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17.6.1898 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Freitag den 17. Juni

1898

Keneral-N^eiger

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Gratisbeilage: Gießener Familienblätter

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Die Kosten

-es spanisch-amerikanischen Krieges.

Was der Krieg die Ver-intqten Staaten kostet, bertlbet spricht sich dieNcw Yorker Ha> delsztg." folgender- mißen auS: Für den ersten Monat stellen sich die Kriegs' festen der Bundesregierungen, einer offiz'öftn Aufstellung gentafe, auf nicht weniger als 80 Millionen Dollar oder auf nahezu 3 Millionen Dollar den Tag. Da in diese Summe bfct Kosten für die Vorbereitungen zum Kriege, durch An- schaffang von Sch ffen, Kanonea und sonstiger Ausrüstung kt.ngrschlofsen find, werden fich für die Folge die Kciegskosteu m eit niedriger stellen. Immerhin rechnet man jedoch in Dgierungskrrisen für die kommende Zeit auf eine Ausgabe für jdciegSzwlckr von 1 Million Dollar den Tag. Den größten Vortheil von diesen enormen Ausgaben haben natürlich die Lieferanten von Materialien aller Art, da die Regierung bei bet Kürze der Zett und der Schnelligkeit der Lieferung fich nicht auf die Ausschreibung von Angeboten eivlaffeu konnte, sondern das Kriegsmaterial kaufen mußte, wo es am schnellsten in erhalten war. Allein 25000000 Dollar find für den Ankauf von Schiffen verwandt worden und trotzdem, daß die -reise von einer doz: eingesetzten B-Hörde festgesetzt wurden, find dennoch viele Schiffe weit über ihren Werth bezahlt «ordeu. Rechnet man hierzu noch die Summen, die für die Miethe von einer Anzahl S-tiffr bezahlt worden find, daun dellen fich die Ausgaben allein für Schiffe auf 38000000 voll., oozu noch an 10000000 Dollar für deren Ausrüstung temmt. Tine große Rolle tu dem «rtegsetat spielen die Sohlen, für die bis jetzt schon über 3 000 000 Doll, gezahlt Eden. Dte nachfolgende Aufstellung, die auf Schätzungen - Mn Sachverständigen, auf Grund der von der Regierung bezahlten Preise bafirt, liefert eine U-berficht über die Haupt- Dosten der zur Anschaffung des nothwendigen Kriegsmaterials bisher gemachten Ausgaben.

Für Ankauf und Miethe von Schiffen 38000000 Doll., sLr deren KciegsauSrüstung 10000000 Doll., für Kohlen $000 000 Doll., für Truppentransport 3500000 Dollar, flr Armeebedarf 7 000000 Doll., für Kanonen und Munition 8000000 Doll., für Armeesold für einen Monat 2700000 Doll., fLr Martnefold für einen Monat 640000 Doll., für Kabel anb Telegramme 75000 Doll., sonstige Ausgaben zehn

Lauterbach, 14. Juni. Nachdem dte Arbeiten für da« 25. Gauturnfest vergeben find und ein Thetl der Ein­nahmen fichergeftellt ist, läßt fich das finanzielle Ergebatß soweit übersehen, daß bet einem normalen Verlauf des Feste« auf Deckung der Kosten durch dte Einnahmen gerechnet werden kann, bei günstiger Witterung aber noch Etwas für den Turnhallen-Baufonds übrig bleiben dürfte. Der Eintritt«- preis wurde dabei so niedrig gestellt, daß auch dem Minder­bemittelten der Besuch deS Festes nicht schwer sällt.

