Ausgabe 
13.2.1898 Drittes Blatt
 
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der Regierung au, warum die Entschädigungssummen au die Betheiligten noch nicht gezahlt worden sind. Die Geschädigten seien in einer mißlichen Lage und el empfehle sich, hier möglichst rasch eiozugretfen. Staat-Minister Finger stellt fest, daß die Auszahlung der Entschädigungssummen stattgefnndeu habe. Abg. Rein­hardt bespricht die Manöver in Rheinhessen und drückt den Wunsch au», daß bezüglich der Schädeutaxalion eine Resor« riotreten wöge, insbesondere daß die Feststellung der Schäden sofort nach dem Manöver stattfiuden soll. Abg. David bespricht die an die Truppen während der Kaiserwanöoer gestellten Strapazen und bestreitet, daß derartige Heber- treibungeu nörhtg gewesen seien. Er möchte nur wünschen, daß die Herren, welche diese Manöver letten, auch alle die Strapazen mttmacheu müßten, wie die Soldaten. Staat-» Minister Finger erwidert, daß diese Manöver im Jnterrffe der Wehrhaftigkeit de- Vaterlande» nöthtg seien. Er könne nicht annehwen, daß die Aeußerungeu de- Abgeordneten David im Hause Anklang gefunden hätten. Die Abgeord» «eten Graf Oriola und Friedrich bestreiten die Unheil-- fähtgkeit des Abgeordneten David in Bezug auf die Kaiser» Manöver. Diese Manöver seien nöthtg, um unsere Truppen ans ihre Wehrtüchtigkeit zu prüfen. Abg. Ulrich stellt fest, daß die Bevölkerung nicht so erbaut von diesen Manöveru fei, wie der Staat-mtutster meine, und die Klagen der Land- wirthschaft über die zugefügteu Schäden seien größer, als «au im Allgemeinen glaube. Bedauerlich sei, daß die Ent­schädigung für diese Schäden jetzt, nach sechs Monaten, noch nicht gezahlt sei. Abg. Bähr bespricht ebenfalls die Kaisermanöver in abfälliger Weise. Er habe bei den Manöver« in Rheinheffeu bet armen Leuten gutes Quartier, dagegen bei eine« reichen Bürgermeister in Rheinheffeu ein hund-schlechtes Quartier gehabt.

Abg. Schroeder wünscht eine Einschränkung der Debatten, da doch ein ganz anderer Gegenstand zur Berathuug stehe.

Zu dem Capttel 24: Ministerium, hat der Ausschuß beantragt, 149 300 Mk. zu bewilligen, dagegen die Forderung von 5000 Ml. sür Gewinnung oder Erhaltung eine» Vor­tragenden RatheS zu stretchen. StaatSmtntster Ftnger und Ftnanzmtutster Weber wetsru die Nothwendtgkett dieser Forderung nach. Die Regierung könne nicht darauf ver­richten. Abg. Schmeel tritt für die Regierungsforderung ein. Gegen sechs Stimmen wird der Au-schußautrag au- genommen.

Die Sapitel 25 und 26 finden ohne Debatte Geneh­migung.

DaS Eapitel 27: Provinzialdireetion und KretSämter, wird wegen der vorliegenden Eingaben der nicht augestellteu KreiSamtSgehülfeu und FtnanzaSptranten von der Berathung zurückgestellt.

