Bahnangelegenheit ist bereits in der Zeitung mehrfach erörtert norden. Wie groß aber auch das Interesse über die projec- t irte Bahn im Hessen-Darmftädtischen ist, zeigt die Rührigkeit, mit welcher die Bewohner des Vogelsberges ein neues Bahn» project von der Station Mücke der Oberhessischen Bahn aus mit der Bahn Marburg Ebsdorfer Grund in Verbindung zu bringen suchen. Statt nach Londorf wünscht man in hiesiger Degend die Ebsdorfer Bahn über Dreihausen, Rosberg, Wermertshausen, Rüddingshausen, WeiterLhain und Bernsfeld mach Station Mücke (Oberh. Bahn. Strecke Gießen-Fulda). Diese Linie bietet in der Thal geringe Terrainschwierigk-.iten, da die Gegend zwischen Wermertshausen und Mücke eine Hochfläche mit einigen geringen Senkungen bildet. Daß Mücke fast die bedeutendste Station der Oberhessischen Bahn tfl, dürfte wohl bekannt sein. Die von dort durch'- Thal der Seen bereits genehmigte und demnächst zum Ausbau gelangende Bahn nach Laubach würde sich Marburg»Mücke onschließen und somit eine Verkehrseröffnung zwischen Marburg-Mücke Laubach-Hungen u. s. w. hergestellt sein, welche gerade für Marburg von größter Bedeutung wäre. Alle Ortschaften zwischen Laubach, Schotten, Ulrichstein und Alsfeld würden sich von Mücke aus Marburg zuwenden. Da, wie man hört, die von der Bahn berührten Gemeinden sich bereit «klärt haben, das Gelände frei herzugeben, so dürfte das vorliegende Bahnproject wohl Aussicht auf Verwirklichung Haben.
Darmstadt, 12. Januar. Aus Bensheim wird gemeldet, d-r Schnellzug Nr. 6, welcher 1 Uhr 19 Mtn. Mittags hier abgehen soll, kam gestern Mittag mit defect gewordener Mascklne hier an und blieb oberhalb der Station liegen. Die Maschine des hier um 2 Uhr 12 Min. angenommenen Zuge» Nr. 62b beförderte von hier aus den Schnellzug weiter, während der Perfonenzug mit der von Darmstadt aus requirttten Maschine weitergebracht wurde.
* Frankfurt a. M, 12. Januar. Der 26 Jahre alte
Tagelöhner PH. Schmidt auö Bornheim, ein vielbestrafter
4965 Mk., eine Mindereinnahme von 919 Mk. 85 Pfg. ergeben, trotzdem daß etwa 500 Festbefucher mehr in Hom- barg waren, als 1893 in Darmstadt. Eine Vergleichung der Zahlen von beiden Festen ergibt, daß nicht der Festbesuch von auswärts, sondern die Betheiligung der Einwohnerschaft für das finanzielle Ergebntß eines Festes ausschlaggebend ist, denn beispielsweise, bemerkt dazu der „Darmst. Tgl. Anz.", hatte der WirthschaftS-Ausschuß in Darmstadt eine Mehr- Einnahme von über 15000 Mk., in Homburg eine solche von $844 Mk., war die Einnahme der TageSkaffe in Darmstadt (rund 13000 Mk.) fast doppelt so hoch wie in Homburg (6966 Mk. 20 Pfg.). Jndcssrn sind die Homburger mit ihren 9200 Einwohnern recht tüchtig in den Säckel gestiegen und hat der RechnungS-Abschluß dort allgemein befriedigt — und LaS ist die Hauptsache.
* Kür Centrifugeubetriebe. Die Gefährlichkeit des Ceutri- ^ugenschiammeS für die Verbreitung von Viehseuchen, insbesondere der Tuberculose, ist nach den Berichten der 8andwirthschaftSkammern und landwirthschaftlichen Central« Vereine allgemein anerkannt. Der preußische Minister für Sandwirthschaft hat daher die Regierungspräfidenten angewiesen, auf Grund de» § 20 Abs. 1 des Rrichsgesetzrs, bett, lie Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, vom 23. Juni 3880 und 1. Mai 1894, die Vernichtung dieses zu Wirth- ßchaftlichen Zwecken wenig verwendbaren und verwendeten Molkereirückstandes durch Verbrennen polizeilich anzuordnen, sind zwar mit Rücksicht auf die starke allgemeine Verbreitung Der Tuberculose unter dem Rindvieh nicht nur für Sammel» imb GenoffenschaftSmolkereten, sondern auch für alle anderen Dentrifugeubetriede.
