Ausgabe 
11.11.1898 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Die Bestürzung im Ely^e mar groß, zumal General Magnan, der au Stelle von Lhangaruier getreten war, ohne Äatut'Arvaud nicht witthun wollte. Ebenso lehnten die Generäle Baraguay d'HillterS und Castellane da» Portefeuille de» Srtege» ab. Der ganze Plan schien scheitern zu sollen, da auch schon Gerüchte davon in die Oeffrntlichkeit gedrungen waren, und die Republikaner anfingen, mißtrauisch zu werden. Da entschloß sich Fleury, den General de Saint Ärnaud persönlich aufzusuchen, um von ihm Aufklärung wegen seiner sonderbaren Absage zu verlangen. Der General gab diese Aufklärung dahin, daß er den Augenblick noch nicht für ge­kommen hielte, weil die Kammer nicht versammelt sei. Sowie letztere» der Fall, würde er bereit sein zu handeln, da» heißt, die ganze Deputirtenkammer auf einmal aufzuheben. Lasten wir nun Fleury selbst erzählen: »Der Fall lag so, daß mau da» Wort Tallrhraud» wiederholen konnte: Wo steckt die Frau? Nau wohl, ich will nicht verschweigen, daß Frau de Saint-Aruavd e» war, die mich überzeugt hat und auf ihren Rath schrieb ich an den Prinzen." E» wurde nun eine Zusammenkunft zwischen dem Prinzen und Saint-Arnaud hrrbetgeführt, die alleMißverständnisse" beseitigte. Am 27. October veröffentlichte der Moniteur die Ernennung Saiot-Arnaud» zum Kriegsminister. Erregte Sitzungen der Deputirtenkammer ergaben, daß die Mehrheit der letztem dem Prinzen nicht geneigt war. E» erschien also höchste Zeit zum Handeln. Am 26. November fand die entscheidende geheime Sitzung derVerschworenen" statt. Sämmtlrche Generäle der Pariser Garnison mau hatte vorher dafür gesorgt, daß die richtigen Leute dorthin versetzt wurden, 21 an der Zahl, schworen hierbei in die Hand de» General» Magnan »Treue und Ergebenheit dem Prinzen au dem Tage, an welchem e» ihm belieben würde, zu handeln".

Dieser Tag kam bald. Am 1. Drcember wurden die letzten entscheidenden Vorbereitungen getroffen. An der be- treffenden Sitzung nahmen nur Thrtl der Prinz, Mornh, Maupak, Molquard und Batrrt-Arnaud, al» der einzige Mi­nister. In derselben Nacht erfolgte noch die Gefangennahme der Generäle Changarnier, Caoaignac, Lamor>ciäre, Lest-. Al» sich am Morgen de» 2. Drcember die Abgeordneten tn der Kammer versammeln wollten, fanden sie diese militärisch besetzt. Der Versuch, sich in dem Bürgermeisterei-Gebäude de» zweiten Arrondissement» zu eonstitniren, wurde durch die Truppen vereitelt, gleichzeitig wurden die Drputirten, darunter Berryer, Dufaure, Barrot, de Broglio und Andere, verhaftet. Der eigentliche historische Moment de» Tage» aber war der, al» der Prinz zu Pferde stieg,- er wurde von den Truppen überall mit lebhaften Zurufen begrüßt. DieStraße" ver­hielt sich jedoch weniger ruhig, und es fandm btö zum 5 De- cember wiederholt Straßeukämpfe statt, in denen jedoch die T vppen ohne große Mühe Si-ger blieben. Auch diese Kämpfe haben die Republikaner sehr übertrieben, ebenso stellte e» sich später al» unwahr heran», daß auf Befehl Saint-Arnaud» zahlreiche Gefangene erschossen worden feien. Der Gesammtverlust der Truppen betrug 26 Todre, 184 Ver­wundete, da»Volk" verlor 175 Tobte, und 115 Verwundete. Uebrigrn» gibt selbst V ctor Hugo ir seinerHistoire dun Crime zu, daß da»Volk" keine große Last zum Kämpfen zeigte. In der Provinz blieb während des Staatsstreiches, abgesehen von einigen Ausschreitungen, die sich aber bezetch- ueuderwetse meisten» gegen da» E'gec-thum richteten, Alle» ruhig. Der StaatSftreich war vollkommen gelungen. Louis Napoleon Übernahm nun die Rolle de»Ersten Lonsul»", UM da»zweite Kaiserreich" vorzubereiten._________

