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za Gunsten bei männlichen Geschlechts vom 1. bis 26. Lebensjahre. So gehören zum Beispiel von 104,216 Personen im Alter von 20 bis 25 Jahren 54,550 dem männlichen, aber bloß 49,666 dem weiblichen Geschlechte an. Bon Personen im Alter von 18 bis 20 Jahren find 22,522 männlich nnb 21,412 weiblich.
•• Wetterbericht Niederer, äußerst unregelmäßig Der» theilter Luftdruck beherrscht fast ganz Europa. Kleine Maxemaldrucke liegen an der skandinavischen Westküste und an der Btscaha-See und an der unteren Donau. Depression»- Lentra find heate über Wcstsa'eo und über dem Golf von Genua vorhanden. Außerdem find über Erntral-Earopa noch verschiedene keine Thet.'minima e'ngelagert. Die Witterung ist allenthalben trübe und fallen namentlich in Süddeutschland und dem Alpengebiet N ederschläge. In den höheren Lazen des Gebirges ist stellenweise starker Schneefall eingetreten. Die Temperaturen find merklich gesunken. — voraussichtliche Witterung: Zwächst noch meist trübes kühles Wetter und zeitweise Niederichläge.
X. Darmstadt, 12. Oktober. Das letzte Auftreten von Irl. Berl im Hoftheater heute, brachte der sehr ver- dienten Künstlerin, die neulich ihr 25jähriges Dienstjubiläum feierte, großartige Ovationen von dem zahlreichst erschienenen Publtkum. Die Künstlerin spielte die „Madame ®trnarb* in den „Fourchambault" von Aegier mit bekannter Vollendung. Das neu einstudirte spannende Stück, zu dessen Darstellung fich die besten Kräfte vereinigten, fand wärmste Aufnahme. Reiche Lorbeerspenden ehrten die genannte Künstlerin. Hervorragend waren auch Herr Wagner (Raftiboulo S) und Frl. Ethel (Frau Fourchamdoult).
Ars» 6 er Seit für die Aett.
Vor 92 Jahren, am 14. October 1806, erlitt das vom alten Herzog von Braunschweig befehligte H'er in der großen Toppeischlacht von Jena und Auerstädt eine verhängnisvolle Niederlage. Da keine Vorkehrungen zu einem Rückzüge getroffen waren, so wurden die Heere die Stute der vordringenden Franzosen. Die Schlackt entschied über das Schicksal der Länder zwischen Rhein und Elbe.
• RüstuagßanSgaden. Alljährlich werden von den gk- lammten Staaten Europas für militärische Zwecke 212 500000 Pfd. Sterl. ausgegebcn. Rußland mit seinen 124 000000 Einwohnern hat auch die größten Ausgaben für Heer und Marine, nämlich 51 500000 Psd. Sterl., während England mit einer Bevölkerung von 39,5 Millionen Seelen fast 38500000 Pfd. Sterl. und das wesentlich stärker bevölkerte Deutschland nur 26500000 Psd. Sterl. ausgibt. Dagegen betragen die Ausgaben für Heer und Marine in Frankreich 37000000 Psd. Sterl. Die Friedensstärke der russischen Armee beträgt 868672 Köpfe, bie bet französischen 592 263, der deutschen 579946 unb der großbritannischen 220309 köpfe. Im Kkttgszustand zählt die rusfiscke Armee 2532496, dir französische 2 500000, die deutsche 2218763 und die britische 720000 Mann. Die jährlichen Einnahmen Rußlands belaufen fich auf 179000000, die Frankreichs auf 137 500000, die Englands auf 103000000 und die Deutsch« lavds auf 64 250000 Pfd. Sterl. Angesichts dieser Zahlen ist der Wunsch des russischen Kaisers, die Kriegsrüstungeu v cht weiter zu treiben, sehr erk.ärlich.
• Auch unter den Chinesen scheint das Verhältniß des Fürsten Bismarck zu den „Getreuen von Jever" nicht unbekannt geblieben zu fein. Eine an die Getreuen gerichtete, am 26. August in Canton abgestempelte Postkarte, deren Absender es auf die Kiebitzeier abgesehen hat, lautet folgendermaßen:
.Lieber Herr von Jever!
