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Nr. 6Z Erstes Blatt.
Dienstag den 15. März
1808
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Deutsches Reich.
Darmstadt, 12 März. Gutem Vernehmen nach hat der bisherige RetchStagsabgeordvete für Darmstadt, Rechtsanwalt Dr. Osann, eine nochmalige Eaudtdarur abgelehnt. Der vationalliberale Verein soll nunmehr die Candidatnr des GymnafialdtrectorS Nodnagel in Darmstadt tu Aussicht genommen haben.
Berlin, 12. März. Heute Mittag fand anläßlich des Geburtstages des Priozregevten Luitpold beim Kaiser eine Frühstückstafel statt. Derselben wohnten bei: Rkichskanzler Fürst Hohenlohe, StaatSsccretär v. Bülow, die Chef» des Civil- unv MilitärcabinetS und der bayerische Gesandte Graf Lercheofeld.
Berlin, 13. März. Zur Feier deS Geburtstages des Prinzregeoten Luitpold fand gestern Abend ein FestcommerS der Bayern im „Deutschen Hofe" hterselbst statt. Die Mitglieder deS Vereins der Bayern in Berlin, viele bayrische Offiziere, zusammen etwa 400 Personen, waren anwesend. Der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld toastete auf den Kaiser, der Geh. OberregierungSrath Leib brachte ein Hoch auf den Prinzregeuteu aus.
Berlin, 13. März. Das „Berl. Tagebl." meldet au» P ekiug: Nach einem bestimmt auftreteuden Gerüchte sammelt Japan seine Handelsflotte in der Jnlandsee. — Demselben Blatt zufolge beabfichtigt die Kaiserin-Mutter von China demnächst die Eisenbahnlinie nach Tientsin zu benutzen. Diese Entschließung ist von großer Wichtigkeit für die Entwicklung deS Eisenbahnwesens in China.
Berlin, 12. März. Der Leiter der Station Sansanne Mangu, Dr. phil. HauS Gruner, der Führer der Polizeitruppe in Togo, Premierlieutenavt v. Massow und der Leiter der Station Ketekratji, Premierlieuteuant Graf v. Zech, find wegen ihrer Verdienste um daS Togogebiet dadurch ausgezeichnet worden, daß dem ersteren dir Schwerter zum Rothen Adlerorden vierter Klaffe verlieben wurden, die beiden letzteren haben den Krouenotdtn vierter K,'affe mit Schwertern erhalten.
Berlin, 12. März. Graf Oriola (ntl.) brachte im Reichstage einen Antrag ein, den Reichskanzler zu ersuchen, baldthunlichst einen Gesetzentwurf vorzulegen, wo urch unter Berücksichtigung der gesteigerten Kosten der Lebenshaltung den berechtigten Wünschen der Müitärinvaliden besonders bczüg« ltch der Versorgung der Wittweu und Waisen durch eine Ent« fchädigung für die Nichtbenutzuvg des CivilversorgungSscheineS und Belassung der Mlli-ärpenflon neben dem Civildtenst« eiukommen, deziehungSwetse der Civilpeufiou Rechnung getragen wird.
— Cavallerie-Corps? Die nach Bewilligung im Reichstag mit dem 1. April 1898 bestehenden Stellen eine« General-JnspecteurS und von vier Jvspecteuren der Cavallerir bahnen, wie bte „Köln. Zig." auSsührt, den späteren Mbergang zu Cavallerie Divisionen im Frieden und zur Bildung von noch größeren Reiterkörpern im Kriege an. Die Manöver der letzten Jahre in Deutschland, Ruß- land und Frankreich haben bewiesen, daß sür den weiten Aufklärungsdienst vor der Front eine Cavallerie«Division nicht ausreicht, sondern mehrere Cavallerie-Divifionen, vielleicht Cavallerie CorpS, erforderlich find. Frankreich rechnet für den Krieg entschieden mit Cavallerie>Corps, in Rußland bestehen einige solche schon im Frieden, unser Cavallerie« Exereterreglemrut läßt auch die Möglichkeit von Cavallerie- Corps durchblicken. ES wird daher erklärlich, daß man bet uns durch die neugeschaffenen Stellen die Bildung größerer Reiterkürper vorbereitet, deren Elemente (Brigaden, Regimenter) man aber dem Zusammenleben mit den anderen Waffen im DivifiouS« bezw. Corpsverband, mit Rücksicht auf die Vertrautheit, auf die KawpfeSweise und da« Zusammenwirken km Gefecht, zunächst im Frieden noch nicht entziehen möchte.
