Ausgabe 
17.4.1898 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

eie Radfahrlehrbah« auf dem Dache eine« Hause« zu errichten, diese originelle Idee ist kürzlich i« Südwefteu Berlin« verwirklicht worden. In de« Hause Belle-Altanee- ftraße 22 ist da« umfangreiche platte a-phaltirte Dach, welche« »ach der Straße zu durch eine starke Rampe und au deu Seiten durch die Wände der nebenstehenden Häuser begrenzt wird, in geschickter Weise zu der Anlage der Bahn auSgevutzt worden. Ein Zeltdach, welches bei heißem oder schlechtem Wetter über die Bahn gespannt werden kann, gewährt den Lernenden einen angenehmen Schutz und hätt dieselben vor den Blicken neugieriger Zuschauer verborgen. Luch eine Restauration befindet sich dort und liefert Erfrischungen und Getränke au die neuen Radjünger, welche aus eigener An­schauung und Erfahrung kennen lernen, wie da« Rad und mit ihm die Radfahrlehrbahn in immer höhere Kreise steigt.

e Berliner Schlagfertigkeit. Dor einiger Zeit veröffent­lichte der Berlag der MünchenerJugend" in Form eine« Inserate«, da- als Kennzeichen zwei Kampfhähue trug, eine Rotiz, worin fie »vor Nachahmungen, deren äußere« Gewand geeignet ist, den Käufer namentlich bei der auf Reisen gebotenen Eile irrezusühreu" warnt und da« Publikum auf« fordert, fich stet- au da« »richtige Blatt" zu halten. Diese Notiz scheint da« BerlinerNarrenschiff" auf fich bezogen zu haben, und bringt nun in seiner letzten Nummer ein Bild mit der Urberschrift:Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort": Ein Reisender verlangt von der Bahuhofsbuchhaud- luvg in höchster Eile da«Narrevschtff".Da« Narren- schiff?!" mahnt ihn bedächtig mit aufgehobenem Finger der Verkäufer,haben Tie fich da« auch wohl überlegt? oder »einen Sie nicht doch vielleicht dieJugend" ? Mau sieht, die sprüchwörtlich gewordene Berliner Schlagfertigkeit ist auch der jungen Generation noch nicht abhanden gekommen.

Eiee tapfere Lehrerin. Wir lesen imLuz. Tagebl.": Fräulein W., das Töchterlein eine« Profeffors an der Lau- tonSschule in Aarau, ist Lehrerin in der Gemeinde SD I«* berg, Bezirk Rheinfelden. Sie erklärte fich ohne Weiteres bereit, den Unterricht an der bürgerlichen Fortbildungsschule, der nicht ohne Grund so vielen Lehrern ein Greuel ist, zu übernehmen, und fie hat die überau« schwierige Aufgabe auch tu trefflicher Weise uud bei musterhafter DtSciplin durchge- führt. Die resolute kleine Dame stellte fich in der ersten Unterrichtsstunde deu 17 bis IS jährigen Jünglingen mit folgendemTagesbefehl" vor:Ich betrachte die Schüler der bürgerlichen Fortbildungsschule al« junge Herren. Diese haben die Pflicht, fich allenthalben anständig aufzuführen, insbesondere aber gegenüber jungen Damen. Ich hoffe, daß die jungen Herren von Olsberg fich mir gegenüber so be­nehmen werden, wie eS ihre Pflicht ist." Und die jungen Leute iu Olsberg täuschten die Erwartungen ihrer tüchtigen Lehrerin nicht was beiden Theileu zur Ehre gereicht.