Zu Eapitel 28: Polizeibehörden, liegt eine Petition der Bürgermeisterei Mainz um Erhöhung de» StaatSzuschuffeS zu den Polizetkosten in den Städten vor. Mainz verlangt einen Zuschuß von 45000 Mk. Die Regierung lehnt diese Forderung entschieden ab, so lange nicht eine grundsätzliche Regelung der Polizeiverhältniffe in den Städten herbeigeführt morden sei. Auch der Ausschuß beantragt, dem Gesuch keine Folge zu geben, im Uebrtgen die Forderung von 38810 Mk. zu bewilligen. Abg. Köhler-Darmstadt ist für die Forderung der Stadt Mainz. Er beantragt Zurückstellung des Eapitels zur Klarlegung der ganzen Angelegenheit. Zu dem ZurückoerweisungSaotrag sprechen noch Abgg. Ulrich, Schmeel, Reinhardt, Römer, Mölltnger und Pennrich. Der Antrag wird mit 19 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Abg. Graf Oriola wünscht die Anstellung eines besonderen Poltzei-CommiffarS zu Bad-Nauheim. Miatstertalrath Using er kann diesem Anfiauen nicht bet- treten, da eine Nothwendigkeit sich nach Ansicht der Regierung nicht ergeben habe. Abg. Reinhardt hebt da-Anwachsen der Polizeikosteu in den Städten hervor, die nicht im Ent- ferntesten mit der Zunahme der Einwohnerzahl iu Einklang ständen. Die Abstimmung über den Antrag des Ausschusses wird hierauf wegen Beschlußunfähigkett de» Hauses ausgesetzt, die Kammer um ,/<2 Uhr geschloffen.

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Februar. Der Kaiser hatte heute Vor­mittag eine Eonferenz mit dem StaatSsecretär v. Bülow und begleitete um 11 Uhr 50 Min. den Großfürsten Kon­stantin mit Gemahlin nach dem Bahnhöfe Friedrichstraße. Der Kaiser geleitete die Großfürstin bis auf den Bahnsteig. Ihm folgte der Großfürst in der Uniform seine» preußischen Greuadierregimeut», au seiner Sette ging der russische Bot­schafter. Der Kaiser verabschiedete fich von der Großfürstin durch Handkuß und vom Großfürsten durch zweimalige herz­liche Umarmung und Händedruck.

Berlin, 11. Februar. DaS StaatSmiuisteriu« hielt heute Nachmittag im ReichStagSgebäude wiederum eine Sitzung ab.

Berlin, 11. Februar. Im preußischen Abgeordneten- hause wurde heute die Berathung deS BauetatS fortgesetzt. Im Laufe der Debatte kündigte Minister Thielen für den Herbst eine große Kanal-Borlage au, welche Mittheilung von der Rechten mit lebhaftem Widerspruch ausgenommen wurde. Eine Reihe vou Titeln wurde genehmigt. Morgen Fort- srtzung der Etatberathung.

Berlin, 11. Februar. DemBerliner Tageblatt" wird au» Rom telegraphtrt, daß fich der sächfische Major Löther auS Dresden, der fich mit Gemahlin seit November in Rom aufhält, heute früh aus dem Fenster seiner Pension stürzte. Er war sofort tobt. Als Ursache der That wird hochgradige Nervosität bezeichnet.

Berlin, 10. Februar. Die ReichStagS-Eommtsstou zur Borberathung der Militärstrafprozeß-Reform wird in etwa 14 Tagen zur zweiten Lesung zusammeutreten.

Berlin, 11.Februar. Die Budget-Commission de»

Reichstage» hat heute die Berathung de» Militär- Etat» fortgesetzt und eine Reihe von Titeln fortdauernder Ausgaben erledigt. Bei dieser Gelegenheit erhob Abg. Lieber (Eeotrum) Klagen über die Verbreitung unsittlicher Schriften in den Kasernen.

Ausland.

Pari», 11. Februar. In der heutigen Sitzung des Schwurgericht» im Prozeß Zola wurde zuerst General Prllieux wieder vernommen. Derselbe fand e» sonderbar, waS Alles znr Verhandlung komme. Zola sei aogeklagt wegen Beleidigung de» Kriegsgerichts und Nicht» weiter. Die Offiziere de» Kriegsgericht» hätten in voller Unabhängig- keit abgeurtheilt. Er bedauere, daß der Esterhazh-Prozeß nicht öffentlich geführt worden sei. Pallteux wurde vom verthetdtger Labort einem Kreuzverhör unterzogen. Er be- havptet, daß LeblotS niemals mit dem Obersten Henry con- fertrt habe. Dies sei beim Kriegsgericht festgestellt worden. Diese Erklärung verursacht große Bewegung, da Lebloi» da­durch direkt der Unwahrheit bezichtigt wird. Pellteux gibt zu, daß er daS Bordereau nicht mit dem Briefe Esterhazy- Habe vergleichen wollen, um nicht den Weg zur Revtfion zu eröffnen.

