Ausgabe 
16.8.1898 Erstes Blatt
 
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tiute Witterungsverhältntsse, so baß auch in den sonst stillen Wintermonaten mehr Verkehr bemerkt wurde.

12) Kaffee en gros.

Der im vorigen Jahresbericht erwähnte PreiS-Rückgang für Santos-Kaffee, hat sich durch die gute Ernte in Brasilien, welche an Quantum das Doppelte gegen die seitherigen Er- gebniffe brachte, nicht nur behauptet, sondern hat ein wesent­lich weiteres Sinken der Notirungen zur Folge gehabt. Im Herbst des Jahres war der Preisstand für Santos um ein gutes Drittel niedriger, als zu Anfang desselben. Dieses billige Angebot hatte nun auch auf die dem Santos zunächst kommenden billigen Kaffees Einfluß und gerade an diesen Sachen wurden im Engros-Geschäft bis zu 20 Pfg. pro Pfund und mehr eingebüßt. Auf großbohnige Sorten hatte der Preisabschlag fast oder gar keinen Einfluß, dieselben waren wenig angeboten und konnten ihren Stand behaupten. Aber auch an diesen und den Mittel-Kaffees, die durch das Billigerwerden der geringen Sachen im Detailhandel nur wenig begehrt wurden, machte sich ein Verlust im Engros- und wohl auch im Detailgeschäft insbesondere bei solchen, welche größere Vorräthe in diesen Sachen hatten, fühlbar. Es darf sicher anzunehmen sein, daß der Consum in diesem Artikel durch die billigen Preislagen eine Zunahme erfahren hat, was wohl einen Minderabsatz für Surrogate rc. herbei­geführt haben dürfte.

13) Kleiderbranche.

Eine wesentliche Veränderung ist nicht eingetreten. Die Kundschaft verlangt immer mehr billigere und daher nicht empfehlenswerthe Waare, gegen früher, wo nur nach guter und werthvollerer Waare Begehr war. Durch den schnellen Wechsel der Mode ist das Verlangen nach öfterer Aenderung und Anschaffung der Kleider und dergleichen mehr zu erklären. Der Berichterstatter erwähnt der ausnahmslose stricteren Zahlungsbedingungen, an welchen die Fabrikanten und Grossisten neuerdings festhalten, indem sie nur 30 Tage Ziel netto Cassa gewähren, nur vereinzelt 2pCt. bewilligend. Diese verschärfte Condition treffe den Detailhandel um so empfindlicher, als seine Kunden nach wie vor ein allzulanges Ziel in Anspruch nehmen.

14) Kohlenhandel.

Trotzdem der Kohlenverbrauch in der Industrie gegen das Vorjahr nicht zurückgegangen ist, die Production in Kohlen und Coaks vielmehr zunahm, trat in dem Zwischen­handel eine Befferung nicht ein. Die am hiesigen Platze be­stehenden Kohlenkaffen, Verbrauchsvereine und Steinkohlen­bezugsgesellschaften nehmen immer größere Ausdehnung an, wobei am beklagenswerthesten ist, daß den betreffenden Ver­einen eine Anzahl hiesiger Geschäftsleute beigetreten ist. Zu diesen Schädigungen kam noch der äußerst gelinde Winter, der zur Folge hatte, daß viele Händler einen Kohlenvorrath übrig behielten, welchen sie später zu und unter dem Selbst­kostenpreis verkaufen mußten.

15) Colonialwaaren en gros.

Der Geschäftsgang des abgelaufenen Jahres war, was den Umsatz anbelangt, im Allgemeinen befriedigend, wenn­gleich nicht verkannt werden darf, daß der vorjährige Umsatz nur durch Preisconcessionen und vermehrte Reisethätigkeit erhalten werden konnte. Der Grund hierfür ist in der äußerst mißlichen Lage, in welche die hiesigen und auswärtigen Detailgeschäfte durch die immer mehr überhand nehmenden Specialmaffengeschäfte gekommen sind, zu suchen.

16) Lederfabrikation.

Das Geschäft ging in Folge der gegenüber dem Vor­jahre erheblich gestiegenen Nachfrage seitens der Consumenten recht flott, wenn auch der Nutzen in Folge der gleichzeitigen Hausse in Rohhäuten bescheiden genannt werden mußte.

