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»ab besonders der Stadt Wvrw» gestellt hat, ist Henle Morgen gegen 5 Uhr sanft entschlafen. Snsgezetchnee durch hohe Geistesgaben, große Tharkraft und liebenswürdige- Wesen hat es der verblichene vermocht, fich die Sympathien Derer zn erringen, die ihm iw Leben nüber getreten find.
Vermischte».
• • Der beatfche Kaiser nnb englische Ionrnaliften. Man schreibt aus London, 6. November: Die schlechte Behandlung, die die englischen Journalisten in Palästina erfahren haben sollen, nnb die unerklärliche Verspätung aller Telegramme haben die Redacrion des »Daily Mail" veranlaßt, fich letzten Dienstag in einer Depesche direkt an den Kaiser in wenden. Sie lamere: »I. K. M. Der Deutsch: Kaiser, Jerusalem. Majestät. Dars ich mir gestatten, Ihrer Majestät Aufmerksamkeit auf die Thatsache zu lenken, daß das englische Publikum das größte Interesse au Ihrer Majestät Reise nimmt, daß aber Dank der schlechten BehauNnug der türkischen Behörden sehr wenige Telegramme meines ausgezeichneten Correfpondemen, des Mr. liharles E. Hands, «eine Leser erreichen, und daß man in England sehr unwillig ist über die Behandlung der englischen Preßvertreter, die unter detrichtl'chen Kosten und Mühen abgesandt worden find, um Ihre Majestät nach Palästina zu begleiten. Redakteur »Daily Mail* L‘onbon.* Das Blatt beme.k^, der Kaiser habe mit der Höflichkeit, die ihn immer au-zrichue, sofort Schritte getroffen, vm dem Mißstande abzuhelseu. Wenige Gründen nach Absendung der Depesche seien die Telegramme seines Correfpondenten pünktlich etngelaafeu und gestern sei es von der deutschen Botschaft zu der Erklärung ermächtigt worden, Majestät habe das Telegramm erhalten, es sei was wöglich für die Journalisten geschehen uod es scheine nun kein weiterer Grund zu Klagen vorznltegen. Auch den Sultan har das Blatt autelegraphirt und gestern Nachmittag von Huffein, Hasfib Effeudt, eine „befriedigende Antwort" erhalten.
• lieber die gesammtr Gold- und Eilberproductiou der Erde entnehmen wir einer unfl vom Internationalen Patent- Bureau Earl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6), zur Verfügung gestellten Veröffentlichung folgende Daten: Das jährliche Ausbringen au Lold beträgt jetzt 206,000 Kilo, das au Silber 4,477,591 Kilo. In runden Summen würde dieses einen Wer>h von 658 Mill. Franc» für die Ausbeute an Gold und 934 Mill, für die au Silber darsttllen. Unter den Gold productrendeu Ländern nimmt Amerika die bei Weite« erste Stelle ein; es ist au bem Gesamnnresultat mit einem Werthe von 172 Mill. Francs betheiligt. Es folgen dann der Reihe nach: Australien mit 127 Mill., Rußland mit 117 M'll., Süd-Afrika mit 69 Mill., daun kommen die englischen Befitzungen tn Asten und Afrika mit 48 Mill., Ehtna mit 27, Neuseeland mit 19 Mill., Französisch Guyana, Deutschland, Ungarn, Chile, M»x co, Venezuela, Britisch Guyana und Eanada productreu jährlich Mengen, deren Werth zwischen 5 und 7 Mill. Frcs. schwankt. Für die vorstehende Berechnung ist der Preis von 8188 Fics. für da- Kilo Gold zu Grunde gelegt. Rechnet man das Kilo Silber zu 209 Frcs., so ist das tn den vereinigten Staaten in einem Jahre ge« grabene Silber 390 Mill, wrrth. Es folgen dann Mexico mit 271, Boltvta mit 80 und Deutschland mit 69 Mill., ferner Chile wir 15, Spanien und Frankreich mit je 11, Eentral-Amerlka und Brit sch Guyana mit je 10 Mill. Den Schluß bildet China mit einem Ausbringen im Werrhe von 9 Mill. Francs.
