-ustellendeu Anfchlaglsuwmru, nach den Borschriften bei gegenwärtigen Gesetzes zv berechnen ist. Bet der Berechnung der penfionsfähigeu Dienstzeit derjenigen Beamten, deren Anstellung dal Bestehen einer Prüfung nicht zur Voraussetzung hat, kann auch diejenige Zeit in Anrechnung gebracht werden, während welcher sie nach Vollendung del 33. LebenjahreS bei einer staatlichen Behörde gegen Remuneration oder Tagegelder dienstlich verwendet waren. Bei den Beamten der vorbezeich- orten Art darf auch diejenige Dienstzeit, deren Anrechnung durch Art. 19 bei Gesetzes vom 9. Joni 1898, bie Besoldungen der Staatsbeamten betr., zugelaffen ist, erst von der Vollendung der 33. Lebensjahre! ab gerechnet werden. Erleidet ein Beamter ohne sein Verschulden in Ausübung oder au! Veranlaffuug der Ausübung seine! Amte! einen Unfall, der ihn dienstunfähig macht, so können dem Ruhegehalt 20ZpCt. bei penfionsfähigeu DtensteinkomwenS bi! zu besten vollem Betrage zugesetzt werben. Die Vorschriften bei Gesetze! vom 26. März 1897, bie Fürsorge für Beamten infolge von Betrieblunfällen betr., bleiben unberührt. Auf die in brr Verwaltung der Hesstsch-Preußsscheu Eisevbahngemeiu- schäft angestellten hesstscheu Beamten stoben die Bestimmungen diese! Gesetze! keine Anwendung. Aufgehoben werden: der Art. 14 bei Edict vom 12. April 1820, bie öffentlichen Dienstverhältoiffe ber CivilstaatSbeamteu betr., ba! Gesetz vom 10. Mai 1875, bie Penfionirung der auf Wiberruf ao- gestellten Beamten betr., ber Sbs. 5 bei Art. 9, ber Abs. 8 beS Art. 11 bei Gesetze! vom 30 Juoi 1886, da! Civil- diener Wittwen-Jostitut betr. An Stelle von Abs. 3 und 4 de! Art. 9 deS Gesetze! vom 30. Juni 1886, da! Civildieuer- Wittweo Institut betr., treten folgeube Bestimmungen: Abs. 3: Währenb der ersten fünf Jahre bet Anstellung der Beamten beträgt dal Wittwengeld 30 pCt. desjenigen Ruhegehalts, welcher dem Verstorbenen nach den Bestimmungen de! Gesetze! vom 27. Nov. 1874, die Revision der Bestimmungen Über die Versetzung der Civilbramtea in den Ruhestand betr., und den Bestimmungen de! gegenwärtigen Gesetze! bewilligt worden ist, ober hätte bewilligt werden können, wenn er am Todeitage in den Ruhestand versetzt worden wäre. Abs. 4: Da! Wittwengeld soll jedoch, unbeschadet der io Art. 11 und 13 enthaltenen Beschränkungen, nicht unter 216 Wk., bei Besoldungen bi! einschließlich 2500 Mk. mindesten! ein Fünftel der Besoldung und bei höheren Besoldungen mindesten! 500 Mk. betragen.
** Gegen die Zigeuverplage. Der Abgeordnete Dr. Schroeder hat an Großherzogliche Staatsregierung die Anfrage gerichtet: Können nicht wirksamere Maßregeln ergriffen werben gegen das schon länger im Lande überhandnehmende und vielfach als Plage empfundene Umherziehen der Zigeuner und dergleichen ziellos sich herumtreibenden Wandergesellschaften? — In der Begründung dieser Anfrage heißt es: Wenn auch staatsrechtlich nicht leicht gegen die Zigeuner, welche sich umhertreiben, einzuschreiten ist, sofern dieselben sich z. B. als Unterthanen von Oesterreich-Ungarn legitimiren, so kann doch polizeilich untersucht werden, welchem Staate diese Leute angehören, ob sie den Vorschriften der Fremdenpolizei nicht entgegen handeln u. s. w. Jedenfalls kann manchem Unfug durch strenge polizeiliche Ueberwachung vorgebeugt, oder nachhaltiger gesteuert werden, wenn die Sicherheitsbehörden erneut und streng angewiesen sind, unnachsichtlich gegen solche Leute in jedem Uebertretungsfalle vorzugehen. In dem benachbarten Rheinbayern, wo dieselbe Erscheinung wie in Hessen sich vermehrt zeigte und als Landplage, wie bei uns, angesehen wird, sollen neue und strengere Anordnungen an die Königlichen Bezirksämter und deren sorgliche Ausführung einige Abhülfe und Besserung diese! Mißstandes gebracht haben. Auch unsere höheren Verwaltungsstellen sind in dieser Richtung da und dort thätig gewesen, aber ein dauernder Erfolg davon wird, zum Schaden besonders unserer Landbewohner, seltener bemerkt.
