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12.1.1898 Erstes Blatt
 
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Vorsitzende», Schriftführer und Rechnungsführer, bezw. deren Stellvertreter vorgenommen wurde.

* Sektion Stehen des deutschen unb österretchifchen Alpen- Vereins. In einem weiteren Bortrage schilderte Herr Real« gymnafiallehrer Heddertch in der letzten Monatsversamm- lung am 6. Januar seine Eclebniffe während seiner letzt- jährigen Reise in der Ferwallgruppe, den Lechthaler und AlgSuer Alpen. Bon Jschgl aus war die Darmstädter Hütte baß nächste Ziel seiner Reise. Der Weg bot neben manchem Schönen auch noch eine besondere Schwierigkeit in der Tra- verfirung und dem Abstiege von dem von den Rautenköpfen herabziehend-n Gletscher. Dieser Theil des Weges muß im Allgemeinen als unzugänglich gelten, weil während des lieber» gangf von der Darmstädter Hütte au« fortgesetzt Warnungs» signale ertönten. St. Anton, die AuSgangSstation für die Ferwallgruppe, wurde in den nächsten Tagen über den Scheibler und die Constanzer Hütte erreicht. Bon hier führte Ite Reife ia die Lechthaler Alpen, und zwar zuerst über daS Älmejurjoch nach Holzgau. Mit vielem Humor schildert der Vortragende die dort zur Erheiterung der Touristen ver­unstalteten musikalischen Aufführungen, ein KaiserpreiSschießen unb eine resultatlose Grmsenjagy. Am Sonntag Vormittag tot eine Prvceffion auch Gelegenheit, die eigenartige und »eiche Tracht der Lechthalerinnen zu bewundern. Eine nach diesen Rasttagen grplante Besteigung deS Krotienkopseß konnte dks in der Höhe herrschenden Sturmes wegen nicht durch« geführt werden, dagegen gelang einige Tage später nach kurzem Aufenthalt in dem reizend gelegenen Oberstorf eine Besteigung bei Hochvogels, jener idealen Felsengestalt, die so Biele aus der Ferne bewundern, aber leider so Wenige besteigen, obwohl die Schwierigkeiten nicht so bedeutend sein sollen, als sie aus der Ferne erscheinen wögen. Die Heim« reife wurde übet Reutte, Plansee, Griesen und Garmisch angetreten. Für den sehr anregenden Vortrag wurde Herrn Hebberich ber lebhafte Dank ber Versammlung zu Theil. Der nächste SectionSauSflug DünSbergtour findet am kommenden Sonntag statt. Bei gutem Winterwetter ist diese Tour eine sehr lohnende unb eine starke Bethetli- gtmg sicher.

* Die diesjährige Prüfung ber Aspirantinnen für bat höhere Lehrfach soll Montag den 14. Februar unb an ben telgenten Tagen, Vormittags 8 Uhr beginnenb, im Schul­hause ber Victoriaschule (Grafenstraße Nr. 30) zu Darm­stadt fiattfinben. Der Termin für die mündliche Prüfung ft auf Montag den 14. und Dienstag den 15. März fest­gesetzt. Gesuche um Zulaffnng zu dieser Prüfung find unter Beilage bet nöthigen Papiere sowie mit Stempelmarken im Betrage von 1,10 Mk. versehen, bis spätestens zum 5. Fr- irruat bei dem Ministerium des Innern, Abteilung für Schul­angelegenheiten, einzureichen.

** Nene AufichtS Postkarten. Herr Heinrich Noll biet, Marktplatz 1, hat wieder neue Postkarten anferttgen lassen, die einige ber schönsten Theile Gießens in Mondschein« drleuchtung barstellen. Besonders schön ist die Aufnahme der Westanlage mit dem Blick vom SelterSthor aus gesehen. Die Karten dürften viele Liebhaber finden.

* Zur Nachahmung in Gießen empfohlen. Die freie Bibliothek und Lesehalle ber Deutschen Gesellschaft für ethische (Kultur in Freiburg i. B. hat von einem unbekannten (SSnner dir Summe von 1000 Mk. erhalten.

