Nr. 189 Erstes Blatt
Sonntag den 14. August
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Gießen, den 13. August 1898.
GroßherzoglicheS Polizeiamt Gießen.
Muhl.
Die Friedenspräliminarien unterzeichnet.
tt» hat wohl Niemand ernstlich daran gezweifelt, daß die Vollziehung der FriedenSprältminarien zwischen Spanten nab den Vereinigten Staaten nicht mehr lange auf sich warten lassen werde, und so ist denn nunmehr die Unterzeichnung tu Washington erfolgt. Ja Lonseqienz kessen hat bereit» Mac Kinley eine Proclamatiou erlass:», tu welcher die Einstellung der Feiodseltgketten angeordnet wird, und eine ähnliche Maß« nähme fetten» der spantscheu Regierung dürfte nicht auf fich warten lcsseu. Damit ist nun die Entscheidung gefallen, und mau darf hoffen, daß bald wieder normale Zustände zwischen beiden Staaten eintretev, deren Jmereffrn so sehr divergirteo, daß da» Schwert entscheiden mußte. Freilich toirb die Erregung noch lange audauern, insbesondere da so erhebliche Veränderungen im Befitzthum Spanten» e>ntreten werden, daß e» sich nur nach und nach in die bescheidene Rolle eine» Staate» zweiten Range» wird fügen können.
Die Vermittelung zwischen den beiden kriegführenden Mächten hat brkaautltch der französische Botschafter in Washington geführt, und e» ist aozuerkennev, daß er fich seiner Aufgabe mit großem Geich ck entledigt hat. E» galt auf der einen Sette, dem Nationalstolz der Spanier Rechnung zu tragen, welche nur schwer den Verlust ihrer westindischen Colonien verschmerzen können, andererseits aber mußte man auch das Recht des Siegers in Betracht ziehen, der für seine außerordentlichen Aufwendungen entschädigt werden mußte, und der auch da» Ziel, welche- er fich bei der Aufnahme b.fl Kampfe- gesteckt hatte, erreicht wiffen wollte. Wie ge- sagt, die schwierige Aufgabe hat Tambon in glücklichster Wtise ge öst, und rS ist ganz begreiflich, baß tu Spanten mehr unb mehr das Gefühl der Dankbarkeit fich Bahn brtcht für den Htlfer In der Roth, als welcher fich Frankreich erwiesen hat. Ls ist nicht nnwahrschrinltch, daß dieser Spanien geleistete Dienst für Frankreich werthvolle politische und wtrthschaft» Uche vortheile tm Gefolge Haden wird. Vorläufig freilich hat Spanien genug zu thun, um fich wieder auf eigene Füße zu stellen und dem finanziellen Ruin, vor dem e» unmittelbar fteht, aus dem Wege zu gehen oder aber auch tnnerpoltttsche Wirren hiotanzuhaltru.
Die Phtltppinenfrage wird voraussichtlich sowohl den Amerikanern wie den Spaniern manche Schwierigkeiten be* reiten. Die dortigen Insurgenten dürften kaum damit zufrieden sein, daß die Jaselu einfach bei Spanten verbleiben, and e» ist nicht ausgeschlossen, daß bet dem lebhaften Jutereffe, welches die Großmächte an der malaytschen Inselgruppe haben, eine Regelung der dortigen Verhältniffe auf inten nationalem Wege herbetgeführt werden muß. Hoffentlich geschieht daS Einschreiten rechtzeitiger alS z. B. bet Kreta, so daß wettere» Blutvergteßen vermieden werden kavu. (xx)
Deutsches Reich.
— Dte Wahl be» Herrn v. Wangenheim zum ersten Borfitzenden be» Bunde» der Laudwirthe begrüßt die roufervative „Powrn. RrichSpoft* wie folgt: Wir, und mit uo» zweifellos dte ganze coofervattve Partei Pommern», baden die Wahl de» Herrn v. Waugeuheim zu« Vorsitzenden de» Bunde» der Laudwirthe mit aufrichtiger Genugthuung begrüßt. Mit ihm tritt ein Manu in die erste Reihe der politischen Kampfgenoffen, zu dem wir volle» Vertrauen haben und von de« wir für die fernere Entwicklung unserer Partei- derhaltoiffe da» Beste erwarten dürfen.
— Da» Steigen der Fleischpreise. Eine Der- sammlung der Metzger in Hamburg, Altona und Umgegend beschloß, au 6en Reichstag ein Bittgesuch um Aufhebung der vtehsperreu zu richten. — Ebenso haben in Hanau vom 10. b. M. ab bie Metzger infolge der höheren Viehpreise beträchtliche Preiserhöhungen eintreteu lassen.