Das gut) man Bismark ist gesturben un da man mich faßt das Sie nun keine man habe den sie die Kibitzeier schicken könne so bitt ich Sic sreindlichst nechste erste April mich die Eier zu schikken. ich bin ein gutes deutsches China- man un lange in Deutschland gewese spreke un sreibe gut) Deutsch un haben Fürst Bismark auch mal gestehen darum töne Sie doch mich die Eier schikken, ich effe Sie gerne, ich schicke Sie dann auch etwas schöens aus China
mit deutschem Grus ihr Kwang Li Tsai. C Ich wohne in Canton, China."
* Hoffnungsvoll. „Was macht denn Ihr Sohu den ganzen Tag?" — „Der ist Lyriker und bricht sich lang-
• fom die Bahn!"
• verdächtige Gefälligkeit. Arretirter Strolch: »Dürst' ich dem Herrn Gtndaiwe vielleicht dal Gewehr trag en?"
Eingesandt.
Sitte», ben 13. October 1898.
W.nn man eine der hiesigen Zeitungen zur Hand nimmt, insbesondere aber die DienStag Nummer, so kann man mindestens drei- dis otetmal unter .LocalcS" lesen: .dieser ober jener Verein, Blauer Dunst, Graue Wolke unb wie sie eile heißen, hak einen gemächlichen Abend, eine Abendunterbaltuno abgebalten, bas 2., 3., 4., 7., 9. oder 13- Stiftungsfest gefeiert, die Lhctlnehmer trennten sich erst rn früher Diorgtnftunbe mit dem Bewußtsein, einen recht o.rgnügten Abend ocrlebt zu haben u. s. w." Es sind dies nicht selten Berichte von Vereinen von nur 15—20 Mitgliedern.
Um so mehr ab?r war ich erstaunt, nachdem ich als Mitglied deS hiesigen Kaufmännischen Vereins, der j tzt 400 Mitglieder zählt, «m LamStag den 8. b. M., an der Feier dessen 25jährigen Stiftungsfestes im BereinShause tieilginommfn halte, daß ich keine Silbe über dasselbe in den drei letzten Nummern der hiesigen Blätter erwähnt fand. Unb wahrlich, wenn einem Verein bei einem derartigen Anlaß Erwähnung gezollt wird, so muß es doch in erster Sink bei dem Äaufmannihben Verein geschehen. Denn schon vom GründurgStag .23. September 1873) an war der Zweck desselben Fortbildung und Hebung allgemein, jedoch oorzugsweise kaufmännischen Wissens, Vertretung und Föiderung von Ber.ssS- und Handelsinleresten. Der verein hat seinen Zweck im weitgehendsten Sinne biS fitzt voll unb ganj erfüllt. Ich erinnere nur an die schon in den elften Jahren
abgehaltenen Beiträge, Vesvrechungen x., insbesondere aber gerade an die in den letzten Jahren mtt großen Opfern anangirten allgemein wissenschaftlichen großen Vorträae, unb die jebem Mitglied zur Verfügung stehende groß: unb schöne Bibliothek Bezüglich der Fortbildung, an die kaufmännische Fachschule, in der seit ihrem 5jährigen Bestehen schon mehrere junge Leute für ihren Beruf weiter gebilbet worden sind, wodurch doch bei mindestens </e der Grundstein zu ihrem Foitkommen, zu ihrer Existenz gelegt wurde. Unsere kaufmännische Fach'chule steht heute schon an der Spitze sämmtUcher hessischen und hessen-nassauischm Schulen dieser Art. Hal mtt allem diesem der Kaufmännische Verein nicht einen werthvolleren Preis errungen, als je ein Sport»- oder VergnügungS-Verein erringen tonn? Auch in Bezug auf die Geselligkeit und den genossenschaftlichen Sinn steht unser Verein oben an, außer Frankfurt a. M. besitzt in Hessen unb Hessen-Nassau kein kaufmännischer Verein ein eigene» Heim. Bei dem Flankfurter sogar lassen (excl. dem Saal) die Gesellschaft?Bibliothek-Zimmer u. s. w. den unserigen gegenüber noch sehr viel zu wünschen Übrig. Nachdem nun im knappen Rahmen über die rührige Thätigkeit des Vereins in dtn verflossenen 25 Jahren berichtet, will ich es auch noch über den schon vorder erwähnten CommerS thun. E« waren zu dieser Feier 90 Hitz 100 Mitglieder erschienen, Herr Horst, 2. Vorsitzender (1. Vorsitzender Herr C. Crbtg war durch Krankheit