Ausgabe 
15.9.1898 Zweites Blatt
 
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Maschinenwesen in feiner ganzm Vollkommenheit der Land- wirthschaft nicht blo» im Groß- sondern auch im Kleinbetrieb dienstbar gemacht wird. Dann würden im Kletnbesltz eine Reihe von Armen verfügbar werden, die in den Mittel- und Großbetrieben lohnend mit etngreifen könnten. Um daS zu erreichen, bedarf es des thatkräftigsten Ausbaues des Ge- vosienschaftSgedankeuS.. Für sich allein ist der Klein-, selbst mancher Mittelbefitzer außer Staude, die Technik der Maschinen sich nutzbar zu machen. Dem Streben, auf diesem Wege zu helfen, würde eine mächtige Stütze gegeben, wenn es gelänge, in der Zusammenlegung, über deren Werth jetzt alle Welt einig ist, ein schnelleres Marschtempo zu er­reichen. Die Zersplitterung des Besitzes ist selbst im Mittel- besitz für eine Ausnützung der technischen Errungenschaften oft ein unüberwindliches Hiuderniß.

Deutscher Reich.

M P.C. Berlin, 13. September. In diesen Tagen ergehen die Einladungen an die Sachverständigen, welche tu der ersten Hälfte October im ReichSjustizamt zusammen mit Delegirten der Reichs- nnd der preußischen Regierung über den vorläufigen Entwurf einer Revision des Autorenrechts in Berothung treten sollen.

M.P.C. Berlin, 13. September. Infolge des empörenden Meuchelmords, der an der Kaiserin von Oesterreich, Königin von Ungarn, begangen wurde, dürften, wie man in diplo­matischen Kreisen anntmmt, alle europäischen Cabinette da» dringendste Bedürfntß fühlen, vor der sogenanntenAbrüstungS- frage" die der nachdrücklichsten Bekämpfung des Anarchismus auf die Tagesordnung zu setzen. ES würde sich dabei zeigen, von welchen Staaten die Handhabung der Fremdenpoltzei einer gründlichen Revision zu unterziehen sein möchte- der Schweiz wird zur Zeit ein großerTheil der von Rechtswegen ihr -»fallenden diesbezüglichen Verpflichtungen von den ausländischen Missionen in Bern abgenommen. Für Deutschland liegt in dem Genfer Vorfall eine sehr ernste und eindringliche Mahnung enthalten, bei der zeitweisen Zulaffuug italienischer Arbeiter zu Hilfeleistungen in Stadt und Land lie denkbar größte Vorsicht walten zu lassen.

Berlin, 13. September. Zum Strikegesetz liegt eine weitere Auslassung derNordd. Allg. Zig." vor, die zwar den Hauptpunkt, nämlich die in der Katserrede enthaltene Ankündigung der Zuchthausstrafe für Anreizungen zum Strike übergeht, aber wenigsten» da« Bestreben der Off-ciöseu er- keoneu läßt, die Wirkungen der Rede abzuschwächen. Daß officiöse Blatt schreibt:Die Rede, welche der Kaiser in Oeynhausen gehalten hat, ist fortgesetzt Gegenstand uuzu- treffender Kritik oder absichtlicher Verdunkelung. Die durch die Gewerbeordnung den Arbeitern gewährleistete CoalitionS- fteihkit soll selbstverständlich unangetastet bleiben. Wmn z. B. Arbeitgeber die zum Schutze von Leben und Gesund­heit der Arbeiter erlaffenen Gesetze nicht beachten, wenn sie widrrrechtl'.che oder unbrgrüadete Lohnkürzungen vornehmen, wird man den Arbeitern da» Recht nicht verschränken dürfen, die Fortsetzung der Arbeit abzulehneu, ebenso wie die Arbeit- geber befugt find, trägen, unzuverläfitgeu ober sonst ungeeig­neten Arbeitern das bestehende ArbeitSverhältniß zu kündigen. Hierbei wird e» sich nicht verhindern laffen, daß zum Zweck solcher ArbeitSeivstrllungen vorherige Verabredungen zwischen den brtheiligteu Arbeitern stattfiuden. Hat man den Arbeitern das Coaltiionsrecht gewährt, so muß man ihnen auch die Möglichkeit lassen, von diesem Rechte Gebrauch zu machen. Die Coalttionsfreiheit der Gesammtheit der Arbeiter darf aber unter keinen Umständen dazu führen, daß die persön­liche Freiheit deS einzelnen Arbeiters oder seiner Familie

