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17.7.1898 Drittes Blatt
 
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1898

onntag den 17. Juli

Hier,

tzmtisbeilM: Gietzencr Familirublätter

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Neuwied unn de DrachefelS nnn Godet' gestellt

Köln unn Bonn unn

Alle Anzrigen-BermitllungSstclltn b<8 In- und Äullanb«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger

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er & Krumm. BKIer.

Schaaf.

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Ach,kSr«-e Mr. 7.

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tödtet jedwede und rollet bad vorhandene fdne Itbtnbt Spur mehr JMIontn fiunbtn gerühmt

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M 165 Drittes Blatt

Feuilleton«

ß neu Keilmiddel.

Von Carl Geißler.

Sauerkraut unn LewwerkleeS J8 e Esse, gar net 6ee8;

Schadd nor, daß's net Jedermann Immer gut verdrage kann'. Doch merr iS en Fall bekannt Jüngst bassirt am RheineSftrand Wo'S e Wunner hott gewerkt Unn en Mage neu gestärkt.

Mezug-preis vierlellährtich

2 Mark 20 Pfg. monartich 76 Pftz. mit Bringerlohn.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Grscheint läglich mit Ausnahme drS Montags.

Die Gießener Pomilieutkätter D«den dem Anzeiger »gchentlich viermal beigelegt.

Attslsnd.

Wien, 15. Juli, «ine hiesige ZeitungS.Correspondeuz meldet aut Prag, daß Auftrag ertheilt worden sei, die Appartements auf dem Hradschin für die Königtn-JRegentin von Spanien in Stand zu setzen. Dieselbe soll den Wunsch geäußert haben, für eventuelle Falle dauernden Aufenthalt in Prag zu nehmen.

Paris, 15. Juli. Wie et in hiesigen diplomatischen Kreisen heißt, werden bald nach Beendigung des Krieges wichtige diplomatische Verschiebungen stattfinden. Q B. soll Hanotavx als Botschaster nach London gehen, wo er besonder» die englisch-amerikanische Allianz und da» eng' lische Vordringen im äußersten Osten hintertreiben soll.

London, 15. Juli. Zwischen den Insurgenten der Phi. lippinen und den Unionsstaaten wurde ein Abkommen getroffen, demzufolge die P h i l ip P i n e n al» R e P u b l i k unter amertka. nische» Protectorat gestellt werden. Die Regierung der Rtpublik wird die Häfen der Inseln dem Welthandel öffnen und alle Zweige der Verwaltung reformiren.

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dhat; awer eS ging nix an en, unn wannS noch to f*<e grwese wer. Er hatt sich ewe de Mage verdorwe, weil err gewehut war, sich beim Effe als e bisst ze viel zu dhn nnn da war n'x anuersch ze mache deß wußt er auS '^rfahnwl als fich tu Geduld ze schicke unn abzewarde, btffet Widder bfftI®"mbS8reibe6adl (ei Fr-uub- warn auff-r sichi te«t tot unangtntDtne Z->!ch-°I°ll und b-ffhalb mlbbd»<r, bat fe »ufft!, an «hrm F--ullb b-°-°t-b un° h°« Oplum unb Cholerubroppe im Grob- au«

taffe uan doch hott Alle« uix genutzt. SSt kouute st» awer hoch weg- bem Breibeb.» fetal Selb»«* diel

Daa uff bis faul Haut lege unn b-ffhald bef»loffe fe, st» bf/nat C-wl-nz Weiber,edewegt unn dort na» be «twethun, bom Koffer Wllhelm>Deukmal deizewohne, bann awer st» uff m fchuellste Week heimwärts ze begewe.

Gesagt gedhaa! Se fuhrn nach Eowlenz unn wohnte be Festlichkeide bei; el war awer kaa Stimmung «ehr urntt bene Mensche, daun ohne de Breidebach konnte se fich mollig fihle. Der awer saß im Hodell unn saß unn saß so lang, bi« däi Annere widderkame. Jnzwische war mit'm Breidebach e vollstennig Berännerung Vorgänge, sei gramerfillt «ageficht war wenigstens Widder zum Angucke unn wäi däi Gesellschaft zu be Dafel ging, da war err seit drei Dag zem erschte Mal Widder bebet.

