Ausgabe 
14.7.1898 Zweites Blatt
 
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worden fei. Zuerst wurde ganz allgemein KreiSrath Häs­in Offenbach als Nachfolger des Geheimerath» Rothe be­zeichnet, dann wurde als solcher bestimmt Frhr. v. Gagern in Gießen genannt, und ganz unerwartet wird jetzt nach obiger Quelle ein Miuisterialrath Provinzialdirector von Rheinheffen. Wie der ve,floffene Staatsminister Finger ist Ministerialrath Krug aus dem Rechtsanwaltstand hervorgegaugen, politisch ist derselbe bis jetzt wenig hervorgetreten. Die Straf, kämm er de- hiesigen Landgerichts hatte sich heute mit einem Gauner zu befaffeu, deffeu Specialitat es ist, die Opferstöcke der Kirchen zu berauben. Der Gauner, der von Beruf Steinhauer, und dessen Namen Wendelin Bufam aus Ulm ist, hat in Straßburg die Kirchen mehrfach auSgeplündert, wofür er mit einer längeren Gefäugnißstrafe bedacht wurde. Hier hat er mit zwei inzwischen verschwundenen Genossen zunächst auS dem Opferstock der Kapelle der Franziskanerinnen einen Betrag von 15 Mk. geraubt, daun hat er sich über die Opferstöcke in der BoutfaziuSkirche hergewacht, wobei er aber von dem Kirchendiener ertappt und festgenommen wurde. Bei der Berhastung fand man bet dem Gauner neben klebrigen Geldmünzen ein Fläschchen mit BogelSleim und mehrere dünne Holzstäbchen, mittelst welchen er die Münzen au- den Opfer- stöcken hob. Trotz Hartnacktgen Leugnens wurde Bufam zu 3 Jahren und 1 Monat Gefängntß verurtheilt.

Mainz, 13. Juli. Der focialdemokratifche Landtag-, abgeoronete und verflossene Rrichötag-caudidat Dr. David wurde heute von dem hiesigen Schöffengericht wegen Be- leidtgunq de- Schöffengerichte- in Nebra zu einer Geldstrafe von 100 Mk. verurtheilt. Die Beleidigung wurde im Ab­druck eine- Artikel- de- HallerBolk-blatteS" in der f. Z. von Dr. David redigtrtenMainzer Volkszeitung" gefunden, welcher unter der SpitzmarkeGleiche- Recht für Alle" ein Urthetl de- Schöffengericht- in Nebra kritifirte. Von der Staatsanwaltschaft waren 2 Monate Gefängntß gegen Dr. David beantragt gewesen.

Verurischte».

Freiburg im Brei-gau, 10. Juli. Die Frequenz unserer Hochschule, der altehrwürdigen Alberto Ludo- viciana verfolgt mit anerkeunen-werther Hartnäckigkeit eine stetig aussteigende Tendenz,- die Besucher recrutiren sich so­zusagen au- aller Herren Ländern, sogar Japan und Amerika find in respectabler Zahl vertreten. Im Jahre 1885 zählte die Universität netto 1000 Studenten (lauter ordentliche!) wogegen da- jetzige Somwersemestrr schon über 1500 der­gleichen auswetst. In der Thal ein erfreuliches Aufblühen! Zur Feier des 1500 immatrtculirten Studenten gab gestern die allzeit gastliche Brei-gaustadt ein fröhlichfeuchtes Waldfest, da- die Bürger-, Professoren- und Studentenschaft vereinigte- e- nahm den denkbar schönsten Verlauf- gegen Abend bet goldigstem Sonnenschimmer, Nacht- bet filbernstcm Monden- scheine, welch' letzterem zündende Blitzgedankeu-Reden, etcc- irische und bengalische Beleuchtung Beistand leisteten. DaS Signal zum Initium Fidelitatis gab, nachdem der osfictelle Redestrom vorübergerauscht, ein allermiudesten» fünfzehn- hundertstimmiger, von Stadtrath Karl Mayer zurechtgedtch- teter humoristischer JubelcantuS. Mit Absingen des Gaude­amus igitur! oder dergleichen wir wissen eS propter uimium Est, Est nicht mehr so genau schloß die flotte Feier, selbstverständlich in merklich verspäteter Stunde. Heute steheo, wenn nicht alle Zeichen eines stillen SabbathS trügen, Stadt und Universität unter dem weihevollen Eindruck de- katerbefl ssenen P.wpuS von Perusio, frei nach Victor v. Scheffel. Darum und trotz alledem: Profit!