Deutscher Reich.

Berlin, 7. November. DerReichSanzeiger" meldet bezüglich der am 4. d. Mt». auf der ZecheBorussia" statt- gefundenen Schlagwetter-Explosion, durch welche zwei Bergleute getödtet und sechs verletzt worden find, daß die Ursache der Entzündung noch nicht festgestellt sei und die bergpolizeiliche Untersuchung über den Unglücksfall noch schwebe.

Berlin, 9. November. Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist gestern Abend wieder in Berlin angekommen.

Berlin, 9 November. Wie diePost" meldet, entbehrt die von derTimes" gebrachte Nachricht, daß ans Samoa ein Au» stand anszubrechen drohe, jeder Begründung.

Berlin, 9. November. Da» Fleischschau-Gesetz ist, wie eine Korrespondenz meldet, dem BundeSrath zu- gegangen.

Berlin, 7. November. Um die Wirkung der neun am Eanal vorhandenen Signalstationen zu erhöhen, har da» kaiserliche Taualamt beschlossen, diese mit electrischen Signallaternen zu versehen, welche durch Accumulatoren- Batterien gespeist werden sollen. Die in Anwendung kom- wenden Accumulatoren-Batterien find sogen, transportable Batterien, d!e im completten Zustande 38 bi» 40 Batterie­kästen enthalten werden. Dieselben find im Stande, fünf Glühlompen von je 15 Normalkerzen Lichtkraft gleichzeitig während 240 Stauden mit elektrischer Energie zu versorgen, iodaß, wenn die Gesamwtbrenndauer der fünf Lampen pro Tag auf 16 Stunden berechnet wird, jede Batterie 15 Tage lang ohne Neuladung in Betrieb belassen werden kann. Da die Brenndauer und die Zahl der Lampen reichlich gemessen ist, so wird im Allgemeinen die Neuladung der Batterie erst nach vier bi» fünf Wochen erforderlich fein. Die Ladung ejfolgt in den ElectricirätSwerken zu Rendsburg und Brun» l. ,rel' to0 °u» bekanntlich die Beleuchtungsanlagen de» Kaiser Wilhelw-Lanal» gespeist werden und wo ein Gleich- ptom von einer 110 Bolt hohen Spannung zur Verfügung steht. EL wird an genannten Stellen so eingerichtet, daß die Ladung sowohl während de» Lichtbetriebe» alt auch außer­halb derselben erfolgen kann. Da da« Gewicht eine» Batterie- kästen», der au» Holz besteht und mit Handgriffen zweck» leichteren Transporte» versehen ist, etwa 33 Kilogramm be- tragen wird, so kann da» Ein- und Ausladen der Batterie- kästen ohne jegliche Hebewerkzeuge von zwei Arbeitern ans- geführt werden. Auch find dieBa'terien so eingerichtet, daß

(ein Nurtreten der Säuren beim Transport fast vollständig ausgeschlossen ist. Damit der Betrieb keinerlei Unterbrechung erleidet, war unter allen Umständen vermieden werden muß, I wird eine Accumulatorenbatterie al» Reservebatterie dienen, sodaß im Ganzen zehn Batterien zur Anschaffung gelangen. Die Kosten dieser Anlagen werden fich auf 50,000 bi» 60,000 Mk. belaufen.