Fische der Tiefsee besitzen zu beiden Seiten deS Körpers und am Kopfe Leuchtorgaue, und man müßte die Feder und Phantasie eines Jules Verne besitzen, um den wunderbaren Anblick zu schildern, den ein von diesen Dtogeneffen der Tiefe bewohnte» Stück deS Meeresgrundes dem Auge bieten müßte. Zum Fange aller dieser Thiere find zahlreiche Netze noth- wendig, welche mit den gewöhnlichen Fischernetzen nur sehr geringe Aehulichkeit haben und an Drahtseilkabeln bis zur Tiefe von mehreren tausend Metern herabgeloffeu werden können. An Bord find große Laboratorien zur Untersuchung der eben gefangenen Thiere und zu deren Couservtrung ein­gerichtet, tu welchen sechs Zoologen, ein Botaniker, ein Chemiker, ein Physiker und eia Photograph arbeiten.

Die Thierwelt der Meere um den Südpol herum weist eine augenfällige Aehulichkeit mit jener der Nordpolarmeere auf, während, wie da» Beispiel Australiens und OceanteuS beweist, die Thiere des Festlandes der südlichen Halbkugel von denjenigen unserer Länder meist grundverschieden sind. Man kann sich dies nur dadurch erklären, daß mau annimmt, I daß noch heute in deu größten Tiefen, in welchen die Trmpc- ratur der äquatorialen Meere nur wenig höher ist als in deu Polarmeereu, eine Wanderung und ein Austausch der Lebe­wesen von Pol zu Pol statifindet, und eS wird eine der Hauptaufgaben der Expedition sein, zu untersuchen, ob diese Annahme auf Wahrheit beruht.

Auch die Kenntuiß der Meeresströmungen im Indischen Ocean zwischen dem Cap der Guten Hoffnung und Aden, über welche bi» jetzt so gut wir nicht» bekannt ist und welche bei der Lage der drutsch-ostafrikauischen Coloute erhöhtes Ju­tereffe bieten, soll nach Möglichkeit gefördert werden.

Im Verhältniß zu unserer Kenntnis» vom Laude ist die­jenige deS Meeres gering zu nennen, und eine gut ausgerüstete Expedition vermag sich die schönsten wiffrnschaftlichen Lorbeeren zu verdienen, wie das Beispiel der Challenger-Expedition auS den Jahren 1872 bis 1876 beweist, deren epochemachende Ergebntffe erst in diesem Frühjahr nach mehr al» zwanzig­jähriger Arbeit vollendet wurden und in Gestalt von 60 dick­leibigen Quartbäuden im Drucke vorltegeu.

Möge e» auch den deutschen Forschern beschirden sein, auf ihrer Reise dem unverwelklichen Kranze deutscher Wissen- schäft ein neues ehrenvolles Blatt einzufügeu.

oder die persönliche Freiheit de» Arbeitgebers gefährdet, be« schränkt oder aufgehoben wird. Zwangsrechte darf im öffent­lichen Leben nur der Staat zum Besten der Gesammtheit üben- der Staat würde die Grundlage seine» Dasein» auf­geben, wenn er duldete, daß von irgend einer privaten Stelle ein offener oder versteckter, mittelbarer oder unmittelbarer widerrechtlicher Zwang geübt wird. E» ist aber auch ferner zu erwägen, ob nicht die Arbeiter-Bevölkerung nachdrück, lichst gegen solche Personen geschützt werden muß, welche gewerbsmäßig, unter Vorspiegelung falscher Thatsachen die Arbeiter zur Niederleguug der Arbeit verleiten und damit vielfach unsägliche» Elend über jene Arbeiter und deren Familien herbetführen. Wenn der Kaiser den festen Willen bekundet hat, zu veranlaffen, daß diesen gemeinschädltcheu Mißbräuchen der Coalitiousfreiheit wirksamer entgegengetreten wird, so hat er sich damit den Dank aller Derer verdient, welche in der persönlichen Selbstbestimmung de» Individuum» den Grundstein jeder bürgerlichen Freiheit erblicken. Der Kaiser hat nur die allgemeine Marschrichtung angedeutet- den geordneten Organen de» Reiche» liegt ob, dieser Aller­höchsten Willen»meinung gesetzlichen Au-druck zu geben."