* Eine hervorragende Marschleistung haben die 1. und 2. Compagnie (Hauptmann Staroste und Leh) de- tu Gl atz in Garnison liegenden Füfilier-Regimevt- General-Feldmar- schall Graf Moltke zu verzeichnen. Sie marschtrten am Samstag den 2. Juli, Vormittag- 4% Uhr nach dem Heu- scheuer Gebirge und legten den etwa 30 Kilometer betragenden Weg nach Carlsberg trotz fast fortwährender Steigung in nur 5 Stunden zurück. Nachdem die Truppe abgekocht und kurze Zeit gerastet hatte, wurde von ihr um 12 Uhr Mtttag- bie Hruscheuer selbst aus der au- 665 Stufen bestehenden Treppe bestiegen und besichtigt. Um 4 Uhr Nachmittag- traten darauf die Compagnien von Carl-berg den Rückmarsch nach Glatz wieder au und trafen 91/« Uhr Abend- wohl und munter in ihren Kasernen ein. Der weite Weg nach Glatz wurde auch die-mal wieder von den Mannschaften tu etwa- mehr al- 5 Stunden einschließlich einer halbstündigen Pause zurückgelegt.

* Die 2. Kraft- und Arbeitsmafchineu-Au-fiellung München 1898 hat sich trotz der ungünstigen Witterung eines sich steigernden Besuche- zu erfreuen. Nunmehr ist e- auch möglich, die Ausstellung in ihren werthvollen Leistungen für die verschiedenen industriellen und gewerblichen Betriebe besser zu Überblicken und den Interessenten befriedigende Aufschlüsse zu geben. Die Gartenbau-Ausstellung wird durch die Sorgfalt der Gärtner fortwährend in bestem Zustande erhalten und mit neuen Erzeugnissen der Gartenkunst au-- gestattet, während die Pflauzuugen, die ursprünglich noch ganz jung waren, nun prächtig Herauwachsen und den Reiz der Ausstellung erhöhen. Die mit der Ausstellung täglich verbundenen Unterhaltungen, besonder- auch die vortrefflichen musikalischen Leistungen in den Concerten der heimischen und au-wärttgen Militär-Capellen wie des Kaim-OrchesterS, üben erhebliche Anziehung-kraft. Nun da die Ze.t der allgemeinen Ferien herannaht, sieht mau einem verstärkten Besuche entgegen.

* Neulich traf ich, so schreibt ein Mitarbeiter derTri- buua", menen alten Schönschreiblehrer auf der Piazza del Popolo.Leben Sie wohl", sagte er zu mir, wir werden nn- niemals Wiedersehen, ich will mich von der Mauer de- Pincio herabstürzen." Und al- ich nach dem Grund fragte, antwortete er wir traurig:Man hört nur »och von Schreibmaschinen reden, was bleibt den armen Schreiblehrern zu thuv übrig?* Und er erzählte mir mit thränenerstickter Stimme seine Verzweiflung: wie er sich an­

gestrengt habe, der hoffnungsvollen Jugend die Fiugerchen zurecht zu drehen, wie er die Hand bei den unsicheren Be­wegungen auf dem Papier geleitet habe, er beschrieb die Aus- regung der Schüler, als sie zum ersten Mal den Federhalter hielten, al- es galt, die schönsten jährlichen Probeschrifteu zu erzielen. War da- Alle- jetzt für immer dahin? Ich ver­suchte alsdann ihn zu trösten. Ich machte ihm begreiflich, daß nicht alle Menschen sich der Schreibmaschine bedienen würden, z. B. die Verliebten. Könnt Ihr Euch, reizende Leserinnen, einen Liebe-brief vorstellen mit den Tasten ge­schrieben und ohne vielsagende Schnörkel? Auch der Schreib» lehrer ließ sich überzeugen.Es ist wahr", sagte er be- ruhigt,den Verliebten die Hand zu führen, ist doch kein zwecklose- Dasein." Sprachs, kehrte um und wandte sich nach der Piazza die Spangna.