De N-ibilb-rg-r, be neufchierigste dou bene gtaf, taw» net iwwer!» Her, bringe, fein Freund B--idebo-h noch fei» Gefunbheil«,ustanb je frage, nun war net wenig «fr*' * Andworb je leihe:Heut gibt« mei Leibjpei», Lewwe-kle- unn Sauerkraut!- Die ganz Belell,choft h-td fi- dauu an die Daweldott gesetzt unn hawwe dichdig zugegrtffe, besonn sq

berg besucht, unn bi» dahi waren noch kaa aanzig Malör basfirt, da warn se emol uff en Morjeno so serchterl ch au-aelaffe, daß bete Gesell'chast schließlich selbst unheimlich »n Muih Word unn de Nudelberger hott aa iwwersch annermol zum Grollekopp geiaht:Fritz, gew -mol Acht, heut giht waß vör!" Unn die Babierscheer hott zum Roßhaar gesagt.

Gust, wann uu» not nix basfirt!« Dann hawwe se alle v.er ehrn Blick uff de Bceidebach geeicht unn da hawwe se alle vier kaan beete Schrecke tritt, dann der sah an«, wäi en Haufe Schnee, so weiß war er unn dhat deß Geficht ver- riebe, als dhet em Aaner mit'm Winnelbohrer em Gederm etim fahrn. DheilnahmSvoll fragte die Reisegenoffe de Breidebach:«i, Dicker, ei wo fehlt derrsch dann? 4)oft be bann vielleicht be letzt Nacht blosgeleje oder hofte heut Nacht e bisst ze viel gedrunte?«

Awer be Breidebach war net im Stand, e BibSwerdche bon fich ze gerne, so hat» er e DrickeS unn e PerzeS in sei« Mage; blo/e paar Mal hott er geftehnt unn bie «age bev dreht, daß de Babierscheer unn em Roßhaar unn dem Grolle kopp unn dem Nubelberger himmelangst Word, unn deNudel, berget wollt sofort en Doctor hole unb bie Babierscheer wollt hawe, merr sollt de Breidebach gleich nach Bonn in die

London, 15. Juli. Eine Washingtoner Depesche be« Daily Ehronicle" besagt, Nachrichten von ben Botschaften in Bonbon und Paris deuteten Spaniens Bereitschaft an, Tuba und Portorico aufzugeben und den UuiouSstaaten eine Kohlenstation auf den Philippinen abzutreten. Da» Washingtoner Cabiuet sei geneigt, diese Bedingungen auzuuehmeu.

Madrid, 15.Juli. Heute wurde die SuSpensiruug der carlistischen und republikanischen Blätter augeorduet unb bie ChesS dieser Gruppen verwarnt. Inden Kasernen von Madrid werden Vorbereitungen getroffen, um etwaige Demonstrationen gewaltsam zu unterdrücken.

Madrid, 15. Juli. DaS Amtsblatt veröffentlicht ein Decret, welches alle in der Dersaffung der Monarchie ent­haltenen persönlichen Rechte zeitweilig aufhebt.

Santiago, 15. Juli. Raum war die Nachricht von der Capitulation der Stadt bekannt, so entstand bei Freund und Feind eine ungemein große Freude. Die dlmerikaner jubelten, die Schiffe waren über bie Toppen geflaggt, unb e» wurde gesungen unb getanzt. Von El Camy her aber zogen bie ausgehungerten Flüchtlinge ein, glücklich, ihr alte. Heim aufsuchen zu dürfen. Die Leute wurden von den Truppen sofort mit Nahrung versehen, die fie gierig verschlangen. Santiago ist fetzt ruhig.

