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1898
Wr. <36 Erstes Blatt. Dienstag den 14. Jnni
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Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß He nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über bie Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Auf- chlags von Fünf vom Hundert, pro Monat Mai 1898 sür den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen:
Hafer Mk. 21,00, Heu Mk. 6,30, Stroh Mk. 5,40.
Gießen, den 10. Juni 1898.
GroßherzoglrcheS Kreisamt Gießen.
____________________d. Gager^.____________________
Bor der Entscheidung.
Wir find m die Woche eingetreten, welche die 6at» Ich Übung über den AuSgang der Wahlen zum deutschen Reichs« läge bringen soll. Wiederholt ist von uns darauf hiugewiesen Barben, daß die Wahlbewegung im Allgemeinen eine wenig ilihrige ist, daß nur in einzelnen Wahlkreisen eine stärkere Agitation betrieben wird, sonst aber nichts daran erinnert, daß das Jntereffe, welcher das deutsche Volk an der Zu- sammensetzunz deS künftigen Reichstages haben muß, eia be» Imder» lebhafte- ist. Vornehmlich ruhig verhalten fich die log. Ordnungsparteien- die Mahnung des Grafen PosadowSkh, Raun für Mann müffe an die Wahlurne treten, scheint ms wenig fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Daß eine löhrige Agitation dennoch nothwendig ist, zeigt insbesondere die Emsigkeit, mit welcher die Tocialdemokratie die Wahl« h Biegung betreibt. Mag auch ein gut Theil Prahlsucht tu der Thatsache liegen, daß die Socialdemokraten in sämmt« Wen Wahlkreisen deS deutschen Reiche- Candidaten aufgestellt taten, mag auch der Erfolg dahinter zurückdleiben, so find je doch später in der Lage, behaupten zu können, daß auf iljre Partei die meisten Stimmen gefallen find. Die ein« Wtigen Kreise unsere- Volke- werden eine solche Behauptung ml ihren wahren Werth zurückzuführen verstehen, aber die zroße Masse wird dadurch irre geführt und glaubt, daß die Leeren der Socialdemokratie wirklich schon eine gewaltige a«8brettunfl erfahren haben und folgert darau-, daß diese Lehren wirklich nachahmentwerth seien und immer mehr An- lävger finden müßten. Darin liegt eine Gefahr, die vielleicht allzu gering geschätzt worden ist, und welcher zu be« jtgnen das ernste Bestreben aller Derer sein müßte, denen laB wahre Wohl unseres Volkes am Herzen liegt.
Man hat schon oft über die Gründe der Wahlgleichgiltig« Idl nachgeforscht und dieselbe darin gefunden, daß im Volke «ehr und mehr das Jntereffe an den nationalen Ecrungen« shvften, die wir mit Blut und Eisen vor mehr als einem 8iirteljahrhundert uns erworben haben, geschwunden ist. fllnt Stolz hat un- der nationale Aufschwung erfüllt, der iamalS ganz Deutschland beseelte, und mit tiefer Wehmuth vöiffen wir erkennen, daß die Begeisterung nicht lange vor« jehalteu hat, trotzdem die Errungenschaften doch nicht geringer [troorben find, trotzdem der Ausbau deS Reiche- immer fcritere Fortschritte macht und unser Ansehen tm Rathe der 8Mer einen ungeahnten Umfang angenommen hat.
Jeder, der sehen will, muß zugestehen, daß dir AuS- khaung von Handel und Wandel, eaß die gewaltige Ent» diekelung unserer Industrie nur möglich war auf der festen tzrandlage, welche daS deutsche Reich tn seiner Gesammrheit littet. Und schon au- diesem Grunde müßte Jeder an seinem lhnile dazu beitragen, daß der Bau immer mehr gefestigt 8lib. Wir möchten wohl die Frage aufwerfen, ob die Lautzit der Wähler nicht zum großen Theil ihre Erklärung faSet in dem geringen Jntereffe, welches die Abgeordneten kc letzten Legislaturperiode den Verhandlungen des Reichs- hgt» entgegengebracht haben.
