Ausgabe 
17.7.1898 Zweites Blatt
 
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gervll, vermischt mit Lavatrümmern, einen Theil vom rechten Oberkiefer eines Pferdes. In diesem Kiefer saßen noch drei Zähne, während ein vierter in der Nähe und ein fünfter etwa 2 Meter entfernt lag. Außerdem fanden sich noch mehrere fossile Knochen von noch unbestimmten Thierarteu vor. Die Fundstücke befinden flch zur Zeit auf dem Rent- amtSbureau des Ritterguts Baffeuhetm.

* Durch Bienenstiche gelobtet wurden io Rudow bei Kyritz am Sonnabend vier junge Störche. Aus- schwärmende Bienen gerietheo über die Flugübuogen der Thiere in Wuth, fielen über die Störche her und richteten diese derart zu, daß ste nach kurzer Zeit tobt im Neste lagen.

* Einen eigenthumltche» Tob fand eine Kuh des Land- wirth S. auf dem Mtchaelsberg bet GuudelSheim. Das Thier hatte sich in der Nacht frei gemacht, die Stallthür war offen geblieben und in der Nähe waren in einem anderen Raume zehn neugebackene Brodlaibe zum Abkühlen aufgestellt. Wahrscheinlich durch den angenehmen Geruch augezogeu, machte ste sich über die seltene Delicateffe her und verzehrte sieben Stück davon, obwohl sie am Abend zuvor gut gefüttert worden war. DaS war aber auch, wie eS scheint, für eine Kuh zu viel. Ein Drahtstift, den sie schon seit längerer Z'it im Leibe hatte, fand nicht wehr Platz, bohrte sich ein Loch in die Magenwand und verletzte noch andere Körper- theile kurz, das werthvolle Thier mußte geschlachtet werden.

* Jubiläum der Eountagsfahrkarten. Die Sonntags­fahrkarten auf der Thüringer Eisenbahn können nächster Tage ihr SOjähriges Jubi'äum begehen. Am 22. Juli 1848 machte die Direction der Thüringer Eisenbahn-Gesellschaft im Eisenacher Wochenblatt bekannt, daß für die Reisen an Sonn- und Festtagendas Personengeld um den dritten Theil, als es tarifmäßig festgestellt ist" ermäßigt werbe, unter der Be­dingung, daß die Hin und Rückfahrt an demselben Tage stattfinde.Es werden", heißt es weiter,bei den Billet« expeditionen besondere Billets ausgegeben, welche für Hin- unb H rreife giltig sinb und beren ganzer Betrag gleich bei der Empfangnahme gezahlt werden muß."

* Die Schriftstellerin Frau Elise Polka ist der Franks. Ztg. zufolge in Schliersee von einem schweren Unfall be­troffen worden. Sie stürzte am vergangenen Dienstag durch einen vom Regen vermoderten Dielenbelag eines ländlichen Altans vom ersten Stockwerk hinunter in des Erdgeschoß und wurde besinnungslos vom Platze getragen. Sie liegt jetzt in bester Pflege in München, Hotel Marienbad, unfähig, auch nur einen Schritt zu gehen. Gebrochen ist nichts, doch sind neben einer Kopfwunde schmerzhafte Sehnen- und Muskel- verrenkungen und Zerrungen sowie eine bedeutende Knöchel­schwellung des rechten Fußes entstanden.

