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15/06/1898 Erstes Blatt
 
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da« Baucapital gestiftet haben, den Schwestern unb vielen Freunden und Freundinnen bei Vereins waren die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der bürgerlichen «nb kirchlichen Armenpflege, sowie der Spar- und Leihkaffe, der der Verein für viele und große Wohlthateu zu bleibende» Dank verpflichtet ist, erschienen. Auch die Frau Oberin des Darmstädter DiaconiffeohauseS und deren Stellvertreterin, Schwester Luise Wolf, unsere erste Schwester, die 14 Jahre hier thätig gewesen war und noch io treuem Audeukeu steht, waren von Darmstadt gekommen, um au der Feier theil- zunehmen. Eine Anzahl Etngeladener, darunter Herr Oberst von Madat, waren am Erscheinen verhindert, und hatten darüber ihr Bedauern ausgesprochen. Herr Pfarrer Dingel- dey hatte aus Darmstadt einen telegraphischen Gruß gesandt. Der stattliche Bau, der schon bis zur Tockelhöhe gediehen ist, war festlich mit Fahnen und frischem Grün geschmückt. Auch die Gunst des Wetters war der Versammlung hold, obwohl der Donner in der Ferne grollte, und einen Augen­blick Regen drohte. Die Feier wurde durch Gesaug des KaabenchorS der Stadtkirche unter der Leitung ihres Dtri- genteo, Herrn Lehrer Görlach, eröffnet.Jauchzet dem Herrn alle Welt", so klang der hundertste Psalm gar erhebend aus den frischen jungen Sehlen. Dann hielt der Borfitzende des Vereins, Herr Pfarrer Schloffer, die Festrede. Er begrüßte die Versammlung und dankte für ihr Erscheinen und die damit dem Werk erwiesene Thetlnahme. ES bedürfe deren auch sehr. Als der Verein vor zehn Jahren sein erstes Haus erbaute, habe er als Grundlage dafür die Jubiläums- Stiftung der Spar« und Leihkaffe im Betrag von 20000 Mk. und an weiteren gesammelten Gaben noch ca. 12000 Mk. zur Verfügung gehabt, sodaß er noch Geld genug übrig be­halten habe, um damit ein weiteres Haus zu kaufen uud sein MtethSpatronat zu beginnen. Für den jetzigen Bau werde wohl die vierfache Summe oöthig sein, und dazu habe er, außer dem alten Hause, das verkauft werden solle, fast nur geliehenes Geld, und das noch nicht ausreichend. Er sei auch für diese Darlehen sehr dankbar, zumal fie ihm so willig und freudig ohne hypothekarische Sicherung uud zu geringem Zinsfuß dargeboten worden seien. Trotzdem sei er kein Leichtsinn, der den Verein in dies Unternehmen getrieben habe. Das stettge WachSthum der Arbeit, der Zahl der Schwestern und der Krippe, die den Verein zuerst aus der bescheidenen Wohnung drüben im städtischen Hospital in die Lonystraße geführt, habe auch diesen Neubau zur zwingenden Rothwendigkeit gemacht, und das Vertrauen zu der schon so reichlich erfahrenen Hilfe Gottes uud der Menschen habe ihn dazu ermuthigt. Auch das Entgegenkommen der städtischen Behörde, vor allem bei Herrn Oberbürgermeisters, woburch allein bet Bau an dieser Stelle ermöglicht worden sei, habe ihn in der Ueberzeuguug bestärkt, daß er es wagen dürfe. Besonder» froh und dankbar sei der Verein für das gute Vertrauen, das man ihm schenke. ES habe Zeiten ge­geben, in denen mau immer gewarnt habe, doch ja nicht zu viel zu unternehmen. Das sei anders geworden. Mau wisse nun auch tu weiteren Kreisen, daß der Verein nicht aus blinder Thateolust seine Arbeit ausdehne, sondern daß sich die« WachSthum mit innerer Nothwendigkeit auS den Bedürfatsien der Arbeit der Armenpflege, die, je iutenfiver fie arbeite, immer weiter neue Nothstände aufdecke, von selbst ergebe. El liege daS auch im Wesen der barmherzigen Liebe, daß fie nicht ruhen könne. Es sei keineswegs die Meinung de» Vereins, wenn er das große HauS baue und darin allerlei neue Arbeiten tu seinen Bereich ziehe, daß er damit die LiebeSthätigkeit für feine Schwestern monopolifireu wolle. Im Gegentheil fei es von jeher sein Bestreben gewesen, möglichst weite Kreise in die persönliche Mitarbeit herein zu ziehen, und er suche Arbeitsgemeinschaft mit allen, die auf dem gleichen Gebiete thätig find, wie er z. B. stets engste Fühlung mit der städtischen Armeupfl.'ge gehalten habe. Aber allerdings sei das der Wunsch, mit dem heute der Grundstein zu diesem Hause gelegt werde, daß es ein Feuer­herd der barmherzigen Liebe werden möge, von dem daS heilige Feuer tu die Gemeinde hineingetragen werde und viele Herzen erwärme. Dazu solle tu diesem Hause diese Liebe gepflegt werdeu auf dem Grunde deS Glauben! au die heilige GotteSltebe, die tu Jesus Christus erschteuen ist. In den Schutz dieser Liebe sei dies HauS, die daran arbeiten und die einst darin ein-und auSgehen, befohlen! Nach einem kurzen Gebet uud Verlesung der die Vorgeschichte des Baues enthaltenden Urkunde wurde von den Werkleuteu die Kapsel eingelassen und der Grundstein gerichtet. Dann erfolgten die üblichen drei Hammerschläge seitens der dazu Geladenen. Wir theileu die dabei gesprochenen Weihesprüche, soweit wir fie von den Bethetligten erhalten konnten, mit. Herr Pfarrer Schlosser:So spricht Jesu«:©In neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereiuander liebet, gleichwie ich euch geliebet habe. Dabet wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt."" Zur Wrrkflätte dieser Liebe sei diese» Hau» geweiht, Gott zur Ehre! Der Gemeinde zum Dienst! Dem Elend zum Trost!" Herr Gehetmrath Provinzialdtrector von Gagern:Selig find die Barmherzigen, denn fie werden Barmherzigkeit er­langen". Herr Oberbürgermeister Guauth:Immer klarer und weiter verbreitet fich die Ueberzeuguug, daß die großen sozialen Aufgaben der Gegenwart nicht zu lösen find mit dem Verstand allein, daß e» dazu vielmehr vor allem auch de» Herzen» bedarf; ein thaiktäftiger Vertreter solcher Ge- finnuug tu uoserer Stadt war jeder Zett der all­gemeine herein für Armen- uud Krankenpflege: es sei ihm beschieden, wie im alten, so Im neuen Hause, da» wir heute gründen, zu wirkenvon Herzen zu Herzen", den Armen zum Trost! Den Kranken zum Heil! Der Stadt zum Gegen!" Se. Magmficenz, der Rector der Uaiverfltät, Herr Prof. Dr. Sp engel:Thue, was des Lohne» werth ist, und begehre keinen" (M. Claudius). Der vorfitzende der städtischen Armendeputatton, Herr Beigeordneter Wolff:Dem Allgemeinen Verein, dem treuen Mitarbeiter, welcher seit langen Jahren der öffentlichen