ES ist ja noch in ganz frischer Erinnerung, daß der kt-ichStag vom Beginn bis zum Ende an chronischer Beschluß- vißahigkeit litt, daß die Sitzungen, an denen er wirklich be« shLußfähig war, ganz vereinzelte waren, und daß von einem ^besetzten Hause niemals die Rede sein konnte. In dieser sivficht muß Wandel geschaffen, daS Jntereffe der Abgeord« et m für die prompte Ausführung ihre- Mandat» muß tziederhergestellt werden, dann dürfte auch das Jntereffe be» Solle« an unseren nationalen Zuständen wiederkehren.
Mögen sich deshalb alle Diejenigen, welche für den ledhstag ernstlich candidiren, bewußt fein, daß eß ihre heilige Isticht ist, durch treue Berufserfüllung ein Beispiel zu geben, liS in vieler Hinsicht seine Wirkung nicht versagen wird.
(xx)
Deutsches Reich.
Berlin, 12. Juni. Dem „Local-Anzeiger" wird au» Kiel gemeldet: Die Kaiserin begibt fich nach ihrem Aufenthalt im Schloß Grünholz nach Hemmelmark, um fich dort, gemeinsam mit der Prtnzesfin Heinrich, auf der Dicht „Iduna" einzuschiffen. Günstigen Wind vorausgesetzt, ist ein Wett- segeln mit „Meteor", auf welchem fich der Kaiser an Bord befinden wird, in Aussicht genommen.
Berlin, 12. Juni. Die beiden kaiserlichen Prinzen August Wilhelm und OSkar werden in Begleitung ihre» Gouverneur» ihre Reise nach Bad Kreuznach am 14. d. M. antreten.
Berlin, 11. Juni. Der König Georg von Griechen« land wirb fich demnächst nach Aix le» Bain» zur Kur be« geben. Bon dort gedenkt er nach Pari», London und PeterS« bürg zu reifen, d. h. zu den drei Mächten, die die letzte griechische Anleihe garamtrt haben.
Berlin, 12. Juni. Der BundeSrath hat in der SamStagfitzung ein reichhaltiges Programm erledigt und mehrere Vorlagen den zuständigen AuSschÜffen überwiesen. Die Zustimmung wurde u. A. folgenden Vorlagen ertheilt: der Vorlage über die Handelsbeziehungen zum britischen Reiche, den Beschlüffen deS LaudeSausschuffe» zu dem elsaß- lothringischen Gesetzentwurf über die Capitalrentensteuer, dem Entwürfe von Bestimmungen über die Feststellung deS Börsenpreise» von Werthpopieren und dem Entwürfe von Be« ft'mmungen wegen Herstellung einer Statistik der Strike» und Aussperrungen, ferner auch Beschlüffen de» Landes- au^fchuff» zu dem elsah lothringischen Gesetzentwurf über den kaiserlichen Rath.
Berlin, 12. Juni. In der gestrigen Sitzung der Brüsseler Zucker«Eonferenz gaben die Delegieren aller Staaten die vorläufige Erklärung betreffend eine Beseitigung der Ausfuhrprämien ab. Die Delegirten Deutsch« landS, England», Belgiens und Holland» befürworteten entschieden die Beseitigung der Prämien, der franzöfische Delegiere Sebline erklärte, Frankreich könne nur die Herabsetzung der Prämien zugestehen. Oesterreich verhielt sich zurückhaltend. Mehrere Delegirte bekämpften die Geheimhaltung der Conferenzbeschlüffe.
Berlin, 12. Juni. Am 6 Juli findet der Spionage« Proceß gegen den Bildhauer Bteinlen und den Reisenden Duffard vor dem Reichsgericht statt.