** Zn die Klinik gebracht wurde am SamStag ein Holz- honet aus Ob et-Lais. Derselbe wurde im Walde von einer ungünstig fallenden Fichte zu Boden geworfen, wodurch ber Genannte außer sonstigen Verletzungen einen Dopp el- Beinbruch daoontruz. Der BedanernSwerthe hat eine zahlreiche Familie unb war bisher fast ihr alleiniger Srnährer.

♦♦ Nach China. Der Brief verkehr mit ber nach Ostafieu entsanbten LandungSabtheilung bei Kreuzergeschwaders wird durch das Marinepoftamt in Berlin vermittelt. ES tWpfirhlt sich daher, die Briefsendungen mit dem Vermerke »Durch daS Marine-Postamt in Berlin" zu versehen. Hierfür uab für Postanweisungen kommen dieselben Gebühren in An- oandung wie für die gleichen Sendungen an die Besatzungen der Sch'ffe im Auslande. ES find auch Postpackete bis zum S kwichte von fünf Kilogramm zulässig - die Gebühr dafür beträot 3 20 Mk.

** Postalifches. Es wird daraus aufmerksam gemacht, dcnß die Annahme von Telegrammen, Einschreibsendungen und drängenden Packeten außerhalb der Schalterdienst, stunden sowie zur Nachtzeit nicht mehr, wie seither geschehen, im 2. Stockwerk bezw. in der Packkammer des Hauptpostamts in der Bahnhofstraße erfolgt, sondern in der Schalterhalle daselbst. Die Auflieferer von Telegrammen rc. gaben bei geschlossenem Schalter an der, neben der Eingangs- 'hÄre des Hauptpostamts angebrachten Nachtglocke zu Mängeln, worauf Einlaß erfolgen wird.

* Unfallversicherung für Studirende der Medicin. Einen (chr beachtenswerthen Vorschlag, der die Aufmerksamkeit ueiterer Kreise verdient, enthält die letzte Nummer der -Münchener Medicinischen Wochenschrift". Der Verfaffer des ^Lfsatze-, Herr Dr. A. Kayserling in Heidelberg, geht dabei oon der Neuerung aus, welche mit Beginn des Winter« emesters an der Universität Heidelberg getroffen wurde, daß lÄmlich von Seiten der zuständigen akademischen Behörde die Niudirend'.n der Chemie und Physik gegen Unfälle versichert I«rden, die ihnen während des Unterrichts, bei Vornahme m Hebungen oder bei Excursionen zustoßen, und empfiehlt ttire ähnliche Einrichtung für die Mediciner. Treffend be« n«rtt der Autor, daß die Mediciner während ihres Studiums :n eben so hohem Maß. Gefahren ausgesetzt sind wie die Chemiker und Physiker, und jedenfalls würde es seitens der brtheiligten anerkannt werden, wenn auch sie gegen die stochtheile einer während des Studiums erworbenen bleiben- leii Arbeitsunfähigkeit durch Unfallversicherung geschützt werden.

Milde Winter. Der diesjährige bisher so milde Sinter hat schon manchen Vorgänger gehabt, die ihn an

Milde noch bei Weile» übertreffen. So wat im Jahre 1172 der Winter so mild, daß die Bäume Ende Januar sich mit Grün bedeckten und die Vögel im Februar nisteten und brüteten. Im Jahre 1289 merkte man gar nichts vom Winter, die Temperatur war so warm, daß die Mädchen am Rhein sich mit Beilchenkränzen schmückten. Im Jahr 1421 blühten die Bäume im März und die Weinstöcke im April, in demselben Monat gab eS reife Kirschen. Im Jahr 1572 trieben die Bäume im Januar Blatter unb die Vögel brüteten wie im Jahre 1172 schon im Februar, dieselbe Er­scheinung wiederholte sich 1585, wo um Ostern daS Getreide in Aehren stand. In den Jahren 1538, 1607, 1609, 1617 und 1659 gab es weder Schnee noch Frost, 1662 endlich heizte man auch im nödlichen Deutschland den ganzen Winter hindurch nicht ein unb die Bäume blühten im Februar. In neuerer Zeit find die Winter von 1807, 1846 und 1847 als besonders mild zu bez'ichneu.