Die Nachrichten über Andree werden überall mit dem größten Zweifel ausgenommen. Die schwedische Zeitung Aftoubladrt" erklärte auf Befragen, daß die erwähnten Nach­richten zweifelsohne falsch find, weil dasAftonbladet" sonst schon ein Privattelegramm erhalten hätte. Andree ist näm­lich contractmäßig verpflichtet, an die ZeitungAftonbladet" früher al« au alle anderen Nachrichten zu senden. Auch der in Stockholm lebende Bruder Andree« mißt der Meldung keinen Glauben bei. Er meint, Andree hätte gewiß ihm zu­erst irgend eine Mittheilun'g telegraphirt. Ebenso sprach fich der frühere Begleiter AndreeS, Dr. Ekholm in Stock­holm, sehr zweifelnd gegenüber deu Nachrichten von AndreeS Eintreffen in Alaska aus. Wenn die Nachricht wahr wäre, hätte Andree selbst über Viktoria telegraphirt oder wäre selbst mit dem Boten nach Viktoria gereist. Eckholm betrachtet eS als unmöglich, daß Andree mit dem Ballon in Alaska niedrrgegangrn sei. Dagegen könnte er über das Eis oder auf eine« Fangschiffe dorthin gelangt sein. In Viktoria (Britisch-Columbta) find bisher keine Briefe von Andree ein­getroffen.

* Da« Examevfieber. Das Examen als Ursache des Selbstmordes behandelt Dr. Arthur Adler in Breslau in derZeitschrift für practische Aerzte". Jedem, der ein» mal Examenscandidat war, wird der Zustand geistiger Veränderung, in dem sich der Candidat vor der Prüfung befindet, aus eigener Erfahrung bekannt sem. Der Aus­druckExamensieber" bezeichnet den Gemüthszustand ziemlich richtig. Nach Adlers Ansicht ist es das angestrengte Arbeiten unter dem Druck einer starken Spannung wegen des zweifel­haften, von äußeren Umständen vielfach abhängigen Ausfalls der Prüfung, was sie so gefährlich für den Seelenzustand macht. Dr. Adler meint, daß es, abgesehen von Jenen, auf welche ein Examen überhaupt nicht einwirkt, oder die es nicht nachtheüig schädigt, eine nicht ganz unbedeutende Anzahl von Personen giebt, welche für die Examensschädlichkeilen außerordentlich empfänglich sind. Dabei handelt es sich nach Professor Kraepcliu nicht um Menschen mit iüstigem Gehirn, sondern um solche, deren psychische Widerstandskraft herab- gesetzt ist, welche aus intellecluellem Gebiete durch leichte Slbleukbarkeit und rasche Ermüdung, im Gefühlsleben durch erhöhte Erregbarkeit, aber geringe Nachhaltigkeit gekennzeichnet find. Eine solche psychopathische Anlage kann ererbt oder erworben werden durch Schädlichkeiten, besonders Influenza, anderweite acute und chronische Krankheiten, geistige Ueber- anstrengung vor Eintritt in die eigentliche Examensvorbereitung, Gemüthsbewegungen, starke Vorliebe für alkoholische Getränke, Diele» Rauchen u. s. w. An sieben Kranken sah Dr. Adler Zustände, Die er als acute Examen-Neurasthenie bezeichnen möchte. Rechtzeitig erkannt und richttg behandelt, verlaufen fie überraschend günstig. Im anderen Falle können sie aber auch zu den traurigsten Folgen führen. Als Heilmittel sind anzuwenden: Entfernung des Kranken aus der ihn stets von Neuem aufregenden Umgebung, gute Ernährung, Bettruhe, gegebenenfalls Opium. Zu warnen ist aber nach Dr. Adler's Erfahrung vor sogenannten Erholungsreisen zur Zerstreuung, woba Du mannigfachen äußeren Reize, welche das völlig ermüdete Gehirn nicht verarbeiten kann, die Niedergeschlagen- heil dcs Gemüths noch verstärken.