M.P.C. Berlin, 13. September. Man hat berechnet, daß durch die Herstellung de» Mtttelland-Canal» bet Zugrundelegung des jetzigen GüterversaudtS eine jährliche Ersparniß an Transportkosten von 35 Millionen Mark da» bedeutet fast die Hälfte der jetzigen Eisenbahn- frachtsätze eintreten würde. Im Jahre 1896 tmporttrteu wir au« England 4 Millionen Tonnen Steinkohlen, während der Kohleuconsum Deutschland» seine Kohlevproductiou nur um etwa 2 Millionen Tonnen übersteigt. Auch die deutsche Rohetsevproduction sieht in der Verbilligung der Frachtkosten die einzige Möglichkeit, an den Production»kosten Ersparuiffe zu erzielen.

Wie wir erfahren, werden demnächst Verhandlungen in die Wege geleitet werden, um eine internationale Verständigung über die denkbar nachdrücklichste Bekämpfung de» Anarchismus herbeizuführen. Sollen diese Verhandlungen von Erfolg begleitet sein, so muß sich in erster Linie die Schweiz bereit findm, mit ihrem jetzigen Gewohnheitsrecht zu brechen, wonach jeder Cantonfrei" and selbständig für sich vorgeht und eine cantonale Regierung von der andern nichts weiß.

ArrrUrud

Wien, 13. September. Der Kaiser empfing heute in besonderer Audienz den Baron Bauffy, der dem Kaiser das Beileid de» Ministerraths und de» ungari- fchen ReichSrathe» aussprach. Eine politische Bedeutung hatte die Audienz nicht.

Wien, 13. September. DerFrankfurter Zeitung ist das Postdebit für Oesterreich entzogen worden.

Genf, 13. September. Heute Vormittag ist aus Wien der Hofstaat der Kaiserin Elisabeth eiugrtroffen. Sämmtliche Herren begaben sich zu Wagen in da« Hotel Beau Rivage, wo alsbald die Schließung des Sarges in Gegenwart der Vertreter der Behörden erfolgte.

Genf, 13. September. Luccheui wurde heute anthro- pomerrifch gemeffeu und photographirt. Er verwahrte sich gegen die Behaup ung, Complicen gehabt zu haben.

Verariföto.

Wetzlar, 13. September. Ein schweres, bedaueru»- wertheS Unglück hat sich heute Nachmittag in der Langgaffe zugetrageu. Ein aus zwei anetnaudergekuppelten Wagen be­stehendes Fuhrwerk einer hiesigen Speditionsgeschäfts fuhr durch genannte Straße, als da- 3jährige Töchterchen Anna des Schreibers Franz Hartung unter die Räder de« einen Wagen» gerieth, welche dem armen Kinde den Kopf zerdrückten. Die Kleine war trotz der sofortigen Hülfeletstung durch den Herrn Heilgehülfen WirrSdörfer, vor deffen Hause der Un- glückSfall pasfirte, nicht wehr zu retten. Sie konnte den Eltern nur tobt in» HanS gebracht werden.

Hitze in London. Die Tage scheinen noch immer heißer werden zu wollen. Der letzte Donnerstag ist der heißeste Tag de« Jahres in London gewesen. In der Säulenhalle des Britischen Museum» stieg der Wärmemeffer auf SU/, Grad Fahrenheit im Schatten. Seit 1868 hat man keinen so heißen S Ptember in England erlebt. Am 7. d. MtS. zeigte daß Thermometer am astlonomifcheu Observatorium in Grenwich 92 Grad tm Schatten. In keinem anderen September seit 57 Jahren ging der Wärmemeffer über 89 Grad Fahrenheit hinaus.

