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Mißen wollen und auf * Fahrpreisemäßigung n, lixinen sich bis zum 19. d. . bei Kamerad Dort melden.
Der Vorstand.
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Nr. 269 Zweites Blatt Mittwoch den 16. November
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung, bett.: Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft für die Drainage 1» den Fluren I, IX u. X der Gemarkung Landtdorf.
Nachdem zur Ausführung einer Entwässerung von Grundstücken in den Fluren I, IX u. X der Gemarkung Langsdorf Antrag auf Bildung einer öffeoiltchro Waffergeooffevschaft ge» stellt worben ist, die Großherzogliche Obere laudwirthschaft» liche Behörde al» fachliche Lentralbehörbe das beabfichtigte Uoteroehmro als zweckmäßig und zulässig erachtet und, nachdem da» Ergebniß der Abstimmung vom 7. April l. I au» formellen Gründen für ungültig erklärt worden ist, von Neuem die Einleitung des Berfahrro» zur Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft ungeordnet hat, wird hiermit ;ur öffentlichen Kenutniß gebracht, daß die Vorarbeiten hierzu do« 22. November l. I» bis zu« 6. Decemder l. Is auf dem Bureau der Großherzozlicheu Bürgermeisterei Langsdorf zur Einsicht sämwtlichrr Gruudeigeothümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, offenliegeo.
Gleichzeitig werden diese Gruudeigeothümer zur Ber- Handlung und Beschlußfassung, sowie zur Wahl ihrer Vertreter für >al wettere versadren auf
Mittwoch den 7. Decewber I. I, Bormittags 9 Uhr, i« das Gemeindehaus zu Langsdorf vorgeladeu, unter Androhung des Rechtsnachtheils, daß die N chtrrscheioeadeo, sowie die Ntchtabstimmrndrn als dtm beantragten Unternehmen beistimmead, mit der Wahl der Vertreter etoverstaobeu an» gesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Aus» sühruog später nicht wehr gehört wirken.
Diejenigen Grundetgeuthümer und Wafleruutzuogsberech» eigteo, die au dem Unternehmtn nicht unmittelbar dethetltgt erscheinen, werden hiermit aufgesordert etwaige Einsprachen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Ablauf der Frist nicht mehr berllckfichtigt würden und nur noch privat- rechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehme» geltend gemacht »erden Manien.
Gießen, den 14. November 1898. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß hie nach $ 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über hie Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschntttsmarktpreise, einschließlich eines Ausschlags von Fünf vom Hundert, pro Monat Qctober 1898 für den LieserungSverband Gießen pro 100 Kg betragen:
Hafer Mk. 16,30, Heu Mk. 5,80, Stroh Mk. 3,30.
Gießen, den 12. November 1898.
GroßherzoglicheS Kreis amt Gießen.
I. B.: Dr. Wagner.
Ein Rückblick.
Am 14. d. Mts. war ein Jahr verflossen, als das ost- astattfche Geschwader Namens des deutschen Reichs Besitz
nahm von der Ki aut schon bucht. Dieses Ereigniß ist noch In allzu frischer Erinnerung, als daß uns nicht mebr gegenwärtig wäre d'.e Ueberraschung, welche die Nachricht in Deutschland nicht allein, sondern in der ganzen W.lt bereitete. Leben die ersten Mtlthellungen die Vermuthung zu, al» ob ein Gewaltstreich Deutschlands vorliege, der mit dem Völkerrecht nur schwer in Einklang gebracht werden könne, so ließen die Einzelheiten über den Schritt bald erkennen, daß Alle- friedlich abgelaufen fei, und schließlich wurde denn auch die Besitzergreifung durch einen feierlichen deutsch-chinesischen Vertrag fanctionirt. Der erste Gedanke, den damals jeder Politiker erwog, mußte sein: „Wie werden sich die übrigen interessirten Staaten zu dem Vorgehen Deutschland» stellen?" Die widersprechendsten Meldungen hierüber sanden Verbreitung, und insbesondere sagte man den Engländern auf den Kopf zu. daß sie mißfällig und mißgünstig unseren Erfolg betrachteten und dagegen protestiren würden. Da» letztere ist nun frettich nicht geschehen, und John Bull machte keine Einwendungen.
Deutschland schien im vorigen Jahre das Signal gegeben zu haben für andere Völker, sich Gebietsthetle Chinas anzueignen; auch die von uns gewählte Form, die Pachtung, wurde von den übrigen Nationen adoptirt. Am bemerkens» werthesten war jedenfalls die „Pachtung- Port-Arthur» und anderer Gebiete seitens Rußlands, und diese» hat sich bekanntlich mit dem ersten Erfolge nicht begnügt, sondern noch in letzter Zeit seine Hände auf Niutschwang gelegt. Daß e» sich nun für befriedigt erklären wird, ist bet den Absichten, die Rußland in Ostasien verfolgt und die mehr ober weniger auf eine Hegemonie hinauslaufen, nicht sehr wahrscheinlich.