Breilau, 12. März. In einer heute stattgefundenen Versammlung der Schwarzoiehhändler Schlesiens und Posens wurde, wie der „BreSl. Gen. Anz." berichtet, u. A. beschloffen, falls der Handel im Umherziehen in den Bezirken Liegnitz und Breslau über den April hinaus verboten werden sollte, gegen dieses Verbot Klage im VerwaltungSstreitver- fahren gegen die beiden Regierungspräsidenten zu erheben.
Stettin, 12. März. Heute Mittag lief der auf der Werft des „Vulkan" erbaute Kreuzer N vom Stapel. Den Taufact, welchem u. A. der Director bei Mariae-Departe- «entS, Contreadmiral Büchse!, der Oberwerftdirector der Kieler Werft, der Oderpräsident v. Puttkamer und der Polizeipräsident von Stettin beiwohnten, vollzog der zweite
Bürgermeister von Hamburg, Dr. Möockeberg. Der Kreuze» erhielt den Namen „Hansa". DaS 148. Regiment hatte die Ehrencompagnie gestellt.
An-land.
Wien, 12. März. Die deutsch«nationale Studentenschaft beschloß, morgen eorporativ von der Universität aus daS Grab der Märzg efall en en zu besuchen. Die socialiftischeu Studenten versammeln sich im „Cafs Grillparzer" und werden einen Kranz uiederlegen. Der deutsch-narionale Abgeordnete Wolff w'.rd am Grabe eine Rede halten.
Wien, 12. März. Wie bestimmt verlautet, wird die Regierung in den nächstjährigen GtaatSvoranschlag einen Betrag zur Errichtung einer tschechischen Universität in Mähren einstrllen. Diese Hochschule soll in Kremfier errichtet werden.
Wien, 13. März. Anläßlich der 5 0. Wiederkehr deS Tages dex Volkserhebung im Jahre 1848 bringen sämmtlichr liberalen und socialtsttschen Blätter lange der Bedeutung deS Tages entsprechende Leitartikel.
Wien, 13. März. Wie hier verlautet, trifft König Leopold von Belgien mit der Prinzessin Clementine Ende dieses Monats zum Besuche der Kronprinzesfiu hier ein.
Prag, 12. März. Heute findet hier eine Berathuug der extremen verfassungstreuen Großgrundbesitzer statt, um zum neuen Cabinet Stellung zu nehmen.
Lemberg, 13. März. Der Abgeordnete Pater Stoja- nowski theilte einem Journalisten mit, erwerbe, falls er in die Delegation gewählt werden sollte, gegen den Militarismus und den Dreibund eintreten, dafür aber einen Anschluß Oesterreichs an die russisch • französische Allianz empfehlen.
Innsbruck, 12. März. Die hiesige Studentenschaft beschloß, sich vorläufig zu tnscribtren, fie verlangt aber die sofortige Aufhebung der Zwangsverordnung des Ministeriums vom 5. Februar und insbesondere der Punkte über das schriftliche Gelöbnis und die strengen Strafen, widrigenfalls die Studentenschaft gezwungen wäre, die Zurücknahme mit allen Mitteln zu erwirken. Die Versammlung forderte ferner den Senat auf, die Über Comilitouen anläßlich der Strike- Borgänge verhängten Strafen aufzuhebeu. Die clericalen Studenten emhielten sich der Abstimmung.