»ietzen, den 12. Februar.

bchnlstalistifche». Im Droßherzogthum Heffen ent­fielen 1897 bet 156391 BolkSschüleru und Schülerinnen und 2529 Lehrkräften durchschnittlich auf jede Lehrkraft 61,8 Schüler bezw. Schülerinnen. In Bingen ertfieleu auf eine Lehrkraft 52, in Darmstadt 53,9, in Mainz 55,8 und in Gießen 59,5 Kinder. Nur Worms mit 62,7, Kastel mit 64,9 und Offenbach sogar mit 65,8 Kindern ragen über den Durchschnitt empor.

x Allendorf a. d. SM, 11. Februar. Dahier hat fich dieser Tage ein Gewerbeveretn gebildet, der bereits 39 Mitglieder zählt. Gestern Abend fand die Berathuug der Statuten und die Wahl des Vorstandes statt. Als Lehrer im Zeichnen wird Herr Krei-straßenmeister Förster fuugiren. Der Unterricht kann nach erfolgter Sanktion des Vereins alsbald beginnen, da es an Schülern nicht fehlen wird, indem von den meisten umliegenden Orten Handwerker dem Vereine jetzt schon angehören und weiterer Beitritt sicher in Aussicht steht.

x Au» dem unteren Lnmdathale, 11. Februar. Daß die gesammte Bevölkerung unserer zu ihrem großen Nachtheil vom Weltverkehr immer noch abgelegenen Ortschaften jetzt sehulichst die baldige Erbauung der Bahnliuie Londorf Lollar wünscht, hat fich in dieser Woche aufs deutlichste gezeigt. Herr Kaufmann Moll von Grüuberg gab durch mehrere Vorträge über Getreide-Lagerhäuser, sowie über verschiedene Bahnprojecte den Anstoß zu einer sehr lebhaften Bewegung. Das Haupttnterrffe wandte sich sofort der schon lauge vergeben» erhofften Nebenbahn mit dem Anschluß iu Lollar zu. Da wider Erwarten von maßgebender Seite ein HtnauSschieben deS für uns überaus wichtigen Bahnanschlusses für unabsehbare Zeit gemeldet worden sein soll, ist eine durch Eilboten zu bestellende Petition mit zahlreichen Unterschriften an Herrn Landtagsabgeordneten Köhler abgegangen, und hofft mau, daß tu den nächsten Tagen die Wünsche unserer Ortschaften in der zweiten Sammer Berücksichtigung finden.

Nidda, 11. Februar. Der hiesige Rad fahr er- Beretv begeht am 20. d. Mis. in den Räumen derLud- wigShalle" sein diesjährige- Winterfest, wobei die Capelle des Hessischen Jäger-BatalllouS Nr. 11 za Marburg concer- tiren wird.

1. Schotten, 10. Februar. Siu hiesiger Schuhmacher- meister, der nicht nur mit seinen Stiefeln und Schuhen, sondern auch in idealer Hinsicht in die Fußstapfen HanS Sachs' treten will, empfiehlt zunächst seine ledernen Erzeug- uiffe imSchottener KreiSblatt" in folgenden Versen:

O Zeit, wo bist du doch hingeronnen, DeS Handwerks goldnem Boden geweiht, Nie wirst du heimisch wiederkommen, Wenn auch Gesetz dir Gunst verleiht, Denn das Großkapital und die Technik, Die drehen heule das Rad der Zeit; Wer hält wohl diese Factoren nurütf Und tritt für den Kleinen in Streit.

So geht es ja heute im Handel auch zu, Besonders bei kleinen Detailliften, Der Jude, der handelt mit neuen Schuh', Aber das Schuhflicken überläßt er den Christen. Obgleich das Publikum schon osl hat gesehen, Daß die Billigkeit nur liegt in der Qualität, Kann man ihm nicht verbieten zu dem zu gehn, Der von dem Schuhwerk doch gar nichts versteht.

Bei mir ist'S anders, ich bleib' dem Handwerk getreu, Ich besohle die alten und mache auch neu Und handle mit Waare, welche taugt aus daS Land, Welche ich beziehe bereits alle auS erster Hand;

Ich berechne mein'n Verdienst so spärlich und klein, Daß Eoncurrenz mir nie überlegen kann sein, Auch verkaufe ich gegen Credit und auf baar, Wie schon seit 1870 meine Mode stets war:

(Folgt die Aufzählung feiner Schuhwaaren.)