verhindert) eröffnete die Versammlung unb endigte mit seiner Ansprache in einem Hoch auf Se. Königs. Hoheit Großherzog Emst Ludwig und Se. Majestät Kaiser Wilhelm IL, verlas alsdann eine große Anzahl Glückwunsch-Telegramme und Briefe von befreundeten kaufmännischen Vereinen Himburg, Frankfurt, Chemnitz, Plauen u. s. w. sowie von früheren Mitgliedern und Gönnern deS Vereine. Von den G-ändern desselben waren drei erschienen, eS waren die- die Ehrenmitglieder Herren Stadtverordneter E. Schwall, Edm. Wetter unb Wilh. Köser; diese drei Herren entwickelten in verschiedenen Ansprachen ein recht naturgetreue®, schönes Bild der nunmehr verflossenen 25 VereinSjahre unb zollten, der Eine auf diese, der Andere auf jene Art, dem früheren unb jetzigen Vorstand, sowie der Schulcommission unb den Lehrern volle Anerkennung. Sodann hielt noch der Leiter der Schule, Herr Lehrer Knauß, sowie die Herren Jacob Jung und Fr. Roese eine schöne «nfpraie. Wenn man sich auch nicht erst gerade in der frühen Morgenstunde trennte, so war e6 doch eine recht schöne, ganz einem kaufmännischen Verein würdige Feier. Am Samstag den 15. d. M., findet ferner noch zur Feier dcs 25jährigen (Stiftung* fffteS ein Vergnügen für Mitglieder unb bereit Angehörigen, in Stein s Garten statt; eröffnet wird basselbe durch einige Concertstücke, hieraus wird ein Prolog gesprochen, alsdann führt da« hiesige Stadtlheater (Dlrectlon Kruft-Helm) ein passendes Theaterstück: ,DaS Stiftungsfest' von Paul Moser auf und stellt einige auf Handel bezügliche lebende Bilder, nach dem folgt bann ber Ball. Jebensalls wirb auch bieS, wie man eS vom Kaufmännischen Verein nicht anberS erwarten kann unb gewohnt ist, eine feine unb recht schöne Feier. F. 8.
Schiss» Nachrichten.
— Der Postbampser „Westernlanb* der „Red Star titnie" tn Antwerpen ist laut Telegramm am 12. October wohlbehalten tn Newyork angekommen.
Gottesdienst in der Synagoge.
SamStag den 15. October 1898.
Vorabend 5’5 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr, Sabbathausgang Uhr.
Gottesdienst der israelttischen Keligionsgesellschast.
Sabbathfeier am 15. October 1898.
Freitag Abend 5 Uhr, Samstag Vormittag 8« Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 6« Uhr.
Nachmittag 2« Uhr SchrifierklLrung in der Synagoge.
WochengotteSdienst Morgens 7 Uhr, Abends 5 Uhr.
verkehr, Land- und volkewirthschaft.
Gießen, 13. October. Der gestrige Ochsenmarkt hat?, einen Austrieb von etwa 200 Stück Vieh. Schwere Gangochsen fehlten am Markt. Der Handel war wie am Tage vorher überaus lebhaft, auch die Preise nicht allzu hoch. ES wurden gehandelt: @ango±ftn beste Waare, am Markt 8-850 Ml.; II. Qualität 6-700 Mk.; III. Qualität 450—500 Mk. pro Paar. Der Markt wurde früh geräumt. — Auch der Handel aus dem Schweinemarkt war ein guter, hatte doch das günstige Wetter zahlreiche Käufer veranlaßt, den Markt zu besuchen. Die Preise biteben sich gegen ben letzten Markt gleich. Der Markt hatte einen kleinen Ueberftanb.
fct«Ht|, 12 October. Fruchtmarkt. Roth er Weizen Jt 14,32, weißer Weizen X 00.00, Korn X 10 64, Gerste X 9 00, Hafer X 632. e
Nenesie Nachrichten.
Depeschen des Bureau ^Herold^.
Berlin, 13. October. Heute Mittag gegen 1 Uhr wirb das Kaiserpaar, nachdem es gestern Abend Wien passtet hat, ohne fich dort aufzuhalteo, in Venedig eintreffen und vom italienischen Köaigspaare begrüßt werden. Nach einem kurzen Besuch im dortigen Königlichen Palais besteigt es mit seinem Gefolge im Laufe des Nachmittags die im Hafen von Venedig bereit liegende Archt „Hohenzollern", nm sich nach Konstanrinoprl zu begeben, wo der Sultan die glänzendsten Vorbereitungen zur Ehrung seiner Gäste getroffen hat.