— Die Solinger „Genossen" verhalten fich wtder- spenstig gegen den soc'albemokrattschen Eentralvorstaud. Der ans der soctaldewokratischeu Partei anSgestoßeue frühere
ReichStagSabgeordnete Schumacher hielt in Solingen einen Vortrag über den Grund feiner Ausschließung. Die Folge war, daß eine Erklärung zu Gunsten Schumachers angenommen wurde, die folgende Stelle enthält: „Ferner erklärt fich die Versammlung mit den von einer sogen. KreiSparteiversamm- lung in OhligS ausgeschloffenen sechs Genoffen einverstanden und beschließt, eine Liste in Eirculation zu setzen, um diese, mit möglichst zahlreichen Unterschriften versehen, an den im October stattfindeodeo Parteitag gelangen zu lassen, damit die Genoffen in ganz Deutschland in die Lage kommen, daS einseitige principtenwidrige Treiben deS Parteivorstande« bei der letzten ReichStagSwahl hier in Solingen nach Gebühr würdigen und beurtheilen zu können.
Ausland.
Budapest, 12. August. In Ischl soll heute ein Kron- raih statifiadeu, welchem auch die Grafen Thun unb GoluchowSki beiwohnen werben. Die AuSgleichSkrifiS gilt allgemein als auf dem Höhepunkt angelangt und da Baoffy entschloffen ist, an dem bisherigen Standpunkte festzuhalten, so befürchten liberale Kreise, daß eS nicht nur zu einer Partei-, sondern anch zu einer verfaffungSkriflS kommen werde, sowie zur Demiffion de» C^binetS.
Paris, 12. August Die gelammte Presse beglückwünscht die Reg-erung zu dem diplomatischen Erfolg, den Frankreich errungen hat, indem, eS durch die Vermittelung Tambon» den Frieden zwischen den Bereinigten Staaten und Spanien zu Stande gebracht hat
Pari», 12. August. Graf Christian Esterhazy befindet fich bei seiner Mutter in der Nähe von Bordeaux, von wo er eine Eingabe an die Staatsanwaltschaft gegen seinen Vater, den Major Esterhazy, machen wird.
Havre, 12. August. Der König der Belgier ist gestern an Bord de« „St. Albert" hier eingetroffen. Er begab fich sofort an Land und machte in offenem Wagen eine Spazierfahrt. Im Laufe de» Tage» hatte der König eine längere Unterredung mit dem Präsidenten Faure. Der König wird vor dem 16. August nicht uach Brüssel zurück- kehren.
London, 12. August. Ein Telegramm au» San Juan meldet, daß ein Kampf zwischen 800 Spaniern, welche einen Leuchtthurm besetzt hielten, und 200 amerikanischen Soldaten von dem Kriegsschiffe „Etncinattt* stattgefunden. Die Spanier wurden m't großen Verlusten zurückgeschlagen. Sie ließen zahlreiche Gewehre zurück.
Madrid, 12. August. Im gestrigen Ministerrathe wurde mitgetheilt, daß daS Protocoll der FriedenSoerhand« lungen vollständig unverändert geblieben ist. Die spanische Regierung hat gestern Abend die Antwort auf die Vorschläge der Beriinigten Staaten uach Washington gesandt und Tambon bevollmächtigt, da» Protocoll im Namen Spanien» zu unterzeichnen.
Sofia, 12. August. Die Streitigkeiten im Bilajet Adrianopel nehmen einen bedenklichen Tharacter an. D e türkischen Grenzwachen verhindern die.Einwohner der bulgarischen Ortschaften am Enbringen der Ernte und verlangen unberechtigter Weise einen Zehnten. Falls die diesbezüglichen Reclawatioueu in Konstantinopel fruchtlos sein sollten, werden die bulgarischen Grenzwachen Befehl erhalten, einzuschreiten.
Peking, 12. August. Die Anleihe für den Bau der Bahn von Peking nach Hau kau ist durch kaiserliche» Edikt eudgiltig geregelt wordeu.
— Eine schwere Niederlage England» im chiuefischen Eisenbahnkriege ist jetzt auch förmlich besiegelt. Wie man au» Pekmg meldet, übersandte der belgische Gesandte am Mittwoch dem Tsuug li Armen eine Mittheilnog de» Inhalte», daß der russische unb oer französische Gesanbte gemeinsam mit ihm daS Tsuog-li-Aamen briogenb ersuchen, den versuch be» britischen Gesandten, die Genehmigung deS Vertrage» betr. die Peking-Haukau-Bahn zu verhindern, un- beachtit zu laffeu. Inzwischen kommt au» Peking vom Freitag eine Meldung de» „Renter'scheu Bureau»*, durch kaiserliche» Tdict sei die belgische Anleihe für den Ban der Peking Hackan-Bahn, ungeachtet der Einsprüche be» britischen Gesandten, eudgiltig genehmigt worden. Weiter wird an» Shanghai bestätigt, daß Frankreich von der chinesischen Regierung die Verpachtung de» Futschau-District» versprochen worden ist.
— Die Aufständischen auf den beiden größten amerikanischen „ZnkunftScolonien* sollen fich, nach Berichten, die über New Mark kommen, neuerding» auf einmal recht ge-
Adrrsse für Depeschen: Anzeiger Hietze».
