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16.4.1898 Erstes Blatt
 
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N». 8« Erstes Blatt. Samstag den 18. April 18»S

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

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Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hießen.

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Anrttieher Theil.

Bekanntmachung.

,v i Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntniß, daß der Austrieb zu den Viehmärkten am 19. und 20. I. Mts. erst von 6 Uhr Vormittags ab stattfinden kann. Vor dieser Zett ist das Aufstellen des Viehes auf den Zufuhrstraßen zum Marktplatz verboten.

Gießen, den 15, April 1898.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ____________ I. V.: Roth.

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Berlin, 14. April. Auch die Op'tmisten, die bisher auf die Erhaltung des Frieden» gehofft haben, halten jetzt den Krieg zwischen Spanien und den Bereinigten Staaten für unvermeidlich, weil Spanien unmöglich auf die materiellen Forderungen de» amerikanischen Congreffe» etngeheu kann. Dagegen gilt ein weitere» HiuauSschieben dr» eigentlichen Kriegsausbruches nicht für unwahrscheinlich. Bet der nun offenbaren Stimmung des CongrrffeS wäre jeder Versuch einer Intervention der Mächte auSficht-loS und e» ist auch nicht» Derartige» im Werke. Auch einzelne Mächte werden vorausfichtlich keinen von vornherein vergeblichen Versuch mehr unternehmen.

Stalin, 14. April. Die Verhandlungen der (Son» seren- für auSgletchende Regelung der deutschen vühneuau»sprache wurdeu unter dem vorfitz de» Gene» raliutendauten Graf v. Hochberg um 12 Uhr im Apollosaale de» königlichen Schauspielhauses eröffnet. Al» Delegir»e deS Allgemeinen deutschen Bühneuvere-n» waren erschienen: Sxcellenz Tempeltey (Coburg), Frhr. v. Ledebur (Schwerin) und Emil Claar (Frankfurt) - ferner al» wissenschaftliche Ber- tretet die Professoren Stever» (Leipzig), Sieb» (Greifswald) und Luick (Graz). Schriftliche Vota waren etngegavgen von Seemüller (Jnn-brvck) und Viktor (Marburg.) Als R-fereut fuugirte Professor Sieb». Allgemeine Grundsätze für da» Verhaltniß der Vühnensprache zu den Mundarten, für da» Verhältviß der Sprache de« ernsten Drama» zum Con» versation-stück und für die Aussprache der Fremdwörter wurden einstimmig angenommen. Professor StrverS sprach über den Werth der Phonetik für die Schulung der Schau« sp eler. Die Aussprache ber Laute k, w, s, sch (sp, st), j, r, 1, m, n und h wurde durchberatheu und einstrmmig erledigt.

Berlin, 14. April. Der Kaiser von Rußland über» sandte, wie derPost" au» Kopenhagen berichtet wirb, dem Könige von Dänemark zu dessen Geburtstage durch einen besonderen Cutter eine Gala-Uniform, die der Charge entspricht, welche der König in dem rusfischen Sumgsky Regiment eiuntmmt.

Berlin, 14. April. Wie diePost" gegenüber einer Aeußerung desFigaro" mtttheilt, ist ein weiterer Coll ec» tivschritt der Mächte betreff« de« spanisch-amerkanischeu Covflicte» nicht beabsichtigt. Die Entscheidung über Krieg oder Frieden liege keineswegs bet den europäischen Cabtnetea, sondern allein tn Washington beziehungsweise Madrid.

Homburg, 14. April. Der Kaiser nahm heute vor­mittag den Vortrag dr« Chef» de- Militär CabinetS von Hahoke entgegen und arbeitete sodann mit dem Grafen Wolff Metternich.