17) Manufacturwaaren undDamenconfection.

Das Geschäft in Manufacturwaaren und Damenconfection blieb gegen das vorige Jahr nicht weit zurück. Die guten Aussichten wurden durch den gelinden Winter sowie durch den anhaltenden Regen im Frühjahr jedoch beeinträchtigt. Da« Verbot des Detailreisens ist in seiner Wirkung illusorisch geblieben, da der Besuch der Privatkundschaft in demselben Maße wie früher, wenn auch in anderer Form, erfolgt und nur an die Erfüllung einiger Formalitäten geknüpft ist.

18) Metallwaarenfabrik und Gießerei von H. Schaffftaedt.

Das Geschäft ging im Berichtsjahre sehr flott, und wurden wiederum verschiedene Betriebserweiterungen sowie Neuanschaffung von Maschinen nothwendig. Der Verkauf nach dem Ausland, namentlich nach Rußland, hat sich wesent­lich gesteigert, ebenso hat sich der Verkehr mit England ge­hoben. Auch die Specialität der Fabrik, die maschinelle Einrichtung von Schwimm- und Volksbädern, hat einen beträchtlichen Aufschwung genommen, und liegen z. Z. hierin verschiedene größere Aufträge vor. Weitere Verhandlungen sind im Gange, und sind die bezüglichen Abschlüsse in aller Kürze zu erwarten. Dringend zu wünschen ist die Herstellung ttner Fernsprech-Einrichtung mit Rheinland und Westfalen. Ebenso wäre es sehr angebracht, daß die Gebühren für den Fernsprechverkehr, namentlich mit Frankfurt a. M. und natür­lich auch den nähergelegenen Städten, herabgesetzt werden, da die jetzigen Preise zu hoch sind und infolgedessen die Fernsprechanlage nur in den dringendsten Fällen benutzt wird. Sodann ist immer noch das Fehlen einer Schnellzuaverbinduna mit Köln sehr zu beklagen.

19) Rauchtabak- und Kautabakfabrikatton.

Für die abgelaufene Geschäftsperiode sind keine belang­reichen Aenderungen zu melden. Die Erhaltung des an­nähernd seitherigen Absatzes für Rauchtabakfabrikate erforderte fortgesetzt außerordentliche Kosten und Anstrengungen, nament­lich weil die Abnahme des Pfeifentabak-Consums weiter langsam fortschreitet. Nach Kautabak war dagegen rege Nachfrage, sodaß für diesen Fabrikationszweig wieder eine kleine Zunahme zu constatiren ist. Es war aber nicht möglich,

I die wesentlich höheren Rohtabakpreise für diesen Artikel auch auf das Fabrikat zu übertragen, sodaß mit Rücksicht auf den recht geringen und minderwerthigen Kentucky-Ausfall der letzten Ernte für das laufende Jahr mit Sicherheit auf ein verlustbringendes Ergebniß gerechnet werden muß. Die Er­haltung des nothwendigen Arbeiterstandes war trotz des schleppenden Geschäftsganges in der Rauchtabakfabrikation sehr schwierig, da die ländliche Bevölkerung die Cigarrenfabrikation bevorzugt und bei dieser leicht und lohnende Beschäftigung auch in ihren HeimathSorten findet, wo mehr und mehr, auch von entfernt wohnenden Cigarrenfabrikanten, Filialen errichtet werden.

20) Weiß-, Woll- und Kurzwaaren.

Das Geschäftsresultat des Jahres befriedigte, da der Umsatz gegen 1896 nicht zurückblieb. Im Frühjahr hatte das Geschäft unter der Ungunst der Witterung sehr zu leiden, dagegen brachte das Herbst- und Weihnachtsgeschäft diesen Ausfall wieder ein.

Local«» und provinziell«».

Gieße», den 15. August 1898.

* * Land- und forstwirthschaftliche BerusSgeuoffeuschaft. Au Stelle des zum KreiSrarh de» Kreiser Laurerbach ernannten RegierungSrathS Dr, Wallau ist der Großh. KreiSamtmauu Freiherr Schenck zu SchwetuSberg zu Gießen zum Vor- fltzendeu des Schiedsgerichts für die land- und fvrftwirth- schaftliche BerufSgenoffeuschaft der GroßherzogthumS Hesse«, Provinz Oberheffeu, und zum Stellvertreter des Vorsitzenden des Schiedsgerichts für die Sectiou VI der HessewNassauischeu Baugewerkr-BerufSgenossenschaft ernannt worden.

