ri-
2 q. L e r
to r cb r
-
j , r
WW'^
1 'tWt'Jt Kit.
***«, 4.
»en eitern
t und Frau
geb. Lipp ! 11.
sfestes:
ifienbs 8 W, Ball.
Der Vorstand.
Iroi. Wh
mittags 3 W' nlmg ler.
Ter Vorstand, er find, find wilHonnnrr. MNg^ äftslocal von Selters-
»®l6bw 101« flicke r.
rin, fliessen
*
R hoch-
i <!
!»jcW'
ii f(jö den1'
“rW**0
d A0S5S,
Kdrw"°°
■i** «*i
rhoiä«” -
„bra»«® ^al«*6iBllll#
ssJ^
Nr. 240 Zweites Blatt Donnerstag den 13. October
1SOS
Gießener Anzeiger
Heuerns-Anzeiger
RNk ln)ngm.Bmnirtlung«Beam kl In. uni KutUaM »ktzmrn Injxigra für bra Girhrner «ngrigcT ratf«jm
»ciMMtrif
»irrtfljibcn<| 2 Äart 20 W* moeathd) 75 fit
■ ■■•!■• »•■ Hnjtiflte |u brr Nachmittags für bm >i(mbta t* *| *1(^0 nm bei Wummer bti Bern. 10 Uhr.
Bei Postbezug 2 Mark 50 PH. eurtfljäbrlt*
ftf4dxl Ugn« MN ettlnabmr bei
Äentag«.
Die •iefener yemiflteiritter Werben bem Anzeiger mchcheotlich viermal heigelegt.
2lints- und 2lnzeigeblntt für den Ttreis Giefzen.
E------ ■ ■—"i
Wfb«miwi, Expebition nnb Druckerei: A4 ßr he Ar. 7.
^Gratisbeilage: Gießener Familienblätter.
Abreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze«. Fernsprecher Nr. 5L
Amtlicher Theil.
Verordnung, hie Handhabung der Lokalpolizei in der Provinzial- Hauptstadt Gießen betreffend.
Trust Ludwig von Volles ©naben Großherzog von Hessen und bei Rhein re. re.
Wir haben UnS bewogen gefnnben, wegen Hanbhabung der Lokaipolizei in Unserer Pcovinzialhauptstabt Gießen zu verordnen und verordnen hiermit, wie folgt:
§ 1.
De« Bürgermeister Unserer Provinzialhauptftadt Gießen wird all Lokalpoliz'.tbeamlen die nach Maßgabe der beß- follfigen gesetzlichen und instrnklionellen Vorschriften zu be- wirkende Handhabung der Baupolizei, der Feuer- und Feuerlösch Polizei, der Schlachthaus und Wasenpolizei, der Friedhofs- und BeerbigungS Polizei, der Armenpolizei und der Schulpolizei übertragen.
S 2.
Unser Polizeiamt Gießen wird gleichzeitig von der ihm übertragenen Handhabung der gedachten Zweige der Lokal- Polizei enthoben.
8 3.
Diese Verordnung tritt am 10. October 1898 in «rast. § 4.
Unser Ministerium bei Innern ist mit der Aulführuug dieser verordnnug beauftragt.
Urkundlich Unserer eigenhändigen Uitterschrift nnb bei- gebrüeften Großherzoglichen Siegel!.
Darmstadt, den 5. October 1898.
(L. 8.) Ernst Lndwig.
Rothe.
Deutscher Ucicb.
Berlin, 11. October. Der «aiser hörte hente Morgen 9 Uhr den Vortrag del Ehef! bei Militär-Eabinetl, General v. Hahnke, nnb nahm darauf einen Bericht über einen Kanöoertag bei 7. Armeecorps bnrch den Obersten v. Einem entgegen. Um 10 Uhr 19 Minuten verabschiedete fich der Kaiser auf dem Bahnhofe zu Potsdam von dem Großfürsten Madimir von Rußland nebst Gemahlin nnb Tochter, welche Ich nach Neu-Strelitz begaben. Um 12 Uhr begaben fich in Kronprinz und die Prinzen Eitel Fritz und Adalbert
nach Plön. Hente Abend verläßt der Großherzog von Baden Potldom.