• »in Kleid aus Spinnwebseide. Wie der »Figaro" berichtet, dürfte auf der Pariser Ausstellung 1900 ein Kleid von Spinnwebseide tn der Jaduftrte-Abthellung für Conseetion einen nicht geringen Anzieonngspunkt bilden und nicht nur als Modeseltenheit Jvtereffe erwecken, sondern den Beweis liefern, daß die Bearde tang des Sptnuwebfadens möglicherweise eine neue Industrie eiöff-et, die vielleicht in Zukunft der Seideuindustrte Coucurrenz machen könnte. Schon früher wurden aus Spmueugrwebe Pflaster verfertigt, die ihrer blutstillenden Wirkung wegen bet gefährlichen Schnittwunden aufgelegt wurden. Rraumnr und Bon be Saiut-Hilaire beschäftigten sich in dieser Hinsicht w<r den verschiedensten versuchen und t« Jahre 1709 sandte Letzterer btt Akademie Halbhard chuhe und Strümpfe aus Spinnwedsetde. Bis dahtn wurde jedoch nur das dicht-, wollarttge Gewebe verwendet, wir de« die Larven eiugesponnen find. Den ersten versuch, die Arbeit der lebenden Spinne zu benützen, machte der Adtö Raymond de Term her, der deu Faden, so wie ihn die Spinne spann, auf eine Spule wickelte. Diese- Verfahren ist nun in jüngster Zeit wieder aufgeuowmen worden durch R. P. Cawbont, einen der erfahrensten Madagaskar- reisenden. Er benutzte für seine Zwecke die aus der Insel häufig vorkommende Kreuzspinne (Epeira diadema) von den Horas fnlichala oder halabe genannt. Die arme Spinne wird tn eine Art kleinen Stall eingeschloffen, der nur den -Hinterleib frei läßt, und sowie ftt beginnt, den Faden abzu- sondern, wird dieser ausgespult. Em einziges der fleißigen Thierchen lieferte so bet gutem Fatter binnen 27 Tagen einen Faden von 4000 Meter Länge. Nach vollbrachter Arbeit starb es. Ueberhaupt zeigen die Spinaen, die derart zur Arbeit gezwungen werden, eine große Verbitterung. Aber man küwmen sich nicht um ihre Meinung. Sie werden ausgezeichnet gefüttert mit Fliegen. Man wacht fie sogar trunken durch Aether, Chloroform und Alkohol, und man behauptet, daß fie tn diesem Zustande am besten spinnen. Durch wehr» malige Waschungen wird der Faden von dt« ihm anhaftenden Harzstoff befreit und hat dann bei vier- bis fünffach größerer Leichtigkeit und Feinheit dieselbe Dauerhastigkeit wie der Seidcufadeo. Er trägt, ohne zu reißen, etn Gewicht von 326 Gramm und besitzt bei 100 Meter Länge eine Dehn- barkeit von 12 Metern. Schon ehe man die Stoffwederet versuchte, fand der Faden Verwendung zu Netzen, an denen die militärischen Lustschiffer vom Park Chalais-Mendon die Gondeln des Ballons aufhängten. Die Gewerbeschule voo Antananarivo wird die systematische Organisation der neuen
Industrie übernehme» und es ist zu hoffen, daß die fich rafch vermehrenden und leicht zu erhaltenden Thierchen fich zur Zucht t« Großen eignen.
• Bestrafte Dummheit. Aus Bozen wird gemeldet: Bei bei Auswaggonirung der Menagerie Kludsky ereignete sich ein schwerer Unglückssall. Ein Fleischhauer steckte dem Riesenelefanten au» llebermuth einen brennenden Eigarrenstummel tn den Rüffel, worüber der Elefant so erbost war, daß er den Mann mit dem Rüffel erfaßte, in die Höhe hob nnb aus voller Kraft zu Boden schleuderte. Schwer verletzt wurde der Fleischhauer ins Spital gebracht.
