Ausgabe 
15.10.1898 Erstes Blatt
 
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Soldaten geklagt. Dem Capitän Rosendahl ist auch von Berichterstattern, die derartige Beschwerden Wiedergaben, guter Wille uachgerühmt worden,- eS scheint aber, daß er fast gar keine Erfahrung in ostasiatischen Dingen hatte, wohl auch sonst seiner Persönlichkeit nach nicht ganz geeignet war, indem er seine Aufgabe zu soldatisch anfaßte. Daß man hier mit seinem Verfahren nicht ganz einverstanden war, schien schon daraus hervorzugehen, daß die ziemlich scharf gehaltenen Berichte de» Berichterstatter» derFrankf. Ztg. von ofstciöser Seite sehr wohlwollend beurtheilt Warden.

M.P.C. In der Milit. Polit. Corr, ist bereit» früher die Herabsetzung der Altersgrenze im AlterS- versicheruugSgesetz befürwortet worden. Gin gleiches geschieht neuerdings durch den GeueralsecretSr de» Central- verband» deutscher Industrieller, Herrn Bueck. Schon für 1897 machten die Invalidenrenten 47 pLt. aller Renten aus und am 1. Juli d. I. überstiegen sie mit 238,668 die Zahl der Altersrenten bereits, welche sich nur auf 202,630 stellte und feit dem 1. April d. I. sogar um 762 zurückgegaugeu ist. Herr Bueck befürwortet deshalb, die Altersgrenze vom 70. auf das 65. Lebensjahr herabzusetzeu, sodaß die ver­sicherten Arbeiter künftig schon mit dem vollendeten 65. Leben», jahre tu den Genuß der Altersrente treten würden, welcher bekanntlich unabhängig von der ErwerbSthättgkett und von der Invalidität ist. Die Jnvaltdenreuten der Altersstufe von 65 bi» 70, welche 24 pCt. aller Invalidenrenten auS- machen, würden damit fast verschwinden, gleichzeitig aber auch die Zahl der Invaliden der Altersstufe von 60 bi» 64 er­heblich abnehmeu, weil die Neigung, sich als Invalide er­klären zu laffen, geringer werden muß, wenn schon beim 65. Lebensjahr die Altersrente unabhängig von der Invali­dität eintritt, während die» jetzt erst mit dem 70. Lebens­jahre geschieht.

M.P.C. Die Reise de» EisrubahnmtuisterS nach dem rheinisch-westfälischen Industriegebiet wird wohl mir Recht in Zusammenhang gebracht mit der weiter stark zunehmenden Entwicklung des Eisenbahnverkehrs. Wenn auch die eisenbahnseittge Gestellung der Wagen sowohl für die auf offene Wagen angewiesenen Industrien, wie auch dir der gedeckten Wagen sich bisher fast durchweg rechtzeitig hat erreichen lassen, so scheint doch durch die BerkehrSzuuahme selbst die hohe Entwicklung de» Jahre» 1897 noch erheblich übertroffen werden zu sollen. Der Kohlenverkehr im rheinisch- westfälischen Industriegebiet stieg int Monat August 1898 gegen denselben Monat 1897 um 29 571 Wagen, gleich 8 Procent und im Monat September 1898 find nach vor­läufigen Ermittelungen im selben Gebiet gegen den gleichen Monat deS Vorjahres 19683 Wagen mehr gestellt worden, da- bedeutet ein Mehr von 5,6 Proeent.

Zu der feierlichen Einweihung der Er- löserktrche tu Jerusalem Ende diese- Monats kommen immer noch einzelne Mittheilungeu zum Vorschein, die vou vielseitigem Jnterefle find. Im Allgemeinen haben die er­gangenen Einladungen in der gesammteu evangelischen Welt ein freudige» Echo gefunden. So hat auch die evangelische Gemeinde in Neapel einen Vertreter abgeordnet, nämlich ihren Präsidenten Teofilo Gay- er macht die Fahrt nach Jerusalem mit seinem Sohne, drr gegenwärtig tn Berlin Theologie studirt. Die österreichischen Evangelischen werden nur durch eine Person vertreten sein. Wie der Wiener evangelische Oberktrchenrath Aug»burgischer und ' Helvetischer Confesfiou seine Betheiliguug abgelehnt hat, so ist auch die beabsichtigte Absendung de» Laude-bischofs für Siebenbürgen Dr. Fr. Müller au» Gesundheitsrücksichten unterblieben. Nur der Bischof der ungarischen evangelischen Landeskirche A. B. v. Zeleuka wird der Frier beiwohnen._________________________________________

Ausla«-.