Wiesbaden, 14. April. Der Kaiser traf mit Sonder« zug pünktlich um 6 Uhr 20 Mtn. auf dem TaunuSbabnhofe mit kleinem Gefolge dahier ein. In dem am Bahnhöfe er» richteten Pavillon war die Prinzessin Louise zum Empfange anwesend, außerdem der Polizeipräfident Prinz von Rattbor. Der Kaiser, der sehr wohl aussah und Kürasst-runtform trug, fuhr im offenen, zweispännigen Wagen, von der Menge lebhaft begrüßt, durch die reichgeschmückte Wilhelmstrahe nach dem Schloß.

Hamburg, 14. Upril. vor dem Schöffengericht zu Schwmzenbeck wurde heute die PrivatbeleidigungS- klage de» JnlpectorS BrunS gegen den Schwiegersohn des Fürsten Bismarck, den Grafen Rantzau, verhandelt. Die Klage betrifft das bekannte Rencontre, welches Herr BrunS mit dem Grafen am letzten NeujahrStage in Fried- richSruh hatte, wohin er gekommen war, um Erkundigungen über das Befinden de« Fürsten Bismarck einzuholen. Die Verhandlung, in welcher die beiden Söhne des Beklagten, sowie der Prtvatsecretär de« Fürsten BiSmarck, Dr. Chrysander, der Schloßpförtner und ein Weichensteller al« Zeugen ver­

nommen wurden, endete mit ber Berurthetlung de» Grafen Rantzau zu fünfzig Mark Geldstrafe.

ftawen, 14. April.«manu« Bureau" meldet: Die von englischen Blättern gebrachte Meldung, wonach der Nord­deutsche Lloyd feine DampfetSpree" undSaale" au Spanien verkauft habe, ist vollständig unrichtig.

Danzig, 14. April Der im Auftrage de« Norddeutschen Lloyd auf der Schichauwerft hergestellte Schnelldampfer Kaiser Friedrich HL* wird tu der nächsten Woche nach Bremerhaven übergeführt. Seine erste Fahrt nach Newhork trtt er Anfang Mai an.

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Wien, 14 April. Der auf der Bergakademie zu Leoben studirende tartarische Fürst AmeredSztbt ist verhaftet worden, weil er arge Exceffe verübte und dabei die Drohung auSgestoßeu hatte, alle Deut'cheu wie die Hunde utederschießen zu wollen.

Triest, 14. April. Al« eine Anzahl Geistlicher in der Gr. AutoutuS-Kirche über sociale Fragen eine Con« ferenz hatten, sammelte fich eine größere Anzahl Social- demokraten vor der Kirche an. Militär und Polizei schritten ein, wöbe» einige Verhaftungen vorkamen. Nachdem die Ruhe w'ederhergestellt war, konnte die Confereuz ohne weiteren Zwischenfall zu Ende geführt werden.

Czernowitz, 14. April. Hier und im größten Theile der Bukowina ist ein heftiger Schneefall eingetreten. Der Verkehr in ber Stadt und in der Umgegend wird durch Schlitten vermittelt.

Rom, 14. April. CriSpi verkaufte seine Memoiren an einen Londoner Verleger für 300000 Frc«. Die Me­moiren umfaffev neun Bän-e, von denen die ersten beiden noch zu Crtspi« Lebzeiten veröffentlicht werden.

Paris, 14. April. In einer Wahlrede, welche Der ouläde in Angoulvme hielt, behauptete er, e» gebe nur drei Wege zum Heil, die Aenderung bei Verfassung durch einen Congreß, einen Staatsstreich oder einen Straßen- aufstand.

London, 14. April. Nach Washingtoner Meldungen werden die Conferenzen beider Parlamente behufs Einigung über einen gleichlautenden Text beider den Krieg proclamtrendeu Resolutionen nur wenige Tage dauern. Mac Kinley wird sodavn den Resolutionstext an Spanien senden und, da Spanien vorausfichtlich abweisend antworten wird, soll sofort eine Flottendemonstration vor Havanna erfolgen.

Kopenhagen, 14. April. Ein allgemeiner Strtke aller Bauhandwerker, Eisenarbeiter und Pflasterer, der 50000 Mann umfassen dürfte, steht unmittelbar bevor.

