Ausgabe 
12.5.1898 Zweites Blatt
 
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Berlin, 10. Mai. Die zweite Division des Kreuzer- geschwaderS, bestehend auS den SchiffenDeutschland", Kaiserin Augusta" undGefion" ist gestern von Kiautschou nach Taka und der KreuzerPrinzeß Wilhelm" ebenfalls gestern von Kiautschou nach Nagasaki in See gegangen.

Berlin, 10. Mai. DerReichSauz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des CultuSmiuisterS, wonach auf das Preisausschreiben vom 1. November v. I. für den Ent­wurf einer Hochzeitsmedaille 87 Entwürfe eingegangen find. Die als Preisausschuß eingesetzte LandeSkunst-Commission hat beschloffeu, von der Ertheilung eines ersten Preises abzuseheu, iudeffen 10 Preise zu vertheileu, und zwar zwei Preise von je 1000 Ml. und acht Preise von je 400 Mk.

Berlin, 10. Mai. Die von der Regierung der Ber­einigten Staaten für den durch die Legung unterseeischer Minen gefährdeten Verkehr im Hafen von New-York rrlaffenen besonderen Vorschriften, werden heute imRetchS- anzetger" publicirt.

Berlin, 10. Mai. Im Abgeorduetenhause wurde heute die Position Eisenbahnlinie Treueu-Nauen der Eisenbahn- Vorlage in zweiter Lesung gemäß dem Anträge der Commission angenommen. Sodann wurde die Vorlage betreffend die Pfarrgehälter in dritter Lesung genehmigt. Der freiconser- vative Antrag betreffend die öffentlichen Volksschulen, der so­dann auf der Tagesordnung stand, wurde nach kurzer Debatte wieder zurückgezogen. Morgen: Kleinere Vorlagen.

Köln, 10. Mai. DieKöln. Ztg." meldet aus Madrid: Marschall Blanco telegraphirte, ein amerikanischer Kreuzer und ein Torpedoboot wollten gestern die Einfahrt CardenaS erzwiugeu, wurden aber nach einem halbstündigen Gefecht von drei Kanonenbooten zurückgewiefen. Der Belage­rungszustand mußte wiederum über eine Reihe Städte verhängt werden. Die Behörden ordnen die schärfsten Maß­regeln zur Unterdrückung der Unruhen an.

Arr-tsns-.

Wien, 10. Mai. Die Prinzessin Louise, Gemahlin deS Prinzen Philipp von Coburg, wurde von ihren Verwandten der Heilanstalt des Professors Obersteiner übergeben.

Wien, 10. Mai. Nach Meldungen aus Mailand find alle Theater geschloffen. Briefe und Telegramme werden nicht ausgetragen. Sämmtliche Bahnhöfe werden mit Truppen besetzt gehalten. Bei den letzttägigen Straßen kämpfen wurden viele Soldaten getödtet.

No», 10. Mai.La Voce della Verita wurde cou- siScirt, weil in einem Artikel die Wiederherstellung der alten Regierung gefordert wird.

Neapel, 10. Mai. Während einer gestrigen Kundgebung, welche durch die hohen Brodpreise veranlaßt worden ist, wurden die Manifestanten von der Gendarmerie beschossen. Drei Personen wurden getödtet und drei schwer verwundet.

Neapel, 10. Mai. Gestern fanden erneute Kundgebungen statt. Der Belagerungszustand ist über die ganze Pro­vinz Neapel verhängt worden.

Lugano, 10. Mat. Die Bauern haben sich mit Heu­gabeln bewaffnet und find nach Mailand gezogen, um die aufständischen Eisenbahn-Arbeiter zu unterstützen.

Mailand, 10. Mai. Die hiesige Garnison beträgt jetzt etwa 20 000 Mann. Die in den letzten Tagen stattgehabten großen Kämpfe wurden auf beiden Seiten mit großer Er­bitterung geführt. Die Truppen schaffen auf jede An­sammlung von drei Personen. Auf den Dächern und in den Häusern wurde gekämpft. Am SamStag sollen 100 bis 200 Todte, am Sonntag noch mehr, die meisten aber gestern gewesen sein. Verwundet find viele hunderte von Personen. DaS Militär nahm etwa 300 Personen gefangen.

