Vaterstadt.
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Mieth-Gesuche.
Telephon 119.
Marktstraße 4.
ZU haben in der
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Polizei gestattet worden. Zu diesen etwa« stark Emauci- Wirten gehört eine hervorragende Pariser Künstlerin, ein weib- licher Schildermaler und Decorateur, dir männlich aursehende Leiterin einer grasten Druckerei und verschiedene andere Damen, denen eS gelungen ist, den Polizeipräfecten davon zu über- zeugen, dah sie wirklich au» verschiedenen triftigen Gründen ihre weibliche Kleidung gegen die deS stärkeren Geschlecht» «iotauscheu müßten. — Madame Dieulasoy, eine bedeutende Archäologin und eine der populärsten Damen der Pariser Gesellschaft, besitzt schon seit langer Zeil da» Privilegium, in männlichem Eostüm in der O<ffentlichkeit zu erscheinen, und Mar al» Anerkennung für hervorragende Dienste, die sie dem Staate geleistet hat. Dieser Frau hat die AlierthumSwissen- schast auch die Entdeckung der Ruinen deS Tempels deS DariuS zu danken — eine That, für welche der berühmten Forscherin das Band der Ehrenlegion verliehen wurde. Madame beschäftigt denselben Schneider, bet dem ihr Gatte arbeiten läßt. Trotz ihrer männlichen Erscheinung ist die getstsprühende Französin doch von bezaubernder, echt weiblicher Grazie. Eine andere berühmte Französin, die ebenfalls lauge Jahre mit Vorliebe Mänuerkleidung getragen hat, ist die Thierwalrrin Rosa Boncheur.
geschnittenen Seite einen Friedhoföplatz von idyllischer Ruhe mit dem erhebenden Blick aus das Gleibergpanorama, groß genug, um für Gießen die Frtrdhossfrage für die fernste Zukunft zu lösen. Auf der Höhe dieses Abhanges, begrenzt durch die Bahn, welche in tiefem Einschnitt — unsichtbar und unhörbar für die Besucher deS Friedhofes — ihren Weg verfolgt, würden die etwa zu errichtenden Gebäude von der Stadt und der Umgebung nicht minder gesehen werden können, wie auf der jetzt in Aussicht genommenen Sette de» Rodbergs. Für beute genug! Hören wir erst einmal andere Stimmen, um daran ermessen zu können, ob die Verwirklichung dieses Vorschlages zu erhoffen ist, denn nicht um Zwiespalt zu säen, ist eS dem Einsender zu thun, sondern lediglicy um das Wohl seiner
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empfohlen werden.
«a kirchllt beerdigt uil--
rNrchliche Anzeigen der evang.Gerneinde.
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Donnerstag den 13. Januar, Abends 8 Uhr: Bibel stunde. Evangelium Marct Cap. 11, Ende, Cap. 12. Pfarrer Dr. Grein.
WB. Pari«, 12. Januar. Nach deu Meldungen der B.älter, welche noch so scharf getheilt sind wie vor de« Prozeß Esterhazy, verlautet, daß Esterhazy gegen Mathieu und DreyfuS Berleumdungsklage anstreugea und den Obersten Picquart zum Duell fordern werde.
H Athen, 12. Januar. Der Gesetzentwurf, betreffend de Finauzcontrole und das Arrangement der alten Schuld, wurde gestern von sechs Delegirten para» phirt und offiziell dem Minister überreicht.
Freitag deu 14. d. Mts., von Mittags 1 Uhr ab, werden erb- vertheilungshalber in der Hosraithe der Johs. Ketzler VII. Wwe. Erben dahier gegen baar versteigert:
4 Mutterschafe, 2 Jährlings hämmel, 3 Hammellämmer, 1 Mutterlamm, 180 Centner Dickwurz, sowie eine größere Quantität Stroh.
Großen Linden, am 11. Jan. 1898. Großh. OrtSgericht Großen-Linden.
