Ausgabe 
13.10.1898 Erstes Blatt
 
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ES handelt sich um einen Platz an dem engsten Theil bei Endes des Rochen Meere!."

Afrika. Den geschlagenen Khalifen haben die Anglo-Aegypter noch immer nicht in ihre Gewalt bekommen oder gar gänzlich unschädlich gemacht, doch glaubt mau nicht, daß er noch Unheil austiften könne. DaS Letzte, waS man von Abdullahi gehört hat, ist, daß er vor sechs Tagen sich nebst O-man Digma und einer kleinen Schaar seiner Anhänger im Wald westlich von der Abba Insel versteckt hielt. Die Bewohner der Gegend wollten nicht mit ihm sprechen oder ihm nur erlauben, ihr Land zu betreten, denn die dortigen Araberstämme stad ihm alle feindlich gesinnt. Wahrscheinlich wird sich der Khalif nun nach Westen wenden. Was früher von einem Ausfinden deS angeblich tn der Wüste verborgenen Schatzes des Mahdi erzählt wurde man wollte 20 Millionen Pfund Sterling entdeckt und nach Kairo geschafft haben stellt fich neuerdings als Fabel heraus.

Amerika. DerJndianerkrieg" in Minnesota ist vollständig beigelegt worden. Von den 3700 Indianern, welche fich auf der Reservation befinden, haben nur 200 Tschippewäs an dem Ausstand Thetl genommen. Alle Meldungen stimmen iudrffen darin überein, daß unter den Indianern des Nordwesten- große Erbitterung besteht, weil fie seit Jahren vou unehrlichen Beamten auSgePlündert und aulgesogen worden find. Mehrere Zeitungen drängen auf strenge Untersuchung- helfen wird fie wohl nicht viel. Seit Meuscheugedenken haben imJadianer-DepartemeutzuWashington die schlimmsten Mißstände geherrscht. Uebrigens find jene Indianer in ihrer großen Mehrheit ganz gesittete Leute, welche Ackerbau treiben, die Kirche besuchen und ihre Kinder in die Schule schicken, gerade so wie dieBlaßgefichter".

Localer unb Lrovlnzreller.

Gießen, 12. October 1898.

* Aus dem Verwaltungsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, den Kreilrath des Kreises Büdingen, Geheime Regierungsrath Alfred Kltetsch, ans sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 1. November I. I. an, in den Ruhestand zu versetzen und den Kreisamtmauu bet dem Kreilamte Oppen« heim, RegieruagSrath Heinrich Jrle, zum Kreisrath des Kreises Büdingen zu ernennen.

* Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem KeelSrath des Kreises Büdingen, Geheime R^gierunp.srath Alfred Slietsch, das Comthurkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigrn zu verleihen.

