Ausgabe 
16.10.1898 Drittes Blatt
 
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Berti«, 13.October. Die lippischeFrage. Osficiös wird gemeldet: Die Nachricht, der BuvdeSrath habe sich in der ltpptschen Angelegenheit für unzuständig erklärt, ist nicht zutreffend. Der BandeSrath habe darüber noch keinen Be­schluß gefaßt.

Invalidität«- und Altersversicherung. Wie derCübb. ReichScorresponbenz" mitgetheilt wird, ist die Novelle zum JnvalidÜätS- und AlterSverficherungSgesetz fertig gestellt uvb wirb tu allernächster Zett dem Buudesrath zugehen. OfficiöS wirb badet bemerkt:Das Gesetz wird rtveu wesentlichen organisatorischen Fortschritt zum Besten der Arbetterbevölkeruug enthalten und den Beweis liefern, daß von einem Stillstand der Arbeiter-Fürsorge im Reiche nicht die Rede sein kann."

Liegvitz, 14. October. Das Schwurgericht ver- urthetlte neun Theilnehmer an den hiesigen Lra- wallen zu Strafen von neun Monaten Gesäugniß bis zu vier Jahren Zuchtbaus.|___________________________________

Arrstaird.

Wien, 14. October. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses ! beantwortete Minister präfident Graf Thun die Interpellation betreffs Stellungnahme Oester- reich-UngarnS zu der von Rußland vorgeschlageneu Ab- rüstungS-Coufereuz dahin, daß Oesterreich-Ungarn trotz der bedeutenden Schwierigkeiten, welche sich der Verwirklichung dieser großen Idee entgegenstellen würden, bereit sei, diese nach Thunlichkett zu fördern.

Wien, 14. October. Soeben hat man einen schlagenden Beweis bekommen, wie Ungarn dieParität" mit Oesterreich aufzufaffen beliebt. DieParität" ist bekannt­lich das von Ungarn sorgsam gehütete staatsrechtliche Palladium, soweit es sich um die gleichen Rechte im Rahmen der dualistischen Verfaffung handelt. Kommen jedoch die Pflichten in Frage, da versteht es Ungarn vortrefflich, dieParität" verschwinden zu lassen. So trägt es z. B. im Ganzen nur etwa 26 v. H. zu dem gemeinsamen Staatshaushalt bei, und ähnlich ist auch das Schuldenwesengeordnet" worden. Diese erstaunlichen Begünstigungen, die sich seit dem Jahre 1867 auf einige hundert Millionen berechnen lassen, genügen jedoch den Ungarn nicht. Obgleich sie zu dem Unterhalte des Heeres und der Marine nur 26 v. H. beisteuern, bestanden sie jeder­zeit auf der Parität hinsichtlich der Lieferungen für Heer und Marine, und heute gehen sie noch weiter, indem sie in dieser Beziehung den Löwenantheil für sich beanspruchen. Und die gemeinsame Regierung giebt in der That nach, wie aus zwei soeben veröffentlichten Erlassen der Marinesection des Kriegs- Ministeriums hervorgeht. Der eine trägt der Wiener Firma, die die Lieferung von Berbrauchswaare für die Marine zu besorgen hat, auf, den Bedarf in ausgedehntestem Maße aus Ungarn zu decken, der andere, an das Hafencommando von Pola (Kriegshasen) gerichtet, ordnet an, es fei dafür zu sorgen, daß die dortige Confumverwaltung ihren Bedarf also auch den reinen Ortsbedarf vorzugsweise aus Ungarn, decke. Ganz im Geiste des Ausgleichswerkes haben auch diese Erlasse den Zweck, den Ungarn neue Vortheile zuzuschanzen, die andere Reichshälfte um Millionen zu schädigen. Man darf gespannt fein, wie sich zumRinge der Rechten", die Südslaven in der Ausgleichsfrage nun stellen werden, nach­dem sie sich bereits wiederholt mit Recht über einseitige Be­günstigungen Ungarns bei Marinelieferungen beklagt haben. Dem Zustandekommen des ohnehin schon so gefährdeten Aus­gleichs dürften, so sollte man wenigstens meinen, jene Ent- hüllungen kaum förderlich sein.