•• Der 7. hessische Städtetag, deffen Aulgang namentlich die Lehrer der fünf Städte Mainz, Offenbach, Darmstadt, Worm! und Gießen mit großer Spannung entgegensahen, ist ohne den gewünschten Erfolg, die Erzielung einer einheitlichen Scala in den Gehaltssätzen ber Lehrer ber fünf genannten ©tSbte, auleinaudergegangeu. Die Lehrer müssen dir! um so wehr bebauern, all sie nun schon ein Jahr lang der Erfüllung ihrer gerechten Forderungen harren, während ihre Collegen an den höheren Schulen bereit! seit de« 1. April 1897 Genuß einer besseren Scala find. Der Grund, warum die gewünschte Einigung auf dem Städtetag nicht erzielt werden konnte, war der, daß die Gehaltssätze de! Haupt- referenten den Vertretern ber anberen Städte al! zu niedrig erschienen. Hätte man die von Herrn Oberbürgermeister vr. Gaßuer-Mainz ausgestellten Gehaltssätze vorgeschlagen, so wäre wohl eine Einigung, und zwar im Sinn der Petenten, zu Stande gekommen. Die Angelegenheit soll nun in jeder Stadt besonder! geregelt werden. Die hiesigen Lehrer haben zu ihrer Stadtverwaltung dal feste vertrauen, daß diele, wie bei der Neuregulirung der Gehalte im Jahre 1878, so auch jetzt Wux den anderen hessischen Städten nicht zurück, bleiben wird.
Stadttheater. Aul dem Theaterbureau geht nnl bie Mitteilung zu, daß am nächsten Sonntag ben 18. d. M. öie Grohh. Hosschauspielerin Fräulein FriebaEichellheim vom Darmstädter Hoftheater im hiesigen Stadttheater -In -«-mal,„«Gastspiel al, „Klafrc« In George O^e», Hüttenbesitzer" abso'viren wird. — Die gestrige zweite Anfführnng del Philippi'schen ,«rbe* toar leider nur schwach besucht und ließ vermuthlich dewzusolge auch °on Seiten einzelner Darsteller zu wünschen übrig. k u Eefitzvechsel. Fuhrunternehmer Herzberger kaufte das Hau! del Agenten Herrn Her«. Vogt in ber Ludwig- straße zum Preise von 36 250 Mk. 8
* Erledigte Lehrersielleu. Erledigt find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ginlheim, Kreil Groß Gerau. Eine mit \ eine« evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber r Gemeinbeschule zu Angenrod, Kreil Alsfeld. Die mit einem ‘
evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Ge meindeschule zu Wohnfeld, Kreis Schotten. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendicnst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Geweiudeschule zu Schwanheim, Kreil Bensheim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Musterschule zu Friedberg. Eme mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Auerbach, Kreil Benthrim. Mit der Stelle ist Organistenqienst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langen, Kreil Offenbach. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gütterlbach, Kreil Erbach. Mit ber Stelle ist Organisteubienst verbunden. Dem Herrn Grafen zu Erboch-Fürstevau steht bas Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pfungstadt!, Kreil Darmstadt. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ilbenstadt, Kreil Friedberg. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Grafen zu Alt Leiuingen Westerburg in Ilbenstadt steht dal Präsentationsrecht zu derselben zu. Särnmt« lich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt.