* * Parade vor dem Kaiser. Am 20. dS. MtS. findet bei Mainz eine Parade der Garutsou Mainz statt. Hierzu find auf Allerhöchsten Befehl auch die Regimenter der Groß­herzoglich Hessischen (25.) Division befohlen. Da die Parade sehr früh beginnt, wird das RegimentKaiser Wilhelm" Gießen bereits Nachts verlassen, um mit der Etfeubahu auf den Paradeplatz zu fahren. Rückkehr erfolgt am 20. er. Abends.

* Die Hauptversammlung der Mitglieder des Lander, gewerbvereins sand gestern Mittag 12 Uhr im Saale des Hessischen HofeS" zu Butzbach statt. Nach Begrüßung der zahlreich Erschienenen durch den Vorsitzenden der Central- stelle, Herrn RegierungSrath Noack, sowie durch die Ver­treter der Stadt und des OrtSgewerbevereinS Butz­bach nahm Herr Mtntstertalrath Brauu-Darmstadt das Wort, um zunächst den Dank füx die herzliche Begrüßung abzustatten. Er habe sich, als man ihm zu seinem bis­herigen Amte noch die Leitung des Gewerbewesens übertragen, die Frage vorgelegt, ob es je zu erreichen fei, den richtigen Mann auf den richtigen Platz zu bringen, und ob es ge­lingen werde, eine Vereinigung der Interessen von Industrie, Handel u. Laudwirthschaft zu erreichen. Er habe die Urberzeugung, daß nur durch Vereinigung aller dabei in Betracht kommenden Erwerbsgruppen dem BolkSiutereffe gedient werden könne. Eine Vereinigung von Laudwirthschaft und Industrie sei wohl schwierig, in gewisser Beziehung aber auch eine undankbare Aus­gabe. Er werde aber bemüht sein, sein Bestes zum Gedeihen beider zu thun. Doch müsse er die Notwendigkeit persönlichen Zusammenwirkens betonen, er werde dehhalb gern die Wünsche der Interessenten entgegennehmen, einerlei ob sie ihm schrtst- ltch ober mündlich vorgetragen würden. Er hoffe auf die Mitarbeit der Gewerbetreibenden, denn nur ehrlichem Wollen werde gedeihliches Können befchteden sein. Von der Er­stattung der ThätigkeittberichtS der Centralstelle wurde mit Rücksicht darauf, daß derselbe bereits im Gewerbeblatt ver­öffentlicht worden, abgesehen. Der Herr Vorsitzende konnte sich auf die Mittheilung beschränken, daß der LaudeSgewerbe- verein einen erfreulichen Aufschwung genommen. Herr Director Dr. Meisel hielt hieraus einen Vortrag Über die pcacttsche Arbeit an der Gewerbeschule. Redner mußte sich der vorgerückten Zeit wegen auf allgemeine Mittheilungen be­schränken. Er gab unter besonderem Vorbehalt den mit einzelnen Gewerbeschulen verbundenen Lehrwerkstätten den Vorzug vor denjenigen Werkstätten, in denen die Lehrlinge vom Meister selbst unterrichtet werden. Redner betonte indeß ausdrücklich, daß dem Lehrgang in der Lehrwerkstätte ein solcher in der Werkstatt eines Meisters folgen müsse ober umgekehrt. Werkstätte und Gewerbeschule sollten sich ergänzen. Von hoher Bedeutung sür die Ausbildung des Lehrlings sei die Gewerbeschule auch deßhalb, weil sie in nicht geringem Maße auf Erhaltung der dem Handwerke noch innewohnenden Ideale htuwirke, die durch die zunehmende Fabrikarbeit ebenso wie infolge deS Eindringens der Maschine in da- Handwerk und die dadurch bedingte ArbeitStheilung gefährdet würden. Der Vortragende schilderte hieraus die bisher angestellten Ver­suche, die Schulen mit Lehrwerkstätteen zu verbinden, und berichtete über die mit den Lehrwerkstätten in Baden und in einzelnen größeren Jndustrircentren gemachten Erfahrungen. Er gab schließlich unter Anerkennung de« bisher Geleisteten der Hoffnung Ausdruck, daß auch die hessische StaatSregierung ihr Möglichste» zur Förderung des Handwerks tu der ange- deuteten Richtung thuu werde. Dte tu dieser Beziehung von Herrn Ministerialrath Braun abgegebene Erkärung, daß die hessische Regierung der Angelegenheit näher treten werde, wurde mit Aeußerungen der Besriedigung seitens der Versammlung aufgenommen. Eine anregende DiScusfion, in welcher die Meinungsverschiedenheiten über die Thätigkeit und den Nutzen deS LandeSgewerbvereinS besonder« scharf hervor- traten, schloß sich an den Vortrag an. Ucber die SatzungS- änberungen des LandeSgewerbvereinS machte der Vorsitzende einige Mittheilungen, woraus ersichtlich, daß die Verschmelzung beider bisher bestehenden Ausschüsse zu einem, ferner die Gliederung deS LandeSgewerbvereinS in Bezirk-Vereine ge­plant ist. Zur Uebernahme der nächsten General­versammlung, die satzuugSgemäß in der Provinz Starken­burg stattfiuden muß, hatten sich gemeldet: Offenbach, Groß- Umstadt, Groß-Gerau und Pfungstadt. Die Wahl fiel auf

