Ausgabe 
13.11.1898 Viertes Blatt
 
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Berlin, 11. Novembrr. B-steuernng derWaaren- h Sus er. lieber die Verhandlungen, welche jetzt wegen höherer Besteuerung der Waareuhäoser stattfinden, erfährt derConfectionär", daß für die Besteuerung in erster Reihe der Grschäftsumsatz in Aussicht genommen ist, und zwar soll eine Veranlagung btS zur Höhe von 4 v. H. deS Umsatzes gestattet sein. Die Waarenhaussteuer würde alle Detail« geschäfte treffen, deren Umsatz eine gewiffe Höhe überschreitet. Ueber die für die Veranlagung maßgebende Höhe deS Um» satzeS steht noch nicht- fest, ebenso wenig, ob zur Theilnahme an den verathungeu über die Materie Sachverständige her­angezogen werden sollen.

Berlin, 11. November. Die Reorganisation der Feldartillerie wird, wie sicher feststeht, zn den Forder­ungen gehören, die mit dem neuen Militär.Etat vorgelegt werden. Sie wird voraussichtlich jedem normalen Corps von zwei Divisionen zwei Brigaden Feldartillerie, je eine zn zwei kleineren und übersichtlicheren Regimentern für die Division, außerdem vielleicht eine Haubitzabtheilung für jede» Armeeeorp» geben- ferner denkt man, der Kostenerfparniß halber, an eine Verminderung der reitenden Abtheilnugen auf die für Cavallerie-Divisionen im Kriege vöthige Zahl. DieKöln. Ztg." kündigt auch OrgauisatwnSveränderungen bei den Detachement» Jäger zu Pferde an- bezüglich dec zu errichtenden besonderen Telegraphentruppe wird die Neu­bildung wahrscheinlich nicht auf einmal durchgeführt werden. Zur Artillerietruppe schreibt da» genannte Blatt noch: Daß eine baldige und volle Durchführung der Reorganisation namentlich bet der Feldartillerie, deren Gliederung seit einer ganzen Reihe von Jahren einen Torso darstellte und bei der Mobilmachung zu Improvisationen zwang, dringend erwünscht wäre, daß die Zett fett der oben berührten Erklärung de» KriegSmintfter» auch ausreichend gewesen sein dürfte, um die nöthtgen Vorbereitungen für die Neugliederung zu treffen, unterliegt keinem Zweifel. Wenn man daher die Durch« führung der Neugliederung der dritten Hauptwaffe, trotz der in Frankreich für 1899 vorgesehenen Vermehrung und Re­organisation der Feldartillerie (wohlgemerkt auch der Fuß» > artillerte, die auf 17-f-926 Bataillone kommen soll), aus mehrere Jahre verthetlte, so könnte die» als Gründe nur die Rücksicht auf Ersparniffe und die Besorgniß haben, die deutsche Feldartillerie könnte, nach recht langem Stocken der Beförderung in den höheren Stellen, da» Tempo de» Auf­rücken» der Cavallerie und Fußrrttllerie wenn auch nicht erreichen, so doch ihm näher kommen, al» bisher, wo noch vor kurzer Zeit etatSmäßige Stabsoffiziere der Feldartillerie dieselben Oberstenpatente besaßen wie Brigade-Commandeure der Cavallerie, und Fvßartillerte Regiment» Cowmandeure zum Lheil jünger find, als AbtheilungS-Commaudeure der Feldartillerie.

Köln, 11. November. Die Nachricht von dem Zu­sammenstoß de» Güterdampser»William Egan" mit dem PersonendampferPrinz Heinrich" beruht auf einem Miß- verständniß. Vorgestern Abend stieß der .DampferPrinz Heinrich" mit dem SchraubenschlepperBorwärt» II " (welcher zur Güterbesörderung überhaupt nicht verwandt wurde) zu­sammen.Vorwärts II." ist gesunken.

Leipzig, 11. November. Wie dieLeipziger Neuesten Nachrichten" melden, ist der Zeichner de»SimplteisfimuS", Heine, gegen Zahlung einer Saution au» der Hast entlassen worden.

