Ausgabe 
12.10.1898 Erstes Blatt
 
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deutuug eine* Personenwechsel-. Da« Verhalten de- Papstes zu den Ansprüchen auf ein französisches Protectorat über alle katholischen Missionen im Orient habe hier offenbar auch au amtlicher Stelle einen schlechten Eindruck gemacht.

Berlin, 10. October. Der Großfürst und die Groß­fürstin Wladimir von Rußland mit ihrer Tochter, der Großfürstin Helena und Prinz Max von Baden trafen heute Vormittag 8 Uhr auf dem Bahnhofe in Potsdam ein. Der Kaiser war in russischer Uniform zum Empfange erschienen. Nach herzlicher Begrüßung begab sich der Kaiser mit den russischen Herrschaften in offenem Zweispänner nach dem Stadtschloß.

Berlin, 10. October. Ftuanzminister v. Miquel hatte heute Vormittag mit dem Reichskanzler Fürsten Hohen­lohe eine längere Besprechung.

Berlin, 10.October. Der Großherzog von Baden empfing gestern Nachmittag in Potsdam den StaatSsecretär v. Bülow in längerer Audienz.

Berlin, 10. October. DerPost" zufolge dürfte die ReichStagS-Eröffuuug unmittelbar nach der Rückkunft de» Kaiser» am 16., 17. oder 18. November erfolgen.

Berlin, 10. October. Der Oberpräfident von Berlin hat die von der StadtverordnrtewVersammluug getroffene Wahl de» RechtSanwaltS und Notar» Kaufs mann zum Stadtrath von Berlin bestätigt. Die Bestätigung der Ober­bürgermeisterwahl dürfte ebenfalls bereit» erfolgt fein und ihre Bekanntmachung in den nächsten Tagen statt­finden.

Berlin, 10. October. DiePost" kann auf da» Be­stimmteste versichern, daß kein Grund zu der Annahme vor- liege, daß ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und dem Vaticau bevorstehe. Der Gesandtschaf t»- p osten dürfte schon in nächster Zeit wieder neu besetzt werden.

Berlin, 10. October. Ein Berichterstatter schreibt: Der durch den Tod de» Gehelmrath» Humbert erledigte Posten de» Uuterstaat»secretär» im preußischen Staat»- wtuistertum dürfte dem Vernehmen nach in allernächster Zett neu besetzt werden. Für diese Stelle ist der Vortragende Rath in der Reich»kauzlei, Freiherr v. WtlmowSkh, in Aussicht genommen.

Berlin, 10. October. Der Verzicht de» Kaisers auf die Reise nach Aegypten wird allgemein mit Freude begrüßt, da die Bedenken wegen der langen Abwesenheit des Kaisers bei der gegenwärtigen innern und äußern Lage in weiten Kreisen getheilt wurden. ES wird an osfictö» unter­richteten Stellen mit besonderem Nachdruck hervorgehobeu, daß dieser Entschluß der persönlichen Initiative der Kaiser» entsprungen und nicht ein Ergebniß des Kronraths sei. Wenn daneben freilich ebenso eifrig betont wird, daß nur der Wunsch, bei dem Zusammentritt des neuen Reichstage» zugegen zn fein, den Monarchen geleitet habe, so muß bemerkt werden, daß da» recht wenig innere Wahrscheinlichkeit hat. Denn die damit zusammenhängenden Erwägungen wird der Kaiser ficherlich schon läagst angestellt Huben. E» müffen also wohl Rücksichten der auswärtigen Politik gewesen sein, die den Aus­schlag gegeben haben. Diese Rücksichten brauchen durchaus nicht allarmirender Natur zu sein, wie eS von einigen Seiten behauptet wird. Daß der Besuch de» Kaiser» beim tthedive mit Rücksicht auf da» eigenthümliche Berhältniß deS Letzteren zur Türkei und England seine sehr mißlichen Seiten hat, ist nicht» Neue»- auch in dieser Beziehung mußten die Folgen eine» solchen Besuch» längst erwogen sein. Will mau also Bermuthungen anstellen, so kann man nur die Frage auf­werfen, welche Umstände neuerdings etngetreten find, die einen Besuch d-S deutschen Kaisers in Kairo nicht wüuscheuSwerth erscheinen laffen, während man fich früher über die Kehrseite der Sache ruhig htnwegsetzte. ES drängt fich hier von selbst die Betrachtung auf, daß die vermehrte Rücksicht auf Eng­land eS ist, die zu solchen Erwägungen führen konnte. Man wird also die Behauptung derer nicht ganz abwetsen können, die den Entschluß des Kaiser» mit einem Frontwechsel in unserer auswärtigen Politik in Verbindung bringen.