* * Wetterbericht. Dal gestern an der norwegischen Küste gelegene Mtu.rnuva ist bet gleichzeitiger Zmahme seiner Tiefe bi! zum finnischen Meerbusen fortgeschritten. Auf ferner Rückseite ist das Barometer ralch erheblich gestiegen, so daß die Drnck Unterschiede vom Depresfionö-Lrntrum au! in westlicher und südwestlicher Richtung neuerdings sehr bedeutend geworden find. Im Gebiet der Ostsee sowie über Skandinavien herrschen daher wieder schwere Stürme. Auf unserem Gebiet trägt die Witterung einen unbeständigen, jedoch noch immer milden Eharak:er. Theilweise treten Niederschläge auf. — Voraussichtliche Witterung: Fortdauer del unbeständigen Wetters.
□ Darmstadt, 13. December. Im Hof Heater wurde heute oaS letzthuz vielgenannte und mit lebhafter Reclame von Berlin au! gepriesene Schauspiel Felix Philipp ! „Da! @rbe" unserem Theaterpublikum zum ersten Mal vorgeführt. Im Mittelpunkt bei Ganzen steht der Geh. Eommerzienrath Sariortul, al! welcher Herr Heine eine vollgültige, unüder- trrff-iche Leistung bot. Die sonst noch irgendwie erwähnen!- toeitb vortretenden Rollen waren besten! vertreten. Da! Stück fand außerordentlich beifällige Ausnahme.
«NB bet Seit für bU KE,
Vor 153 Jahren, am 15. December 1745, siegten die Preußen unter Fürst von Anhalt-Dessau (dem alten Dessauer) in der Schlacht bei Kesselsdorf über die österreichisch- sächsische Armee. Bald darauf nahm Maria Theresia die Bedingungen bei Friedens von Dresden an, wodurch Friedrich im Besitz von Schlesien und Glatz blieb und der Herzog Franz Stephan als Kaiser anerkannt wurde.
Schwurgericht.
W. Gießen, 44. December 1898.
Den Borfitz in der heutigen Verhandlung, die gegen den Stationlasfistenteu H. A. Edmund Bussin au! Nieder- Wöllstadt wegen Verbrechen im Amt gerichtet ist, führt Land- gerichtlrath Müller. Die Anklage vertritt Ober-Staat!- anwalt Dr. Güngerich. Die Bertheidignng führt Rechtsanwalt Kraft. El find 6 Zeugen und ein Sachverständiger zu hören. Der Angeklagte erklärt, 31 Jahre alt und nn bestraft zu fein. Er habe mit dem 23. Jahre ein arme! Mädchen geheirathet, welche! ein schwere! Wochenbett durch zu machen gehabt, wodurch der Angeklagte tu Schulden ge- rathen sein will; er sei bi! Ende 1896 in Hanau mit einem Gehalt von 1500 Mark angestellt, dann nach der Station Nieder-Wöllstadt mit 1700 Mark Jahreigebalt versetzt worden. Der Angeklagte bemerkt, daß über ein Jahr lang, damals al! seine Fran da! schwere Wochenbett hinter sich und der größten Pflege und Ruhe bednrst hatte, sein Houlhalt aus 8 Personen bestanden habe, und er sei gezwungen gewesen, für Doctor, Apotheke, Metzger und Kaufmann Schulden zu machen. Der Angeklagte gesteht zu, zwischen 550—600 Mk. Gelder, die er amtlich in Empfang genommen, unterschlagen zu haben und die zur Controlle geführten Bücher und zwei Register unrichtig geführt und verfälscht zu haben. Der Angeklagte hat Arbeiterfahrkarten, die er in Reserve gehabt, zu Geld gemacht, ohne die Einträse in die Bücher darüber zu machen. Außerdem hat Bussin 20 Arbeiterinnen verkauft, jedoch nur 10 al! verkauft in die Bücher und Register eingetragen, für die anderen 10 hat derselbe da! Geld unterschlagen. Dieser hinterzogene