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harte. .
x Aus Oberheffen, 14. Februar. Mau ist in neuerer Zeit mit Recht bestrebt, Natioualtrachteu zu erhalten, sowie die immer mehr verschwindenden guten ab en Sitten und Gebräuche kennen za lernen, fie zu studireu und fie durch Schilderungen auch weiteren Kreisen mitzutheilev. Wenn diese alten Sitten und Gebrauche in groben Unfug und Mißbräuche auSarten, wie z. B. die lhearen Leichen, scdmäuse, dann ist eß ganz recht, daß fie beseitigt werden. Sind fie eS aber nicht und halten fie sich in erlaubten Grenzen, so wird man nicht- dagegen einzuwenden haben. Schon um die Zeit von Christi Geburt haben tue Römer am Rhein und in der Wetterou gehaust. Die fruchtbare Wetterau wurde von den Römern mit zahllosen Castellen geschützt und mit vielen Kunststratzen durchzogen, wie die Ausgrabungen bet den Bahnbauten in den Jahren 1896 und 1897 bewiesen haben. Sie tritt aber auch schon um da» Jahr 790 nach Christi Geburt urkundlich auf. Kaier Karl der Große schenkte dem ausblühevdeu Kloster Falda um da» M11 t Jahr 790 die Wetterauer Dörfer Biss?», Bingenheim, Blo- Bemerkt sei I selb und Leidhecken und bald darauf fügte er noch Echzell bet; ferner ergänzte sein Sodn, Ludwig der Fromme, durch Urkunde vom 10. August 817 die Schenkung durch Httuu- defien sügung von Dauernheim, und zuletzt gab Karl der Dicke tm 1 Jahre 885 noch Berstadt. Alle bleie Orte zusammengenommen, nämlich: Berstadt, Echzell, Gettenau und Reichet». ut w „ . ,w heim auf dem rechten Horloffufer, sowie B.ffes, Bingerhe'-m, ei» d'.r Einleitung Blofeld, Dauernheim und Letdhecken aus dem linken Horloff.
mit dem Schauspiel .Lorbeerbaum und Bettelstab vor Augen geführt wurden, sagen. Es war aber ein be- sonderer Aet der Ehrung für den Schöpfer dieses Werke», den Dichter Carl von Holtet, besten Eentenar. Geburtstagsfeier in den jüngsten Tagen an den größeren Stätten seine» Wirken» gefeiert und seine Verdienste al» Schriftsteller und Dichter gewürdigt wurden. Unsere raschlebige und dabei fortwärt»schreitende Zeit etftonnt bei der Aufführung eine» vor wenigen Decennien geschaffenen Werkes über die in demselben verherrlichten Ideale feiten» eine» Character», welcher ob der Brrkennung seine» Dichtertalents zu Grunde geht. Heutzutage kommt solch überschwängliche Schwärmerei^ nicht mehr vor und obwohl ja Ausnahmefälle die Regel bestätigen, so werden solche treffend mit Größenwahn bezeichnet, der dann allzuleicht ohne den Halt vernünstiger Anschauungen zu völligem Wahofinn fich gestalten kann. DaS gestern anfgc« führte Drama Holte!» behandelt den Untergang eine» jungen, vielversprechenden, aber ob seines Talent» fich auch über, schätzenden Dichter», dem daS Schicksal wohl zuerst den Lor- beer zu weiteren Erfolgen, daun aber, nach Erlahmung der Kcäste durch Verkennung und Nichtförderung seine» idealen Streben» feiten» der nüchternen verständnißlosen Mitwelt, den Bettelstab reicht. ES ist ein ergreifendes Lebensbild, da» der Dichter allerdings nur in der Hauptperson, sowie in dem Nachspiel dramatisch wirksam aurzugeftalten vermochte. In der Grnndstimmung weich, stellenweise recht sentimental angelegt, offenbart