Berlin, 10. Juni. Amtlicher Nachweisung zufolge find anReichSmünzen während bei Monat»Mai 11651040Mk. in Doppelkronen und 1120000 Mk. in Kronen, inSgesammt für Pcivatrechnung zur Ausprägung gelangt; außerdem 1840365 Mk. in silbernen Fünfmarkstücken, 370000 Mk. in Zweimarkstücken, 201768 50 Mk. in Fünspsenrügftückm und 20459.01 Mk. in Einpfennigstücken.
Berlin, 11. Juni. Ein Barackenlager für den Kaiser ist auf dem Hofe der alten Kürasfierkaserne in der Alexandrinenstraße aufgestellt worden. Es soll demnächst in Helgoland aufgcschlagen und später vom Kaiser nach Palästina mitgenommen werden. Dieser Tage wurde eß von dem Generalarzt der Armee, v. (Soler, dem Leibarzt beß Kaiser», Dr. v. Leuthold und anderen Militärärzten eingehend besichtigt. Den Herren hatte sich auch der deutsche Eovsnl in Jerusalem, v. Tischeudorf, angeschloffen. Da» Lager besteht au» drei Zeltbaracken. Die eine enthält Schlafgemach und Ankleidezimmer, die andere bildet den Speisesaal und die dritte bient als WirthschaftSraum. Ein ähnliche» Barackenlager soll für die Kaiserin hergerichtet werden.
Limburg, 10. Juni. Die Bischofsfrage scheint nunmehr endlich ihre Erledigung zu finden. Nachdem gestern die EandibatlNilste von Berlin hier eingetroffen, wirb die Bischofswahl nächsten Mittwoch stattfinden.
Frankfurt a. M., 11. Juni. Der „Franks. Ztg." wird au» London telegraphirt: Wie dem „Standard" au» Washington gemeldet wird, ist es noch ungewiß, wann die Expedition nach Santiago abgeht, aber sechzehn Kriegsschiffe liegen schon in Tampa bereit, um die Transport' schiffe zu eßcoriiren. Drei andere werden von Admiral SamSpson» Flotte erwartet. Die Behörden geben zu, daß die Transportschiffe, welche Tampa verließen, nach Tampa zurückkehrten und Sampson» weitere Kriegsschiffe vor Montag nicht atckommen können. .Die Truppen können daher nicht vor einer Woche Euba erreichen.
Köln, 11. Juni, lieber baß Unwetter, welche» vorgestern unb gestern über bie verschiedensten Gegenden herein- brach, laufen zahlreiche HiobSposten ein. In der Eifelgegenb find weite Strecken Lande» verwüstet und der Ertrag der
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.
Fernsprecher Nr. 51.
Felder vollständig vernichtet. Nach dem Oberrhein, wohin militärische Hilfe erbeten wurde, find Pioniere abgegangen. Es besteht bie Gefahr weiterer Eisenbahvgeleirverschüitungeu, weil die Erbmassen ber Weinberge fich in ständiger Bewegung befinden. In der Rheinpfal» richteten erneute Gewitter große Verheerungen an. In Obernheim find Fabrikanlagen, in Dettweiler eine Kirche niedergebrannt. In Frein-Heim wurde eine Frau durch Blitzschlag getödtet. Auf der hoch- gehenden Ruhr bei Mülheim schlug ein mit fünf P-rsonen besetzter Nachen um; eine Dame ertrank. Soweit bis jetzt schon zu übersehen ist, find Tausende von Familien ber Eifel, Mosel«, HunSrück und Sieggegend total ruinirr und ihres gesamwten Besitzstände» beraubt.
München, 11. Juni. Die zweite Kraft- und Arbeit»- maschinen-AuSstellung auf der von ber Isar umfloffenen Kohleninsel wurde in feierlicher Weise durch den Prtnzregenten, unter Anwesenheit be» Hofe» und ber osficiellm Welt eröffnet. Die im griechischen Stil gebaute langgtftndte Halle unb die wetten Anlagen machen sich sehr hübsch. Die Ausstellung selbst ist aber noch lehr unfertig.