8et6efenuig »ufere« treue* kchueüfeuergefchütze«. von einem jungen Mann, der bei dem Feldanillerte-Regiment Nr. 31 in Hagenau feine Dienstpflicht ableistet, wird de« Elsäffer" erzählt, daß er eine sehr wichtige Erfindang ge- «acht habe, welche eine wesentliche Berbefferung des neuen deutschen SchoellfeuergeschützeS bedeute. Der strebsame Soldat soll jeden freien Augenblick zur Aufstellung uud Beschreibung seiner Zeichnungen benutzt und oft die ganze Rächt hindurch gearbeitet haben, so daß it öfter« von seinen Stubeu- kameradeu wegen des starken Petroleumverbrauch« gescholten uud auchgeknufft" wurde. Doch ließ er fich dadurch nicht stören uud arbeitete sort, bis er Alle« zu seiner Zufrieden- hett ferttggestellt hatte. Die Zeichnungen und Beschreibungen soll er dann unmittelbar an den Kaiser übersandt haben, von welchem der Befehl gegeben worden sei, daß der Soldat wegen Nichteinhaltung de« Instanzenweges nicht bestrast, daß aber die Erfindung genau geprüft und geeigneteufalls oer- werthet werden soll. Die Ausführung de« kaiserlicheu Be­fehl« soll bereits im Gange fein. Der junge Erfinder hat früher als Schloffergeselle gearbeitet. Ueber die Einzelheiteu der Erfindung wird strengstes Geheimuiß bewahrt.

Li» originelle« Fahrrad wird in Kurzem auf deu Markt kommen uud möglicherweise alle jrtzt besteheudeu Systeme verdräugeu. Ein Erfiader ist uämlich auf die Idee ge­kommen, das Rad so auzutreibeu, wie es etwa das herab- fallende Waffer mit einem Mühlrade thut. Wie das Bureau für Patentschutz und Verwerthung Dr. I. Schanz uud Co., Berlin, BreSlau, Kattowitz, Köln, Leipzig, Mannheim, Stutt­gart berichtet, ist der wesentliche Theil diese« neuen Rade« thatsiichlich eine Art Mühlrad, in dessen Flügel der Fahrende hineintritt. Der Bortheil dieses Rades besteht darin, daß man mit beiden Füßen oder auch nur mit einem Fuße treten kann und zwar ganz nach Belieben mehr oder weniger tief iu da« Rad hinein, so daß also der Fahrende nicht gezwungen ist, die einfö.mige, ein für alle Mal vorgeschriebene Be­wegung des Rades in ähnlicher Weise, wie es der Reiter mit dem Pferd thut, mehr seiner augenblicklichen Laune und DiSpofition entsprechen laffen kann. Derartige Räder werden schon in diesem Jahre voraussichtlich auf den Rennplätzen verwendet werden.

Zur Ausführung einer Idee de» Papste», welcher un­liebsam bemerkte, daß die Ausstellung 1900 drs religiösen CharacterS entbehre, werden unter de« Patronat de« Cardinal« Jacobint in allen katholischen Ländern Special- comitti« gebildet, um den Triumph de« Katholizismus auf dem ganzen Erdenrund nach gemeinsamem Programm in allen Kirchen in der Shlvesternacht 1900 zu feiern. Die Errichtung von Gtdenkkreuzen mit einer vom Papst dictirten Inschrift bildet einen weiteren Punkt dieses Programms. Jedes LaudeScomitv übernimmt die Verpflichtung, in den Jahren 1898, 1899 und 1900 Wallfahrten im größten Stile zu veranstalten- für das Jahr 1899 ist als Ziel Palästina bezeichnet.

Unschuldig verurtheUt. Aus Thorn wird gemeldet: Erhebliches Aufsehen macht hier folgender Fall der Der« urtheilung Unschuldiger. Im October 1896 wurden vom hiesigen Schwurgericht der Invalide Heinrich Ruetz und der Maurer Albert Stange aus Stewken wegen Sittlichkeits- Verbrechen« zu je sieben Jahren Zuchthaus verurtheilt uud zwar auf die Aussage einer Frau hin, an der da« Verbrechen verübt sein sollte. Die Beschuldigten betheuerten ihre Unschuld. Nachdem die beiden Männer mehr als ein Jahr der Strafe verbüßt haben, hat die Frau, von GewiffeuSbiffen getrieben, eingestaaden, daß ihre Aussage falsch war. Sie habe die Leute au« Rache vernichten wollen. Gegen die Berurthrilten, welche sofort in Freiheit gesetzt wurden, ist da- Wiederauf­nahmeverfahren eingeleitet.

