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srbeT'echen, Frees'echen M lentenkarten beim Universität
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Lchülertonev werden Lonotaz 9. December im Schrill«^ -tag§ von 2 dir 4 Uhr auiflN ule statt.
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General-Anzeiger
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung, btt Beschäftigung von ÄrbcUtrinntn unb jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien betreffend.
Die nachstehend abgedrvckte Bekanntmachung de» Reich»« kruzlers wird hiermit zur öffentlichen Keuntniß gebracht unter btm Ansügen, daß die Bestimmungen der frübeten Bekannt- »achnng gleichen Betreffs vom 10. Mai 1898 (Reg. Bl. Wr. 8 vom 18. Mai 1893, Seite 88) mit dem 31. December Hb. Ir» ihre Gültigkeit verlieren.
Gießen, den 10. December 1898
Großherzogliche» Skeiflomt Gießen.
v. Bechtold.
Bekanntmachung, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jngend« litten Arbeitern in Z'egeleien vom 18. Oktober 1898.
Ans Grund der §§ 189a und 164 Absatz 2 der Gewerbeordnung hat der Bundesrath die nachstehenden
Bestimmungen, betreffend die Beschäftigung von Ar« betteriunen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien, b »schloffen:
I.
In Ziegeleien, einschließlich der Lhamottesabriken, dürsen Rrbriterinnen und jugendliche Arbeiter nicht verwendet «erden: znr Gewinnung und zum Transporte der Rohmaterialien, einschließlich de» eingeinwpsten Lehm»,
zur Handsormerei (Streichen oder Schlagen) der Steine mit Ausnahme von Dachziegeln (Dachpfannen) und von Bimssandstein (Schwemmsteinen),
zu Arbeiten in den Oesrn und zu« Befeuern der Oesen, mit Ausnahme des Füllens und Entleeren» oben offener Schmauchöseu,
zu« Transporte geformter (auch getrockneter und gebrannter) Steine, soweit die Steine in Schiebkarren oder ähnlichen Transportmitteln besördert werden und hierbei ein frstverlegte» Gelei» oder eine harte ebene Fahrbahn nicht benutzt «erden kann.
H.
In Ziegeleien, in denen das Formen der Ziegelsteine ans blt Zeit von Mitte März bi» Mitte November beschränkt ist, sind bei der Beschäftigung von jungen Leuten zwischen vier- ,ahn und srchszehn Jahren nnd von Arbeiterinnen folgende Abweichungen von den Vorschriften der Gewerbeordnung Mässig:
1. Iange Leute können, abweichend von der Vorschrift in tz 186 Absatz 3, an allen Werktagen mit Ausnahme des Samstag» nnd der vorabtndr von Festtagen elf Stunden beschäftigt «erden.
2. In Ziegeleien, welche ohne ständige Anlagen betrieben «erden (Felddrände), oder in welche« al» ständige Anlagen nnr ein Dien vorhanden ist, können Arbeiterinnen nnd junge Leute abweichend von den vor« fchrifren im § 185 «ds. 8, und i« § 187 Abs. 2, an allen Werktagen mit Ausnahme des Samstag» und der Vorabende von Festtagen, zwölf Stunden beschäftigt werden.
Al»dann ist aber nicht nur den jungen Leuten (§ 136 Abs. 1 letzter Satz), sondern auch den Arbeiterinnen über sechszehn Jahren vormittag», Mittags und Nachmittags je eine Pause zu gewähren. Die Beschäf- tigaug muß jedesmal nach längsten» vier Stunden durch eine Pause unterbrochen werden. Die Dauer der Mittagspause muß mindestens eine Stnnde, die der übrigen Pausen mindestens je eine halbe Stunde betragen.
3. Die Arbeitsstnnden der jungen Leute und der Arbeiterinnen dürsen, abweichend von den vorfchristen im 8 186 Absatz 1 Satz 1 nab 1« § 187 Absatz 1, tn die Zeit zwischen viereinhalb Uhr Morgen» und 9 Uhr Abend» gelegt «erden.
HI.
In denjenigen Ziegeleien, welche von den Bestimmungen unter II Gebrauch wachen, ist an einer in die Augen fallenden Stelle der Arbeitsstätte eine Tafel auszubängen, welche tn deutlicher Schrift die Bestimmungen unter I, sowie anstatt de» im § 138 Absatz 2 der Gewerbeordnung vorgeschriebeneu Auszugs einen Auszug ans den Bestimmungen intet II und aus den Vorschriften der Gewerbeordnung über die Beschästigungen von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern, soweit diese Vorschriften daneben tn Geltung bleiben, tn der von der Lande» Eentralbehörde zu bestimmenden Faffung wieder« flieht. In allen übrigen Ziegeleien ist an einer in die Sngen fallenden Stelle der Arbeitsstätte eine Tafel auszuhängen, welche tn deutlicher Schrift außer dem tn § 188 Absatz 2 der Gewerbeordnung vorgeschriebenen Auszüge die Bestimm- nagen unter I wiedergiebt.
