Ausgabe 
13.2.1898 Erstes Blatt
 
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fisnSgetziet dortselbst fast vollständig verschwunden ist. Auf nuferem Gebiete hat eS allenthalben aufgeklart und im Flach- Lande liegt stellenweise eine Nebeldecke und find die Tempe- raturen erheblich gestiegen. Bor au» sichtlich e Witte­rung: Theil» heitere», thetl» nebelige» Frostwetter.

Naiv- 11. Februar. In der nächsten Woche ist In Berlin e ne Versammlung der deutschen Festuug»- städte, die zugleich über die Gaßner'sche Denkschrift über die Wünsche und Beschwerden der FestungSsiädte berathen soll.

Vermischtes.

* Wiesbaden, 11. Februar. Die Wiesbadener Stadt­verordneten hatten in einer ihrer letzten Sitzungen beschlossen, da» Bild de» Großherzogs von Luxemburg, de» früheren Herzog» von Nassau, im Rathhanssaale anbringen zu lassen. Wie derRhein. Kurier" mittheilt, hat der Groß- Herzog auf Anfrage mittheilen lassen, er werde niemals rinwtlligen, daß sein Bildntß im Wiesbadener RathhauS angebracht werde.

Hnivcrfitäts - Nachrichten.

AuS Würzburg wird herFrkf. Ztg," geschrieben: Der Professor der Theologie an der hiesigen Hochschule vr. A. Ehrhardt, erhielt einen Rus an die UntoerfitSt Wien.

Der Rector der Universität Upsala hat, wie derFrkf. Ztg.- miigetheilt wird, der Docentin Frl. Elva ElchelSson den Auftrag ertheilt, Vortrüge über Procegrecht zwei Mal wöchentlich zu halten.

Der frühere Unterstaatssecretür und Vertreter des Tabak- monopolS, der außerordentliche Professor für Finanz- und Wirth- fchaftSpolitik an der Universität Straßburg, Dr. v Mayr, soll unter besonderer Protection an die Münchener Universität alS Nach­folger deS verstorbenen CulturdisiorikerS Riedl berufen werden. Die Facultüt soll eine andere Persönlichkeit vorgeschlagen haben. In intimen Kreisen erzählt man, die Carriörc des Herrn d. Mayr in München weide mit dieser Berufung als Professor nicht abge­schlossen sein.

Eingesandt.

Gieße«, 12. Februar 1898.

Der beliebte Heldendarsteller unserer Bühne, Herr Emil Janson, hat nächsten Montag sein Benefiz. Wir wüßten allerdings bessere Dramen, in denen er feine sympathische Kraft hätte bethäitgm können, alsLorbeerbaum und Bettelstab" LcS in seiner Fruchtbarkeit an Lope erinnernden Holtet! Denn während der populäre Schlesier durch feine kleineren Lustspiele und Vaudevilles bekannt und gefeiert wurde er wußte in glücklichen Momenten recht den Volkston zu treffen, gebricht es seinem Talent bei Be­handlung ernster Stoffe an Tiefe und packender Gewalt. Dessen ungeachtet ist genanntes Stück wegen des wirksam verwandten Gegen­satzes und der schon im Thema liegenden Tragik von jeher beifällig ausgenommen worden, und es wird auch bei unserem Publikum sicherlich feinen Eindruck nicht verfehlen. Auch am nächsten Montag wird der tüchtige Schauspieler wieder Alle? aus fei'er Rolle herauS- holen, was Herauszuboten ist. Wir wollen hoffen, daß er recht gut diSponirt ist. Möge auch das Publikum zum Theaterbesuch recht gut dtsponirt sein und ein rcichbesctzteS HauS von der Dank­barkeit unserer Kunstliebhaber Zeugniß ablegen! Eine DankeSpflicht liegt jedenfalls vor; gehört doch der Benefiziant zu den hervor­ragenden Klüften unseres Ensembles, die ihr Bestes geben.

F. W.

Amsrrrg ems de» SiaitfrwMBtwegiftar*

der GtOdt Metze»

««kaa-ss».

Februar: 5. Adam Otto Fritz, Kunstmaler zu Gießen, mit Saroltne Eva Christine Vetzberper zu Nidda. 7. Hermann Peter, Schuhmacher zu Rosenthal, mit Marte Helene Röddtger hierselbst. 8. Ludwig Schütz, Kellner zu Oberstedten, mit Anna Marie Katharine Baum daselbst. 10. Johann Friedrich Vogel, Sergeant dahier, mit Mathilde Wittich zu Lollar.