Zur Denkmalspflege schreibt man derFranks. Zig. : Ist denn der Frankenstein wieder bewohnt?" So fragte »ich nämlich ein Reisegefährte auf gemeinsamer Fahrt von Frankfurt nach Heidelberg. Warum? meinte ich. Run dte Burg fieht doch ganz ander« auS, als vor ein paar Jahren- fie scheint ausgebaut zu fein, wie GutenfelS bet Caub! Allerdings, der Frankenstein sah ander« au« al« sonst- al- alter Freund der Bergstraße benutzte Ich die erste beste Gelegenheit, dem Frankenstein, dem weithin fichtbareu nördlichen Vorposten der schönen Bergstraße, wieder einmal

dte Garde-Regimenter vollzählig vertreten. Auch viele Der« eine und Privatpersonen legten tm Lause des Tage- Kränze am Denkmal nieder. Der Kaiser und die Kaiserin waren mit dem Prinzen Adalbert kurz vor 11 Uhr in Potsdam eingetroffen und begaben fich direct -um Gottes Men ft e nach der FctedenSkirche. Der Kranz, welchen fie an der Grabstätte ntederlegten, hatte über einen Meter im Durchmeffer und war ganz ans weißen Blumen gewunden - die lange weiße AtlaSschleife mit goldenen Franzen trug die Buchstaben W. uod A. V. mit den Kronen darüber in Gold. D>e Kaiserin Friedrich, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Erbprinz und die Erbprtnzesstn von Meiningen, Kronprinz und Kronprinzesfin von Griechenland, Prinz und Prtuzesfin Friedrich Earl von Hoffen und andere Fürstlich, leiten hatten prachtvolle Kcäaze, aus deren Schleisen Anfangs- buchstaben verzeichnet waren, niederlegeu lassen. Diesen Kränzen reihten fich dte der Generaladjutanteu an. Der 15. Juni ist bekanntlich auch der TodeStag de- Prinzen Friedrich Carl, dessen Sarg io dem Grabgewölbe zu Ntkolskoe gletchsallS gestern mit Kränzen und Blumen reich geschmückt war. Das Kaiserpaar hatte einen kostbaren Kranz aus Rosen mit welßer, goldbesranzter AilaSlchleise nieder- legen lassen, Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold erschienen persönlich uno verweilten längere Z it in der Gruft. Die Gemahlin deS verewigten Prinzen, die z. Z. nicht in Berlin ist, hatte einen Kranz au- weißen Rosen gespendet. Weitere Kränze waren u. A. niedergelegt vou den OsfizlercorpS des 1. Leib Husaren Regiment- Nr. 1., deS Husareu-RegimentS v. Ziethen und des Infanterie. Regiment- Generalfeldmarfchall Prinz Friedrich Carl von Preußen Nr. 64, vom Verein ehe­maliger Kameraden der Z'etheu-Husaren und vou derBer- etotgung Prinz Friedrich Carl".

Limburg, 15. Juni. Der Abt Domtuikauu- Willi au-Marteustatt tu Nassau ist heute Vormittag zum Bischof gewählt worden.

Kreuznach, 15. Juni. Die kaiserlichen Prinzen August Wilhelm und O-kar trafen um 10'/, Uhr hier ein und nahmen tm Hotel du Nord Wohnung. Mit dem gleichen Zuge reisten die schwedischen Prinzen Gustav Adolf und Wilhelm OSkar nach Baden Baden weiter.

Locales tmfc provinzielles.

Gießen, 16. Juni 1898.

* Erueuuung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 9. Juni den Geometer 1. Klasse Bernhard Engroff aus Raunheim zum Revision-- geometer bei der Oberen landwtrthschaftlichen Behörde, mit Wirkung vom 1. Jult l. I., zu ernennen. Zum ©teuer» ausseher, wurde ernannt am 4. Juni l. I. der Militär- auwärter Bice Wachtmeister Christian Bausch auS Langsdorf.

* Dem Regiment Kaiser Wilhelm. DteDarmst. Ztg." veröffentlicht dte Depeschen, welche am gestrigen Tage zwischen Sr. Majestät dem Deutschen Kaiser und Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog gewechselt worden find:

Berlin, 15. Juni. (Sure Kgl. Hoheit haben an dem heutigen sür Mich so bedeutungsvollen Gedenktage Meine braven Hundertsechzehner, deren Chef zu sein Ich Mich glück­lich schätze, durch Verleihung von Haarbüschen ausgezeichnet. Ich erblicke hierin ein erneutes Zeichen der Freundschaft und Ausmerksamkeit gegen Mich und spreche Eurer Königlichen Hoheit hierfür mit Meinem herzlichsten Gruß Meinen warm empfundenen Dank aus.

Wilhelm I. R.