M P.C. Berlin, 11. October. ES dürfte als sicher zu betrachten sein, daß das Bauwesen von dem überlasteten Eisenbahnministeriu« abgetrennt nnb dem Ministerium für Land Wirths chast werde zugerheilt werden. Die Btldnng eine! besonderen Ministeriums empfiehlt fich aul zwei Gründen nicht. Einmal ist das preußische Staat!« Ministerium schon jetzt so groß, daß durch jede weitere Vergrößerung die Möglichkeit, eine Einigkeit unter den Herren herznstellen, erschwert wird. Außerdem wird dann and) dal landwirthschaftliche Meliorationswesen dem neuen Saaten» Minister zugetheilt werden und dem Refiort del Landwirth» schaftSministerl nur noch dal Gestüt!» sowie da! Domänen» und Forstwesen verbleiben.
Berlin, 10. Oktober. All einer der Grnndzüge für die in der nächsten Tagung de! Reichstag! zu erwartende Reform delJuvaliditStl» und AlterSversicherungl- gesetze! wird die vereinsachnng de! Verfahren! bei Feststellung der Rente bezeichnet nnb angedeutet, daß die ^Entscheidung" über den Rentenanspruch in die Lokalinstanz gelegt werden soll. Da! Bedürfaiß nach einer solchen Vereinfachung ist wohl von allen Seiten anerkannt. Rühren doch die meisten «lagen, welche aul den Kreisen der Berficherten über die Handhabung bei Gesetze! laut werben, au! der Verzögerung her, welche die jetzigen Bestimmungen über Rentenfestsetzung, schiedlgerichtliche! Verfahren un£ Recur! für die beftaitioe Entscheidung über den Rentenbezug tm Gefolge haben. Trotzdem dürfte el auf einer irrthümlichen Auffassung der Dinge beruhen, wenn davon gesprochen wird, daß die .Entscheidung" Über den Rentenauspruch vollständig in die Hände der Lokal- instanz gelegt werden soll. Die Durchsührung de! Invalidität!- nnb Slterlverficherunglgesetzel und seine segenlreiche Wirkung hängen in hohem Maß von der Gleichmäßigkeit seiner Anwendung ab. Schon bei der gegenwärtigen Organisation hat fich aber gezeigt, daß die einzelnen verficherunglanstalten krinelweg! sämmtlich nach den gleichen Grundsätzen nnb Anschauungen verfahren, unb die Verschiedenheit der finanziellen Lage, die bei den Anstalten festgestellt ist, wird, wenn auch in beschränktem Maß, auf die Ungleichmäßigkeit zurückgeführt, welche fich bei der Feststellung der Rentenansprüche unb bet Rentenhöhe ergeben hat. Um wie viel mehr müßte fich diese Ungleichmäßigkeit geltend machen, wenn die Lokal'nstanzen in dieser Angelegenheit da! entscheidende Wort gewännen! Der .Nationallib. Corresp." zufolge gehen daher auch an maß» gebender Stelle die Abfichten nur dahin, der Localtnstanz einen etwa! aulgedehnteren E nfluß auf die Entscheidung der Frage, ob ein Rentenbewerber einen berechtigten Anspruch auf eine Rente hat, einzurSumen. Die untere Verwaltung!-
Fsrrillatsir.
Gin Hag auf Schloß Braunfels.
(Nachdruck verboten.)
Wer am echten deutschen Burgstil Freude hat, muß kirn Anblick von Schloß Braunfell in Helle! Entzücken mratben. Der reinste, unverfälschteste romanische Rund» iogenstil mit seinen reichen Ornamenten, seinen mannigsachen Ltpttälbildungen, den Fensterpaarungen nebst den kleinen b die Mitte der Oeffaungen gestellten Säulchen — da! feiet »an auf deutsche« Boden so aulgeprägt nur noch an dr Wartburg wieder. Freilich, dort hat «on stet! dal tzlwußtsein, bei« Durchwandern der verschiedenen Säle und sknächer den tobten, leblosen Zeugen der Geschichte Auge b Sage gegenüber zu stehen, während auf Braunsel! der irische Sinn «ehr in der Gegenwart all in der Ber- pngenheit lebt, von dem stolzen Bau selbst gehört nur wcj ein kleiner Theil dem dunklen, durch den Zauber der kizenpoefie verklärten Mittelalter an. Im Jahre 946 Sarde Bramtfel! erbaut. Ein Braud legte e! 1614 in 8!te. All der damalige Herr von einem Jagdaulflug Heien» Eksrte, sah er seinen Befitz in Hellen Flammen stehen. Die Etdäude, die wir heute erblicken, stammen au! verschiedenen Ziten. Zuerst wurde da! Schloß flach renovirt, dann kehrte wieder zur ursprünglichen Anlage zurück.
