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Zlitttr« unb Anzeigeblatt für dei» Urei» Gielzen
Gießen, den 14. October 1898. Bett.: Die Unterstützung von Familien der zu Frieden». Übungen etnbrrnfeneu Mannschaften.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
MM die Grotzh. Bürgermeistereien de- Kreise-.
Wir beauftragen Sie, die Gemeirde-Sinnehwer, soweit dies noch nicht geschehen ist, aozudalreo, alSbald und spätestens dis zum 15. Novewber d. I». bezüglich der Don ihnen in rubrlcirtem Betreffe vorgrlegien Beträge «it unserer Kreis, kaffe abzurechneu.
v. Bechtold.
Gratisbeilage: Gießener Familienblätter
fchrtbi. eweHtien axb Bealtwi:
Anrtlichcv Thcil.
Ibrtflt ftr Depeschea: >a|<tget Fernsprecher Nr. 61.
Gießen, 14. October 1898.
Betr.: Schutzimpfungen gegen Tollwuth.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
au daS Grosth. Polizeiamt zu Gießen nvd die Großh. Bürgermeistereien der Land' gemeinden des Kreises.
Nach einem Erlaß des Königlich Preußischen Herrn Minister» der geistlichen :e. Angelegenheiten ist bet de« Königlich Preußischen Institut sür Jnsectionskrankheiten zu Berlin eine Abtheiluug für Schutzimpfungen gegen Tollwuth errichtet worden.
Wir benachrichtigen Sie, daß in dem gedachten Institut auch andere al» preuhi'che Staatsangehörige in Behandlung genommen werden können und daß daselbst die 20 bis 30 Tage beanspruchende Behandlung au und für fich kosten, frei eriolgt und baß bet Aufnahme in die Krankenanstalt des Instituts, welche bet Personen, die in Be.ltn gteignete Unter, kauft nicht finden köornn, nothwzud'g sein wird, die Kosten für die Verpflegung von Kindern unter 12 Jahren 1.50 Mk. und älteren Personen 2,00 Mk. täglich detragen. verletzte, welche der Behandlung fich unterziehen wollen, find von der Ortspollzelbehvrde der Direktion des Instituts für In- fectionskrankheiten sch'istlich oder telegraphisch auzuwelden. Dieselben haben sich dei der Dirrction unter Vorlegung eines noch bestimmtem, allen pracrifchen Aerztrn bekannt gegebenen Muster ausgestellten Zuweisungs-Atteste», das ebenso wie di: nach Ablauf eines Jahres über jeden im Institut Behandelten geforderte Auskunft zweckmäßig Dom Arzte abgefaßt wirb, vorzustellen. Im Jrnerrffe emer ficheren Wirkung der Be- Handlung ist e» erforderlich, baß letztere möglichst bald nach erfolgter Verletzung beginnt.
D. Bechtold.
Deutsche» Reich.
Berlin, 14. Oktober. Wie die »Post"' gegenüber einer anderweitigen Blättermeldung erklärt, hatte fich der Kaiser schon längst, bebor der Großherzog Don Baden nach Potsdam kam, aus eigenen Erwägungen zu einer Abkürzung der Palästtnareise entschloffen.
Berlin, 14. Oktober. Der „Post"' zufolge ist an hiefiger maßgebender Stelle nichts davon bekannt, daß Lar diu al R am pol la dem derzeitigen Geschäftsträger der preußt. schen Gesandtschaft beim Vatikan versöhnliche Erklär, uugen abgegeben hat.
Berlin. 14. October. In Sachen der strtkenden Versilberer und Vergolder der Firma Angust Werk, meister stand heute vor de« Bewerbegericht wiederum Termin an. Die Verhandlung endete mit einem ungünstigen Unheil für die strikevdru Arbeiter. Letztere wurden ver« urtheitt, die angefangenen Arbeiten fertigzustellen und die «osten des Rechtsstreites zu tragen.
politische Wochenschars.
Das allgemeine Jnterrffe eoneeotrirt fich jetzt auf die Orientreise des deutschen Kaisers- alle Bemühungen, die von verschiedenen Setten im Auslände gemacht wurden, die Fahrt zu hintertreiben, haben fich al» erfolgslos bewiesen nnd die Kaiserhacht „Hohenzollern" hat bereits Venedig verlaffen, um die hohen Reisenden dem Bosporus zuznführen. Es ist er- staunllch, welche Aufmerksamkeit die ganze Welt dem Um« stände widmet, daß der deutsche Kaiser den Orient besuchen will, und dir gewagtesten Schlüffe werden auS dieser That. fache gezogen. Daran erkennt man, welch großes Ansehen der Herrscher Deutschlands in allen Eullur-Ländern genießt. Daß die Reise keinerlei politische Zwecke verfolgt, wenn fie auch für Deutschland Erfolge auf politischem und wirthschaft- lichem Gebiete haben kann, ist von unS beriitS ausführlich dargelegt worden, aber unsere Nelder im Auslands wollen durchaus nicht au unsere Uneigennützigkeit glauben. Einen größeren Umfang haben die Betrachtungen über die Palästina, fahrt durch den Zwifchenfall mit dem Vatikan angenommen, jedoch hatten wir mit unserer Behauptung Recht, daß ein ernstlicher Eonfliet vermieden werden würbe: der vatlcan wiegelt bereits ab, wozu anscheinend insbesondere die Haltung der katholischen Kreise Deutschlands beig'.tragen hat. Deutsch« land läßt fich fein gute» Recht nicht nehmen, den Schutz semer Untertanen im Orient selbst zu besorgen- auf ver- gilbte Ueberlteferungeu kann heute keine Rückficht mehr ge- nommen werden.