IrttOIIIMi

Februar: 1. Dem Metzger Ludwig Schildwächter eine Tochter, Frida Marte. 3. Dem Sduhhändler Franz Neumeier eine Tochter, tzmmy Luise Lullu. 6. Dem Schneidermeister Reinhardt Greb ein Sohn. 6. Dem Weichensteller Joseph Schmittdiel eine Tochter, »uguste Christine Anna. 6. Dem Schneider Hermann Becher ein

Sohn, Ernst Wilhelm Gerhard. 7. Dem Müller Heinrich «Hammel eine Tochter, Marie. 7. Dem Lackirer Heinrich Siühler ein Sohn.

»ifljirOini.

December: 11. Martin Weiner, 6l Jahre alt, Schneidermeister dabier. Februar: 6. Heinrich Wmderoth, 61 Jahre alt, Weichen­steller dahier. 8. Elisabeth Bahs, 7 Monate alt, Tochter von Buch­halter Bernhard Bahs zu Gießen. 8. Georg Kleeberger, 40 Jahre alt, Aufseher von Selters, Amt Weilburg. 10. Johann Georg Lehr, 3 Jahre alt, Sohn von Schuhmacher Karl Anton Lehr dahier.

Auszug uns den Mrchenbüchern

Der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

»Ueavte.

MatthäuSgemeinde.

Den 6. Februar. Ludwig Michael Schmitt, Kaufmann zu Elberfeld, und Luise Henriette Wilhelmine Fuhr, Tochter dls Schuh- machermetsterS Martin Fuhr zu Gießen.

JohanneSgemeinde.

Den 5. Februar. Peter Bott, Schlosser zu Gießen, und Emma Elisabeth Weller, Tochter des Taglöhnns Konrad Weller zu Gießen, ti* lauft*.

MatthäuSgemeinde.

Den 6. Februar Dem Taglöhner Caspar Schmidt ein Sohn, Heinrich Johannes Wilhelm, geboren den 11. December.

Denselben. Dem Dachdeckermeifter Heinrich Ruckstuhl eine Tochter, Mathilde Karoline Johanna, geboren den 23. September.

Denselben. Dem Maschinenmeister Adolf Stoffel ein Sohn, Adolf Rudolf Peter, geboren den 5. December.

MarkuSgemeinde.

Den 6. Februar. Dem T-pezier Friedrich Appel eine Tochter, Emma Elisabeth Emilie Dina, geboren den 29. September.

Denselben. Dem Schuhmacher Johann Ludwig Appel eine Tochter, Emilie Susanne Katharine, geboren den 2. December.

LukaSgemeinde.

Den 6. Februar. Dem HilfS-Bahnste'gschaffner Georg Wilhelm Habicht eine Tochter, Sophie Henriette Christiane Marie, geboren den 7. Januar.

Denselben. Dem Etsenbahn-HilfStelegraphist JuliuS Paul Kretschmann ein Sohn, Ernst Ludwig, geboren den 25 November.

Denselben. Dem Schlosser Gorg Hartmann ein Sohn, Georg Heinrich, geboren den 7. Januar.

Denselben. Ein unehelicher Sohn, Karl August, geboren den 14. Januar.

Den 9. Februar. Dem Restaurateur Albert Kuhnd eine Tochter, Agathe Wilhelmine Henriette Albine, geboren den 8. Januar.

JohanneSgemeinde.

Den 6. Februar. Dem Buchhalter Wilhelm Pfeil ein Sohn, HanS Wilhelm Robert, geboren den 26. December 1897.

Denselben. Dem Goldarbeiter Eduard Völker ein Sohn, Friedrich Eduard Karl, geboren den 18. November 1897.

Denselben. Dem Bremser Balthasar Dapper eine Tochter, Minna Helene, geboren den 14. December 1897.

BetxDiate-

LukaSgemeinde.

Den 9. Februar. Heinrich Wenderoth, Weichensteller, 61 Jahre It, starb den 6. Februar.

Johannesgemeinde.

Den 6. Februar. Dr. Carl Hempel, Apotheker, 78 Jahre alt, starb den 4. Februar.

Cattb* unfc VeUswirthschafL

Giaßa«, 12 Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter or. Pfd. 0.800,95, Hühnereier pr. 61. 7-0 4,2 St. 13-154, Enteneier 1 St l004, Gänse- eiet pr. 6t 0000 4, Käse pr. 6t4 9 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 32 4, Tauben pr. Pim X 0,9*1 bi« 1,00, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,10, Hahnen pr. 6tüd X 0,601,00, Enten pr. Stück X 1,602,00, Gänse pr. Pftmi X 0,000,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 6674 4, Kuh- und Rindflcfftz pr. Pfd. 6066 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 72 biß 76 4, Schwein- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 80 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 6064 4 Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00 BU 7,00 X, Weißkraut pr. Stück 0- 00 4, Zwiebeln pr. Kentnet 7,008 00 X. Milch pr. Liter 16 4-

Briefkasten.