Berlin, 9. November. Lonferenz zur Bekämpfung de» Auarchitmu». Die fünf Punkte, welche die Grund­lage derAnarchisteu-Cooferenz" bilden, find nunmehr von allen Regierungen angenommen, so daß e» fich nur um die Formulirung handelt. Die größten Schwierigkeiten wachten England und Griechenland bezüglich de» Punkte» der Aus­lieferung der Anarchisten. DieJtalie" erklärt officiö», daß die italienische Regierung durch den Vorschlag, die Anarchisten au»zuliefern, den besten Beweis gebe, daß e» nicht ihre Schuld fei, wenn italienische Anarchisten im AuSlande frei leben und Eomplotte schmieden könnten, fall» ihr Vorschlag nicht angenommen würde.

Arrrtaird.

Senf, 8. November. Der Proceß Luccheut wird bekanntlich am Donnerstag den 10. November vor den hiefigeu Asfiseu zur Verhandlung kommen. Im Ganzen find 48 Zeugen geladen. Präfident de» Gerichtshöfe» ist Bnrgh. Da» Recht der Selbstverteidigung wird Luccheni tn keiner Weise ge­schmälert werden- man wird ihn seine Theorien auseinander- setzen lassen, jedoch ist zwischen dem GerichiSpräfitenten und dem Osficialvertheidiger, Advokat Moriand, eine Verständigung dahin getroffen, daß dem Angeklagten sofort das Wort zu entziehen fei, fall» er fich in irgend einer Weise persönlichen Angriffen zuwende. Da der GerichtSiaal, tu dem die Ver- Handlungen stattfinden, nicht groß ist, wird nur eine be­schränkte Zuhörerschaft z-igelossin werden können. Für Jour- naliften find 60 Plätze reiervrrt.

Antwerpen, 9. November. Au» New -Jork kommt die Nachricht, daß der amerikanische DampferCaratan" ge­sunken ist. Von der 28 Mann starken Besatzung ertranken fünf Personen, die übrigen wurden gerettet.

Paris, 9. November.Radical" undAurore" ver» sichern, daß die Schriftstücke, welche gestern bei einer mit Esterhazy befreundeten Persönlichkeit beschlagnahmt worden sind, den formellen Beweis liefern, daß Esterhazy der Urheber de» Bordereaus sei.

Pari», 9. November.Libre Parole" hat C a v a i g n a c interviewt. Derselbe erklärte, daß er gestern zwei Mal zum Cassationshof gegangen sei, aber nicht verhört wurde. Sein Verhör wird wahrscheinlich heute stattfinden.

Frankreich. Prinz Lout» Napoleon ist, tot wiederholt betont, der am ernsthaftesten zu nehmende fran* zofische Thronforderrr. Bezeichnend nun ist e», wa» ein englische» Blatt in Folgendem mittheilt:In gew ffen ein« flußretchen Kreisen heißt e», daß zwei Finanzhäuser sich bereit erklärt hab:n, dem Prinzen Laut» Napoleon 1,000,000 Lstrl vorzuschießen und daß der Vertrag demrächst von den Ver­tretern der beiden Parteien in Genf unterzeichnet werden wird. E» steht kaum zu bezweifeln, daß da» Darlehen politischen Zwecke dienen soll. Sonst würde e» nicht nöthig fein, besonder» wenn fich die Nachricht, daß der Prinz die Tochter de» Großfürsten Wladimir, de» Großonkel» be» Zaren, hetrarhen wird, bewahrheitet."

Spanien. Wie au» Madrid gemeldet wird, be­rechnet die spanische Regierung, wenn fie die zur Verfügung stehenden Dampfer der transatlantischen Gefellfchaft tu Be- tracht zieht, al»Zeitpunkt für die vollendete Räumung der Insel Cuba den 13 März. Im Lause be» Monat» November sollen noch 18,870 kranke Soldaten zurückbefördert werden. 25,690 Mavn würden bann im Monat Drcember, 25,554 im Januar, 24,675 im Februar und 11,929 bi» zum 13. März die Rückreise antreten. Die Vereinigten Staaten fordern aber bestimmt, daß am 1. Januar die Räumung beendet fei, und e» ist noch nicht abzufehen, wie eine Einigung zu Stande kommen soll.