Petersburg, 13. April. Die Kaiserin machte heute mit dem Kaiser eine Ausfahrt und besuchte da- Grab deS Kaiser- Alexander III. in der Peter-Paul-Festungskirche.

Madrid, 13. April. Auf dem Internationalen medicintsch en Congreß hielt heute Dr. Paul Frank einen Vortrag über da- Berliner Rettung-wesen und Stabs- arzt Dr. Pannwitz über die Bekämpfung der Lungenschwind- sucht. Große- Interesse erregte ein Vortrag übet die neue Statistik de- deutschen ReichSgesundheitSamteS über die Ursachen der Invalidität.

Madrid, 14. April. Der Minister rat h unter Borfitz der Königin Regentin beschloß, den Termin für die Eröff­nung der Kammern abzukürzen und diese für nächsten Mittwoch eiuzuberufeu. Die Königin-Regentin unterzeichnete da- Decret bett, die Eröffnung der Nationalsubsctip- tiou zur Vermehrung der Flotte.

Madrid, 14. April. Infolge der aus Washington ein- lausenden Nachrichten tagt der Mintsterrath Permanent.

Newyork, 14. April. Die heutigen Morgenblätter find übereinstimmend ber Ansicht, daß, fall- Spanten nicht nach­gibt, es zum Kriege kommen werde.

Washington, 14. April. Die gestrige wüste Prügel- scenr im Repräsemautenhause konnte nur durch da» ener­gische Eingreifen deS alten Bürgerkrieg-Veteranen General Henderson an weiterer AuSdehuung verhindert werden. Der selbe rief mit Donnerstimme in die Streitenden und beschwor dieselben, de« OrteS eingedenk zu sein und ber Welt nicht ein so schändlich:« Schauspiel zu bieten.

Washington, 14. April. Der spanische Botschafter confertrt täglich mit dem hiesigen Rothschild-Agenten. Die» zusammen mit den fortdauernden JnterventionSbemÜhungen ber europäischen Mächte, einschließlich de« Vatikan, stützt ba­umlaufende Gerücht, daß Spanien endlich 250 Millionen Dollar- von einem Rothschild-Syndicat für den Verzicht auf Cuba annehmen werde.

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Dietzen, den 15. April.