Armenpflege unterstützend uud ergänzend zur Seite steht, wünsche ich Romeo» der Armeudepulation der Stadt von Herzen, daß, wie das bisherige kleinere Vereinshaus dem­nächst mit dem stattlichen größeren Bau, auf deffen Gründ- mauern wir hier stehen, vertauscht wird, so auch die Aufgaben uud Ziele des verein» immer au»gedehntere uud umfaffeudere werden, uud daß die Zahl der Freuude und Gönner de» verein» ständig wachsen möge, den Bedürftigen und Leiden­den unserer Stadt zum Segen!" Herr Pfarrer Dr. Nau­mann:Gott walt'», zu de» Hauses Bau auf dem Grunde der Glaubens, bet ben Segen vom Himmel herab holt; und zum Preis bet Liebe, bie weithin dem Nächsten freudig dient- und im Ausblick der Hoffnung, bie hinauf zum ewigen Leben sttebt! Aber bie Liebe ist bie größte unter ihnen!" Herr Pfarrer Dr. Grein, Vorfitzender der Helferabtheiluog:Wo der Herr nicht da» HauS baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. An Gotte» Segeu ist alles gelegen. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich uud fördere das Werk unserer Hände, ja, da» Werk unserer Hände wolle er fördern!" Frau Baron von Gagern, Vorfitzende bet Nähabtheilung: Gott segne ben Eingang und Au»gang aller Derjenigen, bk einst in btesem Hause ihre Heimath finden!" Schwester Julie Spannagel, Oberin de» Diacouiffeu- hause»Elisabethenstift" in Darmstadt:Jesu» Christus, gestern und heute, uud derselbige auch in Ewigkeit!" Schwester Anna Vtetor, Oberschwester der hiesigen Station: DeS Herrn Auge möge offen stehen Über diesem Hause Tag und Nacht!" Herr LaudgerichtSdirector Wiener, stell- vertretender Director der Spar- und Leihkaffe zu Gießen: Blühe und gedeihe als Spenderin des Heil» für Kranke und Betrübte!" Herr Archttect Stein:Wir wollen diese» HauS bauen zur Ehre Gottes und zum Wohle der Armen uud Krayken." Herr Architekt Meyer:Bei Errichtung eines solch edlen Werkes muß Geist und Hand das Erste fein; Fleiß und Liebe vereint, werdeu die Ausführung um so reichlicher fördern; daß daS Ganze gelingen möge und segens­reich der Allgemeinheit diene, gebe Gott!" Mit dem Ge­sang des LtedeS:Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" Seitens der Chorschule schloß die schöne Feier. Mögen die guten Wünsche, die allseitig dem Werke entgegen­gebracht wurden, reichlich in Erfüllung gehen, und wenn e» demnächst uoth thun wird, auch die offenen Hände nicht fehlen!