Groß-Umstadt, welches mit der Generalversammlung die Feier des 50jährigen Bestehens deS OrtSgewerbevereinS und der Handwerkerschule verbinden will. Unterverschiedenem" wurde ein Antrag deS OrtSgewerbveretnS Oppenheim befannt gegeben, welcher Regelung des SubmisfionSwesenS bezweckt. Der Versammlung folgte ein Festmahl in der Ausstellung-- Festhalle.

* * Schießübungen und Erntearbeiteu. Auf eine vom Präsidenten des Hessischen Landwirthschaft-rathS bei Großh. Ministerium des Jauern wegen Beeinträchtigung der Erntearbeiteu durch die Schießübungen der Truppen im Gelände gemachte Eingabe hat das Generalcommanbo de­ll. Armeecorp- sich sehr entgegenkommend geäußert, daß die qn. Schießen nach Möglichkeit auf da- Mindestmaß von Tagen zufammengebrängt unb nur am Vormittag ab- gehalten werben.

* Die Bertheilnng der Cenlenarmedaille an die Veteranen dürfte zur Zett im ganzen Reich nahezu beendet fein. Die hiesige Kriegerkameradschaft Oeronftaltete am 6. August eine würdige Feier zum Getächtniß deS Fürsten Bismarck. Bet bteser Gelegenhett wurde die Centevarmebaille an die zum Tragen derselben berechtigten ehemaligen Krieger au-- gegeben. Dte Mitglieder der übrigen Krtegerveretne erhalten die Medaille, wie wir hören, gelegentlich der Feier de- 18. August.

* Stenographie. Der zweite Stenographentag de- Verbande-Gabelsberger- für Hessen und Nassau fand gestern in den Räumen de- Hotel de l'Europe zu Bad» Nauheim statt. Nachdem der Vorsitzende deS Verbände-, Herr Karl Barthel-Frankfurt a. M., die erschienenen Festtheilnehrner begrüßt und herzlich willkommen geheißen hatte, nahm die Vertreterversammlung ihren Anfang. Nach Beendigung derselben ertheilte Herr Barthel Herrn Hermann Auerbach-Köln, Vorsitzenden deS rheinisch-westfälischen Stenographenverbande-, das Wort zu bem von ihm über­nommenen Festvortrag. Rebner verbreitete sich eingehend mit sachlicher Keuntniß über bie stenographische Bewegung unb stellte Betrachtungen über bie künftige Gestaltung ber Dinge an. Er schloß seine Rebe mit einem Hoch auf bie Kunst des großen Meister- Gabel-berger. Langanhaltenber enthufiasti- fcher Beifall folgte ben Worten beS Rebner-. Nunmehr begab man sich, nachdem eine photographische Ausnahme sämmtlicher Festtheilnehrner stattgesunbeu hatte, zu bem gemein­schaftlichen Mittagessen. Nach bemfelben fanb da- Wett­schreiben in fünf Abteilungen statt. Weiter unternahm man einzelne Spaziergänge in bie nächste Umgebung Nauheim-. Gegen Abenb versammelten sich bie Theiluehmer wieder im Festlocal, woselbst bie PreiSvertheiluug ftattfaub. (Auch nach Gießen fielen wieber Preife.) Zur wesentlichen Verschönerung beS AbenbS trugen bie Vorführungen von stenographischen Zeichnungen burch nuferen GaS- unb WasserwerkS-Director, Herrn Otto Bergen, bet. Dte Abenbstunben verliefen ebenfalls zur größten Zufriebenheit der Festtheilnehrner. Der nächste VerbanbStag wird in bem benachbarten Grünberg stattfiuden.

