. I. über die Bane Bule-Expedition u. A. Folgendes: Nach Meldung des Premier-Lieutenant» Frhrn. v. Stein war im Banegebiet Alle» ruhig und geordnet, alle Stämme hätten fich unterworfen und versprochen, die ihnen auferlegten Bedingungen zu erfüllen. Premier-Lieutenant Fehr v. Stein war auf die Nachricht meine» Anmärsche», die er noch Im Banegebiet erhielt, mir entgegengeeilt, um mir die gelammte Truppe zur Unterwerfung ter Bulls zur Verfügung zu stellen. Am 12. Mai erreichte die Expedition Epuffi, am 13. Tungadorf. Hierhin fernen die den Buli» benachbarten Mfan-Hävptllnge Babanje und Goma von dem linken Lo- kundje-Ufer- btefclben baten um Frieden unb versicherten ihre unbedingte Unterwerfung, von ihnen erfuhren wir, daß die in Frage kommenden Buli», nämlich der größte Theil der SacoiS und der Jevjok» un» zum Kampf erwarteten. Früh Morgens am 18. Januar wurde auf schmalem Buschwege der Marsch nach Dejong angetreten. Wir kamen dort sehr überraschend an, die Eingeborenen waren gerade mit Räumung der Häuser beschäftigt und ließen nun Geräthe und Lebensrnittel im Stich, ohne Widerstand zu leisten. Erst die sofort in südlicher und in westlicher Richtung auSgesandteu Patrouillen erhielten Feuer. Auffallend war die geringe Zahl von Männern. Drei von den Patrouillen gefangene Weiber, darunter ein Weib de» Häuptling», sagten au», die meisten Männer seien vor längerer Zeit au»gezogen. Hiernach war eine Versammlung der Bult» bei Bipindt wahrscheinlich. Am 22. wurde bei Tagesanbruch der Kiango überschritten und der Vormarsch angetreten. Die Compagnie Nolte hatte die Aoantgarde. Da die Ttäger-Colonne auf dem engen Wege nur langsam vorwärts kommen konnte und der Marsch durch weitere größere Wafferläufe aufgehalten wurde, so eilte ich mit der Svantgarden-Compagnie kurz Vorau». Unweit der Farm Quamalumba erhielten wir heftige» Feuer von der linken Seite, das erwidert wurde. Unmittelbar darauf wurde weitermarschirt, da der Feind nach der Feuerabgabe gewichen war. Al» wir dann die umfangreichen Farmen der Ortschaft erreichten, entspann fich hier ein anhaltende» Feuergefecht, in welchem langsam aber stetig der Feind zurückgedrängt wurde. Die großen durcheinander- liegenden Baumstämme mit ihren Aesteu bildeten im Verein mit der Vegetation ein Hindermß, welches einen Anlauf mit der blanken Waffe ausschloß.
Ausland
Bien, 16. August. Das Befinden de» Erzbischofs Dr. Hagerer hat fich derart verschlimmert, daß da» Eintreten einer Katastrophe unmittelbar bevorsteht.
Rom, 16. August. Der Unterstaatsseeretär de» Kriege», General Tarditi, hat demissionirt.
Rom, 16 August. Osficiö» wird verfichert, daß die in Venedig anläßlich der Palästina-Fahrt de» deutschen Kaisers stattfindende Zusammenkunft deS deutschen Kaiser- paare» mit dem italienischen König»paare, trotzdem der italienische MinisterprSfident derselben beiwohnen wird, keinen politischen Zweck haben werde.
Rom, 16 August. Nach einer Meldung au» Bogota hat die Regierung von Columbien endgültig den Schied»- sprach Cleveland» sowie die Hauptforderungen Italien» in der Cerutti-Angelegenheit angenommen. Der Covflict ist somit zur Zufriedenheit Italien» beigelegt.
Havre, 16. August. Der Marinemintster Lockroy wurde gestern bei feiner Ankunft mit Schmährufen empfangen und au»gepfiffen. Die Kundgebung hat zum Ursprung die Abficht de» Minister», den Hafen von Cherbourg zum Haupt- Hafen deS transatlantischeu Verkehrs zu machen. Die Au»- führung diese» Projekte» würde nämlich für Havre einen empfindlichen Verlust bedeuten.