M.P.C. In politischen Kreisen wird angenommen, daß stch der Bundesrath in einer seiner nächsten Sitzungen mit der Frage der Fletschvertheueruug und der theil- weisen Aufhebung der Grenzsperre für lebende» Vieh be­schäftigen werde.

M.P.C. Die Vorarbeiten für die Fertigstellung der Hhpothekenordnung find jetzt so wett gediehen, daß der betreffende Entwurf dem BundeSrath etwa Ende November und dem Reichstag dann voraussichtlich Ende December oder Anfang Januar wird zugehen können.

Köln, 10. October. Der Borfitzende der Section Köln deS Verbände» deutscher Kriegsveteranen (Sitz in Leipzig) ist unter dem verdacht der Unterschlagung und Ur­kundenfälschung verhaftet worden. Die hier abgehaltene Ver- sammluug jenes verbände» nahm einen derart stürmischen verlauf, daß Schutzmanuschaft herbeigeholt werden mußte.

Breslau, 8. Oktober. Die Gemahlin de» Prinz-Regenten von Braunschweig, Prinzessin Albrecht, ist heute Nach­mittag zwei Uhr in Schloß Kamenz gestorben. Die Prinz? sstn war fett zwei Jahren zuckerkrank. Sie zog fich vor 6 Tagen rin acute» Leiden zu, da», die Kräfte rapide verzehrend, heute den Tod durch Herzlähmung herbeiführte. Seit Sonn­tag fühlte fich die Prinzessin unwohl. Gestern steigerte fich dir Unpäßlichkeit derart, daß Profeffor vuchwald aus BreSlau gerufen wurde. Alle angewandten Mittel blieben erfolglos. Die KrankhettSerscheinungen nahmen im Laufe de» gestrigen Nachmittag» zu. Bereit» um Mitternacht verlor die Prin­zessin das Bewußtsein. Heute Mittag um 2 Uhr trat in Gegenwart de» Prinzregenten und des jüngsten Sohne» der Tod ein. (Die Prinzessin Albrecht war eine geborene Prinzessin von Sachsen-Altenburg und seit dem 19. April 1873 mir dem Prinzen Albrecht vermählt. Sie ist nur 45 Jahre alt geworden.)

Wien, 10. October. Der hier eingetroffene König von Serbien hatte heute Vormittag eine Besprechung mit dem Grafen GoluchowSkh und dem Reichsfinanzmtnifter Kallay, in welcher auch die verschlechterten Beziehungen Serbiens mit der Türkei zur Sprache kamen. Mittag» wurde der König vom Kaiser in Audienz empfangen.

Folgende halbawtlicheMittheilung bringt ein Wiener Regierungsblatt:Durch die wiederholt gemachte Erfahrung, daß fich fremde Staatsangehörige an Versamm­lungen, die in hiefigem Laude abgehalteu wurden, betheiligten, in denselben als Redner auftraten und ihren antiösterreichi­schen Anschauungen Ausdruck gaben, hat fich, wie wir ver­nehmen, daS Ministerium de» Innern bestimmt gefunden, die Unterbehörden anzuweiseu, künftighin gegen solche Ausländer im Sinne de» Gesetze» vorzugehen. Letztere» hat auch be­züglich der Ausländer, welche fich an Versammlungen politi­schen Characeer» im Jnlande zu betheiligen beabsichtigen, dann zu geschehen, wenn von diesen Fremden nach ihrer bisher bekannten Haltung und Thättgkett mit Grund zu besorgen ist, daß durch ihre Theilnahme an den Versammlungen die nationale Erregtheit und hierdurch da» öffentliche Wohl ge­fährdet würde." Die Maßregel, mit der man gegen solche Au-länder vorgehen will, ist die Ausweisung. In erster Linie ist dabet wohl an Reichsdeutsche gedacht, welche die deutsch-natioualen Bestrebungen in Oesterreich zu unterstützen suchen.

