Greiner, in gleicher Diensteigenschaft in da- Steuer- commiffariat Langen zu versetzen.
* • Ernannt wurden der Hilf-gerichtSschreiber am Amtsgericht Wald-Michelbach Ludwig Haubach zum Hilfsgerichts- schreib» am Amtsgericht Mainz, die GerichtSschreiber-ASpi- ranten Johanne» Schäfer in Mainz zum HilfSgerichtS- fchreiber am Amtsgericht Oppenheim und Adam Seitz in Lorsch zum Hilfsgerichtsschreiber am Amtsgericht Wald- Michelbach.
* * Schwurgericht. Für die am 6. Juni 1898 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgericht» der Provinz Oberheffeu wurden folgende Namen für die Spruchliste gezogen: 1. Bach, Louis, in EckartSborn. 2 Hanack, Heinrich, iu Kirch-GönS. 3. Jen sch, August, in, Nidda. 4. Fink, Heinrich, tu Vilbel. 5. Schmidt, Gustav II., in Gedern. 6. Keßler, Philipp, inLang-Gön». 7. Same», Gilbert, in Bettenhausen. 8. Schäfer, Andreas III., in Berns» hausen. 9. Söhnge, Albert, in Ortenberg. 10. Kratz, Hermann, in Laubach. 11. Keller, Andrea», in Gießen. 12. Faber, Johann X., in Leihgestern. 18. Nahrgang, Heinrich, in Ruppertenrod. 14. Marsteller, Adam, in Grüuingen. 16. Loo», Carl, in Gießen. 16. Fieser, Valentin, in Gießen. 17. Amend, Philipp HL, in Allen« boif a. d. L. 18. Carl, Heinrich Jacob, in Daueruhetm. 19. KrauSgrill, Philipp IX., in Nieder-Weisel. 20. Alt- hau», Wilhelm, in Großen-Bufeck. 21. Rätter, Johann Baptist, in AlSseld. 22. Emrich, Johann Heinrich, in «letchenbach. 23. Schultheis, Johann Carl, in Bisse«. 24. Bon« Eiff, Georg, in Grünberg. 25. Rüger, Ka»par I., in Eudorf. 26. Steurrnagel, Carl, in Unter-Sorg. 27. Schmidt, Otto II., inGießen. 28. Keil, Georg, in Grünberg. 29. Ortwein, Johanne», in AngerS- bach. 30. Hoo», Friedrich, in Lauterbach.
• • Herr Gewerbebaukrechuer Wagner dahier feierte heute feinen 61. Geburt» tag und zugleich da» 25jährige Jubiläum al» Präfident des Gesangverein« „Liederkranz". Aus diesem Anlaß brachte ihm dieser Verein unter Leitung deS Herrn Bauer am gestrigen Abend ein Ständchen. Möge dem so allgemein beliebten Jubilar noch ein recht lange» Leben in ungetrübter Gesundheit beschicken sein.
* * Fabrikaufficht. In der Ersten Kammer bean- tragten die Herren Michel und Buderu» in Sachen der Fabrikaufstcht die Regierung zu ersuchen a. da» Groß« herzogthum in vier Jnspectionsbezirke einzutheilen und zwar 1. Bezirk Starkenburg ohne den KceiS Offenbach mit dem Sitz in Darmstadt (ein Gewerbeinspector und ein Assistent). 2. Bezirk Kreis Offenbach mit dem Sitz in Offenbach (ein Gewerbeinspector und eine Assistentin). 3. Bezirk Rhein- heffen mit dem Sitz in Mainz (ein Gewerbeinspector, eine Assistentin). 4. Bezirk Oberheffen mit dem Sitz in Gießen (ein Gewerbeinspector). Die Assistentinnen der Bezirke 2 und 3 sollen zu den Jnspectionen in den Bezirken 1 und 4 herangezogen werden, b. Die Jnspectoren sollen zu unmittelbarem Vortrag über wichtige Fragen der Fabrikaufficht im Ministerium zugelaffen werden. Die Ausgaben hierfür sind auf 35 030 Mark veranschlagt. Die Zweite Kammer hatte zu demselben Zwecke 29 250 Mark bewilligt.
