Ausgabe 
15.6.1898 Zweites Blatt
 
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Nr. 137

Erscheint tügNch eit Ausnahme de- Montags.

Die Gießener M-mitien-lätter enden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt.

Zweites Blatt. Mittwoch den 15. Juni______________________

Gießener Anzeiger

isos

gleiepfttU

»ierteljLhrtich

2 Mark 20 Pfß monatlich 75 Pftz. mit vringerleh«.

vei Poftbezuß 2 Mark 50 Pf,.

vierteljährlich.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den ßntgendm Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

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Alle Anzeigen-KermittlungSstellen d«S In- und AuOlawlH nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entere

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Gratisbeilaye: Gießener Familienti lütter.

Sdreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze».

Fernsprecher Nr. 51.

Umtlid?cr Theil.

Bekanntmachung,

bett. RetchStagswahl.

AlS Stellvertreter der wegen Verhinderung der Großh. Bürgermeister zu Wahlvorstehern eruaooten Großh. Bei­geordneten ernennen wir

für Bellersheim daS Gemeinderath-mitglied Ludwig Müller III.,

für Großen Buseck den Gutspächter Es au,

für Inheiden daS Gemeinderath-mitglied Heinrich

Eichelmann, n Langsdorf Heinrich

Roth XL, Trais Horloff Karl

Schneider, für Wettershain der Peter Sann,

Gießen, den 13. Juni 1898.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

__________________________v. Gagern.__________________________

Bekanntmachung.

ES wird hiermit zur öffentlichen Krnntniß gebracht, daß infolge Beurlaubung des Großh. Distrikts-Einnehmer» Rendanten Stroh zu Gießen durch Verfügung Großh. Ministeriums der Finanzen, Abtheilung für Steuerwesen, vom 4. d. Mt»., der Großh. Steueraffeffor May zu Gießen mit der interimistischen Verwaltung der Großh. Distrikts- tzinnehmeret Gießen II beauftragt worden ist.

Gießen, ben 11. Juni 1898.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

___________________v. Gagern.___________________

Bekanntmachung, betreffend: Die Berliner Btehverficheruogs-Gefellschaft a. G. ,BerttaS"; hier Zulassung derselben zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Hrffeo.

Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Keontniß, daß Oroßh. Ministerium des Jnneru der obengenannten Gesell- schäft die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum »ater den üblichen Bedingungen auf Widerruf und mit der Maßgabe ertheilt hat, daß Berficherungen von Rindvieh »icht abgeschloffen werden dürfen.

Gießen, den 13. Juni 1898.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.__________________

Deutsches Reich.

Darmstadt, 13. Juni. Wie ein Prioattelegramm der ^Darmst. Ztg." aus Laxenburg meldet, werden Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Groß- Herzogin heute Abend von dort abreisen und morgen Mittag 22 Ubr 7 Min. hier ankommen.

Berlin, 13. Juni. Reichskanzler Fürst Hohenlohe, welcher heute au- Paris hier eintrifft, begibt fich io den »ächsten Tagen auf feine Besitzungen nach Werkt.

Berlin, 13. Juni. Heute vormittag fand anläßlich deS kOjährigeu Bestehen- der hiesigen Schutzmann- Schaft auf Befehl de- Kaiser- auf dem Schlohhofe ein Gottesdienst statt, welchem der Kaiser beiwohnte. Nach der Festpredigt hielt der Kaiser eine kurze Ansprache an die Versammelten.

Berlin, 13 Juni. DerReichSanzeiger" veröffentlicht Beate einen Erlaß de- Katfer- an den Minister bi0 Innern, in welchem der Schutzmannschaft zu Berlin zur dauernden Erinnerung an daS 50jährige Jubiläum derselben h Anerkennung der von ihr geleisteten treuen Dienste eine Helmspitze mit der Aufschrift:In Treue fest" zwischen den Jahreszahlen 1848 und 1898 verliehen wird. Zugleich »ird in dem Erlaß mit-'ethetlt, daß der Kaiser dem Polizei­präsidium als Zeichen seine- Wohlwollen- sein Bildniß zum Geschenk macht.