Hebet die FriebenSfrage wirb bet ,/Polit. Corr." au, Petersburg geschrieben, eS sei nicht daran zu zweifeln, baß alle europäischen Regierungen, die an dem spanisch-amerikanischen Eonflict lebhaftere» Interesse nahmen, einem Sntschluffe Spaniens, die Vermittelung einer oder mehrerer Mächte auzurusen, fast mit Ungeduld eutgegeusehen. In ruffischen politischen Kreisen meint man, daß bem Madrider Eabtnet Frankreich unb Rußland in Anbetracht der reund- schaftlichen Beziehungen dieser Staaten zu beiden rriegsühren- den Parteien in erster Linie für diese Action geeignet er scheinen könnten. Da jedoch die spanische Regierung fich für einen solchen Schritt noch immer nicht entscheiden wolle, o wäre es, wie man in Petersburg betont, ein Gebot ber Humaniiät, daß eine oder mehrere Mächte, ungeachtet gewisser gegen ein derartiges Vorgehen geltend gemutet Bedenken, selbst die Initiative ergreifen, nm eine Mediation in Fluß u bringen und dadurch möglichst bald der zwecklosen und durch nichts zu rechtsertigenden Fortsetzung de» Blutvergießen» vorzubeugeu. Zu bfefer Aufgabe fei aber Ruffluub uu« be« Grunde ta geringerem Maße berusen, weil e» bei aller Freundlichkeit seine» diplomatischen Verhältnisses zu Spanten und den Vereinigten Staaten den Angelegenheiten dieser Länder doch serner stehe. Dagegen laffe fich versichern, daß das Petersburger Cabiuet, fall» -ine andere Macht eine Intervention zur Herbeiführung de» Frieden» unternimm,

cy jedem Sommer, wann die Reifezeit aageht, dann schnalle sinff lustig- Gtcffer Kioner ehr Renzelcher und fliehe au» in die weit Welt, um sich von ehre Strawazze, däi se cvat}t jwwer hatte, unn namerdlich aach von dene viele festliche Gelage, bat se so en Minder lang mitgemacht hawwe, t bische zu erhole.

D- Brild-b-ch, d- Nud-Ibirg-r, be Roffhuur, be Grolle- k°»p °Üb die »udlerfch.er, - baff fwr. nemli» bl. SR.me mb bene moubere Reffenbe, bäi bahl uff ber Wu.bborg, buhl Im Dbemalb, buhl uffm HoherobUopp, buhl m Hinner-

la sogar in Helgoland unn wer »aa» wo sollst noch, RA'er mb eJme uun uff jeber Reff', bäi fe mache, bafffrt j.be«»ul cbbe«/tt°tzb-m -aff- I- M uw-r bie Lust am Bannern net »erberme unn bffun met jebem neui nach Bibber -hrn neu- R-if-blun machen. Borlg« Jahr hatte bäi stnf alfo befchloffe, fäl wollte bteffmal aa be «ffet. 6äi tarne auch hl ahne Fähmiff unn li-ff- btt°ll meegllche Sorte gube ffiei rächt wohl fei. Säl h-wwe

Klinik bringe.

De Breidebach wollt von all dem awwer nix wisse, mit'm Blick von cme richdige DulderT9a® et ! . Schl-ful unn tag st» »tritt, um mH W »- tenne. Sei Fr-unb- guwe st» alle »--glich Müh, fei Gemiedh heider ze stimme unn hawem alle» M-egliche uff «ttoaat Abbedid-Sylt unn Austern, Caviar unn Rheilach» unn hawem Berncasteler Doctor unn Rüdesheimer denewig lguder Sache, däi err sonst so gern zn fich nemme

Berlin. 15. Juli. E» darf derNational-Zellung" zufolge al» ziemlich sicher angesehen werden, daß im nächsten Jahre wieder eine Anzahl neuer Richterstellen ge« schaffen werden.

Berlin, 15. Juli. In Handwerkerkreisen ist man schon seit Wochen an der Arbeit, die Beschlüsse der Innungen zur AuSsühruug deS Hand werkS-OrganisationSgesetzeS herbeizusühren, die nach diesem Gesetz bi» zum 1. October d. I. gefaßt werden müffen. ES läßt sich heute noch nicht übersehen, inwieweit der Gedanke der Zwangsorganisation . Anklang in dem schon jetzt organifirten Handwerk gefunden | bat; bei einzelnen Gewerbszweigen, wie beispielsweise der Fleischerei, läßt sich annehmen, daß fie fast durchweg bei den freien Innungen zu verbleiben gedenken. Erft nach dem 1. October deS lfd. Jahres wird man einen klaren Ueberbltck nach dieser Richtung haben. Dann wird fich entschieden haben, in welchen Bezirken auf daS Verlangen der privtle- airteu Innungen hin die Zwangsorganisation platzgreisen wird. Nal dem 1. April 1899 wird so ziemlich die ganze Wirkung deS HandwerkS-OrganisationsgesetzeS bezüglich deö Organisations-Unterbaues überblickt werden können.