Abend in Stein« Garten stattfand, war, rote bet de« der Kapelle vorausgehenden guten Ruf nicht anders zu er­warten stand, sehr gut besucht. Dte einzelnen Stücke de« sehr gewählten Programm« wurden unter Leitung deS Kgl. Mufikdirigenten Herrn R. Damm mit gewohnter Tüchtigkeit auSgeführt. Außerordentlichen Beifall fandenZwei Fanfaren- märfche", unter Benutzung von acht historischen Trompeten mit gestickten Paradeflaggen vorgetrageu, sowie das von Herrn Trompeter Gies ecke mit vollendeter Meisterschaft ge­blasene Plstousolo. Der oft stürmische Beifall der Hörer wurde durch schneidige Einlagen erwidert. Den Schluß bildete der Cavallerie Zapfenstreich. Zu bedauern bleibt nur, daß dte wackeren Halberstadter nicht länger in Gießen verweilen.

Huude-AuSstelluug. Za der am Samstag und Sonntag auf der Schönen Ausfichr statlfindenden Ausstellung von Jagd- und LuxuShnnden find bereits Hunde ein- getroffen und werden bis Freitag Abend die meisten auge- kommeu fein. Unter ihnen befindet fich der schönste und werthvollste Bernhardiner-RüdeAthos", im Besitze deS Herrn Carl Hopf, Niederhöchstadt i. T. Derselbe ist im Katalog für den enormen Preis von 20 000 Mark als ver­käuflich ausgeschrieben. AthoS ist ein langhaariger Bern- I hardtner und bilder eine Seltenheit auf khnologischem Gebiete, j Sein mächtiger Körper- und riesiger Knochenbau, der enorme Schädel und die kräftige Musculotur machen einen impofantea Eindruck, der noch bedeutend erhöht wird, durch den lebhafte« Ausdruck der fchönen, treuen Augen. Auf allen Ausstellungen, wo er gezeigt wurde, hat er die höchsten Preise und Aus­zeichnungen erhalten. Am Freitag Abend wird schon ein lebhafter Verkehr auf der Schönen Aussicht stattfinden, da die meisten Aussteller und dte Preisrichter bereits eingetroffe« sein werden. Die Ausstellung--Hallen sind fertig und bieten | für die gemeldeten 600 Hunde reichlich Platz. Der Besuch der Ausstellungslocalitäteu ist daher beute schon sehr zu empfehlen. Hoffentlich hat Jupiter Flavias Einsehen und I wird unserem rührigenVerein zur Züchtung reiner Hunde- | raffen* gutes Wetter bescheeren.

Auf der Huude-Ausstelluug wird, wie wir In Er­gänzung früherer Mutheilungen erfahren, auch der bekannte Züchter Grottkop in Bockhorst vertreten sei«, und zwar I mitFtddh Orlow Billy", einem überaus scharfen und schone« I Foxterrier, der von beiderseitig prämttrten Eltern stammt und fich zur Zeit im Besitze des Herrn Rühl in Frank- I fnrt a. M. befindet.

PretSCorso. Zu dem PreiS-Corso der Rad- fahr er, welcher aus Anlaß der Gau-Wanderfahrt am kommenden Sonntag dte Straßen unserer Stadt beleben wird, haben fich bis jetzt 17 Vereine gemeldet. Es stad die- beinahe noch ein Mal so viel, als beim ersten Rad- I fahrerfeste am Corso thetlnahmeu. Man will mit dieser Veranstaltung beweisen, daß die Mannschaften, nachdem die­selben dte Nacht hindurch unterwegs waren, noch frisch und kräftig genug find, das immerhin auf gepflasterten Straßen I anstrengende Corsotempo zu leisten. Jedenfalls werden die | Straßenpaffanten am Sonntag eine angenehme Augenweide I durch die Veranstaltung bekommen.

Fahrraddtebstrhl. Gestern Abend wurde ein in den Reuest Säuen stehende- Fahrrad, während dessen vefitzer im Laden geschäftlich zu thun hatte, entwendet. Da- Rad

I ist mit Nummer G. 196 versehen. Anzeige ist erstattet. I Hoffentlich gelingt es bald, den Fahrradmarder zu ermitteln.