AnstaaL

Paris, 11. November. Wegen de» frechen Angriffe» eine» Hetzblattes auf ein Familienmitglied des deut- fchen Botschafters hat die hiesige Regierung eine gewiffe Genngthuuvg gegeben. Eine halbamtliche Note derAgence Havas" besagt nämlich: Nachdem der Minister de» Aus­wärtigen, Deleaffv von dem Artikel eines Abendblattes Kenntuiß erhalten hat, der die DrehfuS«Angelegenheit betrifft, und in welchem die Tochter des deutschen Botschafters in Paris, Somltffe Münster, in diese Angelegenheit hinetn- gezogeu wird, hat Minister Delcaffö dem Grafen Münster einen Besuch abgeftattet und ihm da» lebhafte Bedauern der französischen Regierung und ihre Entrüstung über diesen Vor­gang, der nicht scharf genug gegeißelt werden könne, au»- gedrückt.

Die Rede Salisburys hat in Paris keinen besonders vertrauenerweckenden Eindruck gemacht. So finden die Bläter, die Stelle über Faschoda und die Beziehungen zu Frankreich sei zwar eher beruhigend, im Großen und Ganzen gewinne man jedoch au» der Rede den Eindruck, daß die Gesawmtheit der internationalen Beziehungen zu wünschen übrig laffe. DasJournal de» Debat»" erklärt, nach der Rede Salisburys und nach den vorhergegangenen Ereigniffeu sei die Stunde für die französische Diplomatie gekommen, zu erwägen, welche» Maß von Vorsicht und welche Kraftan­strengung die Lage von Frankreich erheische.

Pari», 10. November. Keine Tragödie ohne Satirs ptel. Der Faschodakrtse folgt ein anderer französisch- britischer Gebietszwist auf dem Fuße. Meuter, der französische Lhokoladenkönig, dessen Name die Felder, Wiesen, Mauern und Hütten ganz Frankreichs bedeckt, ist e» begreiflicher Weise selber einmal müde geworden, sich tu der Heimat auf Schritt und Tritt zu begegnen, und kaufte vor einigen Jahren die entlegene Insel Anticosti im Gols von St. Lawrence, zwischen Neufnndland und Quebeck. Dort, aus kanadischem Boden, welcher ja auf die Franzosen seit jeher eine mächtige An- ziehungskraft auSgeübt hat, wollte er in seiner freien Zeit da» beschauliche Leben eine» Gut-Herrn führen, fern von jeg- ltcher Lhckolade, nnr an der Jagd und Fischerei sich ergötzend, wie e» nun scheint, standen ihm bei seinem vergnügen etliche Ansiedler im Wege, die er als Gutsherr einfach von der Insel verwies, wohl im Glauben, sich durch diese» kurze Ver­fahren für immer Ruhe verschafft zu haben. Aber der Mensch denkt und der Himmel lenkt. ES kam Faschoda dazwischen mrd da war da- Unheil bald geschehen, öln Schrei der Ent­

rüstung entrang sich den englischen Kehlen in Kanada, nnd der RetchSregierung in London wurde bedeutet, wie staatS- gefahrlich e» sei, daß ein Franzose die Insel besitze. Der Colonieumiuister Chamberlain ließ sich da- nicht zweimal sagen und forderte dem kanadischen Generalgouverneur tele­graphisch einen Bericht über den Casus ab. Der wird nun in England von den Patentpatrioten mit großer Spannung erwartet. In ihren Köpfen spukt natürlich schon die Wahn­vorstellung einer schwarzen Verschwörung von Seiten Frank« reich-, eine» Handstreich» und eine» Nachtangriffs. Meuter staunt wohl selber am meisten über den Macchiavelli, den man in ihm entdeckt hat, da er bisher glaubte, nur die feinste Chokolade, nicht auch die feinsten Anschläge machen zu können. Für seinen Besitz übrigen» hat er eben so wenig zu sürchten, wie Großbritannien für seine Sicherheit. E» dürfen ja ohne die Bewilligung Kanada» keine Befestigungen errichtet werden, und an Landungsplätzen für etwa» Anderes als ein Boot fehlt e» der Insel völlig. T. R.