•• Wetterbericht. Da» barometrische Maximum hat an Intensität noch ziemlich erheblich zugeuommen und erstreckt Kch alS ein breiter Rücken hohen Druckes von den britischen Inseln in östlicher bis südöstlicher Richtung gegen den ganzen Kontinent. Den äußersten Norden wie den Süden bedeckt relativ niederer Druck. Die Witterung war am Morgen in Süddeutschland vielfach nebelig, aber mild. — Voraus» sichtliche Witterung: Zunächst noch Fortdauer des milden WitterungScharacterS.
-h. Bad Nauheim, 12. Januar. Heute Abend gegen 9 Uhr hat sich der in weitesten Kreisen bekannte, in besten Verhältnissen lebende Möbelhändler B. in einem Anfalle geistiger Umnachtung erschossen. B. hatte in einer Kalt- aafferheilaustalt Heilung gesucht, war aber nach einigen Tagen wieder zurückgekihrt, jedenfalls ohne Ruhe im Ge- Danken an Hau» und Geschäft gefunden zu haben.
Lauterbach, 7. Januar. Die Großherzogliche Webschule hier hat vor Kurzem ihre Thatigkeit begonnen. Wie begannt, ist dieselbe begründet zur Hebung der Wrbiudustrie Oberheffrn» und bezweckt die Ausbildung tüchtiger Handweber auf allen Gebieten der Leinen- unb Baumwollenweberei - außerdem soll Meistern und Gesellen in besonderem Unterricht Gelegenheit zu weiterer fachlicher Ausbildung gegeben werden- auch ist bet fortschreitender Entwickelung der Schule ein Lehrgang für Kaufleute und Fabrikanten vorgesehen. Lehrgeld wird nicht erhoben. Die Anstalt ist einqethetlt in Tage»-, SonntagS» und Abendschulen. Die Schüler verpflichten sich zu einem zweijährigen Besuche der Schule, sie find vom Besuche der Fortbildungsschule befreit; Unbemittelten kann Kostgeld gewährt, Aufnahme in Familien verschafft werden. In dem Unterrichtsplan find aufgenommen: Materiallehre, Bivdnngslehre, Werkzeuglehre, MusterauSnehmen, Fachrechnen, Zeichnen, Deutsch und Bnchsührung, Gesetzes- kande. Ein Th'.il des von der Schule aus dem Erlös der Arbeiten vereinnahmten WrblohneS wird den Schülern, ihren Stiftungen cntlpctcienb, nuS„ezahlt.
Wkiterithaln. 10. Januar. Man schreibt der „Oberh. Ztg.": Den nächsten Kreistaqsverhandlungen in Marburg über die Bahn Marburg - Ebsdorfer Grund sieht man in hiesiger Gegend allgemein erwartungsvoll entgegen. Die
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Mensch, war angeklagt und ist geständig, in der Nacht zum 3. October den 23jährigen Bäckerburschen Auer erstochen zu haben. Der Angeklagte erzählt, wie er am 2. October aus dem GefSngniß gekommen, Abends tn einer Bornheimer Wtrthschaft gewesen sei und vor der Thür rufen hörte: „Komm' heran», wenn Du etwas willst!" Er sei dadurch tn solche Wuth gerathen, daß er mit seinem Messer drauflos gestochen habe. Er sagt entschuldigend: „Ich war nicht gut aufgelegt." Er kannte den Getödteten gar nicht und kümmerte sich nach der Thal nicht weiter um ihn. In derselben Nacht verwundete er noch einen Stukkateur, weßwegen eine Straf- kammerverhandlung gegen ihn schwebt. Die Geschworenen sprachen nach kurzer Berathung das Schuldig aus. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Affeffor Blume, beantragt wegen der außerordentlichen Rohheit der That eine strenge Strafe. Justizrath Geiger macht al» mildernde Umstände des Angeklagten Trunkenheit und Geftändniß geltend. Das Gericht bemißt die Strafe auf 101/4 Jahre Zuchthaus.
Frankfurt, 11. Januar. Gestern Mittag ging ein Deserteur, der nach Aschaffenburg gebracht werden sollte, am Hanauer Bahnhof der ihn begleitenden PatrouMe durch. Ein Bäckerbursche warf ihm feinen Korb zwischen die Beine, worauf der Durchgänger strauchelte und fiel, sodaß seine Festnahme gleich wieder erfolgen konnte.