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Nezugspreis vierteljährlich

2 Mark 20 Psg. monatlich 76 Psg. mit Bringerloh«.

Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 15. I nt Der Großherzogliche Hof- ^alt wtrd von morgen an nach Jagdschloß WolsS- 2 art en verlegt werden. e r ,

1 Berlin, 16. Juni. Am 15. Juul war das Mausoleum der FrtedenSktrche in Potsdam reich mit Palmen und Orangenbäumen geschmückt, während herrliche Blumen das Denkmal de- Kaiser-Friedrich umgaben. Schon am trüben Morgen kamen die Abordnungen derjenigeu Regi­menter, deren Ches Kaiser Friedrich gewesen war, um Kränze mit WidmuugSschleifeu niederzulegeu. Ferner waren u. A.

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Erscheint tägllch mit Ausnahme de- MontagS.

Die Gießener Mamitiea-kätter Norden dem Anzeiger t-^chentlich viermal beigelegt.

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Das ßoBtett der Cavelle deS Halberstadter Kurastier- ,-----.. . -

Regiments v Eeydlitz (Vtsmarck-Kürafftere), welches Mittwoch einen Besuch zu machen. Ich fand das alte stimmungsvolle

Millionen Dollar. t r . v

Gewaltige Summen verschlingt auch der Unterhalt der Lruvvrn. 160000 Mann zu kleiden und mit ausreichender Kost zu versorgen, ist in der That keine Kleinigkeit, 10500 Offiziere und Mannsckasten zählt die Marine, das Landheer besteht auS 25 000 Regularen und 125 000 Frei- nilligen. Fast alle Freiwilligen, einschließlich vieler Milizen, müssen vollständig equipirt werden, und ihr Borrücken zur Stont wird durch die Schwierigkeit, das nöthige Matcrial in varzer Zeit zu beschaffen, verzögert. Außer Uniformen und Schuhwerk find u. a. denöthigt 30000 Zelte, 100000 Hänge­matten, 75000 Feldutenfilten, 100000 ®aruUuren Unter- Sleibuna, 100000 Kanvas-Uniformen für die cubanische In- LafionSarmee, 50000 Gewehre, sowie Lebensmittel für vorerst SO Tage. Um fich nur annähernd einen Begriff zu machen, was zur Ernährung diefer Truppenmassen gehört, fet hier Mine der letzten Bestellungen, die vom KrtegSdepartement ge­macht wurden, angeführt. Bei einer Firma in St. Lou S sourdeu 5000000 Laib harte- Brot, für die nach Manila .»ehenden Truppen bestimmt, bestellt. Eine weitere Sendung ^ou ebenfalls 5000000 Laib desselben Brotes soll nach ma neben, 340 000 Pid. Bohnen find bet einer New Yorker . Set beten Z-beret.nn- sollen 140000 Psd. Zpeck zur Verwendung kommen. Um die ^da-Armee nicht dürften zu lassen, find für diese 60000 Pfd. Kaffee und »nnnn Pjd. Thee bestellt. Auch dte Hospitalverwaltung hat -roke und kostipteltge Bedürfniffe und befinden sich unter '-m->nge,ch°fflenV°rrath°°nM-°tz>nen-illetn5000000SH!ntn. kapseln. _____====

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Seiner Majestät dem Kaiser.

Berlin.

Euer Majestät danke Ich herzlichst für die gnädigen Worte anläßlich der Verleihung von Haarbüschen an da- Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, sowie für dte an dem heutigen Gedenktage staitgehabte Verleihung von Ringkrageu und Aermelabzetchen für dte Fahnenträger de- Regiments. Ich habe dte feste Zuversicht, daß baß Regiment fich immer de- hohen Namens, den zu tragen die Ehre hat und de- demselben von Euer Majestät heute zu Theil gewordenen erneuten Gnadenbeweises würdig erweisen wird.

Ernst Ludwig.

LueaSgemeiude. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben «llergnädigst geruht, am 10. Juni dem Pfarrer Ferdinand Euler zu Wersau die evangelische Pfarrstelle an der Lukasgemelnde zu Gießen, Decanat Gießen, zu

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