London, 10. Mai. DieTimes" meldet aus Tampa: Da» Transportschiff, welches die Truppen nach Cuba befördern soll, wird am Mittwoch bereit stehen dorthin abzudampfen und zwar mit 16 000 Mann Regulären, und 45 000 Mann freiwilligen Truppen. Außerdem wird eine Reserve von 25 000 Mann bereit gehalten.

Madrid, 10. Mai. Einem Telegramm auS Portorico zufolge -versichert das BlattKorrespondeucta", daß sich die «esorgniß wegen eines Angriffs der Amerikaner erhält. ES geht das Gerücht, Portorico sollte blokirt werden. DaS spanische Geschwader von Cap Verde soll ungefährdet in Martinique etngelaufen seiv.

Petersburg, 10. Mai. Im August begibt sich das Zarenpaar nach Moskau zur Enthüllung des Denkmal- Alexander- II., sowie der Grundsteinlegung zum Denkmal Alexander- III. Im Laufe des Sommer- werden verschiedene hohe Gäste hier erwartet. Den Anfang macht der Fürst von Bulgarien, der Ende Mai hier eintrifft. ES schließt sich ihm daS Krouprtnzenpaar von Rumänien, sowie der Prinz von Wale- nebst Gemahlin an. Während der Anwesenheit der letzteren finden große Festlichkeiten, sowie große Manöver in Krasnoje Selo statt.

Die natürliche Dauer des Lebens.

In einer demnächst erscheinenden, hochinteressanten Schrift Die Methusalems der Vorzeit und der Gegenwart" von A. Daul (I. M. Richters Verlag in Würzburg, Preis 2 Mk.) wird unter Anderem auch die Frage, welches ist die | natürliche Grenze des menschlichen Lebens, erörtert. Es wird dort die Autorität des französischen Physiologen Fkourens : herangezogen, welcher die Möglichkeit des höchsten Lebensalters nach der Zett, welche Geschöpfe Thiere und der Mensch zu ihrer vollen Lebensreife brauchen, bestimmt. Wenn man nämlich die Anzahl der Jahre, welche Thiere, wie auch Menschen brauchen, um auszureifen oder auszuwachsen, mit fünf multiplicirt, so erhält man das Alter derselben, welches ihnen nach den Naturgesetzen zugemeffen ist. Wenn man also annimmt, daß der Elephant mit 30 Jahren ausreift, so gelangt man dazu, sein von der Natur bestimmtes Alter auf 150 Jahre anzunehmen. Nach derselben Berechnung

würde das Alter des in 8 Jahren ausgewachsenen Kameelet 40 Jahre, des Pferdes bei 5 Jahren Wachsthums 25 Jahre, beim Löwen und bei den Ochsen, die 11 Jahre brauchen, 55 Jahre, bei dem in 2 Jahren ausgewachsenen Hund 10 Jahre, bei der in 15 Monaten groß gewordenen Katze 7^2 Jahre und beim Kaninchen, das in einem Jahre schon herangewachsen ist, 5 Jahre betragen.

Wenn man diesen Maßstab beibehält, um das dem Menschen von der Natur zugemessene Alter zu finden, so würde dasselbe, da bei ihm im Durchschnitt genommen, die Zeit seiner Reife wohl auf 20 Jahre festgesetzt werden kann, nach Flourens Berechnung 5 mal 20 sich auf hundert Jahre belaufen. Diese Schätzung ist auf anatomischen Be­obachtungen und Berechnungen begründet, und ist darum auch die sicherste. Allerdings können Vorkommnisse im Leben eines jeden einzelnen Menschen eintreten, welche trotz dem dem Menschen von der Natur bestimmten regelmäßigen Alter, wenn auch nicht immer durch unvorhergesehene Unglücksfälle, so doch auch oft durch eine ungeeignete Lebensweise und durch Krankheiten, demselben viel früher ein Ziel setzen.

Bei mäßiger und vernünftiger Lebensweise, wenn man sich vorsichtig vor Erkrankungen schützt, ist es aber dem Menschen möglich, nicht nur das demselben von der Natur aus feftgefteckte Alter zu erreichen, sondern sogar noch dar­über hinaus fortleben zu können; hierüber Belehrung zu schaffen, ist der Zweck des genannten Buches, dessen Beachtung dringend empfohlen wird.