♦P. Etadttheater. Das vieractige Lustspiel von Paul Lindau,Die beiden Lronoren", das am Dienstag Abend zur Darstellung gelangte, hat in den zehn Jahren seines Bestehens auf so mancher Bühne Erfolge geerntet, wenn eS auch gerade nicht zu den bedeutendsten Schöpfungen des vielschreibendeu Autors gezählt wird. ES lehnt fich in der Wahl deS Stoffes an die moderne franzöfische Theater­dichtung an, ist aber in seiner Tendenz viel zahmer, im Dialog weniger gewandt und witzig. In einigen der Haupt­rollen sind widersprechende Eigenschaften vereinigt, dir dem Schauspieler eine lebenswahre Verkörperung erschweren. Um so mehr muß es anerkannt werden, daß fich unsere Künstler ihrer Aufgaben mit bemerkenSwerthem Geschicke entledigten. Recht große Anforderungen stellt die Rolle au Frau Leonore Kaiser. Diese Dame, die nach dem allgemeinen Urthetl reizend" erscheinen soll, ist eitel, fühlt sich gelangweilt und nicht recht glücklich an der Seite deS älteren Mannes. Sie läßt sich gerne den Hof machen, ist durch Schmeicheleien leicht zu täuschen, zeigt statt der mütterlichen Liebe eher Eifersucht auf ihre gerade aus der Pension zurückkehrende Tochter und besitzt trotz alledem tn ihrem Wesen einen guten und tüch­tigen Kern. Frl. Würdig wurde fast allen diesen Character- setteu aufs Beste gerecht. Entschieden leichter macht e- der Dichter ihrem Gegenbild, der jüngeren Leonore. Helene Pauli, die diese hübsche Backfischrolle flott spielte, war vou stürmischer Liebenswürdigkeit gegen ihre Eltern, klug und be­stimmt ihrem Zukünftigen gegenüber, selbstbewußt gegen die schulmeisternde, falsche Gouvernante, die durch Frau Helm eine ausgezeichnete Wiedergabe erfuhr. Herr Helm hütete fich glücklich vor der Gefahr, den Justizrath Kaiser in der ersten Hälfte als zu unbedeutend, in der zweiten als zu pathetisch erscheinen zu laffen, sodaß ein richtige- Bild von diesem ruhigen, festen und geistig überlegenen Manne zu ge­winnen war. Sein argwöhnischer, polternder Freund Christian Wieberg wurde in Spiel und Au-druck von Herrn Liebscher gut getroffen- die Redeweise war mitunter zu rasch und ein­tönig. Herr Merker spielte den Consul Herrmann Wie- berg recht gewandt, vermochte aber den gescheiten und witzigen, jungen Diplomaten nicht über das herkömmliche Niveau de! Liebhaber- zu erheben. Dem Dr. BrofiuS des Herrn Walter müßte man eS etwa- mehr anmrrken, daß er mit dem Grundsätze, seinen vornehmen Patienten möglichst angenehme Kurmittel zu verschreiben, eigentlich ein rechter Schwere- nöther ist. Die kleinen Rollen ordneten fich paffend in das ®ttnje ein- die Einstndirnng war gut, doch könnten noch ein­zelne Pointen im Dialog schärfer berauSoearbeitet werden.

Stadttheater. Neber das Freitag hier zur Aufführung gelangendeIm weißen Rößl" schrieb dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung": Für die Herren Oscar Blumenthal und Gustav Kadelburg ist der alte UnglücksrabeHans Hucke- bem" im zu Ende gehenden Jahr durchaus ein Glücksrabe gewesen. Nicht blos lockt er selbst noch immer Hunderte und aber Hunderte nach den eleganten Räumen an der Kron- prinzenbrücke, wo er sein Nest eingerichtet, sondern er hat auch, indem er dem wackeren Autorenpaar Kadelburg und Blumenthal Lust und Muth machte, im selben Genre weiter zu dichten, rechtzeitig für einen Nachfolger gesorgt, der ebenso lustigen und munteren Naturells ist. Der Grundgedanke des Dreiacters,Im weißen Rößl", der am Donnerstag im

Lessing-Theater" in Scene ging, ist der Berliner in der Sommerfrische. Das Salzkammergut ist die Gegend, wo man sich diesmal erfrischt und zwar, der neuesten Mode ge­mäß, recht tüchtig mit echtem Regen. Das planscht nur so auf den Boden, und kein Regenschirm schützt die Damen auf der Bühne vor gründlicher Durchnässung der Kleider. Doch halten wir uns nicht bei Einzelheiten auf, schon um von den Ueberraschungen, deren natürliche Herbeiführung ein Hauptvorzug des Stückes ist, nicht allzuviel zu verrathen. Es giebt drei Liebespaare, die am Schluß als Verlobte sich empfehlen: die Wirthin zumWeißen Rößl" und Leopold Brandmauer, Zählkellner; sodann Dr. Otto Siedler, Rechts­anwalt und Ottilie Gtesecke, Lampenfabrikantens-Tochter, wie man ja wohl im Dialect des Stückes sagen müßte, Beide aus Berlin. Beim dritten Verlöbniß kommen Berlin und Sangerhausen zusammen: Klärchen, die bescheidene Tochter des Privatgelehrten Hinzelmann und Arthur Sülzheimer, Besitzer eines einträglichen Patentes auf Glühlicht-Sttümpfe. Wenn wir zu dieser kurzen Anzeige noch hinzufügen, daß die Pärchen äußerst glücklich contrastirt sind und dasWeiße Rößl" denHuckebein" an gemüthlichem Humor und Unge­zwungenheit des Witzes noch übertrifft, so mag das genügen. Wie oft die Verfasser gerufen wurden und dankend auf der Bühne erschienen, haben wir nicht genau nachgezählt.