Leun. 560
Netteste Nachrichten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 12. Januar. Die Reich Stagscommission zur Borberathung der Militär« Strafg erichtSor dn^rng hat sich constituirt. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Spahn (Etr.) gewählt.
Berlin, 12. Januar. Redacteur Dr. Wrede schreibt dem „®crl. Tagebl.- au» Rom: Er befände sich auf ärztlichen Rath in Italien, um fich für die Verbüßung der noch restlichen vier Monate Festung zu kräftigen. Anfang Februar werde er nach Deutschland zurückkehren.
Berlin, 12. Januar. Nach einer Londoner Meldung der „Nattonalztg." wird in dortigen Marinekreisen behauptet, die englischen Kriegsschiffe vor Port Arthur befänden fich daselbst mit geheimer Zustimmung von Li-Hung- Tschang. Derselbe habe auch ein Festmahl für die englischen Offiziere veranlaßt.
Berlin, 12. Januar. Mit der Frage der Belästige ung unbescholtener Frauen durch Polizeibeamte bt« schästigte sich gestern die von socialdemokratischer Seite nach der Brauerei Friedrichshain eiuberufene Versammlung. Dieselbe war von über 3000 Personen besucht. Nach dem Referat an Frau Willi Brauu-Gizycky und des RetchstagS- abgeordueten Stadthagen wurde einstimmig eine Resolution angenommen, welche an Reichstag und BuudeSrath eine Reihe von Forderungen stellt.
Prag. 12. Januar. Hier haben gestern, nachdem eben erst das Standrecht aufgehoben ist, die G ewaltthätig- ketten gegen Deutsche auf offener Straße wieder begonnen. Als der deutsche Student Josef Schuh, Mitglied der Burschenschaft „Arminia", mit Kappe und Band, begleitet von zwei Herren, durch die Waffergaffe ging, folgten ihm 10 bi» 12 gut gekleidete Tschechen und verhöhnten und be- schimpften ibn. Die Menge schwoll immer mehr an, in der Großen Gasse waren e» bereits 60 Menschen, von denen viele die Studenten mit Koth bewarfen. In der Stephan»- gasse schlug einer der Verfolger dem Schuh die Kappe und das Augenglas herunter. Dieser wußte mit seinen Beglei- tern in ein Hau» flüchten, vor welchem die Menge drohend und schreiend lauge stehen blieb.
Budapest, 12. Januar. Behufs Vereinbarung eines nationalen Manifestes als Protest gegen die von der Regierung geübte Nattonalitäten-Politik fand hier eine zahlreich besuchte, geheime rumanisch-serbisch-sloveuische Versammlung statt.
Bervierl, 12. Januar. In der Kirche Hodimont entstand in Folge falschen FeuerlärmS eine furchtbare Panik, bei der zahlreiche Personen verwundet wurden.
Pari», 12. Januar. Während der gestrigen Proceß. Verhandlung gegen Esterhazy wurde die Gräsia Jouffroy- d'ülbans nebst ihrem Geliebten verhaftet. Diese wollte bekanntlich die oft erwähnte Schleterdame stellen, die zu Esterhazy in Beziehungen gestanden haben soll. In der Wohnung der Gräfin wurde eine Haussuchung vorgeuommeu, die angeblich bedeutende Resultate geliefert hat. Den äußeren Anlaß zu dieser Verhaftung bot eine gegen die Gräfin erhobene ErpreffungSklage de» Capitän Balser.
Pari», 12. Januar. Die Kriegsgerichts-Verhandlungen gegen den Major Esterhazy endeten gestern Abend mit der einstimmigen Freisprechung deS Angeklagten. Die Verkündigung deS UrtheilS wurde vom Publikum, da» kurz vorher wieder zugelaffen worden war, mit dem Rufe: „Es lebe Frankreich!" ausgenommen. Graf Esterhazy schien tief bewegt, als ihm alle Richter die Hand reichten. Im Hofe bildeten Osfiziere Spalier, als Esterhazy sich zur Adjntantur begab.
Loudon, 12. Januar. In militärischen Kreisen wird behauptet, daß die Operationen im Sudan durch die Ebbe deS Nil» verzögert worden sind.