• Da» •eneralcemite für deutsche eaaugelische beemauns- «tsfioN in •refcbrttainien schreibt: »Wir brauchen zur Fortführung unserer Arbeit für da» Jahr 1898 mindesten» Pfd. Str. 7 bi» 800 = ca. Mk. 14 bi» 16000. In Methil muß ein Lesezimmer errichtet werden. In Middle»brough kann der Raum, in dem wir jetzt unsere Gottesdienste ab- halten, der zugleich al» Lesezimmer dient, un» täglich gekündigt werden. Wir müffen dort bauen. Da» Seemannsheim in Shields genügt schon längst nicht mehr den Ansprüchen de» dortigen Berkehr». E» bietet nicht einmal so viel Raum, daß die Familie des Hausvater» dort wohnen kann. Daher, ihr lieben Freunde tn der Heimath, vergeßt nickt über der Noth, die ihr täglich bei euch seht, die seemännische, welche uns vor Augen ist. Die Gefahr der sittlichen und geistlichen Verkommenheit ist in den Seestädten unendlich viel größer als im Binnenlande. Dazu kommt noch eine, wodurch unsere Bitte eine wesentliche Unterstützung erhält. Deutschland- Welthandel wächst von Jahr zu Jahr und geht zum großen Theil nach und über England. Viel häufiger findet sich da» „made in Germany“, al» der mit diesen Verhältnisien Unbekannte glaubt. In demselben Maße wie Deutschland- Welthandel und daher sein Wettbewerb mit England zunimmt, verringern sich die englischen Unterstützungen. Quellen, die früher reichlich flössen, spenden heute nur noch wenig. Und wie lange wird es dauern, dann versiegen sie gänzlich. Darum noch einmal: Vergeßt unser nicht." Gaben für diese wichtige Innere Misfionsarbeit wird die Redaction gerne annehmen und weiterbefördern.
Wissenschaft, Citeratur unb Anrrft.
— »Das neunzehnte Jahrhundert in Bildnissen" bcrauS- gegeben von Kart Werckmerfter, Berlin, Phoiograpo'sche Gescll- schast, liegt un» vor. Lieferung 16 wird aus» Glücklichste rinaeleitet durch eine biographische Charaltensttk deS Generalseldma, scholl» von Molite, aus der Feder seine» Mttarbetlerv Berdy du Bernotk, der neben den Umrissen seine» LebenSganLe» auch der Aussassun» feiner Kriegsführung nachzugehen versucht. Ta» Bildniß MotikeS stammt au» dem Jahre 1871 nach dem groß-n Kriege. Zwei berühmte Schwaben, David Friedrich Strar-'b, der große Biograph Jefu, Ed. Zeller, der greife, noch leber.be Altmeister Philosophie geschichtlicher Forschung schließen sich an; der erste von Oliv Pfl.ideier, der zweite von dem Münchener Hugo Falkenh-im eingchend behandelt. Da» Bildniß von Strauß ist nach der Liiographie von Rohrbach, da» Zeller» nach dem Scheurenberg'ichcn ©tmälbe in der Rational" Galerie hergestellt. Zwei freihiillich gesinnte Dichter, freilich anderer Art folgen: Heinrich von Kleist, tec genialste, stolzeste, unglücklichste von ben preußischen Dichtern und Kämpfern, (die schöne Charakteristik von ber Hand Reinhoib Steig», da» Bildniß noch dem Stiche von Sageri) unb Ferdinanb Fretltgralh, ber glüheobe Sänger ber Revolution, bet noch nach dem Kriege von 1870 die Erfüllung feinet Ideale durch feine eigenartigen Gedichte verherrlichte, von Juliu» Hart. Sein von I. P. Hasenclever 1851 gemaltes Bildniß ist hier zum elften Male wieder gegeben; ebenso, um noch ein Blatt aus der interessanten Lieferung besonders zu erwähnen, da» einzige, zu Lebzeiten entstandene und vollendete Bildniß Franz Schubert», welches 1825, also drei Jahre vor dem Tode de» jungen unübertroffenen Meisters de» LiideS, nach der Natur von Wtlh. Aug. Rieder ge; zeichnet wurde. Da» Bildniß verdankt einem glücklichen Zufall sein Dasein. Der Maler habe sich, so wird erzählt, vor einem Regen zu seinem Freunde Schubert geflüchtet, bei dieser Gelegenheit eine Scizze von ihm entworien und sie später in mehreren Sitzungen auSgeführt. Da» Original hat später Herr Dr. Ge.rg Granitsch tn Wien für 1205 Fl. erstanden, der eS dem pietätvollen Unternehmen Karl Werckmeister» zur Verfügung gestellt hat. Lieferung 17 bringt an erster Stelle ben Begrünber ber Tübinger Schule Ferd. Ehr. Baur (Original von Kornbeck auf der Universität Tübingen). Seine Be beutung charakleriftrt Otto Pfleiberer; sodann Buonaoentura Gmellt, beffen hundertster Geburtstag vor tunet Zeit gefeiert wurde, nach dem Gemälde von Marschall; auch diese beiden Bildnisse zum ersten Male veröffentlicht. Zwei berühmte Münchener au» brr Zett Ludwigs L, Schwanthaler unb Klenze (Bildnisse nach gleichzeitigen Lithographien, Biographien von H. Holland), schließen sich an. Endlich erwähnen wir noch einige englische Porträte, Charles Dickens, un6 Deutschen durch die rührenden Jugendjahre des David Copperfield, die et selbst durchlebte, besonders theuer, al» Jünglina (von Maclise) unb im Alter, Thackeeay, bet scharfe satirische Roman- schteiber, unb Tennyson, ber „poeta Laareatas“.
— Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien. Gesammtdarstellung aller Gebiete ber gewerblichen unb industriellen Arbeit, sowie von Weltverkehr und Weltwirthschast. Neunik, durchaus neugeftaliete Auflage. Bearbeitet von Fachmännern ersten Ranges. Vollständig in 10 Bänden, geheftet je 8 Mk., in Halbfranz gebunden je 10 Mk. Auch in 160 Heften zu je SO Pfg, oder in 400 wöchentlich erscheinenden Lieferungen zu je 20 Psg. beziehbar. Leipzig, Otto Spamer. — Den fünf bereits früher erschienenen Bänden der neunten Auflage von obigem Werke ist soeben ein weiterer, ber siebente Band gefolgt. Er behandelt die beiden ebenso ausgedehnten als wichtigen Arbeusgebrete .Die Industrie der Steine und Erden' und .Die chemische Industrie', ist also von außerordentlicher Reichhaltigkeit und um |o interessanter, alS fein Inhalt fast durchaus mit dem täglichen Leben in innigster Beziehung fleht. Ten ersten Theil eröffnet Ingenieur Max Gary mit den Kapiteln über die Bearbeitung der Bausteine, über Kalk, Gement und Gyps, sowie über Kunststeine. Hervorragend sowohl in Bezug auf den sachlichen Gehalt als die vollendete Form ist die Darstellung ber beute zu so hoher Entwickelung gelangten Thonwaaremnduftne von Regierungsrath Dr. Hecht- Dieser Abschnitt, wie auch ber barauf folgende über die Glasindustrie von Ingenieur E Cramer, beide voNrefflick illustriert unb mit zwei prächtigen Farbendrucktafeln über Kunsterzeugnisse ber Thon- und Glasindustrie versehen, dürften wohl daS allgemeinste Interesse finden, wandern doch tue Erzeugnisse dieser beiden Industrien bis in die ärmlichste Hütte. Tie ganze zweite Hälfte des BandeS nimmt der Abschnitt über die chemische Industrie ein. Professor Dr Laffar Cohn, der bekanntlich als Director ber Bolksbochschulcurfe nach München berufen worden ist, hat es meisterlich verstanden, dieses vielgestaltige unb schwierige Gebiet in allgemeinverständlicher unb fesselnder Weise dem Leser vorzuführen. Er schildert uns die Herstellung der Soda, des Kochsalzes unb die damit verbundenen Industrien, deS Schießpulvers unb ber neueren Explosivstoffe: die Erfindung der Feuer^uge sowie Darstellung und Verwendung des Phosphors; die Verwerthung des Holzes, ber Fette
unb Cele, der Steintoblen in ber chemischen Industrie, die Tack' papprnfabrifaiion, die Hristellung brr künstlichen Heijmittel unb ber DeSinfectionSmutel, bic Raffinerie de» Petroleum»; he Verflüssigung der Gase unb ber Luft u. s. w. Er führt uns ein in die Geheim nisse de» Cbemiker». der ben schmierigen Tbeer in prangende Farben, Kartoffeln tn Spirnu», Fett ,n Seife verwandeU. Und überall ist auf die wirtbfchaftlichen Verhältnisse Bedacht genommen. Eine werthvolle Unterstützung erfährt die Darstellung durch he reichhaltige, äußerst sachgemäße unb anschauliche Illustrierung, die hier wirklich ist, waS fie fern soll; eine wirksame Ergänzung des Texte». Der prächtige Band bringt daS ganze Werk seiner Vollendung wieder einen großen Schritt näher. Es heaen nunmehr seckS Bände vor, die fich durch ihr vornehmes unb stattliches Aeußere ganz besonders auck als Weihnachtsgeschenk eignen.