Budapest, 14. Oktober. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses brachte Baron Banffy den Gesetz­entwurf ein über das viermonatliche Budget-Provi- sorinm.

Rom, 14. October. DaS Gerücht, baß Rampollas Stellung erschüttert sei, ist vollstänbig unbegründet.

Venedig, 14. October. Die Ueberfah rt des Kaiserpaares von Venedig nach Konstantinopel wird nahezu vier Tage in Anspruch nehmen. Danach darf avf die Ankunft in Konstantinopel am Montag den 17. b. MtS. um bte Mittagszeit gerechnet werben.

nicht als absolut tobt angesehen werben. Er ist für uns noch eine Schetnletche. Da die Gewißheit des Todes erst mit der beginnenden Verwesung eintritt und da laut Statistik Schein- tobte vorgekommen unb wteber zum Leben erwacht finb, so soll auch ber Gestorbene bis zum Eintritt bet sicheren Tobes- zetchen als scheintobt behandelt werden. Um den Scheintod unterscheiden zu können, muß man die Zeichen eines wirklich etngetretenen Todes und die Reihenfolge der Erscheinungen kennen.

Der Tob beginnt stets mit Abnahme nnb Erlöschen btt Sinne, namentlich bet Sehkraft. Balb nach diesem erlischt auch da« Bewußtsein- bann hört der Blutumlauf unb barauf bas Athmen auf. Nun ist der Brustkasten völlig brwegungS- los- ein auf bte Brust gestelltes, scharf bis an den Rand gefülltes Glas Wasser zeigt nicht die geringste Erschütterung, ein vor den Mund gehaltener Spiegel beschlägt nicht mehr. Läßt man etwa« Blut aus der Ader fließen oder fließt eS freiwillig aus, so ist dasselbe schon zersetzt, das Blutwasser hat sich schon vom Blutroth getrennt. Der Körper kühlt sich nun immer mehr ab und nimmt die Temperatur der ihn um­gebenden Luft an. Die Haut ist blaß unb wirb nicht wehr roth, wenn man fie reibt. Brennt man Me Haut, so btlbet fich keine Blase, wenn man fie etnschnetbet, so entsteht keine klaffenbe Wunde, sondern die Ränder fallen schlaff zusammen. Nach unb nach tritt bte Letchenstarre ein; fie beginnt gewöhn- lich 67 Stunben nach bem Tove unb verschwinbet wteber in der Zeit unb dem Grade, als die zersetzende Verwesung fortschreitet. DaS allerficherste Zeichen des etngetretenen Todes aber ist bte nach bem Schwinden ber Leichenstarre rin- tretenbe Fäulniß mit blaugrüner Färbung unb blasiger Auf­treibung der Haut, die Todtenflrcke, die fich besonders am Unterleib zeigen.

Paris, 14. October. Bis gestern konnte die von Cavaignac unb Mercier geführte Partei noch hoffen, die Einsicht in bte Drehfus-Acten werbe Monard, bem Advokaten bet Famtlte verweigert werben. Nunmehr ist bte Bewilligung bteler Einsicht zweifellos. Motnatd wird am Montag nach Bernbtgung des Berichtes, ben Barb gegen­wärtig concipirt, das Dossier erhalten.

Paris, 14. Oktober. Eine Compagnie vom 73. Infanterie- Regiment ist am Norbbahnhof statiouirt unb hält denselben wegen deS Ausstandes besetzt. Auf Befehl des CommandeurS des 1. Armee-CorpS ist die Garnison von Lille dazu auser­sehen, alle Bahnhöfe der Nordlinte militärisch zu besetzen. Die Bahnhöfe von Loube unb Tourcotng wurden gestern Abend militärisch besetzt. Eine Compagnie Pariser Truppen hat ben Bahnhof von Calais besetzt. Der Bahnhof von Arras unb bte Bahnhöfe von AmienS werden tm Laufe bes heutigen Tage« militärisch besetzt werben.