* Da» Präsidium der „Hasfia" hat bei dem nächsten in Jugenheim a. d. B. statifindendrn Delegirtentag der »Hassia" folgenden Antrag gestellt: „Mit militärischen Vereinen des GroßherzogthumS, welche nicht der „Hasfia" angehören, ist sowohl den Vereinen, wie den Bezirken der Verkehr untersagt. Ausnahmen find nur gegenüber solchen Vereinen gestattet, welche noch nicht ein halbes Jahr bestehen." Zweck des Antrages ist, die wenigen, jetzt noch im Groß- herzogthum vorhandenen militärischen Vereine, welche nicht dem Landesverband angehören, zu isoliren. Den betreffenden noch außerhalb der Krtegervereiusorganisation stehende« Ver- einen mußte entweder al» ungehörige Concurreuzgründungeu die Aufnahme versagt bleiben, oder sie treten nicht bei, weil sie mit den Bestrebungen und Pcincipien der VerbandSkrieger- vereine nicht einverstanden find.
• • Rach der Zusammenstellung der Landes-Brandver- tm Großherzogthum Hessen sanden im Jahre 1897 im Ganzen 516 Brände und Blitzschäden statt, ^"v°n '"fallen 159 auf die Provinz Oberheffen mit 246938.29 Mk., 199 auf Starkenburg mit 170457 Mk., 158 auf Rheinhessen mit 170758.60 Mk. Entschädigungen: hieran nahmen die fünf größeren Städte Mainz, Darmstadt, Offenbach, WormS und Gießen, zusammen mit 98880.21 Mk., letztere» mit 1794.21 Mk. theil, die übrigen Gemeinden deS Lande» mit 489 273.68 Mk. Die Umlage-Capitalien, welche au« den BerficherungS Capitalien einschließlich der Zuschlag- capitalien für Gebäude mit feuergefährlichen Anlagen be- stehen, berechneten fich Ende 1897 in Oberheffen zu 367261890 Mk., in Starkenburg zu 591395820 Mk. und in Rheinhessen zu 520 236 950 Mk., in den erwähnten fünf größeren Städten zusammen 502624 780 Mk. In Folge Verminderung der Brandschäden in den Provinzen Starken« bürg und Rheinhessen konnte der Ausschlag« Coöfficient auf l' Mk. Umlage-Capttal von 7 Pfg. tm vorigen Jahr aU b dfg- in diesem Jahr reducirt werden.
Provinzial eiechenaasialt. Aus Oberhessen, 10. Mai, tolrb bem „Darmst. Tägl. Anz." geschrieben: In unserer Provinz wirb der Bau einer Provinztal-Stechen- 0C*lQnt' tote «irre solche bereit« in Rheinhessen zu Heide«heim errichtet wurde. Außer der Stadt Gießen hat sich auch Grünberg mit einem Gesuch an den Provinzial- au«fchuß gewandt, da« Siechenhau« in seiner Gemarkung zu errichten. Ohne Zweifel würde fich gerade Grüuberg wegen feiner gesunden Lage in an Naturschönheiten reicher Gegend und in der Nähe von herrlichen Buchenwaldungen zur Anlage einer derartigen Anstalt besonder« gut eignen. Dem Vernehmen nach hat fich auch die Stadt erboten, das »öthige Baugelände zu stellen, und man hofft, daß ihr Ge- such an maßgebender Stelle Berücksichtigung findet
• • Amerikanische Würste. Der Vorstand de« Detaillisten- Verbände« für Hessen nnb Waldeck theilt Folgende« mit: In r
den Filialen bezw. Zweiggeschäften der Firma A. L. Mohr werden Würste, amerikanischen Ursprung«, verkauft. Gegen die Würste hat fich alsbald nach deren Einführung hier und da ein Entrüstung-sturm erhoben, e« sprach fich herum, daß die Würste amerikanischen Ursprung« seien, daß dort die Uutersuchnng auf Trichinen nicht sorgfältig genug geführt bezw. gehandhabt werde, nnb deshalb Erkrankungen vorgekommen seien. Da« Tharsächliche über diese Bewegung ist in Nr. 189 be« „Gewerbeschutz^ enthalten, wie folgenbe Bekanntmachung zeigt: „Warnung. E« wirb hierburch öffentlich bekannt gemacht, baß auch hier in ben Würsten, welche in ben Geschäften ber Firma A. L. Mohr zu Bahren- feld-Altona (folgen Namen ber Specialgeschäfte) feilgehalten worden sind, auf dem Schlachthof bei der Untersuchung Trichinen gefunden find. Die gesammten Vorräthe find beschlagnahmt, e« find aber auch vorher einige Würste verkauft, vor deren Genuß gewarnt wird. Schwerin, den 18. December 1897. Stadt Polizei°Amt. gez. F. W. Lisch." Da auch tu Hessen Mohr'sche Verkauf«stätten bestehen, so ist anzunehmen, daß amerikanische trichtnenhaltige Würste feil- geboten worden find.