* Sine historische Lüge. Aus der Zeit der Ausstellung der Siegessäule in Berlin auf dem Königsplatz erzählt ein Berliner Mitarbeiter derAllgern. Ztg." in München: Nur schwer konnte fich Kaiser Wilhelm I. mit dem Ge­danken befreunden, daß da« auf der Westseite des Sieges- denkmals befindliche Relief-Mittelbild, welches die Ueber» reichung de« bekannten Briefes Napoleons an den König Wilhelm behandelt, ihn in Begleitung des Kronprinzen und mit seinem Gefolge zu Pferde darstellt, wie er in kurzem Galopp auf den franzöfischrn General Reile, den Ueberbringer des Briefe«, der vom Pferde abgefeffen ist, zurettet. Alle Einwände, daß derartige Freiheiten durch künstlerische Riick- fichten uud zu schärferer Characteristrung geboten seien, wurden von dem bescheidenen kaiserlichen Herrn mit der kurzen Kritik widerlegt:ES ist aber doch nicht wahr! . . . Ich habe nicht zu Pferde gefeffen, da« ziemt fich nicht, wenn mau Jemand empfängt- ändern Sie daS!" Der ausführende Bildhauer gerieth tn Verlegenheit- er suchte den Kaiser von seiner vorgefaßten Meinung abzubringen- nachdem er ihm noch als letzten Versuch einen eingehenden Vortrag über Basrelief- gehalten hatte, gelang ihm sein Vorhaben. Der Kaiser entschied fich zul'tzt doch für die Ausführung der Skizze, wie wir sie heute kennen. Stets aber erklärte er, der Fries fei einehistorische Lüge".Historische Lügen" dieser Art gibt eS auf vielen Denkmälern. Iu Deutschland und anderwärts gibt eS sogar ganze Denkmäler, die von unten bis oben eine einzige historische Lüge find.

Deutsche Postbeamte in Auslande. In seinen Reise­briefen:Um die Erde" schreibt Paul Lindenberg untcrm 16. Januar au« Bangkok: Die Poft ist völlig nach deutschem Muster eingerichtet- neben einem siamesischen Generaldirecior, der in Deutschland, und zwar tn Leipzig, sein Examen als Postsecretär abgelegt, steht in völlig selbstständiger Stellung al« Ralhgeber ein höherer deutscher Postbeamter, Th. Coll» mann, ein Sohu Hanau«, dessen Umsicht und Intelligenz wohl in erster Linie die großen Erfolge der Post, 'hr guter and sicherer Betrieb, ihre practischen Einrichtungen re. zu danken find. Wie nützlich ein einzelner Deutscher auch in ' anderer Hinficht seinem Bäte, lande sein kann, dasür gibt Herr ; Collmann, der schon seit über fieben Jahren in fiamesilcheu * Diensten steht, ein nachahmenSwerthe« Beispiel: Briefkästen,

Papier, Feder, Tinte, Klebmaterial, Bindfaden, selbst die zur demnächstigen Einführung bestimmten neuen Briefmarken stammen au« Deutschland und wirken direct wie indirekt für unsere heimischen Jndustrieeu." Der hier erwähntehöhere" deutsche Postbeamte ist der frühere Postasfifteut Collmaun, der sich um die Gründung de« Postasfistenten-verbande« sehr verdient gemacht hat uud bi« zu seine« Uebertritt in siamesische Dienste Schriftführer de« Bezirksverein« Berlin war. (Coll- manu ist im Bezirk Darmstadt al« Postgehilfe eingetreten und war als Assistent vor zehn Jahren auch in Gießen be­schäftigt.)

Ausdehnung der LtadtfernsprechSiurichtnagen i» Deutsche» Reiche. Nach AuSwei« de« ReichStelephon-Adreß- ducheS" beträgt die Zahl der Ortschaften mit Stadtferusprech- E niichtungen im Deutschen Reiche 690. Berlin steht «it 417, Leipzig mit 128, Köln a. Rhein mit 119, Hamburg mit 114, Karlsruhe i. Baden mit 105, Dresden mit 98, Hannover mit 97, Frankfurt a. M. mit 91, Magdeburg mit 74, Zeitz mit 59, Deffan mit 58, Bremen mit 52, Stettin mit 45, BreSlau mit 29 Orten in telephonischer Verbindung.

