dtreeto» fast fein Leben einbüßte, «arschiren fie in geschloffenen Gruppen und et ist ihnen bei schwerer Strafe verboten, ohne besondere Erlaubntß an-zvtreten. Inmitten de» großes Hofe« bewegen fich Züchtlinge mühsam fort, die wegen eine« graven vergehen« gegen die Hauögesetze -um Settentragen verurtheilt sind. Klirrend schleppen fie ihre schweren eisernen Ketten »ach, die mit besonderen Klammern am Faßgelenk ange« schmiedet find. Zur Sicherheit steht im äußeren Hof während dieser Erholung«zeit da« ganze Wachtcommcmdo in Bereitschaft »nb alle Thore find mit doppelten Posten besetzt. Doch wenn der Hof nach dem Rundgang der Sträflinge auch wieder ver« Ldet dalag, der lange unb breite Flur unserer Wohnung besaß noch eine weitere Anziehungskraft für mich nnb meine Sprelgenofsen, namentlich bei schlechtem Wetter. Er war ber schönste Lnmmelplatz und gar oft tollten wir -um Entsetzen ber guten Mutter wie die wilde Jagd auf demselben umher. An seinem Ende stand ein Riesenschravk, der seit Menschen, gedeukeu hier seinen Platz hartnäckig behauptet hatte. Für »n« war er ein Gegenstand der aufmerksamsten Bettachtnng. Sollte dieser Schrank doch, einem dunklen Gerüchte nach, eine Thür verbergen, die im Nothfall eine schnelle Verbindung »rit der Strafanstalt herstellte. Allein e« gelang un« trotz aller Versuche nicht, hinter diese« Geheimniß zu kommen. Da« Möbelungeheuer war und blttb verschlossen. Dagegen
öffnete fich nm so bereitwilliger meine« Willen eine mit mächtigen Schlössern und starken Riegeln versehene Doppel, thüre, welche unmittelbar au« meinem Schlafzimmer hinan«, führte auf den Ehor der alten AnstaltSkirche, und manchmal — ich will i« gestehen — drangen nicht nur Sonnenstrahlen, sondern auch Orgelklang unb Kirchengesang herein bi« zum Lager eine« Langschläfer«.
Doch hinab in den Garten. Er glich in seiner Au«, dehnnng schon mehr eine« kleinen Park nnb wie« Blumen unb Ziersträucher aller Art, sowie einen reichen Bestand von Obstbäameu rc. auf. Wenn un« Kindern au« naheliegenden Gründen der letztere auch wichtiger erschien, so hatten wir doch Augen für den Blumenflor. Zur Rosenzeit, wenn Alle« ring«uwher blühte und duftete, bildete dieser Gartrn ein kleine« Parodie«. Sein prächtiger Stand war da« Verdienst und der Stolz eine« wunderlich n Alten, dessen braune und schwielige Hände deutlich zeigten, daß fie bei Arbeit nicht an« dem Wege gingen. Obwohl der Grankopf mit dem durchfurchten, glattrafirten Geficht, au« welchem hinter buschigen Brauen ein Paar große blaugraue Augen gar seltsam hervor, blickten, ollem Anscheine nach, die Sechzig überschritten hatte, zeigte sein ganze« Auftreten doch eine seltene Rüstigkeit unb Frische. Den ganzen Garten bebaute er allein unb ohne jegliche Hülfe. Er hatte die Gärtnerei nie erlernt unb doch
waltete er de« ihm anoertrauten Amte« mit großer Umficht und anerkennen«werihem Geschick. Seit Jahr und Tag schaltete er hier unb kannte jeden Strauch, denn er war alt und grau geworden im Sträflmg«klttel?
Wie? I« Sträfling«klttel? Zn dienen, gnädige Frau. Sie habe« einen Zuchthäuser vor fich, der wegen schweren Diebstahl« schon zu« dritten Male in der Strafanstalt ist. Ein Gewohnheitsdieb und dabei — ein wahres Räthfel! Dort, in der Freiheit — ein gefährlicher Einbrecher- hier, in der Haft — ein Muster von Ehrlichkeit. M't Argn«. äugen wachte er Über feinen Garten unb gerieth in keine geringe Wuth, wenn unberechtigte Hände Blumen gepflückt oder Obst entwendet hatten. Ein wunderlicher Kautz, der alte — Verzeihung, ich darf feinen Namen nicht nennen. Niemand that er etwas zu Leide, aber — in feine« Wefen lag etwas Unheimliches. Man konnte sich beinahe fürchten vor ihm, wenn er, wa« nicht feiten geschah, mit sich selber sprach oder in träumerischem Hinbrüten unverwandten Bl ckS in die Ferne starrte. Ich freilich hatte mich gar bald an seine Sonderbarkeiten gewöhnt, denn der Alte war mir gewogen. Die erste reife Erdbeere oder Kirsche, die er entdeckte, wanderte sicher in den Mund seine« kleinen Freundes.
(Schluß folgt.)
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