IV.
vorstehende Bestimmungen treten mit de« 1. Januar 1899 in Kraft und haben bis zu« 1. Januar 1904 Gültigkeit.
Berlin, den 18. October 1898.
Der Stellvertreter de» Reichskanzler», (gez.) Graf von Posadowskh.
Bekanntmachung,
betreffend die Dienstsiegel der G>ogh. Bürgermeistereien.
Da tn letzter Zeit verschiedentlich Abdrücke von Dienst- siegeln wegen ihrer Undeutlichkeit beanstandet worden sind, so empfehlen wir Ihnen, an Stelle von Dienstsiegeln die einen reinen Abdruck nicht wehr liefern, und auch durch Reinigen nicht Herzastellen find, für Anschaffung eine» neuen, Vorschrift»- mäßigen Siegels besorgt zu fein.
Die Anfertigung der vorschriftsmäßigen Dienstfiegel ist nach dem Tode des Hosgraveur Schnitzspahn von de« Großh. Ministerium des Innern de« Graveur v. Schulz tu Darmstadt, Rheinstraße 19 übertragen worden.
Gießen, den 10. December 1898.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
____________________v. Bechtold.____________________
Bekanntmachung,
bett.: Vorträge über Obstbau.
Der Obstbautechniker de» Oberhesfischen Obstbauvereins, Herr Metz aus Friedberg, beabfichtigt die nachstehend verzeichneten Otte des Kreise» Gießen zu besuchen um daselbst Vorträge über Obstbau zu halten und an Obfibäumen praktische Unterweisnngen zu ertheilen. Bei der immer «ehr anerkannten Wichtigkeit des Obstbaues für die Landbevölkerung follte kein Jatereffent versäumrn, sowohl den Versammlungen,
al» namentlich den praktischen Samstag, 17. December Sonntag, 18. ,
Montag, 19. ,
Dienstag, 20. ,
Mittwoch, 21. ,
Mittwoch, 28. ,
Donnerstag, 29. ,
Freitag, 30. ,
Unterweisungen beizawohnen. in Rödgen bei Gießen, , Grünbrrg, „ Reiskirchen, , Bersrod, „ Großen-Vnseck, h Lang GöaS, , Holzhei«, „ Grüningen.
Die Versammlungen beginnen an Wochentagen Abend» 8 Uhr, in Grüuberg Nachmittag» 3 Uhr. Mit dieser Ver
sammlung ist eine Gratis Berloosuug von Obstbäumeu verbunden, an welche« die Mitglieder oder neu hinzutreteude ans folgenden Orten tbeilnehmen: Beltershain, Ettingshausen, Göbelnrod, Harbach, Lauter, Lumda, Queckboru, Reinhards- Hain, Röthges, Stangenrod, Saasen, G:üuberg.
Die praktischen Unterweisungen finden am gleichen Tage Nachmittags von 2 Uhr ab statt. Den Herren Bürgermeistern und Obmännern gehen noch besondere Mittheil-
ungen zu.
Gteßeo, den 12. December 1898.
Der Vorsitzende des vereinsbezirks Gießen des Oberhesfischen Odstbanvereins: Frhr. Schenck.
ytuiUeion.
Aus dem Aeiche der Erfindungen.
Technischer Briet
von Ingenieur Lothar Moelsen.
(Nachdruck verboten.)
Bei der Fülle der heutigen Erfindungen und Ent- bickaugen dürfte es keine leichte und dankbare Arbeit feto, ;trabe Dasjenige herauszngreifen, was sowohl «iffeuschaftlich 38a Bedeutung ist, wie auch durch feine unbedingte «irth- Maftliche Rothweudigkeit derart in das tägliche Leben ein- Ittift, daß es fich so zu sagen auch de« Lairn fast von selbst msdräugt.
Es sind nicht nur im Reiche der unersorschlicheu Mutter ITriur eine Unmenge kleiner Dinge und Ursachen, die groß« «ige und staunenerregende Phaenomene zeitigen, sondern ic* in de« stark ersorschten unb durchsorschteu Reiche der 1 -finit ost gerade die Sbsälle und anscheinenden Rebensäch- «feiten Faktoren von Erscheinungen, denen wir aus Schritt icb Tritt begegnen, und deren Fehlen uns sonderbar au- »uthen würde. Ich erinnere hier nur an die Verarbeitungen ro« Lampen zu Papier, Pappe u. f. w.