* * Wetterbericht. Das Barometer ist über dem größten Theile Europas gestiegen. Der Hauptkern des hohen Druckes liegt im Osten des ErdtheilS, ein secundäreS ist über England vorhanden. Bon einer ziemlich tiefen Depression im äußersten Norden zieht sich aber auch heute noch die gestern bereits erwähnte Furche niederen Druck'- südwärts bis Norddeutsch« land und von hier über Belgien qaer durch Frankreich bis zum BiScaha-See und bis zum westlichen Mittelmeer. In Süddeutschland ist baß Wetter meist nebelig unb lagen die Morgentemperaturen in unserem Gebiete etwas höher als gestern. Voraussichtliche Witterung: Keine wesent­liche Aendetung. Im Allgemeinen Befferung.

B. Bon bet Bergstraße, 10. Januar. Mau sticht den 1897er jetzt ab. Diejenigen Trauben, die bis in ben Oktober uab November hängen konnten, haben einen wesentlich besseren Wein geliefert, als bie früher geherbsteten. Es ist noth« wendig, daß die Winzer die anftretenben Krankheiten in ben Weinbergen energischer bekämpfen, sonst find für die Folge große Nachtheile zu befürchten. Daß Rebholz ist durch die milde Witterung gut außgereift.

Die

Ueberlegenheit der deutschen Coneurrenz ist allmählig zum ständigen Thema der Publiciftik jenseits des Kanals geworden. Den neuesten Anlaß, auf dieses Thema zurückzukommen, liefert der Brief eines Japaners, welcher den englischen Kaufleuten und Industriellen auf den Kopf zusagt, daß sie zu träge und zu sehr in dem alther­gebrachten Schlendrian eingerostet seien, um mit den Deutschen auf dem Weltmärkte gleichen Schritt halten zu können. Es sei ja allerdings bequemer, sich der deutschen Vermittelung auf dem japanischen Absatzmärkte zu bedienen, als mit Auf­bietung von etwas Rührigkeit und Unternehmungsgeist den Profit, den jetzt der Deutsche einstreiche, in die eigene Tasche zu leiten. Diesen Ausführungen wird von den urtheilsfähigen englischen Fachmännern als durchaus berechtigten zugeftimmt. Man würde ihnen nicht mehr als gerne widersprechen, wenn nicht die Thatsachen dem schnurstracks im Wege ständen. Das Foreigen Office" läßt es an der Veröffentlichung sorgfältig abgefaßter Consularberichte aus aller Herren Länder gewiß nicht fehlen; die Sache ist nur, daß dieselben anderswo weit mehr beachtet werden, als von der britischen Geschäftswelt, ebenso zählt das HandelsfachblattJournal of Commerce" weit mehr kaufmännische Leser in den deutschen Handels­und Jndustriecentren als in England. Von Jntereffe erscheint die Bemerkung desGlobe", daß der Unternehmungsgeist, der den britischen Geschäftsmann noch vor etwa 20 Jahren auszeichnete, seitdem in unaufhaltsamen Verfall begriffen ist, weil dieser Termin der Zeit nach zusammenfällt mit der grundsätzlichen Abkehr der deutschen WirthschaftSpolitik Ende der 70 er Jahre von dem System des reinen Manchester- thums. In der That zeigt eine Durchmusterung der eng­lischen Consulatsberichte während des gleichen Zeitraums, daß die Klagen über englische Dickköpfigkeit und Verknöcherung im Gegensatz zu der wachsenden Unternehmungslust und Anpaffungsfähigkeit des deutschen Geschäftsmannes seitdem in steter Zunahme begriffen sind. Insbesondere kann der englische Unternehmer sich immer noch nicht der Gewohnheit entschlagen, seine Kataloge und Preiscourante nur in eng» Uscher, statt in der Sprache deSj-nigen Landes herauszugeben, wo er Absatz sucht. Den Deutschen wird im Gegentheil nachgerühmt, daß ihre Agenten im Auslande nur mit solchen Waaren und Preislisten auftreten, aus denen sich jeder Einheimische ohne Weiteres informiren kann, und daß der Deutsche, was vollkommen ebenso wichtig ist, seine Muster und Modelle ununterbrochen den wechselnden Geschmacks­neigungen und Bedürfniffen der Länder anpaßt, mit welchen er Geschäftsverbindungen unterhält oder solche zu eröffnen beabsichtigt. - .