Zur ReichStagswahl. ES ist eine allbekannte und von den soctaldemokrattschen Führern wiederholt Öffentlich anerkannte Thatsache, daß die bei bet letzten Reichstag»- Wahl für soetaldemokratische Candtdaten abgegebenen Stimmen bei weitem nicht alle von Socialdemokraten, sondern zum großen, weun nicht zum größten Theil von Unzufriedenen aus allen Lagern und Ständen uud, wa» vor Allem bedeut­sam ist, von Unzufriedenen au» den verschiedensten Ursachen. Man kann tagtäglich von Leuten, die irgend Etwa» durch­setzen wollen uud die im Uebrigen herzlich wenig nach den socialdemokratischen Zukunft-Phantomen fragen, hören, daß fie, wenn ihrem Verlangen nicht entsprochen werde, Social- demokrateu werden würden. Mit der Ausführung dieser merkwürdigen Drohung hat e» daun zwar immer gute Wege, aber bei einer Wahl wird dann doch häufig der alte Groll hetvorgesucht, zur eigenen Entschuldigung gebührend auf­gefrischt, und dann wird unentwegtsocialdemokratisch" ge­stimmt. Und da» ist dann eine politische Sünde, bie gar nicht scharf genug gerügt werden kann. DaS Wahlrecht ist dazu da, damit die breiteste Allgemeinheit nach sorgsamster Abwägung aller in Frage kommenden gemeinsamen öffent­lichen Jntereffeu den Mann wählen kann, der diese Jntereffeu zum Besten deS Gemeinwohles wirksam zu vertreten im Stande I ist; sobald dieses vornehmste Recht de» Staatsbürgers aber zur Befriedigung rein persönlicher Jntereffeu oder gar zu persönlicher Rache mißbraucht wird, bann beweisen biefe Wähler eben, baß fie für bie Wohlthat eines fo bedeutsamen Rechtes nicht reis sind uud auch nicht entfernt die Verantwortung zu tragen vermögen, die das Gesetz jedem einzelnen Wähler auf­bürdet. E» ist gewiß nicht zu viel behauptet, wenn wir sagen, daß in einer derartigen politischen Urteilslosigkeit die denkbar schwerste Gefahr für das allgemeine und gleiche Wahlrecht liegt gibt fie doch den Reactionären den besten Anlaß, immer wieder gegen das Wahlrecht in feiner be­stehenden Form anzustürmen. Die Folgerung für die Wähler ergibt fich von selbst: Soll baß Wahlrecht nicht ernstlich burch bie Wählet selbst gefährdet werden, bann müssen alle N chtsozialdemokrateu geschloffen gegen bie socialdemokratischen Candtdaten stimmen. Uad nun ist die Parole für den 16. Juni: Mann für Manu heran an die Urne zur Siche­rung deS Wahlrecht», zur Kräftigung der guten Sache und zur Wahrung derjenigen Jntereffeu, die Alle gemeinsam haben! Die königlichste Handlung freier Männer" nennt der Amerikaner den Wahlac'. DaS ist er in der Thai. Die Stimmabgabe ist aber nicht nur ein Recht, fie ist, zumal unter ben heutigen Verhältnissen, eine ernste Pflicht, bie nicht scharf genug auf- gefaßt werden kann. Wohlan denn, Deutsche, denkt daran, daß am Tage der Wahl die Äugen der ganzen Welt auf Euch gerichtet find! Ihr vaterlandsliebenden Wählet, schließt Eure Reihen und beherzigt am 16. Juni die Mahnung des tiefpatriotischen geistigen Vorkämpfers bet bentschen Freiheits­kriege, Gottlieb Fichte!:Jeder Deutsche hat zu thun, als ob et allein sei und als ob lediglich vonihm allein daS Schicksal des Vaterlandes abhänge!"