Die Diamanten, welche die junge Königin von Holland bei der Eiusetzuugsfeier getragen hat, bilven eine eigene Episode in der Crimiualgeschichte. In der Nacht vom 25. Sep­tember 1829, al» Holland und Belgien noch unter eine Krone gehörten, brach eine verwegene Diebesbande in da» Brüsseler KönigSschloß ein und raubte den Schmuck der Prinzessin von Oranien, die sich an der See befand. Alle angestrengten Nachforschungen blieben erfolglos. Erst nach einem Jahre erzielte die ausgesetzte Belohnung von 40,000 Mk. den Er­folg, daß sich bet dem niederländischen Residenten ein Franzose Namens Roumage meldete, der gegen die schriftliche Zusage, daß ihm die Belohnung ausgezahlt würde, den Bersteckplatz ! deS Raubes zu nennen versprach. Ein Italiener Polart hatte die Juwelen über den Ocean gebracht und seiner Ge­liebten anvertrant, daß sie in der Nähe von Brooklyn der- graben wären. ES wurden zwar bit meisten Edelsteine ge­funden, doch fehlte noch mancher Juwel. Roumage und die Dame" entflohen nach Ruroga, da ein Theil deS Geraubten noch in Belgien versteckt war. Bon der Polizei gefangen, gaben sie die Beute heraus.

* Zollcuriofa. Ein französischer Journalist begab sich, wie da»Journal de» Dädatß" erzählt, im betroffenen Winter nach Brüssel. In seinem Gepäck hatte er ein Paar Schnürschuhe, die er noch nicht getragen hatte- da» l kann Jedem passiven, und der Zeitungsmann war sich keine»

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verbrechens bewußt. Der belgische Zollbeamte, der da« Ge­päck au der Grenze untersuchte, war nicht der Ansicht. Der findige" Zollbeamte spürte sofort die neuen Schuhe auf und fragte mit der feierlichen Amtsmiene eines Großinquisitor»: Was ist da» hier?"Das find wahrscheinlich Schuhe," erwiderte der Journalist, der den Ernst der Situation nicht begriff.Neue Schuhe?"Jawohl, ganz neue Schuhe." Aber dann müssen Sie ja Zoll zahlen, wissen Sie das?" Er wußte, daß er mußte, und er zahlte. Der Herr hat un» selbst die Quittung gezeigt, auf welcher der ganzen Mit- und Nachwelt mitgetheilt wird, daß er 4 Francs 50 Cts. bezahlt hat, weil ergegerbtes Leder" nach Belgien importirte. Gegerbte» Leder" al» Bezeichnung für neue Schuhe ist ohne Zweifel ein ebenso origineller al» dichterisch verwendbarer Ausdruck. Aber die Herren Zollbeamten haben noch weit gewähltere Ausdrücke. Da» sollte jüngst ein schweizerischer Anthropologe erfahren. Der Gelehrte kehrte von einer patagouischen Forschungsreise zurück mit einer großen Anzahl Kisten, die patagonische und andere Schädel enthielten, die er wahrend seiner Wanderfahrten gesammelt hatte. Die schweizerische Zollbehörde öffnete die Kisten und gerieth in die größte Bestürzung und Ausregung. Solche Waare hatte mau noch nie gesehen. Nach langen Berathungeu theilte mau dem Anthropologen mit, daß seine Schädel wie gewöhnliche Knochen behandelt werden und den Einfuhrzoll nach Gewicht, so und so viel für 100 Kilogramm, bezahlen müßten. Der gewissenhafte Gelehrte war empört und erklärte, daß e» eine Profanation fei, wenn man Ueberreste von Menschen wie ordiaäre Kaochen beß ersten besten Thiere» tox.ren wolle. Gegen alle Erwartung machte bieser sentimentale Beweiß- gruub Etnbruck. Die Zollwächter ließen bie sübamerikaulschen Schädel frei etnsühren, indem sie sie in folgender Weise rubrizirten:Gebrauchte Effecten halbwilder Völkerschaften".

Allerlei bayerische Mstubahuscherze erzählt ein Mit- arbeiter derAugßb. Abendztg." : Einem vor kurzer Zeit verstorbenen Schaffner der weiland Ostbahn ist einmal da» Nachwiegen eine» Bauern, der mitfahrenwollt-, ichlecht bekommen. Al» der Zag schon nahe am Absahren war, kam der ziemlich beleibte Landmann schweißtriefend augestapfc und rief:I will a no mit, a Billet, a Bittet I" Der Schaffner sagte:Halt, dös geht net so g'ichwind, mir Ham a so scho z' schwer nab Du host Urbergewicht. No jo, schnell stell Di auf b* Wag', mer woll'n sehen." Der Bauer würbe ge- wogen.Meinetwegen, geht no, mach, baß b a Billet kriagst." Der Schaffner würbe vor bie Ausfichtßbehörbe be­fohlen uub bekam 5 Gulden Strafe zugemeffen mit dem Vermerk:DaS Bauernwiegen muß für alle Zukunft unter- bleiben." An Gemüthlichkeit fehlt ja auch bet den heutigen StaatSbahneu noch nicht. Am Bahnhof in Dteffen wurde kürzlich ein Placat angeschlagen:DaS Boraußgehen vor bet Locomotlve auf dem Geleise ist bet Strafe verboten, ebenfo daß Auf- und Abspringen während der Fahrt." Der Misse-

thäter wurde nicht entdeckt.