In Ulfa, einem an die Wetterau grenzenden Orte von ea. 1000 Einwohnern, hat fich nun auch ein praktischer Arzt, Herr Dr. Fritz auS Gießen, niedergelassen. In dem Kreise mit ca. 26 000 Einwohnern und 60 Orten weilen im Ganzen zehn praktische Lerzte.

X. Darmstadt, 10. Februar. Die Sektion Starken­burg deS AlpeuveretnS beschloß heute die Erbauung einer Schutzhütte in den Tyroler Alpen und zwar in der HaSlergrube im Stubaigebiet. Bisher find ca. 2400 Mk. dafür vorhanden. Der Platz liegt über 2000 Meter hoch und gewährt einen großartigen Blick auf stattliche Gruppen von Hochbergen. Wenn Alle» günstig geht, soll im nächsten Frühjahre mit de« Ban begonnen werden.

D Darmstadt, 11. Februar. Der heute au den Folgen eine» Schlaganfall-s, der ihn dieser Tage betroffen hatte, verstorbene Ober-Ceremonienmeister Seheimrath Karl v. Werner war Mitglied de» Staat»mtntsterium» und al» solcher im vorigen Jahre einer der hessischen Commtffare bei der Unterzeichnung de» LudwigSbahn-Bertrage». Dem kräf­tigen, Anfang» der 60 er Jahre stehenden Manne hätte wohl Niemand ein so frühe» Ende vorauSgesagt. Ein durchaus pflichtgetreuer und arbeitsfreudiger Beamter, ein mit d?n besten Charaktereigenschaften auSgestatteter Mensch ist mit Herrn v. Werner dahingeschieden.

Vermischtes.

Erfurt, 9. Februar. Bon einen furchtbaren Schicksal wurde hier ein elfjähriger Knabe durch einen Dachshund bewahrt. Der Knabe war in eines der an der Atnstädter- straße liegenden Wasserrohre gekrochen, das Rohr hatte fich dabet augenscheinlich gedreht und auf diese Weise dem armen Jungen den AuSweg versperrt. Das Geschrei deS Knaben war offenbar von dem Toben de» Sturme» übertönt worden. Am Mittwoch ging ein Bürger mit seinem Hunde au der Unglücksstelle vorbei- der Hund blieb an der Stelle stehen und begann zu bellen, so daß der Herr aufmerksam wurde, da» Rohr untersuchte und den Knaben au» seiner jämmer- lichen Lage befreite. Der Junge hatte angeblich schon zwei Tage und eine Nacht in dem Kerker geschmachtet.

* Die Klage über die Zerstörbarkeit der Gasglühkörper soll ein Ende haben durch eine Erfindung, welche von dem Chemiker Max JaSper in Form eines dauerhaften Glühkörpers zum Patent angemeldet wurde. Zu Zwecken des Transportes und für die Aufbewahrung dauerhaft ge­machte, abgebrannte Glühkörper kennt man zwar schon feit längerer Zeit. Die größere Haltbarkeit derselben endigte aber mit dem Beginnen ihrer Leuchtthätigkeit, da der Hebet* zug, welcher dem kalten Glühkörper seinen Halt gab, bei» ersten Anzünden verbrannte und die auf de« Brenner be­findlichen Strümpfe daun um nichts mehr haltbarer waren, als alle bisher gebräuchlichen, so Überaus leicht zerstöroaren Glühkörper. Etwas ganz anderes bietet der neue Glüh­körper. Derselbe kann in die Hand genommen werden, er verträgt in horizontaler wie vertikaler Richtung selbst heftige Erschütterungen, die bei Straßenlaternen, transportable» Lampen, bei drehbaren GaSarmeu und Zugampeln so häufig Vorkommen und denen die bisherigen Glühkörper eine s, geringe Widerstandskraft entgegensetzten, und bewahrt sogar starken Windstößen gegenüber leine überlegene Haltbarkeit, eine ThatsaLe, die für die Straßenbeleuchtung von äußerster Wichtigkeit sein dürste. Seine Leuchtkraft ist, bei gleich geringem GaSverbrauche, mindestens dieselbe, wie die der bisherigen Glühkörper. Wie daS Patent- und technische Bureau von Richard LüderS in Görlitz erfährt, steht die genannte Fabrik mit verschiedenen Glühltcht-Gesellschaftrn und finanzkräftigen Eonsortieu deS In- wie Auslandes, welche die Patente zu erwerben beabsichtigen, in Unterhandlungea, deren Abschluß hoffentlich recht bald ersolgt, damit die prak» ttsche Neuerung im Glühlichtwesen dem großen Publikum möglichst schnell zugängig gemacht werden kann.