Paris, 14. Oktober. ES verlautet, Ministerpräfibent Brisson habe Beweise, wonach die Generale Boisdrffre, Zurlinben nnb der Chef des Genrralstabes Reuonard die Hauptanstistet eines ComplotteS gegen die Regierung seien. Boisdrffre unb Zurltnden confetitten mehrmals in Versailles mit hervorragenben Royalisten. Ihre Correlponbenz wurde beschlagnahmt unb so baS Cowplott entdeckt. Die republikanischen BlätterRappel",Petite Republique" und Matin" richten dringende Aufrufe an alle Republikaner, sich für die kommenden Ereignifle bereit zu halten. Der Kriegsminister Chanoine, der heute nach ChalonS abreisen sollte, bleibt in Paris. Man ist auf eine frühere Einberufung der Kammer gefaßt. ES wird jetzt schon jeder verdächtige General unb höhere Offizier auf Schritt nnb Tritt von der Staatspolizei beobachtet.

Loudon, 14. October. Die Blätter melden, daß die englische Regierung bereit sei, ihr Projekt, Kairo mit Capstabr zu verbinden, ausznführen.

Constantinopel, 13. Oktober. (DiePforte unb bas Ultimatum). Die Pforte erklärte in ihrer vorgestrigen Antwort auf daS Ultimatum btt vier Mächte, baß fie den Befehl zur Zurückziehung ber türkischen Truppen aus Kreta bi« auf jene Abtheilungen, welche fie in ben befestigten Plätzen zum Zeichen der Sonveränetat des Sultans belassen zu sehen wünscht, gegeben habe. Die Botschafter betrachten die nicht ganz klare Antwort der Pforte als privcipielle An­nahme, haben jedoch in Bezug darauf noch keine Erklärung abgegeben, da sie von ihren bezüglichen Regierungen noch keine Instruction hiezu erhielten. Die YachtThalia" und zwei Transportschiffe erhielten Befehl, fich bereit zu halten, um nach Kreta abzugehen. Aus Raneo wird gemeldet: Innerhalb und außerhalb ber Stadt finb neuerbingS Bor- fichtSmaßregeln zur Aufrechthaltung bet Drbnung getroffen - bisher sollen 50 Verhaftungen vorgenommen sein.

totales tmfc prot>itt)ieUe»,

4* Nidda, 14. Oktober. Die Heinrich Chr. Keck Ww. dahier erhielt für aus ihrer Imkeret den Ausstellungen in Hamburg unb Drieburg überschickte Fabrikate von Bienen­häusern die ersten Preise, bestehend in einer großen goldenen bezw. filbernen Medaille.

x Ober-Schmitten, 14. Oktober, vorige Woche wurde einer hiesigen Wlttwe in ihrer Abwesenheit aus ihrer Schlaf­stube ein größerer zarückgelegter Geldbetrag gestohlen, ohne daß bis jetzt brr Thäter ermittelt wäre.

M. Ober-Mockstadt, 14. Oktober. Die Zwiebeln, unser hauptsächlichstes Handelsgewächs, stehen hoch hn Preise, ber Dopprlcentner wirb bis zu 8 Mk. bezahlt. Die Er­träge finb geringer als in früheren Jahren, weil baS erste Halbjahr zu naß unb ber Nachsommer zu trocken war. Im Durchschnitt kann man annehmen, baß etwa 20 Doppel- centner, also 160 Mk. brutto auf einem Morgen erzielt werden.

E. Echzell, 14. Oktober. Nur durch daS rasche und energische Eingreifen einiger hiesiger Bürger ist ein großes Braudunglück verhütet und auf einen mäßigen Schaden zurückgeführt worden. In einem Hause wurde gestern Abend, al« die Hängelampe eine zeitlang angesteckt war, der Kloben los, die Lampe brach krachend nieder und blitzschnell stand Alles in Flammen. Die Fensterscheiben zersprangen unb die Flammen züngelten an der Außenwand des Hauffs empor. Auf das Hülfegeschrei der Hausbewohner stürzten die Nach­barn herbei, und es gelang, wie schon bemerkt, das gefähr­liche Element zu bemeistern. Wenige Minuten später hätte das HauS vollständig in Flammen gestanden- die Feuerwehr, die sehr rasch bet ber Hanb war, wäre zu spät gekommen, schon fingen bte Kleider einet Kindes an zu brennen. Dieser Fall dürfte vielleicht manchen freundlichen Leser ver­anlassen, den Kloben, in welchem die Hängelampe hängt, auf seine Festigkeit und Sicherheit zu prüfen.