* Cobleuz, 13. Januar. Der Etat enthält für die Umgestaltung der Coblenzer Bahnanlagen 500000 Mark, für Erweiterung des Güterbahnhofs 300000 Mark, für Erweiterung des Ehrenbreitsteiner Bahnhofs 200000 Mark.
Straßburg, 10. Januar. Augenblicklich wird hier die alte, noch von Vauban erbaute Zitadelle abgetragen. Die Sprengarbeiten an den alten Mauern hätten nun leicht vor einigen Tagen für das Infanterieregiment Nr. 143 verhängnißvoll werden können. Das ganze Regiment übte auf dem in der Nähe befindlichen Exercierplatz Parademarsch, als plötzlich etwa sechs Steine von ziemlicher Größe in die 11. und 12. Compagnie einschlugen. Der Schrecken unter der Mannschaft war sehr groß, doch wurde glücklicher Weise Niemand bedeutend verletzt. Em Stein fuhr einem Soldaten an den Helm; der Soldat taumelte, erholte sich jedoch bald wieder. Das größte Stück, 40 Pfund schwer, fuhr auf einen Handkarren und zertrümmerte ihn. Die Steine waren etwa 4 bis 500 Meter fortgeschleudert worden. Die Sprengungen wurden sofort eingestellt.
* Glauchau, 11. Januar. Im benachbarten Reinholdshain sind die Eheleute Gräfe, der Manu 80, die Frau 77 Jahre alt, die vor einigen Jahren die goldene Hochzeit gefeiert hatten, zu einer und derselben Stunde verstorben.
• München, 12. Januar. Wie die „Münch. N. Nachr." melden, stürzte in einem bei dem Dorfe Kreuth gelegenen Steinbruch eine Steinmaffe herab und verschüttete drei Arbeiter. Ein Arbeiter war sofort todt, die beiden anderen wurden schwer verletzt.
* Verlegung eine» Dorfe». Auf Antrag des an» sieben Gehöften bestehenden Dorfes Schönttz bei Wörlitz find, wie berichtet wird, Verhandlungen eingeleitet mit dem Ziele, da» im UeberschwemmungSgebiet der Elbe gelegene Dorf abzubrechen und an einer höher gelegenen Stelle wieder auf» zubaucn.
• Sine Hochzeit auf dem Kyffhanfer. Der Gipfel des sagenumwobenen Berge», den jetzt da» prachtvolle Kaiser- denkmal ziert, hat nach so vielen Studentenfeiern im l-tzien Jahre nun auch ein Fest besonderer Art geschaut. In der Wohnung feine» VaterS, des DenkmolwärterS Kayser, reichte deffen Sohn seiner AuSecwählten die Hand zum Ehr- bunbe. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß der alte Kchser jener Halberstädter Küraffier ist, der tn der furchtbaren Schlacht von MarS-la Tour seinen tödtlich verwundeten Offizier tm ärgsten Kugelregen vom Schlachtfelde trug und ihn so in Sicherheit brachte, ein brave That, die d irch ein berühmt gewordene- Gemälde verherrlicht worden ist.
• 3m Restaurant. Gast (dem der Kellner eben ein sehr kleine» Rebhuhn vorgesetzt hat): „Kellner, da» ist ja die reinste Reblaus I"
* Am Stammtisch. „Sie hätten Barbier werden sollen, Herr Förster!" — „„Warum das?"" „Na, so seift keiner ein wie Sie!"
Eingesandt.
Gietzß«, 13. Januar 1898.