e» eine frische Auffaffung de» wirklichen Leben», leidet jedoch wie so viele zu gleicher Zeit entstandene Stücke an allznbrett angelegten, den Hörer ermüdenden Details. Die Wiedergabe des Drama» gab nur dem Darsteller der Hauptperson, de» Schriftstellers Heinrich, Gelegenheit, fich befouder» au-zuzeichnen. Herr Emil Janson war damit betraut und hatte zugleich die Ehre, als Bene, ficiant an diesem Abend aufzutreten. Schreiber dieses hatte schon öfters Gelegenheit, sein Talent, feine künstlerische Be- fähigung in schwierigeren Rollen al» der beß Schrifsteller» Heinrich lobenb zu erwähnen; auch der gestrigen Leistung ist unumwunben Lob und Anerkennung zu zollen. DaS vollendete in der Darstellung psychischer Momente, bie völlige
nach bei letzten Schenkung, erscheint eine Burg Bingen- heim, aber noch kein Dorf. In dieser Burg wurde dreimal jährlich Gericht gehalten und bei Metern Gerichte mußten olle Freigeborene de» DistrictS .ungeboten" d. h ohne Vor- ladung erscheinen und zwar nicht bloß auS der Fnlbtichen Mark, sondern auch aus den Übrigen fuldischen Orten z v. Florstadt und Grundschwalheim. Da» Kloster Fulda blieb ungefähr 500 Jahre im Besitz dieser schönen Mark, dann gab eß einzeln- Stücke ab an die Herren von Ziegenhain und Nidda, von Münzenberg und Falkenftein. Daß be- deutende Gericht verlor sein Ansehen und sank zu einem Markgericht herab. Dieseß wurde ebensall» in Bingenheim und zwar vor dem Rathhause unter den „biet Stuben" gehalten. Die letzte dieser drei Linden wurde in den dreißiger Jahren des laufenden Jahrhundertß weggehauen; es leben noch Leute, die fich de» altehrwürdigen Baume»
•* H. Stabttheater. Eß war gerade kein groß Er- götzen fich in den Geist bet Zeiten zu versetzen — so kann man wohl in Bezug auf die Zeiten, die un» gestern Abend
Locale» und Provinzielle».
Gießen, den 15. Februar 1898.
*• Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten. Versammlung Donnerßtag den 17. Februar 189 8, Nachmittags 3i/t Uhr: 1. Anlage eines direeten Weges vom pathologischen Institut nach der Frankfurterstratze. 2. Baugesuch der Baugenoffenschaft des Evangel. Arbeitervereins für die Hillebrand- und Crednerstraße. 3 Errichtung einer Eishalle fetten» de» Emil Schwall auf dem sogen. Sandfeld. 4. Anlage eines neuen Friedhofes; hier Kosten- Voranschlag. 5. Erweiterungsbau bet dem Realghwnafium; hier: innere Einrichtung deffelben. 6. Die Anlage eines Lagerplatz-»; hier: Verlegung des bestehenden. 7. Einführung der Wasserleitung im Poltzeigebäude. 8. Pflasterung der Frankfurterstraße zwischen der Oberhesfifchen Eisenbahn und der Wilhelmstraße. 9. Abhaltung der Biehmärkte; hier: Beschaffung eines Kraukenstalleß. 10. Errichtung eine» Au»- fichlSthurme» auf der Hochwarte. 11. Gesuch de» Ehr. Bllkrr nm Erlaubniß zum Wirthschaft»betrleb im Hause Bl-ichstrahe 29. 12. De»gl. be» G. Keller im Hause Grün bergerstraße 32. 13. Gesuch be» Frtebrich Hamer um Er- thetlung bei Eilaubulß zum AuSschank von Flaschenbier. 14 Gesuch beß Jultuß Bräutigam um Erthetlung der Er- laubntß zum Branntweinveikauf über die Straße tm Hause Bleichstraße 21. 15. Desgl. beß Phtl. Herrmann i« Hause Lubwtgstraßr 20.