Zeitgemäße Annonce. Tine kleine Kücheneinrichtung, ganz neu, wird gegen ein Pneumatik-Fahrrad zu ver­tauschen gesucht.

Cütratur ««d Hutrft.

Die Umschau. Ueberficht über die Fortschritte und Be­wegungen auf dem Grsammtgebiele der Wissenschaft, Technik, Literatur und Kunst. Jährlich 52 Nummern. Preis vierteljährlich Mk. 2.bO. Postzeitungsliste Nr. 7362. Verlag von H. Bechhold in Frank­furt a. M., Neue Kiäme 19 21.Was ist Bildung!'" war da« Thema einer Preisbewerbung, welche die WochenschriftDie Um­schau" (Frankfurt a. M.) ausgeschrieben hatte. Wie wir aus der soeben erschienenen Nummer 16 derUmschau" ersehen, ist nunmehr die Entscheidung des Preisgerichts, zusammengesetzt aus den Herren Professor Dr. Fr. Ratzel, Professor Dr. Alwin «Schultz, Professor Dr. M. Verwarn, erfolgt. Die Verfasser der durch einen Preis aus­gezeichneten Arbeiten werden in Nr. 16 mitgeihkilt, in der auch die erste Preisarbeit, Verfasser Privatdocent Dr. Paul Jensen m Halle, zur Veröffentlichung gelangt. Die sehr interessante Arbeit zeigt, daß die PreiSbewerbu^ig über das wichtige Thema recht beachtenSwerthe Resultate gezeitigt hat; die starke Betheiligung an der Concurrenz 256 Bewerber aus allen Bildungsgraden, vom Hochschullehrer biS zum einfachen Handwerk^mann, waren vertreten beweist, daß die Frage sehr zeitgemäß war.Die Umschau", die, jetzt im zweiten Jahrgang stehend, fich überaus schnell eingeführt hat, beweist auch sonst durch jede ihrer interessanten und reichhaltigen Nummern, daß fie der Zeit dient. Ein solches informirendr« Blatt, welches btc Fortschritte auf allen Wissensgebieten in übersichtlicher und lesbarer Darstellung zusammensaßt, ist für jeden Gebildeten heutzutage unent­behrlich.

An dem Jubellage deS Königs von Sachsm den 23. April d. I. wird in Leipzig der Grundstein zu dem deutschen Buch­gewerbehause in feierlicher Weise gelegt werden. Aus dem von der Stadtgemeinde Leipzig dem Centraloerein für das gesammle Buch­gewerbe zur Errichtung eines BereinShauseS geschenkten Bauplatze, der sich im Rücken deö deutschen BuchhändlerhauseS befindet, wird ein stattlicher Bau nach den Plänm des Architecten Emil Hagberg ersteh'N, welcher den gesammten Buchgewerben Deutschlands eine Heimstätte an ihrem Eentralpunkl bitten soll. DaS HauS wird bergen die dem genannten Centraloerein zur Verwaltung anoertraute Königlich sächsische bibliographische Sammlung und die eigenen Sammlungen detz CentralvereinS, welche zusammen daS Deutsche Buchgewerbemuseum bilden; ferner Ausstellungsräume für neue Erzeugnisse und Hufemittel des Buchgewerbes: Als Niuericheinungen des Buch- und KunfthandelS, Mustcrerzeugnisse der Druck und Kunstanstalten, der Buchbindereien, Schriftgießereien, Papierindustrie usw., sowie buchgewerdliche Maschinen. Ein Geschoß wird den buch- gewerblichen Vereinen iu Bureau und Sitzungsräumen Vorbehalten. Ein geräumiger Saal dient als Lese- und Zeichensaal, um den aus­übenden Technikern und Künstlern die Vorbitdersammlungen und den Gewerbspenosscn die schon ziemlich stattliche Bibttoldrk leicht zu­gänglich zu machen. Als ein Weiheraum wild die Gutenberg- Halle dem Gebäude eingefügt. Dieser rr it über 300 Quadratmeter Flächenraum bedachte Saal, zu besten künstlerischer Ausschmückung von einer größeren Anzahl von Angehörigen deS Buchgewerbes au« ganz Deutschland berei'.s ein namhafter Betrag gestiftet worden ist, soll eine Ehrenhalle der Buchgewerbe werden. Die Bildnisse der h.rvorrageudrn Erfinder und anderer um das Gewerbe verdienter Männer sollen darin Aufstellung finden, anderer künstlerischer Schmuck an die Stätten erinnern, wo btc vervielfältigenden Künste ihre haupt­sächlichste Pflege gefunden haben. Der Tag deS königlichen Jubiläum« ist für die Grundsteinlegung glücklich gewählt in dankbarem Ge­denken der hohen Förderung, welche König Albert den Bestrebungen des Eentraivereins angedethen läßt; denn in weitschauender Er- lenntniß von deren Wichtigk.it wurde von der königlichen Regierung die blbliographsiche Sammlung nut einem bedeutenden Capitalauf- wande gegründet und der Verein seitdem fortdauernd mit namhaften Beiträgen unterstützt. Eine weitere erhebliche Bereicherung der biblographischrn Sammlung steht in Aussicht, um den Wirkungs­kreis des Eenlraloereintz für das gefammte Buchgewerbe et heblich zu erweitern. So hat König Albert wohl eigentlich den Grund be­reitet, auf dem das Leben des VeremS gedeihen kann und keM befierer Tag konnte für die Grundsteinlegung gewählt werden, al« der Jubeltag, an welchem Sachsen und mit ihm daS dankbare Deutschland den 70 Geburtstag und daS 25jährige RegierungS- jubiläum dieses letzten großen tzeersührerS aus Kaiser Wilhelms I. Zeit feiert.