Petersburg, 9. Nooember. Unterrichtete Pariser Kreise bestätigen, daß infolge de» zwischen den (Kabinetten in An­gelegenheit der Abrüstungg-Couferenz stattgehabten Meinung»an»tausche», sowie der Unterredungen, welche Graf Murawiew während seiner Auslandsreise darüber pflog, der Rahmen de» Conferenzprogramme» etwa» enger, al» ur­sprünglich beabfichtigt gewesen sein mag, gezogen werden wird. Man fei allseits zu der Urbcrzeuguug gelangt, daß die Ein­schränkung der Beratungen der Lonferenz auf eine Anzahl genau festgestellter Punkte das geeignetste Mittel darbiete, dem Entstehen von Mißverständnissen vorzubeugen und zu mindest eine Formulirung von einmüthig gehegten Wünschen in der Betten» Rußlands angeregten Richtung zu erzielen, von welcher man für die Zukunft practische Wirkungen werde erhoffen dürfen.

Nach der vernichtenden Niederlage im Kriege mit Japan ist China eifrig bestrebt, fich wieder eine Flotte anzuschaffen. Unlängst hat der englische Gesandte in Peking dem Tsung-li-Uimen mitgetheilt, die englische Regierung sei bereit, die Neuformirung der chinefischen Marine zu über­nehmen und fie wolle zunächst einmal englische See-Offiziere nach China senden. Diese» Anerbieten ist aber abgelehnt worden, weil die Chinesen eine chinesische Flotte haben wollen, keine englische. Inzwischen find auch die drei Kreuzer ein- getroffer, welche die chtnefische Regierung bei der Werst Vulkan" in Stettin bestellt hat. Bei den Probefahrten in China haben fich diese in Deutschland gebauten Schffe vor­züglich bewährt. Sie sind 21% Knoten in der Stunde ge­laufen, während im Vertrage nur 19% Knoten au»gemacht waren. Die Chinesen find sehr froh über bk schönen Schiffe und spenden der deutschen Schiffsbaukunst rühmende Aner- kennnng. Woher fie freilich die Matrosen und die Offiziere nehmen werden, um die drei Kreuzer zu bemannen, ist eine andere Frage.

Samoa. DieTimes" berichtet: Der amerikanifche KreuzerPhiladelphia" har Befehl erhalten, von San Francisco nach Samoa fich zu begeben, wo der Aus­bruch von Unruhen befürchtet wird. Der Kreuzer Aorktown" wird Nachfolgen.

Ctcales unb provinzielles.

Siebe«, 10. November 1898.

* Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Geinsheim. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg Birstein steht da» Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer- stelle an der Gemeindeschule zu Schashausen-Alzth Eine Lehrerstelle au der evangelischen Schule zu Frei-LauderSheim. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer­ftelle an der Gemeindeschule zu Geilshausen. Mu der, Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Bonhousen. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Saasen. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lindenstrmtz. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst berbunben. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Dietzenbach. Eine mit einem evange­lischen Lehrer zu besetzende Lehnrstelle an der Gemeindeschnle zu Altenstadt. Mit der Stklle ist die Hälfte de» Organisten, dienste» verbunden. Die Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu GernShrim. Mit der Stelle ist Ocganisteudienst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschnle zu Affolterbach. Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- mrtndeschule zu Eichelsdorf. Mit der Stelle ist Organisten- d enst verbunden. Zwei Lehrerstcllen an der Gemeinst schule zu Nieder-Saulheim, von denen die eine mit einem tbanp.e» lsschrn, die andere mit einem katholischen Lehrer zu besetzen ist. Mit beiden Stellen istOrganistendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrersttlle an der Gemeindeschnle zu K mdach. Mit der Stelle ist Lectoren- d e -st verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Löwenstein- Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach- Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer­stelle an der Gemeindeschnle zu Tret- a. d. Lda. Mit der Stelle ist Organisten- und Lectorendienst verbünd»n. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kelsterbach. Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden. Eine mit einem katholische« Lehrer zu besitzende Lthrerstelle an der Gemeindeschnle zu Klein-Welzheim. Eine mit einem katholischen Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Marienborn. Eine Lehrerinnenstelle an der katholischen Schule zu Castel. Sammtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalte.