•• Der Provinzial-AuSschuß der Provinz Oberhesie« hielt am 12. b. Mt». eine öffentliche Sitzung ab, worin biet Gegenstänbe zur Verhandlung kamen. Flaschenbterhändler Georg Diehl aus Otterbach im Kreise Alßfeld ist im Besitze einer Concefftou zum Ausschank von Branntwein über die Straße; er hat diese Erlaubniß jedoch mißbraucht, indem er in drei Fällen Branntwein und Bier zum alsbaldigen Genuß in seinem Hause verabreichte, wofür er gerichtlich bestraft wurde. DaS Großh. Kreisamt Alsselb erblickte hierin einen Mißbrauch der ertheiltru Coneeffion und beantragte bei dem Proviuzial-Außschuß die Zurücknahme derselben. Der Georg Diehl war in der Sitzung durch einen Anwalt vertreten, der in der Handlungsweise des Diehl nur ein vergehen erblickte, welches gerichtlich mit kleineren und größeren Geldstrafen, auch mit Freiheitsstrafe geahndet werden könne, das aber nicht geeignet fei, die erthellte Concefftou zurück- zuzteheu, da namentlich da» Gewerbe nicht zur Förderung der Bölleret mißbraucht worden sei. Der Vorsitzende stellte aus den Acten fest, daß Diehl in einem der drei Fälle an drei Personen, die in angetrunkenem Zustande in sein Hauß kamen, Getränke zu sofortigem Genuß verabfolgte. Der Provinzial-AuSschuß erkannte auf Entziehung der Concefftou. — Der OrtSarmeoverband Salzwedel klagt gegen den OktSarmenoerband OberBreibenbach aus Ersatz von Kurkosten für den Max Damke, der bet einem dortigen Carouffelbefitzer in Arbeit stand und in der Klinik zu Marburg krankheitshalber verpflegt werden mußte. Salzwedel behauptet, Damke sei in einem stehenden Gewerbe beschäftigt und somit am Sitze des Gewerbebetriebs krankenverficherungs- pflichtlg gewesen, eß habe demnach die G.erneinbe-Kranken- Versicherung auch für die Kurkosten aufzukornnren; die Gemeinde könne fich mit der Forderung wieder OP den Gewerbetreibenden halten. Der Bürgermeister ooi? Ober- Breidenbach erklärte in der Sitzung, daß der Carouffe^efitzer Im genannten Orte ein Gewerbe nicht ausübe, sondertt nur auswärts auf Jahrmärkten und Ortschaften den Sommer über fein Geschäft betreibe und hierzu Leute annehme, b.'e öfter wechselten. Den Winter über sei bet Besitzer zu Hause, und beschäftige Niemand. Der Provinzial-AuSschuß wies die Klage zurück und verurthetlte die Gemeinde Salzwedel in die Kostcn und zur Zahlung von 10 Mk. an die Provinzial- kaffe. — AIS letzter Gegenstand kommt eine Klage beß Orts- armenverbanbeS Frankfurt gegen den Ortsarmeuverbanb Holzheim zur Verhandlung. Es handelt fich um Ersatz von Pflegekosten für Mathilde Grünebaum aus Holzheim, welche in Frankfurt a. M. wegen Rheumatismus verpflegt werben mußte. Die Genannte diente feit 1891 in Frankfurt a. M., war aber niemals längere Zeit in einer Stelle und dann häufig in den Zwischenpausen zu Haus, um ihre Sachen zu reparireu oder abzuwarten, bi» sich eine neue Stelle für fie gefunden hatte. Die Klage behauptet, daß ein Unterstütziingswohnfitz in Frankfurt nicht erworben worben sei, während die Grünebaum im Termin angibt, fie habe fich seit 1891 stets in Frankfurt aufgehalten und sei nur vorübergebend zu Haus gewesen, habe aber immer ble Absicht gehabt, nach Frankfurt zurückzukehren. Der Anwalt des beklagten Armenverbanbeß, Rechtßanwalt Jost, hält ble Klage für hinfällig, ba bie Gtünedaum ununterbrochen in Frankfurt sich aufgehalten habe, ble Aufenthalte in Holzheim nur ganz vorübergehenbe gewesen seien und ben Character eia eß Be- sucheß hätten, unb baß beßbalb ble Klage abzuweisen sei, mindestens boch bie Krankenkaffe in Frankfurt für 13 Wochen aufzukommen habe. Der Provinzial-Ausschuß hat hierauf die Klage abgewieseu und Frankfurt In die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines Averfionalbetrags von 25 Mk. zur Provinztalkaffe verurthetlt.
Prinz umkehrte, ertönte vom Pont Neuf her lautes Geschrei. Zola kam In feine« Wagen an. Die Polizei drängte da» Publikum sofort zurück unb Zola gelangte ohne Zwischenfall in den Jaftizpalost. Beim Erscheinen bei al« Zeugen auf. tretenden Offiziere brach daS Publikum n die Rufe ans „Es lebe die Armee! Es lebe Frankreich l «ährend.Oberst Ptcquart theils mit Rufen: „Hoch Ptcquart! th eil» mit „Nieder mit Picqaart! Nieder mit den verräthern! em* pfangen wurde. „ , _
Newyork, 14. Februar. Opernsänger Behren» ist gestorben.