Berlin, 13. Juni Heute vormittag ist ein Boot, welche» dir Arbeiter eine- Neubaue- über die Spree bei Eharlottenbrunn befördern sollte, mit 15 Mann unter- gegangen. Eine Anzahl Arbeiter wurde gerettet. Bier wurden bisher als Leichen au- dem Waffer gezogen. Man b lfürchtet, daß noch einige Personen ertrunken find. Nach ihren Leiwen wird eifrigst gesucht.

Berlin, 11. Juni. Der Prozeß Grünenthal. Die Anklage gegen G'ünemhal wegen Münzfälschung und Diebstahl» ist nunmehr der Berliner Strafkammer zugegaugen,

so daß die Strafsache vorauSfichtlich in der nächsten Schwur- gericht-tagurg zur Verhandlung kommen wird. Neben Grünenthal werden in dieser Sache deffeu Geliebte Elly Goltz und die Hebamme Eichler auf der Anklagebank erscheinen, welche beide beschuldigt werden, fich zu dem Münzverbrechen bezw. dem Diebstahl der Begünstigung schuldig gewacht zu haben. Unabhängig hiervon geht die Anklage, welche gegen Slly Goltz, deren Mutter und Großmutter wegen verbrechens gegen da» keimende Leben bezw. Kuppelei erhoben ist, und die vor der Strafkammer zur Verhandlung gelangen wird. War den Diebstahl anbetr fft, so handelt es fich bekanntlich um die Entwendung von 250 000 Mk. in Banknoten der Retchsbrvckerei; die Münzfälschung soll fortgesetzt seit dem Jahre 1891 betrieben worden sein. Die Schuld der beiden Frauen soll darin bestehen, daß sie ein Packet dem Grünen­thal gehöriger Aktien verborgen haben. Als Gutachter der ia Betracht kommenden Behörden über da» Verfahren bei Anfertigung der Banknoten und dir Möglichkeit einer Fälschung fuvgiren der Geh.-RegierungSrath Ulrich Wendt zu Berlin und der Postrath Otto DtbeliuS zu Groß-Lichterfelde. Die vertheidigung der Angeklagten liegt in den Händen der Rechtsanwälte Henschel, Dr. Schwindt und Dr. LubSzynSki. Für die Angeklagte E chler, deren Betheiligung au der ganzen Affaire anscheinend nur eine untergeordnete gewesen ist und die fortgesetzt behauptet, bei Empfangnahme deS Packet» den Ursprung derselben nicht gekannt zu haben, hat Rechtsanwalt Dr. LubSzynSki die Einstellung deS Verfahrens beantragt.