Darmstadt, 14. Oktober. Am Dienstag, 18. October w.rd die feterliche RectoratS-Uebergabe an der Technischen Hochschule von Herrn Rector Berndt au ben neuen Rector, Herrn Prof. Baurath Koch stattfiaben unb zugleich daS Ergebniß ber Preisaufgaben für 1897/98 verkünbet werden. Herr Koch ist hervorragenbcr Vertreter des Jn- geutenrfachs, speciell deS Wasserbaues- er gehört unter Anderem der internationalen Commission an, die im letzten Winter daS neue Projekt für ben Panama-Canal entwarf und an Ort unb Stelle prüfte.

Mainz, 14. Oktober. Gratiöfleisch bekommen nächster Tage die Armen. In der einen Markthalle deS neuen Schlacht« und BiehhofeS befinden fich heute ein schwerer Ochse, sechs Schweine, sechs Kälber und sechs Hämmel, alles feinste Qualität Mastvieh. Diese Prachtthiere werden morgen früh geschlachtet unb die anS ca. 2500 Pfund feinsten Fleisches bestehende Kostprobe den hiesigen WohlthatigkeitSanstalten unb Armen in geeigneter Weise überlassen. Die Metzgerinnung wollte bei dieser ernsten Gelegenheit von jeglichem äußerem Gepränge, wie Veranstaltung eines Umzuges unb bergleichen Absehen, war bagegen ber Ansicht, zur Einweihung des neuen

Schlacht- unb Viehhofes in würbiger Weise beitragen z» sollen. Desselben Sinnes waren auch einige Mainzer Vieh­händler unb so konnte dieser schöne Gedanke verwirkliche werben- in entgegenkommendster Weise beteiligten fich an dieser Stiftung bte Firmen Heister & Simon, Pauli, Essel- dorn, Winkelmanu und Göbel.

Att» -er Seit für die -eit.

Vor 105 Jahren, am 16. October 1793, fiel unter dem Fallbeil das Haupt der schwergeprüften Königin Marie Antoinette von Frankreich, die bei ihrem Verhör und bei ihrem Tod alle ihrer Geburt und ihrer Bildung würdige Standhaftigkeit bewies, sodaß fie bei dem ewigen Einerlei des Mordens noch einige Aufmerksamkeit zu erregen vermochte.

Vor 83 Jahren, am 17. October 1815, wurde einer unserer bedeutendsten und beliebtesten Lyriker Emanuel Geibel in Lübeck geboren. Zart als Lyriker, männlich als Vaterlandssänger, hat er in seinen Poesien von denGe­dichten" bis zu denSpätherbstblättern" für jedes Alter und Geschlecht Köstliches geschaffen. Von seinen Liebes- und Wanderliedern find viele volksthümlich geworden. Geibel starb am 6. April 1884 in feiner Vaterstadt.

Vermischtes.

* Ein wohltätiger Geizhals. In Glasgow starb am letzten Sonntag ein eigentümlicher Kauz, Namens James B. Thomson. Der Mann schien seinen Nachbarn berThpnS eines rechten Geizhalses. Er lebte ganz zurückgezogen in einem kleinen, schmutzigen Hause, kochte sich sein ärmliches Essen selbst unb 'ließ nie eine Menschenseele in sein HauS. Bor einiger Zeit wurde er ins Krankenhaus geschafft, wo er starb. Nun stellte sich heraus, baß auf sein '^eheiß sein Abvocat jährlich nahezu 12000 Mark für wohllhättge Zwecke au-gegeben, baß er über ein vermögen von 2 6000000 Mark verfügte unb davon zwei Millionen öffentlichen Wohlthätig- keitSanstalten verwacht hatte! Was wag bieser Mann für eine Lebeosgeschichte hinter fich haben?

* Der größte Soldat der deutschen Armee, Ehmke, aus Wolfsee bet Kiel, welcher am 1. Oktober zur Reserve ent» lassen wurde, ist vom Kaiser aufgefordert worben, die Reise nach Palästina tm Kaiserlichen Gefolge mitzu- rnachen. Ehmke ist infolge dessen sofort nach Brnedig ab­gereist. Lr stand bei ber Leib Compagnie des ersten Garbe- RegimentS zu Fuß, ist 2,08 Meter groß und hat da« statt­liche Gewicht von 236 Pfund. Während der Reise wirb er die Uniform ber Leid-Compagnie tragen.