Dr. Richardson, Ehr. Chadwick und Dr. William Farr, alle drei englische Gelehrte von Ruf, kamen, allerdings jeder derselben auf anderen Wegen ihrer Forschungen, zu dem­selben Resultate, daß der Mensch von Natur aus mit Lebens­gefühlen und mit Geisteskräften bestimmt ist, auf unserem Planeten wenigstens 100 Jahre lang leben zu dürfen. Aber, daß diesem Leben gewissermaßen Grenzen gesetzt seien und demselben eine stufenweise Entwickelung, ein Stillstand und dann auch eine Abnahme der zugemessenen Körper- und Geisteskräfte bestimmt sei.

Nach Flourens wäre die Zeit der Reife und der vollen Entwickelung des Körpers des Menschen auf 20 Jahre fest­gesetzt, worauf der Körper in der Regel zu wachsen aufhört. Indessen wenn nach dem gewöhnlichen Sinne dieses Wachsen aufhört, hört er doch nicht auf zuzunehmen. Seine Ernährung nimmt zu und vervollkommnet sich noch wenigstens während 20 weiterer Jahre, und dann hat der Körper des Menschen eigentlich seinen vollständigen physischen Stand erreicht. Von dieser Zeit an aber sollte er weder an Gewicht zunehmen, noch viel weniger auf lange Zeit hinaus an solchem verlieren. Der Mensch betritt von da an eine dritte Periode, welche Flourens so treffend die Periode der Stärkung nennt, in welcher alle Theile des Körpers stärker werden, alle seine Functionen oder Verrichtungen sicherer sind, und die ganze Organisation während dieser Periode von 30 Jahren voll­kommener wird. Aber dann, mit dem 70. Lebensjahre, be- ginnt das Mer; das erste Alter, in welchem natürlich die Früchte der Weisheit am besten entwickelt sind, und welches gegen 15 bis 20 Jahre anhält, um dann allerdings nach­zugeben, wenn die Periode des reifen Alters anbricht, das mit 85 Jahren beginnt und dann nach gewöhnlichem natür­lichen Verlaufe noch wenigstens eine Dauer von 15 Jahren anhalten soll.

Und selbst jetzt braucht der Tod noch nicht einzutreten; denn, obwohl Lord Bacon alle MenschenThurmruinen" genannt und Flourens auf diezweite Kindheit" angespielt hat, so kann eine Art von Halbleben, wie es Andere nennen, noch immer 20 Jahre über das von der Natur festgesetzte Mittelmaß hinausdauern, ja sogar diese äußerste Grenze überschreiten und dabei dem Körper und dem Geiste eine verhältnißmäßig merkwürdige Kraft erhalten.

Vermischter.

Siuem traurigen Geschick ist der Rechtsanwalt Henke in Berlin verfallen, der jetzt wegen Unterschlagung verhaftet worden ist. Henke, der au- Caffel stammt, hatte sein Der- mögen bei einem dortigen Bankhause angelegt. Dasselbe falltrte und Henke verlor vor einem halben Jahre sein ganzes Geld. Gleichzeitig traf ihn ein zweiter Schicksalrschlag: Seine Braut, an der er mit großer Liebe hing, starb plötzlich. Seit dieser Zeit nahmen die Freunde an dem lebensfrohen Manne eine vollständige Veränderung wahr und in diese Zeit fallen wohl auch die zur Anzeige gelangten, übrigens nicht bedeutenden Unterschlagungen. Er zeigte eine riefe Gemüths- depresfion und vernachlälfigte seine Geschäfte vollständig. ES wird unter Beweis gestellt werden, daß er seit einem Viertel- jahre Briefe, die an ihn gerichtet waren, überhaupt nicht mehr geöffnet hat. Nach dem Zusammenbruch seiner Anwalt-- Praxis irrte Henke eine Weile im Lande umher. Vor einigen Tagen nahm er dann unter seinem richtigen Namen in der Anstalt des Dr. ScholinuS in Pankow Aufenthalt. Auf Grund des von ihm selbst auSgesüllten polizeilichen Melde­scheins wurde er als der Verfolgte erkannt und verhaftet. Der im Amte hinterzogene Betrag ist inzwischen der recht- mäßigen Besitzerin zugeftellt worden.