Berlin, 11. Juni. Unter dem TitelDie Deutschen in Oesterreich und da- Deutsche Reich" schreibt die Köln. Ztg.": Neuerding- hat der bekannte deutsch-nationale Abgeordnete Wolf im Wiener Abgeordnetenhause die Hoff­nung ausgesprochen, daß die deutschen Brüder im Reiche nicht zulafseu werden, daß die Deutschen Oesterreichs auf dem Boden liegen; in dem Augenblick der höchsten Gefahr werde man fich in Deutschland erinnern, daß eS fich nicht um eine Sache der Deutschen Oesterreichs, sondern deS Deutschthum» in aller Welt, um eine Sache deS Deutschen Reiche» handle. Wir glauben den unermüdlichen Vorkämpfern de» berechtigten Deutschthum» in Oesterreich einen Freundschaftsdienst zu er­weisen, wenn wir fie rechtzeitig davor warnen, einen der­artigen Gedankengang auf die Spitze zn treiben. Wir möchten N'cht durch unzeitgemäße» Schweigen Hoffnungen erweckt sehen, b'e in diesem Sinne fich schwerlich je verwirklichen lassen. E» ist selbstverständlich, daß die Sympathien, die au» dem Deutschen Reiche ben Deutsch-Oesterreichern naturgemäß zu- gewendet werben, eine fest umzogene Grenze haben müffen, nämlich bieselbe Grenze, welche umgekehrt ben fest ge­wurzelten Sympathien ber Deutsch Oesterreicher für daS Deutsche Reich gewiesen finb. So warm bie Sympathien für die um bie beutsche Sprache unb bie deutsche Cultnr hart und schwer kämpfenden deutschen SiammeSgenoffen in Oester­reich für alle urtheilsfähigea Angehörigen des Deutschen Reiche» find und bleiben werden, so ist eS doch völlig au» geschloffen, daß auS dem Deutschen Reiche heraus irgend ein Eingriff in die österreichische Machtsphäre erfolgen wird, der beabsichtigen könnte, auf bie Austragung dieses Kampfes einen Einfluß zu üben. Die Deutschen im Deutschen Reiche vertrauen fest, daß ihre StammeSgenoffeo in Oesterreich Manne» genug sein werden, im inneren Kampf mit den übrigen Angehörigen der habsburgischen Monarchie selbst ihren be­rechtigten Forderungen unb Wünschen zum Siege zu verhelfen. Im Deutschen Reiche würde man jede LoSlvsung eine» deutschen Gebiete- von Oesterreich als eine schwere Schädigung des befreundeten Kaiserreichs betrachten, unb unter keinen Um» stäuben würbe man bie AuSbehnung der RcichSgrenzen auf solche von ihrem angestammten Herrscher abgefallenen Ge- bietStheile al» einen Gewinn für da» Deutsche Reich ansehen. Wir haben keine Ursache, bie im Jahre 1866 mit weiser Urberlegung vollzogene Scheidung zu bereuen unb auch nur theilweise rückgängig zu machen. Die brutschen Grenzen find fest umzogen, unb eine AuSbehnung derselben wird von keiner überhaupt ernst zu nehmenden Seite in Deutschland augeftrebt. Entgegengesetzte Treibereien im Ausland können bei uns jeder Zeit auf die entschiedenste Zurückweisung reckmen.

Wien, 10. Juni. Wie dieN. Fr. Pr." meldet, wird da» Programm für die großen osficiellen JubilSum»- festlichkeiten in den ersten Decrmbertagen ds. I». unter Leitung dcS Erzherzogs Franz Ferdinand vorbereitet. So weit bisher Notifikationen vorliegen, werden sämmtliche Staaten Europas unb auch viele außereuropäische Länder bei ber Huldigungsfeier vertreten fein. Bon gekrönten Häuptern

werden Kaiser Wlhelm II, König Albert von Dachsen, der Großherzog von Hessen und wahrscheinlich noch einige deutsche Fürsten persönlich in Wien erscheinen. Ob Czar Nicolau- persönlich in Wien erscheinen oder fich durch einen Großfürsten vertreten laffen wird, ist noch nicht bestimmt. Der englische Hof wird durch den Prinzen von Wale-, der italienische durch den Kronprinzen Victor Emanuel vertreten sein. Hauptpunkte bc» Programm» werden die Empfänge der Deputationen der Kronländer unb Ungarns, sowie der Armee bilden. Sämmt­liche Provinzhauptstäbte unb auch viele hervorragende Pro- vinzstäbte, ferner zahlreiche industrielle und andere Körper­schaften werden Deputationen nach Wien entsenden. Einen hervorragenden Antheil an dem Huldigungsacte wird die Armee nehmen, welche durch die gesammte Generaliiät unb wahrscheinlich auch durch Deputationen der einzelnen Eorp» ober vielleicht auch aller Regimenter vertreten fein wirb. Heute steht schon fest, baß Deputationen sämmrlicher fremd­ländischen Regimenter, deren Oberstinhaber der Kaiser ist, nach Wien entsendet werden.