Vermischtes.

Hanau, 7. Januar. Die Regierung zu Raffel hat der Stadt Hanau den Vorschlag gemacht, den Kurort Wil Helmsbad für die Summe von Mk. 3500 in Pacht zu nehmen und für die Unterhaltung der Gebäude unb Parkanlagen zu sorgen. Einen Beschluß über Annahme ober Ablehnung dieses Vorschlages haben die städtischen Behörden noch nicht gefaßt, da fie vorerst daß Ergebniß der mündlichen Verhandlungen über diesen Gegenstand zwischen dem Minister für Domänen und Forsten unb dem hiesigen Oberbürger, meister Dr. Gebeschus abwarten wollen.

* Straßburg, 10. Januar. Der bei der Baukatastrophe am alten Weinmarkt verunglückte Arbeiter Malfait wurde heute als 7. Todter auß den Trümmern hervorgezogen.

Nürnberg, 10. Januar. Der Schutztruppen-Unter« o'sizier Stadlbauer, früher im bayerischen 14. Infanterie- Regiment, ift in Dar-»Salam infolge von Dumpsfieber, 27 Jahre alt, gestorben.

Verkehr, Larrö- tmfc VeUrrvirthschasi»

11. Januar. Marktbericht. Auf dem heurigen Wschemnarkt kostete: Butter pr. Psd. X 0,65-0,85, Hühnereier Pt. St. 7-9 4,2 St. OO-GO^, Enteneier 1 St. 0-00 A, el.er pr. St. 0000 4, KN« pr. St.4-9 H, Käsematte pr. ®L 3 * Erbsen pr. Liter 18 Linsen pr. Ltter 32 4, Tauben pr. Paar X 0,60 biß 0,00, Hühner pr. Stück 0,90 biß 1,10, Hahnen pr. Stück X 0,60-1,00, Enten pr. Stück X 1,60-2,00, Gänse pr. Pfund X 0,60-0,60, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4, Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 60-66 H, Schweinefleisch pr. Psd. 72 biß 76 X Schweine­fleisch, gesalzen, pr. Psd. 80 4, Kalbfleisch pr. Psd. 6064 Ä Hammelfleisch pr. Pfd. 5066 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 bH 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 000 H, Zwiebeln pr. Centner 6,00-0,00 X, Milch vr. Liter 16 X

Fleisch Aufschlag.

Veranlaßt durch die sehr hohen Einkaufspreise der Schweine ist vom 10. b. Mtß. ab eine Erhöhung der Verkausßpreise deß Schweinefleisches etngetreten.___________________________________________

Neueste Nachrichten.

Depeschen deß BureauHeroid".

Kiel, 11. Januar. Wie dieKieler Zeitung" meldet, finden im kommenden Herbst keine Kaisermanöver der Flotte statt. Die Kaiser NichtHohenzollern" wird währei d der Monate Mai und Ium nach dem Mittelmeer gehen und dort zur VrrsÜguug deß Kaiferß verweilen.

Wien, 11. Januar. Wie m Hoskreisrn verlautet, begibt sich der Kaiser bereitß Ende dieseß Mouatß, späteftenß Anfangs Februar zum Besuch der Kaiserin nach Territet.

Prag, 11. Januar. Hier tritt mit Bestimmtheit daß Gerücht auf, daß für den Fall eineß friedlichen Uederein- kommenß zwischen Tschechen unb Deutschen die Krönung deß Kaisers zum König von Böhmen bereits im Laufe deß nächsten Jahres erfolgen soll.

Prag, 11. Januar. Der Abgeordnete Wolff wurde, alß er daß LandlagSgebäude verließ, von fünf untformlrten Polizisten durch die ganze Altstadt bis zum Cafe Continental am Graben begleitet. Zahlreiche Neugierige folgten dieser seltsamen EScorte.

Rom, 11. Januar. Die officiöseItalic" meldet, nach Mitthetlungen der Consulta, die englisch-japanische Allianz sei ein fait accompli.