Rom, 13. März. Von zuständiger Stelle wird der Versuch, den Papst zu einer Vermittlung zwischen Spanien und Nordamerika zu veranlassen, bestätigt.
Mailand, 12. März. In Ober-Italien dauern die Erdbeben fort. In Argenta wurde eine Kathedrale während des Gottesdienstes von einem Erdstoß heimgesucht, was unter den Andächtigen eine große Panik hervorrief. Biele wurden bei der Flucht aus dem GotteShanfe verletzt.
Neapel, 12. März. Die hiesigen Studenten veranstalteten Abends zu Ehren der deutschen Gäste ein Festmahl. Abends ID/z Uhr reisen die deutschen Studenten nach Rom ab.
Paris, 12. März. Durch Recherchen in Lyon, Barcelona und Mailand kam die Pariser Polizei einem anarchistischen Complot zur Verübung von Bomben-Attentaten gegen den Präsidenten Fanre auf die Spur und nahm mehrere Verhaftungen vor. Einer der Verhafteten wird beschuldigt, jene Bombe gelegt zu Haden, welche explodirte, als Faure nach Rußland reiste. Der Verhaftete ist der Verfertiger der Bomben. Bisher ist weder sein Name noch diejenigen seiner Mitschuldigen ermittelt.
Paris, 12. März. Oberst Piequart erklärte einem Redacteur des „Tempö" gegenüber in Bezug auf den Brief Esterhazys: „Ich bin über die Beleidigungen und Drohungen Esterhazys erhaben. Man wird wissen, waS diese Drohungen werth find, sobald die ganze Wahrheit bekannt wird. Dieser Tag ist näher, als man glaubt; ich verbürge eS Ihnen."
Loudon, 12. März. „Daily Chronicle" berichtet, die chinesische Dynastie Mandschu laufe Gefahr, gestürzt zu werden. Sie werde dem Anlauf der europäischen Mächte nicht widerstehen können und wahrscheinlich durch eine neue Dynastie, welche ihren Hauplfitz in Nanking haben dürfte, ersetzt werden.
Loudon, 12. März. „Daily Chronicle" meldet au» Wien: Trotz der Erklärung CurzonS befinden sich die diplomatischen Kreise in pesfimistischer Stimmung. Man sieht einen Krieg zwischen Japan und Rußland als bevorstehend an. Japan rüste offenbar zum sofortigen An»- rücken.
London, 12. März. Man ist hier noch immer ohne
Nachricht über den Damvfrr „Paris", der feit drei Tagen in Southampton überfällig ist.
London, 12 März. „Daily Chronicle" behauptet, daß die Aufständischen auf den Philippinen sich zweier Städte, die mit Vcmella durch die Eisenbahn verbunden find, bemächtigt haben.
Loudon, 13. März. Wie verlautet, hat England gegen die Ucbeitragung von Port Arthur und Talienwan an Rußland In Peking Einspruch erhoben. Die Blätter betonen, wenn dies sich brftäiige, bann sei die Lage sehr ernst, denn Rußland habe bereits Maßregeln zur Verstärkung seiner Kriegsflotte getroffen.
Kopenhagen, 13. März, lieber das Befind en der dänischen Kronprinzessin find auS Rom beunruhigende Nachrichten ei?gelaufen.
Madrid, 12. März. Der spanische Botschafter in Paris, Castillo, wurde mt einer Sondiruug der Großmächte, wie fie flch im Falle eines Krieges mit Amerika verhalten würden, betraut.
Warschau, 12. März. Eämmtliche in Polen stehende Garderegimenter werden nach Petersburg in Garnison verlegt.