Daß unsere internationale Stellung durcy die Erwerbung von Kiautschou eineAenderung erfahren hat, ist erklärlich. Wir haben uns den „Platz in der Sonne" erobert, und uns liegt nun auch die Verpflichtung ob, ihn uns zu bewahren. Darauf ftnb wohl bie vom Kaiser an btn Prinzen Heinrich bei besten Abfahrt von Kiel gerichteten Worte vom Drein» fahren mit bem Dreizack gemünzt. Was wir in Besitz ge» nommen haben, lasten wir nicht wieber fahren. Wir wollen Niemanden verdrängen, aber wir lasten uns unseren Platz auch nicht streitig machen. In diesem Sinne ist während de» letzten Jahre» unsere ostasiatische Politik geführt worden, die hauptsächlich darauf gerichtet war, unseren Besitz zu festigen und zu consolidiren. Denn das ist erforderlich, und nicht nur die Waffen und feste Bollwerke müssen unser Etgenthum schützen, wir müffcn auch geistig in demselben Fuß gefaßt und unsere culturelle Ueberlegenheit gezeigt haben.
Noch hat in diesem einen Jahre wenig geschehen können, noch find fast alle Wünsche au» den Kreisen de» Handel» und des Verkehr» unerfüllt geblieben, aber wir vertrauen, baß in nicht allzu ferner Zeit ber Segen, ben ber Besitz eine» Stützpunktes in Ostasien haben muß, sich auch klar zeigen wirb. (xx)
Deutsches Reich.
Tarmstodt. 14. November. Se. König!. Hoheit der Großherzog fuhren heute vormittag mittelst Extrazuge» nach Worm» zur Jagd de» Frhrn. v. Hehl zu Herrnsheim und kehren heute Nachmittag nm 4 Uhr mittelst Exrrazuge» wieder hierher zurück.
Berit», 14. November. Das Programm für die Rück- fahrt de» Kaiferpaare» nach der Heimath ist nun
mehr festgestellt. Heute früh um 4 Uhr pasfirtt die »Hohen- zollern" Ranea, morgen tr fft sie in Malta ein, wo Kohle» eingenommen werden, am 17. ds. wird in Sagttari angelegt zur Entgegennahme der Depeschen-Sendungen, am 18. in Port Mahon zu gleichem Zweck und am 19. in Cartagena. Am 20. >i. legt die „Hoheazollern" in Eadiz an zur abermaligen Erneuerung des Kohlen-Vorrathes. Die nächsten Stationen find: Vigo (22), Dartmouth (24.), Ports» months (24.) und Dover (25.), wo überall Depeschen ent- gegengenowmen werden.
Berlin, 14. November. Wie die »Nordd. Allg. ßtg/ hört, wird die Eröffnung de» Reichstages in den ersten Tagen de» December erfolgen.
Berlin, 14. November. Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat fich gestern auf zwei Tage nach seiner Befitzung Grabowo begeben.
Berlin, 14. November. Die „Post" bemerkt zu der Meldung spanischer Blätter, wonach der deutsche Kaiser in Lissabon einen Besuch adstatten werde, von einer solchen Abficht de» Kaiser» sei hier nicht» bekannt.
— In Deutsch-Ostafrika hat eine Action nach Nordwesten hin, in der Richtung nach dem Eongostaat zu begonnen, die jedenfalls von weittragenden Folgen werden muß. Im Laufe diese» Sommers ist eine große, aufs Beste ausgerüstete Expedition, der auch ein Arzt deigegeben ist, von der Küste nach dem Westen abgegangen, fie ist in den ersten des August zu Muanfa am Südufer des Bictoriasees eivgetroffeu und sollte schon nach wenigen Tagen nach Bukoba am Westufer abgehen. Diese Expedition hat den Auftrag, sofort westwärts nach der Grenze des Eongostaates abzurücken und unser Grenzgebiet gegen die dort fitzenden Batatela- Menterer von der Eongo Armee zu sichern. Aus früheren Vorgängen, namentlich ans den Berichten des Hauptmanns Ram'oy, der von Udschidschi aus mehrere Vorstöße io die betreffenden Landstriche gemacht hat, wissen wir, daß die belgischen Truppen dort einen beunruhigenden Einfluß ausgeübt haben, indem fie Gebiete besetzten und dort als Herren schalteten, die vorher schon den Häuptlingen gegenüber, als deutsche bezeichnet worden waren. Unter solchen Umständen war es eine dringliche Nothwrndigkrit, daß zugleich eine starke deutsche Expedition erschien, um unsere Grenzbezirke zu schützen. Daneben erhält fich das Gerückt, daß auch vorn Süden her von der Udschidschi-Station am Tanganyika eine Expeditton in der Richtung nach Kiousee vorrücken würde, sodaß die deutsche Schntzrruppe von Osten und Süden eingreifrn könnte. Selbstverständlich ist eS, daß damit nun auch die endgiltige Regelung der Grenzen nördlich vom Tanganh.ka in Angriff genommen wird, über welche Meinungsverschiedenheiten herrschen. Der Eongostaat nimmt einen werthvollen Landstrich süe fich in Anspruch, der nach dem vertrage von 1884 zum deutschen Schutzgebiet gehört. Die jetzigen Unruhen dort und namentlich verschiedene verkrhrsunteruehrnungeo, welche für jenes Gebiet geplant find, machen eine endgiltige Grenzfeststtzung daselbst unausschiebar. Zu dieser Regelung werden die Expeditionen mitwirken. Aus diesen Angaben ersteht man, daß schon in Sommer Vorbereitungen für diese Grenzsache thatsächlich getroffen worden find, die bezüglichen Mitthetlungen irrten nur darin, daß fie sagten, der Gouverneur werde selbst an die Spitze der Expedition treten.