Wien, 13. Oetober. In hiesigen gut unterrichteten militärischen Kreisen wird die Nachricht von einem bevor­stehenden Wechsel tn der Leitung de» Generalstabe» al» un­begründet bezeichnet.

Lemberg. 13. October. Die Blätter melden gerücht­weise aus Wien, daß der Rücktritt de» Grafen Thun bevorstehe.

Triest, 13. October. DemPiccolo" wird aus Fiume gemeldet, Zola sei mit dem SchiffUngaria" aus Dalmatien augekommeu und per Bahn nach Triest und Wien wetter­gereist.

Beuedig. 13. October. Da» deutsche Kaiserpaar ist heute Mittag 12S/»Uhr in Begleitung von Herrn v. Bülow und Gefolge hier etugetroffen. Am Bahnhöfe war König Humbert mit Gemahlin zum Empfange erschienen. Ferner waren erschienen der Ministerpräsident Pelloux und der Minister de» Auswärtigen Canevaro. Die Begrüßung zwischen den Maj stäten war eine sehr herzliche. Vom Bahnhofe au» fuhren dieselben tn Hofgondeln und acht städtischen Gondeln in der Bauart vergangener Jahrhunderte durch den Canal Grande nach dem Königlichen Palais.

Pari». 13. October. DieAurore" veröffentlicht einen längeren Artikel, worin der General Boisdeffre als ein Lügner htogestellt wird. Clewenceau erklärt, er habe durch Bertulus erfahren, daß General Boisdeffre als damaliger Chef dr» GeneralstabeS au demselben Tage einen Brief an Esterhazy geschrieben habe, an welchem er osfictöS erklären ließ, er habe nie Beziehungen zu Esterhazy gehabt.

Pari». 13. October. Graf Murawiew wird, wie man hier allgemein wissen will, demnächst nach Pari» kommen, um mit Delcoffti über die internationale politische Lage zu conferiren, besonder» über die Abrüstung-frage und über die franco.russische Politik in China.

Pari», 13. October. Mehrere Blätter berichten, daß Zola am nächsten Sonntag nach Pari» kommen werde.

Paris, 13. October. In Lille und Epernah waren von 1500 Eisenbahnarbeitern nur 75 dem Aufruf deS Ausstand».Ausschusses zur Abstimmung über den allgemeinen AuSstaod gefolgt. Hiervon stimmten 50 für und 25 gegen den Ausstand.

Paris, 13. Oetober.SiScle" sagt, von mehreren Seiten würden Versuche gemacht, den CaffatiouShof zu be­wegen, die Revision im DreyfuS-Proceß einzuletteu, ohne vorher eine Untersuchung stattfiaden zu lassen.

Paris, 12. October. Bon wesentlicher Bedeutung für den Ausstand ist die Haltung deS Verbandes der Eisen- bahn-Angestellten und -Arbeiter, dem von 400,000 diese» Berufes tu Frankreich überhaupt 150,000 als Mitglieder angehören. In der am Mittwoch abgehalteueu Sitzung de» BerbandSvorstaudeS ist nun keine Einigung in der Frage eine» allgemeinen Strike» erzielt worden- fünfzehn Mitglieder sollen für und ebensoviel dagegen gestimmt haben. Dadurch entmuthigt, treiben jetzt die Wortführer de» GeneralstrikeS nicht mehr so entschieden zum AuSstaude wie früher und viele Arbeiter scheinen geneigt, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Zahl der Arbeitsplätze, auf denen die Arbeit wieder ausgenommen ward, hat sich am Mittwoch Morgen merklich vermehrt und ist wahrscheinlich im Laufe de» Nachmittags noch gewachsen. Zwischenfälle sind nicht bekannt geworden. Die Präsidenten de» Stadtraths und GeueralratheS unter- breiteten dem Handel-Minister die Forderungen der Aus­ständigen hinsichtlich der AuSstellungSarbeiten. Der Minister erwiderte indeß, trotz seines Wunsches, den Ausstand beendigt zu sehen, könne er zur Zeit nichts thuu, und fügte hinzu, die AuSstellungSarbeiten seien genügend weit vorgeschritten, sodaß man da» Ende deS Ausstande» abwarten könne, ohne den Erfolg der Ausstellung zu beeinträchtigen. Die beiden Präsidenten begaben sich hierauf in Begleitung von Abord­nungen Ausständiger zum ArbeitSminister, um denselben zu bitten, bei den Eisenbahn-Gesellschaften zu Gunsten der Erd­arbeiter vorstellig zu werden, doch der Minister erwiderte, er könne, bei allem Mitfühlen für die Strikendeu, amtlich bet den Gesellschaften sich nicht einmtscheu.