* Acht Menschen gerettet und zum Dank auf die Au- klagebauk. Vor dem Landgericht zu Sagan hatten fich der Gastwirth H. Zimmer und die Einwohner Doil, Eschen­born, MuuSke und Helbtg auS Mednitz wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung zu verantworten. Am 31. Juli 1897, dem Tage der gräßlichen Hochwaflernoth, wuchs wie bekannt, auch der Bober rapid und richtete nicht blo- an Häusern und Feldern colossalen Schaden an, sondern bedrohte auch das Leben der Anwohner. In größter Gefahr schwebten nament­lich die Bewohner zweier Häuser in Greisitz, weil fich die Flnthen dort an einem Querweg stauten. Wollte man die in Lebensgefahr befindlichen acht Personen retten, so mußte der Weg durchstochen werden. Die Gefahr sehend holte fich Zimmer nicht erst beim Orts- oder AmtSvorsteher die Erlaubniß, sondern durchstach eigenmächtig den Weg, wobei ihm die Mit­angeklagten in dankcn-werther Weise Hilfe leisteten. DaS Waffer ergoß sich nun theil- über seinen, theil- über die Aecker de- Dominium-, wa- den Pächter, Herrn AmtSrath R. in Mednitz, veranlaßte, Anzeige zu erstatten. Der Angeklagte hatte, feinen eigenen Schaden nicht achtend, nach Fertigstellung de- Durchlasses mit eigener Lebensgefahr die Bewohner der bedrängten Häuser gerettet. Statt nun öffentlich belobt zu werden, muhte er mehrmals zum Verhör und jetzt auf der Anklagebank erscheinen. Da- Gericht sprach alle An- geklagten frei.

Da- Radfahren der Frauen staattgeföhrlich! Wie der Pariser Correspondent desMedical Record" an diesen nach New Uork berichtet, beginnt man in der französischen Hauptstadt das Radfahren für die Gesundheit junger Frauen und Mädchen für so gesundheitsschädlich zu halten, daß viele hervorragende Aerzte durchaus dagegen find und e- geradezu verbieten. ES handelt sich dabei nicht etwa um die Möglichkeit von UnglückSsällen, sondern um die Gefahr verschiedener Störungen der körperlichen Gesundheit der Frauen, >ie geradezu vom Radfahren herrühren sollen, ganz abgesehen davon, daß bestehende Schwächen oder Fehler an Herz, Nieren oder anderen Organen dadurch verschlimmert werden. Der Gewährsmann der genannten ärztlichen Wochenschrift sagt, > fich mit dem Radfahren der Frauen in Frankreich ein Nachtheil von socialer Tragweite zu entwickeln beginne, durch den eine weitere Abnahme der Bevölkerung und damit auch »er Stärke de- Heere-, durch da- doch der bewaffnete eure» 'ätsche Friede aufrecht erhalten werden müsse, zu befürchten tehe. Die Erziehung der jungen Mädchen umfaßt heutzutage licht nur geistige Arbeiten, die bisher alleinige- Vorrecht der ogenannten Herren der Schöpfung war, sondern bemächtigte ich auch der athletischen Künste und aller Uebungen im Freien, mit einem Worte: des Sport- im Allgemeinen, wobei da- lladfahren eine hervorragende Stellung einnimmt. Werden )ie Mädchen erst mit diesem bekannt, so hegen sie, sagt der Pariser Arzt, wenig Verlangen nach der Ehe, die sie schließ­lich al- ein Gebnndensein und eine Fessel betrachten, jeden­falls als ein Hemmniß für ihre freiheitlichen Neigungen. Demgemäß ziehen sie e- vor, ledig zu bleiben, und so be­ginnt fich gewissermaßen ein dritte- Geschlecht zu bilden, ein Geschlecht von Reiterinnen, Radlerinnen, von Tennis- und Golskämpserinnen, von Jagerinnen, Anglerinnen, Seglerinnen kurz eben von Sportdamen. So vermännlicht sich da­weibliche Geschlecht. DieseThatsachen" nennt unser Arzt mit einem dunklen Worte em Slück praktischer Philosophie und eine Folge der Sitten und Gebräuche de- endenden Jahrhundert-. Wir wollen den Arzt selbst mit einer gelinden Bezeichnung al- einen etwa- verdrehten Hellseher bezeichnen, dessen Prophezeiungen freilich vergnüglich zu hören und zu lesen sind.

' Philosophie des Küssens.

Markus subr mit feiner Hulda Einst von Merseburg nach Fulda. Markus! rief die Maid lebendig, Wahre Weisheit küßt verständig I Sachte, mit geschloss'nen Lippen, Gilts ätherisch nur zu nippen! Schüchtern, in beklomm'ner LeiSheit Also küßt die wahre Weisheit. Hulda! sprach verzückt der Markus, Küßt ein Narr, so ist's ein Nankuß' Ach, und dies vernarrte Küssen Gleicht ElysiumS Hochgenüssen! Heut noch küss' ich Dich vernünftig, Doch vernunftlos küss' ich künftig. Und die Maid an seiner Seiten Hauchte: Nun, ich will nicht streiten. Sei's ein Klugkuß, sei's ein Narrkuß Eins nur wünsch ich, goldner Markus, Ob's erschmeichelt, ob's geraubt wird: Daß gl küßt nur überhaupt wird!