— Die Zusammenstellung der Rechnnngs»Ergeb- n i s f e der B e r n f S g e u o s s e n s ch a f t e u für das betroffene
FruiUet»«.
Humoristisch Rundschau.
von Earl Geißler.
Frisch uff! zu de srehlich; Stadtrathswahl, — so is eg de Ruf erklunge, — doch bahl werd Widder die Wahl grr Qual — bei de Ahle unn bei de Junge. — Schon tzawwe fich die Bardeie geregt, — von Sitzung zieht ■en zu Sitzung - — Raum hott fich de Berger ins Bett gelegt, — so gibbts schon e neu Erhitzung! — Da kimmt bt Freisinn Hand in Hand — mit de nationale Gebrieder, — ze wirke dorch ehr Freundschastskand — uff die berjer- liche Semiedher. — Die Socialdemokrate sinn aach net faul, — net minder die AniPemidde- — die erschttre reide en h«he Saul, — als wer ehr Sieg schon erstridde- — Die Dedalljifte fiuu auch debdei — unn wolle i« Rath net fehle! — Dann bene ehr Geld is nach kaa Blei — Unn hvwwe daß Recht, ze wehle. — Daan komme noch die Vezirksverei,
— däi hawwe doch aach Eaudidade, — däi wisse doch ganz gewiß cnei — deß Wohl unsrer S'adt ze brrodhe! — Daß gibt e Arwtit, daß gibt noch Last, — noch uffregungsreiche Stnune, — da gibts vorerscht net Ruh, noch Rast — bis die richtige Stodttäth gefuune! — De ahne, der will kann Absegad — der will en richdige Berjer- — Meir hätte Stadträth nor zum Staat, — säht ahuer tm grimmigste Aerjer, — viel Köpp, viel Sinn, daß is bekannt — unn Jedem kann rächt meresch net mache, — trom wehlt merr am Beste Berjer eninn, — däi kenne bie städtische Sache.
Mit« Gießer Volksbad, de Wahrhtid die Ehr, — da is waß Großes geschafft, keem jetz so Manche, wieder häiher, — do kennt err bewnnnern unn gaffe I — Kcr« do so Mancher aus sriherer Zeid, — von de ahle, bewußte Spieße, däi risse die Aage off gar weit, — unn Irische: Ei, is dann das Giesse?! — Unn sehe se erscht des Schwimmbads Pracht, — se kennte versetzt fich fiehle, — in e Märche von dansend mm ahne, Nacht, — wann die blaue Welle da spiele. — In so e Wannebad erschter Klaß — gedräute se gar net ze sttihe, — se flichdede schnell Widder nff die Gaß,
— es wir en, waaß Gott, ze verzeihe! — Uun sehn fe bäi Dusche «inanner all, — däi römisch irische Bäder, — unheimlich wersch'en nff jeden Fall, — es dhet fich verdufte e Jeder. — Doch Spaß bei Seit, merr bade jetzt, mags regne oder schneie, — drcm winsch Sich auch noch ze guter letzt: — Das Bolksbad soll gedeihe! —
Daß .weiße Rößl", baß neue Stick, — «ächt ewe gar viel von fich redde, — in Giesse is längst sei Seidestick — am Neueweg dort verdredde. — Da drangt en Schimmel gar uff'« Dach, — in Lewensgreeß guckt err ernuuer, — von nnne bedruckt merr fich alle Dag — das neue Reclarne- männer. — War kerzlich e Fraa von Atzehctt, — däi wollt ehm Sohn häi besuche, — drom dhat se en ehr Koppzik enei — Worscht, Schiuke nun Zwiwwelkache. — Sie waßt in Giesse kann Weg nun Steg, — da dhat se en Dienstmann bescheide — unn fihrt se iwer de Neueweg, — da guckt se nach olle Seide. — Uff amol krisch se: ,Du läiwer Gott! — Häi sehn aich wei blot Bonner, — waß Gä ffe doch Alles ze gucke hott: Do heppt jo en Gen', eronner !*