Ein gewiffeS Aufsehen hat der Wechsel im Gouvernement von Kiantschou hervorgerufen. Kapitän Rosendahl mag ein tüchtiger Seemann sein, aber eS feölte ihm jedenfalls die richtige Würdigung d:r BedÜrfniffe drs Handels und ver. kehrS. Sein Nachfolger foll in dieser Beziehung mehr ver- stSndniß haben, und so steht denn zu hoffen, daß auch bald btt wirtschaftlichen Vortheile, welche unS der Besitz in Ost- asien dringen soll, sich bemerkbar machen werden.
Die Vorbereitungen zu den Wahlen für daS preußische Abgeordnetenhaus find tu vollem Gange, der Wahlkampf bereit» jetzt ein sehr lebhafter. Uebrr die Elöffnung des
Gießen, den 14. October 1898.
Bett.: Die Verhältnisse der israelitischen ReligtovSlehrer im Großherzogthu« Heffen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Schulvorstände de- Kreise-.
Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 23. September L Js. — Anzeiger Nr. 225 — noch nicht entsprochen haben, werden an deren Erledigung «it Frist von fünf Tagen erinnert.
v. Bechtold.
Reichstags werden die üblichen Mittheilungen in die Welt gesetzt, ohne daß natürlich der Terwtu schon endgiltig fest, gesetzt worden wäre. Anscheinend steht es fest, daß der Kaiser die Legislaturperiode persönlich eröffnen wird.
Im Aus lande find Veränderungen politischer Natur kaum zu verzeichnen. Noch immer ist man über das Schickial des Kaisers von China nicht im Reinen, nnd es wäre auch müßig, hierüber Betrachtungen anzustrlleu, da die Bekannt, gäbe der Errtgntffe wohl noch auf fich warten laffen wird. Mit Genugthuung muß e» erfüllen, daß die europäischen Großmächte angesichts der Wirren in Peking und der Un- ficherhett für die Fremden sofort energische Maßregeln getroffen haben. Hoffentlich laffen sich Blntvergiehen noch vermeiden.
Die Kretafrage hat insofern einen Fortfchritt er- fahren, al» der Sultan in Ne Zurückziehung der türkischen Truppen von der Insel eingewilligt hat. Damit laden freilich die an der Occupiruug Kretas beteiligten Mächte die volle Verantwortung für die Entwicklung der Dinge auf die Insel auf fich, und fie müffeu bald beweisen, ob fie dieser Betont- Wortung gewachsen find.
In Frankreich hat die DreysuS-Angelegenheit noch keine weitere Klärung im Gefolge gehabt, man scheint fich in dieser Sache viel Zeit zu nehmen. Der Arbeiterstrike in Paris geht seiner Beendigung entgegen, die Zahl der die Arbeit wieder Ausnehmenden mehrt fich von Tag zu Tag. Bon der in der französischen Hauptstadt tagenden spanisch- amerikanischen Friedensconfereuz hört man nicht viel- eine Einigung dürfte schwerlich erzielt werden, weshalb die E n- srtzung eines Schiedsgerichts mehr und wehr in die Erscheinung tritt. (xx)
Feuilleton.
Das gleißen.
von Dl. med. Kctzing.
(Nachdruck verboten.)