— Zur Keuuzetckmuug der colossatru ttageu, welche an ber Cper in Hamburg auch nach dem lebe PolliniS gezahlt werden, theilt das soeben erschienene Heft 5 der .Modernen Kunst" (Verlag von Rick Bong, Berlin W. 57, Leipzig, Wien, Stuttgart. Preis 60 Psg.) bie Gage des lener» Willy Birrenkoven nut — sie beträgt jährlich 40000 Mk. Ter Künstler, ber zur Zeit im 83. Lebensjahre flcbt, ist neuerdings für Hamburg wieder für eine längere Reihe von Jahren verpflichtet worben. Der von Heinrich Ehevallev verfaßte Artikel: .Oper und Schauspiel in Hamburg' in Heft b der .Modernen Kunst' ist überhaupt hochinteressant, zumal bu’ Bildnisse sämmtlicher hervorragender Mitglieder der Oper unb be» Schauspiels der reichen unb kunstsinnigen Handelsstadt in ausgezeichneten Reproduktionen mitgetbedt sind. Ein außerordentlicher Reicklhum an meisterlichen Holzschnitten und Farbendrucken nach Meister ersten Ranges und ungemein zahlreiche Illustrationen von vorzüglichster Ausführung sind in Heft 5 vereinigt. Die großen Kunst beilagen: .Schadenfreude' von L. KnauS, .Morgenröthe" von A. Schwarz und .Christus unb Magbalena' von A. Hacker sind so vollendet, daß |ie unter GlaS und Rahmen jedem Salon zur Zierde Bereichen werden. Auch der doppelseitige Farbendruck .Unterbrochene ectüre' von W- Sickclkow ist eine Glanzleistung, welche un« über die Höhe des auf diesem schwierigen Gebiete erreichten Können» geradezu mit Stolz erfüllen muß. 5t. Becker, H G Fehr, H. Schöbel und viele andere Künstler sind noch mit vorzüglichen Schöpfungen in Heft 5 der .Modernen Kunst' vertreten. Der Roman .Vorfrühling' von Ludwig Iacobowskl erweist sich immer mehr als eine ungemein feinempfunbene und zudem spannende Dichtung von höchstem Werthe. Daß daS Kunstgewerbe in ber .Modernen Kunst' vermehrte Beachtung findet, verdient aufrichtiges Lob. Mit Interesse wird man daS von Professor Döpler d. I. gezeichnete Ex librte- Zeicken des Deutschen 5taiserS, ben kostbaren Ehrenbegen für ben spanischen General Polavieja und daS herrliche Balcongeländer für ben Festsaal bes neuen Hamburger RathhauseS bilblich veranschaulicht finden. Eine reiche Fülle von künstlerischen unb litterarischen Gaben, welche auf Bühne, Sport, gesellschaftliches Leben und viele andere Materien Bezug haben, bietet daS Zick-Zack. Die neue Erlöserkirche in Jerusalem, die Kaiserin von Oesterreich alS Reiterin und die fünf stärksten Männer der Welt mögen auS der Bildermenge deS Zick-Zack herauSgegriffen werden. Frisch, interessant, modern, gewählt und zudem von wahrhaft echter Schönheit umgeben, so bietet sich Heft 5 ber .Modernen Kunst' dar. Man begreift angesichts solcher Leistungen die gewaltigen Erfolge deS wundervollen Blattes im In- und AuS- lande. Beispiellos billig ist der Preis des HefteS — nur 60 Pfg.! Zudem werden allen Abonnenten und solchen, die noch letzt in da» Abonnement eintreten, sieben große, nach Gemälden erster Meister prächtig ausgeführte Kupferdruck-Kunstblätter, die zum Wandschmuck im Salon bestimmt sind, zu bem Vorzugspreise von 4 Mark für jebes Bild bargeboten, während jedes dieser Blätter im Kunslbandel so Mark kostet. Als Weihnachtsgeschenke sind diese herrlichen Kunst- blätter bestens zu empfehlen.
— Die erste interuatiouale Rad- und Automobil- Wettfahrt durch Süd-Tirol, deren überraschende Ergebnisse für den alpinen Straßenverkehr, rote überhaupt den Verkehr auf Geblrg»- stratzen epochemachend sein dürften, schildert ein reich mit Illustrationen v^sehener fachmännisch geschriebener Aufsatz, welchen die allbeliebte illustrirte Familtenzettschrtft .Zur Guten Stunde' (Deutsche» BerlagshauS Bong & Co., Berlin W. Preis deS VierzehntagShefte» 40 P'g.) tn ihrem neuesten Hefte veröffentlicht. Auch der übrige Inhalt deS eleaanten Hefte» bietet eine Fülle bet Interessanten; so eine bildliche Darstellung der Etnroethungsurkunde für die Eilöserkirche zu Jerusalem, die Schilderung eine» ChinesenmarkteS auf einem deutschen Kriegsschiff in Hongkong u. s. ro. Die beiden Romane „Wandlungen' und „Die Subalternen" fpannen da» Interesse be» Leier» aus da» Höchste, während eine abgeschlossene Novelle „Verglühter Mohn" sehr stimmungsvoll unb ergreifenb wirkt. In ber Gratitzbeilaae „Illustrirte Klasfiker-Blbllothet" wird Friedrich Spiel- hagenS Meisternovelle „HanS und Grethe" fortgesetzt.