* Die Mutter erschossen. In Währing ereignete fich in voriger Woche ein erschütternder Borfall. Eine Conduc- teurSgattiu wurde von ihrem 11 jährigen Sohne, der mit einem geladenen Kugelstutzen hantirte, erschossen. Hebet beo schrecklichen Vorfall wird auS Wien berichtet: Vorgestern wurde dem Conducteur Marlovitz, während er auf einer Localstrecke im Dienst war, ein sogen. Kagelstutzeu zum Sauf angeboten. Der Preis war billig- für dreißig Kreuzer wurde der Stutzen angeboten. DirS bewog den Conducteur, den Stutzen, von welchem er nicht wußte, baß er gelaben war, al- Spielzeug für seinen Knaben Ernst zu kaufen. Als er bei seiner Rückkehr nach Wien bie Waffe in feine Wohnuu, brachte, ließ er sie frei herumliegen. Nachmittags brachtt ihr elfjähriger Sohn Ernst ben Kugelstutzen in btt Küche. Der Knabe wollte mit btm Gewehr, besten Mündung er gegen die Brust feiner Mutrer hielt, einen Knalleffect erzielen und verwendete hierzu Papierkapseln. Wiederholt drückte er das Züngel beS Gewehrfchloste» ab, ohne daß der herab- fallende Gewehrhahn die Kapseln zur Explosion gebracht hätte. Beim Auflegen einer frischen Kapsel kam diese zur Entzündung und gleichzeitig entlud fick daS Gewehr von dem, wie vorher erwähnt, Niemand im Haufe wußte, daß eS geladen war. Die Projektile, wahrscheinlich große Schrotkörner, drangen der unglücklichen Frau in die rechte Brust und durchbohrten die Lunge, sodaß die ConducteurSgattin vor den Augen ihres Sohne» und ihrer drei anderen in der Küche anwesenden Kinder drei Mädchen, vou denen da» jüngste 3 Jahre alt ist sterbend zufarnmenbrach. Der Hrheber de» Un« glückSfalls, der kleine Ernst, war, al» er seine Mutter tödt- l'ch getroffen zu Boden sinken sah, sprachlos vor Schrecken. Die ärztliche Hülse, welche requirirt wurde, kam zu spät- der Tob war noch vor Eintreffen de» Arztes bereit» du» getreten.

Einbachverstandiger". Aus dem Ministerium bei Innern von Victoria (Australien) herrschte vor Kurz»« so erzählt man derTäglichen Rundschau" große Niedergeschlagenheit. Man brauchte dringend eine Hrkunde, welche im Geldschrank de» Minister» eingeschlossen war und der Schrank ließ sich nicht öffnen. Der Schlüssel drehte sich im Schlüsselloch, aber die Thür ging nicht aus. Die Zeit drängte. Man tief einen Kunstschlosser, aber dieser sagte, er habe drei Tage nöthig, um den widerspenstigen Schrank zu öffnen. So lange konnte man nicht matten- Alle hohen Ministerialbeamten umgaben verzweifelten Ange­sicht» den Minister. Hundert Rathschläge, einer immer unmöglicher als der andere, wurden gegeben und wiedtt verworfen, als man plötzlich den Minister zum Fernsprecher laufen und mit aufgeregter Stimme um Verbindung mu dem Zuchthausdirector bitten sah. Da» Gespräch war n*» kurz:Haben Sie unter ihren Sträflingen einen Erbrecht

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