Keenznach, 15. Juli. Die kaiserlichen Prinzen August, Wilhelm und OSkar reisten um 9»/, Uhr nach WilhelmShöhe ab.

Dresden, 15. Juli. DieDreSd. Reuest. Nachr. melden auf Grund dtrecter Anfrage am Hoflager in Pillnitz, daß sich das Befinden des König» Albert in der letzten Nacht bedeutend gebessert hat. Der König konnte bereit» am Bor- mittag daS Bett wieder verlassen.

Deutsches ttcseh.

Darmstadt, 15. Juli. Aus Jagdschloß Wolf »garten wird derfcatmft. Ztg." unteim 14. Juli gemeldet: Ihre Sroßherzogliche Hoheit die Prinzessin Ludw g von Batten- berg nebst Kindern find zu einem mehrtägigen Besuche hier tlBfletroffen. Der Durchlauchtigste Herrenmeister de» Johanniter Ordens, Prinz Alb r e ch t v o n Pr eu ß en, König- 'che Hoheit, hat den nachgenannten Ehrenritteru de» ^ohanniter-OrdenS: dem Erbmarschall zu Heffen, erblichem Mtgliede de» preußischen Herrenhauses und der Ersten Kammer deS GrohherzogthumS Heff-n, Ludwig R^edesel Freiherrn zuTisenbach zu Schloß Eisenbach bei Lauter­bach in Oberhessen, dem Oberlieutenant und Commandeur btl 2. Groffh. Htff. Dr°g.-R-gl«. (L-lb-Drug.-R-gt.) Nr 24, Sdrnuub Bon Wohrf», bim Mujor unb B-tulllou,- Sommnnbtur im 1. Groffh. H,ff. Jnfuut-ri-- (L-lbg-rb--) Htglment Nr. 115, albert Frelherrn b. Selb, b-rn tz-upimunn °. D. Wllh-lm v. B-r«worbt g-uunut v. Wallrabe zu Darmstadt, am 28. Juni d. I. in der Johanniter-OrdenS-Kirche zu Sonnenburg den Ritterschlag avd die Investitur ertheilt.

Berlin. 15. Juli. Nordlandsreise. Der Kaiser u-hrn Donniretag Sorträgt tntgegin unb arbeitete um Nach, mittag. Da« regnerif»e Wetter gestattete keinen Au-flug. SldendS hielt der Marinemaler Prof. Salzmaun einen Bor- haa und Überreichte in Erinnerung an den zehnten Jahrei- lag ber ersten gröberen bon Seiner Majestät unternommenen Seefahrt ein ©emälbe. Wegen b-r fchlechten Wetternachr-chien 1U« gau» Norwegen bleibt bieHohen,ollern» oorluufig no» ® Molde. t

Berlin, 15 Juli. Die Vorbereitungen zum Empfange dr» deutschen Kaiser» werden, wie die Blätter melden, ta Syrien unb Palästina eifrig gefördert. Die türkischen Behörden scheuen keine Kosten. E» heißt, daß Selim Melhome oder Karatheodors Pascha den Kaiser durch daS türkische ^^^l-bEine militärische Ehrung Kaiser Wilhelm» plant -u» Anlaß der Orientreise des Kaiser» der Sultan. Ein Saiserltches Jrade ordnet au, daß das Leib-Cavallerie-Regiment arnhogrul, das im Y ldiz-KioSk garnisonirt und au» einem Divisionsgeneral, einem Brigadegeneral, zwei Obersten, vter-tg -Offizieren und fünfhundert Mann besteht, nach Palästina geben soll, um während de» ganzen Aufenthalt» Kaiser Wilhelm» daselbst diesem al» Ehrengeleit zu dienen.

Berlin, 15. Juli. Auch dieNordd. Allgem. Ztg. meldet, daß von einem Vorfall, wie er bezüglich de» deutschen Kriegsschiffes .Irene" von mehreren mglischen Blättern gemeldet worden war, an hiesiger amt­licher Stelle nicht» bekannt ist.

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