Betrag ist jedoch vom Angeklagten gedeckt worden. — All Sachverständiger wird der Etsenbahu-Berkehrl'Jnspkctor Heinrich Wilhelm Klemm-Frankfurt am Main vernommen. Derselbe giebt den Geschworenen ein anschauliche! Bild, wie der Bezug ber Fahrkarten für die einzelnen Eisenbahnstationen vor sich geht. Stationl-Borsteher Landmann von Nieder-Wöllstadt bemerkt, er habe dienstlich über den Angeklagten nicht zu klagen gehabt, derselbe sei von Gläubigern hart bedrängt gewesen und deßhalb habe er dem Bussin nicht getraut. Der Bor- steher will von Hörensagen wissen, daß der Angeklagte über seine Verhältnisse gelebt hat, er kann aber keinen Gewährsmann angeben der ihm dies mitgetheilt hat. — Der Ober- staatsanwalt erklärt, er wolle der Ehefrau bei Angeklagten ersparen, hier in dieser Sache al! Zeuge zu erscheinen und wolle auf deren Vernehmung verzichten. — Der Station!- j asfistent Zimmermann au- Frankfurt a. M. erklärt, er kenne j ben Angeklagten von Hanau her, berfelbe sei solid und habe für fich keinen großen Bedarf gehabt. — Dr. Kuhn pract. Arzt au! Aschaffenburg hat die Ehefrau Bnsfin 1893 während ihre! laugen Krankenlager! behandelt. Es sei glaubhaft, daß
’ diese Krankheit der Frau die Familie in Schulden gebracht : habe. — Die an die Grschwoleueu gerichtete Schuldsrage lautet: auf Unterschlagung im Amte und unrichtige Führung der zur Controlle bestimmten Bücher und Register. Außerdem hat dal Gericht von Amtlwegen die Frage von mildernden Umständen an die Geschworenen gerichtet. — Ober-Slaarl» onmalt Dr. Güngerich plaidirt auf Bejahung der Schuld- frage, ober auch auf Gewährung der mildernden Umstände.
• — Der Bertheidig'.'-, Recht-auwalt Kcast empfiehlt cbevfall! den Angeklagten oer Milde der Geschworenen. — Oberst- lieutenant t. P. Winter-Gießen verkündet al! Obmann der Geschworenen deren Wohrspruch dahin: Der Angeklagte 'st schuldig de! ihm zur Last gelegten verbrechen!, doch find ihm mildernde Umstände zu bewilligen. — Ober-Staatsanwalt Dr. Güngerich beantragt hierauf, auf eine Gefä^gnißstrafe von 8 Monaten zu erkennen. Rechtsanwalt Kraft bittet um eine milde Strafe und um Haftentlassung feine! Clienten, damit derselbe seine Verhältnisse im Interesse seiner Familie ordnen kann.
Dem Anträge wird von Seiten de! Staatlanwaltl, ba bei der Höhe der Strafe Fluchtverdacht vorliegt, widersprochen. Da! Urtheil lautet auf 7 Monate Gesängniß, unter Aarech- nung von 1 Monat der erlittenen Untersuchungshaft. Dem Antrag der Haftentlassung konnte nicht entsprochen werden.
Vermischtes.
Würzburg, 11. December. Die bekannte Maschinenfabrik von König und Bauer, in der die erste Schnellpresse gebaut wurde, verlegt im nächsten Jahre ihren Betrieb nach Würzburg, da ihre bisherigen Räume in dem ehemaligen Kloster Oberzell zu klein geworden find. Zuerst bestand die Absicht, das ganze Unternehmen nach Berlin zu übertragen, da hier kein geeigneter Platz gesunden werden konnte. Auf Veranlassung des Bürgermeisters Dr v. Steidle hat nun die Stadt Würzburg auf eigene Kosten auf dem rechten Mainufer, unterhalb des Staatshafens, ein Terrain von 36 000 Quadratmeter erworben und es zum Selbstkostenpreis an König und Bauer wieder abgelassen.