M.P.C. Nach der Annahme unterrichteter Kreise wird der Arbetter-AuSstaud in Paris durch überaus reich­liche Gewährung voa Mitteln «eiten» der Dreyfu».Partei genährt.

London, 13. October. Die englische Regierung soll Frankreich den Vorschlag gemacht haben, Marchand zum frauzöstschen Consul im Sudan zu ernrnnen, um auf diese Weise die französischen HandelS-Jnteressen zu schützen. Da» Consulat soll dann in eine General-Refidenz umgewandelt werden.

Konstantinopel, 13. Oetober. Die Mächte haben der Pforte nottficirt, daß die Kosten der internationalen Occupatton au» den kretischen Steuer-Eingängen gedeckt würden.

Konstantinopel, 12. Oetober. Seit einigen Jahren hat die türkische Regierung jüdischen Auswanderern von Oesterreich, Rußland und Rumänien die Ansiedelung tn Palästina verboten. Trotzdem haben fich Viele ansässig gemacht. Die zionistische Bewegung in Europa hat nun die Aufmerksamkeit der Behörden in dieser Angelegenheit erregt und der Großvezir hat strengen Befehl erlassen, allen aus­wärtigen Juden aller Nationalitäten ohne Unterschied da- Betreren Palästinas zu untersagen, wenn nicht hinlängliche Bürgschaft gegeben wird, daß sie innerhalb dreißig Tagen da» Land wieder verlassen. Mehreren britischen jüdischen Familien, welche kürzlich tn Jaffa eintrafeu, wurde demgemäß die Landung nicht gestattet. Sie waren gezwungen, mit demselbrn Schiffe, welches sie gebracht hatte, zurückzukehreu.

Smyrna, 13. October. Die Post vou Karahiffar nach Dinar wurde von Räubern angefallen. Die Begleit­mannschaft wurde getödtet und Geldpackete im Werthe von 210000 Franc» geraubt.

DieTime»" meldet aus Capstadt vom 12. October: Die Nachrichten, daß Soldaten in Deutsch-Südwest- afrtka im Kampfe mit Eingeborenen gefallen seien, werden für unrichtig erklärt. Die Soldaten waren an Zahl zu schwach, um einen Angriff auszuführen. Die Eingeborenen werden, wenn die deutschen Truppen Verstärkungen erhalten, wahrscheinlich wieder eine feste Stellung etnnehmen." Auch diese Meldung bringt noch nicht die gewünschte Klarheit, wa» im Schutzgebiet eigentlich vorgegangen ist.

Ueber einen Aufstaud auf den Neuen Hebriden, bei dem Deutsche in Mitleidenschaft gezogen sein sollen, wird jetzt au» Adelaide Folgende» gemeldet: Die Eingeborenen der Neuen Hebriden überfielen ein unter deutscher Flagge segelnde» Schiff, da» dem Capitäu Colchern unterstellt und nach den Salomons Inseln auSgesandt war, ermordeten fämmtliche Weiße und warfen die Leichen den Haifischen als Speise hinab. Bier gefangene Konaken wurden grausam abgeschlachtet und am Lande verzehrt. Der deutsche KreuzerFalke" wurde derKöln. Ztg." zufolge, abgesandt, um die Frevler zu strafen.