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Worte thatsächlich ewige Geltung haben oder nicht durch neue ersetzt werden müffen. Dadurch unterscheidet sich Nietziche von allen früheren Philosophen, daß er die Art seiner Kritik nicht an die allgemeine Weltanschauung legt, sondern uns zwingen will, unsere Moralbegriffe „umzudeukeu". Um die historische Stellung dieses eigenartigen Denkers zu charocterifiren, gab Dr. Horneffer eine kurze, aber höchst lichtvolle Skizze bei nachgiiechischen Philosophie, von bet Scholastik an bis zu den großen metaphyfischen Systemen eine» Hegel und Schopenhauer. Eine Fülle von Stoff war hier in der übersichtlichsten Weise auf ein kleine» Zeit- und Raummaß zusammen- gedrängt. Ein ausführliches Referat behalten wir un» vor biß nach dem zweiten vortrage. Heute nur so titel, daß der Redner In jeder Weife die Erwartungen rechtfertigte, die ihm vorauSgegangen waren. m-
•• Kriegerkameradfchaft Haffia. Die Kriegervereine Flonheim mit 37, Göbelnrod mit 19 unb Atzenhain mit 22 Mitgliedern wurden in den Laudesverbanb bet Kriegerkameradfchaft Haffia" ausgenommen unb ersterer bim Bezirk Slzih, bie beiden letzteren dem Bezirk Grünberg zu- getheilt. — Die auß bem Vertragsverhälmiß mit der Feuer- tierficherungßgefellfchaft „Providentia" dem verband zufallende Bonifikation beträgt für daß Vorjahr 17 069.04 Mark und gelangt demnächst zur Hälfte an die Verbandßvereine zur Bertheilung. Die Vergütung hat dleßmal eine außergewöhnliche, noch nie dagewefene Höhe erreicht.
•• Die Arbeiten an Bieberthalbahnban, fo wird un» au» Rodheim mitgetheile, schreiten auch dort rüstig vorwärts. Man '.st gegenwärtig mit der Ausschachtung der Haltestelle beschäftigt. Dieselbe kommt am Emgang des Dorfes, der Schmitte gegenüber, zu liegen, von hier auß nimmt die Bahn ihren Lauf quer durch den Wiesengrund an bei „Schmitter Mühle" unb muß birselbe bie beiden Flußbeite deS Biebribaches übeischreiten, woselbst man mit bem Brücken- bau bereits begonnen hat. Letztere Arbeiten führt Maurermeister Steinmüller von Rodheim aus.
•• Entlassung der Reservisten. In diesem Jahre ist btt späteste EntlassungStag bei 30. September. Bei den- jenigen Truppentheilen, welche an ben Herbstübungen theil- nehmen, hat die Entlaffung bet zur Reserve zu beurloubenben Mannschaften in bei Regel am zweiten, ausnahmsweise am ersten oder dritten Tage nach Beendigung derselben bezw. nach dem Eintreffen tn den Standorten stattzufinden. Abweichungen hiervon können das KriegSministeriuM unb In Bezug auf einzelne Mannschaften ble General Commanbos verfügen. Die am 3 Mai 1898 zum letzten Male zu halb- jähriger aedtiet Dienstzeit zur Einstellung gelangenden Train- foldaten sind am 31. October 1898, die Traingemeinen, sowie die Oecouomie-Handwerker am 30. September 1898 zu entlassen.
W. Burkhardsfelden, 12. Februar. Ein imposanter i Lampionzug bewegte sich gestern Abend durch die Straße« des Dorfes nach dem Schulhaufe hin. Es galt dem nach i Lampertheim versetzten Lehrer Gerstenmai er eine Ehrung zu bringen. Nachdem der Gesangverein „Liederblüthe" einige Abschiedslieber vorgetragen hatte, ergriff Herr Gerstenmaiet mit bewegter Stimme baß Wort, um für die bargebrachte Ovation zu danken, und von dem Verein, ben er bißher dlriglcte, Abschieb zu nehmen. Ungern sieht man ben Lehrer scheiden, bet sich hier währenb feiner neunjährigen Amiß- ihätigkelt einet auhetotdentlichen Beliebtheit Aller zu erfreuen
