Ausgabe 
15.10.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

auf

Blödver.

bäcker.

4 Hf is 1;

2 a. L t»r ?rr - r b r t C

2 L

'«rMasrcn

ich bis gegen Ende lo habe ich bie Preise 9805

Wo!

er Auswahl ob gt | kessen.

aus Latz«.

50 an.

StttttflXl 19.

fc Co.

Jen Bahnhöfe 40.

., billige «uh

ßrie-

,, fsej

Mer rp}anj Stationen 6Ie»'«° Friedberg'^ d

***Reuden le«d (h,|b.hn. fT Gi^

Nr. 242

Erstes Blatt.

Samstag den 15 October

ISO^

eu lu.nahmk bt« Montag«.

Du GirHener Asamikie» S tälter enbrn t*m Anznger »Scheutüch viermal bngrlrgt.

Gießener Anzeiger

?Snng»prels vunrilährlich 2 Mark Wfr monatlid) 75 Pfg. mit Bringerloh».

Bei Postdezuß 2 Mark 60 Pfg virrtrljSbrlich.

«»nähme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Lag erlchemenden Nummer bt« Sonn. 10 Uhr.

General-Unzeiger

Alle Anzeigen-Bermittlung-stellen de« In- und flutloaW vkhmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh».

Anrts- und Anzeigeblatt für den Ttreis Gietzen.

Gratisbeilage: Gießener Fmnilienblatter.

JUbaction, Expedition und Druckerei: SchukKratze Nr. 7.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung,

betr.: Herbstübung der Röntgl. 21. Dtvifiou.

Die König!. 21. Division zn Frankfurt a. M. hat da» vachsiehende Tchretben an die Troßh. Provtozialdtreetion Oberheffen gerichtet, welches wir hiermit zur allgemeinen Renntniß bringen.

Gießen, den 12. October 1898.

GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen, v. Bechtold.

Die Truppen der Dtvifiou haben bet den diesjährigen Herbstübungen, die zu« Theil im Bezirk der Großh. Hessischen Provtozialdtreetion («reife Alsfeld, Gießen, Büdingen, Fried, berg, Schotten) stattgefouden haben, durchweg eine fehr ent« gegenkommende und gute Aufnahme bet ihren Quartierwirtheu gefoudeo.

Ich kann e» nicht uuterlaffen, der Großh. Heffifchen Provtuztaldirecttou «eiveu verbtodlichsteu Dauk im Namen der mir unterstellten Truppen hierfür ouSzufprrchev und knüpfe hterau die Bitte, voo dieser Danksagung deu bethetligteu «reifea uud Gemeinden tu geeignet fchetueader Weise Kennt- otß geben zu wollen.

PertheS, Generallteutenant und D'vistonS Eommanbeur.

Deutschland und Italien.

Daß deutsche Ratserpaar fchtftt flch dekauolltch für seine Palästtnafahrt tu Venedig ein uud trifft mit de« italienischen Herrscherpaare aus kurze gelt tu der Lagunenstadt zusammeu. Wie mau versucht ist, jeder Phase dieser Raiserreise etue be- soudere Bedeutung betzumeffeu, so hat «an natürlich auch diese ueueste Mouarcheoeutrevue mit der Politik tu Berühruog gebracht. Alle derarttgeu Gerüchte werden aber durch dte anscheinend aus osfictellr« ttalteotscheu Munde stammende Meldung widerlegt, daß der Aufenthalt de» deutschen Kaiser» tu Beoedtg zu kurz sei, um politische Erörterungen zuzulaffeu, daß Italien überdies fest zom Dretboude stehe, an dessen Bestrebuugeu es fich auch feroerhto voll uud ganz brtheiligru werde.

Dte Betouuog dieser Thatsache zeigt, daß auch neuer- dtugs wieder Zweifel an der Bundestreue Italiens laut ge- worden waren. Wir haben schon früher darauf htngewieseo, daß es auf der Apeoutuen.Holbtosrl manche Kreise giebt, dte ihr Hetl in etue« engeren Auschluß an Fraukretch sehen und deshalb der Zugehörigkeit Italiens zu« Dreibünde feine »rohen Sympathien wtb«eo. Ja der Stawmesverwandschaft beider Ratioueu sehen fie dte Forderung nach politischer und wirthschaftlicher Aunäherung begründet. Aber man darf wohl bkhauptru, daß diese Anschauungen tu der Minderheit find, daß iusbesoudere dte Sympathien für Deutschloud recht große geuaout werden können. Dte Beziehungen des deutschen Katserhofes 8utn Ualteotichen Söoigshause haben fich äußerst herzlich gestaltet, uud dte Aufnahme, welche unserer Kaiser- familte jedesmal bet ihrem «ufeuthalte in Italien wird, ist eine aufrichtig freudige. Dasselbe gute verhältuiß besteht zwischen deu beiderseitigen Regteruogen, und io Berlin ist wohl am allerweotgsten jeoeo Ausstreuungen Glauben ge- schenkt worden, daß Italien der Buodesgenosseuschaft über- drüsfig sei.