* Christlich-socialer Parteitag. Wie bereits gemeldet wurde, fand am 10. und 11. d. Mts. in Steins Garten da­hier ein christlich-socialer Parteitag statt, der über Erwarten stark von etwa 200 Delegieren und Mitgliedern der Partei aus den verschiedensten Thetlen Deutschlands und Über 100 Gästen an- Nah und Fern besucht war. Ec wurde um 2 Uhr Nachmittags mit dem Gesang zweier Strophen deS LiedesEin' feste Burg" und einem Gebet eröffnet, dem ein Hoch auf Kaiser Wilhelm und Großherzog Ernst Ludwig folgte. Dann hielt nach Constituirung des BüreaaS Herr Hofprediger Stöcker als Parrei-Präfident einen längeren, mit großer Begeisterung und lebhafter Zustimmung von Seiten der Versammelten aufgenommenen kräftigen, markigen Vortrag,Zur socialpolitischen und kirchengeschicht« lichen Lage", in dem er in treffender Weise die hauptsäch- lichsten und tiefsten Nothstände der Gegenwart in social- politischer und kirchlicher Hinficht, andere mehr nebensächlich streifend, schilderte und darlegte, wie die christlich, sociale Partei ihnen entgegen zu wirken und abzuhelfen bestrebt sei. Seinen Worten folgte Se. Erlaucht Graf Friedrich zu 'SolmS-Laubach mit einem warmen, überzeugungsvoll ge­haltenen Referat Über die Stellung der Christlich- socialen zu den anderen Parteien, in dem er klar und scharf, waS die Partei mit einzelnen anderen näher ver­bindet, von anderen aber auch aufs Entschiedenste trennt, hervorhob und zu den ersteren ein freundliches Berhältniß ein­zuhalten empfahl. Auch feine Ausführungen fanden stürmischen und anhaltenden Beifall der großen Versammlung. Eine etwas eingehendere Discusfion erhob fich nur Über daS Berhältniß der Partei zu den Deutsch-Sozialen, das nach einem Correferat bei Pfarrers Bernbeck von Staden wesentlich nach deffen Antrag durch eine-Resolution geregelt wurde. Nach dieser Verhandlung ergriff dann Pastor Philipp - au- Plötzensee das Wort, um in mächtiger, tief ergreifender Rrd? die nächsteuZiele undAusgaben der christlich-socialen Partei, die neben der Förderung der materiellen Jntereffen der nothleidenden Stände aller Art, auch eine religiös-fittliche Erneuerung unseres ganzen Volkslebens anstrebt, mit scharfem Hinblick ans die Zustände in den unteren Volksschichten, die er au- eigener, langjähriger Erfahrung genau kennt, aus­führlich darzulegen. Unter den mancherlei von warmer Menschenliebe gebotenen, von ihm geltend gemachten Punkte der Fürsorge, erwähnen wir besonder- die Hebung der Wohnungsnoth in den großen Städten, die Förderung und Möglichkeit eineß geordneten christlichen Familienlebens und entsprechender Kindererziehulrg, die Erstrebung solcher Lohu- verhältniffe für Arbeiterfamilien, in denen fie bei bescheidenen Ansprüchen menschenwürdig leben können, Verfichernng gegen ArbeitSlofigkrrt, Kampf gegen Trunksucht und Unzucht, För- derung der Sonntagsruhe u. dgl. Die mit wärmster Be­geisterung und mit Beispielen aus dem cvncreten Leben der arbeitenden Klaffen reichlich gestützten Ausführungen de- Redners fanden solche Zustimmung, daß der Druck derselben au- dem Schooß der Versammlung begehrt und beschlossen und ihr wesentlichster Inhalt in einer kurzen Resolution zusammen­gefaßt wurde. Auf diese mehr allgemein interesfiirenden Borträge folgten dann Verhandlungen über mehr die speciellen Partei Interessen berührende Punkte, die auch nach einem einfachen, gemeinsamen Abendessen um 7 Uhr, am Abend des 10. Octobrr von 911 Uhr und am folgenden Morgen um 9 Uhr noch fortgesetzt wurden. Sie betrafen die Mittel zur Stärkung der Partei und die Vorbereitung zukünftiger Wahlen, die Anstellung eines Parteisecretärs, welche- Amt Herrn Dr. Burckh ardt von Godesberg übertragen wurde, ferner die vorhandene und neu zu gründende Parteiprrffe und endlich die Finanzen der Partei, die, wenn fie auch mancherlei Ein­schränkungen auferlegten, doch mit keinem Deficit, sondern mit einem kleinen Urberschuß von etwa 300 Mk. im ab- gelaufenen Jahre abschlossen. An den sehr lebhaften, aber in durchaus brüderlich einmüthigem Geiste ohne irgend einen Konflikt verlaufenden Debatten beteiligten fich außer Hof­prediger Stöcker, Pfarrer Lio. Weber von München- Gladbach, Pfarrer B erub eck-Staden, Dr. Burckh ardt- Godesberg und den Redacteuren Dietrich von Oertzen und Stein, Pfarrer Wahl von Langen noch viele Redner aus den verschiedensten Volkskreisen und zum Theil aus weiter Ferne. Ucber einzelne Gegenstände wurden mit allseitiger Zustimmung angenommene Resolutionen gefaßt und zwischen ihnen Begrüßungstelegramme von den verschiedensten Seiten her verlesen. Die sämmtlichen Verhandlungen wurden mit Schlußwort Stöckers, einem Gebet und dem Gesang bei LiedesDeutschland, Deutschland Über alle!" um Uhr des 2. Tage! von Hofprediger Stöcker geschloffen. Nach einem gemeinsamen, einfachen Mittageffen, zu dem fich noch