Ein unheimlicher Liebhaber. Der Pariser Unter- suchungSrichter Mr. Geoffroy ist mit einer höchst merkwürdigen Angelegenheit betraut worden, die völlig auszuklären ihm nicht so leicht werden dürfte. Die 17jährige Tochter eines Archi- treten, der mit seiner Familie eine reizende kleine Billa in Epinay bei Paris bewohnt, traf seit einiger Zeit auf ihren täglichen Fahrten nach der Hauptstadt häufig mit einem ele­gant gekleideten jungen Manne zusammen, der ihr in auf- fälliger Weise den Hof machte. Obgleich sie sich durchaus zurückhaltend gegen den galanten Herrn verhielt und ihm zu verstehen gab, daß sie nicht belästigt zu werden wünschte, begegnete sie ihm doch stets auf ihrem Wege und konnte sich seiner Zudringlichkeiten nur mit Mühe erwehren. Da traf plötzlich ein offenbar von dem Unbekannten stammendes Schreiben ein, in welchem dieser die Drohung auSsprach, er i

werde, falls er nicht erhört werde, das Mädchen sammt dessen Eltern umbringen. Dieser Brief wurde nun von dem Vater der Dame der Polizei übergeben, die seitdem das HauS der Architrcten streng überwachen ließ. Bor Kurzem erhielt Mlle C° durch die Poft eine elegante Bonbonniere zugeschickt- als fie eins der darin enthattenen Chocoladen-FondantS zum Munde führte, fiel ihr sofort der sonderbar scharfe Geschmack deS Bonbons auf, den sie deshalb auch nicht verschluckte, sondern zusammen mit der ganzen Bonbonniere einem Apotheker zur Untersuchung übergab. Dieser conftatirte, daß die Chocolade in beträchtlicher Quantität schwefelsaure- Kupfer enthielt. Nachdem nun vor einigen Tagen die Familie nach kürzerer Abwesenheit von zu Hause ein Mahl eingenommen hatte, wurden sämmtliche Personen gleich darauf von heftigen Schmerzen befallen. Der herbeigerufene Arzt erkannte die Symptome einer leichten Vergiftung und stellte fest, daß der bei der Mahlzeit genossene Wein ebenfalls mit schwefelsaurem Kupfer vermischt war. ES ist mit Sicherheit anzunehmen, daß besagter Fremder in den Keller eingedrungen ist und fich mit dem den Tischwein enthaltenden Fasse zu schaffen ge­macht hat.

* Admiral DeweyS Herzeusgefchichte. Ganz New-York spricht augenblicklich nur von Admiral De weh, dem Helden deS Tages, dem Sieger von Manila, und da curfirt denn auch eine interessante kleine Geschichte, die mit den jüngsten Ereignissen in innigstem Zusammenhang steht. Man behauptet nämlich, daß Admiral Dewry ein ganz besondere- persön­liches Entzücken empfinden muß, einen so glänzenden Sieg über die Spanier errungen zu haben. Der jetzt so gefeierte Held soll wie die Yankees mit großer Bestimmtheit zu wissen vorgeben die ganze spanische Nation so glühend und leidenschaftlich hassen, wie nur je ein Mensch zu hassen vermag. Und zwar die Ursache diese- Haffes in einer unglücklichen Liebe zu suchen, die das Leben des Admirals in einer Beziehung zu einem gänzlich verfehlten gestempelt hat. Vor etwa 20 Jahren verliebte sich der Admiral Dewey in die ehemalige erste Schönheit Washingtons, Miß Virginia Lowery; aber feine tiefe Neigung fand keine Erwiderung bet der jungen Dame, die ihr Herz bereits einem völlig mittel­losen, aber sehr interessanten Attache der spanischen Gesandt­schaft, Namens Brunetti, geschenkt hatte. Miß Lowerhk Eltern verweigerten zwar ihre Einwilligung zu einer Heirath mit dem Spanier, doch vermochten fie die Tochter nicht zu bestimmen, den amerikanischen Freier, der mehr nach ihrem Wunsche war, die Hand zu reichen. Die schöne Virginia wies seinen Antrag, wie noch viele andere, rundweg ab und schien ledig bleiben zu wollen. Senuor Brunetti war in­zwischen spanischer Minister von Mexico geworden und seiner Liebe treu geblieben. Bor kaum drei Jahren konnte er end­lich dir immer noch sehr schöne Amerikanerin heimführen. Brunetti ist heute nicht nur sehr reich, sondern darf fich auch Herzog von Arko- nennen. Admiral Dewey soll die jetzige Herzogin von ArkoS ebenso glühend hassen, wie er fie einst geliebt hat, und da ist eS wohl kein Wunder, daß er Allem, was spanisch ist, Tod und Bernichtung geschworen hat. Sie haben doch eine blühende Phantafie, diese YankerS!