Der bekannte Anatom an der medictntschen Hochschule zu Cambridge, Prof. Mr. Buxthorn, faß einmal spät AbendS ganz allein in seiner Wohnung, welche eine Steife von vier Zimmern bildete, an seinem Studirtisch. Plötzlich tritt ein Mann herein, wirft einen raschen Blick durch da» Zimmer, und da er Niemanden darin sieht, schreitet er hastig auf den Professor zu und sagt kurz und barsch:Wir find allein, machen Sie keine Umstände, geben Sie all Ihr Geld her, oder" und dabei machte er eine sprechende Geberde mit der Hand, welche einen scharf grschl ffenen Dolch auß bet Brustrasche bc» Rocke» zog. Der Professor sieht stumm ben Fremben, bann den Dolch an und beugt sich über den Schreibtisch, alß wollte et auß bet Schublabe etwas holen. Der Frembe hält ben Dolch gezückt übet de» Professor» Nacken, um ihn, wenn er btc geringste Miene machen sollte, etwa seinen Revolver oder sonst eine Waffe auß dem Schubfach za ziehen, augenblicklich niederzustoßen. Da plötzlich ertönt auß dem Nebenzimmer, deffen Thüre offen war, eine dumpfe Glimme:Fürchte nichtß, ich komme Dir schon zu Hilfe." Dieß hören und mit einem ärgerlichenHa, Teufel, er ist doch nicht allein" noch eiliger alß et erschienen war, davon- laufen, war für den Fremden die That zweier Secunden. Der Professor richtete sich langsam auf, ging bann dem Gauner nach, aber nicht um ihn zu verfolgen, fonbrni um zur Bewahrung vor weiteren ungebetenen Besuchen die Thür hinter ihm abzuschlteßen und setzte sich wieder ruhig an seine« Studirtisch. Alß er am andern Tag die Geschichte einem seiner Freunde erzählte, und dieser ihn fragte, wer sein Retter tm Nebenzimmer gewesen, erwiderte der Professor mit trockenem Lächeln:Mein verstorbener Vater."Ihr ver­storbener Vater?"Nun ja, denn der hat mir immer gesagt: Junge, lerne jede Fertigkeit, die Du Dir nut au- eignen kannst, denn Du weißt nicht, wann sie Dir von Nutz« sein kann, und wärß auch daß Bauchteden. Und da hatte ich mich denn in meiner Jugend im Bauchreben geübt, daß mit denn auch bleßmol wirklich einen großen Dienst erwieß.

Hebet altes Elfenbein und bie Slefautenjagd am Congs berichtet G. van ben Kerckhove inLe Mouvement göo- graph qae". Er tritt zunächst der In Europa verbreiteten Ansicht entgegen, alß ob jebeß Paar auß Afrika auogeführter Zähne einen deshalb geiödteten Elefanten bedeute, und »tu die Furcht Derjenigen nicht gelten lassen, die glauben, bah der Elefant in allernächster Zeit ausgerottet fein würbe. Kerckhove belegt seine Behauptungen nut Thatsachen, die er in Antwerpen, da» seit vier Jahren der Hauptstapelplatz A Elfenbein geworden ist, festgestellt hat. Im Jahre 189< wurden dort z. B. 29985 Zähne verkauft, eS müssen danaa 14993 Elefanten getödtet worden sein. Nun besteht aber nut der kleinste Theil diese» Elfenbeins au» frischen Zähnen von kürzlich getöteten Elefanten, nämlich 8539 Stück. De» Unterschied zwischen altem nnd frischem Elfenbein ist leicht feftzastellen. Alte» Elfenbein hat in der Erde ober auf be» Boden gelegen uub zeigt eine rauhe, verwitterte Oberfläche» längere Lagerung in bet Erbe bilbet da» Elfenbein langfa» in eine zerbrechliche, kreidige Substanz um. Die UmbUbmii

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