Petersburg, 11. November. Die Lage Frankreich- rückt der bekannte Fürst Meschtscher-ki in seinerPeterSb. Ztg." in russische Beleuchtung. Von Paris auS, wo er sich seit geraumer Zeit schon befindet, schreibt er u. a. nämlich: Frankreich muß entweder der Rolle einer europäischen Groß­macht entsagen, welche über ihr verständniß geht, und eine wirkliche, demokratische und communale Republik werden, wie die Schweiz, und unter dem Schutz und der Protection Eu­ropa» stehen, da- heißt aufhören, eine Militärmacht zu sein, ober aber, e» muß unter die Gewalt eine» Diktator» ge­langen, da» heißt unter die Gewalt eine» einzigen Willen» und eine» einzigen Griftes, der da fähig ist, alle» Schmutzige und Unehrliche ebenso energisch von der politischen Arena zu fegen, wie die Republik alle» Ehrliche und Selbstständige weggefegt hat. Hierzu braucht man keine glückliche Schlacht in einem Kriege abzuwarten - nur die Entschlossenheit und kühne Energie eines Manne» ist erforderlich, der im gegebenen Augenblick diese» Chaos der willen- und überzeugungslosen Menschen au-uutzt und mit einigen Regimentern den Wahn­bildern und Phantomen der willen«, kraft- und ver- ständnißlosen Republik ein Ende macht. Ein ehrlicher Mann mit Geist und Willen kann Frankreich in der Rolle eine» Diktator» retten." Dieser Wink von russischer Seite ist recht bezeichnend!

M.P.C. Rußland. Die russische Regierung hat mit Werften in Genua Verträge abgeschloffen für den Bau von 2 Kreuzern I Klaffe von 141 Meter Länge.

Spanien und Nordamerika. So ohne Weitere» will Spanten der jüngsten weitergehenden Forderung der Ber- cinlgtea Staaten doch nicht uachgeben. Die Madrider Regierung wird ihre Commiffare bei der Friedenskonferenz anweisen, auf eine Erörterung über die Abtretung der Philipp ine n nicht einzugehen. Zu gleicher Zeit wird die Regierung er­klären, sie sei von den Corte» nicht ermächtigt, über jene Frage zu verhandeln. Die Regierung in Madrid muß also wohl neue Ermuthignng erhalten haben, in der Philippinen- frage sich nicht vorschnell nachgiebig zu zeigen. Sagasta will e» auf ein förmliche» Ultimatum der Bereinigten Staaten an- kommen laffen. Er ist von der Zuversicht geleitet, der Grund­satz der Oberhoheit Spanien» über die Philippinen werde wenigsten» bei zwei Großmächten kräftige Unterstützung finden.

Afrika. Die englische Regierung hat dem Major Marchand die Erlaubniß ertheilt, auf dem Rtl nach Faschoda unter der Bedingung znrückzukehren, daß er al»bald nach seinem Eintrrffen daselbst mit seinen Truppen da» ganze Faschoda-Gebiet räume. Die französische Regierung habe be­reit» ausdrückilch dieser Bedingung zugestimmt. Lord Cromer in Kairo ist angewiesen, die Rückreise Marchands, die voraus­sichtlich schon heute (Freitag) von Kairo aus angetreten werden soll, thuulichst zu erleichtern, welchen Weg Major Marchard von Faschoda au» nehmen wird, ist noch nicht bekannt.

totales rrnd prooitijielles*

Alsfeld, 8. November. Bei der gestrigen Wahl eine» ersten Beigeordneten erhielten die Herren Karl Gund- rum 98, Heinrich Hölscher VI. 70, Ferdinand Berck 69, H. E. Schneider 63 und Karl Hölscher 14 Stimmen. Es hat Stichwahl zwischen den beiden Erstgenannten stattzu- finden.

Butzbach, 10. November. In der heutigen Gemeinde- rathsitzung wurde beschlvffen, daß die neu erbaute Turn- Halle mit Verein-Hau» und Kleinkinderschule, die schon bei der Gewerbeausstellung zum Ausstellen von Gegenständen diente, am Sonntag, 27. ds. Mts., eiugeweiht werden soll. Nachmittag» 7 Uhr soll ein Festbankett, woran sich ver­schiedene Vereine betheiligen werden, stattfinden.

Okarben, 10. November. Die vor einigen Wochen hier stattgehabte Bürgermeister-Stichwahl war nach Lage der Sache für ungültig erklärt worden und fand gestern nochmal» Neuwahl statt. Die beiden Candtdaten waren die alten Gegner- sämmtliche Wahlberechtigte der Gemeinde er­schienen an der Urne. AuS dem Wahlkampfe ging Jean Fauerbach mit 61 Stimmen als neuerwählter Bürger­meister hervor. Der Gegner Schmiegel erhielt 69 Stimmen.