Grimberg. 6. November. Nebeubahnproject Lich- Grünberg. Die heute in vorbezeichneter Angelegenheit nach derHorstenburg" bei Ober-Bessingen einberufene Ver­sammlung hatte fich eines über alles Erwarten zahlreichen Besuches aus den interesfirten Orten zu erfreuen; das vor­gesehene Local erwies fich infolgedessen als viel zu klein, so­daß viele Personen wieder weggehen mußten. Den Vorsitz in der Versammlung führte Herr Bürgermeister Hell er-Lich. Als erster Redner setzte Herr Pfarrer Wagner-Ettings­hausen, von dem auch die Einladung ergangen war, die Vor­theile auseinander, welche die Erbauung einer Bahn in ge­dachter Richtung für die mannigfachen Products der Gegend mit sich bringen würde. Die projectirte Bahnstrecke Lich Butzbach werde, wenn nicht durch den Staat, durch eine Klein-Eisenbahn-Gesellschaft gebaut werden und dann fei LichGrünberg das fehlende Glied der Linie Marburg Frankfurt a. M. Als nächster Redner theilte Herr Louis Moll-Grünberg mit, daß die beiden Herren Landtags­abgeordneten Geheimrath Schönfeld und Köhler-Langs- >orf ihr Nichterscheinen entschuldigt hätten, und verlas alsdann ein Schreiben des Erstgenannten darüber, was geschehen fei, und wie die Regierung sich zu dem Project stelle. In einem erner zur Verlesung kommenden Rundschreiben de» Herr« Bürgermeisters Joutz- Butzbach wird für den Fall, daß der Staat den Bau der Linie LichButzbach nicht in die Hand nehmen sollte, die Erbauung durch eine Genossenschaft empfohlen, was auch bezüglich der Strecke LichGrünberg anzurathen sei. Die Ansichten der Versammelten waren einhellig dem Proj-cte günstig und wurde dementsprechend »eschloffen, zum Zwecke energischer Förderung der Sache so- ort ein Somit« zu wählen. Diesem gehören an die Bürger­meister der beteiligten Gemeinden, von Lich und Grünberg noch je zwei weitere Mitglieder und aus den übrigen Orten e ein solches. Der Vorfitz in dem Comitü wurde Herrn Moll übertragen. (Gründ. Anz.)

Mainz, 7. November. Infolge des nicht drsonder» günstigen Obstjahres kommen soeben nicht unbeträchtliche Sendungen von Aepfeln an» Oesterreich in Mainz an, die w llige Abnehmer finden. Das Obst ist schmackhafter wie vaS italienische Obst und trotz der Transportkosten nicht f» teuer al» deutsche» Obst.

Kastel, 8. November. Auf dem hiefigeu Bahnhöfe wirb seit einiger Zeit viel Weißkraut verladen. Dasselbe kommt an» den Riedorten und geht nach niederrheinische« Orten.

Wormß, 8. November. Herr Dr. Conrad Schneider, der Begründer und Leiter der Woemfer Brauer-Akademie, einer unserer verdienstvollsten Mitbürger, der fein reiche» Wissen durch lange Jahre in den Dienst der Allgemeinheit