KnnßanSpelung. Durch wiederholte Vervollständigung der Gemälde in der Ausstellung im Thurmhau- am Brand umfaßt die gegenwärtige Serie derfelbeu nunmehr eine Reichhaltigkeit, welche einen Besuch gewiß lohnend erscheinen läßt. Gleich beim Eintritt fällt unser Blick auf ein von Knust-Berlin ausgestellte- Gemälde:Porträt Kaiser Wil­helm I.", und e- ist nicht nut das Gemälde, welche- wir bewundern, überall wo uns die Person des hochseligen Helden» kaiserS im Bild entgegentritt, suchen wir die in unserer Erinnerung tief eingeprägten Züge den uns entgegenttetenden zu vereinen, und wir können hervorheben, baß e« bem Künstler gelungen ist, ein lebenswahre- Porträt zu schaffen, welches die Linken scharf zum Au-drnck dringt und in der ganzen Ausführung, die den Kaiser in Uniform, mit vielen Orden geschmückt, zeigt, als ein Prachtstück der Ausstellung gelten kann. BeachtenSwerthe Gemälde find auch diejenigen von FrodeuiuS-Chatlottenburg:Jäger am Bache", Ehrlich-Berlin:Frühling", und Doerrer-Köln:St kommt". Während Lipp»-München unS mit demStenz- gang auf der Insel Lacromo" bekannt macht, stellt Ktause- DreSden drei Bilder aus:Sonntagsfrieden",Jugendlust" undZur Weihnachtszeit", wovon die beiden letztgenannten uns treffend ber Jugend Fröhlichkeit, aber auch das Elend der ärmeren BevölkerungSklaffen zur Winterszeit vergegen­wärtigen. Hungernd und frierend durchziehen drei Kinder die schneebedeckten Straßen, deren älteste- Hampelmänner znm Sauf anbietet, um au- dem kärglichen Erlös womöglich den quälenden Hunger zu stillen. Recht schön ausgeführte LandschaftSbilder, betten wir unsere Anerkennung nicht ver, sagen können, Haden u. A. ausgestellt: Küstner- München: Sommertag", Loeb decke« Braunschweig:Mondaufgang", Boniv Berlin:Am Aorkshire",- ober auch die netten kleinen Bildet, welche so vielfach bevorzugt werden, find vertreten, so durch Hoffmann« Frankfurt a. M.:Herbst- morgen" undMotiv Cronberg im TaunuS", Dieffen- bacher-München:Abend am Bergsee", Lirnpert-Frank« fort a. M.:Landschaft am Bache", Le Feubure-Toelz: Im Loisachtha!", Letz-München:Landschaft", Nuhn» CarlSruhe:Motiv am Bodensee". Ein werthvollr» Gemälde in tadelloser Ausführung, welche- wohl geeignet ist, die Aufmerksamkeit der Besucher auf fich zu lenken, stellt Specht-Stuttgart an-:Fuchsfamilie vor dem Ban". Der alte Reinecke hat al- Ergedniß feine» Raubzuges eine Gan« nach Haufe gebracht, und überläßt diefelbe nun den jungen Füchsen, welche fich mit dem Zerreißen derselben güt« lich rhun. Nicht ganz einwandfrei ist dagegen da- von Lenz-Lübeck ausgestellte Gemälde:Vor der Schule", wett hier die Harmonie des Ganzen durch den Lampenschein stark beeinträchtigt wird. Während die figürliche Darstellung die wünschenSwerthe Lebendigkeit hervorbringt, zeigt fich das Geficht der Mutter und das Haar des jüngsten Kindes wenig natürlich, hier würde wohl da» Gegentheil vonMehr Licht" eine günstigere Wirkung erzielt haben.Dame mit Flieder» strauch" benennt Ella Schulz-Lichtenthal ihr ausglstellte» Gemälde. Etn anmuthigeS junge» Mädchen in leichtem, luftigem Sommergewanb kommt un» entgegen, die schönen Züge von innerer Zufriedenheit verklärt. Die vornehme Ausfassung und die feine Nuancirung machen dasselbe zn einem gern gesehenen Kunstwerk. Epp-München bringt eine Aepfelschälerin" und zweiStudienköpfe", welche drei Ge­mälde als hervorragende Leistungen zu bezeichnen find, das­selbe gilt für die herrlichen Blumenstücke von Nagel-Berlin: Primeln" und Massalien-Dre-den:Mohn". Auch die Stillleben* von Neppel«München und zwei von Ehrler» München wollen wir nicht unerwähnt lassen. Schließlich sei noch auf eine Collection zum Theil sehr schöner Aquarelle aufmerksam gemacht. Dettmann- Charlottendurg bringt deren mehrere, von welchen unsBlaues Interieur" am besten gefällt, ferner E. v. Wedel-München:Motiv am Amersee" und Schram-Klausen:Waldweg",Birken" und Am E sack" (Frühjahr). Die ca. 100 Gemälde, welche die Ausstellung umfaßt, bieten de« Sehenswerthen viel, so daß wir auch diese Gelegenheit benutzen, den Besuch derselben zu empfehlen.

** Der vor 15 Jahren gegründeteVerein hesfischer Lehrerinntn", zuerst unter dem Protectorar der verewigten Frau Fürstin von Battenberg, dann unter dem der Fran Großherzogin, hat durch die danken»werthe Thättgkeit seines Vorstandes und durch Unterstützung zahlreicher Freunle an- allen Kreisen der Gesellschaft einen wesentlichen Theil seiner