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Samstag den 16. Juli
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Erstes Blatt.
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- unb Anzeigeblatt für den Nreis Gieren.
Grattsbeilaae-. GicKrner Familienblätter.
Gießen, den 15. Zuki 1898.
V.
AK
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Alle Anzeigrn-Bermittlung-Kellea Vtl In- und WaM nrbmrn Anzeigen für den Gießener Anzeiger nttHoßW»
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Fernsprecher Nr. 51.
Me vor drei Jahren Sei der großen tandwirtbschafttichen Ausstellung, so werden auch aus Anlaß der morgigen Wröands-Ausstellung Ihre Königlichen Koheiten der Großherzog und die Großherzogin unsere Stadt mit Ihrem Besuche beglücken. Die Allerhöchsten Kerrschaften haben zwar für jeden officiellen Empfang Seitens der Stadt gedankt; die Kerzen der Bevölkerung werden ihnen aber in alter Kesfentreue entgegenlchlagen, und die Liebe und Anhänglichkeit zu unserem Jürstenhause wird in dem Muse Ausdruck finden:
Keil' unserem Kroßherzogtichen Aaare!
Deutsches Nerch.
Berlin, 14. Juli. Der Kaiser hat der Sammlung, welche drr Rothe-Kreuz Verein zu Gunsten der Verwundeten und Krauten im amerikanisch-spanischen Kriege veranstaltet hat, 10000 Mart überweisen lassen.
Berlin, 14. Juli. Ueber die von der „Petersburger Zeitung" tn einem Artikel geltend gemachten angeblichen Beschwerden der russischen Regierung ist der „Natlonal-Zrirung" zusolge an hiesiger unterrichteter Stelle nichts bekannt. Dem Vernehmen nach bestehen nur Meinung-Verschiedenheiten hinsichtlich der jüngsten Verordnung über den Transport von Gänsen. Während die russische Regierung annimmt, daß dieselbe mit dem Geiste der Handels* Verträge im Widerspruch stehe, hält die deutsche Regierung an dem Standpunkte sest, daß e! sich bei der Verordnung lediglich um eine innerpolitische Maßnahme handle.
Berlin, 14. Juli. Die Mittheilung von der bevor* stehenden Erweiterung der technischen Truppe durch Errichtung dreier Telegraphen Bataillone wird von einem hiesigen Blatte noch dahin ergänze, daß auch die Ausstellung eines vierten Eisenbahnregiments zu zwei Bataillonen geplant sein soll. Eß heißt, daß die jetzt bestehende Eisenbahnbrigade unter H'.nzunahme der Luftschifferabtheilung und der drei Telegraphenbataillone zu einer sogen. BerkehrSdivifion erweitert werden solle.
— Der .Evangelische Arbeiters, ote" enthält eine Zuschrift auS Sachsen, die mit der Wahl im 18. und 22. sächsischen Wahlkreise sich beschäftigt, aber für jede Stadt uud sür jeden Ort, wo evangelische Arbeitervereine bestehen, beachtenöwerth ist. ES wird darin auf die Erfolge der evan* geloschen Arbeitervereine in einigen Bezirken hingewiesen und dann die Frage aufgeworfen, warum ihr Einfluß auf daS Gesammtwahlergebniß scheinbar ohne Einfluß gewesen fti. Die Antwort hierauf lautet: „Weil Ihr die ganze schwere Arbeit in den evangelischen Arbeitervereinen einigen wenigen Männern überlaßt, die bei ihrer Arbeit sich aufreiben, aber gegen die Uebermacht allein machtlos bleiben! Weil Ihr durch Euren JndifserentiSmuS gegen Eure besten Freunde am Wahltage die evangelischen Arbeitervereine zur Ohnmacht ver- urtheilt. Patrioten, hat Euch endlich die letzte Wahlschlacht die Augen geöffnet? Habt Ihr endlich erkannt, wem Ihr Eure eifrigste Uatetstützung schuldig seid? Schuldig, nicht erst in 5 Jahren, 14 Tage vor der Wahl, sondern gleich i.tzt, damit die längerer Reifezeit bedürftigen Samenkörner rechtzeitig gesät werden können? .... Wohlhabende, Gebildete, geistig und pecuniär Arme stellt, waS Ihr habt, Euer Geld, Euer Wissen, Euren guten Willen in den Dienst unsrer guten Sache." - Was hier für die evangelischen Arbeitervereine im Besonderen verlangt wird, gilt für jede der ftaatserhaltenden Parteien im Allgemeinen. Sie alle» fammt würden ganz andere Wahlerfolge gegenüber der Soctaldemokratie davontragen, wenn sie nicht erst kurze Zeit
vor dem Wahltermin die Agitation aufoähmen, sondern wenn I sie jahraus, jahrein ebenso unablässig agttlrten, wie die | Socialdemokraten.