** Preisschreibeu. Unsere rührige Stenographen-Gesell- schäftBabelsberger" errang gelegentlich beS VerbaudSpreiS- schreiben« durch Herrn Heinrich Balser den ersten Preis, gelegentlich des WettschreibenS durch Herrn Otto Mandler den zweiten Preis in der Abtheilung von 160 Silben. Herrn Heinrich Rau wurde in ber Abtheilung von 120 Silben lobende Anerkennung zu Theil.

Mnscheuheim, 14. August. Bei ber am 5. bl. Mts. ftattgefunbenen Bürgermetsterwah l würbe unser seit- heriger Bürgermeister, Herr Conrad Roth, mit 70 gegen 42 Stimmen zum dritten Male wiebergewählt.

-n Nieder Florstadt, 13. August. In bem nach Wickstadt zu gelegenen Pflastersteinbruch, der sehr werthvvll,- Material liefert, waren durch eindringende Waffermaffen Be­triebsstörungen, die nur den Abbau ber oberen Basalt- stetnschichten gestatteten, eingetreten. Der Besitzer Lux hat nun einen, 16 Meter hohen Wiubmotor, ber ein Pumpwerk treibt, ausgestellt, ba bie LieferungSmöglichkeiten wünschens- werth erscheinen lassen, bie Steine bis in bie Tiefe zu brechen. Wenn erst einmal bie Eisenbahn Ranstabt-Friebberg gebaut sein wirb, werben berartige Anlagen nutzbringevber sein und darum einen ausgedehnteren Betrieb lohnen. Auch die mächtigen Thonlager in unserem Niddathal, die eben schon einigen Ziegeleien bet Ober- und Niedermockstadt vollauf Material liefern, werden bann rationeller au8gebeutet werben können. Bon hier ist gegenwärtig ein junger unternehm­ungslustiger Kaufmann auf bem Wege nach Ktautschou, um ein beutsches JmporthauS bort zu grünben. Er ist mit leistungsfähigen deutschen Firmen u. A. auch solchen in Fried- berg unb Frankfurt in Verbinbung getreten und wird nur deutsche Fabrikate dort einführen. Er war seither Vertreter eines englischen RauhwaarengeschäftS und weilt tm Augenblick" noch in Shangai. Jrn benachbarten Staden hätte dieser Tage ein junger Mann beinahe fein Leben auf tragische Weise eingebüßt. Derselbe mischte sich in einem Eisen­bahnzug zwischen Friedberg und. Nidda mit einer ganz un­schuldigen Bemerkung in einen ausgebrochenen Disput. DaS erzürnte einen behelligten Arbeiter so heftig, daß er ihm mit seinem genagelten Schuh wider den HalS trat. Der Ver­letzte mußte rasch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, da er kurze Zett nach ber Thai absolut nicht mehr sprechen konnte unb heftige Schmerzen im HalS fühlte. Mud) Aussage deS ArzteS hat ihn sein gestärkter Stehkragen gerettet, ba burch diesen bie Wucht beS Trittes mehr nach oben gelenkt worben fei. Im anbern Fall hätten bie rasch eintretenben bebeutenben Schwellungen ohne ärztliche Hilfe ben ErstickungStob zur Folge gehabt. Anzeige ist erfolgt. Der Verletzte befindet sich auf dem Wege ber Besserung.

+ Nidda, 14. August. Der hiesige Turnverein ver­anstaltete heute Nachmittag in dem schönen Garten des Herrn BrauereibefltzerS Kraft ein interessantes Schauturnen, welche» viele Zuschauer herbeilvckte. Unsere Kleinkinder-