* 6ine Verwandtschaft bei neuen Elementes Metargon mit bem Kohlenstoff wird ourch eine Mittheilnng von Arthur Schuster nahegelegt. Dieser Gelehrte spricht seine Vrr- wuudernug darüber au#, daß eS bei der Untersuchung bei Spektrums des neuen Elementes dessen Entdecker ganz ent' gangen sein sollte, daß die Hauptspektrallinien des Metargon nahezu mit denen des Kohlenstoffes zusammenfallen. Es werden drei Linien im Gelben, zwei im Grünen, zwei im Blauen und eine im Indigo aufgezählt, deren Wellenlängen sehr nahe denen von Linien des Kohlenstoffes liegen. Die drei Linien des Metargon im Gelben z. B. besitzen die bezüglichen Wellenlängen 5632 5, 5583.0 und 5537.0, die drei entsprechenden Linien de# Kohlenstoffes haben nach den neuesten Bestimmungen von Angström und Thalen die Wellen­längen 5633.0, 5583.9 und 5538.0. ES ist danach sehr wahrscheinlich, daß daß untersuchte Metargon mindesten# noch Kohlenstoff enthielt, vielleicht sogar auch noch Stickstoff, da drei Linien des Spektrums sehr nahe mit drei Linien des ChangaseS zusammenfielen. Vielleicht aber ist das Metargon überhaupt kein neues Element, sondern eine Mischung von Bestandtheileu der Luft, die bet der Temperatur flüssiger Luft zu einem festen Körper erstarrt. Jedenfalls ist es bisher noch niemals beobachtet worden, daß zwei verschiedene Elemente so ähnliche Spektren besitzen, wie in diesem Falle Metargon und Kohlenstoff.

gerufen, wenn es nicht eine doppelte Anmaßung gewesen wäre, erstens basgrauen", zweitens basDu".

Lätitia entschwanb

Bald rollte auch eine Kutsche, bie einer vergangenen Culturperiobe entstammte, vor bas Haus und holte Sophiens Eltern nach bem Gut Rövershagen.

Nun begann eine schreckliche Zeit für mich. Ich opferte Tag unb Nacht bem Abschreiben bes RomansMorganatische Freundschaft", ein Mysterium.

Lätitia war stolz auf ihr Werk.

Pessimismus und Symbolismus, Mysiicismus und Scepttcisrnus, überhaupt alles aufmus" gab sich ein Rendez­vous in der morganatischen Freundschaft.

Das Buch sollte einSchlager" werden.

Nun mir gefiel an dem Roman nur eines näm­lich, daß er ein Ende hatte.

Er wurde verpackt, mit einem Begleitbrief versehen und nach Leipzig gesandt.

Ich beneidete die Manuscripte manchmal im Stillen. Da hatten mir z. B. eines, das war je zweimal in Hamburg, Leipzig und Stuttgart gewesen und gar dreimal in Berlin.

Und ich? Immer saß ich in dem langweiligen Eichroth.

Vier Wochen waren nun vergangen.

Keine Antwort vom Verleger.

Lätitia schrieb einen Mahnbrief.

Man wartete weiter.

Da kam sie eines Tages ich saß eben nichts ahnend über einer Zeichnung herunter gelaufen. Sie sah aus wie eine Victoria und schwenkte eine Postkarte in der Hand.

Wünschen Sie mir Glück, Marianne?"

Selbstredend. Angenommen ja?"

Zoologische «ebächtnißstropheu. Unter diesem Titel finden wir in der in Asuncion erscheinendenParaguay' Rundschau", einem Blatte, das fich um die Erhaltung des Deutschthums in Paraguay sehr verdient macht, folgende Verse, die denHeldinnen der Mode" gewidmet find:

Der Indier sieht den Kakadu Auf hohen Bäumen brüten, Er kommt auf dm Antillen vor, Sowie auf Damenhüten.

Der Kolibri umflattert gern

Die bunten Wiefenblüthm;

Man trifft ihn in Brasilien an, Sowie auf Damenhüten.

Die Eidergans dringt südlich vor Bis in das Land der Jüten, Sie nistet oft am Kattegatt. Sowie auf Damenhüten.

Im Nest deS Haselhuhnes soll Der Fuchs bisweilen wüthen, Etz hält sich in Gebüschen auf, Sowie auf Damenhüten.

Auf Ebnen hockt der Pfefferfraß, Zumal auf sonndurchglühten, Er zeiget sich in Paraguay, Sowie auf Damenhüten.

Die Haubenlerche war bekannt Schon bet den alten Skythen, Quartiert sich nah den Dörfern ein, Sowie auf Damenhüten.

Das Krächzen läßt der Arara Von Keinem sich verbieten, Man findet ihn in Borneo, Sowie auf Damenhüten.

Vom Drontevogel melden unS Die Forscher blos noch Mythen, Aus diesem Grunde steht man ihn Auch nicht auf Damenhüten.