Zu diesen kleinen und unbeachteten Gegenständen ge« Mn auch die Holzabfälle, namentlich die SSge p r h n e.
Es ist ganz unglaublich, wozu diese pulverartigen Holz- hailchen alles gebraucht werden, nachdem «an sich namentlich ■ letzten Jahrzehnt eingehender mir ihrer technischen Brr- evthung beschäftigt hat.
Ich will es «ir deßholb einmal zur Aufgabe machen,
tn den folgenden Zellen die verwerthung der GSzespähne, soweit diese Uerwerthungen amtlich patentirr find oder Musterschutz erhalten haben, auszuführen. Ich will mit der einfachsten verwendungsart anfangen, die tch als bekannt voraussetzen dars: das Susstopsen und Füllen von Bälgen za« Spielgebrauch für Kinder. — Auch die chemische verwerthung der Sägespähue dürste bekannt sein. Durch Erhitzen von Sägespähneu in Retorten oder lastdicht verschlossenen Oesen erzielt mau Holzessig, Theer nnd Holzkohle, während das Holzgas, eine mit rrübgelber Flamme brennende Luftart, entweicht. — Ferner erhält man auf che«ische« Wege durch Begießen der Sägespähue »tt Schwefelsäure eine stark ätzende Flüssigkeit, die Oxalsäure. Soweit die »iffeuschaftliche verwerthung.
Doch nun zur Praxis des Lebens.
Bei den «it dem ausgebildeten Geschmack wachsenden Anforderungen, die mau ja auch in ästhetischer Hinficht an die für das tägliche Leben uothweudigen Gtbrauchsgegeustäude stellt, hat man den versuch gemacht, Spägespähne, als leichter zu behandelndes Material, wieder tn Holz zu verwandeln, etn versuch, der nach jeder Richtung hin glänzend gelungen ist.
Zur vereitung einer an» Sägespähnen herzustellenden Holzmaffe hat «an folgendes Verfahren angewandt: Mau vermengt die trockenen und möglichst feinen SLgespLhne mit einen Bindemittel, welches aus einer Letmlösung, Waffer- glas, Solvphouiu« oder doppelchromsaure« Sali bestehen muß. Zum Einformrn der vorher tüchtig durcheinander gekneteten Maffe werden Metall- oder Eypiformeu angewandt. Diese Formen können ein beliebiges Positiv- oder Regativrelief auf ihrer Innenseite tragen- daffelbe wird getreu von der Holz« «affe angenommen, so daß durch ein derartiges Verfahren
der Holzbildhanerei eine drohende Loncurrenz erwochsen dürfte. Auch bet Parkettfußbödenplatten hat man mit Erfolg dieses Verfahren angewandt- namentlich nehmen fich farbige Holzmosaikmuster sehr schön aus- die Färbung bei diesen Mosaik- Platten geschieht dadurch, daß während des Knetens irgend ein Farbstoff tu die Masse gethan wird.
Es ist naturgemäß, daß man bei einer derartig einseitigen Verwendung der Sägespähue zu Holzmaffeu nicht stehen geblieben ist, sondern daß man auch durch gebogene Forrnoorrichtungeu und Walzen etn Mittel gefunden hat, die noch nicht erstarrte Holzmaffe zu Körnen, Schüsseln und Eimern zu verarbelleu.
Luch bei großen Astlöchern und Rissen in Balken fiadet der weiche Holzbrei seine Verwendung, indem man mit ihm derartige Oeffnungen mit Leichtigkeit zukittet und verschließt, ein Verfahren, daS nach dem Abhobeln der betreffenden Stelle selbst für den Fachkundigen etn Erkennungszeichen an der läbtrten Stelle nicht znrLckiSßt.
Doch nicht nur für Holz, sondern auch für Steiuarbetten finden die Sägespähue als Mörtelzusatz ihre verwerthung, indem mau sie mit 1 Thett Gement, 2 Thelleu Ralf unb 8 Thelleu Saud vermengt.
Ein derartig hergestellter Artikel soll namentlich auf feuchten Bauplätzen von außerordentlicher Dauerhaftigkeit feto, ba die Sägespähue aus Grund ihrer phhfikaltfchen Zusammensetzung die Feuchtigkeit aussaugen, dadurch an'qntQea und so dem Mörtel eine größere Dichtigkeit und Festigkeit geben.
Auch aus bem Gebiete des Hetzuvgswesens finden wir die SSgespäne wieder. Auf der einen Selle hat man für diese pulverartigen Holzthellchen eigens Oefen con- strnllt, die eine rauchlose Verbrennung gestalten- auf der anderen Sette stellt man aus SLgespLnen neuerdings auch