Münch. Jugend. Ernst Eckstein.

* Der Gatte feiner eigenen Schwägerin. Au- Mou- (Belgien), wird derK. Zrg." folgender merkwürdige Fall berichtet: Vor einigen Wochen fand in Enghien eine Hochzeit statt. Gestern blätterte die junge Frau zufällig in ihrem Heirath-büchelchen, al- sie zu ihrem Entsetzen bemerkte, daß darin nicht sie, sondern ihre zwei Jahre ältere Schwester al- |

Gattin ihre- Manne- verzeichnet stand. Nachforschungen er» gaben, daß alle auf die Heirath bezüglichen standesamtlichen und kirchlichen Urkunden denselben Jrrthum enthalten. Die Sache ist auf eine Verwechslung durch den Standesbeamten zurückzuführen. Die Staatsanwaltschaft wird über die Sache zu entscheiden haben. Vorläufig ist der junge Ehemann auf dem Papier der Gatte feiner Schwägerin.

*Nächtlich am Cufento lispeln Vor Kurzem

hatte ein deutscher Gelehrter die italienische Regierung er­sucht, ihm eine Subvention zu gewähren, damit er das Grab des Gothenkönigs Al ar ich im Busento auffinden und öffnen könne. Die Schätze und Kunstwerke, die in diesem Grabe gefunden werden sollten, würden dann dem italienischen Staate zufallen. Das römische Kabinet versprach, diesen Vorschlag in Erwägung ziehen zu wollen. In Süditalien, besondere aber im Städtchen Cosenza selbst, hat die Nachricht, daß man nun plane, Manchs Grab aufzusuchen und zu öffnen, große Erregung hervorgerufen, und die Tagesblätter» dort besprechen dieses Ereigniß eifrigst. In Folge einer Aufforderung desCorriere di Napoli" hat sich nun dessen Correspondent in Cosenza zu einem dortigen Alterthumsforscher, der schon vor Jahren eine Monographie über Alarichs Grab geschrieben hat, begeben, um dessen Ansichten über den Vorschlag des deutschen Gelehrten zu hören. Dieser theilte ihm hierüber Folgendes mit: Die ersten Berichte über die Beisetzung Alarichs lieferte der Chronist der Westgothen, Jornandes, der selbst ein Sohn dieses Volkes war. In seinem Geschichts­werke, das den Titel führt:De rebus Gothicis, erzählt er, daß Manch im Flusse Busento, der damals nahe an den Stadtmauern von Cosenza floß, begraben wurde. Spätere Chronisten bestätigen diese Meldung, fügen jedoch gleichzeitig hinzu, daß die Grabesstätte sich eigentlich dort befände, wo der Zusammenfluß (confluens) eines Baches mit dem Busento erfolgt. Man nimmt daher allgemein an, daß Alarich dort bestattet wurde, wo sich der Crali in den Busento ergießt. Nun ist wohl zu beachten, daß das heutige Cosenza nicht mehr auf derselben Stelle liegt, wo die alte Stadt stand, und natürlich stehen auch die heutigen Stadtmauern nicht mehr auf derselben Stelle, wie zur Zeit der Römerherrschaft. Auch hat sich das Terrain, auf dem die Stadt steht, während der vergangenen fünfzehn Jahrhunderte bedeutend gehoben. Um nun die Städte aufzufinden, bedürfe es der Mitwirkung eines ortskundigen Archäologen. Er, der Archäolog, wage zu behaupten, er kenne die Stätte, wo Alarich beigesetzt wurde. Der deutsche Gelehrte, welcher der italienischen Regierung seinen erwähnten Vorschlag gemacht, möge nun nach Cosenza kommen und sich mit ihm verbinden, und er werde ihm dann bei seinen Nachgrabungen behilflich sein.

Wissenschaft, Literatur und Aunst.