Es ist noch tn frischer Erinnerung, daß man besonders in vorigen Jahre etwas mißtrauisch auf das Land jenseits der Alpen blickte, bis dte Loweseuheit Königs Humbert- und seiner Staatsmänner bet den Maoövern io Homburg uod die bei dieser Gelegenheit gefallenen Kundgebungen allen bös. willigen Gerüchten ein Ende machten. Italien läßt fich durch keine Lockungen seiner Stammesgrooffen an der Seine von seiner Zugehörigkeit zu« Dreibünde abbrtngen, und wenn auch in mancher Hiaficht dte Beziehungen zwischen diesem Lande und Oesterreich zu wünschen übrig lassen, so find die Bande, welche beide Staaten mit de« deutschen Reiche verknüpfen, um so fester genietet.

Kaiser Wtlhel« hat schon oft den Vermittler gemacht, wenn es galt, dte Interessen Oesterreichs und Italiens zu vereinigen und fie dem größeren gemeinsamen Ziele anzu. paffen. Auch die jetzige Zusammenkunft des deutschen Herr- schers mit de« italienischen König und seinen Rathgebern wird, selbst wenn fie gar keine politische Zwecke verfolgt, doch dazu beitragen, unser verhältuiß zu Italien und damit dte friedlichen Bestimmungen des Dreibundes weiter zu fördern. DrS dürste der erste practifche Erfolg der großen Raiserreise sein. (xx)

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Oktober. DteRordd. Allgem. Ztg.* betont gegenüber ausländischen Blättermeldungen nochmals, daß der Verzicht des Kaisers ans den Besuch Aegyptens lediglich ans dte bekannten Gründe, dte innere Regierungs-Politik betreffend, zurückzuführen ist.

Berlin, 13. October. DerReichSauzeiger" veröffentlicht die Ernennung des bisherigen ersten Secretärs bet der Bot. schäft tn London, Grafen von Arco-Valley zom Ge- sandten bet den Bereinigten Staaten von Brafilten.

Berlin, 13. October. Dervosfischeu Zeitung* wird aus Rom telegraphirt: ES scheint, daß dte entschlossene Haltung des Auswärtigen Amtes gegenüber dem vatican bereits Früchte trägt. In Kreisen, die de« Cardival-StaatS- secretär nahe stehen, wird entschieden bestritten, daß dte päpst­liche Betonung des stavzöfischen Schutzrechtes im heiligen Lande durch irgendwelche Feindschaft gegen Deutschland ein- gegeben sei. Der GewährSwann der8off. Ztg.* fügt hinzu, man werde den Beweis bald erhalten.

Berlin, 13. Oktober. Heute ist durch dte Erimtnal. Polizei der Mörder der Rosine Kayser aus der Zton- ktrchstraße ermittelt worden. Es ist der frühere Lylograph, jetzige Hausknecht Albert Wegener, 29 Jahre alt. Wegener ist der Sohn des Kirchendieners der apostolischen Gemeinde, der er auch selbst angehörte. Leider ist es noch nicht ge­lungen, der Person deS Thätrrs habhaft zu werden.

Berlin, 13. October. Der B undesrath hat fich in der Lippe'sch en Angelegenheit, wie dte , Rational» Zeituog* erfährt, für unzuständig erklärt.

Berlin, 13. October. Unter den Diplomaten, welche für dte Nachfolge des Herrn v. Bülow als preußischer Gesandter beim vatican genannt werden, befindet fich auch Herr v. Rothen Hahn, der jetzige Gesandte des Reich» tn Bern. Für dte Annahme, daß er für den Posten bestimmt sei, spricht, derNational-Zeitung* zufolge der Umstand, daß Herr Rothenhahn tn früherer Zett all Geschäfr»träger beim vatican und dann al» Uoterftaat»srcretSr tm Auswärtigen Amte Gelegenheit gehabt hat, fich mit den bezüglichen Ver­hältnissen bekannt zu machen.