AttsUnr-
Lemberg, 12 Juni. Neue Excesse gegen bie Juden werden au» den Städten Skawina unb Safina gemtlbet. Beschäftigungslose Arbeiter überfielen und verwüsteten Locale jüdischer Wiethe, plündertet, die Läden jüdischer Kaufleute und vernichteten die Waarev. Ein jüdischer Kaufmann wurde schwer verwundet. Caoalletii mußte gegen die Excebentcn einschreiten.
Agram, 11. Juni. Ein furchtbarer Wolkenbruch setzte heute früh die ganze Stadt unter Wasser. Mehrere Gebäude find einzestürzt, oh le Brücken weggerissen. Anden Bazaren und Waurrnhäusem wurden sämmtlickc Waarea fortgeichwemmt. Garnison und Fruerwchr ist zum Schutz ber Straßen anfgeboten. Man befürchtet Verluste an Menschenleben.
Paris, 12. Juni. Die socialen Nationalisten bereinigten fich gestern Abend zu einem Festessen unter dem Borfitz Rochefort». An demselben natm n etwa tausend Personen, darunter 25 Abgeordnete Theil. E» wurden mehrere Reden gegen die Antipatrioten, insbesondere gegen die Freunde de» Excapttän» DreysuS gehalten. Beim Verlassen de» FeftlocalS wurden die Nationalisten von einer großen Anzahl Collcccivlsten empfangen, bi: Roch fort mit Kolh bewarfen. Die Polizei mußte einschreiten, um e n Handgemenge zu verhüten.
London, 12. Juni. Bor Santiago sollen bie Spanier baß Wrack deS gesunkenen „Merrtmac" nun doch gesprengt haben.
Madrid, 11. Juni. Au» Havanna wird gemeldet, daß vor Havanna zwei Ranotienboote unb ein Kreuzer fich btfinbm. Vor Santiago find 20Kriegßschffe versammelt, barunter 10 Flaggschiffe.
Madrid, 12. Juni. Gestern Abend liefen bei der Regierung wichtige Telegramme ein, die bisher nicht veröffentlicht worden find. Infolge dessen herrscht unter der Bevölkerung große Beunruhigung. Aufsehen erregt auch die Meldung, daß sämmtliche englischen Familien eiligst die canarischen Inseln verlaffen.
Belgrad, 12. Juni. Die neu gewählten liberalen unb fortschrittlichen Abgeordneten beschlossen, einen patriotischen Club zu gründen zur Unterstützung de» König» in seinen Bestrebungen, die Stabilität herznstellrn und die materielle Wohlfahrt beß Landeß zu sichern.
Petersburg, 11. Juni. Die russische Regierung will energische Schritte zur Rückkehr der außgetoanberten Armenier in bie Türkei ergreifen. Diese unruhigen, mitttllosen Elemente machen ganz Kaukasien unsicher.________
wahlbewegrrng.
A Mainz, 12. Juni. Die bei den bevorstehenden Reichstagßwahlen im hiesigen Wahlkreise auf dem Plane erscheinenden Parteien haben die unterschriftlich verbriefte Vereinbarung getroffen, daß 1) alle persönlichen Angriffe in Wort und Schrift gegen die al» Candidaten auf- gestellten Herren vollständig zu unterlassen, unb 2) eine gleiche Sorte Papier für die Stimmzettel gemeinschaftlich von einem Lieferanten zu beziehen und solche gleichmäßig beschneiden zu lassen.
* Der Bund der Zndustriellen theilt gegenüber mehrfachen Anfragen ans den Reichstagswahlkreisen mit, daß er im Gegensatz zum Bund ber Lanbwirthe sich nicht mit Wahlagitation unb Parteipolitik befaßt, sondern fich au» den ber»


