Ausgabe 
13.3.1898 Viertes Blatt
 
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scheu Staat vollständig dem Untergänge weihen wird und schließlich auch noch Lomplicationen innerhalb de» europäischen Eoncert» zur Fo'ge haben kann, (xx)

totales *nd prwrtnsieHt*.

§ Bo» Lande, 10. März. Der Zeitpunkt für die Tat- laffung der Schuljugend au» der Volksschule ist durch die Verlegung de» Schluffe» vom Schuljahr vor da» Oster, fest ein früherer geworden al» ehedem. In manchen Ge­meinden fiadet im Anschluß an die frühere Entlassung der Schüler die Eonfirmatiou am Sonntag nach Ostern statt, in anderen Gemeinden hat man den früheren ConfirmationStag auf da« Pfingstfest noch für diese» Jahr betbehalten. Sicher- ttch dürften aber auch diese G meinden für die Zukunft die Confirmatton der Schüler an ihre Entlastung au» der Volks­schule knüpfen, und zwar au» leicht begreiflichen Gründen. Mit der Eonfirmatioa tritt für unsere Jugend, namentl'ch die männliche, der Wendepunkt heran, der für ihre spätere ganze Lebensstellung von allergrößter Bedeutung ist. Die Entlassung au» der Schule und die damit in Zusammenhang stehende Eonfirmatiou bilden den ersten Markstein am Lebens­weg de» Entlassenen, der, eben weil e» der erste ist, für die Richtung diese» Wege» den Wegweiser bildet. An die Eltern tritt nun die so wichtige Frage heran: Wa» soll der Junge

werden? Von ihrer richtigen Beantwortung hängt da» Lebensglück de» jungen Menschen ab. Diese Lebensfrage wird nicht immer richtig von den Eltern aufgefaßt. Namentlich herrscht die Meinung vor, wenn der Junge ein offener Kopf und gescheiter Schüler gewesen ist, sei er zu einem Bauern oder Gewerbetreibenden zu gut, er müffe etwa» lernen, d. h. ein Beamter oder Angestellter werden. Al» ob der Bauer oder der Gewerbetreibende nicht viel Verstand zu seinem Be­rufe nöthig habe. Freilich, wer da nicht zu achten weiß, welche Anforderungen die heutige Zeit an jeden Beruf stellt, wer da glaubt, da» mache fich Alle» ganz von selber, der steckt noch im AulchauungSkreise der hirschlederuen Hole. Wer aber ein Helle» Auge für den Fortschritt unserer Zeit und ihre An­forderungen hat, denen man eben nicht schlechterdings au» dem Wege gehen kann, ohne bald zu stolpern, der wird auch d«e Forderung al» nicht nur begreiflich, sondern bedingend finden, jeder Srand und jede» Gewerbe braucht heutzutage tüchtige Kräfte und tüchtige Köpfe. Nicht wa» du bist, sondern wie du bist, darauf kommt e» an. Man glaube nur nicht, die Angestellten und Beamten hätten da» Paradie» auf Erden: von ihnen ist noch niemals einer durch seinen Gkhalt reich geworden. Und welch schwere Pflichten verlangt meist das Amt von seinem Träger! Darum ihr Eltern, entzieht n'cht stet» die gescheiten Kinder euerem Bauernstände

oder euerem Gewerbe, sondern laßt fie hierzu gründlich an»- bilden, und manches Kind wird beffere» Glück finden, als wenn es den Weg zur Anstellung oder dem Beamtenthnm betritt, der in jetziger Zeit von zu Vielen betreten wird.

Mainz, 10. März. Da» hiesige Sch-vurgericht ver- nrthetlte heute Abend in später Stunde den 23jährigen Haus- burschen Simon Merz au» Bonn wegen Mord zum Tod. Merz hat seine frühere Geliebte, ein unbescholtene» Mädchen, Eharlotte Uhrig au» Leiselheim bei Warm», weil fie fich mit einem anderen Burschen verlobte, »tt zehn Dolchstichen ge- tvdtet. Der Berurtheilte zeigte bei Publication de» Unheil» nicht die geringste Erregung.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten teil LooS und I. M. Schulhof.

Bremen, 10 März. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Weimar, Capitän F. Menh, vom Norddeutschen in Bremen, ist gestern 10 Uhr Abend» wohlbehalten in Newyork angekommen.

Der PostdampserRenfWon* der »Red Star Sine* bi Ant­werpen ist laut Telegramm am 8. März wohlbehalten in New- York angekommen.

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