** Vereins. Wanderfahrt del Gaues 9 bei Deutschen Radfahrer-Vundes. Im Anschluß an den bereit! mitgetheilten Aufruf, welchen dieWanderer, G. R. G.", in bet Sport- presse für diese große Veranstaltung am Sonntag den 19. bl. Mts. erlassen haben, find wir heute in bei Lage, dal nähere Programm auSzuglweise bekannt geben zu können. Danach ist el ben angemeldeten Vereinen gestattet, von ihrem Wohnort an! am SamStag ben 18. bl. Mt!., von 7 Uhr Abend! an, mit dem ZieleGießen Stein! Garten" auf beliebigen Wegen abzufahren. Die Ankunft muß spätesten!

bi! Sonntag den 19. er., vormittags 10 Uhr, erfolgt sei» und geschieht dann sofort die vorgeschriebene Controle durch die vorfitzeudeu de! Preilgerichtl, Herrn R. Seifferman» au! Frankfurt a. M. und Hermann Johl an! Offenbach a. M. Die Vereine find nach ihrem netto en Mitgliederstande in fünf Gruppen eingekeilt, deren jede mit drei werthvollen Preisen auSgestattet ist. Jede Gruppe wird für fich besonder!, jedoch alle Gruppen nach gleichen Grundsätzen gewerthet, wodurch ein Uebergewicht der großen Vereine gegenüber den kleineren vollkommen vermieden bleibt. Die Werthung selbst geschieht nach Punkten, und kommen hierbei hauptsächlich die ge­fahrenen Kilometer (75 Kilometer ist die kleinste zugelaffene Entfernung), ferner die Anzahl der Fahrer bei Beginn und am Schluß der Tour, sowie endlich die Durchschnitts- Geschwindigkeit während der ganzen Dauer in Betracht. Nachdem die Fahrer fich erfrischt haben werden, wozu aus­reichend Gelegenheit vorhanden sein wird, veranstalten die Wanderer, G. R. G.", ben Gästen ein Frühschoppen Concert in Steins Garten, zu dem das Gießener und auswärtige Publikum ebenfalls freundlichst eingeladen find. Um 12 Uhr findet gemeinschaftliches Mittageffeu ebendaselbst statt und daran anschließend um 2 Uhr ein großer Preiscorso durch die Straßen der Stadt nach der Harbt-Terraffe, woselbst ein Sommerfest Gäste unb Einheimische wohl recht lange zusammen- halten wirb. Die Preise für ben Corso, ber ebenfalls in zwei Abteilungen gefahren wirb, ftnb von benWauberern, G. R. G.", gestiftet und ebenso geben dieselben den Eintritt zu dem Sommerfest allen Besuchern, den Gästen sowohl wie dem hiesigen Publikum, vollkommen frei. Den concertltchen Theil hat bei ausgewähltem Programm die Capelle de! hiesigen Infanterie RegimentsKaiser Wilhelm", übernommen.

* eängetfeft. Wie wir erfahren, feiert ber Gesang­vereinGermania" zu Watzenborn ben 8. Juli sein 30. Stiftungsfest im Freien zunächst ber Station Schtffenderg. 15 Vereine haben ihr Erscheinen zum Feste zugesagt. Wie wir gehört, hat bie Eisenbahnverwaltung genehmigt, baß der Vall Uhr-Zug am Schiffenberg hält, um bie Gießener Gäste zurückzubringen.