* Eia fünfzig Jahre bauernder Brand. In Schottland gibt e- eine Kohlenzeche, die über 50 Jahre lang brannte. Jetzt endlich ist sie ausgebrannt. Die Grube liegt auf den Dalguarrhan'ichen Gütern bei Daivy. Häufig sind kost­spielige Versuche unternommen worden, das Feuer zu dämpfen, aber ste haben niemals Erfolg gehabt. Mehr als einmal hörte man donnerähnlicheS Geräusch unter der Erde. Nur FklSmaffen verhinderten, daß fich das Feuer auf die an­grenzenden M-nen auSdehnte.

Die Ringe einer Königin. In letzter Zeit gaben fich englische Blätter vielfach mit Königin Victorias Trau­ring ab. Man konnte nicht recht einig darüber werden, au# wessen Händen eigentlich daS wichtige Juwel hervorgegangen fei. Zuletzt wurde behauptet, daß der goldene Reif, der Englands Herrscherin an denprince consort fesselte, von den geschickten Fingern eines Deutschen, der bei dem ersten Juwelier Londons als Geselle arbeitete, angefertigt worden war. Dieser Deutsche soll erst vor Kurzem in Philadelphia, wo er ein sehr gut gehendes, eigenes Goldwaarengeschäft be­trieben hat, gestorben sein. Die Tochter dieses Mannes lebt aber noch und rühmt sich häufig, daß fie den Trauring der englischen Regentin eine Stunde langzur Probe", getragen hat, ehe er an den Finger der bräutlichen Königin gelangte. Diese hat das ihr so theure Juwel seitdem nicht wehr ab­gelegt, und wie dieWhitehall Review" zu erzählen weiß, ist der Ring heute so dünn getragen, daß er nur noch durch einen Schutzring an seinem Platz, den er ficher nie verlassen soll, festgehalten wird. Ebensowenig streift die greife Herr­scherin je ihren einstigen Verlobungsring vom Finger. Dieser Reif besteht aus dicht nebeneinander gesetzten Diamanten, die fich im Mittelstück, daS in Herzform gehalten ist, um einen prächtigen Ruppin gruppiren. Die in tiefrothem Feuer auf­leuchtende Gemme bezeichnete der Prinzgemahl, als er den Ring feiner Braut an den Finger steckte mit dem poetischen NamenStein der L ebe". Ein Juwel, das Königin Victoria unter all ihren Schmuck-achen nächst den beiden oben er- wähnten Ringen am Höchsten schätzt, aber feiner beträcht­lichen Schwere wegen nur bei großen Staatsceremonien trägt, ist der KkönungSring, der in einem wunderbar ausgeführten Desfin Glaube, Liebe, Hoffnung in Diamanten, Rubinen und Smaragden darstellt.

Nein, ma obere aber, verloren ist bas Manuscript. Denken Sie sich, verloren!"

Ich starrte sie an.

War sie, ober war ich nicht mehr recht bei Verstaub?

Wa was Lätitia?"

Verloren ist es unb ich habe es mit zwölfhunbert Mark versichert. Charming! Nun schreibt man den Entwurf noch einmal ab, unb bann kann ich es im Selbstverlag er­scheinen lassen!"

Run, zwölfhunbert Mark für biemorganatische Freund­schaft", bas übertraf schon bie Gebilbe ber kühnsten Phantasie.

Aberman" schreibt es noch einmal ab.

O ich Aermste!

Lätitia entwarf schon Briefe an Commissionsverleger. Sie sah bas Buch bereits auf allen Schreib- ober Salon­tischen.

Sie erblickte ihr berühmtes Bilb schon in allen Zeit­schriften unb Musenalmanachen.

Nachdem sie sich etwa eine Stunbe lang in ben zukünf­tigen Triumphen gesonnt, ging sie auf bas Postamt.

Aber oh eine entsetzliche Enttäuschung wartete ihrer.

Die Post hatte bas Manuscript in Leipzig an ben Ver­leger geliefert. Die Post hatte es nicht verloren. Die Post zahlte keinen Pfennig Entschäbigung, geschweige benn zwölf­hunbert Mark.

Lätitia befanb sich in unbeschreiblicher Erregung.

Eine wahre Hochfluth von Anschulbigungen ergoß sich brieflich über ben unglücklichen Verleger.