— In dem soeben erschienenen „Grillparzer Jahrbuch", achter Javrgang, 1898, oeiöffenlllcht Alfred Fieiherr v. < erger einen Entwurf GiillpaizerS für eine Tragödie unter bem Xitel .Der Purpurmaniel." Angeregt würbe Grillparzer dazu durch Byron» „Manfred". Der Ertwurf stammt au» dem Jahre 1826, in weichem Grillparzer auck ben „Treum Diener seine» Herrn" dichtete. Der Entwuis behanbelt bie Geschickt« be» SvartanerkönigS Pausanias unb sein Lledrsoerhältniß zu Kleonike. Der Pupurman>ct ist ta» Symbol be» tragischen Verhältnisses, bas über Pausanias waltet. Grillparzer behandelt ben Stoff nach Thukydlbe», Plutarch und Cornelius NepoS. Die ersten Auszeichnungen stammen au» b<m Jahre 1820. Der Entwurf umfaßt die ersten drei Acte In Erzählung»« torm, tn Scenen gegliedert, bis zum Tode der Kleonike durch Paa« sania» unb bie allgemeinen Umrisse be» vierten Acte». Einige Scenen des dritten Acte» hat Grillparzer in den „Treuen Diener seine» Herrn' «ufgenommen.
— Hermann Ludermann hat soeben die l-hten Eorie.tu en zu seinem neuesten Stücke;„Die drei Reiherfedern" vollendet. Ta- Werk, da» in ben nächsten Tagen al» Maouscript gebrückt wirb, bezeichnet der Dicht«r al» dramatische» Gedicht in 5 Acten ur b nicht al« Märchen, rote bisher verlautete.
— Da« 7. H'.ft be» ersten Banb<« der „Mittyeilun-en und Lchriften' de» «eichsauoschusses für die Deutschen Rattonalfeste vom 1. Rooemdrr 1898 emoält zunächst einen warm emptun» tunen 9ia£bruf des Fürsten Bitzmarck. dessen Stellungnahme zu Gunsten ber Bestrebungen be» RetchLauSschusse» burdj bie Annahme ber Widmung be« RolsS'schen „Su«kunftrdüchleint" gekennzeichnet ist. Mit bem Ausbau der Sapungen beschäitigt sich beten britter Theil über .bie Theilnabme an d u Deutschen Nettonalfesten". Der Vorsitzende de« ReichSauSsckusses, H.rr o. Schenckendoiff, berichtet über die .Aufbringung der Mittel", fein Stellvertreter, Dr. Schmidt- Bonn, über die in gem insamer Berathung der Turner, Sport unb Spo.tspielleute in bet Technischen Abthetlung irstgeietzten „Wetlkäa pse unb Vorführungen von Leibesübungen'. Die eivmüthig gefaßten Beschlüsse stehen tn einem recht roohltbuenden Gegensatz zu bet Käß« liehen Polemik, die von dem geschäft-führendm Ausschuß der deutschen Tu-nerschaft gegen die Bestrebungen bet Deutschen Nationalseste eröffnet wo ben ist. MU derselben Frage beschäftigt fich ein Aussatz von Rolf» München über die .Erwägungen der Deutschm Turnei- schaff, deren Nichtigkeit ausführlich und gründlich erro'efen wirb. Auch diesmal ist da« Heft wie fein Vorgänger reich an Mittheil- ungtn über das Für unb Wider; die Gegner kommen zu Wort, naturgemäß überwiegen indeß die Stimmen, die dem großen Unternehmen freundlich gesinnt find. Au» den Nachrichten ergibt sich ein erfreulicher Fortgang bet Bewegung. An eingezahlten unb meist für die Vorarbeiten gezeichneten Beiträgen gingen bi» jetzt 21,000 Mk ein.