Darmstadt, 11. November. In den bevorstehenden Stadtverordueten-Ergänzungswahlen haben die Sozialdemokraten fünf Candtdaten aufgestellt und dürften leider einige derselben Aussicht haben, im Rathhau» einzu­ziehen, da eine Verständigung über gemeinsame Candtdaten zwischen den Bezirk-Vereinen bisher nicht erzielt wurde. Der Nutzen dieser Vereine, die meist nur Sonderintereffen ihre» Viertel- versolgen, ist überhaupt recht problematisch. In der nächstwöchigen Generalversammlung will die Sektion Darmstadt de» Oden Wald club-, dieführende" dieser großen touristischen Bereinigung, Ministerialrath Braun, der in touristischen Kreisen wohlbekannt ist, als Borfitzenden an Stelle de- nach Worm» übergefiedelten Bürgermeister» Köhler wählen.

Mainz, 10. November. Bei einer gestern Nacht vor­genommen Revision eine» am Neuthor gelegenen Magazins

wurde in einer Kiste ein steckbrieflich verfolgter Verbrecher aufgesunden, der sich mit Holzwolle zugedeckt hatte, um nicht aufgefunden zu werden.

Mainz, 11. November. Vor der Straskammer de» hiesigen Landgericht» begann heute Morgen da» strafgericht- liche Nachspiel zu den Unterschleifen, die zu Beginn diese» Jahre» im städtischen Gaswerk hier blo-gelegt wurden. Bei der Entdeckung der Unregelmäßigkeiten hat die Sache hier das größte Aussehen hervorgerusen, zumal alsbald der Director, der Kasfirer, der Buchhalter sowie ein Raffeboten de» Gaswerk» gefänglich eingezagen wurden. Entsprechend diesem Aufsehen, war auch der Zudraug zu der heutigen Ge­richtsverhandlung ein sehr bedeutender. Als Angeklagte er­schienen auf der Anklagebank Direktor Heffemer, Kasfirer Beilstein, Buchhalter Feldmann sowie Kaffendiener Reimann. Mit Ausnahme de» Letzteren befinden sich sämmtliche Ange­klagten gegen Caution seit längerer Zeit auf freiem Fuß. Nach der Anklage wird Direktor Heffemer Untreue zur Last gelegt, indem er einem Thetl der ihm untergebenen Beamten und insbesondere seinem Sohue unberechtigt für angebliche Remunerationen in der Höhe von 35 bi» 100 Mark hat zu Theil kommen laffen. Diese Beträge wurden auf da» In­stallation« conto gebucht und verrechnet, wodurch sich Feld­mann und Beilstein der Beihilfe Heffemer» schuldig gemacht haben sollen. Dem Hauptangeklagten, Kaffendiener Reimann wird von der Anklage zur Last gelegt, seit Jahren Beträge bi» in der Höhe von Mk. 10,000 unterschlagen und dadurch sein betrügerische- Vorgehen lange verdeckt zu haben, daß er neuerdings eingenommene größere Posten als Rückstände be­zeichnete und mit diesem Geld alte Rückstände deckte. Außer» dem hat Reimann in mehreren Fällen die Quittung der Gasconsumenten gesälscht, die Quittungen selbst auSgesüllr und den Leuten mehr Geld berechnet, als sie schuldig waren. Von den langjährigen betrügerischen Manipulationen Reimann- soll Director Heffemer, sowie auch Beilftein und Feldmann Kenntntß gehabt und denselben dadurch unterstützt haben, daß sie, al» ihnen von Reinmann da» Geständniß eine» größeren MancoS gemacht worden, ihm durch lieber* nähme einer Bürgschaft behüifl.ch waren, ein größere» Dar­lehen aufzunehmen, wodurch er einen Theil de» Fehlbetrag- decken konnte. Der zuerst vernommene Kaffendiener Rein° mann gibt zu, in die Kaffe gegrffen zu haben, er habe die» gethan, weil er von seiner Frau sehr knapp gehalten worden sei. Anfänglich habe die unterschlagene Summe Mk. 3000 betragen, schließlich fei dieselbe aus Mk. 8000 angewachsm, wozu auch die Abzüge für dir PeusiouSkaffe bei seiner An­stellung beigetragen haben. Kasfirer Beilstein, zunächst über den durch Mitglieder der Oberrechnungskammer in Darmstadt entdeckten Fehlbetrag in den GaSbüchern befragt, erklärt, keine Auskunft geben zu können, indem der Fehlbetrag schon sehr weit zurücksatirte, und häufig Geld au» der Kaffe ge­stohlen worden sei. Bezüglich der Reimann zu seinen be­trügerischen Manipulationen geleisteten Bethülfe erklärte Beilftein wie auch Buchhalter Feldmann und Direktor Heffemer, daß sie lediglich auS Mitleid gehandelt und da» Flehen Reimanns sie veranlaßt habe, von einer Anzeige de» Letzteren abzusehen. Wegen der Verabreichung der Remunerationen sagt Director Heffemer au», daß er geglaubt habe, dazu be­rechtigt zu fein. Nach der Mittagspause wurde das Zeugen- verhör begonnen, das bis nach 8 Uhr Adeud» währte und auf der einen Seite die Angaben der Anklage bestätigte, auf der anderen Seite aber erkennen ließ, daß die ganze Geschichte sehr aufgebauscht und übertrieben worden und insbesondere dem Angeklagten Director Heffemer nur zu große Gutmüthig- kett und theilweise Unerfahrenheit zur Last gelegt werden kann. Morgen wird die Verhandlung fortgesetzt.