Nachdem in Ihrem «estrigen geschätzten Blatte die FrtedhosS- fragc in einem „Eingesandt"' erwähnt wurde, so ist auch Einsender dieses, wie noch viele andere unserer Mitbürger, der gleichen Meinung, daß man bis jetzt noch so wenig von dieser in finanzieller Beziehung so außerordentlich wichtigen Angelegenheit gehSrt hat. Dem neuen Friedhöfe, der wohl vorerst theilwetse in Besitz zu nehmen aedacht ist, wird ein größerer Erweiterungsplan zu Grunde liegen, jedenfalls in einem parkartigen Stil, wie zur Zeit die neuen Fried» döfe in Leipzig, Kiel rc. projectirt und in Ausführung begriffen sind; LrichenhauS und Beamtenwohnung ist selbstverständlich. Wenn eine solche Anlage auch einem Jeden, der auf etwas Schönes sieht, zum Nachthell unseres alten Friedhofs ins Auge füllt, so muß man aber auch in Betracht ziehen, daß Gießen fortwährend zu allen möglichen Unternehmungen seine Steuerzahler heranzieht. Was die neue Anlage eines Friedhofes kostet, sind viele unserer Mitbürger nicht tm Stande zu beurteilen. Abgesehen von einer Leichenhalle und Beamienwohnung, die schon lange auf dem alten Friedhof hasten errichtet werden müssen, sind die Erwerbung und Einfriedigung des Geländes, Anlage der Zufuhrwege, GaS- und Wasserleitung, die gärtnerische Anlage des Friedhofes, ständiges Halten eines zweiten Friedhofsaufsehers und melieren zwei Abeitern bei Bestattungen, die stete Instandhaltung, die nicht unbedeutende Kosten verursacht, zu berücksichtigen Der seitherige alte Friedhof wird seine Eigenschaft als solcher noch Menschenalter hindurch bei- behalten, selbst der untere Thetl desselben, da tn diesem sehr werthvolle Denkn.älcr alter Gießener Familien bestehen, die sich mit Verlegung ihrer Angehörigen auf einen anderen Platz wohl so leicht nickt etnoerftanben erklären würden. Es bedingt der alte Friedhof, daß das vollständige Persoral sowie die Unterhaltung desselben beb behalten werden muß. Wäre es doch unter oben angeführten Gründen weit besser tm Interesse der Steuerzahler, wenn der alte Friedhof brtbehalten und eine Erweiterung nach der Oberhesstschen Bahn hin erfahren würde. Der Grund, das Gelände an dortiger Stelle sei zu theuer, ist den bedeutenden Kosten eines neuen Friedhofes gegenüber als gering zu bezeichnen. WaS die sanitäre Seite anbelangt, die jedenfalls hierbei wieder tn den Vordergrund gestellt werden wird, fo kann dem entgegen gehalten werden, daß bei neue
zur Zeit belegt werbende Theil vollständig wafferlos rst, überhaupt daS ganze Terrain der entgegengesetzten Seite Gießens hinneigt. Möge bei erster Gelegenhest unser oerehrlicher Stadtoorstand obige Bedenken berücksichtigen und im Interesse der Steuerzahler darnach handeln. R-
Würde sich verehr!. Theaterdirection entschließen, in nächster Zeit noch einmal den „<Sym«afial-ireetor" zur Aufführung za bringen? Eine nochmalige Aufführung würde von Vielen, die das Stück noch nicht zu sehen Gelegenheit hatten, sicher freudig begrüßt werden- °*
GotteMeust in der Synagoge
Samstag den 15 Januar 1898.
Vorabend 43° Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr SchriftrrtlLrung, Sabbathausgang 5<° Uhr.
Gottesdienst der israelitische« Religionsgesellschaft.
Sabbat hfeier am 15 Januar.
Freitag Abend 4® Uhr, Samstag Vormittag 8" Uhr, Nach- mittag 3 Uhr, Sabbathausgang 5<0 Uhr.
Nachmittag 2« Uhr EchrNterttLr««- Bahnhofstr. 50.
Wochengottesdienst Morgens 7" Uhr, Abends 4” Uhr-
Verkehr, Canb» rurd VoUrwirthschafL
eiw^ate» 12. Januar. Frachtmarkt. Rocher WAe« JL 16,81, weißer Weizen X 00.00, «ora X 11.04, Gerste X 10.99, Hafer X 6.93.
Neueste Nachrichten.
Depeschen des Bureau „Herold".
verlia, 13. Januar. Die Bäckeriuuuug „Germania^ hat an den Reichstag unb ben Bunbesrath Petitionen auf Abänberung be» Maximal arbeltStageS bezw. Einführung eines Wochenturnu» von 84 Stunben gerichtet.
Berlin, 13. Januar. Die „Kreuzztg." melbet aus Lonborn Die Vertreter Oesterreich», Italiens unb RußlanbS in Peking beglückwünschten ben Präsidenten be» Tfung-Li Yamen Prinzen Tsching zu ber b e ut s ch» ch in e s l s ch e n Vereinbarung.