Berlin, 11. October. Da» Ausland und dte Orieutretse de» Satser». Unser östlicher Nachbar Rußland scheint am ehesten zu der Etoficht zu gelangen, daß die Orieutfahrt unseres Kaiser» keine Ziele verfolgt, die die übrigen Mächte mit Besorgntß erfüllen und ihrem Wider­spruch begegneu müßte. Allerdings wird das moralische An« sehen des Deutschen Reiches durch die Aowesenhett de» Kaiser» tm Ortent gewinnen da» tst unstreitig ein politische» Er- gebniß und eben so ficher darf man auch voraussetzen, daß der Sultan für seinen kaiserlichen Gast einige Ueber- raschungen vorbehält, dte tndeß jedenfalls nicht einen die Ruhe Europas störenden Charakter tragen werden. Ob eS nun ganz so aufrichtig gemeint ist, wie es gedruckt dasteht--

genug: Rußland zeigt ein freundlichere» Gesicht und findet dementsprechend auch sympathische Töne für die Reise de» Kaiser» Wilhelm, und England scheint diesem Beispiel folgen zu wollen. Nur Frankreich allein schürt den ohnmächtigen Groll tn seinem Busen noch weiter und sucht die katholische Kirche und ihr Oberhaupt, den Papst, unter seinen Heerbann zu nehmen, um wenigsten» ans kirchlichem Gebiet der Reise de» Kaiser» ein Hinderniß tn den Weg zu legen oder ihm gar eine Niederlage zu bereiten. Dieser Feldzug, der in»- geheim auf die Mtthülfe der deutschen Katholiken rechnete, scheitert tndeß schmählich an de« nationalen Sinn der deutschen Katholiken. Nach der Niederlage, die Frankreich in der Frage de» Protectorat» über den christlichen Orient bisher erlitt, wird e» fich nun genöthigt sehen, Bedacht auf sein früheres, bewährte» System zu nehmen: Deutschland zu verdächtigen, eS verfolge mtt der Orientfahrt des Kaiser» große politische Zwecke, welche die Kreise der Mttrelmeer.Mächte nothweudig stören müßten. Solche Unterstellungen erreichen leider ein zweifache» Ziel. Einmal entfachen fie doch, weun fie auch noch so unbegründet find, die Unruhe und den Argwohn der übrigen Mächte, und dann, wenn fich die kassaudrischen Vor­aussagungen Frankreich» nicht ersüllen, so kann Frankreich mit der Behauptung kommen: die Reise de» Deutschen Kaiser» hat keinen Erfolg gehabt- fie ist in ihren Zielen geschettert der Kaiser fand überall Ablehnung! Schon jetzt, zu Beginn der Saiserreise, machen wir auf die» mit mathematischer Sicherheit voran» zu berechnende Manöver Frankreich» auf­merksam. Wie gesagt: greifbare, große politische Ziele hat die Orientreise niunal» in» Auge gefaßt und e» find daher weder Befürchtungen wegen etwaiger Lonflicte mit anderen Mächten, noch Gefühle der Enttäuschung angebracht, wenn

Adrksse für DcpkschtN: An,ei,er chietze».

Fernsprecher Nr. 61.

Deutschland dem Wunsch einiger Heißsporne nicht entspricht und fich also den Eintritt in die Reihe der Mittelmeermächte auf andere Zetten aufspart. Auch die vielfach laut gewordene Sorge, die «nwesenhett de» Kaiser» könne der Kreta-Frage eine andere Richtung geben und den Sultan dem Druck der vier Garantiemächte entziehen, ist durchau» grundlos. Die einträchtigen vier Garautiemächte, von denen zwei, England und Frankreich, auf de« Punkt stehen, fich wegen Faschoda tn die Haare zu gerathen, sehen sicherlich dem Augenblick mit Bangen entgegen, wo ihr köstliche» vierwöchentliche» Ulti­matum eine der Mächte zwingt, die Kanonen zu lösen und auf da» arme Kreta zu schießen--falls nicht innerhalb

diese» weitläufigen Ultimatum» von vier Wochen Ereignisse eiutreteu, die nochmal» ein neue» verhandeln mit dem Sultan oder diplomatische Verhandlungen bezw. kriegerische Hctionee unter einander nothwendig machen. M. N. N.