Unsere Hochschulen und die Anforderungen deK zwanzigsten Jahrhunderts betitelt sich ein Buch, weiches der Geh. Reg.-Ralh Prof. Riedler im Vertage von A. Seydel in Berlin hat erscheinen lassen. Es unterzieht den gegenwärtigen Stand der Univerfitäten und technischen Hochfchulen einer eingehe»-, den Betrachlung und erörtert die Frage, wie weit diese untere höchsten Bildungsstätten den staatlichen und nationalen Aufgaben der Zukunft, insbesondere auf wirihschaftlichern Gebiet, gewachsen sind. Dies führt zu Betrachtungen über den Einfluß und die Cultur- arbeit der Technik, die namentlich in ihrer Rolle als Bahnbrecherin der Naturwissenschaften und als eine der Hauptarundlagen der modernen Cultur gewürdigt wird. Die Gegner der Maschinenarbeit werden darauf hingewiesen, daß sie sich mit der gesammten gegen­wärtigen Cultur, deren Wohlthaten auch sie gern genießen, in Wider­spruch setzen, und es wird die volle, noch vielfach mangelnde An­erkennung deS Jngenieurberufs und der Jngenieurarbeit als höchst- stehender GeisteSthätigkeit mit Nachdruck gefordert. Aus diesen allgemeinen Erwägungen leitet der Verfasser Vorschläge zur Um­gestaltung der Hochschulen ab. Er empfiehlt in erster Linie die Ver­einigung der bestehenden Hochschulen, insbesondere die Schaffung technischer Facultälen an den Universitäten und eine neue Facuuäts- gliederung der letzteren. Auch die Kunst würde in dieser wirklichen universitas einen Platz finden können. Die Schwierigkeiten, die einer solchen Vereinigung entgegenstehen, verkennt der Verfasser nicht, hält sie aber für überwindbar, und im Zusammenhänge damit werden die Titel- und Siandessragen, sowie die Fragen der Vorbildung deS Näheren von ihm erörtert. Für den Fall, daß die Vereinigung der Hochschulen an den Schwierigkeiten oder an dem Widerstande der detheiligten Kreise scheitern sollte, tritt der Verfasser für eine Aus­gestaltung der technischen Hochschulen im Sinne vertiefter wirth- schaftlicher und allgemeiner Bildung ein, während er alles Flickwerk an Universitäten, wodurch ihnen einzelne technische Fächer anzuhängen versucht werden könnte, für durchaus verfehlt erachtet. Auch die technischen Mittelschulen, welche die Hilfskräfte' für die Technik auS- dilden sollen, zieht der Verfasser in den Kreis seiner Erörterungen. Am Schluffe des Buches wird die Gründung von Hochschulen im Osten Preußens ausführlich besprochen und die Errichtung tech­nischer Hochschulen in Danzig und Breslau als dringend nolhwendig dargelegt. Für ihre Organisation bieten die Ergebnisse der voran­gegangenen Untersuchungen die nöthigen Anhaltspunkte. Der Breis des 120 Seiten Großociav umfassenden BucheS ist auf nur 1 Mk. festgesetzt worden, da seine Veröffentlichung nur der Sache dienen soll.

Familienhäuser für Stadt und Land von Georg Aster. Mit HO Abbildungen von Wohngebäuden nebst dazu ge- börigen Grundrissen. In Originalleinenband 5 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Je lärmender das Treiben und Jagen in den größeren Städten wird, desto dringender macht sich das Be- durfniß geltend, in die Vororte, aufs Land zu ziehen. Der Vorort­verkehr der Eisenbahnen und die Straßenbahnen unterstützen diesen Zug der Zeit; Fahrrad und Telephon Helsen gleichfalls die Entfern­ungen zu überbrücken. Ideal der Wohnuig ist und bleibt aber daS freistehende Familienhaus als eigener Besitz. Eine so überaus freudige Aufnahme auch Asters BüchleinVillen und kleine Familienhäuser­gefunden hat, so wurde dennoch mehrfach der Wunsch laut, neben ben anleitenben Entwürfen zu kleineren Land- und Familienhäusern auch solche zu umfangreicheren zur Verfügung zu haben. Diesem Verlangen wird vorliegendes Buch gerecht, das 110 Pläne von 5000 bis 100000 Mk. Baukosten enthält, vorzugsweise dem Bau­herrn erste Anleitung zur Planung des eigenen Heims sein will und dabei auch dem neuen, freieren Geschmack in der Bauart Rech­nung trägt.

Htttoerfitäts - Nachrichten.

Der außerordentliche Professor der Phytopaläontologie an der böhmischen Universität in Prag, Dr. Joseph Velenowsky, ist zum ordentlichen Profeffor der systematischen Botanik ernannt worden.

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