* Waareuhaufer. Das Dresdner Stadtverordneten- Collegtum hat tu der Frage der Besteuerung der Waaren- häuser beschlossen, daß eine Umsatz- nnb Ftlialsteuer etngesührt werden soll. DaS Collegium befiudrt sich vor­läufig im Gegensatz zum Rath in Dresden, ber nur eine Filialsteuer toiö. Beachtung verdienen bte Bemühungen der Covstanzer Handelskammer auf diesem Gebiet. DieFranks. Ztg." berichtet darüber: ES unterliegt keinem Zweifel, daß die Kaufleute dem Wettbewerb der Großbazare, versandthäuser u. s. w. den giftigsten Zahn auSbrechen können, wenn fie nur wollen, indem fie ebenfalls Gebrauch von den Formen machen, die ihnen der moderne Verkehr bietet: Organisation des CreditS, Erziehung der Kundschaft zur Baarzahlung, Jntenfification de« Betriebes und vor allen Dingen die Bildung von größeren Einkaufsgenossenschaften, von diesen Mitteln hat aber der Kaufmannsstand bisher nur vereinzelt Gebrauch gemacht, während bedauerlicher Weife auch in ihm Agitationen Boden gewinnen, die dem Phantom einer un­gesunden Staatshilfe nachjagen und daS eigene Emporkommea durch die Erdrosselung oder Knebelung unbequemer Con­currenten erzielen möchten. Demgegenüber ist das Vorgehen der Constanzer Handelskammer beachtenSwerth, die sich direkt bemüht, die Angehörigen des Kleinhandels zur Geuoffenschafts- btldung anzuregen. Sie hat ihren Sekretär beauftragt, zu diesem Zweck eine Denkschrift auszuarbeiten, der wieder seinerseits zur Gewinnung des Materials eine Umfrage ver­anstaltet, nachdem er die deutschen Handelsvertretungen um die Aufgabe geeigneter Adressen ersucht hat. Die Umfrage beschäftigt fich mit dem Vorhandensein eines etwaigen Noth- stände- und mit seinen Ursachen, mit ber Stellung zu den erwähntengroßkapitalistischen" Concurrenz-Unternehmuugru unb zu etwaigen Reformen. Sobanu wirb angefragt, ob der Aöressat fich irgend welche Vortheile davon verspreche, wenn fich die Vertreter des Kleinhandel-, insbesondere die fachmännisch Gebildeten, die gleichzeitig über ein mäßiges Capital verfügen, zum Zwecke des gemeinsamen Einkaufes und Bezüge-, wie zur Wahrnehmung ihrer Interessen ver­einigen. Die weiteren Fragen betreffen verschiedene E.nzel- heilen unb die etwaigen Einwänbe gegen SinkanfSgenofsen- schaften. Wenn bieseS Vorgehen der Tonstanzer HanbelS- kammer den angestrebten Erfolg erzielt unb ein frisches, von socialem Geiste erfülltes Genossenschaftswesen im Kleinhanbel herbeisührt, so würbe eS sicher über ben Constanzer Bezirk hinaus fruchtbringend wirken unb auch andere Kammern zur Nachfolge veranlassen. Jedenfalls wird man den weitere» Verlauf deS Constanzer Unternehmens mit lebhaftem Interesse verfolgen.

* Immer gewuthlich. Am Stammtisch einer süddeutschen Kleinstadt ist der Hofmetzgermeister Kälble mit dem Redakteur des OltSblättchens in eine heftige politische Auseinandersetzung gerathen. AlS Herr Kälble dem überlegenen Widersacher gar nicht« Stichhaltige« mehr anführen kann, schleudert er ihm als letzten Trumpf das Donnerwort entgegen:Was wi lischt denn, Du Blättlesschreiber, Du kannscht jo net emol e Säule abschteche!"

Kurz unb bündig. Lieutenant (Uhlands Früh- ling-glanbe lesend):WaS diese civilistischen Dichter nur für eine schwerfällige Ausdrucksweise haben:Nun muß fich Alle-, Alles wenden!" Unsereiner sagt einfach Kehrt! Da weiß Jeder, was zu geschehen hat."