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künstlerische Reife hat Herr Janson -wat noch nicht errungen, aber seinem Fleiß unb seinem Streben nach Erreichung eine» solchen Ziele» wird es auch gelingen dahin zu gelangen. I Deshalb beglückwünschen wir ihn zu dem gestrigen Erfolge, I sowie zu vielen noch folgenbeu. Um noch auf bie Wiedergabe I seine» Heinrich zurückzukommen, so ist besonder» zu erwähnen, I daß er e» verstanden, diesen Character in seiner ganzen I idealen Gedaukensphäte Zug für Zug treffend unb natürlich I wieberzugeben; burch maßvolle Steigerung bet Begeisterung, I der Leidenschaft, der Empfindung wurden die einzelnen ©eenen I zu mächtiger Wirkung erhoben. Da» Beste leistete der Künstler jedoch tn dem Schlußact, wo seine Darstellung de» I bettelnden, vom Wahnsinn umnachteten Dichter» wahrhaft I erschütternd wirkte. Dieser Schlußact ist Überhaupt da» I vollendetste am ganzen Werte und verleiht diesem einen I herrlichen, mächtigen Eindruck schaffenden Abschluß, ja er versöhnt Über so manche» in den vorhergegangenen Acten zu I viel oder zu wenig Gesagte. — Da» leider nicht allzu zahl- I reich erschienene Publikum verfolgte den Verlauf der Handlung mit großem, anhaltenden Jntereffe und ehrte den gefchötzten Beneficiauten für fein gutes Spiel durch stürmt- scheu Beifall und am Schluß durch mehrfachen Hervorruf. Auch die Üblichen Kranz und Bouquetspenden fehlten nicht. Frl. Würdig, als de» Schriftsteller» Frau Mathilde, gab überzeugend das liebende, die Ideale ihre» Manne» hoch- haltende, von kommenden Erfolgen und Glück überzeugte Weib. Die übrigen Mitwirkenden waren bemüht, ihre Rollen zu bester Geltung zu bringen, was besonder» Frl. Mar lof s (AgneS), Frl. v. Winter stein (Henriette), Herrn Fr itzsch- lcr (Assessor v. Grund), Herrn Liebscher (Baron Amsel), > sowie Herrn Doser, der eine gut gezeichnete Figur beß alten Gärtners Balzer bot, gelang. Der Wirth beß Herrn Fellner war in Haltung und Benehmen so unnatürlich, wie seine dabei geführte Sprache.
•• Stadttheater. Wir wiesen gestern bereitß auf baß heute erfolgende Gastspiel des Herrn Hermann Jaritz vom Königlichen Hoftheater in Cassel hin. Herr Jaritz spielt in Sudermann» „Glück im Winkel" den „Röcknitz", eine ferner vorzüglichsten Leistungen, über welche die gelammte Kritik sich in lobendster Weife außfpricht, unb HerrnJaritz all einen der bedeutendsten Interpreten dieser eigenartigen Roll^ bezeichnet. - Auf baß Gastspiel beß Herrn Hacker von i)armstadt, welcher am Donnerßtag hier den „Hamlet spielt, gerben wir morgen zurückkommen. — Bemerkt si noch, daß zu bem Gastspiele beß HerrnJaritz °m Mittwoch AbonnttwrntbllletS ohne Zuzahlung Gültigkeit haben. Nietzsche-Bortriige. Herr vr. Horneffer, gegenwärtige» Domizil Darmstabt ist, eröffnete gestern bie Reihe seiner Borträge mit einem von vorwiegenb gründ legendem Chctracter, der in der Frage gipfelte: Wer war N/etzfche uiud «aß wo Ute er? I ^wurden zufammen, weil fie dem Kloster Fulda gehörten,
L -in- Z* I d!- genannt. »-„45 Jchre
e,nft genommt?’ tu werden verdiene, denn er selbst h-t e» nußervrdentl.ch e?°st mit feine« Hufaaie genommen, et war stch der 8etant»oti1tung, die er mit derselben auf st» lud voll bewußt. Da. Beschmutzen und Betkitineru, da, Reden von dem „verrücktefv" Nietzsche sollte endlich aushSren. In welcher Weise tafcr Nietzsche die Bedeutung eine, Phil-Ivpdeu, und damit leine eigene ans? Nicht all die eine! Mannes, bd über die ®tngt: nur nachdeukt, sondern al» eine» Führers und Leiter» tu HSI4-r-n Zielen. Da, Ethische überwiegt be Weitem tat Erkeu^lnißthe-retischei Nene Worte aus neue Tafeln s'ch reiben. Da» erkannte er a 8 feine Ausgabe. Und ,u Diesem Zweck stellte er sich .jtnseit» von gut und böse." D-»s h-i°t «icht etwa, wie e« so oft miß. deutet worden ist, t'<>6 die SchStzung nach .gut' und zböse nun überhaupt Jegiii-faHen hätte eine Philosophie °h°- Moral ist undenkbar, nur d"- Untersnchung gilt e», ob die früheren