Fernsprecher Nr. 51.
fügig gegenüber ibren „Befreiern" zeigen. Ein Berichterstatter de» „New-Kork Journal" telegraphirte au» Hongkong, die philippinische Junta Hobe dem amerikanischen Tonsul Wildman öffentlich mitgetheilt, „ihr einziger Wunsch sei die Besitzergreifung der Philippinen durch Amerika". Tin Telegramm be« „New Aork Herald" ferner meldet au» Santiago, der AufstSndischenfithrer Garcia habe angedeutet, daß er den Wunsch habe, fich fein Vorhaben betreffend den Abbruch der Beziehungen zu der amerikanischen Armee noch einmal zu überlegen- er erbiete fich jetzt, Führer für den Zag auf Portorico zu stellen. — vielleicht folgen diesen rofigeu Meldungen indeffen noch hinkende Boten nach.
— DaS Selbstgefühl der Amerikaner be- abfichtigt eine Flottenknnbgebnng in Europa. DaS Mariue- amt in Washington hat den Beschluß gesaßt, daß Admiral Sarnpson sofort nach dem Friedensschluß «ft einer Flotte nach Europa segeln soll, so mächtig, wie fie die vereinigten Staaten noch nicht aufgeboten hatten. Der Zweck wird offen eingestanden: Europa die neue Wehrkraft der vereinigten Staaten zur See zu zeigen. — Indeffen hat ja unser „altersschwache»" festländische» Europa auch eine Anzahl ganz hübscher Kähne aufzuweisen. Vielleicht fühlt man sich diesseits veranlaßt, den höflichen Besuch der Aankee» drüben zn erwidern.
Cocalo und provinzielles.
Sießeu, den 13. August 1898.
• • Circus Corty Althoff. Der berühmte TircuSTorth- Althoff, einer der größten Zelt-Eircuffe de» TontinentS, gibt in nächster Woche eine Reihe Vorstellungen auf Oswald» Garten. Der CircuS trifft mit Exrrazug am Montag hier ein- am Dienstag Abend 8 Uhr findet die erste große Gala- Borfiellung statt. Wir verweisen vorläufig auf die daS Nähere angebenden Inserate, Plakate und Programme.
• * Sin fremde« Frauenzimmer erschwindelte gestern in einem hiesigen Goldwaarengeschäft vier Ringe im Werthe von 50 Mk. Die Schwindlerin wurde, noch ehe sie die Stadt verlassen konnte, verhaftet.
• • In einer hiesigen Fahrradhandlung erschien gestern eia fremder junger Minsch unb entlieh fich unter falschen Vorspiegelungen ein Fahrrad, um alsbald mit demselben daS Weite zu suchen. Bi» jetzt gelang eS nicht, denselben zu ermitteln.
* ♦ Detaillisten * Verein contra Kölner Sonsum anstatt. Betreff nd die Notiz deS hiesigen Detaillisten-vereinS in Nr. 185 dS. Bl. verweisen wir die Leser auf die Erklärung im Juserateutheil der heutigen Nummer, deren notarielle Bestätigung un» Vorgelegen hat.
• • Berichtigung. In dem Jahresbericht der Großh. Handelskammer tu gestriger Nummer muß eS auf der 14. Zeile anstatt „dem von Großh. Ministerium erstatteten Bericht" heißen: „dem dem Großh. Ministerium erstatteten Bericht".
• • Wetterbericht. DaS barometrische Maximum umfaßt beute außer Teatral-Europa auch den ganzen Nörten und Nordof.en Europas. Auf unserem Gebiete besteht unter der Herrschaft de» hohen Drucke« allgemein heitere« Wetter und haben die Temperaturen w ebcr zugenommen. DaS gestern im Westen der britischen Inseln erschienene Minimum hat zwar ostwärts etwas an Raum gewonnen, scheint aber der Hauptsache nach eine nordöstliche Bahn zu verfolgen. — voraussichtlich e Witterung: Zunächst noch heiter und warm.
Aus fctt Leit für Me
Vor 57 Jahren, am 14. August 1841, starb als Professor in Göttingen der Philosoph Johann Friedrich Herbart, der wahrend seiner fruchtbaren akademischen Thätigkeit fich vorzugsweise bestrebte, die Welt der Begriffe und Vorstellungen aufzuhellen. Die philosophischen und pädagogischen Schriften seiner Doctrin tragen vorzugsweise den Charocter des Realismus. Herbart wurde am 4. Mai 1776 in Oldenburg geboren.
Vor 127 Jahren, am 15. August 1771, wurde zu Edinburgh der berühmte englische Romanschriftsteller Walther Scott geboren. Seine Romane zeichnen sich durch historische Treue, vorzügliche Characterzeichnung und farbenprächtige Schilderung aus. Er ist der Begründer des historischen Romans und gilt noch heute als Muster eines Romanschreibers. Scott starb am 21. September 1832 in Abbotsford.