Budapest, 10. October. Großes Aufsehen erregt hier die Nachricht, der Patriarch Brankovice habe den Wer- schetzer Bischof Apacfic in listiger Weise in eine Wiener Irren­anstalt bringen laffen, um die Vermögensverwaltung des Bischofs in die Hände zu bekommen. ES find bereit» Schritte zur Befreiung de» Bischof» eingeleitet.

Lemberg, 10. October. Meldungen hiesiger Blätter zufolge wird der ReichSrath nur noch einige Tage Sitz­ungen abhalten, da die Regierung der Ueberzeugung ist, daß die parlamentarische Durchführung des Ausgleich» mit alleiniger Hilfe der Rechten nicht möglich ist und daher der Zweck der ReichSrathS-Sesfion mit der vollzogenen Wahl der Quoten- Deputation erreicht worden sei.

Pari», 10. October. Der Pariser Stadtrath be­schloß mit 55 gegen 1 Stimme, den Präfrcten de» Seine- Departement» zu ersuchen, er möge die Unternehmer auffordern, die städtischen Arbeiten binnen 24 Stunden wieder aufzu­nehmen und im Weigerungsfälle diese Arbeiten auf Rechnung und Gefahr der Unternehmer in eigener Regie ausführen laffen.

Pari», 10. Oetober. Verschlimmert hat fich die immer­hin gefahrdrohenve Ausstandsbewegung am Sonntag nicht. Die Ausständischen verhielten sich bedeutend ruhiger al» in den letzten Tagen und begaben fich, ohne Ruhestör­ungen hervorzurufen, nach der Arbeitsbörse. Der Präsident des Munizipalrath» setzte eine Abordnung der Erdarbeiter von der Entscheidung de» Munizipalrathe» in Keuntniß und forderte sie auf, dir Arbeit wieder aufzuuehmeu. Die Schlaffer, die Maurer und die Abbruch»arbeiter befchloffrn, im Ausstand zu verharren, die Parkettleger haben fich aus GemeinsamkeitSgefühl ebenfalls dem Ausstande augeschloffett. Daß, wie man munkelt, die Bahnbediensteten stch dem Aus­stande anschließen, gilt für unwahrscheinlich- auch die Eisen- bahnarbeiter dürften dem Ausstande fern bleiben. Die Omnibusbediensteten sollen fich gleichfalls weigern, in den Ausstand einzutreten. Die Zahl der AuSständischen ist gegen­wärtig 45,000. Man giebt die Zahl der Arbeiter, welche auf den großen Bauplätzen die Arbeit wieder ausgenommen haben, mit 887 an. Angeblich befinden fich viele fremde Arbeiter unter den Führern de» Ausstandes. Die Regierung ist aber entschloffen, alle Fremden, deren Umtriebe die Ord­nung stören würden, auSzuweisen. Die nach Parts berufenen Truppenverstärkungen belaufen fich auf 11,000 Mann In­fanterie und 2000 Manu Cavallerie. Die Ueberwachung aller Baustätten ermüdet die Truppen schwer und versetzt fie in sehr gereizte Stimmung, waS unter Umständen bedenkliche Folgen haben könnte.