* Leicht verdauliche Pflanzenkost. Pflanzennahrung ist bedeutend billiger als Fleichkost; dennoch sucht Jeder, der es sich nur irgendwie leisten kann, auf seinem Mittagstische ein Stück Fleich zu haben. Hier kann doch der Geschmack allein nicht maßgebend sein; da müssen schwerwiegende Gründe vorliegen. Von einem guten Nahrungsmittel verlangen wir, daß es alle für den Ausbau und die Lebensthätigkeit des menschlichen Körpers nöthigen Stoffe in ausreichender Menge und leicht verdaulicher Form enthalte. Diese Forderung wird von dem Fleische voll und ganz befriedigt; anders verhält es sich aber mit der Pflanze. An den nöthigen Nährstoffen mangelt eß auch ihr häufig nicht, aber diesen Stoffen fehlt die leichte Verdaulichkeit. Die ganze Pflanze baut sich aus Zellen auf, deren Inneres von den verschiedenen Nährsub- stanzen, wie Eiweiß, Stärke, Zucker rc., gebildet wird, während die äußere Wand aus einer feinen Cellulosehaut besteht. Diese Wand vermögen nun, selbst wenn solche Pflanzenkost vor ihrer Aufnahme gekocht wird, die Verdauungssäfte bei menschlichen Körpers nicht aufzulösen, so daß ein großer Theil der von ihr eingeschloffenen Nährstoffe unverdaut bleiben. Diesen Uebelstand vermeiden einzig und allein die aus reinem Weißhafer bestehenden Quäker-Oats. In ihnen ist durch ein eigenartiges Verfahren die unlösliche Zellwand thells zerstört, theils ganz entfernt, so daß ihr Nähr- werch — bei bedeutend geringerem Preise — dem del Fleisches vollständig gleichkommt. In Folge dieses hohen Kraftwerthes und seines angenehmen Geschmackes empfiehlt sich Quäker-Oats in Form von Brei und Suppen ganz besonders als Morgenimbiß zumal für Schulkinder und solche Personen, denen es der angestrengte Dienst nicht gestattet, ihre Mahlzeiten regelmäßig einzunehmen. Für Magenleidende und Neconvalescenten ist Qnäker-Oats unentbchrlich, da dasselbe keine größeren. Anforderungen an die Verdauung!- organe stellt und dem geschwächten Körper eine kräftige Nahrung zuführt. Bei der künstlichen Ernährung de! Säuglings ist es sehr rathsam die Milch nicht mit Wasser, sondern mit einer Schleimsuppe von Quäker-Oats zu verdünnen, da hierdurch die Kuhmilch bedeutend an Verdaulichkeit gewinnt.
• Neues vom Himmel. Der Sternschnuppeu- schwarm der Lcouiden, dessen Wiederkunft nm ben 14. und 15. November erwartet wurde, ist aulqebliebeu. Doch kommt au! Amerika die Nachricht, baß in der Nacht tel 14. November dort an mehreren Orten doch Stern- schnuppen beobachtet worden find, allein in geringerer Anzahl und Helligkeit. Auf ber Sternwarte bei Arle-College in New-Haveu hatte man einen photographischen Apparat auf ba! Sternbild bet Löwen gerichtet, au! dem bie Sternschnuppen anlstrahlen sollten. Statt ber Meteore sand man bei der Entwicklung bet Platten auf einer berfelben bei Bild eine! kleinen Kometen. Derselbe stand in der Nacht vom 14. zum 15. November in 152 Grad Rectascenfiou und 23 Grad uördl. Declinotiou, also nicht weit von dem Aul- strahluuglpuukte der Meteore. Der Komet ist in den daraus- folgenden Tagen auch auf ber Lick-Sternwarte beobachtet worben. E ne vorläufige Berechnung seiner Bahn ergiebt, daß dieselbe mit der Bahn der Leouiden-Meteore keine Aehn- lichkeit besitzt, weshalb el nur ein Zufall ist, bah. er nm ben 14. November gerade in ber Nähe bei Aulstrahlunglpunkte! dieser Meteore stand. Seine scheinbare Bewegung ist übrigen! sehr langsam, denn am 14. December steht ber Komet in 162 Grad Rectascenfiou und 26 Grab nörbl. Declinatiov. Prof. E. Weiß vermuthet, daß ber Komet Ibentifd) ist mit dem ersten Kometen de! Jahre» 1867. — Zwei neue Planeten au! ber Gruppe der Asteroiden wurden am 18. Oktober auf der Lick-Sternwarte photographisch entdeckt- fie find 11,5 und 12,5 Größe und haben die vorläufigen Bezeichnungen 1898EB und EC erhalten.