Loeales und prot>in$UlUs»

Gießen, 14. October 1898.

Kirchliche Dtenstnachrichten. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, dem Pfarr- Verwalter Friedrich Landmann zu Stumpertenrod, Decavat Alsfeld, die evangelische Pfarrstelle daselbst, dem Pfarrer Ludwig Haiuebach zu Bauschheim die evangelische Pfarr­stelle zu Wersau, Decanat Reinheim, dem Pfarrer Fer­dinand Naumann zu Kirch-Brombach die evangelische Pfarrstelle zu Nauheim, Decanat Groß-Gerau, zu über­tragen.

» Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädtgst geruht, am 5. October den ständigen juristischen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Finanzeu, Oberfinanzaffeffor Dr. Philipp Weber zum Re- gieruugSaffeffor und Mitglied einer Eisenbahndir ction iu der Hesfisch-Preußischen Eisenbahn Gemeinschaft zu ernennen.

* * Knnstverein. Iu der Gemälde-AuSstellung im Thurmhau» am Braud, welche seit voriger Woche wieder geöffnet ist, befinde» fich eine Anzahl Gemälde, welche da» Interesse unserer Kunstfreunde beanspruchen dürfen. Wir wollen heute von einer Klitik der Gemälde absehen und nur

diejenigen erwähnen, welche eine besondere Beachtung ver­dienen. Wir nennen vou den circa 50 ausgestellten vorerst das große Gemälde vou C. Ehreuberg-DreSdenLegier", sowie daßjeuige vou G. Schmidt-Heidelberg Schmied der deutschen Einheit". Diese beiden Bilder werden wohl daS Haupttntereffe unsrer AuSstelluugSbesucher wachrufrv. Auch hat R. L PPS München mit zweiMotiven au» Venedig" die Ausstellung beschickt, welche den Verkehr auf den Wasser­straßen VeueUzS bei Tag und Nacht vor Augen führen. Die Landschaftlichen Bilder find vertreten durch Di-.ffenba»- HohwaldWaldeingang", P. Weber-MünchenBei Dachau", H. Lessing-BerlinAw Wrfiuser der Vilm", E. Btrzer- MünchenAckerlavdschaft-, M. BartelS-Hanau mit zwei GemäldenFrühling" undSomwertag am öereiftttn*. Auch ein kleinesSeestück" vou E. Morgeusteru-Fravk- furt a. M. soll nicht unerwähnt bleiben, sowie diejenige von C. Agthe-BerlinOlia fresco6 undAus der Levante". Unter den Künstlern, welche die Ausstellung mit Blumen» stücken beschickt haben, ragt besonders unsere heimische Künst­lerin Frl. E. Dingel dein mit einem BildeGoldlack und Tazetten" hervor. Auch hat Herr Otto Fritz, welche» wir schon mehrmals mit tresflichenPortraitS" vertreten sahen, die Ausstellung mit solchen beschickt, welche ebenfalls besondere Beachtung verdienen. Zum Schluß sei noch er­wähnt, daß die gegenwärtige Ausstellung den vorhergegangenen an Zahl der Gemälde nicht gleichsteht- immerhin ist der Be­such derselben zu empfehlen.

* Eine gute Handschrift ist von großem Werthe für Jedermann, ja mehr tote Emer, der im Leben Glück gehabt und, tote man sagt, Saniere gemacht hat, hat die» seiner schönen Handschrift zu verdanken. Da- Recht, schlecht zu schreiben, hat, einer landläufigen Redensart zufolge, nut da» Genie, und diese» Recht ist noch dazu nicht unbestrttten. Wer also eine schlechte Handschrift hat, der lasse eine Gelegenheit, fie verbessern zu können, nicht unbenutzt. Tine solche Ge- legenheit bietet hier der Kalligraph O. G ottli eb, der einen Cursu» im Schönschreiben eröffnet. Herr Gottlieb hat viele Erfolge zu verzeichnen und auch hier hat fich seine Methode vielfach bewährt. Die Theiluahme an dem Cursu» kann also Jedem, dessen Handschrift einer Berbtffrrung bedarf, empfohlen werden. Nähere» siehe Annonce.