*Wedding Bidding". In der Umgegend von C a- marthen, einer hübschen Stadt im südlichen Wales (Eng« land), rxistirt eine reizende patriarchalische Sitte, die unter dem NamenWedding Bidding" bekannt ist. Wenn junge, mittellose Leute fich verheirathen wollen, wenden fie fich an mehrere Freunde, die, je nach ihren Mitteln, den kleinen Hau-Halt begründen helfen. Da- unterstützte junge Paar verpflichtet fich aber, unter ähnlichen Verhältnissen ähnliche Dienste zu leisten, d. h. wenn sich seine Bermögen-lctge bessern sollte. Der Heirathscandidat kündigt seinen Freunden an,, daß er zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Restau­rant einBidding" abhalten werde, und fordert alle zur Theilnahme auf, indem er im Vorau- für alle Gaben dankt, die man ihm anbieten werde, und sich ehrenwörtlich ver­pflichtet, dem freundlichen Spender oder bedürftigen Freunden und Verwandten desselben, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, vorausgesetzt, daß er je dazu im Stande sein werde. Die Braut schließt fich den Worten ihres Bräutigam» an. Durch seine Spende wird derbidder" ein Vertrauter des Hauses er hat da» heilige Recht, das junge Paar zu jeder beliebigen Zeit zu besuchen. In jedem andern Lande würde diese offen proclamirte HauSfreundschaft beunruhigend wirken- unter den einfachen Bauern von Wales aber ist die Reinheit der Sitten so groß, daß ein Mißbrauch der HauSfreundschaft nur selten zu verzeichnen ist. Man hat auch nie davon gehört, daß ein junges Paar, welches in die Lage kam, die erhaltene Spende zurückzugeben, fich dieser Verpflichtung entzogen habe, indem e» etwa Dürftigkeit vorschützte. Im Gegentheil! Man be­trachtet die Bidding-Gaben als heilige Schuld, und um fie zu tilgen, legt man fich manchmal wirkliche Opfer auf. Diese traditionelle Solidarität verschwindet aber seit einigen Jahren immer mehr, die ungeschriebenen Verträge, die den HeirathS- candidaten an einenbidder" binden, werden immer seltener- Wie daS kommt? Die Antwort ist sehr einfach: Auch in

Wales werden die jungen Leute, die mit beiden Füßen zu­gleich in die Ehe springen, immer rarer- man heirathet jetzt nicht mehr so rasch und so gern wie zu Großvaters Zeiten.

* Sine Stadt ohne Hunde soll augenblicklich der Ort Pisek in Böhmen sein, der an der Workawo, einem Neben­flüsse der Moldau, gelegen ist. Infolge eines Tode-falle- an HundSwuth machte die städtische Behörde kurzen Proceß und verordnete, daß sämmtliche Hunde getödtet werden sollten. Höchst wahrscheinlich hat die Stadt dadurch die Auszeichnung erhalten, die einzige hundelose in der Welt zu sein- ob fie eS auch lange bleiben wird, ist allerdings fraglich.

* Kleiner Mißverstäudnitz.Welcher Unfug I Ich glaube gar, der Clavierspieler spielt mit unserer Karoline Karten!" Aber Moritz, waS fällt Dir denn ein!"Nu, hak ich doch eben gehört, wie er hat gesagt: Fräulein, spielen Se AS!"