Die Verlagsbuchhandlung Seemann L Eomp. in Leipzig hat einen Wettbewerb um originale Werke graphischer Kunst ausgeschrieben, für den drei Preise in Höhe von 500 Mk., 300 Mk. und 200 Mk. ausgesetzt waren. Verlangt waren originale Werke in beliebiger technischer Ausführung (Holzschnitt, Radirung, Lithographie, die letztere auch mit mehreren Steinen). Zur Be- urtheiluig waren eingegangen: 5 Holzschnitte, 39 Lithographien und 139 Rad'.rungen, im Ganzen 183 Kunstblätter. Mit dem erste» Preis wurde die RadirungMännlicher Studienkops" von Fräuleio Marie Stein tn Paris ausgezeichnet, mit d-m zweiten Preis da« SchabkunstblattMännlicher Studicnkops" von Heinrich Wolff in München, mit dem dritten Preis da« remis moa BlattLandschaft" von Otto Gampert in München.

HnivcrfUäts - Nachrichten.

Der Geh. Med. Rath Dr. Robert Koch, der sich zur Zeit in Dar - eS-Salaam befindet, wird nach einer Mittheilung der Deutschen Medicinischen Wochenschrift seine Arbeiten voraussichtlich im April beendigen können und dann Deutsch Ostafrika vcrlaffen, um im Mai wieder in Berlin einzuttlffen.

Kiel. Der bisherige Prioatdocent Dr. jar. P. Krückmann in Göttingen ist zum außerordentlichen Profeffor für römische« und bürgerliches Recht an btc hiesige Universität berufen motten.

Professor Wollendera, bisher tn Halle, hat die Leitung der Hamburger Irrenanstalt FriedrichSberg übernommen.

tt»" «6ur i oberen «' &

Hchves ffreitag,

«4 njtrbtfl in , unb

30 cm Durch-nesser W -it 5 rfe»: ;:ÄS W mt °;5* lirmRnuppel.M { rm Sckeit \?' M «1- <U rm m SP Länge), 4370 etöde, Radel: (davon 31 rm 2,5 und 3 m Läl 13 rm etodt.

MaMelilunst ttf der Wzensä trM , , SroMchtenbakl 3977 Dai Ai

Cors

für tarnen uni fitzende

Brüsseler tamiheitE Gorst etnpfiehll in groß allen Pn

Robert

Haar- I Zöpfe, echeiiei fertigt btt H.Tich

, empfch Heinlein Halblein Bauxnwt Satin-A Wasche l

änintigung f

C.Röl