Berlin, 13. Oktober. Die Abkürzung der Kaiser­reise. DteN. A. Z.* schreibt an der Spitze de» Blattes: ,3u verschiedenen Zettnngsmeldungen aus dem Auslande begegnet uns die sonderbare Auffassung, als ob der Abstecher Sr. Majestät des Kaisers nach Aegypten infolge ausländischer Schritte oder Einflüsse aufgegeben worden sei. Mit Recht werden solche Vermuthungen als Fabeln bezeichnet- fie ent­behren jedes thatsächlicheu Anhalts. Wir wiederholen, daß der Verzicht auf den Besuch Aegyptens lediglich aus den tn der bekannten Mittheilung desWolss'schen Telegraphen- bnreau»* gemeldeten Erwägungen der inneren Regierungs- politik hervorgegangen ist."

Berlin, 13. Oetober. Dir Bestätigung des Herrn Kirschner als Oberbürgermeister ist, wie dieörrl. Ztg.* hört, nunmehr eingrtroffen. Wie verlautet, habe dir Angelegenheit ans der Tagesordnung der StaatSministettal- fltzung am letzten Donnerstag gestanden und ihre Erledigung gefunden. Die Verzögerung sei lediglich darauf zurückzn- führen, daß die mtt der Sache beschäftigten Beamten beurlaubt warrn.

Zur Ergänzung unserer Flotte. In den einmaligen Ausgaben des ordentlichen Haushalts der Marine- Verwaltung für 1899 wird ein weiterer Theil der Forderungen der in der vorigen Reichstagstagung bewilligten Flottenvor­lage zum Bau von Kriegsschiffen enthalten sein. Die einzelnen Pofitionen für die Neubauten werden in naher Zett vom Buudesrath entgiltig frftgestcllt und mit der Vor­legung des Haushalt- an den Reichstag bekannt gegeben werden. Daneben wird eine Anzahl von weiteren Raten für schon in Angriff genommene Bauten gefordert werden müssen. Zunächst kommen dabei die Ersatzbauten in Betracht. Zwei PanzerschiffeReifet Wilhelm II.*, der als Ersatz für Friedrich der Große* eintreten soll uud der Ersatz für König Wilhelm*, ein Kreuzer erster KlasseFürst Bismarck* (Ersatz Leipzig) sowie zwei Kanonenboote als Ersatz für Wolf* undHabicht* fallen tn diese Kategorie, von den größeren Schiffen findKaiser Wilhelm II.* undFürst Bismarck* so weit vorgeschritten, daß für fie die letzten Raten gefordert werden könnten, für die Ersatzbauten von Wolf" undHabicht* «erden die Schlußraten ganz ficher verlangt werben, da damit erst wieder vier Kanonenboote vorhanden sein werden. Sodann werden die zweiten Raten für die hn vorigen Etat geforderten und bewilligten Neu­bauten eingesetzt werden müssen. Hierbei find die Lienien- schiffe A und B, der große Kreuzer A, die kleinen Kreuzer A und B sowie das Torpedodivifionsboot und die Torpedo­boote zu berücksichtigen. Für «eitere Raten «erden dem- gemäß tm nächstjährigen Reichshaushalt acht Linienschiffe und Kreuzer sowie zwei Kanonenboote in Betracht kommen.

Gouvernementswechsel in Kiautschou. Durch die Veränderung tn der obersten Leitung von Ktamschou stütz, wie tn einem Berliner Blatt bemerkt wird, zu« Mindesten theilweise gewisse Klagen als berechtigt anerkannt, die seit einiger Zett in der Presse laut geworden waren, deren Be­gründung fich aber nicht beurtheilen ließ. Es wurde ins­besondere darüber Beschwerde geführt, daß der winhschast- lichen Nutzbarmachung von Kiautschou, die doch der Zweck der Erwerbung dieses Gebietes sein mußte, die größen Hin­dernisse in den Weg gelegt würden- den Deutschen, die dort Land erwerben wollten, sei dies mit der Begründung ab­geschlagen worden, daß erst das ganze Gebitt vermessen werden müsse- ans demselben Grunde sei sogar dte noth. wendige Errichtung eine- Hotel-, die zwei Deutsche beabfich« tigten, verhindert worden- die Benutzung des Hafen» fei verboten worden, «eil die Zollverhältnisse noch nicht end- gütig geregelt find u. s. w. Andererseits wurde über mangelhafte Unterbringung und Ausrüstung der deutschen