Ä. H. i« Ä. Eine Milliarde ist gleich eintausend Millionen, in Ziffern ausgedrückt 1,000,000,000. Eine Milliarde Mark, in preußische Thaler umgewechselt, würde binretchen, um die Straße von K. nach Marburg in ihrer ganzen Brette pflastern zu können.

Aeurfte Nachrichten.

Depeschen des BureauHerold".

2UWieo, 12. Februar. Im Befinden der Prinzesfiu Clementine von Coburg ist eine Verschlimmerung ein« getreten. Die Prinzessin wird heute mit den Sterbesacra« menten versehen werden.

Prag, 12. Februar. Drei Hauptbeschuldigte der Saazer Excesse, die von den Tschechen al» Urheber des Prager Aufruhrs bezeichnet worden waren, find gestern freigesprochen worden.

Budapest, 12. Februar. Der gestrige Ministerrath beschloß, von der Ceusur der die agrar-soc'alistijche Bauern- beweguog schirmenden Blätter vorläufig abzusehen. Die socialtstischen Blätter werden nur vor der Expedition von der Staatsanwaltschaft geleien und nur in besonderen Fällen die Expedition derselben inhibirt.

Pari«, 12. Februar. Nachdem gestern Abend die Sitzung de» Asfisenhofe» geschloffen war, entstand im Sttzungrsaale eine Tumultscene. Während von einer Seite der Ruf erscholl:$» lebe die Armee!" rief ein Advocat:Es lebe die Armee, aber nieder mit ihren Führern!" E n Herr schlug dem Advocaten mit einem Stocke ins Gesicht. Die Untersuchung über den Vorfall ist eingeleitet. Um 6 Uhr Abends fand eine große Demonstration statt. 3000 Per­sonen durchzogen die Boulevards unter den Rufen:Nieder mit Zola- in» Wasser mit ihm!" Da» Magazin eines jüdischen Kaufmannes wurde geplündert.

Paris, 12. Februar.Gaulois" schreibt: Gestern war der Tag de» Obersten Picquart, des BertheidigerS der guten Sache, der von seinen Freunden Halbgott genannt wurde. Mau muß indesseu zugeben, daß er sein Versprechen, Licht in die Angelegenheit zu bringen, nicht gehalten hat. Petit Journal" sagt: Man erwartete energischen Protest von Seiten Picquart». Er hat sich jedoch sehr rrservirt gehalten und kaum die Fragen der Vertheid guvg und de» Generalanwalts beantwortet.Autorite" führt au», Picquart wollte den Angeklagten und die Vertheidigung decken. Nach dem gestrigen Verhör liegen Beide, der Angeklagte und der Vertheidiger, am Boden.

Paris, 12. Februar. (Prozeß Zola.) Die Aussage des Zeugen Obersten Picquart füllte beinahe die ganze gestrige Sitzung aus, welche sich sehr günstig für Zola ge­staltete. Die eingehende Vernehmung und die präctsen Ant­worten PicqaartS förderten Enthüllungen zu Tage, die auf die Prozesse DreyfuS und Esterhazy grelle Schlaglichter werfen. Von letzterem Prozesse sagte Picquart u. A. au», daß Esterhazy Complicen hatte, die im KnegSministerium saßen und daß die mit Speranza und Blanche unterschriebenen Briefe zweifellos dem Kriegsministerium entstammten. General Pellievx und Major Ravmy wurden von Picquart wegen ihrer schlechten Untersuchung und Führung des Esterhazy« Prozesses heftig angegriffen. Der heutigen Sitzung drS Pro­zesse» sieht man mit großer Spannung entgegen.

Belgrad, 12. Februar. Der frühere radlcale Minister Milano witsch, der zur Verfügung gestellt war und das entsprechende Gehalt bezog, wurde aus dem Staatsdienst ohne Gehalt und Penfion entlassen, weil er den ihm ange­botenen Poften eines ConsulS in Bitolja (Monastir in Mazedonien) nicht angenommen hat.

Bukarest, 12. Februar. Der im vorigen Jahre wegen Auflehnung gegen die Staatsautorität abgesetzte Director der bulgarischen Schule zu Tule na wurde mit drei seiner Amtsgenossen wegen staatsgefährlicher Umtriebe unter ihren Landsleuten in der Dobrutscha au» Rumänien auSgewiefen.

Petersburg, 12 Februar. Die Engländer hissten die Flagge auf der Insel Pscheuschon. Eine russische Truppen Colonne hat sich von Kir nach Port Arthur begeben.

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