Berlin, 13. October. Der Tag der Reichstags- Eröffnung dürfte gegenwärtig noch nicht feststehen. Soviel aber darf nach officlösea Mittheilungen als ziemlich sicher angesehen werden, daß die Eröffnung in das Ende des No- vemder oder den Anfang des Decrmber fallen wird. Wahr- scheinltch dürfte die Reichstags-Tagung um dieselbe Zeit wie im vorigen Jahre eröffnet werden, wo der Beginn auf den 30. November fiel.
Berlin, 13. October. Das .Kleine Journal^ meldet aus Paris: Delcasss lehnte Englands Forderung auf Abberufung Marchands entschieden ab. — Dte Verfolgung der antisemittscheu Deputirten Lazies und Drumont ist beschlossene Sache. Die Vorladung ist denselben beretts zugestellt. Minister viger wurde wegen seines Fraterntfirens mit Caoaignac von Brisson heftig getadelt.
Leipzig, 13. October. Die „Leipziger Neuesten Nachrichten" bringen heute über Moritz Busch einen äußerst scharfen Anikel ihres Berliner Correlpondenteo, der bekanntlich Beziehungen zum Hause BiSmarck hat. In dem Artikel werden dem Buche Busch's zahlreiche Mißverständnisse, grobe Jrrthümer und bewußte Lügen und Fälschungen oachgewiesen. Auch wird Busch vorgeworfen, daß er in seiner Eigenschaft als Beamter geheime Staatsdocumente widerrechtlich copirt und veröffentlicht habe. Geheimrath Prof. Schwenn- inger hat dem Arkckel zufolge Buschs Darstellungen Über die
Gewohnheiten des verstorbenen Fürsten Bismarck als infame Lügen bezeichnet.
Wien, 13. Ottober. Die »Reue Fr. Pr.- erfährt aus Konstantinopel, daß für den Fall eines Abstechers des deutschen Kaiser» zum Besuche des Zaren in Livabm und zu einer Revue über die russische Flotte der Sultan ungeordnet hat, daß ein türkische» Geschwader den Kaiser nach der Krim begleite, doch sei der Besuch in Folge des Todes der Königin von Dänemark zweifelhaft geworden, da für die Ankunft des Zarenpaare» in Livadta wahrscheinlich andere Anordnungen getroffen sind und die Flottcnreoue bei der Familienttauer de» russischen Hofe« unstatthaft wäre.
Sojen, 13. Octoder. Aus der Station Auer stieß ein Schnellzug mit einem Äüterzuge zusammen. Die Maschine des Schnellzuges, sowie 20 Wagen beider Züge find zertrümmert, von den Passagieren soll Ricmaob verletzt sein.
Fraozknlseste, 18. October. Aas der Strecke bei vrenoerbahn ist starker Schnee sali eingetreten.
Senf, 13. October. Die Haupt-Berhandlung gegen Luccheoi beginnt am 3 November, vormiitags 9 Uhr. Einige in Wirn wohnende Zeugen haben bereits Vorladungen erhalten.
Rom, 13 October. Gerüchtweise verlautet, Marokko habe elngewtlltgt, 150 Millionen Lire für Piraterie za zahlen.
Paris, 13. October. General Mercier hat es ab- gelehnt, die Beleidigungen in den revisionistischen Zeitungen zu verfolgen, da dies Sache des KriegSministers sei. Er erklärte, man wolle ihm eite Falle stellen.
Madrid, 13. October. Der Kriegsmivifier beabsichtigt, einen (Srebil von 35 M H onea Pesetas für unbedingt noth- wendige Bertheidigungszwecke zu verlangen. D'.e Regierung ist über die letzte Earliss-n Bewegung nicht im Geringsten beunruhigt. Sagasta erk arte, eS fehlten out die nöthigen Mittel, um die Bewegung sofort zu unterdrücken.
□ Darmstadt. 13. October. Die Enthüllung des Denkmals für Gcoßherzog Ludwig IV. stabet nunmehr befinitiv am 10. November statt.
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(auch in Umtausch gegen ültert Werke) sowie alle andern Bücher liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an II. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII.