Berlin, 13. Januar. Nach einer Petersburger Melbung beS „Kl. Journ." sind tm russischen Finanzministerium große Unterschlagungen enbeckt worben. Zehn Beamte seien compromittirt. Die Untersuchung werbe geheim geführt.
Aachen, 13, Januar. Gegen die beiden verhafteten Personen, einen Feldwebel unb einen belgischen (Safetier, ist die mil tär« unb civilgerichtliche Untersuchung wegen LanbeSverrath eingeleitet. Die Frau beS Feldwebel» befindet fich wegen eine» anderen Verbrechens tn Haft.
Kiel, 13 Januar. Eapttän zur See Rofendhal, der neue Commandant der Streitkräfte in Kiao-Tfchau, benutzt zu seiner Ausfahrt den Poftdampfer „Bayern". Er trifft Anfangs März in Kiao Tschau ein.
Fiume, 13. Januar. Die Regierung löste den Ge- meinderath wegen fortgesetzter Renitenz auf und ermächtigte den Generalgouverneur, die aufsässigen Beamten sofort zu entlaßen. Die Stimmung der Bevölkerung ist eine erregte. ES dürfte zur Proklamirung deS Standrechte» kommen.
Pari», 13. Januar. Emile Zola e>klärt, eher kaffe er sich den Kopf abschnetden, als ben Kampf für die Revifio« de» Drky'uS.Proceffe» aufzugeben. Er hoffe auf kräftige Unterstützung seitens de» Abgeordneten Faure und deffen parlamentarischer Anhänger. In der eingestandenen Absicht, sich vor da» Gericht citiren zu kaffen, wird Emile Zola heute in der „Aurora" die heftigsten persönlichen Angriffe gegen die Feinde be» Obersten Picquard veröffentlichen.
Pari», 13. Januar. Prinz Heinrich von Orleans reist heute von hier nach Marseille ab. Der Generalgouverneur von Senegal hat den Auftrag erhalten, 100 Senegalisten dem Prinzen zur Verfügung zu stellen. Der Prinz wird seine Expedition in die Aequatorialenprovinzen demnächst an
treten.
London, 13. Januar. Au» Singapore wird der „Daily Mail" gemeldet, daß die britische Flotte von Hongkong nach der Insel Hainam abgegangen sei, um sich genau über die Lage auf der Insel zu orientiren.
London, 13. Januar. Der „Globe" behauptet, daß der Oberbefehlshaber der englischen Truppen in Südafrika fich ben Fekbzugsplan ber Buren im Frühjahr 1896 zu verschaffen gewußt hat. Die Ausführung bieseS Plane» sei burch den AuSbruch einer Viehseuche verhindert worden. Die Buren wollten unter dem ersten besten Vorwande ben Krieg erklären, fich tn zwei Tagen ber Ortschaften Kimberlsy- Rushenan unb Newcaftel bemächtigen unb blefe Ortschaften nicht eher räumen, bi» fie ble Abschaffung ber englischen Oberherrschaft tn Natal und der Eapcolonie erzwungen hätten.
London, 13. Jaouar. AuS Kairo wird gemeldet, baß ben Derwischen ble Tran»p ortmlttel auSgegangen find. Bel Omdurman sollen 40,000, in Metemueh und Ehenbi 20,000 Derwische versammelt fein. Sine Million Kartätschen unb 400 Tonnen Lebensmittel werben nach Egypten geschickt.
Brnffel, 13. Januar. AuS bem Congogebtete ein- gelaufene Privatdriefe bestätigen ble Niebermetzekung der Expedition Marchand, welche von der französischen Regierung noch immer bestritten wird.
Belgrad, 13. Januar. In Dibra (Macedonien) zeigt fich die serbische, griechische und rumänische (zinzarische) Bevölkerung, der nur sehr wenig Bulgaren gegenüberstehen, so feindselig gegen den neu ernannten bulgarischen Bischof Kozma, daß dieser dem Exarchen Josef feinen Rücktritt an- kündigte.
Madrid, 13. Januar. Gestern kam e» in Ead ix zu Arbeiter-Unruhen. Die Gensdarmerie mußte ein» schreiten, wurde jedoch von ben Arbeitern mit einem Steinhagel empfangen. Nachbem mehrere Verhaftungen vorgenommen worben waren, würbe ble Ruhe wieber hergestrllt.
Seidenstoff® ZUM
verlange Mustrr mit Rngalx d. Erwünschten.
von Elten & Keussen, rÄ=£,d Crefeld.