** Wanderausstellung der Deutschen Laudwitthschafts- gesellschast zu Dresden. Für die vom 29. Juni bis 5. Juli d. I. tn Dresden stattfindende 1-0. Wanderausstellung der Deutschen Landwirthschaftsgesellichaft find ans den d,m Hessischen Landwirtschaftsrath zur Verfügung stehenden Staatsmitteln 2295 Mark zur Vermehrung der Preise gestiftet worden, außerdem ist den hessischen Beschickern dieser Ausstellung die Uebernahme des größten Theiles ber erwachsenden Beschickungskosten mit ca. 4800 Mark in Aus­sicht gestellt worden. Die zum Besuch ber Ausstellung in ber Zeit vom 29. Juni bis 5. Juli gelösten einfachen Fahr­karten nach Dresben berechtigen zur freien Rückfahrt, wenn fie in ber Ausstellung abgestempelt worden uud die Rückfahrt von Dresden spätestens am 7. Juli angetreten wird.

Zu Amerika verstorbene Heffeu. Buffalo, N U., Jacob Schnekelderger, 63 Jahre alt, an» Harheim Quincy, Jll, Michael Priester, 76 Jahre alt, au! Hkffen- Darmstadt. Pekiu, Jll., Frau Christine Hehl, 89 Jahre alt, au! Hessen Darmstadt. Mannheim, Prov. Ontario, (Sanaba, Wilhelm Hofstetter, 76 Jahre alt, au! Beer­felden. Hecker, Jll, Frau Marie M. Schulbach, geb. Eckhardt, 71 Jahre alt, au» Heffen-Darmstadl. Baltimore, A. W Lindenstruth,60 Jahre alt, au! Hecht-Heim. Stratford bei Waterloo, Prov. Ontario, Peter Fleisch­hauer, 85 Jahre alt, au- Deckenbach.

Der Delegirtentag der Kriegetkameradschasttzifsia" 1» 12. Zuui in Jugenheim a. d B. Der gestrige Sonntag sühne die Abgeordneten der ttrieger-Berein-bezirke unsere- Lande! nach Jugenheim a. d. B., welche! reichen Flaggenschmuck angelegt hatte. Za dieser Versammlung hatt.n fich außer einer großen Anzahl Kameraden auch die Vertreter der Re­gierung und der Gemeinde etngefunben. Um 10 Uhr Vor­mittag- eöiffnete ber zweite Präfibent bei Landesverbandes, Herr Major Beck, tm GasthausZur Sonne" die S tzang und stellte zunächst den neuen Präsidenten berHasfia", Herrn Oberstlieutenant Cramolini vor, welch letzterer in warmen Worten seinen Dank bafür aussprach, daß er an die Spitze derHasfia" berufen toorben sei; sodann begrüßte er die Erschienenen, insbesondere den Herrn Geh. Regierung!- rath Groß au« Bensheim und den Vertreter aal der Pfalz Herrn Dr. Dietrich, and schloß seine Ansprache mit einem dreifachen Hoch auf Kaiser und Reich. Herr Geh. Regisrungs- rath Groß dankte und sprach ben Wunsch aus, daß die Verhandlungen derHasfia", zum Segen gereichen möchten, welchem Wunsche sich Herr Dr. Dietrich anschloß. Se. Großh. Hoheit ber Prinz Wilhelm, Ehrenpräfibent der Hasfia", welcher fich inzwischen etngefunben hatte, wurde mit einem dreifachen Hurrah begrüßt, und begannen fobann bie Verhandlungen unter dem Vorsitze de» Henn Major Beck uud Herrn Medizinalrath Dr. Vogt, da Herr Oberst- lieutenant Cramolini in bescheidener Weise denselben den vorfitz übertragen hatte. Herr Dr. Vogt, erster Schrift­führer des Verbandes, stellte zunächst fest, daß sämmtliche Bezirke des Landes mit 1569 Stimmen vertreten waren, und keilte mit, daß dieHasfia" tm vergangenen Jahre bedeutende Fortschritte gemacht habe, sowie daß auch für bie noihleidenben Kameraden Alles mögliche gethon worden sei. Bezüglich der Verleihung der Ehrentafeln für 25jährige Borstandsmitgliedschaft unb wegen der Gesuche um Führung der Fahnen mit dem Großh. Wappen bat er dringend um Einhaltung ber Termine. Weiter stellte Herr Dr. Bogt fest, baß für daS Kyffhäuserbenkmal bie Vereine mehr gethan haben als bie Vereine in ben Städten; 200,000 Mk. feien immer noch zu bezahlen, bie aufgebracht werben müßten. Der verbaudsrechNer, Herr Hauptmann Waldecker, referirte über die Kaffenverhältniffe bei verbandel, welche vorzügliche zu neunen find. Herr Oberrechnuuglrevifor Landzettel berichtete Namen! ber Rechnuugsprüfnngs- commiffton in eingehenber Weise. Die Versammlung ge-

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