eine größere Anzahl boti Theilnehmeru in Steins Garten her einigte, und bei dem noch verschiedene höchst ansprechende und gemüthliche Toaste gehalten wurden, reisten bann die Theil- uehmer nach den verschiedenen Richtungen wieder ab, mit dem Gefühl hoher Befriedigung über den erwünschten Verlaus bei Parteitags und die Förderung, die der christlich-sociale Ge­danke wohl erwarten darf.

Die vom hessischen Iagdclnb veranstaltete Hunde- ankstellung zu Darmstadt am 9. October hatte fich einer sehr guten Beschickung zu erfreuen. El waren ca. 500 Hunde gemeldet, welche fich auf die Luxus- und Jagdhundraffen vertheilten und durchweg eine vorzügliche Qualität reprasen- tUten. Dem Unternehmen wurde von allen Kreisen regel Jutereffe entgegengebracht, welches durch die Stiftung Pracht- voller Ehrenpreise, an der Spitze derjenige des Großherzogs, sowie durch zahlreichen Besuch del Publikums seinen Ausdruck fand. Seitens bei Gießener Bereinl zur Züchtung reiner Hunderaffen hatte eine Anzahl Mitglieder ihr Material eben- falll aulgestellt, welche- allgemeine Anerkennung fand und in den betreffenden Klaffen jedesmal die besten Preise weg­nahm, sodaß der Verein einen großen und wohlverdienten Erfolg verzeichnen darf. In der Abtheilung für Luxus- Hunde erhielten folgende Hunde Preise: Boxer: Muckt vonJsarthal, Besitzer: cand.med. vet.Heckel, Gießen, erster Prell- Hexe, Besitzer: cand. med. vet. Brechtel, zweiter Preis- Gretel, Besitzer: H. Förster, Gießen, zweiter und dritter Preis. Deutsch rauhhaarige Pinscher: Peter, Besitzer: August Schwan, Gießen, zweiter Preis. Auf Jagdhunde, deutsche kurzhaarige Vorstehhunde, Dunkeltiger: Offene Klasse: Hector Hasfia, erster und Ehrenpreis, Besitzer: Adolf Bieler, Gießen- Cora Hasfia, erster und Ehrenpreis, Besitzer: Derselbe. Jugend­klasse: Hector, erster Preis, Besitzer: Fabrikant Rinn, Heuchelheim- Cora, zweiter Preis, Besitzer: Derselbe. Koppelklasse: Hector und Cora, erster Preis, Besitzer: Derselbe. Helltiger: Offene Klasse: Rino von der Lahn, erster Preis, Besitzer: Conrad Rübsamen, Gießen. Langhaarige deutsche Vorstehhunde: Harras, erster und Ehrenpreis, Besitzer: Karl Müller, Gießen. Pudelpointers: Bruno Hasfia, zweiter Preis, Besitzer: A. Bieler, Gießen. Dachlhunde: Sieger« klaffe: Dirndel vom Spessart, erster und Ehrenpreis, Besitzer: Fr. Schreiner, Gießen.