London, 16. August. Der Petersburger Sorrespondent de» «Daily Telegraph" meldet: einem beharrlichen Gerücht in der Umgebung deS deutschen Kaiserpaare» zufolge wird zwischen dem 1. und 8. September eine Begegnung de» deutschen und russischen Kaisers statifinden. ES heißt, Kaiser Wilhelm werde auf Fürst Hohenlohes Gut nach Werkt zur Jagd kommen und auch das Zarenpaar werde auf der Reise von Moskau nach der Krim in Werkt halten, um den Kaller Wilhelm zu besuchen. Der Zweck der Begegnung sei der Wunsch Kaiser Wilhelm», den Argwohn de» Zaren bezüglich der Palästinareise selbst zu beseitigen.
London, 16. August. An» Hongkong wird gemeldet, daß au» dem Eintreffen de» General» Augustin auf der «Kaiserin Augusta" gefolgert wird, daß der General au» Manila geflüchtet ist. Die Offiziere der «Kaiserin Augusta" sowohl wie General Augustin selbst verweigern jede AuSkuust. Al» die «Kaiserin Augusta- am Freitag Manila verließ, war die Stadt noch nicht gefallen. Seitdem erhielt jedoch eine große Firma in New-Uork ein Cadel-Telegramm au» Manila, wonach die Stadt im Besitze der Amerikaner sei unb bie Rebellen mit dem Friedens Protokoll unzufrieden feien.
Madrid, 16. August. Die Regierung empfing eine Depesche des spanischen Eonsul» in Hongkong, wonach am SamSlag Manila capitulirt habe. General Jandene», der Militär-Gouverneur von Manila, unterzeichnete die Capi- tulation. General Augustin schiffte fich hierauf auf der «Kaiserin Augusta" nach Hongkong ein.
Washington, 13. August. Heber die letzten amerikanischen Actionen liegen folgende Depeschen vor: Da» Staatsdepartement ist der Anficht, daß die Proclamationen und die Befehle, welche gestern erlaffen find, eine weitere Proclamation hinsichtlich Aufhebung der Blokade von Cuba und Portorico uunöthig machen. Den amerikanischen Schiffs- commandanteu ging der Befehl, die Feindseligkeiten einzu- stellen, heute, am 13. August, früh zu, worauf letztere sofort aufhörten. — Die Unterzeichnung de» Frieden»protocoll» wurde auch allen cubanischen JnsurgentenfÜhrern bekannt gegeben. Gomez soll al» ihr Oberbefehl»haber anerkannt werden. Die cubanische Junta theilte dem Kriegsdepartement mit, daß die Aufständischen die Bestimmungen de» Friedeu-protocollS annehmen und bie Feinbseligkeiten einstellen. — Die Regierung gibt bekannt, bah bie außerorbentlicheu Maßnahmen hinsichtlich der Sorresponbeuzen unb Telegramme nach unb au« Spanien unb ben Antillen aufgehoben finb. — vom General Mile» ging bie telegraphische Meldung ein, baß er den Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten empfing. — «u» Hongkong wird gemeldet: Der Dampfer «Australia", welcher gechartert ist, um den Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten nach Manila zu überbringen, ist heute Nacht dorthin abgegangen. — Der gefangene spanische Admiral Cervera besuchte heute die in Portsmouth bei Boston Inter* nirten Spanier- er wurde von einer großen Volksmenge enthufiastisch begrüßt. Hunderte drängen fich heran, um ihm die Hand zu schütteln. Cervera hielt an die Gefangenen eine Ansprache und Mährte später beim Admiral Car p enter.
New-York, 16. ^August. Die öffentliche Meinung in Nordamerika macht in neuerer Zeit seltsame Wandlungen durch. Jahrzehnte lang hat man drüben an dem «europäischen Militarismus" den denkbar schärfsten Tadel geübt, die britische BefitzergreifungS-Gewohnheit aus Herzensgrund verdammt und den Industrialismus der Bereinigten Staaten als bie größte Errungenschaft ber Menschheit gefeiert. Jetzt entdeckt man aber auf einmal, baß ber «Krämergeist da»