In ber Zeit, bis Antwort kam, burchstöberte sie mit zitternben Fingern alle benkbaren Journale, zwischen Furcht unb Hoffnung schwebenb, ihre gestohlene morganatische Freunb- schaft könnte irgenbwo austauchen.

Wissenschaft, Literatur und rinnst.

Die Umschau. Uebersicht über die Fortschritte und Be­wegungen auf dem Geiammtgebiet der Wissenschaft, Technik, Literatur und Kunst. Jährlich 52 Nummern. Preis vierteljährlich Mk. 2 50. Postzeitungsp^eisliste Nr. 7362. Verlag von H. Bechhold in Frank­furt a. M., Neue K äme 19/21. Die soeben erschienene N>. 29 der Umschau" ist ungewöhnlich reichhaltig und interessant. Wir erlangen daraus zum ersten Male Kenntniß von der neuen Zickler'ichen licht- electrischen Telegraphie. Ein prächlig illustrirter Artikel Lampe» gibt uns eine Schilderung unserer ostasiatischen Erwerbung und seiner Bewobner. Der Aussatz des bekannten Kenners des Radfahi- wesens, Prof. Geisser, sollte von jedem Radfahrer gelesen und vor Allem beherzigt werden. An diese größeren Aufsätze schließen sich eine Fülle von Rubriken, wie: Technische Neuheiten, neue Bücher, Z-itschriflenschau rc. rc., die eS ermöglichen, sich mit wei ig Zeitver­lust über Alles, was oorgeht, auf dem Laufenden zu erhalten.

Soeben erschien im Verlage von W. G. Schäffel in Leipzig: Poetische Grüße und Sprüche für Ansichtskarten jeden Genres von Max Möller zum PrUie von 30 Ptg. Ein besonders feiner Humor zeichnet die in dem Büchlein befindlichen Verse in sächsischer Mundart aus. DaS Büchlein selbst ist in Miniatur-Format in zweifarbigem Druck ausgeführt und wird in Verbindung mit seinem eleganten Einband als kleines Geschenk gern gekauft werden und sich bald viele Freunde erwerben.

Die erste in Deutschland gebaute Dampfmaschine führt uns, neben einer großen Reihe anderer, für die Entwick-lung der Industrie bedeutsam gewordener Maschinen aus dem Anfang unseres Jahrhunderts, ba< soeben zur Ausgabe gelangte achte Heft des neuen PrachtwerkesDas 19. Jahrhundert in Wort und Bild", Politische und Culturgeschrchke von Hans Kraemer (Deutsches Verlagshaus Bong L Co., Berlin, 60 Lieferungen ä 60 Pfg.) vor Augen. Das wiederum glänzend ausgestattete Heft des von Presse und Publikum mit einstimmigem Beifall aufgenommenen Buches, dess n Käufer bereits jetzt, wenige Wochen nach Ausgabe der ersten Lieferung, nach Zehntausenden zählen, bringt neben dem CapitelTechnik und Industrie" noch den Beginn der Geschichte der Chemie, die bekanntlich ein Kind unseres Jahrhunderts ist. Der Text ist wie immer ebenso klar und gediegen, wie fesselnd und unter­haltend, und die Illustrationen von denen nur eine reizende Farbendruck-BeilageAbendgesellschaft zu Anfang des 19 Jahr­hunderts", sowie ein herrliches Jugendpoiträt der Königin Victoria von E-'gland erwähnt seien sind mit gewohnter Meisteischäft ausgesührt.

Hnivcrfifäts - Nachrichten.

AuS Würzburg wird gtmeldet: Auf die neu errichtete außerordentliche Professur für Balneologie, Balneotherapie und mechanische Heilmethoden an der hiesigen Universität wurde der bis­herige Prtoatdoccnt Dr. Richard Hetgetzdabter berufen.

Der Professor des Staats- und Völkerrechts an der Uni­versität Tübingen, Dr. F. v Martitz, hat einen Ruf als Rath an das preußische Oberoerwaltungsgertcht und gleichzeitig als Professor an die Berliner Hochschule erhalten und wird, wie derSchwäb. Merkur" erfährt, demselben Folge leisten.