Motto: Tapfer im Kriege, treu im Frieden, für Kaiser und Reich, für Fürst und Vaterland. Bielen Militär-, Kriegs- und Friedens-Invaliden und Militär-Anwärtern dürfte noch nicht bekannt sein, daß fich in ganz Deutschland Vereine gebildet haben, deren Hauptfitz fich in Darmstadt befindet und den Zweck haben, zu erstreben: Belassung der Jnvalidenpension auch an Solche, die aul dem Civil- dienst aulgeschieden und in den Ruhestand getreten sind. Erhöhung der Jnvalidenpeofion und der VerstÜmmelungl- zulage. Festsetzung der Entschädigung für Nichtbeuutznng de! CivilverforgnngSscheineS allgemein auf 12 Mk. Bessere Versorgung der Wtttwen und Waisen der Krieg-invaliden. Anrechnung der im Ctvtldienst angestellten Militärinvaliden und -Anwärter auf die DienstalterSstnsen. Umwandlung der Diätar- und HÜlssarbeilerstellen in etatsmäßige Beamten­stellen. Anrechnung der drei Pflichtjahre im Großh. Hessen und die Militärdienstzeit vor dem 20. Lebensjahr bei der Pensiouirung u. A. Ferner bezwecken die Vereine, unter den Invaliden und Anwärtern ein kameradschaftliche- Berhältniß zu unterhalten, die Erinnerungen an die gemeinsam verlebte Zeit wachzuhalten, die Liebe zum großen deutschen Vaterlande zu fördern und den Mitgliedern mit Rath und Thal zur Seite zu stehen. Der zu leistende Beitrag ist fehr niedrig bemessen und dürfte es den Kameraden nicht schwer fallen, dem Verein beizustehen. Der Verein für Oberbeffen hat feinen Sitz in Gießen und hält Sonntag, den 16. Ockober d. I., Nachmittag- 3 Uhr (fiehe Jns.-Theil) feine Generalversammlung auf Lovy- Bierkeller ab, wobei auch Nichtmitglieder willkommen find und eventuelle Anmeld­ungen erfolgen können.

* * OumibuS-Verkehr. Mit dem heutigen Tage stellt die Omnibus Gesellschaft oen Betrieb auf der Linie C (von und nach dem Schiffenbergerwsld) ein und eröffnet die Linie D (von und nach Wies eck) in nachstehendem Fahrplan:

ab Gießen (Marbucgerstraßr): 618, 711 Vormittags, 381, 6«, 715 Nachmittags,

ab Wiefeck: 630, ?8° Borm., 4">, tz-o, 790 Nach«.

Wie unö weiter von unterrichteter Seite mitgetheilt wird, hat die Gesellschaft die Anschaffung zweier neuen Omnibuffe beschlossen und letztere bereit! dieser Tage bestellt, die an Stelle der seitherigen kleinen einspännigen Wagen Mitte nächsten Monat! in Betrieb genommen werden sollen. Auf Verlangen stellt der Vorstand nunmehr auch auf den Namen lautende, beliebig oft und auf allen Linien zu ver­wendende Monat!karten zum Preise von 6 Mk. aul.

Biebeethalbahn. Vom 15. dss. Mts. ab werden die Sonntagszüge Nr. 10 und 11 vorläofig versuchsweise bis 1. November dss. IS. auch an Werktagen verkehren, und sofern fich eine gute Frequenz über dieselben feststellen lassen sollte, auch für die Dauer des Winter-Fahrplane! 6et* behalten werden. Gleichzeitig machen wir darauf auf­merksam, daß am 15. bl. Mts. auf der Bieberthalbahn der Stückgüterverkehr eröffnet wirb.

KriegerkameradschastHasfia". Nach Ersüllung der satzungsmäßigen Pflichten ist der Kriegerverein Lumda mit 22 Mitgliedern, Bezirk Grünberg, in den Landesverband der KriegerkameradschaftHasfia" ausgenommen worden.

Der hiesige Kriegerverein feiert, wie wir hören, im Juni k. Js. sein 25jShrigeS Stiftungsfest. Der Verein ist der älteste oer hiesigen Militärvereine. Neben den patriotischen Bestrebungen läßt er fich die Unterstützungen seiner hilfsbedürftigen Mitglieder angelegen sein. Wir wünschen dem Verein die Sympathie der Bevölkerung unserer Stadt.