Madrid, 12. Januar. Die erste Hilfesendung au» den Vereinigten Staaten sür die uothleidenden Eubauer ist dem „Imperial" zufolge in Havanna angekommen.
Petersburg, 12. Januar. Wegen einer Predigt, welche der Probst Ezeczot anläßlich der Trauerandacht für den polnischen Bischof UjejSki in der hiesigen katholischen Kirche gehalten hat, wurde derselbe nach Charkow verschickt.
Petersburg, 12. Januar. In der südlichen Krim herrscht große Kälte und colossaler Schneefall. Viele Menschen find erfroren und eine große Anzahl Weinberge vernichtet.
Eingesandt.
Gietze«, 12. Januar 1897.
Von dem Project etneS neuen Friedhofes ist seither so -wenig in die Oeffentlichkett gedrungen, daß -wohl Ne Mehrzahl der Bürgerschaft im Unklaren sowohl über die Lage, als auch d-n Um <ana deS Unternehmens «blieben sein wird. Auch dem Einsender rieses sind nur die Umrisse des ProjeclS im Großen und Ganzen bekannt, aber irgendwelche Details sind ihm noch nicht zu Ohren gekommen. Es scheint fast, daß in der Bürgerschaft nur ein geringes Interesse an dieser neuen Anlage besteh: ober, was eher anzunehmen, daß das Jniereffe noch nicht rege geworden ist, weil zu wenig über das Project bis jetzt verlautet bat. Es dürfte das Letztere nicht zum Vortheil gereichen einer Angelegenheit, die mit der zukünftigen Entwickelung unterer Stadt eng verknüpft tft. Bedachten wir einmal die Lage deS zu errichtenden Friedhofes gegen- iber der möglichen Entwickelung unserer Stadt tn der Zukunft. Vorgesehen ist der nördliche Abhang des Rodberges, links der Mar- Lurgerstraße; dieser Theil Gießrns bietet einen prächtigen Blick auf Hießen selbst und in daS ^usecker Thal, ebenso auf Gleiberg, Duns- lerg und Siebenhügel. Ich möchte sagen, er ist zu einem Villenviertel nicht schöner zu denken. Sollte man diesen Punkt nicht heb lassen für eine, wenn auch in der fernen Zukunft liegende Bebauung? Wie sehr haben wir Gießener doch stets bedauert, daß der Nahrungsberg durch den dort befindlichen Friedhof unserer Stadt als Bebauunysplatz entzogen ist. Warum sollen wir uns nicht, Denn es angängig ist, für alle Evkntualilä'en die nächste Umgebung, und liege ste auch nach Norden, freihalten? Die Hauptfrage bleibt selbstredend die: haben wir einen anderen Platz zur Verfügung? Darauf kann glück.ich^r Weise — oder sollte es unter allen Umstünden zu spät sein? — mit Ja geantwortet werden. Der Rodberg dehnt sich nämlich nack Nordwesten bis zur Lahn aus und bietet gerade auf dieser von Gießen durch die Matn-Weserbahn ab-
Cüaraiur n«d Annst.