*♦ Deutsche Nationalfeste. Dem Vorsitzenden de« Reich«. Ausschusses für die deutschen Nationalfeste, Abg. v. Scheucken- dorff, ging aus dem Civil-Cabinett de« Kaisers das fol- gende Schreiben zu: Berlin, 4. Mai 1898. Ew. Hochwohlgeboren theile ich auf die gefällige Zuschrift vom 22. v. M. ganz ergebenst mit, daß ich nicht unterlassen habe, die mir übersandten Schriften an Allerhöchster Stelle vorzulegen. Se. Maj. der Kaiser und König haben daran« mit besonderer Theiluahme ersehen, daß die Angelegenheit der deutschen Nationalfeste insofern in ein neue« und bedeutsames Stadium ihrer Entwickelung eingetreten ist, als RüdeSheim mit dem Niederwald als Festster gewählt worden ist. Seine Majestät haben mich beauftragt, Ew. Hochwohlgeboren ffit Ihre Mit« theilung freundlichst zu danken. Der Geheime CabinettSrath, Wirkliche Geheimerath LucanuS.
" Eine Warnung. Der „AugSb. Postztg." wird aus München geschrieben: „Der internationale Verein der Freundinnen junger Mädchen in Bayern macht darauf aufmerksam, daß durch Zeitungsanzeigen 15 bi« 16 jährigen Mädchen gute Stellen in Frankfurt a. M. versprochen werden. Diese Stellenvermittlung erwies fich als sehr gefährlich, und es ist dringend geboten, vorher genaue Erkundigungen am Ort einzuziehen.
•* An der Verleihung der Kaiser Wilhelm-Medaille wird fortan auf katserltaen Befehl eine Neuerung eintreten. Ja geeigneten Fällen soll ausnahmsweise und aus besonderen Antrag der Behörde auch solchen Veteranen die Medaille verliehen werden, die nach den bisher getroffenen Bestimm- ungen von der Verleihung der Medaille ausgeschloffen sind, d. h. den Veteranen, die mit dem Mtlitärstrafgesrtz in GonfTct gerathen waren.
Die AagdauSsichteu für den Herbst sind, soweit fich dies schon jetzt beurtheilen läßt, Heuer ungewöhnlich günstige. DaS Wild hat ben gelinde« Winter vorzüglich überstanden, der mangelnde Schnee gewährte Hühnern und Hasen nicht nur hinreichende Aesung, sondern er verschaffte ihnen auch den besten Schutz gegen Raubzeug. Man sieht daher jetzt im Felde schon zahlreiche, mehr als halbwüchsige Junghasen, die im Laufe des Sommers bereits selbstständig für Vermehrung der Art sorgen werden. Dem Rehwild kam der schneefreie Winter selbstverständlich sehr zu statten, es ist feist und kräftig ins Frühjahr gekommen und die Böcke, denen vom 1. Mai ab wieder der Krieg erklärt ist, haben die Stangen schon sauber gefegt.
•• Studenten «Herbergen. Der Akademische Touristen- Club Straßburg t. E. hat in den Vogesen, im Schwarzwald und in der pfälzischen Hardt sog. Studenten-Herbergen in guten, nur bestempfohlenen Gasthöfen errichtet und dem Verkehr übergeben. DaS ganze Jahr hindurch werden in ihnen Nachtlager und Verpflegung zu mäßigen bestimmt fest- gesetzten Preisen gewährt. Jeder Student ist zum Gebrauche dieser Vergünstigung berechtigt, sofern er fich mit einer zu diesem Zwecke ausgestellten Legitimation versehen hat, die unentgeltlich abgegeben wird bezw. von den akademischen Touristen, oder Alprnveretuen in den Universitätsstädten, wo solche Vereine bestehen, erhältlich find. Die Verzeichnisse der Herbergen mit den genauen Preisangaben find gegen Ein- sendung von 25 Pfg. nur von dem Akademischen Touristen- Club Straßburg i. E. (Zum Spaten) und den übrigen in den Legitimationen aufgeführten Vereinen erhältlich.
’• Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Margaretha Breuntg aus Gießen wegen Diebstahls, Jacob Spieß au» Kindenheim wegen Betrugs, beide von der Polizei- Verwaltung in Offenbach. Dienftknecht Adolf Ebers, angeb- lich aus Rücker» (Kreis Fulda), vom Amttavwalt in Friedberg wegen Diebstahls. Mechaniker Joh. Adam Fritz und Taglöhner LsuiS Götz, beide aus Darmstadt, zuletzt in Offenbach, vom Amtsgericht in Offenbach wegen Strafvollzug». Ein Unbekannter, der fich Peter Heß nannte und von Gewerbe Spengler und Installateur sein wtll, vom Polizeiamt zu Mainz, wegen eines in dieser Stadt verübten Diebstahls. Eisengießer Carl Leinberger au« Usenborn vom AmtSanwalt in Offenbach wegen Diebstahls. Dienstknecht Philipp Mar- quardt auS Jugenheim a. b. B. von der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen Diebstahls. Schlosser Peter Sommer au» Rüden wegen Körperverletzung, Dienftknecht Ludwig Liwig, auch Falkenheimer genannt, aus Heidelberg, wegen Betrugs und Schneider Adam Nikolas aus Mackenbach wegen Unterschlagung, alle drei vom AmtSanwalt in Alzey. Die ftmädchen Gertrude Tempel, auch Betzing genannt, von der Polizeiverwaltung Offenbach, wegen Verdacht» de» Diebstahls. Friedrich Christian Werner au» Hoym in Anhalt vom UatersuchungS- richter I in Mainz wegen Diebstahls. Kaufmann Alfred Franz Adolf Born au» Königsberg und Commis ThimotheuS Orschel au» Mühlhausen vom AmtSanwalt in WormS wegen Diebstahl». Dienftknecht Wilh. Burghardt aus Gehau, Kreis Ziegenhain, vom AmtSanwalt tu Alsfeld wegen Betrugs.
i Der 14jährige Hch. Gotha au» Bürstadt vom KreiSaMt I Bensheim wegen Entweichung au» ber Zwangserziehung»- ' anstatt in Klein-Zimmern. Maschinenschlosser Hch. Jordan | °us Hausen, Krei» Ziegenhain, von der Staatsanwaltschaft Gießen wegen DrebstahlS. Kvecht Ferd. Mölltnger aus Bürgel von der Polizeiverwaltung Offenbach wegen Diebstahls. Dienftknecht Jrcob Müller aus Neustadt a. b. H., zuletzt tu Frankfurt a. M., vom Amtsgericht Ober-Jngelheim wegen Betrugs. Bäckergeselle Leonharb Pratz aus Kirchberg in Bayern, zuletzt in Lollar, vom AmtSanwalt in Gießen wegen Unterschlagung. Dienftknecht Joseph Schimberger au» Schellendorf bei Wien, zuletzt in Bad-Nauheim, vom AmtSanwalt in Friedberg wegen Diebstahls.
Parlamentarische-. Die Erste Kammer der Stände wird Montag, 16. Mai, Vormittag« 9»/, Uhr zusammen- treten. Auf der Tagesordnung der 8. Sitzung stehen 1. Neue Eingaben, 2. Berichterstattungen, 3. Berathung und Abstimmung über: Vorlage Großh. Ministerium« der Finanzen, den Hauptvoranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben in den Jahren 1897/98, 1898/99 und 1899/1900 betreff.nd, insbesondere X. Ordentliche Ausgabe und zwar: Hauptabtheilung I. bi« XI. (Copitel 1 bis 130): zu Capitel 27: Eingabe der nicht angestellten KreiSamt-gehilfen, ihre Gehalts- und Anstellungsverhältnisse betreffend,- zu Capitel 28: Eingabe der Großh. Bürgermeisterei Mainz um Beitrag deS Staat« zu den Kosten der Polizei in den Städten,- zu Capitel 41: a. Vorlage der Großh. Ministerien de» Innern und der Finanzen, die Umwandlung der Realschule mit Proghmnafialklassen in Friedberg in ein Gymnasium mit Realschule betreffend - b. Antrag des Abg. Römer, die Um- Wandlung der Realschule mit Proghmnafium-abtheilung zu Alzey in ein Gymnasium mit Realschule betreffend,- c. An- trag de» Abg. Pennrich, die Umwandlung der Großh. Realschule mit Progymnafium zu Bingen in ein Gymnasium mit Realschule und daS Gesuch des ComitvS für die Errichtung eine« Gymnasiums zu Bingen betreffend,- sowie ferner über die Eingaben an beide Kammern: d. der Gemeinderäthe der Städte Friedberg und Bad-Nauheim,- e. von Bewohnern der Stadt Friedberg- f. des Gemeinderath» der Stadt Laubach - g. des Gemeinderath» der Stadt Büdingen vom 14. Januar und 22. Februar 1898, den Ausbau des Gymnasiums zu Friedberg betreffend- h. von 335 Einwohnern der Stadt Büdingen vom 26. Januar 1898, überreicht am 4. Februar 1898, in gleichem Betreff- zu Capitel 67: Antrag der Mit- glteder der Ersten Kamen, der Herren Geh. Commerzienräthe Michel und Buderus zu Capitel 67 „Fabrikaufstcht" be- treffend - zu Capitel 70: Eingabe des Dawpfkesselüberwach- ungSvereinS- zu Capitel 71: Vorstellung der beiden Gehilfen bei der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik Wahlig und Weimar um widerrufliche Anstellung- zu Capitel 119: Eingabe des Verkehr-veretnS zu Darmstadt wegen Bewillig, ung der Mittel zur Vergrößerung der RestauratlonSlocalitäten auf der Ludwigshöhe bei Darmstadt.