Einen iutenffanten Rückblick in die Geschichte de! Schloß- bcoe» gewährt da! sogenannte Brannfel!» Zimmer, Stisen Wände mit Schloß an sicht en au! den verschiedenen !Ahrhunderten geschmückt find. Ein Inlsrieur, den präch» l"N(H rWittexfaal* darstellend, ist vom Fürste« Ferdinand
selbst gemalt, dem nämlichen, welcher im Jahre 1861 die schöne, breite Straße erbauen ließ, auf welcher man von der Station aul, die kleine schmalspurige .Ernst-Bahn" stet! zur Seite, so bequem dem hochgelegenen Städtchen zuwandert.
Der erste Raum bei Schlöffe!, in ben man geführt wirb, ist der Rittersaal, besten grünlich-blauer Wandton mit dem Metallglanz der reichen Waffensammlnng eine aparte, gedämpfte Wirkung hervorbringt. Die Rüstungen unb Reiter» standarten stammen weist an! dem 30jöhrigen Kriege unb den unmittelbar anschließenden Perioden. Welche! Feldherrn« Herz unter dieser mächtigen Panzerwölbung geklopft, läßt fich nicht mehr ermitteln. Nur auSnahmlweise ist noch an manchem Waffenstück der Name seine! Träger! haften geblieben, fo an einem in der Nische aufgehängten Helm, der August dem Starken von Sachsen gehört haben soll.
Nächst dem Rittersaal ist der intereffanteste Raum, so» wohl nach architectouischer Anlage wie innerer Anlstattuug, da! Rauchzimmer mit seinen echten Pariser Gobelin! und seinem von oben eiufallenden Licht, da! allen Gegenständen so einen festlich ruhigen Glanz verleiht, «aiser Friedrich UL, an welchen fich in Braunfell eine Menge von Erinnerungen vorfinden, unter welchen da! am Schloßpark aufgestellte schlichte Denkmal: .Seinem edlen unvergeß» Heben Kaiser Friedrich HL da! Solmser Land 1889", einen ersten Platz behauptet, hat mit Vorliebe in diesem Gemach gewellt, dem er die Bezeichnung .Treppenzimmer" gab und welche! auch ein Lieblinglaufenthalt der jetzigen Herrschaften ist. Die Glalmalereien der Fenster, die gedämpfte Helle, die fein abgetönten Farben von Wänden und Mobiliar, bie reichen Holzschnitzereien, unter welchen eine aul dem 16. Jahr» huubert herrühreude Gruppe, den Judaskuß darstellend, ein
behörde soll nicht mehr on bie obligatorische Zuziehung der für den Wohnort bei Antragssteller! zuständigen vertrauen!» männer unb be! Vorstande! der Krankenkaffe usw., welcher der Antragsteller angehört, bei Beurtheiiung de! Renten» atttpruch! gebunden sein. Diese Zuziehung soll nur noch fakultativ sein. Auf diese Weise wird zweisello! eine wesent- liche Beschleunigung de! Verfahren! herbeigeführt werden. Hand in Hand mit dieser Vereinfachung werden weitere Maßnahmen gehen, welche den gleichen Zweck verfolgen. Aende- rnngen in den Bestimmungen über die Anstalt, welche die Rente festzusetzen hat, sowie über da! eventuell anzurufende Schiedsgericht werden zur Abkürzung bei Verfahren! bei Festsetzung ber Reute bienen. In Zukunft soll namentlich in allen Fällen bal Schiedsgericht zuständig fein, welche! für be« Wohnort de! Rentenbewerber! errichtet ist, auch wenn eine andere Rentenanstalt ben Bescheib erlassen hat.