Eulhülluugsfeier des Ludwigs-Denkmals. Mit Aller- höchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit de» Groß­herzog» ist, tote tu vor. Nr. bereit» mitgetheilt, die Feier der Enthüllung de» zu Ehren Seiner Königlichen Hoheit de» höchstseligen GroßherzogS Ludwig IV. auf de« Paradeplatz zu Darmstadt errichteten Denkmal» für Donnerstag den 10. November 1898

tn Aussicht genommen.

Die Feier soll einen L-mdeScharacter tragen und ist demgemäß eine Betheilignug aus dem ganzen Heffeulaude erwünscht.

Zu diesem Zwecke ist als besonderer Theil de» Pro- grammS ein Festzug vorgesehen, au welchem sich Depu­tationen der KceiSverbälide, der Stadt- und Landgemeinden, der sonstigen Körperschasteu, insbesondere der Vereine aller Art, Anstalten rc. betheiltgeu können Die Theilnahwe von Schulen ist auf diejenigen der Stadt Darmstadt beschränkt.

Der Festzug wird auf dem Denkwalsplatze Aufhellung nehmen, so daß die Theiluehmer dem feierlichen Acte der Enthüllung beiwohnen.

Damit nun ein Ueberblick über die Betheiliguug als­bald gewouueu werden kann, fordern wir die Stadt- und Gemeiudevorftäudt, Körperschaften, Bereine u. s. w., welche fich im Zuge durch Deputationen vertreten lassen wolle», auf, diese ihre Abficht bis spätesten» Montag den 24. October 1898 bei dem Vorsitzenden der FestzugS-Commission, Herr» Oberstlieutenaut a. D. Cramoltni, Präsident de»Hasfia"- Berbande», in Darmstadt, unter Angabe der Art ihrer Be- theiligung und der Zahl der Theiluehmer schriftlich kund- zugebeu, worauf ihnen von dieser Stelle au» die weiter erforderliche Mittheiluug gemacht werden wird.

Besouder» wünscheu»werth erscheint, daß auch die im Lande vorhandenen Volkstrachten im Zuge ihre Vertretung finden. , ä

BÜdtngen und Offenbach, den 11. October 1898.

Der Vorstand de» LandeSdenkmaiS-AuSschuffeS: Der 1. Borfitzende:

Bruno Fürst zu Yseuburg-Büdingeu, 1. Präsident der Ersten Kammer der Landstäude.

Der 2 Vorsitzende: Justtzrath Dr. Weber, lebenslängliche» Mitglied der Ersten Kammer der Landstäude.

Der Schriftführer:

Haa», Geh. RegierungSrath,

1. Präsident der Zweiten Kammer der Landstäude.

An» Oberheffen, 12. October. Zum Denkmals- schütz wird derDarmst. Ztg." geschrieben: Wieder ist et» ehrwürdiger Rest der Vergangenheit in Gefahr, unwieder­bringlich der zerstörenden Menschenhand zum Opfer zu falle» nämlich der noch wohlerhaltene Rest der alten Stadt­befestigung in Sich. Die Sicher Umwallung zeichnet fich bekanntlich dadurch au», daß fich an ihr mit voller Deut- lichkeit zwti verschiedene Bauveriodeu unterscheiden lassen: erstens die steinerne Mauer und zweiten» die später davor angelegte starke Umwallung. Die letztere geht auf die holländische BefestiguugSzeit zurück- b|e Grafen von Lich standen vielfach in niederländischen Diensten und lernten dabei die neuesten Fortschritte der Fortifika- tiou»kunft kennen- fie säumten dann nicht, ihre heimische Residenz nach den Erfordernissen der zu Beginn des 17. Jahrhundert» aufkommenden Technik zu verstärken, und so entstand in Lich vor der alten Stadtmauer die neut Umwallung, von der sich bis auf unsere Tage ein ansehnliches Stück hinter der Kirche erhalten hatte. Dieser sehr belehrende

i Ueberrest der eigenthümlicheu Anlage, die fich in gleicher Av» ' schaulichkeit unsre» Wissen» in Hessen nicht wiederfiudet, ist «