Von der Lahn, 10. Januar. Unter dem Titel „Trost im Leide«, Lesefrüchte einer Trauernden", aus dem Englrschen, von B. von B. (Prinzessin Beatrice von Battenberg, der englischen Königstochter und Wittwe des auf dem KriegSzug gegen die Aschantis im Fieber verstorbenen Prinzen Heinrich von Battenberg) ist in duodez auf 95 Seiten soeben bei Johanne« Waitz in Darmstadt, ein nett ausgestattetes, sehr ansprechendes Büchlein erschienen, erwachsen aus herbem Leiden und aus schwerer Trübsal und deshalb auch wohl geeignet dazu, Anderen Trost, Erhebung und Beruhigung zu bieten. Von hoher Hand ist die Schrift, zunächst in englischer Sprache, zusammengestelli und sie begehrt besonders auch Frauen in gleichem Leide das gesammelt zu bieten, was daS eigen- Herz tn schwerer stunde aufgertchtet hat. „Aus Schriftgedanken erwachsen," so sagt Georg Vogel von Seeheim im Vorwort, „berühren diese Auf- reichnungen alle jene Fragen, die uns beim Sterben unterer Lieben bewegen. Wohlthuend ist die keusche Zurückhaltung, sowie die biblische Nüchternheit, die uns überall entgegentritt." Es ist des Poeten -schwungvolle Sprache, in der er den frühe geschiedenen und schmerzlich beklagten Prinzen schildert. „Vor meinem Auge taucht ste auf, die liebenswürdige Gestalt des ritterlichen Prinzen. Da rauschen die Wälder, die er durchstreifte; da prangt das Schloß, in dem jheure Eltern und liebe Gtschwister ihm wohnten; da thront die Kirche, in der er feiernd saß mit den Seinen. Und droben am Himmel ziehen die Wolken, es wehen die Winde--Ihr Lüste
tragt Grüße der Heimath zu AlbionS Küsten! Seid Boten der Trauernden und bringt hinüber das Wort des Erlösers: Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden." Da« Büchlein darf um seiner sorgfältigen, feinen und gedankenvollen Mitlheilungen unb Aussprüche willen recht vielen Lrsern und Leserinnen warm
Briefkasten.
Herrn 8., hier. Sie schreiben un6: „WaS lange währt, wird endlich gut; ein altbekanntes Sprüchwort. Auf meinen Fall kann ich es jedoch nicht anwenden, ich meine in Bezug auf die Bodenbeschoffenheit der Bruchstraße. Es ist wirklich der Mühe werth, sich diese Straße einmal anzusehen, aber ich mache darauf aufrnerkfam, ohne hohe Wasserstiefel den Gang ins Weichbild biefer Straße nicht zu wagen. Man sollte es nicht für möglich halten, daß in unserer Zeit solche Straßen dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Die Bruchstraße ist eben in einem mehr als erbärmlichen Zustand, die Bewohner di-.ser Straße sind zu bedauern. Nicht nur daß der Schlamm und Sckmutz fußhoch liegt, nein, Löcher und Unebenheiten von gefährlicher Dimension finden sich vor, so daß man bei Einbruch der Dunkelheit diese Straße nur mit größter Lebensgefahr passiren kann. Die einzige in der Straße sich befindliche Laterne reicht keinesfalls zu einer annehmbaren Beleuchtung aus. Hätte die kürzlich unweit der Ecke Bruch und Bleichstratze errichtete Laterne nicht vielleicht practifcher unmittelbar an der genannten Ecke ihren Platz gefunden? Straßenschild und Hausnummern finden sich auch nur theilweise vor, trotzdem die Straße vollständig bewohnt ist. W ll man wirklich Jemand in dieser Straße aussuchen, so muß man von Haus zu Haus gehen und nach der Hausnummer fragen. Es sind die« dock alles Zustände, die leicht abgeändert werden könnten, aber leider geschieht hierin trotz mehrfach gemachter Eingabe gar nichts. Die Geschäftsleute in dieser Straße sind durch diese mangelhafte Jnstand- fetzung der Straße nicht wenig gefchädigt, man kann keinem Kunden zumuthen, durch solchen Schmutz zu gehen. Wie lange wird es noch dauern, bis die Straße einigermaßen passirbar wird?" — Wir sind der Meinung, daß der Weg an die richtige Schmiede, d. h. an die Stadtoerlretung, der kürzere ist. als der in Form eines „Eingesandt". Sie müssen bedenken, daß bei Der jetzigen milden Witterung fast alle Straßen schmutzig sind unb neu angelegte erst recht, befonbers wenn sie, wie die Bruchstraße, erst hoch aufgefüllt werden mußten. Wenn Sie sich an die competenlen Stellen wenden, roerben Sie sicher Auskunft darüber erhalten, was zur Abstellung biefer Mißstänbe gethan werden kann unb unter ben gegebenen Verhältnissen wohl auch gechan wird. ™eb.
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