Paris, 10. October. Nach übereinstimmenden Meldungen läßt sich nicht mehr bezweifeln, daß der CaffationShof die Wtederanfnahme de» DreYfuSverfahreuS beschließen wird. Er ist, wie es heißt, eutschloffrn, die ganze Angelegen­heit selber zu untersuchen, sich bei seinem Werke durch keinerlei Rückfichtrn leiten zu laffen und volles Licht in das Dunkel der Sache zu bringen, die daun vollständig aufgeklärt an daS Militärgericht zurückgeleitet werden soll. Augenblicklich spricht man wieder viel von einem oder mehreren Briefen deS deutschen Kaisers, die nach Behauptung der Mtlitärkretse da»allergeheimste Beweisstück" bilden sollen, übrigen» erst nach Fällung de» Urtheil» gegen Drehfu» aufgetaucht find. Thatsächlich find dieseBriefe" nur Photographien von an­geblichen Originalbriefen de» Kaiser». Der Minister de» Aeußern Hanotavx hat fie seinerzeit mit 27,000 Franken bezahlt. Die photographischen Nachbildungen tragen al» Kopf die Worte:Cabinet S. M. de» deutschen Kaisers und König» von Preußen" und find unterzeichnet mitWilhelm I. R." Der Kaiser erwähnt in ihnen, die an den deutschen Botschafter Grafen Münster gerichtet sind, die Dienste DrehfuS' für Deutschland und sagt, er solle den Dienst in der französischen Armee nicht aufgeben, sondern bei dem Aus­bruche eines Krieges in den deutschen Generalstab über­nommen werden. Die Stücke erscheinen al» Fälschungen, die zwar sehr geschickt gemacht, andererseits aber auch nicht allzuschwierig auszuführen find. Die Militärbehörde weigert sich nun, diese von ihr zurückbehaltenen Briefphotographien herzugeben mit der Begründung, daß sie nicht zu den Acten deS ProzeffeS von 1894 gehörten, und, wenn fie veröffentlicht würden, einen Krieg mit Deutschland heraufbeschwören könnten. Obschon der Minister de» Aeußern, Delcassö, im Minister- rathe die beruhigendsten Versicherungen abgegeben hat, bleibt die Militärbehörde bei ihrer Weigerung, möglicherweise, weil

der Generalstab die Fälscher immer noch decken will. Anderer­seits besteht der Ministerpräsident Briffon, wie verlautet, auf AuSfolgung derBriefe" sowie de» Bericht» de» Bot­schafter» Grafen Münster über Drehfn», gleichfall» einer Fälschung. Tägl. Rundsch.

MP.C. In Cherburg find von Seiten der Artillerie* direction auf einem Fort Schießversuche mit vier neuen Geschützen von 820 Mmtr. Kaliber gemacht worden, und zwar wurden au» jedem Geschütz sechs Schuß abgegeben. Die Pulverladung betrug 80 Kgr. und das Gewicht de» Geschoffe» 450 Kgr.- jeder Schuß kostete 3000 Fr».

London, 10. Oetober. Nach Telegrammen au» Kairo und Alexandrien hat dort die Meldung von dem Verzicht de» deutschen Kaiser» auf seinen Außflng nach Aegypten die größte Betrübniß verursacht, da bereit» umfaffende Vor­bereitungen getroffen waren.

M.P.C. Spanien Einige amerikanische Staaten haben fich an Spanten behufs Ankauf von einigen kleinen Kriegs­schiffen gewandt, worauf der Mtnisterrath den Marine- Minister ermächtigt hat, bet günstigem Angebot den verkauf zn bewerkstelligen.

Madrid, 10. Oktober. Der Sultan von Marokko ist neuerdings schwer erkrankt.

Madrid, lv.Oetober. England erhob neuerdings Ein­spruch gegen die Errichtung von Befestigungs­werken in der Nähe von Gibraltar.

M.P.C. Rußland. In Charkow hat ein Dr. DanileoSky in Gegenwart von Herren de» Krieg»ministeriumS und de» Ministeriums für Wegebanten Versuche mit einem neuen Luftballon vorgeführt. Trotz heftigen Winde» ließ der Ballon fich lenken und nach dem Platz de» Aufstieges zurück- sührev. Die Anlage eines Artillerie-Schießplatzes in Charkow wird geplant. Der Commandenr der Artillerie- schteßschnle, General Valevatschef, hat fich zu diesem Zweck nach Charkow begeben. In Aussicht genommen find 250 Hektar, welche die Stadt für eine jährliche Miethe von je 4 Rubel ab­treten soll, wogegen fie aber noch die Verpflichtung zu über­nehmen har, für Triukwaffer zu sorgen. Findet eine noch einzusetzende Commisfion den Platz für geeignet, so wird voraussichtlich auch die Artillerieschießschule in TsarSkoe Selo dahin verlegt werden, doch werden die Arbeiten vor 1900 voraussichtlich nicht ausgenommen werden.