— Von der deutsch-französischen Grenze. Ueber eine bisher nicht bekannt gewordene Grenzverletzung, verbunden mit großen Ausschreitungen französischer Soldaten in der Nähe von Avricourt berichtet man der „Münch. Allg. Ztg.": Bor einigen Tagen bel edle es mehreren Soldaten des in Luueville garnisonireuden zweiten französischen Jäger- bataillonS, bei Avricourt wieder einmal die deutsche Grenze zu übertreten, aber diesmal nicht harmlos, um Natnrschöu* heiten zu bewundern, sondern um mit ihren Revanchesäbeln die Wappenschilder der deutschen Grenzpsähle zu zerhacken und herabzuschlagen. Die deutsche Presse hat, und eS läßt sich da nur sagen, ihrer Gewohnheit und einer guten Sitte gemäß, auch von diesem Vorgänge, obgleich er denn doch eine einigermaßen andere uud ernsthaftere Art von Grenzverletzung darstrllt, alS gewöhnliche Schlachtfelder- oder Touristen* bummelet, keinerlei Notiz genommen. Sie hat die von ihren Vorgesetzten mit ihren thörichteu Revancheredeu anfgestachelteu französischen Jäger — der Commandern bei zweiten Lune- viller Jagerbataillonl hat sich vor einiger Zeit durch eine ganz besonders wahnwitzige Revancherede, die er seinem extra zu diesem Zwecke an die Grenze geführten Bataillon gehalten, bemerkbar gemacht — für dal genommen, wal sie find, sür dumme Jungen!, die außerdem, als sie ihre Dovqu'xotiade gegen die deutschen Grenzpsähle unternommen haben, wahrscheinlich betrunken waren. Zur officiellen Kenntniß der sran* höfischen Behörde wurde die Sach: immerhin gebracht. Resultat: die Jäger waren nicht zu ermitteln. Ein Commeutar ist überflüssig. Die französische Prcffe hat nach ihrer Gewohnheit den Vorgang völlig entstellt wiedergegeben uud ihn so geschildert, alö ob der Patriotismus der Franzosen durch den deutschen Reichsadler zum Ueberkochen sich gereizt ge- fühlt habe.
— Die AnsiedlnnqScommission. Die Nachricht, daß die AufiedluogScommisfiou ihre Thätigkeit demnächst auch auf die Provinz Ostpreußen auSdehnen werde, ist, wie die „Nat. Lib. Corr.- erinnert, so nicht zutreffend. DaS Au- siedlnngS Gesetz vom 26. April 1886 trägt die Bezeichnung: „Gesetz betreffend die Beförderung deutscher Ansiedlungen tn den Provinzen Westpreußen und Posen", und sagt bestimmt, daß die bisher zur Verfügung gestellten Mittel nut für West- Preußen und Posen verwandt werden dürsen. Damit soll nicht bestritten werden, daß auch in Ostpreußen gegenüber den Polen eine Stärkung de! DeutschthumS wünscheniwerth, vielleicht sogar von Nöthen ist, aber aul den Mitteln bei AufieblungS Gesetzes vom 26. April 1886 kann sie nicht erfolgen.
Köln, 14. Juli. Der „Köln. Ztg." wirb an! Berlin I gemelbtt: Die Association verbreitet au! Manila vom d. bs. I ein Telegramm, welchem zufolge daS deutsche Kriegs-
schiff „Irene" die Aufständigen durch Gewalt verhindert haben soll, die Spanier anzugreifen. Der amerikanische Admiral Dewey habe daraufhin zwei Kriegsschiffe abgeschickt, bei deren Erscheinen sich „Irene" zurückgezogen habe. Später habe die „Irene" auf Manila EinmischungS* gelüste gezeigt, die aber von Dewey zurllckgewiesen wurden. Die „Köln. Ztg.- sagt dazu, diese ganze Nachricht trage den Stempel der Erfindung auf der Stirn und gehöre zweifellos zu den wiederholt au-geftreuten Meldungen, durch weiche eine Verstimmung zwischen Amerika und Deutschland herbeige führt werden soll. In Berlin sei von einem solchen oder ähnlichen Vorfälle nichts bekannt.
Ausland
Wien, 14. Juli. Aus Kreisen der Linken verlautet, wenn die Regierung ihre Sprachenvorschläge durch Octroirnng auf Grund des § 14 einsühren sollte, würden sie von den Deutschen mir gleicher Schärfe wie d'e j-tzigen Sprachenverordnungen bekämpft werden. Angesicht! der heurigen Besprechung der Vertreter des verfassungstreuen Großgrundbesitzes mit dem Grafen Thun wird die Möglichkeit nicht als ausgeschloffen betrachtet, daß an- dieser Besprechung der Anstoß sich zu dem Versuche ergeben werde, die Ver* Handlungen mit den Deutschen wieder anzuknüpfen.
Budapest, 14. Jali. Der StaatSsecrerär im Handels* Ministerium WladiSlauS Voeroes ist feiner Stelle ent» hoben worden.
Budapest, 14. Juli. Der HaodelSmin'ster Daniel eröffnete heute eine Enquete Über den autonomen Zolltarif mit einer längeren Rede, in welcher er betonte, daß Oesterreich.Ungarn absolut nicht daran denke, einen Zollkrieg gegen Oesterreich zu führen, sondern eS sür da! zweckmäßigste halte, daß das Zoll* und HandelSbüuduiß mit Oesterreich erneuert werde.
Paris, 14. Juli. Die Stimmung unter dem Publikum am heutigen National-Festtage ist eine sehr gedrückte. Nur halb soviel Menschen wie sonst sind an den Bahnhöfen, um das Paradefeld zu besuchen.
Loudon, 14. Juli. AuS Washington wird gemeldet, die Nachricht, daß zahlreiche Fälle von gelbem Fieber in der amerikanischen Armee vor Santiago vorgekommen find, hat hier tiefe Trauer hervorgerufen. Das Cabioet wird dringend aufgefordert, die Botschaft der Generals MileS in Erwägung zu ziehen, welche eine Einnahme von Santiago ohne Mitwirkung der Flotte für unmöglich erklärt. DaS Bombardement fei bisher erfolglos gewesen.
Madrid, 14. Juli. Die MinisterkrisiS wird vor- läufig vertagt- infolge der horrenden FriedenSbediugungen Amerikas ist die St'mmung wieder kriegerisch geworden.
Madrid, 14.Jali. Ministerpräsident Sagasta erklärte, er sei überzeugt, daß die Amerikaner in allen Kämpfen zu 1 Lande auf Cuba besiegt werden würden und daß die Amerikaner