— Zur Hanbwerker-Organisatio. Bi! zum betfloffenen 1. Oktober hatten die sogen, privilegirten Innungen fich zu entscheiden, ob fi: Zwangliunungen werden oder freie Innungen bleiben wollen. Diejenigen Innungen, die Letztere! vorziehen, haben nunmehr bi! zum 1. April 1899 ihre Satzungen den Bestimmungen der Novelle vom 26. Juli 1897 über bie freien Innungen anzupaffen. In dieser Beziehung bilden die höheren Verwaltungsbehörden die Ausfichtsinstanz und haben die Besngn'ß, nöthigenfall! die Aenderungen der Satzungen mit rechtsverbindlicher Kraft zu verfügen oder die bezügliche Innung zu schließen. Man darf darnach annehmen, daß da! JnnungSwesen bi! zum Frühjahr bei nächsten Jahre! vollständig den neuen Bestimmungen gemäß geregelt sein wird. Die nächste wichtige Frage in der Handwerker Organisation ist außer der Anpaffung der Innungen an die Bestimmungen ber Novelle vom 26. Juli 1897 bie Errichtung ber Hand- werkerkammern, für bie bie Vorbereitungen bereit! in vollem Gange finb. Die größte Schwierigkeit werben bie Wahlen zu den Handwerkerkammern bilden. Eine Einheitlichkeit hierbei durch da! ganze deutsche Reich muß schon wegen der Verschiedenheit de! für diese Wahlen in Betracht kommenden Unterbaue! in den einzelnen Gegenden all ausgeschlossen betrachtet werden.
Muflanb.
Budapest, 11. Oktober. Der verband der Klein- Industriellen beschloß, fich an Eossuth zu wenden, damit dieser in ganz Ungarn ein PlebiScit in der Angelegenheit des Ausgleichs veranstalte, um zu prüfen, wer für oder gegen den Ausgleich ist.
London, 11. Oktober. Die Lorrespondenz über bie Faschoda-Angelegenh eit steht hier i« vordergrmtbe
kleine! Meisterwerk genannt zu werben verbleut, geben ihm bei aller fürstlichen Pracht ben Eharacter be! Behaglichen.
Pietät!- unb Alterthumlwerth besitzen bie Malereien ber Fenster, bereu eine! bie „heilige Elisabeth von Thüringen" zeigt, unb ein aul bem 13. Jahrhnnbert
stammende! Kreuz, da! der Tochter der Heiligen gehört hat, der Aebtissin de! Kloster! zu Altenberg, welche von ihrer Mutter bereit! tm 3. Lebensjahre von Marburg nach Altenberg gebracht unb bort der Obhut der Nonnen übergeben worben ist.
Wollen wir bie Macht der bildenden Künste auf nnl wirken taffen, so müffen wir un! in die Bildergallerie begeben, die für eine Privatsammlung eine wirklich außerordentlich gute, von künstlerischem BerstSndniß geleitete Zusammenstellung bietet. Die niederländischen Maler wiegen vor und zeigen ihre Eigenart in trefflichen Eopieen. Neben Rubens, Snhderl, Dftab e, van Dyck, Brueghel n. f. w. finden fich auch die Italiener Tizian und Eorreggio. Die kleine, in besonderem Ntschenraum ausgestellte und tu Pompeji an! Licht geförderte Palla!- Sthene-Büste erregt auch die Aufmerksamkeit bei Alter- thumSforscherl.
Porträt tl von unverkennbarem Kunstwerth weisen noch die Ahnen gallerie auf, der kleine Jagdgang, an dessen Ende jene! populäre Königin Luise-Bild steht, da! hier von geradezu plastischer Wirkung ist, von deffen Original in Köln aber der alte Kaiser Wilhelm geäußert haben soll: .Sehr, sehr schön, nur nicht meine Mutter!", unb bal im gothischen Stil gehaltene Empfanglzimmer, in welchem einige Famtltenbtlber all echte van Dhckl bezeichnet werden.
Aber auch ber Deikerl - G allerie, bie ungefüllt ist