Eauea, 12. März. Infolge der Schwierigkeiten, in den Ortschaften, die unter dem Schutze der Mächte stehen, internationale Gerichte einzusetzen, beschloß die Admiralität, die Gerichtsbarkeit der Militär-Eonsulu um (Santa auf die ganze Insel auszudehnen.
Baku, 13. März. Die dem Pariser Rothschild gehörige Naphtctquelle „BibteSbet" steht in Flammen.
CocaU» und Lrovinziette».
Hießen, den 14. März 1898.
*♦ Parlamentarische» Abg. U rich und Genoffen beantragen, eine Organtsation der Arbeiterschaft mit btrecter Vertretung im Ministerium in die Wege zu leiten, ähnlich der Vertretung der Landwirthschaft und deS Gewerbes, die in der Oberen landwirthschaftlichen Behörde und in der Centralft-lle für dir Gewerbe vorhanden sind.
•* H. Stadttheater. Unser Musentempel bot am gestrigen Sonntag Nachmittag zum erstenmal, einer jüngst gegebenen Anregung zufolge, eine Volks Vorstellung. Zur Aufführung kam das romantische Schauspiel „Preciosa" von P. A. Wolf. Das Stück an sich ist für solchen Zweck wohl nicht zu schlecht. Die inhaltreiche Handlung, die schönen melodramatischen Stellen, die herrliche Musik können entzücken und sind geeignet, allem Volk Genuß zu bereiten. Trotzdem hat der flaue Besuch dieser ersten Volks-Vorstellung gezeigt, daß für ein derartiges Entgegenkommen und Unternehmen die sich jetzt ankündigende Frühlingszeit die schlecht gewählteste dazu ist. Es konnte bei dem herrlichen, warmen, von lauter Sonnenschein durchflutheten Wetter de» gestrigen Sonntags nicht verwundern, daß Jung und Alt das Schauspiel der erwachenden Natur dem der Bühne vorzog. Auf allen Wegen, in Flur und Wald zeigten sich Schaaren nach Frühlingsglanz und Lenzesluft dürstender Menschen, die in vollen Zügen den Genuß des herrlichen Nachmittags kosteten. Um auf die Wiedergabe von „Preciosa" zurückzukommen, so war diese in Spiel und Musik die gewohnt gue und erntete den vollen Beifall der Anwesenden. Einige Mitglieder des Bauer'schen Gesangvereins opferten sich nochmals in liebenswürdiger Weise für die wirkungsvolle Wiedergabe der vorkommenden Chöre und fangen mit Lust und Liebe. — Der Abend brachte ganz besonderen Genuß in dem Auftreten des hier zum erstenmal gastirenden Herrn Hofschauspielers Conrad Dreher aus München, des verdienstvollen Gründers des allüberall bestbekannten Schlierseer Bauerntheaters. In der Posse „Die beiden Reichenmüller" von A. Anno, die hier schon durch frühere Aufführungen bekannt, verkörperte Herr Dreher den Steinklopfer Mathias Schlegel in unübertrefflicher glänzender Weise. Es gibt Humoristen verschiedener Richtung, desgleichen auch Komiker; Herr Dreh er mit jedem Nerv, jeder Faser Süddeutscher, ist gegenwärtig der be- deutendste Vertreter in seinem Fache, ganz speciell in der Wiedergabe bayrischer, tyroler oder anderer süddeutscher Charactere. Er gibt diese in Fleisch und Blut original wieder: ungekünstelt, ungeschminkt, in ihren Derbheiten, ihrem Mutterwitz, ihren nationalen Eigenthümlichkeiten und vor allem ihrem geiunden, frischen Humor. So bot der geschätzte Gast in seinem Mathias Schlegel eine Glanzleistung ersten Ranges; seine unvergleichliche Komik, die durch ihre Trockenheit und Ruhe geradezu köstlich wirkte, das ausdrucksvolle vielsagende Mienenspiel gewannen ihm sofort die Sympathien des leidlich gut besetzten Hauses und die vielfachen Hervorrufe,