viele, wenn nicht die meisten Menschen, haben eine große «ugst vor de« Sterben. Gewiß wußte die Erscheinung de» AufhörevS menschlicher Thätigkett zu allen Zeiten einen tiefen E ubruck auf die Uebetlebenben wachen. Die Ansichten do« Tob richteten fich stet» nach der Höhe der «enschl'chen Sultur. Die alten Griechen brisptel»wei'e hatten für den Tod mehrere Gottheiten, je noch der Art de» erfolgten Ableben». Nach Homer find Schlaf und Tod Zwillingsbrüder, nach Hefiod Söhne der Nacht. Al» solche stellte die griechische Kaust fie auch oft da', auf Sewwen und Denkwälern. In der Blüthe- zelt der heiteren Kunst bildete man den Tod al» freundlichen „Genin» mit der umgekehrten Fackel" ab. Diese» ist jeden« fall» ein tröstlichere» Bild, al» da» „Todtengerippe »It der Sense"'. Der natürliche Tod, da» heißt der au» Aller», sch räche, ist in der That ein Bruder de» Schlafe», er ist em ruhige», fchwerzlosr», sanftes Ein'chlafen — ohne Er« wachen. Jede andere TodeSart ist unnatürlich nnd ftühzeitig, mag fie durch Bist, Dolch oder — Krankheit erfolgen. Gr« wöhnlich fällt beim Ableben eine der hauptsächlichsten Leben», thättgkeiten etwa» früher al» die übrigen weg, nämlich ent« weder die de» Herzen» oder der Lange oder de» Gehirn», wrßhalb man diese Organe auch die „Au»gang»stellen de» Todes"' nennt Bei den Eultnrvölkern ist der natürliche Tod etwa» Seltene», daher ist die Erleichterung drs Sterbens
eine heilige Pflicht der Umgebung. Aber so schlim«, wie die meisten Menschen glauben, ist auch ein frühzeitige» Sterben nicht, denn die Natur hat e» so eingerichtet, daß da» Sterben dem Menschen nicht zu schwer und schmerzhaft wird. Wenn auch manchmal für die Umstehenden der Todeskawps schwer und schrecklich erscheint, so ist doch der Sterbende selbst sich diese» Kampfe» in der Regel nicht bewußt, weil die mitleidige Natur ihn in Bewußtlosigkeit hüllt. Sie hat es so ein- gerichtet, daß der Tod bei« Menschen Dem NerDenleben au», geht, daß die töbtenben Ursachen besonder» auf da» Gehirn wirken und dadurch alle begleitenden Erscheinungen, wie Krampf, Schwerz, Delirium, Don Schlaf und Bewußtlosigkeit eiugehülle werden.
Die Erfahrungen, welche man an Personen gemacht hat, die Dernnglückken oder bei Krankheiten alle Stadien de» Tode», kawpfe» durchwachten und dennoch genasen, belehren, daß diese Personen nicht» Don den Rümpfen und Oaalen «nßten, die die Umgebung wahrgenowwen hatte.
Der Ertrinkende, Erhängte, Erstickende verfällt unter trauwartigen Visionen »der nach einer kurzen Angst In schnelle Bewußtlosigkeit. Der Erfrierende, der verblutende wird i« Sterben schlafsüchtig und träumt angenehm. Da» ließt tn der stattfindenden Zersetzung de» Bllrte». Die Mienen dieser auf solche Art Gestorbenen find in der Regel friedlich, beinahe heiter. Maa hat diese Beobachtung sttt» auf den Schlachtfeldern gewacht. E» ist also gleichsam in doppelter Hinsicht wahr: .Süß ist e», für da» «aterlanb zu sterben.*
Schlägt in der Familie, In seinem Helm für einen Menschen die Sterbestunde, so stellen fich für die Umgebung
die Pflichten der Todeslinderung ein. Diese Pflichten bei ginnen ober schon tn dem Augenblicke, wo die Unheilbarkeit einer Krankheit offenbar wird. Das Verhallen bei der Todes- linderung hat drei Stadien. Erstens: das Verhalten bei einem dem Tode fich Nähernden- zweitens: da» bei einem Sterbenden und schließlich das bei einem eben Gestorbenen. Da» richtige Verhallen gegenüber einem dem Tode sich Nähernden ist schon oft iw Stande, den Tode»act selbst sanft zu wachen. Da» ist besonder» bei chronischen Krankheiten der Fall. Sine mit Ruhe, Besonnenheit und Geduld geübte Pflege wird da» allmähliche Erlöschen des Leben» weniger qualvoll machen. Ein verständiger Arzt wird auch in diese« Stadium den Kranken schonend behandeln und gar nicht als einen TodeScondidateu. Immer muh daS Menschlich- kettSgefühl darauf bedacht fein, i» Patienten die Hoffnung zu erhallen.
Tritt die Sterbestunde ein, so wnß der Sterbende für seine Umgebung heilig sein - e» muß Alles serngehalten werden, trat ihm den Tod schmerzlich oder beängstigend machen könnte. Nur sehr wenige, höher begabte Menschen reden sterbend «it Ruhe und Frieden über ihren Tod. Dem Sterbenden ge« bührt dieselbe Pflege und Reinlichkeit wie dem Kranken, nur noch behutsamer söffe man ihn an. Man gebe ihm zu trinken und gewähre ihm Alle», wa» er verlangt, wenn es nicht ge- radezu verbotene» ist. Ein Schluck kalten Waffers ist jedem Sterbenden eine Erquickung- man flöße e» ihm «it einem Löffel ein. Rann er nicht mehr schlucken, so benetze man ihm Lippen unb Zunge damit.
Ist der Mensch entschlosen, ist EmpfiudnugS- und »e- wegungslofigkeit eingetreten, so darf der Mensch doch noch