Halle, 12. Juli. Betm heutigen Fest der Universität aus Anlaß des Uebrrgangs des Rectorals von Gehetmralh Professor Dr. Volhard auf Professor O. Kautzsch fand in der Aula die Ent­hüllung eines Oelbildes des berühmtesten Ehrendoctors unserer Hoch­schule, des Fürsten Bismarck statt, den im Jahre 1867 die philo­sophische Facultät zum Doctor cretrt hat. Das Biidntß ist eine Schöpfung Franz v. Lmbachs, der es der Untversilät a s Geschenk überwiesen hat, zur Bekundung seines Dankes für die auch ihm im Jahre 1894 durch die Ernennung zum Ehrendoctor zu Theil ge­wordene Ehrung.

Würzburg. Die hiesige BurschenschaftArminia", die den Ereignissen des Revolutionsjahres ihr Entsteoen verdankt, begeht Ende dieses Monats ihr bOjähriges Stiftungsfest.

Heidelberg. In den hiesigen studentischen Kreisen wird die Gründung einer akademischen Lesehalle geplant und vorbereitet.

In München ist eine außerordentliche Professur für historische Hilfswissenschaften errichtet und dem bisherigen Custos an der Königlichen Hof- und Staatsbibliothek und Privatdocenten an der Münchener Universität, Dr. Hany Simonsfeld, über­tragen worden.

Nach der in dem 171. Hefte der Akademischen Monats­hefte, des Organs der deutschen Corpsstudenten, veröff ntlichten Statistik betrug die Zahl der im Wintersemester 1897 und 1898 auf den deutschen Universitäten studirenden Corpsstudenten am 15. November 1897 1025, am 15. Februar 1898 1000. Die Ab­nahme erklärt sich weniger durch bm Austritt aus dem Corpsoer­bande, als durch das Verlassen der Unioerstiät. Gegen den 15. Mai und 1. August des Sommersemesters ist ein Zuwachs von 33 bezw. 48 Corpsstudent»-n zu verzeichnen gewesen. Die größte Zahl weist München mit 477, die kleinste Kiel mit 11 Corpsstudenten auf; auf dieser Universität besteht auch nur ein Corps. Die Zahlen der acttom Corp studenten bewegen sich zwischen 5 und 47. Im Großen unb Ganzen kann man bet den meisten Corps ein erfreuliches Wachsen der Mttgliedcrzahl erkennen.

Mir graute unterdessen vor bem Schreckgespenst der nochmaligen Abschrift.

Da eines Morgens erhielt Lätitia ein Packet mit dem armen, verlorenen Roman.

Auch er hatte mit jener unbezwinglichen Sehnsucht nach ber Heimath, bie all ihren Geisteskinbern eigentümlich, ben Weg zu ihr zurückgefunben.

Es war bei bem Verleger teiber in bem ihm ungünstigen Sinn bes Begriffesverlegt" worben.

Der Buchhändler entschuldigte sich eine Seite lang. Aus der zweiten rühmte er die Vorzüge des Werke«, den glänzen­den Stil, die feinsinnige Characteristik, die spannende Hand­lung; und auf Seite drei kam dasaber.

Die Tendenz des Romans mache es ihm leider unmög­lich, das Buch in seinem Verlage erscheinen zu lassen. Selbst­redend zu seinemgrößten Bedauern".

Lätitia vergaß die trügerischen zwölfhundert Mark, den Selbstverlag und die Zurückweisung. Sie las nur ihr Lob.

Könnte man vielleicht die Tendenz ändern, Marianne?"

Gewiß", sagte ich bereitwillig.Wenn Eva statt Häckel, Zola und Tolstoi vielleicht Drummond, Ebers und denkletnen Lord" lesen würde, wäre die Richtung eine völlig entgegengesetzte."

Sie sinb ein kluges Kinb Marianne. Ich werbe so­gleich an ben Verleger schreiben unb bie Aenberungen machen." Sie ging hinauf. Wie? Das war doch nur Ironie von mir gewesen. Und sie erhoffte wirklich davon einen Erfolg?

Beneidenswerthe Optimistin!

Soll ich ihr es sagen?

Dochwozu aus ihrem süßen Wahn sie wecken?"

Man kann ja am Ende doch nicht wissen.

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