Vsktirlschtes.

* Parfümtrie Butter ist die neueste Modethorheit^ die sich die reichen Amerikaner zu ihrem Friihiückstisch leisten. Die Milchwirthschasteu, wo diese Butter fabricirt wird, dufte» so wohlriechend wie ein Blumenladen oder da» Laboratorium eine» Parsümenr». Die Butter wird zuerst in kleine Ballen, ähnlich wie die zum gewöhnlichen Gebrauch bestimmten, ge­formt und dann jede» einzelne Siück in seinen Mouffeline eiogeschlagen. Hieraus legt man sie auf ein Bett von Rosen- blättem, die eigen» dazu in irdenen Töpfen präparirt werden, und bedeckt sie von oben nochmal» mit einer Schicht der frisch- blühenden Blumen. Dann wird da» Gesäß in einen Eis­kasten gestellt und dort zehn Stunden stehen gelaffeu, worauf die Butter fertig zum Gebrauch ist.

* Bekämpfung des Btraßenlarms. DerDeutschem Medictntschen Wochenschrift- wird au» London berichtet: Seit dem 1. Oktober find zwei neue Gesetze in Kraft ge­treten , die für die vielgeplagten Nerven de» Londoner» hoffentlich Gute« leisten werden. E» find die» die erste» versuche zur Bekämpfung de» unnöthigen Straßenlärms. Die neuen Gesetze richten sich vorzugsweise gegen Dampf- hxehorgeln, Schießbuden, Carouffel» und ferner gegen brüllende, blökende, krähende und sonstigen Unfug treibende Thiere. Leider werden Handorgeln, German Bands, Heilsarmisten und ZettungSverkäufer nicht davon betroffen, und es ist nur zn wünschen und zu hoffen, daß au» diesem ersten schüchternen versuch gegen die allzu großen Freiheiten der Straßenhändler sich mit der Zeit ein ordentliche» Gesetz herau»wachsen wird, da» dem geplagten Großstadtmenschen wenigsten» absolut un- nöthigr Geräusche erspart, die zur Steigerung der Nervosität erheblich beitragen. Selbst wenn London den Straßenpöbcl etwa» verliert, wird e» in seinem Strahenschmutz und feiner vorfintfluthlichen Beleuchtung immer noch genug haben, wa» e» von anderen Großstädten unterscheidet."

* Au» dem Geschichtsunterricht. Lehrer (zum Schüler). Also Du wetßt nicht, wann die Hermannsschlacht geschlagen worden ist? (Zählt ihm neun mit dem Stock auf.) Bo, merk'» Dir, im Jahre neun nach Christus! Warum grinst Du, Beugel?" Schüler:Ich freue mich, daß fie nicht zwanzig Jahre später gewesen ist!