Wie», 13. Juni. Die mittelst kaiserlicher Entschließung erfolgte Vertagung de» Reich-rathe» hat, trotzdem dieselbe erwartet wurde, bei allen Parteien große» Aufsehen erregt, wird aber seitens der gemäßigten Deutschen gut ge­heißen und als einziger sicherer Ausweg bezeichnet, um weiteren bewegten Zwischenfällen und einer noch heftigeren Erbitterung der Parteien ein Ende zu machen. Bon informirter Seite wird versichert, daß die Regierung im Herbst ben ReichSrath neuerding» einberufen unb alle in letzter Zeit eingebrachte Gesetzentwürfe mit Hülfe be» § 14 zur Durchführung bringen wirb.

Wien, 13. Juni. Die Meldung deS>Pestcr Lloyd", bie Regierung werde die Sprachen-verordnungen fo lange aussetzeu, bis ein Sprachengesetz zu Stande gekommen sei, wird bter als unzutreffend bezeichnet.

Innsbruck, 13. Juni. Infolge starker Wolkenbrüche ist der Inn mit seinen Nebenflüffcn stark geschwollen. In allen Thälern stehen Felo und Wiesen unter Waffer. Die Fluß-Niederungen find bis zur bayerischen Grenze über­schwemmt. Die Heuernte ist vernichtet.

Budapest, 13. Juni. Im Eomitat Haidu kam e» bei der Aufnahme von Schnittern zu einem blutig en Ren contre. Zwei Gen-darmen wurden mit Sensen und Knütteln von den Schnittern angegriffen. Ein Arbeiter wurde geiltet, sieben lebensgefährlich verletzt.

New-York, 13. Juni.Evenning N wS" bestätigt in einer Washingtoner Meldung, daß da- Staattdepartement von Honkong eine Drahtung empfangen habe, wonach Manila capitulirt habe. Ob e» sich Deweh oder den Insurgenten ergeben habe, sei unbekannt.

New-Vork, 12. Juni. Ein Brief au» Tampa vom letzten Mittwoch meldet, baß General Shafter bereit ge­wesen sei, auf 30 Transportschiffen mit Man ischasten ab­zufahren, al» von New-Aork bie Weisung kam, bie Abfahrt aufzuschieden. Die Ordre erfolgte daraufhin, weil man erfahren hatte, daß vier spanische Kreuzer und zwei Torpedo­boote die Landungstruppen überfallen sollten. In Tampa sind Borkehrungen getroffen für einen etwaigen Angriff der Spanier.________________________

CtcaUt rind provlnzieUes.

Gießen, ben 14. Juni 1898.

Militärisches. Im Nachsommer wirb in Mainz die ganze Großherzoglich Hessische Division concentrkt, um gegen einen markirten Feind zu operiren. Die hier garnisonirenden preußischen Regimenter werden in Zeit an ben bei Marburg stattfindenden Manövern de- 11. Armeekorps theilnehmen.

* Postalische». Da» Amtsblatt de» Reich-Postamt» ver­öffentlicht Verfügungen de» Staatssekretär» de» Reichs- Postamt», betreffend Telegrammübermittelung durch den Fernsprecher, die vom 1. Juli bss. IS. ab zunächst versuchsweise erfolgen soll. Die Gebühr für da» Zuiprechen des Telegramm» beträgt ohne Rücksicht auf bie Wortzahl 10 Pfg. Bei Aufnahme abgehenber Telegramme beträgt die Gebühr 1 Pfennig für da» Wort, mindestens jedoch 20 Pfennige.

* Erfrischung der Eiseubahnconps». Bon jetzt ab sollen an heißen Tagen die Böden in den Wagenabtheilungen bei Schnell- und Personenzügen auf der Abgangsstation mit Wasser besprengt werden, um den Fahrgästen die Reise erträglich zu machen.

Radfahren in Hessen. DieKöln. Ztg." schreibt: Im Großherzogthum Hessen ist kürzlich auf Grund eine» LandeSgesetzeS eine Ministerialverorbnung Über da» Rad-