Alsfeld, 11. Mai. Im Anschluß an die gestrige Haupt- Übung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurde, nachdem fich die Mitglieder dieses Corps tm „Deutschen Hause" ver- sammelt, an zehn derselben durch Herrn SreiSrath Dr. Melior unter ehrenden Worten der Anerkennung da» Ehrenzeichen für 25jährige in der Feuerwehr geleistete treue Dienste im Namen der Regierung überreicht. Die solchergestalt AuSge- zeichneten find die Herren: Louis Sondermann, Georg Kurtz jr., August Just. Kurtz, Werner Frethöffer, Karl Stock, Emil Martin, Heinrich Jakob Plauz, Georg Gundrum, Konrad Karl Pioch und Ludwig Raab. Der Commaudant der Freiwilligen Feuerwehr, Herr Georg Kurtz jr., dankte im Namen Aller für die Auszeichnung sowie ferner für die thatkräftige Unterstützung und das Wohlwollen, welches die Regierung den freiwilligen Feuerwehren ange- deihen laffe. Er schloß mit einem Hoch auf den hohen Protector der hessischen freiwilligen Feuerwehren Großhcrzog Ernst Ludwig. Herr KreiSrath Dr. Melior drückte den Der- sammelten gegenüber sein lebhaftes Interesse an ihrem für die öffentliche Wohlfahrt und Sicherheit so hochbedeutsamrn Institut auS und erklärte seine Bereitwilligkeit, die besonder« n Jnteressrn deS Corps jederzeit nach Kräften fördern helfen zu wollen. Er wünschte demselben ein freudige« Wachsen, Blühen und Gedeihen, um t« jederzeit feiner ehrenvollen Aufgabe gewachsen erscheinen zu lassen.
Büdingen, 10. Mai. Heute Vormittag mit dem 10" Uhr- zug haben Ihre Königlichen Hoheiten der Groß Herzog und Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin sowie Ihre Hoheit die Prinzessin Aribert von Anhalt Büdingen wieder verlassen. Leider war daS Wetter gestern und heute regnerisch. Selbst unsere herrlichen Berge und Wälder konnten ihr köstliches Maikleid bei so trübem Himmel nicht präsentiren. — Gestern Abend fand im Schloß Hofball statt, «ei der Abreise begleiteten Se. Durchlaucht der Fürst, Ihre Durchlaucht die Fürstin, Se. Durchlaucht Erbprinz Wolfgang und Ihre Durchlaucht Prinzeß Tekla den hohen Besuch an die Bahn. Auch waren wie beim Empfang Herr Geheimer RegierungSrath Klietsch und Herr Bürgermeister Knaf an der Bahn anwesend. Kurz vor Abgang des Zuges brachte Herr Bürgermeister Knaf auf Großherzog und Großherzogin ein Hoch aus, in da« das anwesende Publikum kräftig ein« stimmte.
Mainz, 11. Mat. Erzbischof Dr. Komp f. Der auf den erzbischöflichen Stuhl von Freiburg berufene seit- hrrige Bischof von Fulda, Herr Dr. Komp, wurde gestern Nachmittag gegen 4 Uhr von einem Schlaganfall betroffen, der ihm die rechte Seite lähmte. Mit den eiligst herbei- gerufenen Aerzten, den Herrn Dr. Metzger und Dr. Darapsky konnte fich der Hochw. Herr noch bis gegen 7 Uhr unterhalten, doch da verließ ihn daS Bewußsetn. vorher waren ihm noch die heil. Sterbesacramente gereicht worden. Ohne aber bann das Bewußtsein noch einmal wieder zu erlangen, starb der Herr Erzbischof um 1 Uhr heute Morgen. Die Leiche de« 70 Jahre alten Klrchenfürsten wird morgen nach