Paris, 11. Januar. Im Prozeß Esterhazy wurde gestern nach Verlesung der allgemeinen GefichtSpunkre in die Vernehmung der Angeklagten und der Zeugen eingetreten. Der Gerichtshof wies daß Begehren der Abvocaten Demange unb Labori, welche als Vertreter der Familie deß ExcapitänS DreyfuS der Verhandlung beiwohnen wollten, zurück. Im Zeugenraum erschienen Esterhazy» Geliebte, Fraulein PayS, und der Reserveoffizier We»ll, an welchen Esterhazy jenen Brief gerichtet hat, worin er anzeigt, feine Nothlage treibe ihn einem Verbrechen zu - ferner Oberst Picquart unb Scheurer-Kestner. In der Vernehmung bestritt Esterhazy mit Entschiedenheit, die Thaten begangen zu haben, welche die Anklage unb die Aussagen ber Zeugen, besonders deß Obersten Picquart, ihm zur Last legen. Anher dem An­geklagten wurden im Laufe der gestrigen Sitzung als Zeugen Mathieu DreyfuS, Scheurer, die Geliebte Esterhazys, Reserve« osfizier Weill und Picquart vernommen. Bor Vernehmung dieses wichtigsten Zeugen beschloß der Gerichtshof die Geheim­haltung der Verhandlungen für den ganzen Rest des Pro- zeffeß. Die Weiterverhandlung wurde auf heute 9 Uhr vertagt.

London, 11. Januar. Auß Sansibar wird gemeldet, daß die Expedition Macdonald einen neuen Angriff zu be­stehen hatte. Der Bruder Macdonaldß und einige Mit­glieder der Expedition find getödtet worden.

London, 11. Januar. Gestern sprach in Manchester Lorb Balfour über die Orientfrage.

London, 11. Januar. Auß Ostende wird demDail Graphic" gemeldet, baß die Dampfer ber russischen Flotte, welche im Frühjahr nach dem äußersten Osten abgeht, Ka­nonen mitnehmen werde für den Fall, daß die Lage in ben chinesischen Gewässern die Umwanblung der Dampfer in Kreuzer erforderlich macht.

London, 11. Januar. Auß Hongkong wird gemeldet, daß ein höherer russischer Beamter von Peking nach Tonktng abgereift ist, um mit dem Vicekönig über bestimmte Angelegenheiten zu verhandeln, bezüglich welcher der Bice- könig Befehl erhalten habe, die russischen Forderungen au- zunehmen.

London, 11. Januar. Auß Mombassa wird gemeldet, bei Ui amba ist zwischen den englischen Truppen und den Eingeborenen eine große Schlacht geliefert worden. Eine Unterstützung ist dorthin abgegangen.

London, 11. Januar. Der Vertreter von Cornelius Herz hat bei der franzöfifchen Regierung einen Antrag auf Entschädigung für die erlittene Verfolgung gestellt. Er sagt, daß Herz an seiner Ehre und an feiner Gesundheit großen Schaden gelitten habe. Die Höhe der Entschädigungs­summe ist in dem Briefe nicht angegeben worden. Die französische Regierung will baß Ersuchen in Erwägung ziehen. _____________

WB. Berlin, 11. Januar. Die Thronrede zur Er­öffnung deß preußischen Landtags kündigt auch für daß lausende Rechnungsjahr einen erheblichen Ueberschuß an. Der StaatßhauShalt werde die auf dem Boden der Ver- faffung stehende gesetzliche Festlegung der Grundsätze für Ver­anschlagung und Führung der Conttolle im Staatshaußhalt Vorschlägen. Die Thronrede theilt mit die beabsichtigte Auf­hebung der Cautionßpflicht der Beamten, die Neu­regelung und Verbefferung deß Diensteinkommens der Geist­lichen beider Confeffionen, die Regelung der Stellung der Privatdocenten an den Universitäten, die Erhöhung deß Grundcapitalß bei der Centralgenoffenschaftskaffe, die Er­höhung deß Ansiedelungßfonbß für Posen und Westpreußen, die Ausdehnung deß gesetzlichen Anerben-Rechtß auf Westfalen und ein'ge rheinische Kr-ise, die Bereitstellung weiterer Mitte! zur Beseitigung der Hochwasserverheerungen und ihrer Folgen. sind Erörterungen eingeleitet über die Regulirung unb planmäßige Unterhaltung ber bett. Flußläufe.