M.P.C. Bereinigte Staate«. Allgemeine Aufmerksamkeit erweckt in Baltimore ein im Bau begriffene» Fahrzeug, welche» den Zweck hat, gesunkene Wrack» zu heben. Da» Boot hat die Form einer Cigarre und wird durch eine Schraube getrieben. Am Boden find Räder angebracht, welche durch Eleetrieität gedreht, da» versenkte Boot auf dem Meeresgrund fortbewegen. Die Länge beträgt 36 Fuß bei einem Durchmesser von 9 Fuß. Da» Schiff ist so stark gebaut, daß eS den Druck de» Waffer» bi» 150 Fuß Tiefe aushält. Eingetheilt ist dasselbe in 4 Abtheile. Die mit* geführte Luft reicht für 48 Stunden. Bei mäßiger Tiefe wird die Luft direkt durch zwei hohle Masten zugeführt.

M.P.C. Neueren Nachrichten aus China zufolge darf an der Hoffnung festgehalten werden, daß die Ordnung nicht weiter gestört wird. Der mehrfach verbreiteten Annahme, e» sei zu erwarten, daß in nicht ferner Zeit England und Ruß­land in Ostafien in immer schärferen Gegensatz zu einander treten dürften, find wir in der Lage, auf Grund bester In­formation mit der Versicherung zu begegnen, daß eine Aus­gleichung aller diesbezüglichen Gegensätze von den beiderseitige« Regierungen ununterbrochen ongestrebt wird.

Der Einzug der russischen, britischen und deutschen Truppen in Peking war eine imposante Ceremonie. Seit der englisch-französischen Expedition vom Jahre 1860 sind keine ausländischen Truppen in militärischer Marschordnung mehr in Peking eingezogen. Die Hälfte der Kosaken-Abtheilung ritt an der Spitze, dann kam die britische Abteilung mit einem Nordenfeld-Geschlltz. Darnach folgte« die russischen und deutschen Marinesoldaten. Die chinesische« Behörden waren äußerst bemüht, den Einzug der Geschütze zu verhindern, doch der britische und rnsfische Vertreter be­harrten darauf. Fünf englische Meilen lang wurde die Ein- zugSstraße durch chinesische Polizei in Ordnung gehalten. Innerhalb deS Thores setzte sich der Präfect von Peking an die Spitze de» Zuges. Die Menge der Zuschauer wird auf 20,000 geschätzt- dieselben verhielten fich vollständig schwei­gend. Die Gesandten empfingen die Truppen in ihren Ge­sandtschaften. Der deutsche Gesandte hielt eine Rede, die mit einem Hurrah auf den Kaiser endete. Der Tsungli- Uamen erhob amtlich Einspruch bei dem Doyen der fremde« Gesandten gegen die übergroße Zahl de» rnsfischen Geleite». Ein Aufruf ward in den Straßen angeschlagen, worin die Polizei die Aufrechterhaltung der strengsten Ordnung an* befiehlt. Italienische, französische und japanische Eskorte« werden demnächst erwartet. Da aus Peking beruhigende Nachrichten eintrafen, au» welchen zu ersehen war, daß die chinesische Regierung Maßnahmen zur Herstellung der Ord­nung getroffen, so ist übrigen», wie von rusfischer Seite mit- getheilt wird, Grund vorhanden, anzunehmen, daß die ein* getroffenen europäischen Landungstruppen baldigst wieder zurückverufen werden.

Locales un& ^provinzielles.

Gießen, 11. Oktober 1898,

Aus dem Großh. Ministerium. Mit Allerhöchster Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit de» Großherzog» wurde durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums de» Innern vom 8. d. Mt». der Großherzogliche Rreilamtmunn Dr. Usinger in Mainz mit commiffarischer Bersehung der Functionen eine» Hilfsarbeiter» bei diesem Ministerium beauftragt.

* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 14. September l. I». dem Buchhalter Mose» Schlüssel aus Weisenau das Allgemeine EhrenzeichenFür Verdienste* s am Baude des PhilippSorden» zu verleihen geruht.